Predigt: Johannes 21,1 – 17 (Sonderlektion – Ostern 2018)

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Der gegrillte Fisch

„Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!“

Joh 21,15

Heute geht es nicht um eine Kochrezeptvorstellung. Es geht die Offenbarung des auferstandenen Jesus. Dennoch möchte ich mit einer Essensgeschichte beginnen. Einige wissen schon, dass ich Spiegelei mag. Davon kann ich Unmengen essen. Ein Essen wird zu einem Lieblingsessen einfach dadurch, weil es so gut schmeckt. In meinem Fall hat es aber nicht allein mit dem Geschmack zu tun, sondern es hat noch einen anderen Hintergrund. Ich habe 5 Schwestern. In der Schulzeit mussten 4-5 Kinder zur Schule zum Essen etwas mitnehmen. Manche nicht nur zum Mittagessen, sondern auch zum Abendessen. Frühmorgens stapelte sich ein hoher Turm von Essensdosen in der Küche. Wegen der großen Menge an Essensdosen hatte Mama keine Zeit, noch extra Beilagen vorzubereiten. Daher gab es als Beilage meistens nur Kimchi, das schon vor Monaten eingelegt worden war. Schüler müssen sich auskennen, wie es um ihr Pausenbrot geht. Es ist nicht nur eine Mahlzeit, sondern es geht um ihr Ansehen. Mindestens war es so in meiner Schulzeit. Wer etwas Besonderes zum Essen mitbrachte und andere davon kosten ließ, bestimmte oft einiges in der Pausenstunde. Ich hatte meistens schlechte Karten, weil Mama dafür keine Zeit hatte. Stellt euch vor. Einmal habe ich in den frühen Morgenstunden gesehen, dass Mama die schöne Eierrollen als Mittagsbeilage eingepackt hat. Der Schulweg war so kurz wie meine Geduld und bis zur Pause wurde mir das Warten lang. Gleichzeitig mit dem Gong der Mittagspause präsentierte ich mein Mittagessen stolz auf dem Schultisch. Als meine Mitschüler vorbei schauten, bestimmte ich mit meiner Stimme, wer etwas davon probieren durfte. Bis heute schmecken mir deshalb Eier so gut und Spiegelei bleibt mein Lieblingsessen. Bestimmt habt ihr solches Lieblingsessen mit einem bestimmten Hintergrund, oder?

Heute bekam Petrus die besondere Mahlzeit seines Lebens. Für ihn als Fischer war ein Fischgericht nicht besonderes, aber den gegrillten Fisch am See Tiberias konnte er nie mehr vergessen, weil er ihn von dem auferstandenen Jesus liebevoll serviert bekam. Vor allem nahm er bei diesem Frühstück die Liebe Jesu von Herzen fest an und gab ihm sein Liebesbekenntnis.

„Kommt und haltet das Mahl!“ (1-14)
Betrachten wir den Text. Der auferstandene Jesus offenbarte sich den Jüngern am See Tiberias. Jesus offenbarte sich bereits zum zweiten Mal. Bei der ersten Offenbarung zeigte er den Jüngern seine Hände und seine Seite und half ihnen von der Furcht vor den Juden frei zu werden. Sie waren froh, dass sie den Herrn wiedersahen. Bei der zweiten Offenbarung half er vor allem Thomas, der beim ersten Mal nicht dabei gewesen war. Jesus erwies sich als der Auferstandene mit dem Wort: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Thomas konnte daraufhin sein Glaubensbekenntnis ablegen. Der Text in Vers 1 sagt, dass Jesus sich offenbarte, und zwar so! Und der Verfasser erzählte nun eine ganz besondere Geschichte. Im Vers 14 wird betont, dass es dritte Mal war, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte. Hatte er ein besonderes Ziel durch seine Offenbarung? Was wollte er hier über sich offenbaren?

Eine Gruppe der Jünger befand sich am See Tiberias, das ist ein anderer Name für den See Genezareth. Sie waren also von Jerusalem zum See Genezareth gekommen, wo sie aufgewachsen waren. „Ich gehe fischen“ Die Aussage von Petrus im Vers 3 klang nicht gerade so, als ob er sich mit der Tatsache der Auferstehung Jesu voll beschäftigt hätte. Seine Worte verraten eher, dass er in seinem Herzen immer noch mit der Abwesenheit Jesu und sogar mit seinem Tod konfrontiert war. Mit dem Fischen hatte er seit dem Beginn seiner Nachfolge längst aufgehört. Petrus war eine aktive Person und daher war er am Abend meistens müde. Im Text konnte er aber einfach nicht schlafen. War er irgendwie bekümmert? Oder? Nicht nur er, sondern die andern wollten noch nicht schlafen. Wir wissen nicht, mit wessen Boot und mit welchem Netz sie in dieser Nacht versucht haben, zu fischen. Zwar war die Nacht lang, aber beim Fischen waren sie ohne Erfolg! Hatten sie verlernt zu fischen oder waren sie unkonzentriert! Man kann hier nur vermuten. Jedenfalls waren sie einfach fertig! Geist und Körper waren fix und fertig. Lustlos und verzagt ruderten sie mit dem Boot zurück ans Ufer. Der Tag oder die Nacht waren für sie so schlimm, dass sie von der harten Realität überwältigt wurden. Warum blieben sie noch in der Niederlage? Wegen des schlechten Fangerfolgs?

