Predigt: Johannes 9,8 – 41

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Umgang mit dem Licht der Welt

Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf dass die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden

(Johannes 9,39)

Letzte Woche wurde der erste Teil über die Geschichte von der Heilung des Blindgeborenen gepredigt. Ich werde heute über den zweiten Teil predigen. Ich muss sagen, dass mein Vorgänger den besseren Teil vom Kuchen abbekommen hat. Denn im ersten Teil der Geschichte geht es viel um Jesus, in meinem Teil viel um den Unglauben der Juden zur Zeit Jesu. Naja, deswegen möchte ich zumindest zu Beginn noch einmal das Wichtigste aus den ersten Versen zusammenfassen. In den ersten Versen offenbart sich Jesus erneut als das Licht der Welt. Jesus ist derjenige, der Menschen geistliches Sehvermögen schenken kann. Mit dem Hinweis, dass Siloah – Gesandter bedeutet, macht Johannes deutlich, dass Jesus selbst unser Siloah ist: Er wurde von Gott gesandt, um uns die Augen über Gott zu öffnen. Jesus ist unser Siloah! Er kann unsere Augen von jeglicher Blindheit befreien. Die Einfachheit, wie Jesus den Blinden heilte, zeigt, dass es für Jesus gar kein Problem ist von geistlicher Blindheit zu heilen. Jesus kann es nicht nur, sondern er tut es auch sehr gerne. Jesus heilte den Blinden aus völliger Eigeninitiative. Es war ja nicht so wie bei den zwei Blinden bei Jericho. Er schrie nicht: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Mk 10, 47). Jesus ging einfach auf ihn zu und heilte ihn. Aber das war nicht alles. Er brachte sich dabei sogar selbst in Lebensgefahr, indem er am Sabbat einen Brei herstellte. Jesus kann und will sehr gerne jedem geistliches Sehvermögen geben, denn er ist das Licht der Welt. Aber umso mehr sollten wir uns die Frage stellen: „Wenn Jesus geistliches Sehvermögen geben kann und es auch sehr sehr gerne tut, warum, warum gibt es aber trotzdem noch so viele Menschen, die geistlich blind sind?“ Der restliche Teil von der Geschichte gibt uns eine Antwort auf diese Frage. Wir wollen uns mit ihm wie immer anhand von drei Fragen auseinandersetzen. In dem Leitwort spricht Jesus von Sehenden, die blind werden, und von Blinden, die sehend werden. Ich habe drei Fragen danach orientiert: 1. Warum können Sehende blind werden? 2. Warum bleiben viele Blinde blind? Und 3. Wie können Blinde sehend werden? Die folgenden drei Teile geben eine Antwort auf jeweils eine der drei Fragen.

Teil I: Der Unglaube der Pharisäer (V. 8 – 26)

In den Versen 8 – 12 erfahren wir, wie das Wunder an die Öffentlichkeit kam. Es fällt auf, dass Johannes ziemlich ausführlich darüber schreibt. Eigentlich berichtet Johannes nur das, was er für erwähnenswert hielt. Zum Beispiel berichtet er kein Sterbenswort über die Freude der Eltern über die Heilung ihres Sohnes. Mit Sicherheit haben sich die Eltern sehr gefreut. Aber Johannes hielt es nicht für erwähnenswert. Warum hielt Johannes aber die Reaktionen der Leute auf das Wunder für so erwähnenswert? Wenn wir diesen Abschnitt lesen, bekommt man den Eindruck, dass das Volk überfordert war das Wunder einzuordnen. Was sollten sie von diesem Wunder denken? Wie sollten sie es beurteilen? Was sie dann machen, ist sehr bemerkenswert. In ihrer Ratlosigkeit schickten sie den geheilten Mann zu den Pharisäern. Warum zu den Pharisäern? Die Pharisäer galten sozusagen als die Fachmänner für geistliche Dinge. Sie waren sozusagen die Meinungsbildner in geistlichen Angelegenheiten. Die Pharisäer sollten die ganze Sache beurteilen. Sie sollten sagen, wie man über dieses Wunder zu denken hat. Also, was Johannes wohl in diesem Abschnitt aufzeigen will, ist, dass die Pharisäer als die Leute mit geistlichem Durchblick galten. Sie waren die geistlich Sehenden. Sie sahen sich selbst als Sehende und sie wurden als die Sehende anerkannt. Einst waren die Pharisäer wirklich geistlich Sehende gewesen. Die Pharisäer gingen aus der nachexilischen, jüdischen Bewegungen hervor, die eine Absonderung von heidnischen Einflüssen anstrebten. Später, im 2. Jh. v. Chr. (Antiochus IV. Epiphanes), wandten sie sich entschieden gegen die Hellenisierung. Ihr Leben sollte allein von den bewährten Überlieferungen: das Gesetz, die Propheten und die Schriften bestimmt werden. Die Pharisäer hatten einen geistlichen Anfang gehabt. Sie waren erweckte Leute gewesen, geistlich wache Menschen, eben geistlich Sehende!

Doch wie konnten ausgerechnet sie blind werden? Dies wird uns klar, wenn wir den Verlauf der Untersuchung des Wunders durch die Pharisäer näher betrachten. Die Untersuchung durchläuft drei Phasen: Zuerst befragen sie den geheilten Mann, dann seine Eltern und dann nochmal den geheilten Mann. Die erste Phase von V. 13 – 16 zeigt, was bei den Pharisäern auf dem Spiel stand: Es ging um die Frage des Sabbats. Dass Jesus ausgerechnet den Mann mit der Herstellung eines Breis heilte, war ein krasser Verstoß gegen ihr Verständnis des Sabbatgebots. In den Augen der Pharisäer war das keine kleine Sache. In Joh 5,16, wo es um die Heilung des Gelähmten ging, heißt es: Darum verfolgten die Juden Jesus, weil er dies am Sabbat getan hatte. Johannes erklärt hier, dass der angebliche Sabbatbruch Jesu der Anlass war, warum die Pharisäer Jesus verfolgten. Die Pharisäer nahmen den Sabbat sehr ernst, todernst. Der Sabbat hatte einen wichtigen Platz in der Frömmigkeit der Pharisäer. Er war in der Frömmigkeit der Pharisäer keine Nebensache. Als Jesus am Sabbat den Brei herstellte, war das ein heftiges Rütteln an der Frömmigkeit der Pharisäer. Das Wunder Jesu bewirkte sozusagen einen tiefen Riss in die Frömmigkeit der Pharisäer. Es stellte sie in Frage. Letztendlich zielte die Frage nach der Echtheit des Wunders darauf ab: „Entweder ist Jesus total verkehrt oder wir sind total verkehrt. Wenn dieses Wunder echt ist, wenn dieses Wunder wirklich von Gott kommt, dann bedeutete es automatisch, dass wir mit all unseren Satzungen über den Sabbat total falsch liegen.“

