Predigt: 1. Korinther 15,42-58

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Der neue Adam

„Der erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der zweite Mensch stammt vom Himmel.“

(1. Korinther 15,47)

Vor ein paar Wochen hatte ein junger Politiker namens James Talarico in einer lokalen Wahl einen kleinen aber sehr viel beachteten Sieg errungen. Die Wahl, um die es ging und seine politischen Ansichten sind jetzt erst einmal völlig irrelevant. Aber in seiner Rede sagte er etwas, was mich sehr zum Nachdenken angeregt hat: „Die Menschen in diesem Staat haben dem ganzen Land ein wenig Hoffnung gegeben. Und ein wenig Hoffnung ist eine gefährliche Sache.“ Hoffnung ist eine gefährliche Sache.
Vielleicht ist manchen von uns nicht bewusst, wie essentiell Hoffnung ist. Hier ist ein kleines Gedankenexperiment von Tim Keller. Stellen wir uns zwei Personen vor, die beide einen extrem unangenehmen und extrem langweiligen Job haben. Der einen Person wird gesagt, dass sie am Ende des Jahres den gesetzlichen Mindestlohn erhält. Das wären knapp 29 Tausend Euro. Die andere Person hingegen erhält am Ende des Jahres nicht 29 Tausend, sondern 29 Millionen Euro ausgezahlt. Es sind die exakt gleichen Jobs, den gleichen blöden Chef, die gleichen nervigen Kollegen, sie sitzen im gleichen deprimierenden Büro im Keller ohne Fenster. Es sind die gleichen Umstände, und trotzdem ist alles radikal anders, weil die Erwartung an die Zukunft eine völlig andere ist. Hoffnung macht alles anders. Hoffnung ist eine gefährliche Sache.
Die römischen Kaiser hatten ziemlich schnell verstanden, dass die christliche Hoffnung eine gefährliche Sache ist. Sie haben alles versucht und alles darangesetzt, die christliche Hoffnung im Keim zu ersticken. Einige von ihnen haben die Christen brutal verfolgt. Und sie sind alles rigoros gescheitert. Die Hoffnung war nicht nur gefährlich. Sie war unaufhaltsam. Was war die Hoffnung der frühen Christen? Die Hoffnung der Christen war ganz auf eine Person fixiert. Paulus nennt ihn den neuen Adam. Drei Dinge lernen wir über den letzten Adam: erstens, wofür er steht; zweitens, was er vollbracht hat; drittens, welche Hoffnung er schenkt.

