Predigt: 1. Korinther 15,1 – 11 (Sonderlektion zu Ostern 2016)

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Für unsere Sünden

„dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift“

(3b.4)

Heute ist Karfreitag. Wir denken an diesem Tag über den Tod und die Auferstehung Jesus nach. Wir haben dafür den Text aus 1.Kor 15,1-11 gewählt.

I. Das Evangelium

Wie wir an dem Brief an die Christen in Korinth sehen, gibt es viele wichtige Themen in einer Gemeinde. Es geht um die richtige Moral und um das richtige Verhalten als ein Christ. Nachdem der Apostel Paulus zu den vielen verschiedenen Missständen, Anfragen und Problemen der Christen in Korinth Stellung genommen hat, geht er in Kapitel 13 auf die Notwendigkeit der Liebe im Umgang miteinander ein und in Kapitel 14 gibt er Hinweise für das praktische Verhalten bei den Gemeindeversammlungen. Doch anscheinend hält er dies noch nicht für ausreichend.

Was tut er, um den Christen in der Gemeinde in Korinth noch weiter und ganz grund­legend zu helfen? Er sagt (1): „Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe.“

Paulus erinnert die Christen in Korinth an das Evangelium. Als er ihnen am Anfang begegnet war, hatte er ihnen das Evangelium von Jesus verkündigt. Nicht die Lehre über die richtige Moral oder das richtige Verhalten, sondern das Evangelium von Jesus ist die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Das Evangelium von Jesus steht am Anfang und im Mittelpunkt des Glaubenslebens, es ist die Essenz des christlichen Glaubens, bei den Christen in Korinth und auch bei uns. Pfarrer Wilhelm Busch, der das Buch „Jesus unser Schicksal“ geschrieben hat, pflegte zu sagen: „Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt: Jesus.“ So kommt auch der Apostel Paulus hier in seinem Brief zur Hauptsache, indem er an das Evangelium erinnert.

Lesen wir die Verse 1 und 2: Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr’s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt.“

Paulus hatte das Evangelium verkündigt und einige Menschen in Korinth hatten es an­ge­nom­men. Sie glaubten fest an das Evangelium und sie würden selig werden, wenn sie es so festhielten, wie es ihnen verkündigt worden war.

Was ist denn nun das Evangelium? Übersetzt man das griechische Wort „euangelion“ ins Deutsche, dann bedeutet es einfach nur „gute Nachricht“. Nun kann natürlich alles mögliche eine gute Nachricht sein. Wenn der Lehrer zum Schüler sagt, „Du hast in der Klassenarbeit eine Eins geschrieben“, dann ist das eine gute Nachricht. Wenn der Chef dem Mitarbeiter die Gehaltserhöhung ankündigt, dann ist das eine gute Nachricht. Wenn meine liebe Frau mir sagt, dass sie zum Mittagessen Kartoffelsuppe mit Spätzle kocht, ist es für mich auch eine gute Nachricht.

Wo aber Paulus von dem Evangelium spricht, meint er nicht irgendeine, sondern eine ganz bestimmte gute Nachricht. Es ist die gute Nachricht, die von alles entscheidender Bedeutung ist für unser Leben in dieser Welt und für unser ewiges Leben. Es ist die gute Nachricht, durch die wir fest stehen und selig werden können. Was ist nun der Inhalt des Evangeliums?

Evangelium ist Erstens: dass Christus gestorben ist für unsre Sünden. Paulus sagt: „Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift;“

Es ist eine gut bezeugte geschichtliche Tatsache, dass Jesus Christus gestorben ist. Doch das ist nicht Evangelium, dass Christus gestorben ist, ist keine gute Botschaft für die Menschen dieser Welt. Die Menschen würden es eher bedauern, dass so ein guter Mensch wie Jesus gestorben ist, viel schlimmer noch, dass er absichtlich getötet wurde. Überhaupt ist es doch so, dass wir traurig sind, wenn jemand, den wir kennen stirbt. Wir sind schockiert, wenn gute Bekannte, Verwandte oder Freunde plötzlich sterben. Warum sollte dann der Tod von Jesus Christus eine gute Nachricht sein?

Das entscheidende am Evangelium ist, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist. Das große Thema des Evangeliums sind unsere Sünden. Nach meiner Erfahrung sprechen wir nicht gerne über unsere Sünden, aber beim Evangelium geht es gerade darum! Unsere Sünden sind unser größtes Lebensproblem, das wir gerne verstecken und am liebsten aus unserem Bewusstsein verdrängen wollen. Aber das Evangelium will gerade dieses, unser größtes Lebensproblem, auf den Tisch bringen und behandeln und lösen.

Wir wissen aus der Bibel, dass der Lohn der Sünde immer der Tod ist. Weil Gott die Menschen liebte und sie am Leben erhalten wollte, hatte Gott angeordnet, dass stellvertretend zumindest ein Tier sterben musste. Zur Zeit des Alten Testaments mussten die Israeliten deshalb, damit sie Vergebung für ihre Sünden bekommen konnten, ein unschuldiges Tier töten und opfern. Sie anerkannten damit, dass sie eigentlich wegen ihrer Sünde nicht in die Gemeinschaft mit Gott kommen durften, sondern nur den Tod verdient hatten. Sie zeigten dadurch, dass sie ihre Sünde bereuten und Gott um Vergebung baten.

Als Johannes der Täufer Jesus sah, sagte er (Joh 1,29): „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ Gott selber stellte ein Lamm zur Verfügung – seinen eigenen göttlichen sündlosen Sohn -, der allein in der Lage war, die Sünde der Menschen der ganzen Welt zu übernehmen und so die Grundlage für Vergebung zu schaffen.

Noch etwas dürfen wir hier sehen. Jesus hat gesagt (Lk 5,31.32): „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.“ Jesus ist gerade für die Sünder in die Welt gekommen, für uns, die wir wegen unserer Sünde krank und verloren sind. Das Evangelium ist die frohe Botschaft für Sünder. Das Evangelium zeigt uns den Weg Gottes, wie wir von der Last und dem Lohn der Sünde frei werden, indem Christus gestorben ist für unsre Sünden.

Ich will Dir hier die Frage stellen. Bist Du ein Sünder? Kannst du das zugeben, dass du ein Sünder bist? Wenn ja, dann lasse dich als Sünder von Jesus Christus zur Buße rufen! Nimm es heute im Glauben an, dass Jesus Christus auch für deine Sünden gestorben ist?