Wie gingen die Pharisäer mit dieser Spannung um? Betrachten wir Vers 16. Das erste, was die Pharisäer versuchten, war es, die Tatsache des Wunders zu ignorieren. Sie sagten einfach: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Was sie eigentlich sagten, war: „Dieser Mensch kann nicht von Gott sein; dieser Mensch darf nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält.“ Das Wunder der Heilung ließen sie einfach unbeachtet. Aber das war so eine krasse Ignoranz gegenüber dem Wunder, dass selbst ein Teil der Pharisäer zugeben musste: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Das Wunder einfach so ignorieren, ging also nicht. Was machten die Pharisäer dann? Im Vers 17 erfahren wir, dass die Pharisäer den Geheilten nach seiner Meinung über Jesus fragen. Wahrscheinlich hatten sie sich erhofft, dass er Jesus als fragwürdig darstellt. Aber das ging voll in die Hose. Der Geheilte hielt Jesus für einen Propheten. Auch das funktionierte also nicht. Was machten sie dann? Wenn schon an Jesus nichts Schlechtes gefunden werden konnte, so musste doch zumindest etwas an dem Wunder nicht in Ordnung gewesen sein. Hierzu gab es zwei Möglichkeiten: a) Der Mann war in Wirklichkeit gar nicht blind. Es war ein anderer. Das Wunder war sozusagen nur ein Fake. b) An der Art und Weise, wie der Mann geheilt worden ist, lässt sich etwas finden; z.B. dass man es irgendwie natürlich erklären kann oder dass sich dahinter Zauberei verbirgt u.Ä. Die Pharisäer stellten den Eltern daher im Vers 19 zwei Fragen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend? Aber auch die Eltern konnten den Pharisäer nicht weiterhelfen. Es konnte einfach nicht geleugnet werden, dass der Mann wirklich ihr Sohn war, der zuvor blind gewesen ist. Die andere Frage wollten sie ja aus Angst nicht beantworten (hierzu später im zweiten Teil). So standen die Pharisäer wieder am Anfang.

Was machten sie dann? Im Vers 24 erfahren wir, dass sie den geheilten Mann wieder befragten. Ihre Vorgehensweise wiederholt sich: Entweder musste etwas an Jesus oder an dem Wunder gefunden werden. Sie nötigen ihn regelrecht dazu, Jesus zu verleumden. Es durfte einfach nicht sein, dass Jesus von Gott ist. Aber der geheilte Mann erfüllt ihre Erwartung nicht. Stattdessen legte er ein klares Zeugnis ab: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: dass ich blind war und bin nun sehend (V. 25). Dann musste doch wenigstens etwas an dem Wunder sein. Also stellen die Pharisäer den Blindgeborenen erneut die Frage: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan? (V. 26) Aber der geheilte Mann war nicht mehr bereit, auf die Frage der Pharisäer zu antworten. Stattdessen fängt er an, sie zurechtzuweisen. Der Mann merkte also, dass die Pharisäer es einfach nicht verstehen wollen. Die gesamte Untersuchung der Pharisäer macht eine Sache ganz deutlich: Sie wollten das Wunder einfach nicht wahrhaben.

Zurück zur Frage: Wie konnten ausgerechnet die Pharisäer, die einst Sehende waren, geistlich blind werden? Nachdem wir ihre Untersuchung des Wunders betrachtet haben, ist die Antwort ganz klar: Sie widerstanden der Wahrheit. Jesus hatte ihnen ein ganz „helles Licht“ gegeben. Er hätte den Blinden mit einem Wort heilen können. Aber er heilte ihn absichtlich mit der Herstellung eines Breis. Damit verkörperte der geheilte Blindgeborene eine ganz klare Botschaft: „Eure gesamte Frömmigkeit um den Sabbat ist falsch.“ Mit einem Blinden, der sehend geworden war, wollte Jesus denjenigen helfen, die einst sehend waren und nun blind geworden waren. Der geheilte Blindgeborene, der eine klare Botschaft verkörperte, stand direkt vor ihren Augen. Das war ein ganz „helles Licht“, welches Jesus ihnen gegeben hatte. Aber die Pharisäer widerstanden diesem Licht willentlich. Sie taten es, weil es ihre gesamte Frömmigkeit um den Sabbat als verkehrt hinstellte. Das wollten sie nicht anerkennen.

Um noch einmal auf die Frage zurückzukommen, „Wie kann es sein, dass Sehende blind werden?“: Immer dann, wenn Menschen, die einst erweckt waren bzw. die einst sehend waren, sich gegen bestimmten Offenbarungen Gottes wehren bzw. nicht wahrhaben wollen – solche stehen in der Gefahr, geistlich blind zu werden. Dieses Phänomen hat sich in der Kirchengeschichte häufige Male wiederholt.

In dem Text werden mindestens zwei Kennzeichen von Menschen genannt, die einst sehend waren und nun blind geworden sind. Das erste Kennzeichen sehen wir in den Versen 28 und 29. Die Pharisäer beriefen sich ständig auf Mose. Mit anderen Worten sie beriefen sich auf ihre Tradition und Geschichte. Diese ständige Berufung auf Tradition und Geschichte ist wirklich ein typisches Kennzeichen von Menschen oder Gemeinden, die einst sehend und nun blind geworden sind. Das zweite Kennzeichen ist in den Versen 29 und 30 zu finden. Das Wort „wissen“ taucht hier mehrmals auf. Übrigens im ganzen Text kommt dieses Wort sehr häufig vor. Das ist bestimmt kein Zufall: „Sehen“ und „Wissen“ sind eng miteinander verbunden. Verinnerlichtes, geistliches Wissen ist die Folge vom geistlichen Sehen (bzw. Erkenntnis).

Aber zurück zu den Versen 29 und 30. Die Pharisäer behaupteten zu wissen, dass Gott mit Mose geredet hat. Aber das war nur ein theoretisches Wissen. Wäre dies ein verinnerlichtes Wissen gewesen, dann hätten sie verstanden, dass Gott gerade auch durch Jesus redet. Deswegen sagte Jesus einmal zu den Juden: der euch verklagt, ist Mose, auf den ihr hofft (Joh 5,45). Andererseits behaupteten die Pharisäer etwas nicht zu wissen, was sie sehr wohl wussten. Sie behaupteten nicht zu wissen, woher Jesus komme. Aber schon Nikodemus musste zugeben: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Das stimmte einfach nicht. Die Pharisäer konnten sehr wohl wissen, woher Jesus kommt. Der geheilte Mann weist sie daher zurecht: Das ist verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist; und er hat meine Augen aufgetan. Das zweite Kennzeichen von blindgewordenen Menschen ist also: Sie behaupten etwas zu wissen, das sie nicht in Wirklichkeit wissen, und sie leugnen etwas zu wissen, dass sie sehr wohl wissen. Kennt ihr solche Leute, die sobald man ihnen von seinen Entdeckungen aus der Schrift erzählt, immer sagen: „Ich weiß nicht…“. Das muss zwar nicht, kann aber ein Symptom dafür sein, dass man der Wahrheit widersteht.