1. Wofür er steht
In den Versen 42-44 hatte Paulus zwei Leiber miteinander verglichen, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Die Unterschiede sind: verweslich versus unverweslich; armselig versus herrlich; schwach versus stark; und schließlich irdisch und überirdisch. Paulus schließt an diese Gegenüberstellung an. In den Versen 45-49 sehen wir wie Paulus den ersten und den letzten Adam miteinander vergleicht und in Kontrast zueinander setzt. Vers 45: „So steht es auch in der Schrift: Adam, der erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der letzte Adam wurde lebendig machender Geist.“ Der erste Adam wurde lebendig gemacht. Der letzte Adam hingegen ist der lebendig machende Geist. David Garland kommentiert, dass der Ausdruck „lebendig machen“ ein Synonym für die Auferweckung der Toten ist. Garland schreibt: „Der Punkt ist folgender: wenn es einen natürlichen Leib gibt, der durch den ersten Adam im gesäten Leib verkörpert wird, dann muss es auch einen geistlichen Leib geben, der durch den letzten Adam, den auferstandenen Christus, verkörpert wird. Der erste ist für das Dasein in der Schöpfung geeignet, der zweite wird für das Dasein in der kommenden Welt geeignet sein.“ In Vers 46 macht Paulus uns auf die Reihenfolge aufmerksam: „Aber zuerst kommt nicht das Überirdische; zuerst kommt das Irdische, dann das Überirdische.“ Die Idee dahinter ist natürlich, dass das Letzte das ist, was endgültig ist; das Letzte ist das, was am Ende des Tages bleiben wird.
Nicht nur das Wesen ist unterschiedlich. Die Herkunft der Adams ist unterscheidet sich. Vers 47: „Der erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der zweite Mensch stammt vom Himmel.“ Mit der unterschiedlichen Herkunft ist auch klar, dass die unterschiedlichen Adams in völlig unterschiedlichen Welten zu Hause sind. Und dann zeigt uns Paulus in den Versen 48 und 49, wie unsere Leben mit dem ein oder anderem Adam zusammenhängen: „Wie der von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der vom Himmel himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren. Wie wir nach dem Bild des Irdischen gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des Himmlischen gestaltet werden.“
Ein Punkt, bevor wir fortfahren. Ganz egal ob du an die Realität des Himmlischen glaubst oder vielleicht auch nicht, du hast eine Sehnsucht danach. Und wenn wir emotional nicht komplett abstumpfen, dann spüren wir diese Sehnsucht praktisch jeden einzelnen Tag. Wer von euch hatte schonmal Heimweh? Die Antwort ist jeder. Vielleicht hatten viele von uns schonmal Heimweh, obwohl wir zu Hause sind. Warum? Weil wir insgeheim wissen, dass der Ort, den wir unser Zuhause nennen, nicht wirklich unser Zuhause ist. Warum hast du Fernweh? Weil du die Hoffnung hast, dass irgendwo weit draußen das Paradies ist, der Ort der Sehnsüchte, an dem du alle Schönheit der Welt vermutest. Warum tun uns Abschiede so weh und warum vermissen wir Menschen? Vielleicht ist der Grund, weil die kleinen Abschiede ein bitterer Vorgeschmack auf die großen Abschiede sind, wenn geliebte Menschen uns für immer verlassen, weil sie versterben. Und das ist etwas, was unser Herz nicht wahrhaben kann, weil wahre Liebe etwas ist, was ewig sein muss. Warum liebst du Musik? Vielleicht bist du auf der Suche nach dem Lied der Lieder, das Lied, die Melodie, die Harmonie, die dein ganzes Herz zum Schwingen bringt, und du bist frustriert, weil die schönsten und besten Konzerte und Musikerlebnisse immer ein Gefühl von Enttäuschung hinterlassen.
Greg Boyd sagte einmal, dass wenn wir Schmerzen haben, das häufig ein Indiz dafür ist, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Hypothetisches Beispiel: du bist zu hastig durch die Wohnung gelaufen, und du stolperst, weil du mit dem kleinen Zeh am Türrahmen hängengeblieben. Was wird passieren? Der kleine Zeh wird anschwellen, rot werden und sich in seiner Größe verdoppeln. Und vor allem wirst du richtig Schmerzen haben, weil kleine Zehen nicht dazu da sind, am Türrahmen hängenzubleiben. Wir alle haben Schmerzen in unserer Seele. Unser Herz schmerzt. Warum? Vielleicht deshalb, weil unsere Herzen nicht das haben und das bekommen, wozu sie gemacht sind.
Ganz egal wie und wo wir aufgewachsen sind, wir alle haben einen Hunger nach Schönheit, Herrlichkeit, Ewigkeit und Liebe. Und jeder Schmerz, den unsere Seele in dieser Welt verspürt, ist im Grunde genommen eine Sehnsucht nach dem Himmlischen. Jesus ist der himmlische Adam. Er kommt von dem Ort unserer Sehnsüchte. Er ist es, der in seiner Essenz alles beinhaltet, was den Himmel ausmacht: unser Zuhause, unsere große Liebe, unsere Herrlichkeit, unsere Schönheit. Jedes ungestillte Verlangen, das du in deinem Herzen hast, ist in Wirklichkeit ein Verlangen nach Jesus.
Hier ist eine ganz praktische Anwendung: wenn du traurig, niedergeschlagen, entmutigt, unzufrieden, unerfüllt bist, mach dich der Tatsache bewusst: das, was du eigentlich in deinem Herzen willst, ist das, was der letzte Adam repräsentiert, das Himmlische. Und kein Geld, kein Urlaub, kein Erlebnis, nichts in dieser Welt, noch nicht einmal die besten Beziehungen zu den besten Menschen werden dich wirklich dauerhaft glücklich machen können, wenn du Jesus nicht hast.