Es gibt Menschen, die das Evangelium ablehnen. Sie wollen nicht annehmen, dass ein anderer für ihr Fehlverhalten bezahlen soll. Sie wollen selber dafür ins Gericht Gottes gehen und ihre Schuld selbst tragen und dafür bezahlen. Sie haben keine Ahnung, wie schrecklich dies für sie sein wird …

Es gibt Menschen, die dieses Evangelium als unmenschliche Schlachthaustheologie ablehnen. Sie lehnen damit Gottes Weg der Vergebung ab. Es gibt Menschen, die ihre Sünden mit gutem Verhalten und guten Taten ausgleichen wollen, doch so etwas kann man nie schaffen. Diese Menschen werden als Lohn der Sünde den Tod erhalten. Sie sind verloren.

Gott möchte das nicht. Gott hat – so lesen wir in Joh 3,16 – „die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Es ist so wunderbar, dass wir im Glauben annehmen dürfen, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, und dass wir durch sein stellvertretendes Sterben Vergebung bekommen und nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Zweitens: dass er begraben worden ist.

Jesus Christus starb für unsere Sünden am Kreuz und er wurde begraben. Auch das Begräbnis Jesu ist Teil des Evangeliums, und auch das ist auf den ersten Blick nur eine traurige Angelegenheit. Jesus stellte einmal die Frage (Mt 16,26): Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Mit anderen Worten: Wenn ich sehr reich wäre und mir alles leisten könnte, was ich nur wollte, wenn ich alle Ziele erreichte und eine großartige Karriere hätte, wenn ich Professor für irgendetwas würde. Wenn ich große Anerkennung der anderen Menschen bekommen würde …. Was würde davon übrigbleiben und mir eine Hilfe sein, wenn der Tod kommt? Wir können hier auch an das Gleichnis vom reichen Kornbauer denken, der sehr reich war, der aber in der nächsten Nacht sterben würde.

Angesichts des Todes wird alles andere bedeutungslos. Der Tod beendet jede Karriere. Wer vom Tod betroffen ist, der hat durch die irdischen Dinge keine Hilfe mehr.

Was kommt nach dem Tod? Die Bibel lehrt (Hebr 9,27.28): „Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.“

Solange wir leben, haben wir die Möglichkeit der Entscheidung. Wir können entweder unser eigenes Glück für uns selbst suchen oder für den Willen Gottes leben. Wenn der Tod kommt, haben wir keine Möglichkeit der Entscheidung mehr. Dann gibt es nur noch ein Warten auf das Gericht Gottes.

Jedes Begräbnis zeigt uns die Endlichkeit unseres irdischen Lebens. Wir sollen oft daran denken, dass wir sterben müssen, damit wir – solange es Zeit ist – kluge Entscheidungen im Hinblick auf das ewige Leben treffen.

Nach unserer Erfahrung ist mit dem Tod und Begräbnis eines Menschen alles zu Ende. Damit ist ein Menschenleben abgeschlossen.

Jesus starb auch, er wurde auch vom Tod betroffen und begraben. Wie hat Jesus gelebt? Jesus hat in seinem Leben nicht auf Reichtum vertraut. Er hat dafür gelebt, den Willen Gottes zu tun. Er hat sein Leben und sich selbst für Gottes Willen hingegeben.

Auch bei Jesus war scheinbar mit dem Begräbnis alles zu Ende. Alle Hoffnungen, die die Jünger auf Jesus gesetzt hatten, waren zerplatzt. Es schien nur noch ein schmerzliches Gedenken, ein wehmütiges Erinnern an ihn zu bleiben. Und doch war es bei Jesus anders. Was war anders?

Drittens: dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;

Jesus hatte es seinen Jüngern wiederholt angekündigt, dass er leiden und sterben müsste und wieder auferstehen würde. Sogar die Hohen Priester, Schriftgelehrten und Pharisäer hatten gehört, dass Jesus dies gesagt hatte. Deshalb baten sie Pilatus, dass er das Grab bewachen ließe, damit niemand den Leichnam Jesu stehlen und dann behaupten könnte, er sei auferstanden.

Der Gedanke an eine tatsächliche Auferstehung war aber so unerhört, es war so unglaublich, dass so etwas geschehen könnte, dass niemand damit rechnete. Schon als Jesus davon geredet hatte, hörten die Jünger nicht richtig zu und sie nahmen die Ankündigung der Auferstehung Jesu nicht an. Nachdem Jesus begraben war, trauerten sie um Jesus, sie waren verstört und voller Furcht um ihr eigenes Leben. Alle ihre Hoffnungen waren mit Jesus begraben worden.

Viele Menschen in unserer heutigen Zeit lehnen den Glauben an die Auferstehung ab, weil nach aller menschlicher Erfahrung der Tod, wenn er eingetreten ist, unumkehrbar ist.

Dennoch ist es das Evangelium, dass Jesus Christus am dritten Tag auferstanden ist. Jesus Christus wurde durch Gott vom Tod auferweckt. Seine Auferstehung vom Tod ist der Beweis, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Die Bibel sagt, dass Jesus der Erstling der Auferstehung ist und wir alle ihm folgen und ebenfalls auferstehen bzw. einen neuen Leib bekommen werden. Durch Jesu Auferstehung wird die vage Hoffnung auf die Auferstehung zu einer begründeten, festen Hoffnung auf die Auferstehung.

II. Die Zeugen der Auferstehung

Wenn die Menschen in der Welt von der Auferstehung Jesu hören, sagen sie, das sei ein Mythos; d.h. so eine Art religiöses Märchen. Mythen muss man nicht ernst nehmen. Doch die Auferstehung Jesu ist kein Mythos, weil es Zeugen gibt, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen haben.

Was erfahren wir von diesen Zeugen? In Vers 5 lesen wir: „und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen.

Kephas, das ist Petrus, hatte bei der Gerichtsverhandlung Jesu, dreimal geleugnet, Jesus zu kennen. Er tat das aus Selbsterhaltungstrieb, er wollte nicht auch getötet werden. Nachdem Petrus dem Auferstandenen Jesus begegnet war, predigte er wenige Wochen später öffentlich im Tempel in Jerusalem von Jesus. Johannes und er wurden verhaftet und vor den hohen Rat geführt. Die Angehörigen des Hohen Rats (Apg 4,18-20) „geboten ihnen, keinesfalls zu reden oder zu lehren in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ Wie war es möglich, dass Petrus plötzlich gar keine Angst mehr vor dem Tod hatte? Es war deshalb, weil er dem Auferstandenen Jesus begegnet war. Wir war es möglich, dass Petrus mit so großem Mut sogar im Tempel und vor dem Hohen Rat Jesus, als den Auferstandenen, bezeugte? Es war möglich, weil er dem auferstandenen Jesus begegnet war.

