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Lebt als Kinder der Verheißung
„Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung.“
(Galater 4,28)
„So sind wir nun, Brüder und Schwestern, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.“
(Galater 4,31)
Bis hierher haben wir durch den Galaterbrief gelernt, wie ein Mensch ein Kind Gottes wird. Die Gläubigen in Galatien hatten das Evangelium von Jesus Christus gehört und waren durch den Glauben gerettet worden. Durch den Glauben an den Tod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung waren sie Kinder Gottes geworden. Doch später kamen falsche Lehrer und sagten: „Es reicht nicht aus, nur an Jesus zu glauben. Ihr müsst euch beschneiden lassen und das Gesetz halten. Nur dann gehört ihr wirklich zum Volk Gottes.“ Die Gläubigen ließen sich dadurch verunsichern. Sie hatten im Glauben begonnen, aber nun meinten sie, durch das Halten des Gesetzes von Gott anerkannt werden zu müssen. Deshalb fragt Paulus: „Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hört ihr das Gesetz nicht?“ Paulus fordert sie auf, genau hinzuhören, was das Gesetz selbst sagt. Anhand Abrahams und seiner beiden Söhne zeigt er zwei verschiedene Wege: den Weg der Knechtschaft und den Weg der Verheißung. Ich bete, dass wir durch das heutige Wort erkennen, welchen Weg wir als Kinder der Verheißung gehen sollen.
1. Die Kinder der Verheißung werden nicht durch menschliche Werke, sondern durch Gottes Gnade geboren (V. 22–25)
Sehen wir uns die Verse 22 und 23 an: „Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien. Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch geboren worden, der von der Freien aber durch die Verheißung.“
Paulus sagt, Ismael sei „nach dem Fleisch“, Isaak dagegen „durch die Verheißung“ geboren worden. „Nach dem Fleisch“ bedeutet hier nicht nur eine natürliche Geburt. Abraham und Sara versuchten, sich auf ihre eigene Kraft und eine menschliche Möglichkeit zu verlassen, anstatt Gott zu vertrauen. Gott hatte Abraham bereits in 1. Mose 12 Nachkommen verheißen.
Doch die Jahre vergingen. Schließlich konnten Abraham und Sara nicht länger auf Gottes Zeit warten. Sara gab Abraham ihre Magd Hagar, um durch sie einen Sohn zu bekommen. So wurde Ismael geboren.
Bei Isaak war es anders. Menschlich gesehen war jede Hoffnung verschwunden, doch Gottes Wort war nicht verschwunden. Zu seiner Zeit erfüllte Gott seine Verheißung und gab Abraham und Sara Isaak. Isaaks Geburt geschah nicht durch menschliche Fähigkeit, sondern durch die Treue Gottes. Genau darum erzählt Paulus diese Geschichte. Ein Mensch wird nicht durch eigene Anstrengung oder religiöse Werke ein Kind Gottes. Weder das Halten des Gesetzes noch Beschneidung noch religiöser Eifer können uns zu Kindern Gottes machen. Ein Kind Gottes wird durch Gottes Gnade und seine Verheißung geboren.
Genauso ist es bei uns. Wir waren Sünder und konnten aus eigener Kraft nicht zu Gott kommen. Doch Gott gab uns das Evangelium und verhieß denen ewiges Leben, die hören und glauben.
Jesus sagt in Johannes 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“
Gott sandte Jesus Christus, damit er unsere Sünden trägt. Durch den Glauben an das Evangelium empfangen wir Vergebung und werden vom Tod zum Leben gebracht. So wie Isaak nicht durch eigene Fähigkeit, sondern durch Gottes Verheißung geboren wurde, sind wir nicht durch unsere Gerechtigkeit oder unsere Werke Kinder Gottes geworden. Wir haben durch den Glauben an die Verheißung neues Leben empfangen. Darum verdanken wir unsere Stellung als Kinder Gottes nicht unseren Werken, sondern Gottes Gnade; nicht unserem Verdienst, sondern Gottes Verheißung.
