Predigt: Matthäus 28,1-20 – Ostern 2022

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Er ist auferstanden

„Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat.“

(Matthäusevangelium 28,5.6)

Frohe Ostern!
Warum wird der Tag der Auferstehung Jesu „Ostern“ genannt?
Laut Duden kommt die Bezeichnung „Ostern“ aus dem Osten, wo die Sonne aufgeht, und das Morgenlicht erstrahlt. Interessanterweise leiten viele Sprachen in Europa das Wort vom aramäischen Wort pas-cha ab, angelehnt an das hebräische Wort Pessach. Im Spanischen: Pascua, Dänisch: påske, Niederländisch: Pasen usw. Diese Sprachtradition weist auf das Passafest der Juden hin, welches anlässlich des Auszugs der Israeliten aus der Sklaverei gefeiert wird. Abends am Karfreitag beginnt das Passafest und wird jedes Jahr eine Woche lang gefeiert. Durch diese Festtage erinnerte Gott das jüdische Volk an den Auszug aus der Sklaverei. Bis Jesus am Karfreitag gekreuzigt wurde, wurde über 1300 Jahre hinweg jährlich eine Woche lang Passa gefeiert. Darin zeigt sich Gottes Absicht, dass die Juden ihre Herkunft nicht vergessen, im Hinblick auf diese Herkunft ihre Gegenwart verstehen und in die Zukunft blicken sollten. Heute feiern wir Ostern bzw. „Pessah“. Einerseits können wir uns entlastet fühlen, weil wir von den Pflichten der Arbeit befreit sind und die Festtage genießen dürfen. Zum anderen können wir uns an die Auferstehung erinnern.

Paulus schrieb an die Korinther folgendes: „Ich erinnere euch aber, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe: … Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist, am dritten Tage nach der Schrift.“ Diese Predigt dient dazu, uns an die Auferstehung zu erinnern. Das Matthäusevangelium berichtet über die Auferstehung Jesu nach diesem Schema: das Hören der Botschaft zuerst, danach die Begegnung mit Jesus.

Als der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andre Maria, um nach dem Grab zu sehen. An diesem Morgen ereigneten sich am Grabe Jesu einige wundersame Dinge: zuerst ein Erdbeben, danach erschien ein Engel, der große Grabstein vor der Öffnung des Grabes wurde fortgewälzt, und die Soldaten sind vor Angst und Schrecken erstarrt wie tote Menschen. Vom Engel hörten die Frauen die Botschaft: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat.“ Vom griechischen Wort „Angelos“ kommt das Wort „Engel“, welches folgende Bedeutung hat: eine Person, die eine Nachricht überbringt. Um den Frauen die Botschaft der Auferstehung Jesu zu verkünden, sandte Gott seinen Engel. Die Frauen hatten nicht mit einem leeren Grab gerechnet. Sie suchten lediglich nach dem Leichnam des gekreuzigten Jesu.

Die Botschaft vom Engel bestätigte die Worte, die Jesus vor seinem Tod mehrfach angekündigt hatte: Er wird und ist nun auferstanden von den Toten. Gottes Engel gab den Frauen die Aufgabe: „Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.“ Als die Frauen vom Engel die Botschaft der Auferstehung hörten, waren ihre Herzen mit Furcht und großer Freude erfüllt.
Eilends gingen sie weg vom Grab und gingen zu den Jüngern, um zu verkündigen, was am Grabe Jesu geschehen war.

Während die Frauen noch auf dem Weg zu den Jüngern waren, begegnete ihnen Jesus. Vom Engel Gottes hörten sie die Osterbotschaft, und kurz daraufhin konnten sie Jesus direkt sehen. Jesus begrüßte sie: „Seid gegrüßt!“ Ohne Zögern traten sie zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Bis vor kurzem haben sie den gekreuzigten Jesus am Grab gesucht, aber der Auferstandene ging ihnen entgegen und zeigte sich ihnen. Nun konnten sie direkt seine Füße umarmen. Jesus hatte Verständnis für ihre Furcht. Darum tröstete er sie zuerst: „Fürchtet euch nicht!“ Am Karfreitag starb Jesus bitterlich und sprach die Worte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Aber nun sagte dieser gekreuzigter und nun auferstandene Jesus: „Fürchtet euch nicht!“