Der Auferstandene Jesus ist auch von den anderen Jüngern gesehen worden. Thomas, der bei der ersten Erscheinung Jesu nicht anwesend war, wollte nicht glauben, dass Jesus auferstanden sei. Er wollte nur glauben, wenn er seine Finger in die Wunden Jesu gelegt hätte. Jesus erschien auch Thomas und forderte ihn auf, seine Finger in seine Wunden zu legen. Diese Jünger wurden Zeugen der Auferstehung und sie bezeugten das Evangelium von Jesus, wenn es sein musste bis zum Tod.

Es gab noch weitere Zeugen (6-9): „Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. 7 Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. 8 Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. 9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.

Zuletzt ist der auferstanden Jesus auch Paulus erschienen. Paulus verfolgte damals die noch junge Gemeinde der Christen bis aufs Blut. Er hasste sie. Er betrachtete Jesus als einen falschen Propheten und Verführer. Doch als er auf dem Weg nach Damaskus war, um auch dort die Christen zu verhaften, begegnete ihm der auferstandene Jesus und rief ihn zur Buße. Die persönliche Begegnung mit dem Auferstanden veränderte Paulus. Er wurde vom größten Christenverfolger zum größten Missionar und Prediger des Evangeliums. Wie ist sein persönliches Zeugnis darüber? Betrachten wir Vers 10: „Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.“ Paulus hatte die Gnade Gottes erfahren, als der auferstandene Jesus ihm seine Sünde vergab und ihn berief, dass er sein Zeuge sein sollte. Gottes Gnade an Paulus war nicht vergeblich. Von nun an arbeitete Paulus fleißig – viel mehr als alle anderen Apostel – , um das Evangelium zu den Menschen zu bringen.

Paulus schließt mit Vers 11: „Es sei nun ich oder jene: so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.“

Wir haben heute gelernt, was das Evangelium ist. dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift. Dies ist die gute Nachricht, die wir den Menschen unserer Zeit und insbesondere auch den Studenten in Heidelberg weitergeben dürfen.

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Predigt: 1. Korinther 15,12 – 34 (Sonderlektion zu Ostern 2016)

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Aufsehen zu Jesus beim Auferstehungsglauben

„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“

(20)

Einmal las ich einen Satz von einer jungen Mutter, die sich gerade um ihr kleines krankes Baby kümmerte: Sie sagte zu ihrem Baby „Es tut dir sehr weh, mein Kind. Auch mir tut es weh. Weißt du, ich bin auch zum ersten Mal Mutter.“ Wie schön wäre es, wenn man das Leben wiederholen könnte. Aber jedes Ereignis geschieht einer Person immer zum ersten Mal.

Im Glaubensleben habe ich manchmal den Wunsch, von der Entstehung der Gemeinde bis zu ihrem Schluss, alles miterleben zu können, damit ich weiß, ob mein Tun richtig ist. Leider ist es nur meine Wunschvorstellung. So wie eine einzelne Person immer wieder Probleme erfährt, gibt es auch in der Gemeinde vielfache Herausforderungen. Soll man dann jedes Mal eine innere Krise und geistliche Schwankungen erleben, bis man da wieder herausgekommen ist? Soll man, um im Leben weise zu sein, erst alles selbst erlebt haben, auch das schlimmste? Im Glaubensleben stellt man sich hunderte Fragen. Gibt es jemanden, der zu allen Fragen, die Lösung liefern kann? Ich möchte in dieser Stunde eine Sache deutlich machen, nämlich dass die Antwort in Jesus liegt. Daher habe ich dem Text einen ungewöhnlichen Titel gegeben. „Aufsehen zu Jesus beim Auferstehungsglauben“

Apostel Paulus versuchte im Korintherbrief die Probleme der Korinther Gemeinde zu lösen. So behandelte er im Kap 15 auch das Glaubensproblem, das einige der Korinther mit dem Glauben an die Auferstehung hatten. Dieses Problem zeigte sich in der Gemeinde dadurch, dass einige nicht nüchtern lebten, sondern durch ihr Verhalten im Hinblick auf Essen und Trinken sogar die anderen Gläubigen negativ beeinflussten. Beim Bibelstudium verneinten sie die Auferstehung der Toten, weil die verweslichen und unreinen Körper ihrer Meinung nach für die Auferstehung nicht geeignet sind. So investierten sie viel Zeit und Mühe für die Rettung ihrer Seele, aber sie hatten kein Problem damit, mit ihrem Körper, den sie für minderwertig hielten, zu sündigen. Wie löste Paulus dieses Glaubensproblem der Gemeinde? Er sah zu Jesus auf, der als Erstling von den Toten auferstanden ist und der das Reich Gott, dem Vater übergeben wird.

  1. Die logischen Folgen ihres Unglaubens an die Auferstehung der Toten. (12-19)

Vers 12 “Wenn aber Christus gepredigt wird, daß er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?“ Nach diesen Versen war die Auferstehung Jesu selbstverständlich für sie. Wenn ein Prediger sagte; Jesus ist auferstanden, entgegneten sie ihm „Jesus ist wahrhaftig auferstanden.“ Aber die Auferstehung Jesu hatte in ihrem Leben keine praktische Bedeutung. Sie bekannten, dass sie Glauben an die Auferstehung Jesu hatten. Ihre Gedanken und ihr Leben basierten jedoch nicht darauf. Sie hatten einen toten Glauben. Ein lebendiger Glaube leitet die Person und schenkt ihr Kraft und Orientierung. Ein toter Glaube dagegen verdirbt die Person und verursacht Unmengen an negativen Gedanken.

Die negativen Gedanken für sich allein sehen nicht unbedingt schlimm aus. Doch wenn die Menschen sie sich darin verfestigen, kann dies sehr schlimm werden. Wenn man konsequent über eine Sache nachdenkt und dann die eine oder andere Unstimmigkeit findet, kann dies die Gedanken eines Menschen in eine postiven Richtung lenken. Schließlich gab Gott Menschen die Fähigkeit zu denken, Gott zu erkennen. Paulus zeigte in den folgenden Versen wie die negativen Gedanken weitergehen und schließlich zu einem nicht realen Zustand führen. „Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen.“ Für die Prediger mußte es die Folge haben, dass sie als Lügner und falsche Zeugen dastünden, viel Widerspruch von den Zuhörern erhielten und als falsche Zeugen sogar den Tod verdienten. Zwar wurde die Echtheit des Apostelamtes von Paulus angezweifelt, aber seine Predigt war wirksam. So wirksam, dass die Zuhörer Buße taten und viele Gemeinden von Gläubigen an verschiedenen Orten entstanden. Vergeblich war es überhaupt nicht. Die Bekehrung der Menschen und die ansprechenden Predigten sprachen dafür, dass es sehr erbaulich war.