In den Versen 24 und 25 erklärt Paulus Hagar und Sara als ein Bild für zwei Bündnisse. Hagar steht für den Bund vom Sinai. Viele Juden waren stolz darauf, Nachkommen Abrahams zu sein, beschnitten zu sein und das Gesetz zu besitzen. Sie meinten, dadurch vor Gott gerecht sein zu können. Doch Paulus bezeichnet sie überraschenderweise als Menschen in Knechtschaft. Wer durch das Gesetz gerecht werden will, muss sich ständig durch das Halten des Gesetzes beweisen, nicht nur heute oder morgen, sondern jeden Tag und in jedem Augenblick seines Lebens. Es reicht nicht, einige Gebote gut zu halten. Schon ein Versagen zeigt, dass wir Gottes vollkommenen Maßstab nicht erfüllen können. Das ist das Leben eines Knechtes.
Ein Kind Gottes lebt anders. Wir werden nicht durch unsere Werke oder durch das Halten des Gesetzes Kinder Gottes. Wir tun Gottes Willen und gehorchen seinem Wort, weil wir bereits Kinder Gottes geworden sind. Wir dienen Gott nicht, damit er uns liebt, sondern aus Dankbarkeit, weil er uns liebt und uns zu seinen Kindern gemacht hat.
Ich bete, dass wir die Verheißung Gottes tief in unserem Herzen bewahren und jeden Tag aus seiner Gnade leben.
2. Die Kinder der Verheißung glauben Gottes Wort mehr als der dunklen Realität (V. 26–28)
In Vers 26 sagt Paulus: „Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsere Mutter.“ Danach zitiert er Jesaja 54,1: „Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, als die den Mann hat.“ Wenn wir diesen Vers wörtlich betrachten, ist er schwer zu verstehen. Wie kann eine unfruchtbare Frau Kinder bekommen und sich freuen? Doch Gott sagt: „Freue dich!“ Aber wie können wir uns freuen, wenn wir in unserer Situation keine Hoffnung sehen? Wir können es, indem wir nicht nur auf das schauen, was vor unseren Augen liegt, sondern auf Gottes Verheißung vertrauen. Denn das, was wir jetzt sehen, ist nicht das Letzte. Gott hat sein Wort der Verheißung gegeben. Zur Zeit Jesajas sah die Situation Israels hoffnungslos aus. Doch Gott verhieß dem verlassenen Jerusalem viele Kinder. Menschlich gesehen war keine Möglichkeit zu erkennen. Aber Gottes Verheißung blieb bestehen.
So war es auch bei Abraham und Sara. Abraham war fast hundert Jahre alt und Sara war ganz klar nicht mehr in der Lage, ein Kind zu bekommen. Als Gott Abraham das Wort der Verheißung gegeben hatte, lachte Sara im Herzen, weil sie es nicht glauben konnte. Doch Gott sagte in 1.Mose 18,14: „Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?“ Und Gott gab ihnen Isaak, wie er es verheißen hatte. Gott ist nicht durch menschliche Möglichkeiten begrenzt. Auch wenn wir selbst keine Möglichkeit mehr sehen, bleibt Gott seiner Verheißung treu. Darum dürfen wir seinem Wort mehr vertrauen als dem, was menschlich möglich oder unmöglich erscheint.
Genau das mussten auch die Galater neu lernen. Sie mussten lernen, Gottes Verheißung wirklich zu vertrauen. Gott hatte ihnen durch das Evangelium eine klare Verheißung gegeben:
Durch den Glauben an Jesus Christus sind sie Kinder Gottes, Kinder der Verheißung. Paulus fordert sie deshalb auf: Vertraut auf Gottes Verheißung. Ihr seid nicht durch eure eigenen Werke Kinder Gottes geworden, sondern durch seine Gnade.