2. Was er vollbracht hat
In Vers 50 schreibt Paulus: „Damit will ich sagen, Brüder und Schwestern: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; das Verwesliche erbt nicht das Unverwesliche.“ Was ist mit Fleisch und Blut gemeint? Der zweite Teil von Vers 50 erklärt den ersten Teil: Fleisch und Blut stehen für das, was verweslich und vergänglich ist. Ganz egal, wie gut wir mit unserem Körper umgehen, jeder Körper wird älter werden und uns schließlich im Stich lassen. Für das Reich Gottes braucht es einen qualitativ völlig anderen Körper. Nicht einen Körper der weniger materiell ist als unser jetziger Körper; sondern ein Körper, der noch materieller, noch realer, noch echter ist und deshalb unvergänglich. Und genau das ist es, was wir in Jesus Christus bekommen werden.
Vers 53: „Denn dieses Verwesliche muss sich mit Unverweslichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit.“ Was ist also das, was Jesus für uns vollbracht hat? Drei Dinge erwähnt Paulus hier: Jesus hat den Graben überbrückt; Jesus hat die Sünde überwunden; und Jesus hat den Tod besiegt.
Der erste Punkt ist offensichtlich: aus uns heraus kann niemand das Reich Gottes ererben. Niemand kann aus sich heraus Gott finden. Der russische Astronaut Gagarin war der erste Mensch im Weltall. Er soll angeblich gesagt haben (sehr wahrscheinlich wurde ihm das Zitat aber nur zugeschrieben): „ich sehe keinen Gott hier oben.“ C.S. Lewis Antwort darauf war, dass das ungefähr so sinnvoll ist, wie wenn Hamlet sich auf den Dachboden seines Schlosses auf die Suche nach Shakespeare macht: „Wo ist Shakespeare? Ich sehe keinen Shakespeare!“ Mit anderen Worten, es gibt absolut nichts, was uns in irgendeiner Form dazu qualifiziert, das Himmlische zu finden geschweige denn zu ererben. Aber das, was wir nicht tun konnten, ist das, was Gott in Jesus Christus tut. Nicht wir sind es, die zu Gott kamen. Gott ist es, der in Jesus zu uns kommt. Jesus, der Sohn Gottes, wurde Mensch genauso wie wir. Jesus aß und trank, er erfuhr Krankheit und Schmerzen, er lebte wirklich mitten unter uns Menschen. Als er von den Toten auferstand, hatte er einen neuen Auferstehungsleib, der unvergänglich ist. Er wurde der letzte Adam, der die Brücke baut zwischen dem Himmlischen und dem Irdischen, zwischen dem Ewigen und dem Vergänglichen, zwischen Gott und uns.
Jesus hat außerdem den Tod besiegt. In den Versen 54 und 55 bricht Paulus in einen Jubel aus: „Wenn sich aber dieses Verwesliche mit Unverweslichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? / Tod, wo ist dein Stachel?“ Paulus hätte verschiedene Verben verwenden können, um die Tatsache zu verkündigen, dass der Tod besiegt ist. Er verwendet das Wort „verschlingen“. Wenn etwas auf unserem Esstisch liegt, dann gibt es zwei Möglichkeiten, es zu beseitigen: wir können es entweder abräumen oder wir können es essen. Das griechische Wort ist katepothe, und es bedeutet verschlucken, verschlingen oder vernichten. Und alle diese Verben sind angemessen. (Stellen wir uns einen großen Burger vor, und wir sagen: „ich vernichte jetzt diesen Burger“). So gründlich, so entschieden, so zweifellos und unbestritten ist der Sieg Jesu über den Tod. Der Tod ist jetztnur noch ein Schatten seiner selbst. Ein kümmerlicher Rest. Und eines Tages wird es den Tod nicht mehr geben.
Und Jesus hat die Sünde überwunden. Paulus hatte die rhetorische Frage gestellt: „Tod, wo ist dein Stachel?“ Und Paulus erklärt den Stachel in Vers 56: „Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz.“ Das Bild vom Stachel, das Paulus verwendet, ist vermutlich nicht einfach nur ein Dorn, was an sich schon schmerzhaft genug ist. Gemeint ist wahrscheinlich ein Stachel, der giftig ist. Gestochen zu werden, heißt nicht nur, dass es weh tut; es bedeutet, dass wir an dem Gift elendig zugrunde gehen. Und dieser Stachel ist die Sünde, und die Kraft der Sünde das Gesetz. Ganz kurzer Ausflug in die paulinische Theologie: Paulus erklärt im Römerbrief, wie Gesetz und Sünde miteinander zusammenhängen. Hier erwähnt er das in einem einzigen Satz; mehr muss er vermutlich nicht erwähnen, weil die Korinther viele Predigten von Paulus gehört hatten. Sie verstanden sehr gut, was er meinte.
Sünde ist die Trennung von Gott. Das, was den Tod so schmerzhaft und so giftig macht, ist die Tatsache, dass wir durch unsere Sünde von Gott getrennt sind; der Gott, der der Ursprung allen Lebens ist; getrennt von dem Gott, der uns liebt; getrennt von dem Gott, der unser Vater ist.
Wie hat Jesus dann dem Tod den Stachel genommen? Wie hat Jesus die Sünde überwunden? Und die Antwort ist am Kreuz. Jesus erfuhr selbst den Stachel des Todes. Jesus wurde gestochen; er wurde nicht nur gestochen, sondern durchbohrt. Es waren nicht nur die Eisennägel in den Handgelenken und Füßen. Jesus trank den Kelch. Er nahm das ganze Gift unserer Sünde auf sich und in sich. Nichts blieb ihm erspart. Wir haben gesagt, dass Sünde Trennung von Gott ist. Am Kreuz wurde Jesus von Gott verlassen. Gott wandte sein Angesicht von Jesus ab. Gott kehrte Jesus den Rücken zu. Jesus erfuhr die Trennung von Gott, die wir hätten erfahren müssen. Jesus erfuhr die Verworfenheit, die wir verdient hatten. Er hat alle unsere Schuld und alle unsere Sünde bis ans Ende getragen. Das ist die Art und Weise wie Jesus die Sünde überwunden hat.
Das ist es, was der neue Adam für uns vollbracht hat: Jesus überbrückte den Graben; Jesus verschlang den Tod; und Jesus triumphierte über die Sünde.