Was wären die weiteren Folgen für die Mitglieder der Gemeinden: „Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ Ohne die Auferstehung der Toten wäre ihr Leben einfach nur elend. Äußerlich betrachtet war das Leben der Gläubigen oft armselig, aber sie besaßen doch Hoffnung. Manche lebten als Vertriebene und Fremdlinge, aber sie hatten die Identität als die königlichen Priester, die Jesu Wohltaten verkündeten. Die Gläubigen freuten sich, weil sie sich für solche hielten, denen die Sünden vergeben waren und denen die Rettung und das Himmelreich versprochen wurde. Manche lebten unter Verfolgung und Leiden für diesen Glauben und manche nahmen sogar den Tod willig hin. „Elend“ war ihnen nicht passend. Die römische Bürger erstaunten nur über sie. Ihr authentisches Leben zeigt, dass sie stolz darauf waren, für ihren Glauben zu leiden.

Wenn man also tief nachdenkt, und sich das Leben sowohl der Prediger als auch der Zuhörer genau anschaut, kommt man zu dem Schluss, dass die These „Es gibt keine Auferstehung der Toten“ zu ihrem Leben unpassend ist. Sowohl die Auferstehung Jesu als auch die Auferstehung von den Toten bilden die Basis für das Leben der Prediger wie auch für das Leben von den Gläubigen. Die Tatsache der Auferstehung Jesu und der Glaube an unsere Auferstehung sind wesentliche Inhalte unseres Lebens. Allein durch Nachdenken kommt man zur Schlussfolgerung, dass die Auferstehung der Torten geben muss. Es war aber nicht nur eine Spekulation, sondern es ist die Tatsache, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und es ist die Offenbarung Gottes, dass die Auferstehung der Toten gibt.

II. Der lebendige Glaube des Augenzeugen der Auferstehung Jesu (20-28)

Vers 20 „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ Paulus bezeugte hier mit dem Wort: „Nun aber“, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er konnte das sagen, weil er schließlich auch ein Augenzeuge für die Auferstehung Jesu war. Die Auferstehung Jesu geschah, nach seinem Tod, nach seinem Begräbnis und am dritten Tag seines Todes. Aufgrund der Auferstehung Jesu baute er nun seinen lebendigen Glauben der Auferstehung auf. Nämlich „Christus ist auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ Paulus sah ausgehend von der Auferstehung von Christus weiter auf „die Auferstehung der Toten“. Die Strafe Gottes nach dem Sündenfall von Adam ist der Tod. Seine Nachkommen erwartet das gleiche Schicksal. Der Tod war gewissermaßen vorprogrammiert für alle Menschen. Der Tod war der gewaltige Herrscher über alle Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Paulus sah bei der Auferstehung ein neues Werk Gottes. Der Tod ist nicht mehr der alleinige Herrscher, sondern Jesus hat seine Macht zerbrochen. Jesus besiegte die Macht des Todes und er öffnete eine neue Zeit.

Für Autofahrer gibt es die Faustregel für Winterreifen: „von O bis O“ von Oktober bis Ostern.“ Dieses Jahr aber habe ich meine Winterreifen noch drauf. Sogar meinen Scheibenkratzer habe ich noch im Auto, weil ich noch vor ein paar Wochen die Autoscheibe frei kratzen mußte. Obwohl es morgens immer noch kalt ist, fangen die meisten Pflanzen an zu wachsen. Wenn die Osterglocken überall blühen, meinen die meisten Menschen, dass der Frühling da ist. Paulus war einer von den wenigen Menschen, die den geistlichen Frühling durch die Auferstehung Jesu erkannt haben.

Paulus erlebte die Begegnung mit dem auferstanden Jesus und die Berufung durch ihn auf dem Weg nach Damaskus. Er blieb aber nicht bei diesem seinem persönlichen Erlebnis stehen, sondern er schöpfte daraus den Glauben, dass Gott sein Erlösungswerk durch die Apostel und durch ihn fortsetzten würde. Gottes Offenbarung half ihm, zu verstehen, dass er die ganze Welt erretten möchte. Was er gerade durch und mit dem auferstandenen Jesus erlebt hatte, war nur wie die Spitze eines großen Eisbergs. Die Auferstehung Jesus war deshalb nicht das Ende, sondern der Anfang der großen Erlösungsgeschichte Gottes. Auf der Grundlage der Auferstehung und der schon lange offenbarten Erlösungsgeschichte Gottes seit Adam, Abraham, Mose und den Israeliten, stärkte er den lebendigen Glauben daran, dass dieses Werk vollendet wird.

Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.“ Seine Zeitgenossen beschäftigten sich damit, zu überlegen, ob der verwesliche Leib auferstehen würde oder nicht. Einige machten sich Horrorgedanken darüber, was für einen Leib man tragen würde? Einige machten sich praktische Gedanken mit dem Osterprogramm oder gar keine Gedanken. Apostel Paulus hatte eine Perspektive vom Ende dieses Werkes her. Jesus ist als erster von den Toten auferstanden. Danach sind die Gläubigen dran, wenn er wiederkommt. Die Gläubigen, die noch leben und die, die schon entschlafen sind, werden von den Toten auferstehen. Und danach? Wenn der Tod Macht über niemanden mehr hat und er ganz und gar vernichtet wird,… Das ist das Ende von der Macht des Todes! Paulus erfasste hier die Konsequenz der Auferstehung Jesu. Das ist das Reich Gottes, das Gott seit langem durch Jesus versprochen hat. Ein Reich ohne Sünde, ohne Tod, mit dem ewigen Leben, mit der freien Gemeinschaft mit Gott. Wohin die aus dem Wasser und Geist neu Geborenen kommen werden. Das Vaterhaus, wo viele Wohnungen frei sind. Paulus sah bei der Auferstehung zu Jesus auf, der dem Vater Gott sein wiederhergestelltes Reich übergibt. Gänzlich überzeugt und euphorisch schrieb er im Vers 28 „Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.“ Es ist das Ende der Erlösungsgeschichte und das vollkommene Reich Gottes. Halleluja!

Der Psalmist besang Gott als Himmelskönig im Ps 103,19 -22 so.

Der Herr hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles.

Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet,

daß man höre auf die Stimme seines Wortes!

Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft!

Lobe den Herrn, meine Seele!“

Als Jesus nach Galiläa kam und das erste Mal das Evangelium Gottes predigte, sprach er: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!(Mk1,15) Das Leben Jesu in dieser Welt diente dazu, das Reich Gottes wiederherzustellen. Sein Tod und seine Auferstehung waren der Weg dazu. Paulus sah die Offenbarung Gottes und die Offenbarung Jesu, dass das Reich Gottes nahe ist. Die Auferstehung Jesu ist gerade das Vorzeichen des Kommens von seinem vollkommenen Reich. Wir sind inmitten dieses Prozeßes, dass Gottes Reich unter uns kommt und sich verbreitet.