Auch Jesus befahl ihnen: „Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.“ Die elf Jünger hörten von den Frauen die Geschichten, die am Grabe Jesu geschehen waren. Nach dem Bericht der Frauen gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus für die Begegnung mit ihnen bestimmt hatte. Als sie den Auferstandenen sahen, warfen sie sich auf den Boden. Genauso wie die Frauen durften sie ihn nun direkt sehen. Dennoch zweifelten einige. Es genügte ihnen noch nicht, daran zu glauben, dass Jesus wahrhaftig auferstanden ist. Das Matthäusevangelium berichtet auch über die Zweifel der Jünger. Der Verfasser hielt das Festhalten dieser Tatsache für sinnvoll. Darum ließ er die Zweifel der Jünger nicht weg. Die Jünger Jesu waren keine Helden, sondern Menschen, die die Hilfe Jesu benötigen. Jesus, der Auferstandene, sprach zu seinen Jüngern: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Es gibt Menschen, die Gewalt und Macht haben. Die Römer hatten mit ihrer Gewalt Jesus gekreuzigt. Ihre Gewalt schien stärker als Jesu Gewalt zu sein. Als die Hohenpriester von der Wache über die Auferstehung hörten, gaben sie ihnen viel Geld, um folgende Gerüchte zu verbreiten. Und zwar: die Jünger kamen in der Nacht und haben den Leichnam Jesu gestohlen. Diese manipulierte Nachricht verbreitete sich unter den Juden. Solche Menschen wie Politiker, reiche Leute scheinen die notwendige Macht zu haben. Von solch einer Gewalt wurde Jesus gekreuzigt. Daher hatten die Jünger zurecht Furcht vor dieser Gewalt. Aber nun sprach Jesus zu ihnen: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Das heißt mit anderen Worten: Jesus ist der Herr über alle Gewalt. Was der Chef sagt, nehmen alle Kollegen ernst. Was der Herr sagt, sollen alle ernst nehmen. Durch diese Erklärung ermutigte Jesus seine Jünger, die noch Zweifel hatten.

Matthäus Kapitel 28 berichtet, wie die Nachricht der Auferstehung weitergegeben wurde. Zuerst kam der Engel Gottes herab und verkündete den Frauen von der Auferstehung Jesu. Danach begegnete Jesus ihnen. Darauffolgend hörten die Jünger von den Frauen die Botschaft der Auferstehung, und anschließend begegneten sie Jesus. Es ist interessant, zu beobachten, wie die Botschaft der Auferstehung weitergegeben wurde. Zwischen dem Hören der Botschaft und dem Begegnen mit Jesus gab es immer einen gewissen Zeitraum. Jesus hätte ohne den Boten direkt den Frauen oder seinen Jüngern begegnen können. Es hätte viel leichter und überzeugender sein können, wenn Jesus direkt den Frauen bzw. den Jüngern erschienen wäre. Aber Jesus wollte seine Leute unbedingt zuerst die Botschaft hören lassen. Danach räumte er einen Zeitraum ein, damit die Frauen bzw. seine Jünger diese Botschaft im Herzen verarbeiten konnten, um an die Auferstehung zu glauben. Jesus gab seinen Leuten Zeit, in der sie persönlich zum Glauben kommen können. Er ist der Herr über alle Gewalt, aber er kommt zu den Menschen demütig und dienend. Er respektiert die Freiheit der Menschen, mit der sie Jesus als den wahren König annehmen können. Wie Jesus seinen Jüngern begegnet war, kommen die Menschen bis heute auf gleiche Weise zum Glauben, indem sie die Botschaft hören und danach persönlich Jesus begegnen. Jesus, der alle Gewalt im Himmel und auf Erden hat, steht demütig draußen, bis wir ihm die Tür unserer Herzen öffnen. Es kann lange dauern, bis wir unsere Herzen öffnen. Aber er will jedem die Zeit geben, in der jeder die Botschaft hört und persönlich glaubt.

Der Herr über alle Gewalt im Himmel und auf Erden beauftragte seine Jünger: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Jesus, der alle Gewalt hat, will alle Völker durch seine Jünger erreichen. Eigentlich waren seine Jünger die ganze Zeit ausschließlich im Land Israel gewesen. Sie sprachen ihre Muttersprache, Aramäisch bzw. Galiläisch. Aber nun beauftragte er sie, alle Völker zu lehren, damit sie von Jesus lernen und ihm nachfolgen können. Wie können die Jünger alle Völker zu Jesus einladen, damit sie Jesus nachfolgen können? Sie können die Menschen lehren, wie Jesus sie gelehrt hat. Sie können die Menschen taufen, die Jesus als den Herrn annehmen. Um dieses Werk zu vollbringen, wird Jesus sie begleiten. Bis an der Welt Ende wird er alle Tage bei seinen Jüngern sein.

