Fragebogen: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will – Berufen zur Gemeinschaft 6 – Matthäus 18,21-35

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Gemeinschaft der Vergebung

Heute lesen wir Matthäus 18,21-35.

Betrachte Vers 35. Um es gleich vorne wegzunehmen: Dieses Gleichnis könnte den Eindruck erwecken, dass Gott uns so behandelt wie der König und dass er uns nicht vergibt, wenn wir unseren Geschwistern nicht vergeben. Aus folgenden Gründen denke ich, dass das NICHT die richtige Art und Weise ist, dieses Gleichnis zu verstehen.

  1. Es würde dem Konzept der Vergebung widersprechen: Wenn Gott so vergeben würde, wie der König im Gleichnis, wäre Gottes Vergebung nur eine vorbehaltliche Vergebung.
  2. Der unmittelbare Kontext vom Gleichnis ist, dass Jesus seine Jünger lehren will, dass sie praktisch unendlich oft vergeben sollen (Verse 21 und 22). Ein Gleichnis, das mutmaßlich lehrt, dass Gott gerade das nicht tut, würde keinen Sinn ergeben.
  3. Ein solches Verständnis widerspricht der Bibel an anderen Stellen, wie z.B. Psalm 103,12 oder 2. Korinther 5,17.18 und viele andere.

Hier ist die Frage dann: Wie verstehst du das Gleichnis, das Jesus erzählt hat? Und vor allem, wie verstehst du die Bedeutung von Vers 35? (Hinweise: Es ist ein Gleichnis / Illustration; vielleicht hilft es darüber hinaus, über die „legalen“ und die „natürlichen“ Konsequenzen der Sünde nachzudenken).

Die christliche Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft, in der wir einander vergeben sollen. Denke über die Herausforderungen nach, die das mit sich bringt.

Gibt es Menschen in deinem Leben, denen du vergeben solltest? Was hindert dich daran, es zu tun? Wie können wir eine Gemeinschaft der Vergebung werden?

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Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will – Berufen zur Gemeinschaft 5 – Apostelgeschichte 15,1-6.23-29

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Gemeinschaft der Liebe (II)

„Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.“

(1. Joh 4,7)

„Da beschlossen die Apostel und Ältesten mit der ganzen Gemeinde, aus ihrer Mitte Männer auszuwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden.“

(Apg 15,22a)

In der letzten Predigt zum Thema Gemeinschaft haben wir vor zwei Wochen 1. Johannes 4,7-13 betrachtet. Darin hat Apostel Johannes uns Christen klar dazu aufgefordert, einander zu lieben: „Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben.“ Aber er hat nicht nur aufgefordert, sondern hat gleich auch an den Grund und die Quelle der Liebe erinnert, indem er schrieb: „Denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.“ Die Liebe ist von Gott. Gott ist die Liebe. Gottes Liebe zu uns ist dadurch erschienen, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. Gott hat seinen einzigen Sohn Jesus zur Versöhnung für unsere Sünden in die Welt geschickt und hat ihn am Kreuz dahingegeben, damit wir Vergebung für unsere Sünden empfangen, Gottes Kinder werden und mit ihm ewig leben können! Weil Gott uns so sehr geliebt hat, sollen wir auch einander lieb haben. Wenn wir Gottes Wunsch annehmen und einander wirklich lieben, hilft uns das auch selbst in Gottes Liebe zu bleiben, und Gott bleibt in uns. Wenn wir einander lieben, erfahren wir, dass Gottes Geist in uns wirkt, was wiederum unsere Zuversicht auf Gott stärkt.

Wir verstehen das alle, und eigentlich erscheint es ganz einfach. Aber in Wirklichkeit fällt es uns oft schwer, unsere Geschwister bedingungslos anzunehmen und zu lieben. Obwohl wir an Gottes Liebe glauben, ist unsere Liebe oft zu begrenzt und wir lassen uns leicht davon abhalten, die Geschwister aktiv zu lieben und liebevolle Beziehungen anzuknüpfen und zu pflegen. Dann bleiben unsere Beziehungen oberflächlich und können durch Missverständnisse oder Enttäuschungen leicht beschädigt werden, und einige können sich einsam fühlen. Was können wir tun? Wenn wir unseren Mangel an Liebe erkennen, sollen wir zu Gott kommen, ernsthaft Buße tun und seine Liebe zu uns neu annehmen. Dann wird er uns neu mit seiner Liebe erfüllen, und wir können seine Liebe an die Glaubensgeschwister weitergeben. Dass wir Gottes Liebe im Herzen behalten, ist das A und O für unser Glaubensleben und für liebevolle Beziehungen in der Gemeinde. Das ist das Wichtigste.