Liebe Mitarbeiter und Geschwister. Wir feiern heute die Auferstehung Jesu. Sicherlich ist es eine gute Sache, an die Person Jesu zu gedenken und uns an seine Tat und sein Werk zu erinnern. Doch ist es noch schöner und besser, wenn dieser Auferstehungsglaube unser Leben prägt und trägt. Dieser Glaube lenkt unsere Augen von dem Weltlichen und Irdischen zu dem Geistlichen und Himmlischen. Dieser Glaube ermöglicht uns ein Leben mit der geistlichen Hoffnung. Dieser Glaube öffnet uns unsere blinden Augen, so dass wir Gott und sein Wirken sehen. Dann wissen wir unsere wahre Identität und unser wahres Zuhause.

In der Gemeinde Korinth gab es ein Glaubensproblem. Und für einige war es sicher ein ernsthaftes Problem. Manche könnten dadurch entmutigt und resigniert gewesen sein, in der gefallenen Stadt Korinth im Glauben zu leben. Für den amtierenden Hirten war es nicht leicht, die vielen Probleme in der Gemeinde zu behandeln. Aber Paulus sah bei den Problemen nicht auf die Menschen oder die Gemeinde, sondern auf Jesus. Er stritt nicht mit der Meinung der Menschen, sondern er stellte Jesus vor ihren Augen dar. Jesus ist von den Toten auferstanden! Der lebendige Glaube an die Auferstehung bescherte ihm die Vorfreude auf das entstehende Reich Gottes. Jesu Sieg über den Tod ist nicht nur ein Sieg für ihn, sondern der Sieg aller Menschen, die Christus anfeuern. Der Weg zu Gott, der wegen der Sünde gesperrt war, wurde uns durch Jesu Auferstehung geöffnet. Das Tor zum Reich Gottes ist durch Jesus ganz offen. Die Herrschaft des Todes schien ewig andauernd zu sein. Doch seine Tage sind nun gezählt. Es ist nun nur eine Frage der Zeit, dass der Sieger Jesus Gott dem Vater das wiederhergestellte Reich übergeben wird. Zu diesem auferstandenen Jesus aufzusehen, bringt uns den lebendigen Glauben. Dieser Glaube verknüpft unsere Gedanken, die sonst nur negativ geprägt sind, mit einer echten Hoffnung und einer Vision. Sicherlich haben wir nicht nur ein Problem mit dem Auferstehungsglauben, sondern auch mit vielem anderen. Wenn wir aber zu Jesus aufsehen, der viel lehrte und viele Werke tat, finden wir die Antwort in ihm und noch dazu eine Hoffnung und Vision, die nicht von dieser Welt stammen. Preis sei Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist. Halleluja Jesus, der alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat und das Reich Gott, dem Vater, übergibt.

III. Werdet doch einmal recht nüchtern und sündigt nicht! (29-34)

Der lebendige Glaube an die Auferstehung Jesu hat seine Auswirkung in jeder einzelnen Person. Dies geschieht nicht durch Zwang, sondern der Glaube leitet sein Leben und er bringt seine Frucht im Leben. Paulus gab Beispiele für das Leben mit dem lebendigen Auferstehungsglauben aus seinem eigenen Leben und dem seiner Mitarbeiter.

Und was stehen wir dann jede Stunde in Gefahr? So wahr ihr, liebe Brüder, mein Ruhm seid, den ich in Christus Jesus, unserm Herrn, habe: ich sterbe täglich. Habe ich nur im Blick auf dieses Leben in Ephesus mit wilden Tieren gekämpft, was hilft’s mir? Wenn die Toten nicht auferstehen, dann „laßt uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!“

Hier erkennen wir seinen geistlichen Kampf. Er war so heftig, dass er zum Tode bedrängt war. Es war nicht ein Kampf, um auf dieser Welt zu überleben, sondern ein Kampf, um in das Reich Gottes zu kommen. Wir können uns seinen Kampf so vorstellen, dass er ihn mit dem eisernen Willen und mit der geübten Disziplin gemeistert hätte. Es mag sein! Bei dem Satz „Habe ich nur im Blick auf dieses Leben“ stelle ich mir vor, dass seine Augen fest fixiert war. Er verneinte, dass er auf das Leben in dieser Welt geschaut hat. Worauf aber sonst? Er schaute auf das Reich Gottes. Diese seine Hoffnung durch den Auferstehungsglauben schenkte ihm dieses Leben.

An dieser Stelle predigen die meisten Prediger mit dem Wort von Paulus „Ich sterbe täglich!“ An dieser Stelle möchte ich aufmerksam machen, dass es unter uns jemand gibt, der im Glauben starb. Ihre Eltern sind unter uns. Und wir wissen, wie gut sie es unter ihnen hätte leben können, wenn sie auf dieses Leben geblickt hätte. Doch sie starb mit dem Blick auf das Leben im Himmel.

Sehen wir uns die Ermahnungen in den Verse 33.34 an.

Laßt euch nicht verführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten. Werdet doch einmal recht nüchtern und sündigt nicht! Denn einige wissen nichts von Gott; das sage ich euch zur Schande.“

Liebe Mitarbeiter und Geschwister! Paulus gab diese Anweisung nicht, um sie mehr zu belasten. Er gab sie, weil er die Tatsache anerkannte, daß sie „alle Kinder des Lichts und des Tages“ waren. Die Welt versucht, uns zu verführen. Wir, die wir im Glauben an Jesus Christus leben, wollen einen klaren Kopf behalten. Es ist schließlich nur eine Verführung, eine Täuschung! Der lebendige Glaube an die Auferstehung bewahrt die guten Sitten und verdrängt den schlechten Umgang. Wir führen das Leben auf diese Weise, weil wir wissen, dass die Zeit begrenzt ist. Wir wachen auf, weil unsere Rettung jetzt näher als zu Beginn unseres Glaubens ist. Das Reich Gottes ist nahe!

Lesen wir den Vers 20 „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ Jesu Auferstehung von den Toten ist das erste Zeichen, dass es die weitere Auferstehung der Toten gibt. Sie schenkt uns nicht nur die Rettung sondern durch sie ergibt sich auch die weitere Perspektive auf das Reich Gottes. Heute freuen wir uns über die Auferstehung Jesu. Wir freuen uns aber noch viel mehr, weil das Reich Gottes dadurch ein Stück näher herangerückt ist.