Warum will der Herr alle Völker durch seine Jünger ausrufen, ihm zu folgen? Eigentlich ist der Herr nicht auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Alle Gewalt gehört ihm. Er kann ohne Zusammenarbeit mit den Menschen alles allein schaffen. Aber er will durch die Menschen andere Menschen zu seinen Jüngern machen. Einerseits ist die Aufgabe, den anderen Menschen von Jesus zu erzählen, schwer. Anderseits ist diese Aufgabe ein Privileg, weil Jesus seine Jünger mit der Verheißung begleitet: Bis an der Welt Ende will er bei seinen Jüngern alle Tage sein.
Jeden Tag hören wir von vielen Seiten die Nachricht, dass unsere Existenz bedroht wird. Der Krieg in der Ukraine kann uns erreichen. Ca. 5 Millionen aus der Ukraine sind auf der Flucht. Viele Menschen haben ihr Leben verloren. Wenn wir mit den Bildern von den bombardierten Gebäuden konfrontiert werden, fühlen wir uns elend. Vor der Gewalt des Krieges fühlen wir uns schwach. Werden wir mit Atomwaffen bedroht, geraten wir in Angst. Wenn wir nur die Welt betrachten, sieht es so aus, als ob die Menschen alle Gewalt hätten. Es mag sein, dass die Gewalt der Menschen uns bedrohen kann. Aber heute spricht Jesus zu uns wieder: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Nicht die Menschen können über unser Leben entscheiden, sondern der Herr, der von den Toten auferstanden ist. Nicht der Tod, sondern Jesus ist der Herr über unser Leben. Darum können wir getrost Jesus nachfolgen. Es mag sein, dass wir wie Jesus von den Menschen verletzt werden. Es mag sein, dass wir wie Jesus sogar getötet werden. Aber wir haben die Wahrheit. Jesus ist der Herr. Wenn wir ihm nachfolgen, werden wir in ihm leben. Der Tod ist kein Ende, sondern der Weg zum Leben. Darum können wir trotz aller Bedrohungen alle Völker auffordern, Jesus nachzufolgen. Jesus wird uns alle Tage begleiten. Er lebt. Er lebt. Er ist bei dir und bei mir.
Der Herr ist auferstanden!

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Fragebogen: Matthäus 28,1-20 – Ostern 2022

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Er ist auferstanden

„Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat.“

(Matthäusevangelium 28,6)

  1. Wer kam am ersten Tag der Woche (Sonntag) frühmorgens zum Grab? Was war dort passiert (2-4)?
  2. Wie bezeugte der Engel ihnen die Auferstehung Jesu (5.6)? Welchen Auftrag gab er ihnen (7)? Wie reagierten die Frauen (8)? Wie begegnete ihnen der auferstandene Jesus und welchen Auftrag gab er ihnen (9.10)?
  3. Wie reagierten die Wachen und die jüdischen Oberen auf die Nachricht von Jesu Auferste­hung (11-15)? Was machten sie, um die Tatsache der Auferstehung zu verhüllen?
  4. Wo begegnete der auferstandene Jesus seinen Jüngern wieder (16)? Beschreibe ihre Reaktion (17). Welche Macht ist Jesus gegeben (18; Eph 1,20-22; Phil 2,9-11)?
  5. Welchen Befehl gab der auferstandene Jesus seinen Jüngern aufgrund seiner Macht (19.20a)? Was meinte er damit? Welche Verheißung gab Jesus den Jüngern dabei (20b)? Denke über die großartige Bedeutung der Auferstehung nach und darüber, wie Gott seitdem in der Geschichte wirkt (24,14).
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Predigt: Matthäus 27,31-66 – Ostern 2022

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Der König stirbt

„Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus.“

(Matthäusevangelium 27,50)

Mir wurde das Privileg zuteil, in dieser Osterzeit gleich zwei Predigten über Jesu Tod zu halten. Für viele Menschen ist die Karwoche eine Zeit, in der man anhand von Jesu Leiden und Sterben über seine eigenen Sünden und Schuld reflektiert. Das ist auch richtig so. Jesus ist für unsere Sünden gestorben. Durch Jesu Tod werden wir gerettet. Durch sein Sterben leben wir. Während der Andacht am kommenden Freitag wollen wir gerne darüber nachsinnen.
Den heutigen Text wollen wir aber gerne unter einem etwas anderen Gesichtspunkt betrachten. Mir scheint es, dass sowohl im Matthäus-Evangelium wie auch im Johannes-Evangelium betont wird, dass Jesus nicht einfach nur das Opfer ist, das für uns geschlachtet wird. Jesus ist der König, und er stirbt als König. Über drei Dinge wollen wir dann nachdenken.
1. Die Tatsache, dass Jesus der König der Juden ist.
2. Die Offenbarung, was für ein König er ist.
3. Die Entscheidung, vor die uns dieser König stellt.