Betrachten wir, wie Jesus ihnen half? Lesen wir den Text 4-6. „Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.“ Jesus half ihnen beim Fischfang erfolgreich zu werden. Sicherlich spielte es keine Rolle für Jesus, ob die Jünger 10 Fische fangen oder 100. Es ging nicht um Erfolg oder Misserfolg. Wenn man Jesu Wort hier betrachtet, ähnelt es sehr einem Wort, das Petrus an diesem See schon einmal gehört hatte. Im Lukas 5 sprach Jesus zu Petrus: „Fahre hinaus, wo es tief ist und werft eure Netze zum Fang aus!“ Die Antwort von Petrus war „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen“ Als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische. Jesus versucht hier mit seinem Wort, sein Dasein bei den Jüngern zu demonstrieren. Hier geht es um das Prinzip, dass sie sein Wort hören, es in die Tat umsetzen und dabei das Wunderwerk erleben. Sie wußten nicht einmal, wer am Ufer stehend zu ihnen gesprochen hatte. Aber als sie nach dem getan haben, wie sie hörten, konnten sie Fische fangen. Petrus hatte hier beim Fischfang ein Déjà-vu mit der Begegnung Jesu.

Johannes erkannte im Vers 7 zuerst, dass es Jesus war. Er rief: „Es ist der Herr“ Petrus reagierte noch dynamischer: Er sprang ins Wasser, um zu Jesus zu kommen. Die andern ruderten mit dem Boot gleich hinterher. Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. Im Evangelium steht selten, dass Jesus das Essen zubereitet hat. Der auferstandene Jesus machte hier Feuer mit Holz, knetete Teig aus Mehl und machte Fische sauber. Er backte Brot und grillte Fische, wie eine Mutter schon das Frühstück bereitet, bis Kinder von Schlaf erwachen. Jesus rief „Kommt und haltet das Mahl!“ Wann braucht man seine Mutter am dringlichsten? Wenn man krank ist und wenn Magen knurrt, oder? Die Nacht war kalt und dunkel. Dagegen aber gibt es bei Jesus die Wärme des Feuers, die Sättigung durch Fisch und Brot. In seine Nähe fühlten sie sie wohl, wie in der Familie. Der gegrillte Fisch war zwar nicht speziell gewürzt, aber er hatte einen besonderen Geschmack. Wenn es gut schmeckt, sagt man nicht auf gut Deutsch: „Es schmeckt wie zu Hause!“ Ja, es schmeckte den Jüngern wie zu Hause. Sie fühlten sich angenehm und wohl! Der Geschmack, die Atmosphäre alles waren wie früher, als Jesus sie begleitete. Daher fühlten sie gleich, dass es der Herr ist. Es war die dritte Offenbarung Jesu nach seiner Auferstehung.

Hier können wir zwei Dinge lernen. Erstens, die Liebe Jesu war ganz gleich wie vor dem Tod Jesu und nach seiner Auferstehung. Viele preisen Jesus dafür, dass die Liebe Jesu unveränderlich und ewiglich ist. Die Liebe ist aber keine objektive Sache, die durch Analyse verstanden wird. Man soll sie erst schmecken. Petrus war davon überzeugt, dass Jesus ihn liebte. Diese Zuversicht zerstückelte er selber, weil er ihn dreimal verleugnete. Der Tod Jesu war bitter, aber es schmerzte mehr, dass er Jesus nicht treu gewesen war. Nicht nur er allein, sondern auch die anderen 6 Jünger. Sie flohen alle, als Jesus fest genommen wurde. An diesem Tag stellten sie fest, dass Jesus nicht nur von den Toten auferstanden ist, sondern auch dass seine Liebe gleich geblieben ist. Sie begegneten Jesus neu und seine Liebe baute sie auf und machte ihr Vertrauen noch stabiler.

Warum ist es so wichtig, zu lernen, dass Gottes Liebe treu ist? Weil keiner solche Liebe besitzt. Niemand ist in dieser Sache treu. Ist jemand sicher, sein Verhältnis gegenüber jemanden nicht schwanken zu lassen. Jesu Liebe hier ist anders als die Liebe von Menschen, die von der Situation abhängig ist. Es ist die Liebe Gottes. Johannes hat die göttliche Liebe in Kapitel 3,16 beschrieben. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Es ist die Liebe Gottes, die rettende Liebe, die Leben gebende Liebe, die opfernde Liebe. Diese göttliche Liebe inspiriert viele Menschen. Paulus sagte im Röm 8,32 „Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben- wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ Er wußte wohl, dass Gott die Liebe ist. Die Tatsache, dass er seine Liebe durch die Opferung Jesu erwiesen hat, brachte ihm die folgende Konsequenz, nämlich er wird nichts schonen, ihm weiteres zu schenken. Die Juden kannten die Gebote Gottes in 5. Mose 6,5 gut. „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ Aber wie kann ein Mensch von ganzem Herzen Gott lieben, geschweige, dass man seine eigene Frau bis zum Tod liebt. Gott, der göttliche Liebe hat, kann solche Liebe verlangen. Der auferstandene Jesus erteilte seinen Jüngern eine Lektion der göttlichen Liebe. Sie wuchsen während der Jüngerschaft in der Beziehung zu Jesus und im Geist. Nun haben sie den weiteren Schritt getan, im geistlichen Wachstum und bei der Lebensgemeinschaft mit dem auferstandenen Jesu.