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Predigt: 1. Korinther 15,35 – 58 (Sonderlektion zu Ostern 2016)

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Gott gibt uns den Sieg

„Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“

(1.Kor 15,57)

Vom Vers 1 bis 11 hat Paulus uns an die Tatsache der Auferstehung Jesu und an die Augenzeugen seiner Auferstehung erinnert. Von Vers 12 bis 34 bezeugte er die Auferstehung der Toten. Heute betrachten wir zwei Abschnitte. Im ersten Abschnitt von Vers 35 bis 49 handelt es sich um den neuen Leib bei der Auferstehung. Im zweiten Abschnitt von 50 bis 58 erklärt Paulus die Verwandlung der Gläubigen und Sieg über den Tod. Der erste Abschnitt hilft uns, den Leib der Auferstehung näher kennenzulernen. Durch den zweiten Abschnitt können wir den Sieg der Gläubigen im Detail betrachten.

  1. Gott gibt uns den neuen Leib (15,35-49)

Der erste Abschnitt beginnt mit zwei Fragen. „Es könnte aber jemand fragen: „Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen?“

Obwohl Paulus selbst Fragen gestellt hat, beschimpft er die Menschen, die solche Fragen stellen könnten: Du Narr. Wenn er so unfreundlich antwortet, weiß er, warum man solche Frage stellt. Sie halten die Auferstehung für unmöglich und leugnen, dass unser vergänglicher Körper unvergänglich auferstehen wird. Nun erklärt Paulus, dass das Sterben eine notwendige Vorbedingung zur Auferstehung ist: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.“

Jesus sprach: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Auch Jesus starb am Kreuz – wie ein Weizenkorn, das in die Erde fällt – danach wurde er wieder lebendig.

Also werden die Toten auferstehen, so wie ein Weizenkorn in die Erde fällt, erstirbt und danach viel Frucht bringt.

Auf die Frage: „Mit was für einem Leib werden sie kommen?“ antwortet Paulus: „Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib.“ So ähnlich wie ein Weizenkorn zu einer neuen Pflanze wächst, werden unsere Leiber ganz anders sein als jetzt. Gott wird jedem von uns einen neuen Leib geben.

Vers 39 erklärt, dass unser neuer Leib mannigfaltig sein wird.

Nicht alles Fleisch ist das gleiche Fleisch, sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes das Vieh, ein anderes die Vögel, ein anderes die Fische.“

In den Versen 40-41 erklärt Paulus, dass unsere neuen Leiber nach der Auferstehung voneinander zu unterscheiden sind. Und zwar so wie die Sonne, der Mond, die Sterne durch ihren Glanz sich voneinander unterscheiden.

In den Versen 42 und 43 erklärt Paulus den neuen Leib der Auferstehung im Kontrast mit dem jetzigen Leib: „So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.“ Unser jetziger Leib ist verweslich, niedrig, armselig, aber der neue Leib wird unverweslich, herrlich und kräftig sein.

Unser jetziger Leib ist ein natürlicher Leib, das heißt: irdisch, von der Erde, weil der erste Mensch, Adam, von der Erde ist. Aber der neue Leib ist geistlich und himmlisch, weil der letzte Adam, Jesus, vom Himmel ist.

Betrachten wir den Vers 49. „Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.“ Jetzt tragen wir das Bild von Adam. In seiner Schwachheit seufzen wir, bis wir davon erlöst werden. Aber wir haben Hoffnung: So werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Wir werden das Bild Jesu tragen. Wie Jesus Gott lieb hat, werden wir auch Gott lieben. Wie Jesus uns lieb hat, werden wir auch unsere Nächsten lieben.

  1. Gott gibt uns den Sieg (50-58)

In den Versen 50 bis 54 erklärt Paulus die Verwandlung der Gläubigen, die noch leben. Vers 50 „Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit.“ Es ist logisch, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können. Ein verwesliches Wesen ist nicht in der Lage, die Unverweslichkeit zu ererben. Darum erzählt Paulus uns ein Geheimnis: „Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“

Fleisch und Blut werden in Unsterblichkeit verwandelt werden, um das Reich Gottes zu ererben. Das geschieht, wenn die letzte Posaune erschallen wird. Die Toten, die Jesus angehören, werden zuerst auferstehen und danach werden alle Gläubigen, die bis dahin noch leben, in einem Augenblick verwandelt werden. Wenn sie den neuen Leib erhalten haben, werden sie das Reich Gottes ererben.

Betrachten wir Verse 53 und 54. „Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): »Der Tod ist verschlungen vom Sieg.“

Wenn niemand mehr einen sterblichen Leib hat, wie kann der Tod dann noch herrschen? Wer würde sich vor dem Tod fürchten? Keiner mehr. Das Wort Gottes wird erfüllt werden: „Der Tod ist verschlungen vom Sieg.“ Im Buch Jesaja 25,8 steht geschrieben: „Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat’s gesagt.“

Der Tod wird auf ewig entmachtet werden. Gottes Volk, das unter seiner Herrschaft zu leiden hatte, braucht nicht mehr gedemütigt zu werden. Es wird über den Tod triumphieren.

Anstatt zu weinen, wird es Siegesjubel erheben.

Paulus jubelt schon: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ Paulus schaut direkt in die Augen des Todes und fragt: Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Tod war ein unüberwindbarer Herrscher gewesen. Aber Paulus sieht, dass Gottes Sieg den Tod auf ewig verschlingen wird.

Betrachten wir Vers 56.

56 „Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz.“

Ohne Sünde wäre der Tod machtlos. Aber nach dem Sündenfall wurde der Tod mächtig. Aber die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Das heißt: Die Sünde herrscht aufgrund des Gesetzes über die Sünder. Wer Sünde tut, der wird vom Gesetz zum Tod verurteilt. Aber das ist noch nicht das Ende. Nach dem Tod wird jeder nach dem Gesetz gerichtet werden: Entweder zum ewigen Leben oder zur ewigen Verdammnis.

Das Gesetz beobachtet ohne Unterlass sowohl unser Tun als auch unser Trachten und entdeckt unsere Sünde, dann bedroht es uns mit der Strafe des ewigen Todes.

Wenn wir das Gesetz betrachten, fühlen wir uns hilflos. Wenn wir an die Macht der Sünde denken, können wir nur seufzen. Keiner kann sicher sein, gerettet zu werden. Darum fragten Jesu Jünger: Wer kann dann selig werden? Jesus antwortete ihnen: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Es den Menschen unmöglich, sich selbst von der Verdammnis des Gesetzes zu befreien, die der Macht der Sünde zu überwinden und die Macht des Todes zu besiegen. Aber bei Gott ist alles möglich. Gott macht die Sünder frei vom Gesetz, sprengt die Ketten der Sünde und vernichtet die Macht des Todes.

Betrachten wir Vers 57.

57 „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“

Betrachten wir noch einmal Vers 57.