Anstelle Buße zu tun, schwelgten die Pharisäer weiterhin an ihrer Selbstgefälligkeit. Heuchlerisch fragten sie Jesus: Sind wir denn auch blind? (V. 40). Dann gab ihnen Jesus eine deutliche Antwort: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde (V. 41). Geistlich blind muss nicht unbedingt ein Problem sein. Von Natur sind wir alle blind, was Gott angeht. So gesehen sind wir alle Blindgeborene. Selbst die Jünger waren in gewisser Weise blind. Das zeigt ihre Frage ganz am Anfang des Textes (V. 2). Sie gingen von einer völlig falschen Absicht Gottes bzgl. der Blindheit des Mannes aus (V. 3). Gott hatte etwas ganz anderes vor, als sie dachten. Jesus konnte den Jüngern helfen, Gott Stück für Stück besser kennenzulernen. Ebenso kann Jesus jedem „Blindgeborenen“ helfen. Wenn aber Menschen behaupten, sehend zu sein, obwohl sie blindgeworden sind, dann machen sie sich schuldig und unfähig für Jesu Hilfe.

Zur Zeit Jesu glaubte man, dass blindgeboren sein ein Gericht Gottes sei (daher die Frage der Jünger zu Beginn des Textes). Aber V. 39 macht deutlich, dass nicht blindgeboren, sondern blindgeworden ein Gericht Gottes ist!

Jede Gemeinde, jeder einzelne Christ steht in der Gefahr, aus einem geistlich Sehenden zu einem geistlich Blinden zu werden. Wir sollten uns daher diese Fragen stellen: Gibt es bestimmte Offenbarungen Gottes, gegen die ich mich sträube, die ich wie die Pharisäer einfach nicht wahrhaben will, einfach weil sie mir nicht passen? Treffen auf mich jene zwei Kennzeichen zu? Wenn das der Fall sein sollte, erkenne an, dass du geistlich blind bist, auf dass der Herr dir Augenlicht geben kann.

Die Pharisäer sind ein typisches Beispiel dafür, wie einst Sehende blind geworden sind. Die Eltern des Blindgeborenen sind hingegen ein typisches Beispiel für Blinde, die blind bleiben. Lasst uns das im zweiten Teil betrachten.

Teil II: Der Unglaube der Eltern (V. 18 – 23)

Mit dem Wunder hatte das Licht Jesu nicht nur in das Leben des Blindgeborenen, sondern auch in das Leben der Eltern hineingeleuchtet. Die Heilung ihres Sohnes hätte ein wunderbarer Anlass werden können, zum Glauben an den Herrn zu kommen. Wie gingen die Eltern aber mit diesem Licht um? Lasst uns hierzu einmal die Antwort der Eltern in den Versen 20 und 21 genauer anschauen. In diesen zwei Versen taucht das Wort „wissen“ mehrfach auf. Zuerst sagen die Eltern: „Wir wissen“, dann sagen sie zwei Mal hintereinander „wir wissen nicht“. Das zeigt etwas ganz Entscheidendes, wie sie mit dem Licht Jesu umgegangen sind. Zum einen können sie einfach nicht leugnen, dass etwas Wundersames mit ihrem Sohn passiert ist. Sie sagen: „Wir wissen“. Aber gleich, in dem nächsten Moment sagen sie „Wir wissen nicht“. Das zeigt, dass sie das Licht vertuschten. Sie wussten sehr wohl, von wem ihr Sohn geheilt worden war und wie Jesus ihn geheilt hatte. Ihr Sohn hatte es ja öffentlich gemacht und sie gehörten bestimmt zu den ersten, die das erfahren hatten. Aber anstelle es zu bekennen, sagten sie zwei Mal „Wir wissen nicht“. Warum vertuschten sie das Licht? Johannes nennt den Grund in Vers 22. Die Eltern fürchteten sich vor den religiösen Leitern. Die religiösen Leiter hatten beschlossen, jeden aus der Synagoge hinauszuwerfen, der Jesus als den Christus bekennt. Aus der Synagoge ausgestoßen zu werden, war eine sehr bittere Angelegenheit. Es bedeutete nicht einfach nur, nicht mehr die Synagoge besuchen zu dürfen. Jemand, der aus der Synagoge ausgestoßen war, war in der jüdischen Gesellschaft stigmatisiert. Mit einem Mal wollte niemand mehr was mit ihm zu tun haben. Das hatte sicherlich auch große Beeinträchtigungen auf die Ausübung des Berufes gehabt. Stell dir vor, du erfährst im engsten, vertrautesten Kreis, da wo du deinen sozialen Platz und Annahme gefunden hast, auf einmal die totale Verachtung und Ablehnung. Das ist schon hart. Trotzdem ist das nicht wert, das Licht zu vertuschen. Deren Sohn ist gerade hierfür ein Beispiel. Auch wenn er am Ende niemanden mehr hatte, er hatte Jesus und das reicht! Den Eltern war es lieber als Unwissende zu gelten, als zu sozialen Außenseitern zu werden. Mit anderen Worten, sie hatten offenbar gar kein Problem damit, geistlich blind zu sein. Das sie zwei Mal sagten: „Wir wissen nicht“ passt wirklich gut zu ihnen. Sie waren geistlich blind und sie blieben auch geistlich blind.

Am Beispiel der Eltern lernen wir also, dass Menschenfurcht dazu führt, dass man das Licht vertuscht. Die natürliche Folge davon ist, dass man geistlich blind bleibt. Ist ja klar, warum sollte einer, der das Licht vertuscht bzw. gar nicht wirklich haben will, mehr Licht bekommen? Die Frage, die man sich daher stellen sollte, ist: Wie wichtig ist es mir, an geistlichem Sehvermögen zuzunehmen? Setzt die Menschenfurcht auch in meinem Leben dem Licht eine Grenze, sodass ich es vertusche?

Nachdem wir den Unglauben der Pharisäer und den Unglauben der Eltern betrachtet haben, wollen wir uns den Glauben des Blindgeborenen anschauen. Der Blindgeborene ist ein Beispiel für Blinde, die sehend werden.