Auch in unserem Leben schauen wir leicht auf die offensichtlichen Möglichkeiten. Sind die Umstände gut, fühlen wir uns sicher, werden sie schwierig, verlieren wir schnell den Mut. Doch ein Kind der Verheißung glaubt nicht an seine Möglichkeiten. Ein Kind der Verheißung glaubt an den Gott, der verheißen hat. Glaube bedeutet nicht, die Realität zu leugnen. Glaube bedeutet, die Realität zu sehen und dennoch auf Gott zu schauen, der größer ist als diese Realität. Das bedeutet auch nicht, dass Gott alles erfüllen muss, was ich mir wünsche. Mein Wunsch wird nicht automatisch zu Gottes Verheißung. Glaube bedeutet, an dem festzuhalten, was Gott tatsächlich verheißen hat.
Vers 28: „Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung.“ Was hat Gott uns dann verheißen? Gott hat uns verheißen, dass wir durch den Glauben an Jesus seine Kinder sind. Er vergibt uns unsere Sünden, ist bei uns und führt unser Leben. Und schließlich schenkt er uns ewiges Leben und sein Reich. Diese Verheißungen ändern sich nicht, auch wenn unsere gegenwärtige Situation ganz anders aussieht.
Auch in unserem täglichen Leben entdecken wir immer wieder Sünde und Schwachheit in uns. Manchmal sehen wir schwierige Umstände und werden schnell ängstlich. Schließlich verlieren wir das Vertrauen auf Gott, der unser Leben führt. Doch gerade in solchen Momenten sollen wir nicht nur auf uns selbst oder auf die schwierige Realität schauen. Wir sollen auf Gott schauen, der uns seine Verheißung gegeben hat. Gott sagt zu uns: „Ihr seid wie Isaak Kinder der Verheißung.“ Ich bete, dass wir dieses Wort festhalten und nicht auf unsere eigenen Möglichkeiten vertrauen, sondern auf den Gott, der uns seine Verheißung gegeben hat und treu erfüllt.
3. Die Kinder der Verheißung bewahren die Freiheit des Evangeliums (V. 29–31)
Bedeutet ein Leben im Glauben an Gottes Verheißung, dass alle Menschen uns bewundern werden? Leider nicht. Vers 29 sagt: „Aber wie zu jener Zeit der, der nach dem Fleisch geboren war, den verfolgte, der nach dem Geist geboren war, so geht es auch jetzt.“
In 1. Mose 21 verspottete Ismael Isaak. Paulus vergleicht es mit einer Verfolgung und sagt: So wie es damals war, so ist es auch jetzt. Der Weg des menschlichen Verdienstes und der Weg der Gnade stehen miteinander im Konflikt. Auch in Galatien versuchten die Gesetzeslehrer, die Gläubigen zu verunsichern: „Es reicht nicht aus, an Jesus zu glauben. Ihr müsst euch beschneiden lassen und das Gesetz halten.“ So sollten Menschen, die durch das Evangelium Freiheit empfangen hatten, wieder in die Knechtschaft zurückgeführt werden. Auch heute besteht die Versuchung, dem Evangelium etwas hinzuzufügen und uns zur Knechtschaft zu führen. Man kann denken: „Du musst erst gut genug sein, damit Gott dich anerkennt.“ Oder: „Es reicht nicht aus, an Jesus zu glauben. Du brauchst besondere geistliche Erfahrungen, um ein echter Gläubiger zu sein.“ Wir werden durch den Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus gerettet. Selbstdisziplin und geistliche Erfahrungen können wichtig sein, aber sie dürfen niemals zu einer zusätzlichen Bedingung für unsere Rettung werden.
Vers 30 sagt: „Stoß die Sklavin und ihren Sohn hinaus; denn der Sohn der Sklavin soll nicht mit dem Sohn der Freien erben.“ Damit fordert Paulus nicht dazu auf, Menschen zu hassen oder auszugrenzen. Er meint vielmehr: Wir dürfen die Gnade Gottes nicht mit menschlichem Verdienst vermischen. Dem Kreuz Christi muss nichts hinzugefügt werden.
Vers 31 sagt: „So sind wir nun, Brüder und Schwestern, nicht Kinder der Sklavin, sondern der Freien.“ Wir sind keine Sklaven, die aus Angst versuchen müssen, Gottes Anerkennung zu verdienen. Wir sind Kinder Gottes, die in Christus bereits geliebt und angenommen worden sind.