In drei Aspekten möchte ich diesen Vers betrachten.

Erstens: Gott gibt uns den Sieg.

Zweitens: Worüber gibt er uns den Sieg?

Drittens: Wodurch gibt es uns den Sieg.

Erstens: Gott gibt uns den Sieg.

Wenn wir die grammatische Zeitform betrachten, finden wir heraus, dass das Verb „geben“ in der Präsensform geschrieben ist. Also gibt Gott uns den Sieg nicht irgendwann, sondern gegenwärtig. Nicht später, sondern jetzt. Nicht erst nach langer Zeit, sondern heute.

Wie wir wissen, geschieht die Rettung immer gegenwärtig. «Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! (2.Kor 6,2) Hierdurch zeigt sich der Wille Gottes, dass er uns jeden Tag aktuell den Sieg geben will. Anders gesagt, er will, dass wir jetzt, in der Gegenwart, den Sieg in Anspruch nehmen.

Dieser Vers beinhaltet auch das Evangelium, weil uns hier der Sieg gegeben wird. Ich wiederhole noch einmal: Gott gibt uns den Sieg. Warum ist es wichtig, zu erkennen, dass nicht wir den Sieg schaffen, sondern dass Gott uns den Sieg gibt?

Wer möchte Verlierer sein? Niemand. Jeder will ein Sieger sein. Deshalb versucht man den Sieg zu erlangen. Aber wie wir wissen, können wir nicht siegen. Eine bekannte Stelle (Röm 7) beschreibt die Menschen unter dem Gesetz.

Paulus schrieb über seine Erfahrung folgendes: „Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.“ Er versuchte mit der Sünde fertig zu werden. Solange er versuchte, die Sünde zu besiegen, erlebte er nur Niederlagen. Darum suchte er Hilfe: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?“ Er brauchte Hilfe. Den Sieg, den er so gerne haben wollte, konnte er nicht erlangen. In seiner Hilflosigkeit suchte er die Hilfe, die ihn zum Sieg führen könnte.

Sein Beispiel zeigt, dass die Bibel nicht von uns verlangt, den Sieg zu erlangen, sondern annimmt, dass der Sieg uns gegeben wird. Dieser uns gegebene Sieg ist Gottes Gnade, wofür wir nur danken müssen. Darin zeigt sich auch das Geheimnis, wie wir in der Gegenwart ein siegreiches Leben führen können. Und zwar sollen wir nicht versuchen, den Sieg zu erlangen, sondern den von Gott gegeben Sieg annehmen.

Zweitens: Worüber gibt Gott uns den Sieg?

Betrachten wir Vers 57 noch einmal: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“

Als Christen glauben wir, dass unsere Sünden vergeben sind. Dafür danken wir auch und bekennen, dass wir Vergebung bekommen haben. Aber unser Problem ist, dass die Sünde bzw. die sündige Neigung noch in uns wohnt. Obwohl wir wissen, dass unsere Sünden vergeben sind, fühlen wir uns schwach und hilflos, wenn die Sünde, die in uns wohnt, aktiv wird. Wir seufzen, weil die Macht der Sünde uns ständig angreift. Im Krieg gibt es manchmal eine Feuerpause. Aber im geistlichen Kampf gegen die Sünde gibt es keine Feuerpause. Pausenlos greift die Sünde alle Menschen ohne Ausnahme an. Die Sünde versuchte auch Gottes Sohn. Seit der erste Mensch, Adam, besiegt wurde, hat die Sünde nie aufgehört, die Menschen anzugreifen. Die Sünde war von Generation zu Generation erfolgreich und siegreich. Die Macht der Sünde hat unsere Großeltern, unsere Eltern und uns angegriffen. Und die Sünde wird weiter auch unsere Kinder und unsere Kindeskinder angreifen. Das erklärte Ziel der Sündenmacht ist es, alle Menschen zur Verdammnis zu führen. Gott kann nicht gegen sein Gesetz handeln. Darum versucht die Macht der Sünde, alle Menschen dahin zu führen, gegen das Gesetz und damit gegen den Willen Gottes zu handeln. Wer gegen Gottes Willen handelt, der wird ein Knecht der Sünde.

Wir wollen von der Knechtschaft der Sünde frei werden. Ja, wir wollen, dass die Macht der Sünde endlich besiegt wird.

Drittens: Wodurch gibt Gott uns den Sieg?

57 „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“

Ja, durch unseren Herrn Jesus Christus.

Als Goliath 40 Tage lang Gottes Volk beschimpfte und beleidigte, war keiner von Israel mutig genug, um gegen ihn zu kämpfen. In ihrer Hilflosigkeit schauten alle nur einander an und fragten: Wer kann für uns diesen Feind bekämpfen? Niemand war in der Lage, gegen Goliath zu kämpfen. Aber David trat auf und schlug ihn tot. Das war ein Befreiungsschlag für das ganze Volk Israel.

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus.“

Gottes Lösung für die schwachen Sünder war Jesus Christus, durch den er sein Volk rettet.

Eine der bekanntesten Stellen der Bibel, Joh 3,16 sagt: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Als Jesus am Kreuz starb, wurde die Macht der Sünde besiegt. So wie David mit einem Stein den Kopf von Goliath besiegte, wurde durch Jesus der Kopf der Sünde zertreten. Die Verse in Hebr 9,13-14 sagen: „Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche von der Kuh durch Besprengung die Unreinheit heiligt, sodass sie äußerlich rein sind, um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott.“

Durch das Blut Jesu Christi sind wir vollkommen heilig und rein, so dass wir ohne Furcht zum Thron Gottes gehen können. Wir können in Jesus dem lebendigen Gott dienen.

Wir müssen nicht besser werden, sondern annehmen, dass das Blut Christi unser Gewissen von den toten Werken reinigt und uns befähigt, dem lebendigen Gott zu dienen. Dann gibt Gott uns den Sieg über die Macht der Sünde.

Röm 8,1 verkündigt die Wahrheit: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“

Wie wir wissen, ließ Gott die Israeliten 6 Zufluchtsstädte aussondern, damit der Totschläger so schnell wie möglich eine dieser Städte erreichen konnte, um nicht vorzeitig durch den Bluträcher umgebracht zu werden. In Jerusalem gab es auch einen Zufluchtsort und zwar den Altar. Dieses Gebiet sicherte vorläufig das Überleben und bot einen Zufluchtsort, wo man in der Todesgefahr Schutz suchen konnte.