Das bedeutet aber nicht, dass sich die Liebe zu den anderen ganz von alleine entwickeln würde und wir gar nichts dafür könnten und bräuchten. Wir unterschätzen leicht, wie tiefe Spuren unsere Selbstliebe in unserem Denken und unserem Verhalten bzw. unserer Kommunikation mit anderen hinterlassen hat und wie sehr uns das beim Entwickeln von guten geistlichen Beziehungen behindern kann. Deshalb ist es gut, wenn wir unsere eigenen Denk- und Verhaltensschemata erkennen; und wenn wir Gott um Veränderung bitten und ein Denken und ein Verhalten gegenüber anderen üben, das der Liebe Gottes entspricht und uns ermöglicht, gesunde, bleibende Beziehungen aufzubauen. Heute wollen wir deshalb über unsere Kommunikation mit andern nachdenken. Wie soll sich die Liebe zu den Geschwistern in unserer Kommunikation zeigen? Was ist gute Kommunikation in einer Gemeinde, in der alle einander lieben? Wir wollen darüber anhand von Apostelgeschichte 15 nachdenken und einige Antworten darauf finden. Möge Gott uns dadurch helfen, weiter zu Menschen verändert zu werden, die andere wahrhaft lieben können!

Gute Kommunikation ist grundsätzlich in allen Bereichen unseres Lebens wichtig, sowohl in der Familie oder WG, in der Schule und Uni, am Arbeitsplatz und auch in der Gemeinde. Aber gute Kommunikation ist keineswegs selbstverständlich, eher ist sie vielerorts ein Problem. Das kann man alleine schon daran erkennen, dass zu diesem Thema unzählige Bücher, Kurse und oft teure Schulungen angeboten werden. Die Firma, in der ich arbeite, hat zum Beispiel letztes Jahr einen Vertrag mit einer Firma abgeschlossen, die speziell für Firmen online Weiterbildungskurse zu allen möglichen Themen anbietet und bei der jeder Mitarbeiter eine gewisse Anzahl von Kursen belegen kann. Letzte Woche war ich zufällig mal wieder auf der Homepage; und mir fiel auf, dass alle Kursangebote auf der ersten Seite mit dem Thema Kommunikation zu tun hatten. Das ist ein kleines, aber konkretes Beispiel dafür, wie wichtig gute Kommunikation ist, wie viele Menschen damit aber offenbar Probleme haben. Wir brauchen uns also nicht zu schämen, wenn wir erkennen, dass wir auch in der Gemeinde noch Verbesserungsbedarf in der Kommunikation haben. Um kein Missverständnis zu erzeugen: ich meine nicht, dass unsere Kommunikation in der Gemeinde besonders schlecht wäre; aber es ist auch nicht gerade eine unserer großen Stärken; wir haben da noch Luft nach oben. Natürlich werden wir durch die Verbesserung unserer Kommunikation nicht automatisch zu einer geistlichen Gemeinschaft werden, wie Jesus sie sich wünscht. Aber um eine Gemeinschaft zu werden, die von herzlicher Liebe geprägt ist, in der jeder offen über seine persönlichen Anliegen reden kann, ist eine gute Kommunikation einfach wichtig, und Fortschritte darin werden uns helfen, schneller zu so einer Gemeinschaft zu werden.

Wenn wir die Apostelgeschichte betrachten, erfahren wir bereits in Kap. 2 etwas über die Kommunikation der Christen in der ersten Gemeinde. Kap. 2,42 sagt: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Die Verse 46 und 47 sagen weiter: „Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.“ Hier erfahren wir, dass die Christen in der ersten Gemeinde sich gern und häufig getroffen haben, und wir bekommen den Eindruck, dass sie ihr Leben miteinander geteilt haben, also wohl auch offen miteinander geredet haben.
Wir leben in einer Zeit, in der es ein wachsender Trend ist, sein Leben genau so zu gestalten, wie man es will, insbesondere auch, wann, wie viel und mit wem ich Gemeinschaft habe. Ein Grund dafür, dass in unserem Land immer mehr Wohnungen gebaut werden müssen, obwohl die gesamte Einwohnerzahl kaum wächst, ist, dass immer mehr Menschen alleine in einer eigenen Wohnung leben wollen. Damit sie sich nicht einsam fühlen, können sie online immer mehr Angebote zur Unterhaltung nutzen, unzählige Filme, Dokus, Beiträge auf Youtube oder Tiktok oder Apps, über die sie mit ihrem Handy kommunizieren können, oder Robotern, die nicht nur Fragen beantworten, sondern auch ausführen, was man ihnen sagt, und wenn es auch nur Staubsaugen oder das Mähen des Rasens ist. Aber all das kann echte Gemeinschaft mit Menschen, zu denen man eine persönliche Beziehung pflegt, nicht wirklich ersetzen. Sowieso ist sich zurückzuziehen und für sich allein zu leben, für uns Christen keine Option. Die Stelle in Apostelgeschichte 2 zeigt, dass wir als Christen dazu berufen sind, in Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern zu leben. Und dass diese Gemeinschaft von herzlicher Liebe und einer offenen Kommunikation gekennzeichnet sein sollte.