Teil III: Der Glaube des Blindgeborenen (V. 24 – 41)

Im Laufe der Geschichte nimmt der geheilte Mann immer mehr an geistlichem Sehvermögen zu. Zuerst war Jesus für den Blindgeborenen nur der Mensch, der Jesus heißt (V.11). Dann erkennt er in Jesus einen Propheten (V. 17). Einen weiteren Moment seiner Entwicklung sehen wir in Vers 38: Herr, ich glaube. Und er betete ihn an. Jetzt ist Jesus nicht mehr nur ein Prophet. Der Blindgeborene erkennt in Jesus den Messias. Er fing an Jesus anzubeten. Jesus war für ihn zum Gott geworden. Diese drei Momente der Entwicklung seines Glaubens sind nicht als Stufen (wie bei eine Treppe) zu verstehen, sondern eher als einen Prozess mit fließenden Übergängen zu verstehen. In den Versen 31 bis 33 sehen wir zum Beispiel wie der Blindgeborene Jesus mit aller Entschiedenheit vor den Pharisäern verteidigt und im Kauf nimmt, aus der Synagoge ausgestoßen zu werden. Das zeigt, dass der Anbetungsglaube bereits in dem Mann keimte.

Wie auch immer, jedenfalls zeigen diese drei Momente, dass der Blindgeborene von einem geistlich blinden Menschen zu einem geistlich sehr klar sehenden Menschen verändert wurde. Wie konnte das geschehen? Einfach gesagt, der Mann rebellierte nicht gegen das Licht (wie die Pharisäer), er vertuschte das Licht nicht (wie die Eltern), sondern er reagierte auf das Licht, das Jesus ihm gegeben hatte. So konnte ihm Jesus mehr und mehr Licht geben.

Als Jesus dem Blindgeborenen zum ersten Mal begegnete, reagierte der Mann ohne Wenn und Aber auf Jesu Wort, obwohl Jesus es ihm nicht einmal begründet hatte, warum er zum Teich Siloah gehen sollte. Medizinisch gesehen, machte Jesu Auftrag keinen Sinn. Offenbar hatte der Mann von Jesus schon gehört, weswegen er später sagte: Der Mensch, der Jesus heißt. Er hatte ein wenig Licht. Er reagierte auf dieses Licht, indem er Jesu Befehl ohne Wenn und Aber gehorchte.

Als der geheilte Mann das Wunder erlebt hatte, fing er an, über Jesus nachzudenken. Dies sehen wir in den Versen 31 bis 33. Das Wunder regte den Blindgeborenen dazu an, vernünftige und logische Schlussfolgerungen über Jesus zu ziehen: Jesus konnte kein Sünder sein. Er musste ein gottesfürchtiger Mensch sein. Er musste ein Mensch sein, der von Gott kommt. Auch hier sehen wir wieder, dass der Blindgeborene auf das Licht reagierte, indem er über das Wunder nachdachte. Seine Reaktion auf das Licht zeigt sich aber auch noch auf eine andere Weise. Das, was er mit Jesus erlebt hatte; das, was er über Jesus erkannt hatte, das bekannte er auch, anstelle es zu vertuschen. Er tat das, obwohl ihn das in große Gefahr brachte. Gerade das zeigt, wie gut er auf das Licht reagiert hatte.

Wie wir wissen, wurde der Blindgeborene aus der Synagoge ausgestoßen. Spätestens jetzt hätte er sagen können: „Jesus bringt mir nur Probleme mit Menschen ein. Ich lasse diese ganze Sache mit Jesus lieber sein!“. In solchen Momenten kann es leicht sein, dass man nicht mehr bereit ist, weiter auf das Licht zu reagieren. Aber der Blindgeborene war anders. Als Jesus dem Blindgeborenen zum zweiten Mal begegnete, sagte der Blindgeborene: Herr, wer ist’s, auf dass ich an ihn glaube? Der Blindgeborene war für die Wahrheit nach wie vor total offen. Er war bereit, Jesus als den anzuerkennen, der Er ist, unabhängig davon, was das für Konsequenzen für ihn hätte. Jesus wurde immer mehr zu einem sozialen Außenseiter (vgl. Joh 7,20). Aber der Blindgeborene war bereit, den als Messias anzuerkennen, wer der auch sein möge. Als der Blindgeborene so gut auf das Licht reagiert hatte, konnte Jesus ihm weiteres Licht geben. Jesus gab ihm eine ganz klare Antwort: der mit dir redet, der ist’s. Der Blindgeborene konnte nun Jesus ganz klar sehen: Jesus ist Gott selbst! Hierfür musste der Mann nur vor dem Licht kapitulieren. Alles andere hat Jesus getan. Wir können vom Anfang bis zum Ende der Geschichte sehen, dass Jesus dem Blindgeborenen sehr entgegen kam. Wie schon in der Einleitung erwähnt, hatte der Blindgeborene Jesus nicht einmal darum gebeten, ihn zu heilen. Jesus heilte den Mann von sich aus. Später als er geheilt wurde, ging der Mann nicht wieder zu Jesus. Selbst als er aus der Synagoge ausgestoßen wurde, ging er nicht zu Jesus. Jesus war es, der den Blindgeborenen aufgesucht hatte. Jesus war es, der ihm mit der Frage: Glaubst du an den Menschensohn? zu einem tieferen Glauben verholfen hat. Jesus kommt denen, die auf das Licht gut reagieren, sehr sehr entgegen. Er gibt ihnen sehr gerne mehr geistliches Sehvermögen.

Jesus möchte auch unser Sehvermögen sehr gerne verbessern. Er ist ja das Licht der Welt. Es gehört ja zu seinem Wesen, uns geistliches Augenlicht zu geben. Daher sollte man sich fragen, wie man mit dem Licht, das man bekommen hat, umgeht? Widersteht man dem Licht wie die Pharisäer, vertuscht man das Licht wie die Eltern oder kapituliert man davor wie der Blindgeborene. Wenn wir auf das Licht mit einem offenen Herzen reagieren, wird sich unser Glaube mehr und mehr zu einem Glauben verändern, der Jesus anbetet.

Als der Mann vor Jesus niederfiel und ihn anbetete, sagte Jesus nicht: „Hey, das ist doch nicht nötig. Wegen mir brauchst du keine Probleme mit den religiösen Leitern zu haben. Danke, aber das brauchst du nicht für mich zu machen.“ Nein, Jesus nahm diese Anbetung an. Was für ein schönes Bild: Der Mann fiel vor Jesus nieder. Und Jesus blieb vor ihm stehen. Es ist, als ob Jesus sagen würde: „Ich bin es würdig! – deine Verspottung, dein Rausschmiss, deine Anbetung – dein alles bin ich würdig!“ Und es ist, als ob der Mann sagen würde: „Auch wenn ich niemanden mehr habe, Hauptsache ich habe dich! Das ist völlig genug!“

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Predigt: 3. Johannes 1, 1 – 14

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Wahrheit und Freundschaft

„Der Älteste an den lieben Gaius, den ich lieb habe in der Wahrheit.“ (1)

Heute betrachten wir den letzten der drei Johannesbriefe. Während der erste Brief wohl für mehrere Gemeinden gedacht war und daher eher allgemein ist, ist der 2. Johannesbrief schon persönlicher, da er an eine Herrin und ihre Kinder geschrieben ist, womit wohl eine bestimmte Gemeinde gemeint war. In beiden Briefen ermahnt und ermutigt Johannes die Empfänger wiederholt dazu, die Brüder zu lieben bzw. einander lieb zu haben. Den 3. Brief hat Johannes an einen Freund namens Gaius geschrieben, den er in der Wahrheit liebte und dessen praktische Bruderliebe er lobte. So zeigt sich in diesem Brief Johannes‘ Botschaft noch persönlicher und gibt uns ein anschauliches Beispiel für christliches Leben und Bruderliebe. Möge Gott jeden durch diese Botschaft segnen!