Meine Erfahrung mit meiner Mutter ist begrenzt. Mir schmeckte einfach das Ei besonders gut. Als ein Erwachsener weiß ich nun, dass es mir gut schmeckte, nicht nur durch den guten Geschmack allein, sondern auch , dass es mir besonders schmeckte durch ihre dafür gegebene Zeit und Mühe, durch ihre Liebe.

Vor einigen Wochen haben wir aus MK 10,45 gehört: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ Dieses ist eines von meinen Lebensleitworten. Was für ein Gefühl ist es, dass man weiß, ich habe jemanden, der bereit ist, mir zu dienen und für mich sein Leben hinzugeben. Schon der Gedanke daran allein reicht aus, dass ich mich dadurch ganz wohl, sicher und behütet fühle. Es erfüllt mein Leben und es berührt meine Seele sanft. Es knüpft die Beziehung zu ihm noch fester. Der heutige Text hat mir sehr geholfen, zu erkennen, dass die Qualität der Liebe Jesu ganz anders ist, als die von Menschen. Während ich wegen meines Fehlverhaltens Tadel oder Mahnung fürchtete, kam mein Bibellehrer mit diesem Wort, und sagte mir, dass ich beim Schreiben der Predigt über Jesu Liebe nachdenken sollte. Ich schöpfte dabei aus der unveränderlichen Liebe Jesu. Ich bin überzeugt, dass ich die Person bin, die von Gott am meistens gesegnet ist. Es ist Gottes Segen, nicht, dass ich viel besitze oder viel erreicht habe, sondern dass ich die göttliche Liebe kennengelernt habe. Kinder, die mit viel Liebe und Fürsorge der Eltern aufwachsen, verhalten sich anders, als die, die unter Familienkonflikten leben müssen. Wie segensreich ist es, unter der reichlichen göttlichen Liebe zu leben? Obwohl man selbst sich inmitten von Problemen befindet, fürchtet man sich nicht. In Psalm 23 singt der Psalmist: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Er vertraute auf den Herrn als seinen guten Hirten. Paulus, der sich dieser Liebe ganz sicher war, schrie im Röm 8,35.37: „Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“ „Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat“ Die Liebe Christi machte ihn ganz stark.

In meinem Leben habe ich bis jetzt einiges mitgemacht. Und ich weiß, dass noch vieles auf mich wartet, das mich zur Schwankung bringen kann. Schwach gewordene Glieder beschweren mich öfters. Dennoch bin ich überzeugt, dass die überschwengliche Liebe Gottes von meinem Herzen quillt. Die göttliche Liebe Jesu ist die Quelle, die nie austrocknet. Es ist der größte Segen Gottes, dass ich seine Liebe kennengelernt habe und davon noch weiter lernen darf.

Zweitens, das Wort von den auferstandenen Jesus hat seine Auswirkung, wie die vor seiner Kreuzigung. Der auferstandene Jesus besuchte sie so zweimal zuvor. Jesus hat den Jüngern mit seinem Wort Trost und Orientierung gegeben. Obwohl sie das größte Wunder Gottes erlebt haben, war ihre Reaktion mäßig und hatte keine Ausdauer. Man kann meinen, man bräuchte mindestens 3 Male eine Gelegenheit, etwas zu begreifen, so wie im heutigen Text. Es mag sein. Im Text finden wir wieder die gewohnte Verhaltensweise der Jünger, dass sie von Jesus hörten, ihm gehorchten und dadurch Gottes Wirken erlebten. Diese Lebensweise hat Jesus den Jüngern beigebracht. Durch den plötzlichen Weggang Jesu waren sie irritiert und haben dieses Prinzip kurzzeitig verlernt. Sie hörten plötzlich wieder auf das, was ihnen ihr Gefühl diktierte. Die Folge war kalt und leer wie dieser nächtliche Fischfang. Lukas 24,32 berichtet über die Emmaus jünger, die unterwegs dem auferstandenen Jesus begegneten. Sie sagten, „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“ Die Stimme Jesu machte ihr Herz warm und sein Wort machte sie zuversichtlich. Die Stimme Jesu fand wieder ihr Gehör. Und das Hören auf das Wort Jesu brachte ein Wunder. Da sprach Johannes. „Es ist der Herr!“