1. Die Tatsache, dass Jesus der König der Juden ist.
Dieser Punkt ist so offensichtlich, dass man ihn kaum übersehen kann. Als Jesus vor dem römischen Statthalter Pilatus steht, ist die erste Frage, die Matthäus uns überliefert, folgende: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortet auf diese Frage: „Du sagst es.“ Und damit wäre eigentlich schon alles gesagt.
Später wird Jesus von den Soldaten verspottet. Zu diesem Zeitpunkt stand nicht nur Jesu Todesurteil fest, sondern auch der Grund für die Verurteilung. Jesus hatte sich als König der Juden geoutet. Die Folterknechte machten sich einen Spott daraus. Sie setzten Jesus eine Dornenkrone auf. Matthew Henry kommentierte, dass eine Krone aus Stroh Hohn genug gewesen wäre, aber mit der Krone aus Dornen quälen sie ihn zusätzlich. Sie fallen vor ihm nieder und sagen: „Sei gegrüßt, König der Juden!“ Vers 30 sagt: „Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen damit auf seinen Kopf.“ Das ist die zweite Erwähnung.
Als Jesus am Kreuz hing, wurde eine Aufschrift über seinem Kopf angebracht. Alle Zuschauer sollten sehen, weshalb Jesus am Kreuz hing. Vers 37 sagt: „Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht, die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der König der Juden.“ Das ist die dritte Erwähnung.
Als ob das nicht ausreichen würde, finden wir weitere indirekte Erwähnungen. In Vers 22 fragte Pilatus: „Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Christus nennt?“ Wie die meisten von uns wissen, bedeutet Christus der Gesalbte, was wieder nichts anderes bedeutet, als dass Jesus der Messias und der König ist. Und in Vers 42 sehen wir, wie die religiösen Leiter Jesus noch weiter verspotten, als er sich längst im Todeskampf befindet. Sie sagen: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist doch der König von Israel!“
Wir dürfen nicht vergessen, dass Jesu Königtum ein Thema ist, das für Matthäus in seinem Evangelium ganz zentral war. Ich weiß, dass Weihnachten ganz schön lange her ist. Aber vielleicht erinnert der ein oder andere, dass wir letztes Jahr die ersten Kapitel von Matthäus betrachtet haben. Gleich im allerersten Vers heißt es: „Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ Jesus ist der Sohn von König David und somit rechtmäßiger Erbe des Thrones Davids. Ein König hat natürlich auch einen Stammbaum. Also beginnt Matthäus gleich mit dem Stammbaum Jesu. In Kapitel 2 sehen wir die Frage der Weisen aus dem Orient: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Ich hoffe, ihr könnt es sehen: vom ersten Kapitel bis zur Passionsgeschichte spannt Matthäus einen großen Bogen. Wo ist der neugeborene König der Juden? In Matthäus 27 sehen wir schließlich den König der Juden.
Hier ist das Interessante: Der Text verkündet immer und immer wieder, dass Jesus der König der Juden ist. Aber niemand meint es ernst. Für die Soldaten war Jesus, der König der Juden, ein Objekt ihrer Verachtung und ihr Spott. Für Pilatus war Jesus, der König der Juden, ein politischer Aufrührer, der im römischen Reich nicht geduldet werden konnte und deshalb beseitigt werden musste. Deshalb auch die Aufschrift. Für die Pharisäer und Priester war Jesus der König der Juden, den sie unter gar keinen Umständen haben wollten, weil sie Angst um ihre eigene Macht und ihren eigenen Einfluss hatten. Jesus, der König der Juden: jeder, der in diesem Mord verwickelt war, gebrauchte diesen Ausdruck; jeder nahm diese Worte in den Mund; jeder Augenzeuge von Jesu Tod bekam es zu lesen; keiner von ihnen meinte es, und keiner verstand es.
Wir als Leser dieser Geschichte sollten verstehen, dass gerade darin eine unglaubliche Ironie verborgen ist. Alle sagen das Richtige und meinen das Falsche. Denn Fakt ist: Jesus ist der König der Juden. Jesus ist der Christus, der Gesalbte. Jesus ist der verheißene Messias. Jesus ist der wahre Nachkomme Davids, der bessere und der größere David, der König nicht nur von Israel, sondern der König der ganzen Welt und Herrscher des Universums.