Was lehrt dann unsere Stelle in Apostelgeschichte 15 über die Kommunikation der ersten Christen? In diesem Kapitel wird von einem großen Streitfall in der christlichen Gemeinde berichtet und wie er gelöst wurde. In Antiochia war zum ersten Mal auch vielen Heiden das Evangelium gepredigt worden und viele kamen zum Glauben an Jesus. Als die Gemeinde wuchs, sandten sie Paulus und Barnabas zu einer Missionsreise nach Kleinasien aus, wo viele weitere Heiden (Nichtjuden) zum Glauben an Jesus kamen. Nach ihrer Rückkehr nach Antiochia kamen einige Männer aus Judäa und lehrten die Brüder, dass sie sich beschneiden lassen und nach der Ordnung des Mose leben müssten, da sie sonst nicht gerettet werden könnten. Ihre Lehre stellte die Gemeinde vor eine wichtige theologische Frage, nämlich ob der Glaube an Jesus genug ist, oder ob Menschen sich außerdem auch beschneiden lassen und das Gesetz von Mose halten müssen, um gerettet zu werden. Es ging um den Kern des Evangeliums.

Wie gingen Paulus und Barnabas damit um? Es heißt, dass sie einen nicht geringen Streit mit ihnen hatten. Das deutet darauf hin, dass sie mit ihnen heftig stritten und auch, als es keine Einigung gab, nicht nachgaben. Paulus schrieb später im Römerbrief, dass die Gläubigen nicht um Meinungen streiten sollten. Wir sollten grundsätzlich in der Gemeinde Streit vermeiden, wenn es um Meinungen geht, zum Beispiel darüber, ob wir an Feiertagen wie Ostern und Pfingsten einen besonderen Gottesdienst feiern wollen oder nicht, über die Musik oder Form im Gottesdienst oder wir den Gottesdienstraum in einer anderen Farbe streichen sollen. Wir sollten über solche Dinge nicht streiten, sondern vielmehr darauf bedacht sein, Frieden zu halten, um die Einigkeit im Geist zu bewahren. Aber wenn es um den Kern des Evangeliums geht, sollen wir wenn nötig streiten, weil es um Gottes Heilswerk und um das Leben der Menschen geht.

Was taten die Gläubigen in Antiochia, als es zu keiner Einigung dieser Frage kam? Sie ordneten an, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen nach Jerusalem zu den Aposteln und Ältesten reisen sollten, damit diese Frage durch sie geklärt würde. Wenn wir einen wichtige geistliche Frage nicht klären können, kann es eine Lösung sein, dass wir andere anerkannte geistliche Persönlichkeiten konsultieren, um durch ihre Hilfe zu erkennen, was Gottes Willen und Wahrheit entspricht. Als Paulus und Barnabas der Gemeinde in Jerusalem verkündeten, wie viel Gott durch sie unter den Heiden gewirkt hatte, traten einige von der Gruppe der Pharisäer auf, die gläubig geworden waren, und sagten: „Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz des Mose zu halten.“ Dann kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um über diese Sache zu beraten. Es war keine einfache Frage. Die gläubig gewordenen Pharisäer müssen mit vielen Stellen aus der Bibel argumentiert haben, warum es richtig und notwendig sei, dass die gläubig gewordenen Heiden auch das Gesetz halten. Vers 7 sagt, dass man lange gestritten hat. Paulus und Barnabas haben also auch in Jerusalem nicht nachgegeben, zu behaupten, dass der Glaube an Jesus allein genügt, um gerettet zu werden. Aber man konnte in der Gemeinde keine Einigung finden. Die Klärung kam erst, als Petrus aufstand und daran erinnerte, dass Gott durch ihn zuerst Heiden das Evangelium gepredigt hat und zwischen den Judenchristen und den Heiden keinen Unterschied gemacht hat, sondern den Heiden, die glaubten, genauso den Heiligen Geist gegeben und ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte wie vorher schon vielen Juden. Aufgrund dieser Einsicht tadelte Petrus sogar die ganze Versammlung: „Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen können?“ Er tadelte diejenigen, die von den gläubig gewordenen Heiden verlangten, sich beschneiden zu lassen und das Gesetz zu halten, weil es ein Joch war, das auch die Juden nicht hatten tragen können. Dann fuhr er fort: „Vielmehr glauben wir durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, auf gleiche Weise wie auch sie. Da schwieg die ganze Menge still und hörte Paulus und Barnabas zu, die erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden“ (Apg 15,10-12). Petrus‘ Worte hatten Gewicht, weil er konsequent davon ausging, wie Gott gewirkt hatte. Danach war die ganze Versammlung still und bereit, Paulus und Barnabas wirklich zuzuhören. Nun konnten sie wahrnehmen, wie Gott unter den Heiden gewirkt und sie allein aufgrund ihres Glaubens an Jesus als seine Kinder angenommen hat. Als sie alles gesagt hatten, was sie berichten wollten, redete Jakobus, der auch einer der Leiter der Urgemeinde war. Er bezeugte, dass das, was Petrus gesagt hatte, mit Gottes Prophezeiung im Buch Amos übereinstimmte. Daraus zog er die Schlussfolgerung, dass man die zum Glauben gekommenen Heiden nicht beschweren, sondern ihnen schreiben solle, dass sie sich von Unzucht und von Befleckung durch Götzen und vom Fleisch von erstickten Tieren und vom Blut enthalten sollten (13-21). Das Verbot von Unzucht sollte ihnen helfen, ihren eigenen Frauen treu zu sein. Die Einschränkungen beim Essen begründete Jakobus damit, dass die Bücher von Mose von alten Zeiten her in allen Städten gelesen und in den Synagogen gepredigt werden. Den Heidenchristen wurden diese Einschränkungen also auferlegt, damit die zum Glauben gekommenen Juden nicht an ihrem Essen Anstoß nehmen würden, sondern sie mit den Heidenchristen in den Gemeinden essen und Gemeinschaft haben konnten.

