{"id":9983,"date":"2021-01-03T11:00:49","date_gmt":"2021-01-03T10:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9983"},"modified":"2022-11-18T12:19:10","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:10","slug":"predigt-kolosser-21-23-jahresanfang-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-kolosser-21-23-jahresanfang-2021\/","title":{"rendered":"Predigt: Kolosser 2,1 &#8211; 23  (Jahresanfang 2021)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2021_Kolosser-Lektion-2-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">In Christus wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eSeht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der \u00dcberlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus. Denn in ihm wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit leibhaftig.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Kolosser 2,8.9<\/p>\n<p>Wir danken Gott, dass wir den Kolosserbrief betrachten und dadurch am Jahreswechsel auf Jesus schauen k\u00f6nnen. Letzte Woche haben wir durch die Predigt von T. zu Kap. 1,15 die Verk\u00fcndigung von Apostel Paulus geh\u00f6rt, dass Jesus das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist. Durch diesen und die folgenden Verse hat Paulus den Christen in Koloss\u00e4 verk\u00fcndigt, wer Jesus eigentlich ist. Jesus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Jesus ist nicht Teil von Gottes Sch\u00f6pfung, sondern er ist der Erstgeborene vor aller Sch\u00f6pfung; in Ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist. Damit hat Paulus Jesus als Gott verk\u00fcndigt, der schon vor der Sch\u00f6pfung war und durch den alles geschaffen ist. Jesus ist durch seine Auferstehung auch der Erste in Gottes Rettungswerk und das Haupt seiner Gemeinde. Aber warum verk\u00fcndigte Paulus das den Christen in Koloss\u00e4 gleich am Anfang seines Briefs? Im heutigen Text erfahren wir den Grund. Obwohl sie eigentlich das Evangelium angenommen und guten Glauben hatten (1,4-8), waren sie in akuter Gefahr, durch Irrlehren ihren reinen Glauben an Jesus zu verlieren. Interessanterweise versuchte Paulus nicht, die Irrlehren zu analysieren und zu widerlegen; das hielt er nicht f\u00fcr n\u00f6tig. Stattdessen verk\u00fcndigte er ihnen weiter Jesus, die Gr\u00f6\u00dfe seiner Person, sein Werk und seine \u00dcberlegenheit \u00fcber alle M\u00e4chte. Dadurch machte er deutlich, wie unn\u00f6tig und unsinnig es ist, sich anderen Lehren und M\u00e4chten zuzuwenden. M\u00f6ge Gott uns helfen, durch diesen Text mehr zu begreifen, wer Jesus ist, was wir in ihm haben und dass wir au\u00dfer ihm wirklich nichts anderes brauchen!<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 1 und 2. Paulus schreibt: \u201eIch will euch n\u00e4mlich wissen lassen, welchen Kampf ich f\u00fcr euch und f\u00fcr die in Laodizea und f\u00fcr alle f\u00fchre, die mich nicht von Angesicht gesehen haben, auf dass ihre Herzen gest\u00e4rkt und verbunden werden in der Liebe und zu allem Reichtum an der F\u00fclle der Einsicht, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist.\u201c Paulus hatte die Christen in Koloss\u00e4 nie gesehen, ebensowenig wie die in der Nachbarstadt Laodizea. Trotzdem k\u00e4mpfte er geistlich f\u00fcr sie, seitdem er von Epaphras von ihrer geistlichen Situation geh\u00f6rt hatte, indem er f\u00fcr sie betete und ihnen diesen Brief schrieb. Er betete daf\u00fcr, dass ihre Herzen gest\u00e4rkt und in der Liebe miteinander verbunden werden und sie so eine F\u00fclle an Einsicht erlangen, dass sie das Geheimnis Gottes, n\u00e4mlich Jesus Christus erkennen k\u00f6nnen. In Christus konnten sie und k\u00f6nnen auch wir Gottes Wesen erkennen, das uns eigentlich wie ein Geheimnis verborgen ist. Als Gott Jesus Mensch werden und auf die Erde lie\u00df, hat Gott das Geheimnis \u00fcber sein Wesen, seinen Willen und sein Werk f\u00fcr uns erkennbar gemacht. Dieses unfassbar gro\u00dfartige Geheimnis k\u00f6nnen wir nicht einfach mit unserem Verstand erfassen. Wir brauchen Gottes Hilfe, von ihm gest\u00e4rkte Herzen, damit wir den Reichtumg an F\u00fclle der Einsicht erlangen, um Christus wirklich zu erkennen.