2. Die Offenbarung, was für ein König er ist.
Stephen Surh, ein Theologe, mit dem ich befreundet bin, hat einmal folgendes gesagt: Jedes Königreich auf Erden basiert auf Blutvergießen. Wir sehen das auch in der Bibel: Kain erschlägt seinen Bruder Abel und baut danach eine Stadt. Selbst die Gründungsmythen der Weltreiche haben Mord und Totschlag in sich. Denken wir an Romulus und Remus: Romulus tötet seinen Bruder Remus. Das ist der Mythos, auf dem das römische Reich beruht. Wir sehen es in der Geschichte der Menschheit immer und immer wieder bestätigt. Die immer noch mächtigste Nation der Welt ist im Moment die USA. Gegründet sind die Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Boden, auf dem Millionen von indigenen Menschen ausgerottet und vertrieben wurden und wo Millionen von afrikanischen Sklaven unterdrückt und ausgebeutet wurden. Wir haben das Glück, in Europa zu leben, wo in den letzten Jahrzehnten ein relativ stabiler Frieden herrschte. (Zumindest bis vor wenigen Wochen war das so). Dieses Europa ist gegründet auf einem Kontinent, in dem zwei Weltkriege unzählige Millionen von Menschenleben gekostet hatten, nicht eingeschlossen die geplante und systematische Ermordung von Millionen von Juden und anderen unschuldigen Menschen durch die Nazis. Egal wohin wir schauen, jedes Reich, das von Menschen gebaut ist, basiert auf Blutvergießen.
Wie ist es mit dem Reich, das Jesus baut? In den Versen 39 und folgenden sehen wir, wie die Zuschauer Jesus verspotten. Sie sagen z.B.: „Du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich selbst und steig herab vom Kreuz!“ Die religiösen Leiter sagen: „Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben.“ Und in Vers 43: „Er hat auf Gott vertraut, der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat; er hat doch gesagt: Ich bin Gottes Sohn.“ Selbst die Verbrecher links und rechts von ihm sagten ähnliche Dinge. Was war Jesu Antwort auf alle diesen Spott? Jesus erduldete alles stillschweigend. Warum? Weil Jesus nicht vom Kreuz herabsteigen konnte. Jesus konnte nicht sich selbst retten und gleichzeitig uns retten. Jesus konnte sich nicht selbst helfen und gleichzeitig uns helfen. Die einzige Möglichkeit, uns das Leben zu schenken, bestand darin, dass er sein Leben für uns hingab. Das war der Grund, weshalb er am Kreuz blieb.
Wir sehen den Höhepunkt seines Leidens in Vers 46: „Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Warum sind uns diese Worte auf Aramäisch überliefert, die Sprache, die Jesus gesprochen hatte, während uns praktisch alle anderen Worte Jesu auf Griechisch überliefert sind (die einzige andere Ausnahme, die mir einfällt, ist „talita cum“? Die einzige plausible Erklärung, die ich habe, ist die, dass dieser Schrei Jesu unvergesslich gewesen sein musste. Jesu Schrei muss so voller Schmerz und unerträglicher Qual gewesen sein, dass die Augenzeugen das unmöglich vergessen konnten. Jesus ging sprichwörtlich durch die Hölle der Gottverlassenheit. Jesus erduldete alles das, das wir verdient hätten, und er tut es an unserer Stelle.
Was bedeutet das dann für das Königreich, das Jesus regiert? Wir haben vorhin gesehen, dass jedes Reich, das von Menschen gebaut ist, auf Blutvergießen gegründet ist. Das gilt auch für das Reich Gottes. Und doch gibt es einen kategorischen Unterschied. Im Reich Gottes ist es nicht unser Blut, das vergossen wird. Der Sohn Gottes vergießt sein Blut. Der König der Juden stirbt. Gott geht zu Boden. Jesus geht für uns durch die Hölle. Das ist die Basis für sein Königreich. Das ist die Art und Weise, wie Jesus regiert: Er opfert sich für seine Feinde aus radikaler Agape-Liebe.