Vers 22 sagt: „Da beschlossen die Apostel und Ältesten mit der ganzen Gemeinde, aus ihrer Mitte Männer auszuwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, angesehene Männer unter den Brüdern.“ Die Verse 22-29 berichten, wie die ganze Versammlung einmütig einen offiziellen Beschluss fasste und zwei Mitarbeiter damit beauftragte, ihn in den Gemeinden bekannt zu machen. Die Christen in Jerusalem hatten also durch ihr langes Gespräch schließlich Gottes Willen erkannt und hatten Einigkeit darin erlangt. In ihrem Schreiben haben sie sich klar von den Behauptungen der Irrlehrer distanziert und den Heidenchristen Gottes Willen klar verkündigt: „Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzu­erlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer­fleisch und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl!“ (28.29)

Hier können wir lernen, wie wichtig auch in der christlichen Gemeinde gute Kommunikation ist. Das große Problem war nur dadurch entstanden, weil die Gläubigen es nicht geschafft hatten, allen gläubig gewordenen Juden das Evangelium so klar zu verkündigen, dass sie erkannt hätten, dass der Glaube an Jesus vor Gott wirklich genügt. Zum anderen können wir lernen, wie sie das Problem durch gute Kommunikation gelöst haben. Paulus und Barnabas haben mit den gesetzlichen Judenchristen lange in Antiochia und in Jerusalem lange gestritten, weil es um die Wahrheit des Evangeliums ging. Wenn es um die Wahrheit des Evangeliums geht, kann es sein, dass wir auch manchmal streiten müssen. Dabei ist es wichtig, dass wir nicht nur versuchen, Recht zu bekommen, und unsere Ansicht mit allen möglichen Versen zu verteidigen. Die Brüder in Jerusalem kamen aber erst dann zur Einsicht, als sie aufhörten, ihre eigene Position zu verteidigen, und still wurden und Petrus, Paulus, Barnabas und Jakobus wirklich zuhörten. Es ist auch für uns sehr wichtig, dass wir einander gut zuhören, insbesondere wenn wir verschiedene Meinungen haben. Dann sollen wir versuchen, die Meinung des anderen gut zu verstehen, bevor wir etwas dagegen sagen. Das ist möglich, wenn wir eine demütige Haltung aufbringen und uns bewusst machen, dass der andere auch ein geschätztes Kind Gottes ist, und uns nicht für klüger halten und im Recht sehen, nur weil unser Verstand und unser Herz davon überzeugt sind. Wenn wir untereinander diese Haltung aufbringen und ernsthaft vor Gott seinen Willen suchen, was sein Wille ist, werden auf alle Fragen eine richtige Antwort finden und eine Überzeugung erlangen.