3. Welche Hoffnung er uns gibt
Die Auferstehung Jesu ist das zentrale Ereignis in unserer Geschichte, die uns mit Hoffnung erfüllt. Kein anderes Ereignis, keiner andere Nachricht ist so zentral wichtig. John Orberg sagte folgendes über den Ostersonntag: „Der Sonntag ist der großartigste Tag in der Geschichte der Welt. Am Sonntag wurde ein Stein weggerollt. Niemand hat den Sonntag kommen sehen. Der Sonntag war ein Tag von solch unerwarteter, den Tod trotzender, das Grab besiegender, die Angst zerstörender, Freude bringender, Leben spendender, transzendenter Hoffnung, dass die Welt immer noch nicht darüber hinweggekommen ist. Pfingstler jubeln noch immer darüber, Charismatiker tanzen noch immer deswegen, Baptisten sagen immer noch „Amen“ dazu, UBFler studieren es noch immer, und Anglikaner stoßen noch immer mit Rotwein darauf an.“
John Ortberg spricht von transzendenter Hoffnung. Welche Hoffnung können wir hier mitnehmen? In Vers 58 schreibt der Apostel: „Daher, meine geliebten Brüder und Schwestern, seid standhaft und unerschütterlich, seid stets voll Eifer im Werk des Herrn und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist!“ Die Hoffnung ist, dass unsere Arbeit im Herrn nicht vergeblich ist. Wir wollen uns kurz die Zeit nehmen, das ein wenig durchzudenken.
Greg Boyd erzählte in einer Predigt davon, wie er mit einem Atheisten eine öffentliche Debatte über die Auferstehung hatte. Nach der Debatte kam eine Frau auf ihn zu, die nicht gläubig war. Auf der einen Seite glaubte wollte sie nicht daran glauben, dass es nach dem Tod noch irgendetwas gibt. Aber auf der anderen Seite hatte manches, was Boyd gesagt hatte, ihr zu denken gegeben. Und Boyd, der Philosoph, zeigte ihr, dass ohne die Auferstehung alles sinnlos ist. Er gebrauchte dabei folgende Illustration. Im Jahr 1917 kam es zur Oktoberrevolution in Russland. Die kommunistischen Bolschewiki unter der Führung von Lenin ergriffen die Macht. Es folgte ein schlimmer Bürgerkrieg, bei dem Millionen von Menschen ums Leben kamen. Millionen von Menschen sind für den Kommunismus gestorben. Aber hier ist das Tragische: der Kommunismus selbst ist ebenfalls eine Idee, die gescheitert ist. Hier war deshalb Boyds Frage: rein geschichtlich betrachtet, würdest du nicht sagen, dass die Millionen von Menschen, die bei der Revolution ums Leben gekommen sind, umsonst gestorben sind? Weil das, wofür sie lebten und starben, keine bleibende Zukunft hatte?
Und als sie die Frage bejahte, war die Folgefrage: ist dann nicht jede andere Sache, für die wir leben, genauso sinnlos, weil wir am Ende alle sterben? Warum z.B. würdest du jemanden helfen wollen, wenn er eines Tages sterben wird und deshalb nichts dauerhaft von deiner Hilfe hat? Und nicht nur er stirbt, alle seine geliebten Menschen werden sterben, seine Kinder werden sterben, du selbst wirst sterben, alle werden sterben, wenn die Erde stirbt, wenn die Sonne stirbt in einem langsam vor sich hinsiechenden Universum? Sind wir am Ende nicht alle Verlierer?