Das Leben der Jünger war gekennzeichnet durch die Nachfolge Jesu. Sie folgten Jesus nach. Sein Wort war sowohl Lebensorientierung als auch Lebenskraft. Sie erlebten durch ihren einfachen Gehorsam die Wunderwerke, die sie selber nie zu träumen gewagt hätten. Vor kurzem noch waren sie überrascht gewesen, als sie ein Füllen nach dem Befehl Jesu abgeholt haben. „Der Herr bedarf seiner!“ Sie begriffen, dass Jesus der König ist, indem sie seinem Wort gehorchten. Sein Wort war keine einfache Anweisung, sondern es ist das Wort des Herrn. Sie genossen die Freude und den Frieden im Reich Gottes durch das Wort Jesu. Hier am See Tiberias erlebten nun sie wieder die lebengebende Kraft des Wortes Jesu. Durch den Tod Jesu am Kreuz verschwand die Wirkung seines Wortes nicht. Die Siegesfreude und die Hoffnung, die sie bei der Jüngerschaft in ihren Herzen hatten, waren mit dem Tod Jesu nicht zu Ende. Ihre freudige Nachfolge konnte weiter gehen, solange sie mit dem einfachen Gehorsam gegenüber dem Befehl Jesu lebten. Sie erlebten noch größere Wunder Jesu, als sie ihre Herzen gegenüber dem Wort Jesu öffneten und aus Gehorsam seinem Wort gegenüber lebten.

Die dritte Offenbarung Jesu nach seiner Auferstehung sollte dazu dienen, dass seine Jünger ihr Glaubensleben wie zuvor führten. Sie konnten in der Beziehung zu Jesus und im Glauben ein Stück heranwachsen. Sie wurden geistlich noch stabiler und überzeugter.

Sie saßen am Grillfeuer und schauten, wie die Fische goldbraun und gar wurden. Im Kopf von manchem Jünger kreiste die Zahl 153 noch. An diesem Frühstück hatten die Jünger die Gewissheit, dass ihr Herr nicht nur von den Toten auferstanden ist, sondern dass er mit Wort und Macht anwesend war.

Hast du mich lieb? (15-17)

Nach dem Frühstück machten sie einen kleinen Spaziergang. Besonders daran war, dass Jesus und Petrus voran gingen und die restlichen Jünger hinterher folgten. Hier stellte ihm Jesus eine seltsame Frage: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben?“ Solch eine Frage hatte er noch nie gestellt . Eher fragte er, „Ihr aber, wer sagt ihr, daß ich sei?“ (Mk8,38a) Es war die Frage: „Glaubst du an mich?“ Daraufhin gab Petrus sein Wort: „Du bist mein König.“ Hier aber stellte er die Frage. „Liebst du mich?“ Jesus stellte dieselbe Frage sogar dreimal. Was bedeutet es, dass er Petrus die selbe Frage so beharrlich stellte? Meine Antwort ist, dass Jesus Petrus nicht als einen von einigen Jüngern ansah, sondern er wollte unbedingt die persönliche Liebesbeziehung mit ihm festmachen.

Schon bei der Berufung von Petrus gab Jesus ihm sein Wort. „Folge mir nach. Ich will euch Menschenfischer machen.“ (MK1,17) Er zeigte sein besonderes Interesse an ihm, als er die 12 auserwählte. Auf sein Bekenntnis hin segnete er ihn: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ (Mt 16,18a) Obwohl Johannes über sich selbst im Vers 7 sagte, dass Jesus ihn lieb hatte, war seine Zuneigung an ihm in der Jüngerschaft nicht übersehen. Obwohl Petrus schuldig war, weil er ihn drei Mal verleugnet hat, zeigte Jesus seine Liebe zu ihm unveränderlich. Sein Kommen heute schien irgendwie auszudrücken, dass er extra für Petrus das Frühstück bereitet hatte. An diesem Morgen stand nichts im Wege, was Petrus an seiner Liebe zweifeln oder gar einen Konflikt oder eine Distanz hätte verursachen können. Jesus liebte Petrus bedingungslos. Eben darum stellte er ihm eine besondere Frage „Hast du mich lieb?“ An dieser dritten Offenbarung seiner Auferstehung wollte er ganz klar machen, dass er ihn, Petrus, vor allem liebte. Jesus war gekommen, um ganz persönlich mit Petrus zu sprechen. Er ist erschienen, um seine Liebe in ihm ganz wiederherzustellen.

Seine Antwort lautete: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Auf seine dreimaligen Fragen mußte er drei Mal die gleiche Antwort geben. Die wiederholte Antwort ließ ihn noch tiefer und ernsthafter nachdenken. Petrus Freundschaft mit Jesus begann, weil Jesus ihn zuerst geliebt hatte. Sein Leben-gebendes Wort ließ ihn seine herzliche Liebe verstehen. Durch die innige Jüngerschaft, nicht nur die gemeinsamen Mahlzeiten, sondern auch das gemeinsame Leben, sah Petrus Jesus, und erkannte, dass er Gottes Sohn ist. Sein guter Wille und sein Demut ließen ihn auch willig und demütig sein. Jesus ist der willige Helfer, der gute Hirte, der ratvolle Vater, der wunderbare Arzt, der kluge Verwalter, nicht zuletzt der Spitzenkoch, usw. Es war auch eine Tatsache, dass Jesus ihm all seine Sünden vergeben hatte, so dass er ihm seine Liebe bekennen durfte. Er liebte Jesus, nicht, weil Petrus ein guter Kerl war, sondern weil er Gott und seine Liebe durch Jesus kennengelernt hatte. Die bedingungslose Liebe Jesu machte ihn fähig, seine Herzenstür zu öffnen und seine Liebe von ganzem Herzen anzunehmen. Er durfte von Angesicht zu Angesicht bekennen: „Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe.“