Dass wir in der Gemeinde einander demütig begegnen und einander gut zuhören, ist nicht nur in Streitfragen wichtig, sondern es sollte immer unsere Haltung sein. Für gute Kommunikation mit anderen ist es eins der wichtigsten Dinge, dass wir lernen, einander wirklich zuzuhören. Das klingt trivial, ist es aber nicht. Gute Gespräche sind nur möglich, wenn wir den anderen höher achten als uns selbst und mit diesem Respekt, Interesse und Geduld ihm zuhören, bis er alles gesagt hat, was er sagen wollte. Wir merken nicht, wie oft wir voreilig unsere eigene Meinung oder Erfahrung dazu sagen oder antworten, wie er mit dem Problem umgehen soll, und so gute Kommunikation verhindern. Obwohl wir es gut meinen, verhindern wir dadurch ein tieferes, offeneres Gespräch. Stattdessen sollten wir alles dafür einsetzen, den anderen wirklich zu verstehen, indem wir nachfragen, ob wir ihn richtig verstanden haben, und ihn ermutigen, noch mehr von dem zu sagen, was er eigentlich sagen wollte. Wenn er alles gesagt hat, können wir vielleicht einen Rat geben, wenn er das will. Aber wenn nicht, und der andere sich „lediglich“ verstanden fühlt, haben wir trotzdem etwas Großartiges erreicht, nämlich wir, dass wir den Bruder oder die Schwester besser verstehen durften und mit mehr Respekt und mehr Verständnis für ihn beten können, und er, dass er sich öffnen konnte und Verständnis und Anteilnahme erleben durfte, was er sich vielleicht schon lange so sehr gewünscht hat. Wir selbst sollten auch wagen, anderen offen und ehrlich zu begegnen und nicht mehr unsere Schwächen und Probleme zu verbergen, um uns selbst zu schützen. Das erfordert zwar Mut und Vertrauen gegenüber dem Bruder, mit dem wir reden; es ermöglicht uns aber geistliche Gemeinschaft, in der wir ehrlich vor Gott stehen und in der Jesus sich als der Heiland verherrlichen und heilsam, befreiend und mächtig rettend wirken kann. Möge Gott uns helfen, einander zu lieben und gut miteinander zu kommunizieren!

 

 

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Fragebogen: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will – Berufen zur Gemeinschaft 5 – Apostelgeschichte 15,1-6.23-29

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Gemeinschaft der Liebe

Heute lesen wir noch einmal 1. Johannes 4,7-13. Zusätzlich lesen wir Apostelgeschichte 15,1-6 und die Verse 23-29.
Wir haben beim letzten Mal bereits gesehen, dass es in der Praxis gar nicht einfach ist, den Nächsten zu lieben; auch dann nicht, wenn wir es eigentlich wollen und es immer wieder versuchen. Wir wollen über praktische Anwendungen nachdenken, die uns helfen sollen, zu Menschen verändert zu werden, die besser lieben können. Zwei Aspekte wollen wir im Besonderen betrachten.

Erstens, Kommunikation. Im Text aus Apostelgeschichte geht es zwar vor allem um eine extrem wichtige theologische Angelegenheit. Aber es ging hier auch um Kommunikation. Inwiefern?
Kannst du dich an Situationen erinnern, in denen unnötige Spannungen und vielleicht auch hässliche Momente entstanden sind, weil schlecht kommuniziert wurde?
Wie sieht deiner Meinung nach gute Kommunikation aus?

Zweitens, Erwartungen. Im Text in der Apostelgeschichte geht es auch um Erwartungen. Inwiefern?

Betrachte folgende Situationen (Peter Scazzero):
• Natürlich kommst du zum Familien-Event. Wir sind dir doch wichtig, oder nicht?
• Ich wusste nicht, dass alle diese Aufgaben zur Stelle dazu gehören. Das hattest du mir nicht gesagt.
• Mein erwachsener Sohn sollte wissen, dass ich ihn brauche, um das zu reparieren. Das ist etwas, worum ich ihn nicht bitten sollte.
• Wenn ich ihr nicht egal wäre, dann würde sie mich mal anrufen.
• In einer guten Gemeinde sollten alle unterstützend und verständnisvoll sein, wenn man verletzt ist.
Was steckt dahinter?

Hast du schon einmal die Erfahrung gemacht, dass andere etwas von dir erwartet haben und das zu Problemen geführt hat? Welche Erwartungen hast du an andere? Was wären deiner Meinung nach gerechtfertigte Erwartungen?

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Predigt: Psalm 27,1-5 – Zum Schuljahresanfang 2021

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Der HERR ist dein Licht und dein Heil

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?”

Psalm 27,1

Ich glaube, dass die meisten von uns sich wünschen, etwas mutiger zu sein. Ich wünschte mir, dass ich frei von Angst und Sorgen leben könnte. Und genau darum geht es im heutigen Text und in der heutigen Predigt. Wir wollen als erstes darüber nachdenken, warum wir keine Furcht zu haben brauchen. Und als zweites wollen wir darüber reden, wie wir ein Leben ohne Furcht führen können.