Johannes beginnt mit den Worten: „Der Älteste an den lieben Gaius, den ich lieb habe in der Wahrheit“ (1). Er stellte sich auch in diesem Brief schlicht als „der Älteste“ vor. Es gab damals viele Älteste, da in allen Gemeinden Älteste eingesetzt wurden. Johannes hätte sich als der Apostel Jesu Christi vorstellen können. Dass er sich aber nur als „der Älteste“ vorstellte, drückt seine Demut aus und passt zu dem sehr persönlichen Ton in diesem Brief.

Er schreibt „an den lieben Gaius“. Wir wissen nicht genau, wer Gaius war. Vermutlich war er ein leitender Mitarbeiter in einer der Gemeinden in Kleinasien. Wir erfahren aber doch viel über Gaius‘ Glauben, durch die Wertschätzung, die Johannes in diesem Brief für ihn zum Ausdruck bringt. Im Vers 1 nennt er ihn „den lieben Gaius, den ich lieb habe in der Wahrheit.“ Im Vers 2 schreibt er: „Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Stücken gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht.“ Johannes interessierte sich nicht nur für sein geistliches Wohl, sondern wünschte ihm, dass er auch gesund wäre und dass es ihm in allen Bereichen gut gehe. In jedem Vers bringt Johannes seine geistliche Liebe und Wertschätzung für ihn zum Ausdruck. Es war ein Brief an einen Freund, den er in der Wahrheit liebte und dem er wünschte, dass es ihm in allen Stücken gut gehe, so wie es seiner Seele gut ging.

Woher wusste er, dass es Gaius seelisch und geistlich gut ging? Er schreibt: „Denn ich habe mich sehr gefreut, als Brüder kamen und Zeugnis gaben von deiner Wahrheit, wie du wandelst in der Wahrheit. Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln“ (3.4). Johannes wusste, dass es Gaius‘ Seele gut ging, weil er von Brüdern gehört hatte, wie Gaius in der Wahrheit wandelte. Letzte Woche ging es in der Predigt u.a. darüber, was die Wahrheit ist. Einfach gesagt ist die Wahrheit, von der Johannes schreibt, Jesus Christus und sein Evangelium. Jesus ist der Schöpfer und die Quelle des Lebens. Er ist die Quelle aller wahren Erkenntnis und Gottes letztgültige Antwort auf unsere Fragen. Gaius kannte die Wahrheit nicht nur, sondern hatte sie bis dahin angenommen, dass er darin wandelte. Der Ausdruck in der Wahrheit zu „wandeln“, zeigt, dass die Wahrheit sein ganzes Leben prägte. Anders gesagt hatte er Jesus, sein Werk und seinen Willen so tief verinnerlicht, dass Jesus sein Denken, Reden und praktisches Leben bestimmte. Die Wahrheit prägte Gaius so sehr, dass Johannes von „deiner Wahrheit“ spricht.

Viele Menschen hören und wissen von der Wahrheit, aber sie nehmen sie nicht wirklich an. Viele nehmen die Wahrheit grundsätzlich an, aber nicht bis dahin, dass sie danach wandeln. Das ist ein sehr ernstes Problem. Jesus tadelte in seiner Bergpredigt die Menschen, die sein Wort nicht umsetzen: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“ (Lk 6,46) Johannes hatte so große Freude über Gaius, weil er nach der Wahrheit lebte. Wie sehr sein Leben mit Jesu Lehre und Willen übereinstimmte, zeigte sich konkret in seiner Gastfreundschaft, die er den Brüdern erwies, die für das Evangelium umher reisten. Diese Unterstützung für war sehr wichtig, da damals Christen bei den meisten Heiden nicht beliebt waren, insbesondere wenn sie umherzogen, um das Evangelium zu predigen. Aber Gaius nahm sie auf und geleitete sie weiter und gab ihnen dabei wohl auch Proviant und Ausrüstung mit, und drückt so seine Liebe zu den Brüdern aus. Dadurch drückte er praktisch seine Liebe zu Jesus und zur Verbreitung von Gottes Reich aus. Johannes freute sich so, dass Gaius in der Wahrheit wandelte, weil wahrer Glaube sich im praktischen Leben ausdrücken und damit übereinstimmen soll. – Wie stark ist euer Leben von der Wahrheit geprägt? Lasst uns danach streben, Männer und Frauen zu werden, die in der Wahrheit wandeln! Lasst uns beten, dass Gott uns hilft, die Wahrheit bis dahin zu begreifen, dass wir praktisch danach leben!

Betrachten wir noch einmal den ersten Abschnitt. Die ersten vier Verse bringen alle zum Ausdruck, wie sehr Johannes Gaius in der Wahrheit liebte. Sie zeigen ihre schöne geistliche Freundschaft, die sie pflegten und die auf der Wahrheit gründete. Jesus selbst war die Grundlage ihrer Freundschaft und derjenige, die sie miteinander verband.

Welche Bedeutung hat so eine geistliche Freundschaft für die Gläubigen? In der Bibel finden wir verschiedene Beispiele, die uns zeigen, wie schön und wertvoll geistliche Freundschaften sein können. Die Hauptperson vom ersten Buch der Bibel ist Abraham. Abraham wird in der Bibel „Gottes Freund“ genannt. Gott sagte in 1. Mose 18, dass er Abraham nicht verbergen könne, was er vorhat, da er doch ein großes und mächtiges Volk werden sollte. Der ewige Gott achtete Abraham als seinen Freund, dem er seine Absichten und Pläne vorab mitteilen will. Abraham konnte Gottes Freund werden, weil er Gott glaubte und sein Wort höher achtete als seine Gedanken, und seinem Wort gehorchte. Kurz gesagt, konnte Abraham Gottes Freund werden, weil Gott ihn so sehr liebte und weil Abraham Gottes Liebe vertraute und ihn mehr liebte als sich selbst.