Was bedeutet aber sein Bekenntnis, dass er Jesus liebt? Es heißt, dass er die Liebe Jesu und Gottes Liebe angenommen hat. Durch sein Ja-Wort entstand hier die Liebesbeziehung, bzw. eine Wiederherstellung davon. Die Schwankung dieser Beziehung beeinträchtigte sein Leben zwischen dem als ein Individuum und als ein Partner. Er pendelte zwischen seinem eigenen Lebensziel und dem Gemeinsamen hin und her. Sein Leben sollte nun nicht allein von dem eigenen Willen bestimmt werden, sondern er sollte darüber nachdenken, was er will. Man könnte meinen, dass es ein sehr unbequemes Leben werden könnte. Es mag sein. Es hängt davon ab, mit wem man ein gemeinsames Leben führt. Der Christus, Gottes Sohn, der Herr ist sein Lebenspartner. Im Gegensatz dazu ist das Leben allein oft als ein von dem eigenen und sündigen Trieb bestimmtes Leben zu bezeichnen. Jeder hat oftmals einen harten Kampf mit dem Ego, oder? Ein gemeinsames Leben mit dem Herrn soll aufgezeichnet sein, als ein ewiges Leben und das Leben im Reich Gottes. Es ist ein unabhängiges Leben von den menschlichen Bedingungen, wie es in den Seligpreisungen beschrieben ist.

„Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“

Mt 5,3-6

Nach seinem Liebesbekenntnis befahl Jesus Petrus: „Weide meine Schafe!“ Jesus sagte dies auch dreimal. Es war sein inständiger Wunsch. Diese Aufgabe wollte er dem geben, der Jesus wahrhaftig lieb hat. Derjenige, der Jesus liebt, kann seine Schafe wie seine eigenen halten und sich gut um sie kümmern. Es ist keine Aufgabe, die mit eigener Verantwortung getragen wird, sondern es ist die Frucht, die in der engen Liebesbeziehung mit Jesus heran reift. Jesus, der Sohn Gottes, hat nach dem Willen seines Vaters so getan. Nun zeigte Jesus Petrus seinen und den göttlichen Willen für ihn auf.

Schlussfolgernd: Der auferstandene Jesus möchte die Liebesbeziehung zu jedem von uns wieder aufbauen, indem jeder seine Vergebung und Liebe annimmt. Ist jeder unter uns bereit, seine Liebe zu Jesus persönlich zu bekennen? Hast du mich lieb? „Ja, Herr, ich liebe dich!“

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Predigt: Nehemia 8,1 – 12

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Die Freude am Herrn ist eure Stärke

Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.

(8,10b)

In den Kapiteln 1-7 haben wir hauptsächlich erfahren, wie Nehemia die Mauer Jerusalems wieder aufgebaut hat. Dadurch wurde die Sicherheit der Stadt und durch die Geschlechtsregister auch ihre Bevölkerung wiederhergestellt und so ein Rahmen geschaffen, in dem eine geistliche Erneuerung der Menschen stattfinden konnte. Ab Kapitel 8 erfahren wir von der geistlichen Erneuerung, die daraufhin geschah. Unser heutiger Text berichtet, wie das Volk das Wort Gottes hörte und wie sie auf Gottes Wort reagierten. Gott helfe uns, durch dieses Beispiel für eine geistliche Erweckung ermutigt zu werden, für eine Erweckung in uns und durch uns zu beten!

 

Wie begann dieses Ereignis? Betrachten wir die Verse 7,72b-8,3a: „Als nun der siebente Monat herangekommen war und die Israeliten in ihren Städten waren, versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz vor dem Wassertor und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, er solle das Buch des Gesetzes des Mose holen, das der HERR Israel geboten hat. Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, Männer und Frauen und alle, die es verstehen konnten, am ersten Tage des siebenten Monats und las daraus auf dem Platz vor dem Wassertor vom lichten Morgen an bis zum Mittag vor Männern und Frauen und wer’s verstehen konnte.“ Hier erfahren wir von einer Initiative des Volkes, das das Wort Gottes hören wollte. Seit Jahrzehnten hatten sie sich hauptsächlich mit ihrem Alltagsleben in Babylon und nach der Rückkehr in der von Heiden besetzten Heimat beschäftigt oder sie waren dort geblieben. Sie hatten vor allem um ihr Überleben gekämpft und die Probleme zu überwinden versucht. Nachdem sie den Tempel wieder aufgebaut hatten, feierten sie dort zeremonielle Gottesdienste, aber ihr geistlicher Hunger war ungestillt. Aber nachdem sie die Stadtmauer wieder aufgebaut und ihre äußere Situation sicherer war, bekamen sie einen geistlichen Durst nach Gott und nach seinem Wort. Der siebte Monat war der Monat, an dem Gott im Gesetz am ersten Tag eine heilige Versammlung und in der Folge mehrere Feste vorgesehen hatte. Es war also kein Zufall, dass sie am ersten Tag im siebten Monat zusammen kamen und das Wort Gottes hören wollten. Dabei heißt es über ihre Haltung: „Und die Ohren des ganzen Volks waren dem Gesetzbuch zugekehrt.“ Sie waren von Herzen offen und bereit, Gottes Wort wirklich zu hören und es anzunehmen.