Was sind die Implikationen dessen? Vor einigen Wochen berichteten einige Medien darüber, dass weltweit die meisten Kirchen den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilten. Eine Kirche hält sich zurück, bzw. unterstützt den Krieg: die russisch-orthodoxe Kirche. Und das ist ein Desaster. Jesus hatte selbst gesagt, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. In der Geschichte der Christenheit gibt es viele, viel zu viele Beispiele für die Vermischung von Politik und Kirche. Was wir auf jeden Fall sagen können, ist, dass die Folgen immer desaströs waren, wenn – wie jemand es einmal formuliert hat – Politik und Kirche ins Bett gegangen sind: angefangen mit Kaiser Konstantin, die Kreuzzüge, Inquisition, Glaubenskriege bis hin zu den vielen Kirchen, die Hitler unterstützt haben. Das Resultat war immer unrühmlich.
Der Grund dafür ist, dass die Art und Weise wie Jesus regiert und das Königreich, das er baut, sich grundsätzlich von allen Königreichen dieser Welt unterscheidet. Das Kreuz offenbart das. Um einige wenige Unterschiede zu nennen. In allen irdischen Reichen wird Macht von oben ausgeübt. Macht zu haben, bedeutet, über andere zu herrschen. In Gottes Reich wird Macht nicht von oben ausgeübt, sondern sie kommt von unten. Macht zu haben, bedeutet, anderen zu dienen.
In allen Reichen dieser Welt wird Konformität durch Gewalt erzwungen. Es geschieht unter Androhung von Strafen. Wenn du gegen das Gesetz verstößt, dann drohen Bußgelder oder in schweren Fällen Freiheitsentzug. Paulus sprach davon, dass die staatliche Gewalt das Schwert trägt und das Urteil vollstreckt. Unter Jesu Herrschaft wird Konformität ganz anders hervorgerufen. Nicht unter Androhung von Gewalt, sondern durch ein Erweisen von unendlicher Gnade und Liebe am Kreuz. Die Argumentation lautet: „Weil Gott mich so sehr geliebt hat, weil Gott mir in Jesus Christus nichts vorenthalten hat, wie könnte ich ihm nicht gehorchen wollen?“
Wo wir bei Konformität sind: die Art und Weise, wie ein „gutes“ Leben definiert wird, unterscheidet sich radikal voneinander. In allen irdischen Reichen geht es um äußere Konformität: hältst du dich an die Regeln? Tust du das, was das Gesetz von dir erfordert? Zahlst du deine Steuern? Verhältst du dich so, wie es angemessen ist? Es geht um das, äußerlich sichtbar ist. Solange wir uns äußerlich an das Gesetz halten, haben wir keine Probleme mit dem politischen System. Wir können das mit Freude oder zerknirscht tun, dem Staat ist das egal. Im Reich Gottes geht es primär nicht darum, was wir tun, sondern wer wir sind. Es geht nicht darum, ob wir heilig aussehen, sondern ob wir heilig sind. Es geht in erster Linie um unsere Innerlichkeit: hast du Liebe und Freude und Dankbarkeit im Herzen? Und hast du mehr Liebe und Freude in diesem Jahr als im vergangenen Jahr (das ist geistliches Wachstum)?
Alle Reiche dieser Welt sind geografisch lokal. Wir Menschen haben so etwas an sich: unser Essen ist das Leckerste, unsere Fußballmannschaft ist die Beste, unsere Schule ist die Angesehenste, unser Land ist das Großartigste. Wir tun das, um uns hervorzuheben und von anderen zu differenzieren. Nationalismus ist im Prinzip nichts anderes. Aber das Reich Gottes ist ganz anders. Es ist kein geografisches oder nationales „Wir gegen die anderen“. Jesu Königreich überwindet alle Grenzen aller Menschen aller Zeiten. Es unterscheidet nicht zwischen Sklaven und Freien, Ländern und Ethnien, reich und arm, Männer und Frauen. Jesu Reich ist überall dort, wo Jesus als König geliebt wird. Es ist multikulturell und global im besten Sinne.
Um nicht missverstanden zu werden: natürlich gibt es bessere und schlechtere Regierungsformen. Niemand von uns würde vermutlich abstreiten, dass es besser ist, in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben als unter einer korrupten Militärdiktatur. Und trotzdem unterscheiden sich alle Reiche dieser Welt kategorisch von dem Reich, das Jesus baut.
Jesus ist der König der Juden. Sein Leiden und Sterben offenbaren das Wesen von seinem Reich, das durch radikale Agape-Liebe und Selbstaufgabe gekennzeichnet ist.