<\/p>\n<p>Paulus geht noch weiter und verk\u00fcndigt in Vers 3, dass in Christus alle Sch\u00e4tze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen liegen. Hier geht es nicht einfach um menschliche Weisheit oder triviale Erkenntnis, wie man sie zum Beispiel zum L\u00f6sen einer Mathe-Aufgabe braucht oder daf\u00fcr, wie man mit anderen Menschen so umgehen kann, dass man nicht unn\u00f6tig mit ihnen in Konflikt ger\u00e4t. Das ist auch eine Art von Weisheit, aber nicht wirklich das, wovon hier die Rede ist. Im Vers 3 spricht Paulus von allen Sch\u00e4tzen der Weisheit und der Erkenntnis. Es geht also um Sch\u00e4tze der Weisheit, um Weisheit, die uns das Ziel unseres Lebens und den Weg dorthin zeigt. Es geht um g\u00f6ttliche Erkenntnis, die alle unsere Fragen beantwortet und unsere Bed\u00fcrfnisse stillt. Und alle diese Sch\u00e4tze an Weisheit und an Erkenntnis sind in Christus verborgen. Wir finden sie nirgendwo anders. Wir finden sie in Jesus Christus, und zwar in dem Ma\u00dfe, indem wir ihn erkennen. So spornt Paulus die Kolosser und auch uns dazu an, danach zu trachten, Jesus mehr zu erkennen.<\/p>\n<p>Warum er das tut, erkl\u00e4rt er in Vers 4: \u201eIch sage das, damit euch niemand betr\u00fcge mit verf\u00fchrerischen Reden. Denn obwohl ich leiblich abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch und freue mich, wenn ich eure Ordnung und euren festen Glauben an Christus sehe.\u201c Paulus freute sich, wenn sie in festem Glauben an Christus lebten. Aber er wusste von der Gefahr, dass sie durch die verf\u00fchrerischen Reden von Irrlehrern betrogen und vom Glaubensweg abgebracht w\u00fcrden. Wozu ermahnte er sie deshalb?<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 6 und 7: \u201eWie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegr\u00fcndet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.\u201c Dies ist Paulus\u2018 einzige Aufforderung im heutigen Text (die Ermahnungen in den Versen 8, 16 und 18 sind vom Inhalt her keine Aufforderungen, etwas zu tun, sondern Ermahnungen, sich vor der Verf\u00fchrung zu h\u00fcten). Da sie Jesus als ihren Herrn und Christus angenommen hatten, sollten sie auch in ihm leben, und dabei in ihm verwurzelt und gegr\u00fcndet und fest im Glauben sein. Obwohl diese Aufforderung \u00fcberraschend grundlegend ist, ist sie doch auch eine Antwort auf ihr Problem. Wenn sie an Jesus nicht nur theoretisch glaubten, sondern wirklich in ihm lebten und ihr Denken und Handeln im allt\u00e4glichen Leben auf ihn gr\u00fcndeten, w\u00fcrden sie Jesus neu erleben und ihn dadurch mehr erkennen. Dadurch w\u00fcrden sie ihn Tag f\u00fcr Tag neu erleben und erkennen, dass sie in ihm alles haben und keine zus\u00e4tzliche Philosophie brauchten. Paulus erg\u00e4nzte, dass sie auch voller Dankbarkeit sein sollten. Sie konnten unabh\u00e4ngig von ihrer Lage immer dankbar sein, weil Gott sie mit Jesus unendlich reich beschenkt hatte. Paulus fordert die Gl\u00e4ubigen in diesem Brief mindestens noch vier weitere Male zur Dankbarkeit auf (3,15.16.17; 4,2). Wenn Jesus unser Herr und Christus ist, haben wir immer Grund zur Dankbarkeit. Gott zu danken, geb\u00fchrt nicht nur Gott, sondern es sch\u00fctzt auch unser Herz vor allen m\u00f6glichen Verf\u00fchrungen (nicht nur durch Irrlehren, sondern auch durch Hochmut, Begierde, Neid, Hass, Traurigkeit usw.).<\/p>\n<p>Im Vers 8 warnt Paulus sie konkreter vor der Verf\u00fchrung: \u201eSeht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der \u00dcberlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus.\u201c Die Gl\u00e4ubigen in Koloss\u00e4 waren Irrlehren aus zwei verschiedenen Richtungen ausgesetzt: zum einen durch Philosophie, wovon hier die Rede ist, zum anderen durch judaistische Lehren, die die Einhaltung des Gesetzes und j\u00fcdischer Satzungen forderten. Bei dem, was Paulus hier Philosophie nennt, handelte es sich um eine Form von mystischem Polytheismus, der sich sp\u00e4ter zu der Irrlehre entwickelte, die man mit Gnostizismus bezeichnete. Diese falsche Lehre behauptete, da\u00df es zwischen einem heiligen Gott und der Erde eine Menge von Engeln und anderen spirituellen Wesen g\u00e4be, die eine Art Br\u00fccke bildeten, zu denen angeblich auch Christus als ein Glied geh\u00f6re. Auf diese Weise wollte man Christus einen Platz geben, der der wahren Gottheit untergeordnet ist, und untersch\u00e4tzte dadurch Jesus Christus und die Einzigartigkeit und die Vollst\u00e4ndigkeit seines Erl\u00f6sungswerks. Diese Lehre beinhaltet die Anbetung von Engeln (18) und eine falsche Askese (20-22). Die Irrlehrer lehrten in der Gemeinde, dass die Gl\u00e4ubigen nur dann die F\u00fclle der Gottheit erfahren k\u00f6nnten, wenn sie mit Engeln und andere spirituellen M\u00e4chten in Verbindung treten. Sie bezogen sich \u2013 ebenso wie die judaistischen Irrlehrer \u2013 auch auf Jesus, lehrten aber, dass er nur eine begrenzte Bedeutung h\u00e4tte und sie noch etwas anderes br\u00e4uchten. Paulus nennt diese Lehre \u201eleeren Trug\u201c und stellt klar, dass sie der \u00dcberlieferung von Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus.<\/p>\n<p>Warum war es verkehrt und absurd, daran zu glauben? Paulus sagt in den Versen 9 und 10: \u201eDenn in ihm wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erf\u00fcllt durch ihn, der das Haupt aller M\u00e4chte und Gewalten ist.\u201c Jesus ist nicht nur ein Engelswesen, das der Gottheit untergeordnet ist, sondern in ihm wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit leibhaftig. Das Wort \u201eF\u00fclle\u201c (griechisch pleroma) war gerade das Wort, das die Gnostiker f\u00fcr das ganze Heer der vermittelnden Wesen zwischen Gott und den Menschen gebrauchten. Das Wort \u201eleibhaftig\u201c betont, dass der fleischgewordene Herr, der gekreuzigt wurde, auferstanden und zum Himmel aufgefahren ist, der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist. Er ist das Haupt aller M\u00e4chte und Gewalten. Er ist selbst Gott, in dem alle F\u00fclle wohnt. Mit dieser Verk\u00fcndigung widerlegte Paulus die falschen Behauptungen der Irrlehrer und bezeugte Jesus als wahren Gott und Herrn \u00fcber alle M\u00e4chte. Er ist der K\u00f6nig, der alles regiert und den wir anbeten sollen. In ihm wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit. Wenn wir zu Jesus ihm kommen, bekommen wir nicht nur etwas, sondern werden Gott in seiner ganzen F\u00fclle finden. Deshalb sollen wir mit unseren Fragen und unserem Verlangen nach wahrer Erkenntnis und Leben zu Jesus kommen und nicht (auch) woanders suchen.<\/p>\n<p>Woran konnten die Kolosser noch die \u00fcberragende Gr\u00f6\u00dfe und Herrlichkeit Jesu erkennen? Paulus schreibt weiter in den Versen 11-15: \u201eIn ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit H\u00e4nden geschieht, durch Ablegen des sterblichen Leibes, in der Beschneidung durch Christus. Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den S\u00fcnden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle S\u00fcnden. Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet. Er hat die M\u00e4chte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie \u00f6ffentlich zur Schau gestellt und \u00fcber sie triumphiert in Christus.\u201c Hier beschreibt Paulus das Werk der Erl\u00f6sung, das Jesus f\u00fcr sie vollbracht hat. Genauer gesagt beschreibt er die Auswirkungen seines Werkes, die auch f\u00fcr uns gelten, wenn wir es im Glauben angenommen haben. Durch den Glauben an seinen Tod am Kreuz wurden wir einer geistlichen Beschneidung unterzogen, durch die wir von unserem alten Wesen getrennt wurden. Wir sind mit ihm begraben worden in der Taufe und sind mit ihm durch den Glauben aus der Kraft Gottes auferweckt zu einem neuen Leben f\u00fcr seine Ehre. Obwohl wir eigentlich durch und durch unverbesserliche S\u00fcnder sind, hat Gott uns alle unsere S\u00fcnden vergeben und hat den Schuldbrief, der