 

Wie verlief dann diese Versammlung? Es heißt weiter: „Und Esra, der Schriftgelehrte, stand auf einer hölzernen Kanzel, die sie dafür gemacht hatten, und es standen neben ihm Mattitja, Schema, Anaja, Uria, Hilkija und Maaseja zu seiner Rechten, aber zu seiner Linken Pedaja, Mischaël, Malkija, Haschum, Haschbaddana, Secharja und Meschullam. Und Esra tat das Buch auf vor aller Augen, denn er überragte alles Volk; und als er’s auftat, stand alles Volk auf“ (4.5). Esra stand erhöht an einem Pult, sodass ihn alle hören konnten. Als er das Buch vor aller Augen auftat, stand alles Volk auf, wodurch sie ihre Ehrfurcht und Respekt vor dem Wort Gottes ausdrückten. Dann las er ihnen das Gesetz vom Morgen bis zum Abend vor. Dabei hatten sie eine anbetende Haltung. Sie waren nicht undankbar oder kritisch gesinnt, sondern riefen: „Amen! Amen!“, als Esra Gott lobte, und beteten den Herrn mit dem Gesicht zur Erde an.

Betrachten wir auch die Verse 7 und 8: „Und die Leviten Jeschua, Bani, Scherebja, Jamin, Akkub, Schabbetai, Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja unterwiesen das Volk im Gesetz und das Volk stand auf seinem Platz. Und sie legten das Buch des Gesetzes Gottes klar und verständlich aus, sodass man verstand, was gelesen worden war.“ Hier erfahren wir, dass dieses Werk nicht durch den Schriftgelehrten und Priester Esra allein geschah. Der Text erwähnt dreizehn Leviten mit Namen, die als Bibellehrer fungierten. Sie legten dem Volk gruppenweise die einzelnen Abschnitte der Bibel klar und verständlich aus, sodass jeder den Sinn davon verstehen konnte. Durch das Wort begann an diesem Tag eine große Erweckung, und bei der Vermittlung des Wortes an das Volk spielten neben Esra die dreizehn Bibellehrer eine wichtige Rolle.

Wie reagierten die Menschen, als sie Gottes Worte hörten? Vers 9 sagt: „Und Nehemia, der Statthalter, und Esra, der Priester und Schriftgelehrte, und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sprach zu allem Volk: Dieser Tag ist heilig dem Herrn, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten.“

Hier erfahren wir, dass das Volk weinte, als sie Gottes Worte hörten. So viele Jahre hatten sie Gottes Wort kaum gehört. Aber als sie jetzt stundenlang aus der Bibel vorgelesen und die Worte verständlich erklärt bekamen, wurden ihre Herzen von Gottes Wort berührt. Wir wissen nicht genau, welche Teile des Gesetzes sie an diesem Tag vorgelesen bekamen. Das Gesetz umfasst bekanntlich die fünf Bücher Mose, die von Gottes Schöpfung, dem Sündenfall, Gottes Berufung und Hoffnung für Abraham handeln, von seiner Liebe zum Volk Israel, davon, wie Gott sie von der Sklaverei befreit und was für gute Gesetze er ihnen gegeben hat. Vielleicht las Esra von 1. Mose 1 an vor oder nur bestimmte Teile. Jedenfalls erkannten die Zuhörer Gottes Liebe zu ihrem Volk, wie gnädig er ihre Väter aus der Sklaverei befreit und wie treu er sie geführt und gesegnet und ihnen gute Gebote gegeben hat. Bis dahin hatten sie ihre eigene Sichtweise von Gott und von sich selbst und ihre Lebenssituation. Jeder Mensch hat seine eigene Sichtweise und Vorstellung über Gott und über sich selbst und sein Leben und über die anderen, die von eigenen Gedanken und Vorstellungen, von persönlichen Erfahrungen und ihrer Interpretation geprägt ist. Jeder neigt dazu, seine eigene Sicht der Dinge für richtig und wahr zu halten. Aber als die Israeliten stundenlang auf das Wort Gottes hörten, bekamen sie eine ganz neue Sichtweise auf Gott und ihr eigenes Leben. Vor Gottes Wort erkannten sie Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit und auch ihre eigene Sünde. Sie müssen erkannt haben, dass sie und ihre Väter sich von Gott abgewandt und dadurch die Gefangenschaft in Babylon selbst verschuldet hatten und auch ihre armselige Lage im Land seit ihrer Rückkehr. Es fällt den Menschen so schwer, Gottes Liebe zu ihnen zu erkennen. Es ist für uns Menschen noch schwerer, unsere eigenen Fehler und Sünden zu erkennen und sie zuzugeben; wir sehen tendenziell eher die Schuld bei anderen oder bei den Umständen. Aber als das Volk Gottes Worte hörte und verständlich erklärt bekam, mussten sie weinen, weil sie erkannten, wie wirklich Gott ist, wie sehr er sie liebt und wie groß ihre Sünde war, dass sie ihn nicht wirklich als Gott anerkannt und auf ihn gehört und ihm gehorcht hatten, dass sie ihn nicht zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht hatten. Sie mussten weinen, als sie erkennen mussten, dass nicht die bösen Feinde oder andere Umstände Grund dafür waren, dass ihre Väter ins Exil gehen mussten und sie immer noch unter den Folgen leiden mussten, sondern dass es geschehen war, weil sie und ihre Vorfahren über lange Zeit hinweg Gott missachtet und provoziert hatten. Ihre Tränen waren Tränen der Reue und Buße. Sie waren bekümmert über ihre Sünde, dieser Ausdruck taucht mehrmals auf, sie waren wirklich traurig über ihr verkehrtes Denken und Leben. Sie weinten, weil sie wussten, dass ihre Sünde keine Kleinigkeit und nicht zu entschuldigen war. Gleichzeitig waren ihre Tränen ein Ausdruck ihrer Bewegtheit von Gottes Liebe, die sie auf einen neuen Anfang hoffen ließ.