3. Die Entscheidung, vor die wir gestellt werden.
Das im Moment bestimmende Thema in den Nachrichten ist der Krieg in der Ukraine. Allein dieser Angriffskrieg zeigt, wie unsere Welt ist. Was ist sehr interessant fand, ist, dass diese Aggression als so ungerechtfertigt, unnötig und schlimm angesehen wurde, dass praktisch von allen Politikern und öffentlichen Menschen im Westen gefordert wurde, sich zu positionieren: verurteilst du diesen Krieg? Auf welcher Seite stehst du? Dem Dirigenten Valery Gergiev oder die Sängerin Anna Netrebko wurden ihre Verträge und Einladungen gekündigt, weil sie nicht bereit waren, sich von Putin zu distanzieren. Letzte Woche war auch in den Medien, dass die über 90-jährige, rechtsradikale Holocaust-Leugnerin Ursula Habeck ins Gefängnis muss. Ein grausamer Völkermord von einem solchen Ausmaß darf niemanden kalt oder neutral lassen. Wenn wir vor den Massengräbern der Welt stehen, sind wir gezwungen eine Entscheidung zu treffen. Die Bosheit in von solch einem Ausmaß, dass Gleichgültigkeit keine Option ist.
Frage: gibt es irgendetwas, was so gut und so wunderbar ist, dass wir ebenfalls zu einer Entscheidung gezwungen werden? Der Tod des Königs der Juden offenbart Gottes radikale Güte und unermessliche Liebe für diese verlorene Welt. Wenn wir mit Gottes unendlicher, selbst-hingebender, selbst-aufopfernder Agape-Liebe konfrontiert sind, stellt uns das unweigerlich vor die Wahl. Wir müssen eine Entscheidung treffen. Die Entscheidung ist: nimmst du diesen König der Liebe an? Ist er auch dein König? Bist du bereit, dein Leben unter seine Herrschaft zu stellen? Oder stellst du dich gegen ihn? Es gibt keinen Raum in der Mitte. Entweder du bist ein Anbeter der Liebe Jesu; oder du stehst bei den Spöttern und Feinden Jesu. Die Liebe Jesu ist von solch einer Absolutheit, dass Gleichgültigkeit keine Option ist, die wir haben.
Isaac Watts hatte gedichtet:
„Were every realm of nature mine
My gift was still be far too small.
Love so amazing, so divine
Demands my soul, my life, my all.”
Übersetzt heißt das: „Wäre jedes Reich der Natur mein, meine Gabe wäre immer noch viel zu klein. Eine Liebe, so göttlich und so erhaben, verlangt meine Seele, mein Leben, mein ganzes Sein.“ Jesus, der Sohn Gottes, starb für dich. Wie könnten wir uns an irgendetwas anderes klammern wollen? Wie könnten wir ihm nicht unsere Seele, unser Leben und unser ganzes Sein zurückgeben?
Die zweite Anwendung: Die Tatsache, dass Jesus als König der Juden starb, offenbart die Art und Weise, wie Gottes Reich sich ausbreitet. Vorhin haben wir gesagt, dass es immer desaströse Folgen hatte, wenn die Kirche sich mit den Mächtigen dieser Welt verbündet hat. Noch einmal: Jesu Reich ist nicht von dieser Welt. Jesu Reich breitet sich niemals durch politische Macht und durch das Schwert aus. Jesus unterwirft nicht durch Gewalt, sondern durch überzeugende Liebe. Die Ausbreitung seines Reiches geschieht durch Verkündigung der Wahrheit in Liebe. Es schließt jede Form von Manipulation, Machtanwendung, Bevormundung aus. Es ist auch der Grund, weshalb „christliche Werte“ durch politische Maßnahmen durchzusetzen grundsätzlich immer ein Schuss in den Ofen ist. Die einzige Möglichkeit, christliche Werte wirklich in der Gesellschaft zu verankern, ist durch Christus-nachfolgende Menschen, die Jesu Weg der Liebe praktizieren.
Letzte Anwendung: als Bürger von Jesu Reich gilt, dass Menschen nicht unsere Feinde sind. Paulus schrieb in Epheserbrief: „Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrschaft dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen.“ In der Fernsehserie „How I met your mother“ gibt es ein Paar (Robin und Barney), die von einem anderen Paar in einem Restaurant richtig genervt werden. Robin fragt dann: „Sind diese beiden gerade unsere Erzfeinde geworden?“ Und Barney antwortet auf diese Frage: „Nein, Robin. Sie waren schon immer unsere Erzfeinde. Sie haben sich uns nur erst jetzt offenbart.“ Vielleicht hab ihr in eurem Leben Menschen, die euch das Leben schwer machen: der nervige Mitschüler; der Gegenspieler, der mich immer foult; der lästernde Kollege, der Nachbar, der sich immer beschwert. Oder vielleicht habt ihr zum Glück harmonische Beziehungen im Umfeld. Aber trotzdem gibt es Leute, die ihr im Herzen verachtet: Politiker, die ihr nicht ausstehen könnt, Schauspieler, Künstler, Autoren, die ihr ganz fürchterlich findet. Und vielleicht haben wir gute Gründe, weil das, was die anderen tun, unmoralisch ist, weil die Meinungen, die sie vertreten, objektiv schlecht sind.
Jesus hatte ganz viele Feinde, die ihn nicht ausstehen konnten. Und er hat für jeden einzelnen von ihnen gebetet und ihnen vergeben. Wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern Mächte und Gewalten der Finsternis. Wenn es Menschen in deinem Leben gibt, die du nicht ausstehen kannst, ist das die Gelegenheit, Jesu Liebe zu lernen. Wir wollen gerade für diese Menschen beten, dass Gott sie segnet; dass sie Gottes Liebe und Fürsorge in besonderem Maß erfahren.
Eine Person, die das gepredigt und auf vorbildliche Art und Weise vorgelebt hatte, war der Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. King hielt eine Predigt über die Feindesliebe. Am Ende der Predigt spricht er über Jesu Tod. Er sagte folgendes: „Es war einmal ein kleiner Baum, der auf einem kleinen Hügel gepflanzt wurde, und an diesem Baum hing die einflussreichste Persönlichkeit, die je in diese Welt kam. Aber denkt ja nicht, dass dieser Baum ein bedeutungsloses Drama ist, das sich auf den Bühnen der Geschichte abspielt. Oh nein, es ist ein Fernrohr, durch das wir in den weiten Blick der Ewigkeit schauen und die Liebe Gottes sehen, die in die Zeit hineinbricht. Es ist eine ewige Mahnung an eine machtbetrunkene Generation, dass die Liebe der einzige Weg ist. Es ist eine ewige Mahnung an eine Generation, die von nuklearer und atomarer Energie abhängig ist, eine Generation, die von physischer Gewalt abhängig ist, dass die Liebe die einzige schöpferische, erlösende und verwandelnde Kraft im Universum ist.
Während ich also heute Morgen in deine Augen schaue und in die Augen all meiner Brüder in Alabama und in ganz Amerika und auf der ganzen Welt, sage ich euch: „Ich liebe euch. Ich würde lieber sterben, als euch zu hassen.“ Und ich bin töricht genug zu glauben, dass durch die Kraft dieser Liebe die widerspenstigsten Menschen verwandelt werden können. Und dann werden wir in Gottes Reich sein. Wir werden in der Lage sein, uns an der Universität des ewigen Lebens einzuschreiben, weil wir die Kraft hatten, unsere Feinde zu lieben, die Menschen zu segnen, die uns verflucht haben, uns sogar dazu zu entschließen, gut zu den Menschen zu sein, die uns gehasst haben, und wir haben sogar für die Menschen gebetet, die uns missbraucht haben.“
Jesus, der König der Juden, ist für uns gestorben. Die Liebe Gottes ist offenbar. Jetzt bist du an der Reihe.