Ein anderes Beispiel für geistliche Freundschaft finden wir in David und Jonatan. Obwohl Jonatan der Sohn des Königs war und David wegen seiner Beliebtheit im Volk als einen potentiellen Konkurrenten ansehen konnte, liebte er David mehr als sein eigenes Leben. Er setzte sich für ihn vor seinem Vater ein und riskierte dafür, von seinem Vater verstoßen oder gar getötet zu werden. Trotz dieses Risikos schlossen Jonatan und David miteinander einen Bund und schworen einander vor Gott die Treue bis zum Tod. Diese Freundschaft muss David in der schwierigen Zeit der Verfolgung durch Saul ungemein getröstet haben. Wie wertvoll diese Freundschaft für ihn war, kam zum Ausdruck, als Jonatan schließlich im Kampf starb und David um ihn trauerte und dabei bekannte, dass ihm Jonatans Liebe wundersamer war als Frauenliebe. Es gibt etliche weitere Beispiele für geistliche Freundschaften in der Bibel, zum Beispiel die von Daniel und seinen Freunden am Königshof.

Die wundersamste Freundschaft ist aber die von Jesus mit seinen Jüngern. Jesus nahm sie an und lebte täglich mit ihnen zusammen. Er liebte sie und lehrte sie die Wahrheit, vor allem die Liebe des Vaters und den Weg in sein Reich. Er sagte zu ihnen: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch hinfort nicht Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan“ (Joh 15,13-15). Jesus hat seine Jünger bis dahin geliebt, dass er für sie und uns am Kreuz sein Leben gab. Es ist das größtes Privileg und die wichtigste Sache, dass wir in der Freundschaft zu Jesus leben und in seiner Liebe bleiben. Aus der Liebesbeziehung Jesus kommt alles. Sie ermöglicht es uns auch, geistliche Freundschaften mit anderen Gläubigen zu haben. Wenn wir in Jesu Liebe bleiben und die Geschwister lieben, entstehen geistliche Freundschaften fast automatisch.

Johannes bezeichnete sich in seinem Evangelium oft als den Jünger, den Jesus lieb hatte. Er hatte die Liebe Jesu zu sich so tief angenommen, dass er das Gefühl hatte, als ob Jesus ihn allein auf der Welt geliebt hätte. Aber er nahm Jesu Liebe nicht nur für sich selbst an, sondern verstand, dass wir uns aufgrund dessen auch untereinander lieben sollen. So hat er in seinem ersten Brief die Christen immer wieder dazu ermutigt, sich untereinander zu lieben. Auch im zweiten Brief bat er die auserwählte Herrin und ihre Kinder darum, „dass wir uns untereinander lieben“ (2. Joh 1,5). Als er den dritten Brief schrieb, muss Johannes schon alt gewesen sein, vermutlich 70 oder 80 oder sogar 90 Jahre. Er muss in der Gemeinde in Ephesus, in der er wohl schon seit Jahrzehnten gewirkt hatte, viele geistliche Freunde gehabt haben. Aber dieser Brief zeigt, wie wichtig ihm die geistliche Freundschaft mit Gaius war, der in einer anderen Stadt lebte, wie sehr er sich bemühte, diese Beziehung zu pflegen. Er schrieb ihm, ermutigte ihn, warnte ihn und gab zu, wie sehr er selbst durch ihn erfreut und ermutigt wurde.

Geistliche Freundschaften sind so wichtig! Einen geistlichen Freund (bzw. geistliche Freundin) zu haben, ist unbeschreiblich wertvoll – jemanden, mit dem wir uns austauschen können, der uns annimmt, wie wir sind, und uns versteht, mit dem wir auch über unsere innersten Sorgen und Probleme reden können und sie gemeinsam vor Gott bringen können im Gebet. Das gilt, wenn bei uns alles gut läuft oder scheinbar gut läuft, und erst recht, wenn einer Schwierigkeiten hat oder in eine Krise gerät. Allgemein ist es wertvoll, Freunde zu haben. Aber Freundschaften in der Wahrheit haben eine andere Dimension– weil Jesus in der Mitte ist, weil er die Grundlage ist, weil seine Wahrheit in allem Orientierung gibt, weil seine Liebe Kraft gibt, den anderen treu geistlich zu lieben, und weil es in ihm in allen Situationen Hoffnung gibt. Geistliche Freundschaften haben eine andere Dimension, weil es letztlich um Jesus geht, darum, IHN mehr zu erkennen, ihm ähnlicher zu werden und ihn zu ehren, gerade auch durch das gemeinsame Reden und Beten, das einander Ermutigen und Begleiten in allen Lagen des Lebens.

Es ist ein großer Segen, dass wir miteinander solche Freundschaften haben dürfen. Wenn wir solche Freundschaften in Jesus haben, sollen wir Gott dafür danken; und sollten uns auch Zeit und Mühe geben, sie zu pflegen. Das entspricht dem Willen Gottes.

Wenn unsere Beziehung zu den Glaubensgeschwistern eher oberflächlich sind, wenn wir das Gefühl haben, keine geistlichen Freunde zu haben, sollten wir uns fragen, woran das liegt. Wir sollten uns fragen, inwieweit wir selbst in der Wahrheit leben; wie tief wir die Liebe Jesu selbst angenommen haben und inwieweit sein Gebot, dass wir uns untereinander lieben sollen, oder ob es uns an Liebe mangelt; ob wir die anderen in der Wahrheit sehen, aus der Sicht Jesu, mit seiner Liebe und Gnade, oder vielleicht mit Neid oder Kritik, was geistliche Freundschaften verhindert. Ob wir denn bereit sind, uns auf andere so, wie sie sind, einzulassen, und ob wir bereit sind, uns auch gegenüber anderen zu öffnen. Vielleicht sollten wir uns auch fragen, ob wir verstanden haben, wie wertvoll geistliche Freundschaften sind, und ob wir wirklich dafür offen sind.

Johannes‘ Freundschaft mit Gaius in der Wahrheit zeigt uns heute, dass geistliche Freundschaften ein wertvoller Teil des geistlichen Lebens sind, und ermutigt uns, uns danach geistlich auszustrecken. Möge Gott viele geistliche Freundschaften unter uns stiften und segnen!

Betrachten wir die Verse 9-11. In der Gemeinde gab es einen Mann namens Diotrephes. Der wollte unter ihnen der Erste sein, d.h. er hatte das Amt des Gemeindeleiters inne oder er strebte danach. Aber er wies Johannes und seine Mitarbeiter ab. Er wies auch die Brüder ab, die als Evangelisten von Ort zu Ort zogen und Unterkunft brauchten. Er ging sogar so weit, dass er über Johannes schlecht redete und die Gemeindeglieder, die andere Gläubige aufnehmen wollten, aus der Gemeinde ausstieß. Ihm fehlte es in drastischer Weise an Liebe. Es ging ihm viel mehr um sich und seine Stellung in der Gemeinde als um Jesus und um die Brüder. Johannes wollte kommen und ihm seine Werke vorhalten und ihn so zur Buße führen.