Freiheit bedeutet nicht, dass wir tun können, was wir wollen. Es ist die Freiheit von dem Zwang, durch eigene Werke Gottes Anerkennung verdienen zu müssen. Es ist die Freiheit, Gott in seiner Gnade zu lieben und ihm mit Freude zu gehorchen. Darum sollen wir nicht wieder das Joch der Knechtschaft tragen. Wir sind Kinder der Verheißung.
Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, sehe ich, dass ich oft verzweifelt war, weil ich nur auf meine menschlichen Fähigkeiten und auf meine Lebensumstände geschaut habe. Besonders als ich das Abitur in Korea zweimal nicht gut geschrieben hatte, fühlte es sich so an, als wäre mein weiterer Lebensweg versperrt. Weil ich nicht das gewünschte Ergebnis erreicht hatte, waren mein Herz und meine Gedanken voller Angst und Verzweiflung. Doch Gott gab mir in dieser Zeit sein Wort. Durch die Bibelstunde über 2. Mose lernte ich, dass Gott derjenige ist, der sein Volk aus der Knechtschaft befreit. Besonders durch Jesaja 9,6 durfte ich Jesus als meinen Retter, als ewigen Vater und als Friedefürsten annehmen. Dass ich an Jesus glaubte, bedeutete jedoch nicht, dass sich meine schwierige Realität sofort veränderte. Die Tatsache, dass ich mein Abitur schlecht geschrieben hatte, blieb bestehen, und auch meine Zukunft war weiterhin unklar. Doch als ich auf Gottes Wort der Verheißung schaute, veränderte sich meine Sicht auf mein Leben. Meine eigenen Möglichkeiten und mein Versagen waren nicht mehr das letzte Wort über mein Leben. Der Gott, der mich rettet und führt, wurde zu meiner Hoffnung. Ich konnte wirklich glauben, dass Gott mir Frieden schenkt, mich als mein ewiger Vater versorgt und mich führt. Als ich an diese Verheißung glaubte, war ich nicht mehr so unsicher. Im Gebet entschied ich mich, als studentischer Missionar nach Deutschland zu kommen. Später, als ich als Missionar nach Deutschland kam, war es ähnlich. Als ich merkte, wie schlecht ich Deutsch sprach und wie schwer die Realität ist, kamen dunkle Gedanken und der Wunsch aufzugeben in mir auf. Doch im Gebet durfte ich glauben, dass es Gott war, der mich nach Deutschland geführt hatte, und dass er mich auch weiterhin führen würde. Darum betete ich: „Ich will mein Bestes tun, soweit es mir möglich ist. Aber das Ergebnis möchte ich dir, Gott, überlassen.“
Trotz meiner Schwachheit ließ Gott mich die Deutschprüfung bestehen. Dadurch durfte ich erkennen, dass dies nicht mein Verdienst und kein Grund zum Stolz war, sondern Gottes Gnade.
Auch während meines Medizinstudiums gab es viele Situationen, in denen ich an die Grenzen meiner eigenen Fähigkeiten kam. Besonders als ich Physiologie und Biochemie lernen und auf Deutsch Seminare und Präsentationen halten musste, hatte ich große Angst. In dieser Zeit gab Gott mir das Wort aus Richter 6,12: „Der HERR ist mit dir, du streitbarer Held.“
Ich selbst fühlte mich überhaupt nicht wie ein tapferer Held. Im Gegenteil, am liebsten wäre ich davongelaufen. Doch entscheidend war nicht, wie ich mich selbst fühlte, sondern was Gott zu mir sagte. Als ich mich an das Wort hielt, dass Gott mit mir ist, konnte ich die Seminare und Präsentationen, vor denen ich große Angst hatte und zu denen ich eigentlich nicht gehen wollte, bis zum Ende bewältigen. Auch vor mehreren Prüfungen am Ende eines klinischen Semesters kamen in mir immer wieder negative Gedanken auf. „Du schaffst das nicht. Du wirst bestimmt scheitern.“
In dieser Zeit schenkte Gott mir durch Geschichte von Hiskia Gnade. König Hiskia ließ sich von den bedrohlichen Worten des Rabschake nicht bestimmen, sondern ging damit zu Gott. Dadurch lernte ich, dass es wichtiger ist, auf Gottes Wort zu hören, als auf die Angst und die negativen Gedanken, die unmittelbar vor meinen Augen sind.