Ihre Betroffenheit und Traurigkeit über ihre Sünde ist ein Ausdruck für die starke Kraft des Wortes Gottes, das uns Menschen hilft, Gott, seine Heiligkeit und Liebe und auch unsere eigene Realität und vor ihm zu sehen und Buße zu tun. Bis dahin hatten sie die Schuld für ihre aktuellen Probleme bei den Heiden wie Tobija und Samballat gesehen, oder bei ihren Vätern, die gesündigt hatten, wofür sie ja nichts konnten, oder sogar bei Gott. Aber als sie einige Stunden lang Gottes Worte hörten, wurden ihre Gedanken verändert und ihre Herzen geöffnet und sie konnten Gott in seiner Liebe und Gerechtigkeit erkennen und vor ihm unter Tränen Buße tun. Auf ein einziges Bibellesen hin geschah so ein gewaltiges Werk zur geistlichen Erneuerung des ganzen Volks.

Beten wir, dass wir mit so durstigem ehrfürchtigen Herzen Gottes Worte in der Bibel hören und zu Herzen nehmen können. Dann werden wir auch unseren eigenen Gedanken über Gott und über uns selbst und unsere Lage herauskommen und geistlich erneuert werden. Beten wir, dass Gott durch sein Wort eine Erweckung in unserer Stadt bewirkt, angefangen in uns selbst!

Wenn wir die tiefe Betroffenheit und Tränen der Menschen betrachten, stellt sich uns die Frage: Warum forderten Nehemia und Esra und die Leviten sie dazu auf, mit dem Weinen aufzuhören? Sie sagten dem ganzen Volk: „Dieser Tag ist heilig dem Herrn eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten.“ In den Versen 10-11 gingen sie noch weiter und sagten: „Geht hin und esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig dem Herrn. Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke. Und die Leviten trösteten alles Volk und sprachen: Seid still, denn der Tag ist heilig; seid nicht bekümmert!“ Wenn wir die Verse 9-11 aufmerksam lesen, fällt uns auf, dass sie als Begründung dreimal sagten: „Dieser Tag ist heilig dem Herrn“. Der 1. Tag im siebten Monat war nicht irgendein Tag, sondern ein Feiertag, den Gott im Gesetz selbst als Tag zur heiligen Versammlung bestimmt hatte. Sicherlich war Gott froh, dass sie Gottes Liebe und Gerechtigkeit und ihre eigene Sünde erkannten und vor ihm Buße taten. Aber sie sollten nicht endlos darüber weinen und in Traurigkeit über ihre Sünde versinken. Gott würde dadurch an diesem heiligen Tag nicht genug geehrt werden. Sie sollten auch an Gottes Liebe und Barmherzigkeit glauben, dass er ihnen ihre Sünden vergeben wollte, und sollten aus diesem Glauben heraus neu Mut fassen und sich freuen. So halfen die geistlichen Leiter ihnen praktisch, diesen Glauben zu fassen und zu praktizieren, indem sie sie aufforderten, fette Speisen zu essen und süße Getränke zu trinken und sich am Herrn zu freuen. Sie sagten zur Begründung: „Denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“

Wie reagierten sie darauf? Vers 12 sagt: „Und alles Volk ging hin, um zu essen, zu trinken und davon auszuteilen und ein großes Freudenfest zu machen; denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen kundgetan hatte.“ Sie nahmen die Hilfe an und gingen nach Hause, um zu essen und zu trinken und auch denen zu geben, die aus anderen Städten gekommen waren bzw. nichts vorbereitet hatten. Es war nicht nur ein äußerer Gehorsam gegenüber ihren Leitern. Es entstand ein großes Freudenfest in der Stadt. Ihre Freude kam, weil sie die Worte verstanden, die man ihnen gesagt hatte. Es war eine Freude über Gottes Liebe zu seinem Volk, seine Gnade der Vergebung, Freude über die Richtigkeit seiner Worte und seinen guten Willen für die Zukunft. Auf ihre große Betroffenheit und Traurigkeit über ihre Sünde folgte ein Fest der Freude über Gott und seine Herrlichkeit. Es war ein Freudenfest, das Gott ehrte und ihm im Himmel große Freude bereitet hat.