Gaius sollte sich von ihm gar nicht beeinflussen lassen. Johannes schrieb: „Mein Lieber, nimm nicht das Böse zum Vorbild, sondern das Gute. Wer Gutes tut, der ist von Gott; wer Böses tut, der hat Gott nicht gesehen“ (11). Gaius sollte nicht solche Leute zum Vorbild nehmen, sondern das Gute. Ein ermutigendes Beispiel dafür war Demetrius, der ein gutes Zeugnis von jedermann hatte, sogar von der Wahrheit selbst, was wohl heißt, dass Gott durch seinen Geist sein Leben irgendwie bestätigte. Auch Johannes bezeugte Demetrius Glaubensleben als ein gutes Beispiel. Es ist wichtig, dass wir geistliche Vorbilder haben und dass wir diejenigen, die geistlich vorbildlich leben, anerkennen.

Johannes schloss den Brief mit dem herzlichen Wunsch, seinen geliebten Freund bald persönlich zu sehen und mit ihm über alles andere zu reden. Er wünschte ihm Frieden und richtete ihm Grüße der Freunde aus. – Möge Gott uns helfen, die Wahrheit bis dahin zu verinnerlichen, dass wir danach wandeln! Möge Gott viele geistliche Freundschaften unter uns stiften und stärken und sie für seine Ehre gebrauchen! Amen.

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Predigt: 1. Johannes 4,11 – 21

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Liebt euch untereinander

„Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.“ (4,18)

Im ersten Abschnitt von Kapitel 4 hat Johannes die Gläubigen gewarnt, dass sie nicht jedem Geist glauben sollten, weil in den Gemeinden nicht nur der Heilige Geist am Wirken war, sondern durch die Irrlehrer auch der Geist des Antichrist. Er ermutigte sie, dass sie keinen Angst zu haben brauchten, weil der Heilige Geist in ihnen stärker war als die bösen Geister. Dann ermutigte er sie ab Vers 7 erneut dazu, sich untereinander zu lieben, weil die Liebe von Gott ist. Dabei verkündigte er neu die Liebe Gottes, indem er schrieb: „Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden“ (10). Gott hat uns so sehr geliebt; und seine Liebe anzunehmen und mit Gott versöhnt zu werden, ist für jeden Menschen das All-entscheidende. Aber es ist nicht das Ende. Im heutigen Text ermutigt Johannes die Empfänger und uns dazu, wegen Gottes Liebe auch uns untereinander zu lieben. Dabei wiederholt er nicht einfach nur diese Ermahnung, sondern sagt uns, welche wichtigen Auswirkungen das für uns und unser Leben hat. Möge Gott uns heute helfen zu erkennen, warum es so wichtig ist, dass wir uns uns untereinander lieben.

Betrachten wir den Vers 11: „Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.“ Weil Gott uns so geliebt hat, sollen wir uns auch untereinander lieben. Wir sollen die Liebe, die wir von Gott empfangen haben, nicht nur für uns behalten, sondern seine Liebe an andere weitergeben. „Uns untereinander“ heißt, dass wir zuerst die Glaubensgeschwister lieben sollen, aber nicht sie allein. Das ist nicht ein Option für uns Christen, sondern es ist ein sollen, Gottes Wille für uns. Gott ist wie ein Vater, der seinem Sohn ein großes Geschenk gemacht hat, das er sich schon lange gewünscht hat. Der Vater freut sich, wenn der Sohn aus Freude und Dankbarkeit mit seinen Geschwistern liebevoll umgeht. Wenn der Sohn dagegen das Geschenk annimmt, aber mit seinen Geschwistern lieblos, gleichgültig oder gehässig umgeht, ist der Vater traurig. Weil Gott uns so sehr geliebt hat, dass er uns seinen einzigen Sohn gab, sollen wir unsere Geschwister im Glauben lieben. Das ist eigentlich selbstverständlich, und es macht Gott froh. Außerdem hat es auch wichtige Auswirkungen für uns selbst.

Welche Auswirkungen sind das? Vers 12 sagt: „Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.“ Gott ist für uns eigentlich unsichtbar. Manchmal kann es für uns schwer sein, dem unsichtbaren Gott zu vertrauen und mit seiner Gegenwart ständig zu rechnen. Aber wenn wir Gottes Liebe nicht nur annehmen, sondern uns auch untereinander lieben, bleibt Gott in uns, sodass wir seine Gegenwart täglich spürbar erfahren können.

Der Vers nennt noch eine weitere Folge, wenn wir uns untereinander lieben, nämlich dass seine Liebe in uns vollkommen ist. Was heißt das? Wir sind völlig bedürftig nach Gottes Liebe und dürfen sie einfach annehmen, ohne Vorbedingung oder Gegenleistung. Aber wenn wir Gottes Liebe nur für uns selbst genießen wollen, können wir seinen Liebe nie vollkommen erfahren. Wir können die Größe seiner Liebe und ihre tiefe Bedeutung erst dann vollkommen begreifen, wenn wir mit seiner Liebe die Geschwister lieben und auch durch eine liebevolle Beziehung zu ihnen seine Liebe erfahren. Wir können Gottes Liebe erst dann vollkommen erfahren, wenn wir seine Liebe bis dahin annehmen, dass sie von uns zu den anderen strömen kann. Wenn wir die Liebe, die wir von Gott empfangen, zu den anderen fließen lassen, kann seine Liebe immer neu in uns hineinströmen, und unsere Liebesbeziehung zu ihm bleibt frisch und lebendig. Wenn wir so in der Liebesbeziehung zu Gott und zu den Geschwistern leben, wird außerdem seine Liebe in uns auch in dem Sinn vollkommen, dass sie uns uns zu liebevollen Menschen nach Jesu Bild macht.

Woran können wir erkennen, dass Gott dann wirklich in uns ist, und wir uns das nicht etwa nur einbilden? Dass wir wirklich in Gott bleiben und er in uns, können wir daran erkennen, dass Gott mit seinem Heiligen Geist in uns wirkt. Vers 13 sagt: „Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat.“ Wenn wir Gottes Liebe annehmen und darin bleiben und die anderen lieben, bleibt Gottes Geist bleibt in uns und wirkt in uns. Dabei geht es nicht einfach um Gefühle. Der Heilige Geist ist eine Person, die gezielt und mit sanfter, aber starker Kraft in uns wirkt, und zwar auf vielerlei Weise. Der Heilige Geist führt und begleitet uns, und er tröstet uns wie ein sehr guter Freund. Wenn er in uns bleibt, schützt er uns in allen Gefahren. Er erinnert uns dazu täglich an Jesu Worte, oft genau im richtigen Moment, und hilft uns, sie zu verstehen. Wenn wir betend auf ihn hören, hilft er uns, durch das Wort die geistliche Wirklichkeit immer mehr zu erkennen, und leitet uns in alle Wahrheit. Dabei öffnet er uns auch die Augen für unsere Sünde und hilft uns, die Gerechtigkeit, die allein durch Jesu Blut am Kreuz kommt, neu und tiefer anzunehmen. So führt er uns und verändert uns immer mehr zum Bild Jesu. Daran dass der Heilige Geist in uns wirkt, erkennen wir, dass wir tatsächlich in Gott bleiben und er in uns. Und er bleibt in uns, wenn wir die anderen lieben.