Vor dem zweiten Staatsexamen wurde ich zudem krank und war körperlich in einem schlechten Zustand. Ich machte mir Sorgen, dass ich die Prüfung nicht bewältigen, am Ende im Medizinstudium scheitern und meinen Weg als Missionar in Deutschland nicht weitergehen könnte. Doch auch in dieser Situation durfte ich durch das Gespräch mit meinen Eltern erkennen, dass ich nicht selbst das Ergebnis festhalten und mich deswegen sorgen sollte, sondern meine Zukunft dem allmächtigen Gott anvertrauen durfte. Dadurch bekam ich wieder das Vertrauen auf Gott, der mein Leben führt und begleitet. Ich konnte mich auf das Lernen konzentrieren, das ich zu tun hatte, und überließ Gott das Ergebnis. Und Gott ließ mich auch diese Prüfung durch seine Gnade bewältigen.
Auch heute brauche ich diesen Glauben. Wenn ich meine Arbeit bewältige, mich zu Hause um die Kinder kümmere oder viele komplizierte Dinge erledigen muss, gerate ich leicht unter den Druck, alles gut vorbereiten und selbst verantworten zu müssen. Dann schaue ich wieder nur auf meine eigenen Fähigkeiten und auf die Realität und werde ängstlich und mutlos. Doch jedes Mal darf ich neu lernen, dass ich nicht auf meine eigenen Fähigkeiten oder meine Umstände schauen soll, sondern auf den Gott, der seine Verheißung gegeben hat.
Lieber himmlischer Vater, obwohl ich sage, dass ich an Jesus Christus glaube, lebte ich in Wirklichkeit immer wieder unter der Knechtschaft der Angst, der Suche nach Anerkennung in der Welt und des Hochmuts. Ich tue Buße dafür, dass ich trotz vieler Glaubenserfahrungen angesichts der Realität immer wieder ängstlich wurde und dir nicht vertrauen konnte. Herr, ich danke dir für dein Wort aus dem Galaterbrief. Durch dieses Wort erkenne ich erneut, dass du mich zu deinem Kind gemacht hast und welche Freiheit du mir durch Jesus Christus geschenkt hast. Ich bin wirklich frei, weil Jesus, mein Retter, schon für meine Sünden wie Habgier, Begierde und Hochmut am Kreuz gestorben ist.
Herr, nun möchte ich nicht mehr aus eigener Kraft leben, sondern dir aus Dankbarkeit gehorchen und nach deinem Wort leben. Ich bin ein Kind der Verheißung, das durch deine Gnade und durch dein Wort der Verheißung neues Leben empfangen hat. Darum bete ich, dass ich mich auch in Zukunft nicht auf meine eigenen Möglichkeiten verlasse, sondern an deinem Wort festhalte, bei den Aufgaben, die mir gegeben sind, mein Bestes tue und das Ergebnis dir anvertraue. Ich bete von Herzen, dass ich in jeder Lebenssituation dem Gott der Verheißung vertraue, der mich festhält und führt, und als ein Kind der Verheißung wie Isaak lebe.
Vers 28 sagt: „Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung.“
Das gilt für uns, die wir durch den Glauben an Jesus Christus Gottes Gnade empfangen haben. Wir müssen unser Leben nicht durch unsere eigene Kraft und unsere eigenen Werke sichern. Wir dürfen an Gottes Verheißung festhalten und im Vertrauen auf seine Gnade leben. „So sind wir nun, Brüder und Schwestern, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.“
Möge Gott uns helfen, nicht als Kinder der Knechtschaft zu leben, die sich auf ihre eigene Kraft und ihre eigenen Werke verlassen, sondern als freie Kinder Gottes, die seiner Verheißung vertrauen. Möge er uns helfen, in jeder Lebenssituation an seinem Wort festzuhalten und als Kinder der Verheißung zu leben.