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Fragebogen: Matthäus 27,31-66 – Ostern 2022

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Jesu Tod am Kreuz

„Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

(Matthäusevangelium 27,46)

  1. Wohin wurde Jesus nach seiner Verurteilung und Verspottung geführt (31.33)? Warum musste Simon aus Kyrene Jesu Kreuz tragen (32)?
  2. Warum wollte Jesus den mit Galle vermischten Wein nicht trinken, als er an der Hinrichtungsstätte ankam (34)? Wie schildert der Verfasser die Kreuzigung Jesu (35a)? Was taten die Soldaten gleich danach und was zeigt das über sie (35b-36)? Warum musste Jesus gekreuzigt werden (Jes 53,5.6)?
  3. Was bedeutet die Aufschrift an Jesu Kreuz (37)? Neben wem wurde Jesus gekreuzigt (38; vgl. Jes 53,12)? Wie verspotteten ihn die Leute (39-44)? Denk darüber nach, dass Jesus sich selbst nicht rettete, um die Sünder zu retten.
  4. Was bedeutet die dreistündige Finsternis (45)? Warum schrie Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (46; vgl. Jes 53,4-6)? Wie missverstanden die Leute Jesu Schrei (47-49)?
  5. Wie starb Jesus (50)? Was bedeutet es, dass der Vorhang im Tempel zerriss (51; Hebr 10,19.20)? Über welche weiteren Ereignisse berichtet der Verfasser (52.53)? Was bedeuten die Worte des Hauptmanns (54-56)?
  6. Wer kümmerte sich um Jesu Begräbnis (57-61; vgl. Jes 53,9)? Warum kamen die jüdischen Oberen erneut zu Pilatus (62-64)? Warum ließen die religiösen Leiter das Grab Jesu bewachen (62-66)? Wozu diente das aber schließlich?
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