An dieser Stelle fügt Johannes nochmal sein eigenes, persönliches Zeugnis an: „Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt“ (14). Mit „wir“ meint Johannes hier sich und die anderen Jüngern, die Jesus über drei Jahre lang gesehen und erlebt hatten. Johannes hatte Jesus vom Beginn seiner Wirksamkeit bis hin zum Kreuz und weitere vierzig Tage nach seiner Auferstehung gesehen. Aufgrund all dessen, was er gesehen hatte, bezeugte er, dass Gott in Jesus seinen Sohn in die Welt gesandt hat als Heiland der Welt.

Er ermutigt die Empfänger dazu, auch Jesus zu bekennen: „Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.“ Wenn wir Jesus erkannt haben, sollen wir ihn als Gottes Sohn bekennen, im Gebet, aber auch vor anderen Menschen. Wenn wir Jesus bekennen, freut sich Gott über uns, und er bleibt in uns und wir in ihm. Vorhin haben wir gelernt, dass wir in Gott bleiben, wenn wir uns untereinander lieben und so in der Liebe bleiben. Hier erfahren wir, dass Gott in uns bleibt, wenn wir Jesus bekennen und dadurch in der Wahrheit bleiben. Gott bleibt also in uns und wir in ihm, wenn wir in der Wahrheit und in seiner Liebe bleiben.

Und Gott selbst ist die Liebe. Vers 16 sagt: „Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Gottes Liebe, aus der er uns seinen einzigen Sohn gab und ihn am Kreuz dahingab, ist unermesslich groß. Wir können nur erahnen, wie groß und tief und wie glühend Gottes Liebe zu uns ist! Liebe ist nicht nur irgendeine von vielen Eigenschaften Gottes, sondern Gott ist Liebe. Wir sollen wirklich seine Liebe annehmen und uns davon erfüllen lassen, bis sie zu den anderen strömt. Dann bleibt Gott in uns und wir in ihm.

Welche weitere Bedeutung hat das? Der Vers 17 sagt: „Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt.“ Gott will, dass wir seine Liebe nicht nur irgendwie annehmen und andere irgendwie lieben. Sein Ziel ist, dass die Liebe bei uns vollendet wird. Gott will, dass wir in unserem Glaubensleben die Größe und Tiefe seiner Liebe begreifen und daraus leben und sie an andere weitergeben lernen, sodass wir am Tag des Gerichts die Freiheit haben, vor ihm zu reden im Vertrauen auf seine Liebe. Wir sollen im Hinblick auf diesen Tag danach streben, seine Liebe mehr zu erkennen und in der Liebe zu ihm und zu den Geschwistern zu wachsen. Dann, an jenem Tag, wird offenbar werden, wie bedeutsam und kostbar die Liebesbeziehung zu Jesus und zu den Geschwistern war.

Die Liebe hat noch eine weitere Eigenschaft. Betrachten wir den Vers 18: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.“ Wenn wir in der Liebesbeziehung zu Jesus vollkommen werden, treibt die Liebe alle Furcht aus uns aus. Wir Menschen haben im Leben in dieser vergänglichen und verkehrten Welt vor so vielen Dingen Furcht und Angst. Es gibt so viele Arten von Ängsten und Phobien; Furcht vor dem Verlust von geliebte Menschen und Freunden oder vor dem Verlust ihrer Anerkennung und Liebe; Furcht davor, zu versagen, Furcht, die materielle Lebensgrundlage zu verlieren, Furcht vor Armut, Krankheit, Unfällen; Furcht vor der Zukunft, Furcht vor dem Tod. Es gibt so viele Bücher darüber, wie man mit Ängsten fertig werden kann. So viele Menschen benötigen psychologische Hilfe, dabei ist eines der häufigen Probleme Furcht und Angst. Auch als Christen sind wir nicht frei von Furcht. Im Gegenteil: weil wir von Gottes Heiligkeit wissen und unsere Sündhaftigkeit kennen, können wir uns vor Gott fürchten, ob er uns nicht doch bestrafen würde. Aber wenn wir die Liebe Gottes vollkommen annehmen und sie auch an unsere Nächsten weitergeben, treibt die Liebe alle Arten von Furcht aus. Auch wenn wir wissen, dass wir von uns aus vor Gott gar nicht bestehen können, vertreibt die Liebe Gottes in unseren Herzen und Seelen alle Furcht davor, ihm zu begegnen, wenn die Liebe in uns vollkommen ist. Das sollen wir jeder erleben. Bis dahin dürfen wir Gottes Liebe weiter annehmen und sie an andere weitergeben.

Deshalb sagt Johannes direkt weiter: „Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“ Johannes wird nicht müde, uns zur Liebe zu den Geschwistern zu ermutigen, die die beste und einzige richtige Antwort auf Gottes Liebe zu uns ist. Einander zu lieben, ist das Leben der Christen. Wenn dagegen jemand seinen Bruder nicht liebt und sich darauf beruft, dass er ja immerhin Gott liebe und dass das ja am wichtigsten sei, lügt er und betrügt sich selbst. „Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“ Zum Schluss erinnert uns Johannes noch daran, dass die Liebe Jesu Gebot ist. Dass wir einander lieben, ist Gott so wichtig, dass er es uns im Alten wie im Neuen Testament geboten hat. Wir sollen es entsprechend wichtig nehmen, dass wir egal, in welcher Situation wir uns befinden, unsere Brüder und Schwestern im Glauben lieben, und nicht zulassen, dass wir es aus Trägheit oder weil wir sehr mit unseren Alltagsdingen oder mit Problemen beschäftigt sind, versäumen. Das brauchen wir nicht aus unserer eigenen Kraft tun oder uns künstlich motivieren. Den Grund dafür hat Gott selbst geschaffen, indem er uns so sehr geliebt hat. Deshalb können wir immer unsere Geschwister lieben und für sie beten, sie verstehen, mit ihnen Gemeinschaft haben und ihnen dienen, wenn wir daran denken, dass Gott uns zuerst geliebt hat. Möge Gott uns dadurch reichlich segnen, dass wir uns untereinander lieben.

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