Ohne die Auferstehung sind wir alle Verlierer. (Das haben wir auch gestern durch die Predigt gestern gelernt). Paulus schreibt: „Daher, meine geliebten Brüder und Schwestern, seid standhaft und unerschütterlich, seid stets voll Eifer im Werk des Herrn und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist!“ Weil Jesus von den Toten auferstanden ist, ist nichts von dem, was du im Herrn tust vergeblich. Du liest mit einer anderen Person die Bibel? Es ist nicht vergeblich. Du bringst einem Kind Lesen und Schreiben bei? Es ist nicht vergeblich. Du evangelisierst in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz, unter Freunden? Es ist nicht vergeblich. Du pflegst deine kranken Angehörigen? Es ist nicht vergeblich. Du betest für Heilung, für Erweckung, für die Wiederherstellung von zerbrochenen Beziehungen. Es ist nicht vergeblich. Deine Arbeit im Hernn, egal ob du Taxifahrer, Buchhalter, Kindergärtner, Verkäufer oder Manager bist, ist nicht vergeblich. Du bepflanzt einen Garten. Es ist nicht vergeblich. Du gehst mit deinem Ehepartner auf ein Date. Es ist nicht vergeblich. Nichts von dem, was du im Herrn tust, ist vergeblich. Alles, was du im Herrn tust, hat seinen Wert, hat seinen Platz, hat seine bleibende, ewige Bedeutung.
N.T. Wright, der sich produktiver mit dem Thema der Auferstehung auseinandergesetzt hat als alle anderen heute lebenden Theologen, hat folgendes geschrieben: „Wie Gott unser Gebet, unsere Kunst, unsere Liebe, unser Schreiben, unser politisches Engagement, unsere Musik, unsere Ehrlichkeit, unsere tägliche Arbeit, unsere Seelsorge, unseren Unterricht, unser ganzes Selbst annehmen wird – wie Gott all dies aufnehmen und seine vielfältigen Fäden zu dem herrlichen Gemälde seiner neuen Schöpfung verweben wird, davon können wir derzeit keine Vorstellung haben. Dass er dies tun wird, ist Teil der Wahrheit der Auferstehung und vielleicht einer der tröstlichsten Aspekte von allen.“ Das ist die Hoffnung, die wir durch die Auferstehung Jesu bekommen. Und wie wir wissen ist ein wenig Hoffnung eine gefährliche Sache.
Craig Bloomberg schreibt in seinem Kommentar: „Die Auferstehung verdeutlicht vier grundlegende Prinzipien, die das gesamte Leben prägen: Die Wahrheit ist stärker als die Lüge, das Gute ist stärker als das Böse, die Liebe ist stärker als der Hass und das Leben ist stärker als der Tod.“
R. hatte zu mir gemeint, dass das Orgateam mich als Prediger für diesen Gottesdienst vorgeschlagen hatte, weil ich zum Schluss die Anwendungen der Lehre weitergeben soll. Ich tue mich mit konkreten Anwendungen etwas schwer, weil es so viele verschiedene gibt; und weil jeder von euch mit unterschiedlichen Herausforderungen und Problemen zu tun hat. Wir wollen zum Schluss folgendes machen. Wir beginnen einen Satz mit folgenden Worten: „Weil Jesus von den Toten auferstanden ist, …“ Und dann wollen wir uns ein paar Minuten Zeit nehmen, diese Satz für uns zu Ende zu formulieren. Hier sind zwei Beispiele: „Weil Jesus von den Toten auferstanden ist, brauche ich keine Angst mehr vor der Abschlussprüfung zu haben… weil Jesus von den Toten auferstanden ist, will ich mit Gott keine halben Sachen mehr machen; ich will ihm mein ganzes Leben geben, ich will nichts mehr zurückhalten…“
Falls du nicht an die Auferstehung Jesu glauben kannst, falls du noch auf der Suche nach Gott bist, kannst du gerne den Satz mit folgenden Worten beginnen: „Wenn Jesus wirklich von den Toten auferstanden sein sollte, …“