Hier erfahren hier, wie Gott durch sein Wort ein ganzes Volk zur Buße geleitet hat. Wir erfahren dass Gottes Wort voller Gnade und Wahrheit ist und wie mächtig es wirkt, wenn es mit offenem Herzen aufgenommen wird. Dadurch wurde die Gesinnung des ganzen Volks verändert und die Menschen geistlich erneuert. Die Israeliten damals hatten das Gesetz das Gott durch Mose gegeben hat. Wir haben das Evangelium von Jesus Christus, der voller Gnade und voller Wahrheit ist und durch sein Wort alle zu sich zieht. Möge Gott uns helfen, sein Wort mit offenem Herzen zu hören und geistlich immer wieder erneuert zu werden!

Wir lernen aber auch, dass wir, wenn wir durch Gottes Wort unsere Sünde neu erkannt haben, nicht in den Tränen versinken sollen. Es ist immer wieder nötig, dass wir unsere Sünde erkennen und vor Gott betroffen sind, damit er uns gründlich verändern kann. Gott freut sich darüber. Jesus sagt, dass Gott sich im Himmel über jeden Sünder, der Buße tut, freut. Aber Gottes Ziel ist nicht unsere Traurigkeit und unsere Tränen. Unsere Buße soll nicht stecken bleiben, denn wenn wir in Traurigkeit über unsere Sünde versinken, können wir Gott nicht wirklich ehren. Buße umfasst auch, dass wir Gottes Gnade der Vergebung, die er uns in Jesus schenkt, im Herzen annehmen und wieder fröhlich werden. Noch mehr als ein Vater, der sich wünscht, dass seine Kinder fröhlich leben, wünscht sich Gott, dass wir als seine Kinder seine Liebe zu uns kennen und fröhlich vor ihm leben. Denn Gott hat uns in seinem Sohn, der sich für uns selbst dahingab, allen Grund dazu gegeben. Wie der Leitvers uns lehrt, ist es auch für uns selbst wichtig, dass wir uns an Gott freuen. Denn wir können nur dann geistlich wirklich stark sein, wenn wir im Herrn sind und Freude in ihm haben. Die Freude ist ein wichtiger Teil der Frucht des Heiligen Geistes, die im Galaterbrief gleich an zweiter Stelle erwähnt wird (Liebe, Freude, Friede …). Darum werden wir an vielen Stellen im Neuen Testament zur Freude aufgefordert. Phil 3,1 sagt: „Weiter, liebe Brüder: Freut euch in dem Herrn! Dass ich euch immer dasselbe schreibe, verdrießt mich nicht und macht euch umso gewisser.“ Und in Kap. 4: „Freuet euch in dem Herrn alleweige, und abermals sage euch: Freuet euch!“ In Jesus können und sollen wir uns in allen Lagen freuen. Die Freude ist unser Privileg und soll der „Normalzustand“ in unserem Leben mit Jesus sein. Wenn wir uns in ihm freuen, sind wir geistlich stark und können allen möglichen Versuchungen wie Undankbarkeit, Neid, Zorn und Ungehorsam widerstehen. Gott helfe uns, auf sein Wort mit offenen ehrfürchtigen Herzen zu hören und von ihm immer wieder erneuert zu werden! Gott helfe uns, uns dadurch immer neu und allewege im Herrn zu freuen! Gott bewirke dadurch eine große Erweckung in unserer Stadt! Lesen wir noch einmal das Leitwort: „Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“

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Fragebogen: Matthäus 1,18 – 25 – „2.Weihnachtsbotschaft 2016“

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Immanuel – Gott mit uns

„Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.“

(Mt 1,23)

1. In welcher Beziehung stand Maria zu Josef? Was passierte, bevor Josef Maria heimholte? Wie schwer muss dieses Ereignis Maria und auch Josef belastet haben?

2. Was für ein Mann war Josef? Wie drückt sich das in der Entscheidung aus, die er in dieser Situation traf (vgl. 5.Mose 22,20-24)?

3. Wie half Gott Josef (20)? Was bedeutet es, dass Jesus vom Heiligen Geist ist (vgl. 1.Mose 3,15; Lk 1,31-33; Hebr 2,17.18; 4,15)?

4. Betrachte Vers 21. Welchen Namen sollte Josef dem Kind geben? Worin besteht seine Hauptaufgabe?

5. Betrachte die Verse 22 und 23. Welche Prophezeiung wurde durch das alles erfüllt? Was lehrt diese Prophezeiung über das weitere Ziel des Kommens Jesu? Welche Bedeutung hat die Geburt Jesu für uns?

6. Wie reagierte Josef auf die Botschaft Gottes des Engels (24.25)?

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