Erstens, warum keine Furcht?
David, der Psalmist, macht eine erstaunliche Aussage: „vor wem sollte ich mich fürchten? … Vor wem sollte mir bangen?“ Keine Furcht, keine Angst. Und gleichzeitig sind die Situationen, die er erwähnt, ziemlich krass. In Vers 2 sagt er: „Dringen Böse auf mich ein, um mein Fleisch zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde…“ Die Neuer Genfer Übersetzung sagt es so: „Wenn boshafte Menschen über mich herfallen, um mich mit Haut und Haaren zu verschlingen, meine Gegner und Feinde…“ Hier ist wirklich die Rede von Menschen, die wirklich gar nichts für David übrighaben. Sie wollten David nicht nur umbringen, sondern auch grillen und essen.
Und in Vers 3 sagt er: „Mag ein Heer mich belagern…“ In dem Film der Herr der Ringe, Die zwei Türme, ist eine der eindrücklichsten Szenen, wenn die Festung Helms Klamm belagert wird. Man sieht eine gewaltige feindliche Armee mit 10,000 starken, bis an die Zähne bewaffneten Soldaten die aus der Ferne anrückt. Die Armee trifft am Abend an. Für die Krieger der Festung ist das der furchterregendste Moment: es ist die Stille vor dem Sturm, der trügerische Friede vor der großen Schlacht, zu wissen, dass die Armee da draußen eigentlich zahlenmäßig weit größer ist als die eigene. Und trotzdem hat David überhaupt keine Angst: „Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.“ David schien jemand zu sein, dem gar nichts aus der Bahn werfen konnte. Keine Situation war zu groß, keine Bedrohung zu schrecklich, keine Gefahr zu imminent, als dass er anfangen würde, sich Sorgen zu machen. Und das ist wirklich erstaunlich.
Morgen ist es endlich so weit. Nach sechseinhalb viel zu langen und viel zu kurzen Wochen beginnt die Schule wieder. Ich glaube, dass sich die meisten schon ein wenig darauf freuen. Und falls ihr Schüler euch gar nicht freuen solltet, eure Eltern freuen sich bestimmt ein wenig. Neues Schuljahr bedeutet auch neue Herausforderungen. Für manche ist es das erste Jahr an der Schule oder das erste Jahr an einer neuen Schule. Für manche ist es das letzte Jahr an der Schule, weil ihr in diesem Schuljahr euren Abschluss macht. Vielleicht habt ihr Fragen wie: „wird das mit dem Schulabschluss alles klappen? Was kommt danach?“ Andere von euch fragen sich vielleicht: „Wie wird die neue Schule? Werde ich bald neue Freunde finden? Werden die Mitschüler nett sein?“
Ich hoffe, dass die meisten von euch mit ziemlich viel Zuversicht und guter Hoffnung ins neue Schuljahr starten. Aber vielleicht ergeht es manchen so ähnlich wie mir: ich fand die Schule nicht so toll. An manchen Tagen konnte ich die Schule nicht ausstehen. Während meiner Zeit am Gymnasium bin ich viele hunderte Male über die Neckarbrücke gegangen. Immer wieder kam es vor, dass morgens die Feuerwehr im Blaulicht an mir vorbei gerauscht ist. Und ich kann mich daran erinnern, dass ich mir immer wieder gewünscht hatte, dass es die Schule ist, die brennt. Das Feuer war immer an der Uni (wahrscheinlich am chemischen Institut) und niemals an der Schule. Während meiner Schulzeit war ich zwar kein richtiger Außenseiter. Aber gleichzeitig habe ich mich nie wirklich akzeptiert gefühlt. Ich hatte nie den Eindruck, dass ich einfach ich selbst sein kann. Vielleicht mag es manchen von euch ähnlich gehen. Falls nicht, gut für dich!
Wie dem auch sei, vielleicht haben manche von euch doch die ein oder andere Sorge, die euch in das neue Schuljahr begleitet. Viele Kinder haben Angst vor Ablehnung. Die Sorgen müssen natürlich nichts mit der Schule an sich zu tun haben. Viele haben Angst um ihre Eltern, dass ihnen etwas passiert oder dass sie sich scheiden lassen. Viele Kinder machen sich Sorgen um die Welt da draußen: Kriege und Terror, Armut, Klimawandel. Ganz egal was der Grund für deine Sorgenfalten ist, es gab und gibt Menschen, die alle deine Sorgen bereits durchgemacht haben. David war spricht hier von kannibalisch veranlagten Feinden, aufziehenden Armeen und tobenden Kriege. Frage ist dann natürlich: warum hatte David keine Angst? Woher kam seine völlige Freiheit von Furcht?
Wir finden die Antwort in Vers 1: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil: vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: vor wem sollte mir bangen?“ Davids Antwort auf Furcht und Angst war der HERR: Gott selbst. Gott ist Licht, Heil (oder Rettung) und Schutz. Licht, Rettung und Schutz sind alles Begriffe, die so viel Bedeutung haben, dass man Bücher dazu schreiben könnte (das wurde auch schon gemacht). Wir wollen gar nicht so tief darauf eingehen heute. Ich möchte an dieser Stelle nur folgendes sagen: jeder Mensch sucht Licht, Rettung und Schutz, weil jeder Mensch auf Licht, Rettung und Schutz angewiesen ist. Wir können nicht ohne das Leben. Ihr alle wollt wissen, weshalb ihr in der Schule ackert, was der Sinn dahinter ist und was der Sinn von eurem Leben ist. Das ist Licht. Ihr alle wollt die Gewissheit haben, dass euer Leben am Ende des Tages gut ausgeht und dass Glück und Freude auf euch warten. Das ist Rettung. Und ihr alle wollt wissen, dass ihr trotz allen Gefahren und Bedrohungen sicher seid. Das ist Schutz. Ihr verwendet vielleicht nicht unbedingt diese Begriffe. Z.B. wenige Menschen heute, wenige Freunde von euch würden sagen: „Ich brauche Rettung!“ Gerettet von was überhaupt würden sie fragen? Und trotzdem ist jeder Mensch praktisch ohne Ausnahme unablässig auf der Suche danach.
Hier ist jetzt der zentrale Punkt: Gott war für David genau das: Licht, Rettung und Schutz. D.h., dass Gott für David absolut war. Oder anders gesagt, für David war Gott das Größte, das Höchste und das Wichtigste in seinem Leben. Angst haben wir immer dann, wenn etwas in Gefahr ist, was uns lieb und teuer ist. Wenn Gott die Person ist, die du am meisten liebst, dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Du brauchst dir keine Sorgen mehr zu machen, weil Gott ewig und allmächtig ist. Wenn alles in deinem Leben den Bach runter geht, aber du hast Gott, dann hast du immer noch ein Happyend. Wenn du alles, was du hast, verlierst, aber du hast Gott, dann hast du gar nichts verloren. Gott ist größer als alles, was dir das Leben geben kann; Gott ist größer als alles, was der Tod dir nehmen kann.
Die Frage ist, ob du diesen Gott hast oder nicht. Das ist das Geheimnis eines sorgenfreien Lebens.