 

 

 

 

David Garland: “The point is this: If there is a natural body represented by the first Adam in sown body, then there must be a spiritual body represented by the last Adam, the risen Christ. The first is appropriate for existence in creation; the second will be appropriate for existence in the world to come.”

Craig Bloomberg: “the resurrection demonstrates four sweeping principles that affect all of life: truth is stronger than falsehood, good is stronger than evil, love is stronger than hatred, and life is stronger than death.”

N T Wright: “How God will take our prayer, our art, our love, our writing, our political action, our music, our honesty, our daily work, our pastoral care, our teaching, our whole selves – how God will take this and weave its varied strands into the glorious tapestry of his new creation, we can at present have no idea. That he will do so is part of the truth of the resurrection, and perhaps one of the most comforting parts of all.”

William Barber: “Jesus came down from heaven. But he was born among the rejected. He came in the form of a servant. He lived among the rejected. He ministered among the rejected. He died and was crucified as rejected. […] But early Sunday morning, from the grave he led a resurrection revival: a revival of love; a revival of justice; a revival of mercy; a revival of grace. And that same power is available to the rejected today: revival power; resurrection power; love power; mercy power; telling the truth power.”

John Ortberg: “Sunday is the greatest day in the history of the world. On Sunday, a stone was rolled away. Nobody saw Sunday coming. Sunday was a day of such unexpected, death-defying, grave-defeating, fear-destroying, joy-producing, live-giving, transcendant hope that the world has still not gotten over it. Pentecostals are still shouting about it, Charismatics are still dancing because of it, Baptists are still amening it, Presbyterians are still studying it, Episcopalians are still toasting it with Sherry.”