Unser Zufluchtsort ist Jesus Christus. Wir Christen wissen sehr gut, wie mächtig das Gesetz ist. Wenn das Gesetz in uns die Sünde entdeckt und das Urteil spricht: Du bist ein Sünder, dann haben wir keine Chance, uns zu schützen. Aber Gott hat uns den Zufluchtsort Jesus Christus gegeben, damit keine Verdammnis uns erreichen kann. So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. In Christus gibt Gott uns den Sieg über alle Arten von Verdammnis.

57 „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“

Gott ist würdig von seinen Kindern dafür Lob und Dank zu bekommen. Es ist Gottes Gnade für uns, dass uns der Sieg über die Sünde gegeben ist.

Nun erreichen wir den letzten Vers 58.

Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“

Den letzten Vers fängt Paulus mit „darum“ an. Das ganze Kapitel 15 kann mit diesem Wort „darum“ zusammengefasst werden.

Jesus Christus ist nach der Schrift gestorben und nach der Schrift von den Toten auferstanden. Nach der Auferstehung ist Jesus von vielen Zeugen gesehen worden. Die Auferstehung Jesu hat ihr Leben völlig verändert. Sie wurden frei von Angst vor der Welt und führten ihr Leben nicht im Hinblick auf dieses Leben, sondern auf ihre eigene Auferstehung. Gott wird den Tod vernichten. Bei der Auferstehung wird Gott jedem den neuen Leib geben. Und zwar wird unser Leib himmlisch, geistlich, unverweslich, herrlich, kräftig sein. Dann wird der Tod seine Herrschaft verlieren. Dadurch gibt Gott uns den Sieg über den Tod. Schließlich ermahnt Paulus die Korinther:

Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“

Seine Ermahnungen sind:

Erstens: Seid fest, unerschütterlich.

Unser Glaube an Jesus Christus ist die Zielscheibe unserer Feinde. Denn unsere Seele wird selig allein durch den Glauben an Jesus Christus. Hier gibt es keine Erbarmung und keine Friedensgespräche. Es gibt nur entweder Sieg oder Niederlage. Darum haben wir keine Alternative. Wir müssen in Jesus Christus feststehen und unser Leben lang unerschütterlich im Glauben bleiben. Wenn wir in Christus sind, gibt Gott uns den Sieg über alle Feinde, die uns zu zerstören versuchen. Unsere Feinde können uns nach wie vor durch unsere Sünde aufgrund des Gesetzes verdammen. Aber wir können auf das Blut Jesu vertrauen und uns vor der Verdammnis schützen. Unsere Schwächen können uns weiter zum Schwanken bringen, aber in Jesus Christus können wir frei werden von der Macht der Sünde. Durch die Worte der Menschen können wir mutlos werden. Auch können wir durch die Verfolgung der Feinde schwach werden. Aber Gott hat uns nicht wie Waisenkinder allein gelassen, sondern hat uns seinen heiligen Geist als Fürsprecher und Beistand gesandt. Darum sind wir nicht allein, sondern der Geist führt uns und begleitet uns, damit wir in Christus fest stehen können.

Zweitens: Nehmt immer zu in dem Werk des Herrn.

Das Werk des Herrn für Paulus war es, die Menschen zu Christus zu führen, damit sie gerettet werden. Also ist Gottes Werk nichts anderes als an Jesus zu glauben, um gerettet zu werden und darüber hinaus auch die anderem Menschen zur Rettung zu führen. Die Rettung der Seelen ist das Hauptanliegen Gottes. Für Gott gibt es nichts Wichtigeres als die Rettung unserer Seele. Darum will Gott, dass wir unser Interesse darauf konzentrieren, unsere Seele und die Seelen der anderen zu retten. Wir sollen zunehmend alles einsetzen, um unsere Seele und die Seelen der anderen zu retten. Jesus sprach: Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden? Wer seine Seele lieb hat, der tut für die Seele sein Bestes. Und zwar betet er ohne Unterlass, weil die Seele ohne das lebendige Wasser von Gott nicht leben kann. Wer seine Seele lieb hat, der liebt Gottes Wort, weil er weiß, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von einem jedem Wort, das aus dem Mund Gottes geht. Wer seine Seele retten will, der bleibt in Christus. Paulus ermahnt uns, zunehmend für unsere Seele und für die Seelen der andren Menschen zu arbeiten.

Drittens: Unsere Arbeit ist nicht vergeblich in dem Herrn

Keine Arbeit ist leicht. Jede Arbeit ist mit Mühe verbunden. Gott wird unsere Arbeit, die in dem Herrn getan wird, belohnen. Wir freuen uns, wenn die Kollegen oder unsere Mitmenschen unsere Arbeit wert schätzen. Aber unser Herr will uns belohnen. Und zwar dreifach, fünfzigfach und hundertfach will er uns belohnen. Unser Kampf gegen die Sünde dauert an. Aber wenn wir die Sünde nicht leicht nehmen, sondern sie ernsthaft ans Licht und zu Jesus bringen, wird Gott uns belohnen. Wenn wir für die Rettung unserer Seele ernstlich beten, wird Gott uns belohnen. Wenn wir Verfolgung oder große Nachteile in der Gesellschaft bekommen, um in Christus zu bleiben, werden wir belohnt werden.

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Fragebogen: 1. Korinther 15,1 – 11 (Sonderlektion zu Ostern 2016)

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Das Evangelium …

„Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist nach der Schrift.“

1. Kor 15,3.4

1. Warum erinnerte Paulus die Christen in der Korinther Gemeinde an das Evangelium (1.2)? Warum ist es so wichtig, dass wir das Evangelium unverändert festhalten?

2. Lies die Verse 3 und 4. Denke darüber nach, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist (vgl. 1.Petr 2,24). Was für ein Problem wurde durch die Auferstehung Jesu völlig gelöst (Hebr 9,27; Röm 6,23)? Was ist das Wesen des Evangeliums? Was bedeutet „nach der Schrift“ (Lk 24,44; Jes 53; Hos 6,2; Ps 16,10.11)?

3. Wann und wo sah Petrus den auferstandenen Jesus (Lk 24,34)? Wie bezeugt Petrus‘ Leben die Tatsache der Auferstehung?

4. Wie wurden die Zwölf Zeugen der Auferstehung Jesu (Mk 16,20)? Was bedeutet es, dass der auferstandene Jesus auch von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal gesehen wurde? Welcher Jakobus hat ihn gesehen und wer waren „alle Apostel“?

5. Wie wurde Paulus ein Zeuge der Auferstehung? Wer war er, aber welche Gnade empfing er (8; vgl. Apg 8,1-3; 9,1.2.5.15)? Wie hat sich die Auferstehung auf ihn ausgewirkt (10)? Denke darüber nach, welche Bedeutung Jesu Tod und Auferstehung für dein Leben haben. Welche Auswirkung haben Jesu Gnade und seine Auferstehung auf dein derzeitiges Leben?

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