Zweitens, wie können wir frei von Furcht und Sorgen leben?
Wir finden mindestens zwei Antworten auf diese Frage im Text. Die eine Antwort finden wir gleich in Vers 1. David sagte nicht einfach: „Der HERR ist Licht und Heil.“ Das hätte nicht ausgereicht, ihm die Angst und Furcht zu nehmen. Er sagte: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil: vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: vor wem sollte mir bangen?“ Das Wort „mein“ ist hier wirklich entscheidend. Gott war nicht einfach nur Licht und Heil für den Richter Samuel oder für die Eltern von David. Gott war sein Gott.
Frage ist, wie sehr das auf euch zutrifft. Ist der HERR wirklich dein Gott? Nicht nur der Gott deiner Geschwister oder der Gott deiner Freunde, sondern dein Gott? Auch nicht nur der Gott deiner Eltern, sondern wirklich dein persönlicher Gott? Es reicht nicht aus, dass deine Eltern fromm sind und deine Eltern an Gott glauben. Die Frage ist, ob du fromm bist und an Gott glaubst. Es reicht nicht aus, dass deine Eltern leidenschaftliche Beter sind. Die Frage ist, ob du selbst ein leidenschaftlicher Beter bist. Uwe Schäfer hatte mal gesagt, dass Gott keine Enkelkinder hat. Gott hat nur Kinder. Besser kann man es kaum sagen. Bist du ein Kind Gottes?
Die zweite Antwort finden wir in Vers 4: „Eines habe ich vom HERRN erfragt, dieses erbitte ich: im Haus des HERRN zu wohnen alle Tage meines Lebens; die Freundlichkeit des HERRN zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel.“ Für David gab es eine Priorität im Leben; eine einzige Ausrichtung; ein einziges klares Ziel vor Augen: im Haus des HERRN wohnen alle Tage seines Lebens. Und das ist vielleicht nicht ganz so klar zu erfassen. Ich möchte versuchen, es so gut es geht, zu erklären, was das bedeutet.
Es bedeutet zum einen, dass Gott in unserem Leben real wird. Vor einigen Jahren hat eins meiner vier Kinder beim Spielen eine Glühbirne kaputt gemacht. Nicht nur das, natürlich ist er dann in das zerbrochene Glas getreten. Der Kinderarzt hat versucht die Scherben aus dem Fuß zu entfernen. Aber Tage und Wochen später hatte unser Sohn immer noch Schmerzen. Als sein Fuß dann geröntgt wurde, wurde eine weitere Scherbe im Fuß gefunden. Er wurde dann schließlich unter Vollnarkose operiert, und die Chirurgin war in der Lage, die Scherbe zu empfehlen. Als unser Sohn aus der Narkose aufgewacht ist, hat er angefangen, sich über starke Schmerzen zu beklagen. Ich bat die Ärzte um Hilfe. Aber es dauerte eine Weile, bis sie kommen konnten. Schließlich habe ich das getan, was alle verzweifelten Eltern in dieser Situation getan hätten: ich habe dem Kleinen mein Tablet gegeben. Sobald er mein Tablet hatte, waren alle Schmerzen vergessen. Er war so vertieft in das Spiel, dass alles drumherum keine Rolle mehr spielte. Kurz danach kamen die Ärzte rein: „Wir wollten noch einmal vorbeischauen, wegen seinen Schmerzen…“ Sie sahen den Kleinen mit dem Tablet und meinten dann nur zu mir: „Ihm geht es gut.“
Was war passiert? Mein Sohn hat in seiner Begeisterung am Tablet völlig vergessen, dass er Schmerzen hatte. Seine Schmerzen waren nur kleine Unannehmlichkeiten im Vergleich mit dem Vergnügen, mit Papas Tablet zu spielen. Hier ist der Punkt: Gott will in deinem Leben so real werden; eigentlich noch viel realer als das. Er will so präsent in deinem Leben sein, dass alles andere, deine Familie, deiner Freunde, deine Schule zur Nebensache werden. Er will diesen Fokus, diese Art von Aufmerksamkeit und Hingabe von dir wie ein Kind sich einem Tablet zuwendet.
Und das bringt mich zum nächsten Punkt: Gott will von dir gesucht werden. Der christliche Philosoph Dallas Willard hat etwas gesagt, was mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Frage ist: ist Gott verborgen? Versteckt sich Gott vor uns? Seine Antwort war: ja. Hier ist sein Argument: Gott ist so überwältigend groß, dass wenn Er sich nicht vor uns verbergen würde, er einfach unausweichlich wäre. Die Frage ist dann natürlich: warum versteckt sich Gott vor uns? Wenn er sich einfach zeigen würde, würden alle Menschen wissen, dass es ihn gibt. Antwort lautet: Gott versteckt sich vor uns, weil Er will, dass du ihn suchst. Wenig später im Psalm heißt es deshalb auch: „Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht! Dein Angesicht, HERR, will ich suchen.“
Vorhin habe ich gesagt, dass Gott das Beste ist, was uns passieren kann: Er ist unser Licht, unsere Rettung und unser Schutz. Er ist der größte Reichtum, den wir empfangen können. Aber Gott drängt sich niemanden auf. Gott zwingt dich nicht zu deinem Glück. Gott will, von dir gesucht werden, bevor er sich von dir finden lässt. Gott will, dass du seine Gemeinschaft und Hilfe willst. Gott will, dass du ihn in dein Leben einlädst, weil er dich bereits in sein Leben eingeladen hat. Gott will, dass du ihn willst.

Zum Schluss, liebe Schülerinnen und Schüler, wenn ihr euch auf diesen Gott einlässt und wenn ihr seine Gegenwart sucht, könnt ihr darauf vertrauen, dass Gott mit euch ist. Wenn euer Rucksack schwer auf euren Schultern liegt, Gott ist mit euch. Wenn euer Ranzen zu leicht ist, weil ihr die Hälfte der Schulsachen zu Hause vergessen habt, Gott ist mit euch. Wenn ihr in der Schule von besten Freunden umgeben seid, Gott ist mit euch. Wenn ihr euch in der Schule allein gelassen fühlt und denkt, dass niemand euch verstehen kann, Gott ist mit euch. Wenn es den einen Lehrer gibt, der euch tierisch auf den Zeiger geht, Gott ist mit euch. Wenn ihr in der Pause euer Brot esst, Gott ist mit euch. Wenn ihr eine schwere Arbeit zu schreiben habt, Gott ist mit euch. Wenn die Arbeit vor allem deshalb schwer ist, weil ihr zu wenig gelernt habt, Gott ist mit euch. Wenn ihr euch fürchtet, wie ihr die Note 4-5, die ihr geschrieben habt, zu Hause den Eltern beibringen wollt, Gott ist mit euch. Gott ist mit euch auf dem Hin- und auf dem Rückweg, in und außerhalb der Schule, vor und nach dem Unterricht. Gott ist vor euch und hinter euch, er steht euch links und rechts zur Seite, er geht euch voran und hält euch den Rücken frei, er umgibt euch von allen Seiten und hält seine Hand über euch. Er ist euer Licht, eure Rettung und euer Schutz.

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