gegen uns bestand, getilgt und hat ihn an das Kreuz geheftet. Er hat die M\u00e4chte und Gewalten, die ein Anrecht auf uns hatten und uns angegriffen hatten, ihrer Macht entkleidet und sie \u00f6ffentlich zur Schau gestellt und \u00fcber sie triumphiert in Christus, als er ihn von den Toten auferweckt und zum Himmel aufgehoben hat. Dieses gewaltige Werk kann nur der lebendige Gott durch seinen Christus vollbringen. Philosophien m\u00f6gen interessant erscheinen. Aber keine Philosophie von Menschen hat die Kraft, um auch nur einen Teil dieser Werke zu vollbringen. Philosophien k\u00f6nnen Menschen vielleicht eine Orientierung geben und sie dazu ermutigen, sich mit ihrer eigenen Kraft um ein moralisch besseres Leben zu bem\u00fchen. Aber sie haben keine Kraft, um uns von unserer s\u00fcndigen Natur zu befreien; noch weniger k\u00f6nnen sie unsere Schuld vor dem heiligen Gott tilgen oder uns ewiges Leben geben. Nur Jesus, in dem die F\u00fclle Gottes wohnt, hat diese Werke f\u00fcr uns vollbracht. Ihn sollen wir anbeten und ihm ewig danken!<\/p>\n<p>Im Anschluss geht Paulus auch auf die Lehren der judaistischen Lehrer ein. Im Vers 16 hei\u00dft es: \u201eSo lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines Feiertages, Neumondes oder Sabbats.\u201c Die judaistischen Lehrer forderten die Gl\u00e4ubigen dazu auf, bestimmte Speisen zu meiden, j\u00fcdische Feiertage zu halten und vermutlich auch andere Teile des Gesetzes und der Satzungen der Juden zu halten. Sie behaupteten, dass diese Werke zus\u00e4tzlich zum Glauben an Jesus n\u00f6tig w\u00e4ren, um wirklich heilig und Gott wohlgef\u00e4llig zu sein. Aber Paulus sagte, dass sie sich wegen solchen Dingen von niemandem ein schlechtes Gewissen machen lassen sollten. Vers 17 erkl\u00e4rt: \u201eDas alles ist nur ein Schatten des Zuk\u00fcnftigen; der Leib aber ist Christus eigen.\u201c Die Gebote, die Gott dem Volk Israel gab, wie Speisegeboten, Feiertage oder auch Opfergebote, sollten ihnen helfen, Gott zu f\u00fcrchten und trotz ihrer S\u00fcndhaftigkeit eine Form von Gemeinschaft mit Gott zu haben. Letztlich aber sollten sie die Menschen ihre Verlorenheit lehren und auf das Kommen des Christus als Retter und K\u00f6nig vorbereiten. Insofern sind sie nur ein Schatten, ein minderwertiges Abbild von Jesus und dem Leben in der Beziehung zu Gott, die Jesus bringen w\u00fcrde. Alle, die an Jesus glauben, sind ein Teil seiner Gemeinde bzw. seines Leibes. Als sein Leib geh\u00f6ren wir nun ganz ihm und sollen ihm gehorchen und stehen nicht mehr unter dem Gesetz.<\/p>\n<p>Paulus warnte sie eindringlich vor denen, die das in Frage stellten: \u201eLasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gef\u00e4llt in Demut und Verehrung der Engel und sich dessen r\u00fchmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und h\u00e4lt sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und B\u00e4nder gest\u00fctzt und zusammengehalten wird und w\u00e4chst durch Gottes Wirken\u201c (18.19). Die Gl\u00e4ubigen sollten sich von niemandem ihr festes Vertrauen auf Christus nehmen lassen und seine ewige Belohnung riskieren \u2013 weder von den gnostizistischen noch von den judaistischen Irrlehrer. Das Charakteristikum der Irrlehrer ist, dass sie sich nicht an Jesus Christus halten und ihre Gedanken ihm nicht unterstellen, obwohl er das Haupt des Leibes ist und den ganzen Leib zusammenh\u00e4lt und wachsen l\u00e4sst. Es ist wichtig, dass wir uns jeder pers\u00f6nlich und als Gemeinde an Jesus halten und all unser Denken, Tun und Lehren ihm ganz unterstellen. Das wird uns entscheidend helfen, verkehrte Wege zu gehen und verkehrte Lehren zu identifizieren und aus der Gemeinde zu verbannen.<\/p>\n<p>Betrachten wir auch die letzten vier Verse 20-23: \u201eWenn ihr nun mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt: \u00bbDu sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anr\u00fchren\u00ab \u2013was doch alles verbraucht und vernichtet werden soll. Es sind menschliche Gebote und Lehren. Diese haben zwar einen Schein von Weisheit durch selbst erw\u00e4hlte Fr\u00f6mmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch.\u201c Zum Schluss erinnert Paulus sie nochmal an ihren neuen geistlichen Status, dass sie mit Christus bereits den Elementen der Welt gestorben waren, und stellt die rhethorische Frage, warum sie sich dann wieder Satzungen auferlegen lie\u00dfen, die bestimmte Speisen als unrein verboten. Sie brauchten keinen solchen menschlichen Geboten und Lehren mehr zu folgen, die nur einen Schein von Weisheit hatten, aber in Wirklichkeit nichts wert waren. Sie dienten nur dem menschlichen Verlangen, sich selbst und sein Leben zu verbessern, und dem religi\u00f6sen Bed\u00fcrfnis, sich vor Gott gerecht zu machen, was doch Christus schon l\u00e4ngst f\u00fcr uns getan hat.<\/p>\n<p>Auch in unserer Zeit gibt es verschiedene Philosophien und Lehren, die interessant klingen, von denen einige scheinbar mit dem Glauben an Jesus kompatibel sind. Wohlgemerkt ist hier von Philosophien die Rede, die ihre Wurzel in der \u00dcberlieferung von Menschen und Elementen der Welt haben. Es geht hier nicht um christliche Philosophie, die auf dem Evangelium Jesu und der Lehre der Bibel gr\u00fcndet. Ein Beispiel f\u00fcr weltliche Philosophien unserer Zeit, die mit dem Evangelium scheinbar kompatibel sind, ist die Antroposophie von Rudolph Steiner, der auch die Walldorfschulen gegr\u00fcndet hat, und Jesus und Teile des Evangeliums in seine Lehre eingebaut hat. In den letzten 30 Jahren hat sich auch die Esotherik in Europa verbreitet, bei der unterschiedliche mystische Lehren mit Elementen des Evangeliums in verf\u00fchrerischer Weise vermischt sind. Nat\u00fcrlich gibt es noch viele andere menschliche Lehren bzw. Irrlehren, die uns vom reinen Glauben an Jesus abbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen leicht denken, dass wir hier nicht in Gefahr sind, weil wir ja die Bibel studieren und unseren Glauben daran orientieren. Das ist zwar gut und sicher eine ganz gro\u00dfe Hilfe, aber die Gefahr, einer verkehrten Lehre aufzusitzen, ist damit nicht vollautomatisch gebannt. Das Entscheidende ist, wie wir die Bibel studieren, konkret gesagt, wie weit wir dadurch Jesus Christus erkennen.<\/p>\n<p>Jeder Mensch hat eigentlich ein angeborenes Verlangen nach Weisheit und wahrer Erkenntnis. Wir haben in uns einen Wunsch, die Dinge, die uns umgeben oder die in der Welt passieren, zu verstehen. Das beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf physikalische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten oder Dinge, die f\u00fcr uns unmittelbar von Nutzen sind, sondern auch auf grundlegendere Fragen, wie zum Beispiel, woher wir kommen, was nach dem Tod kommt, was der Sinn unseres Daseins ist und damit auch auf die Frage nach Gott. Die Kolosser hatten durch die Predigt des Evangeliums Jesus Christus als Gottes Sohn und durch seinen Tod am Kreuz Gottes Liebe zu sich erkannt. Ihre Erkenntnis wuchs durch ihr t\u00e4gliches Glaubensleben allm\u00e4hlich. Aber ihre Erkenntnis war immer noch begrenzt, sie hatten Jesus noch l\u00e4ngst nicht in seiner F\u00fclle erkannt. Dementsprechend sp\u00fcrten sie wohl auch einen inneren Mangel an Erkenntnis. Viele Christen denken nach einigen Jahren Glaubensleben, dass sie nun eigentlich alles Wichtige in der Bibel verstanden h\u00e4tten und Jesus genug kennen gelernt h\u00e4tten und nicht mehr viel Neues erfahren k\u00f6nnten. Aus diesem Eindruck entsteht in ihnen ein Wunsch, etwas Neuartiges zu erfahren. Dieser Wunsch ist zwar verst\u00e4ndlich, aber die Annahme, die ihm zugrundeliegt, dass sie weitgehend schon alles erfahren h\u00e4tten, was das Evangelium bietet, ist grundverkehrt. Vor allem birgt dieser Wunsch die Gefahr, dass wir uns auf andere Lehren einlassen, die den Glauben an Jesus scheinbar in einer positiven Weise erg\u00e4nzen, in Wirklichkeit aber unseren Glauben an das Evangelium bedrohen. Genau das passierte bei den Kolosser. Nachdem sie eine Zeitlang im Glauben gelebt hatten, waren sie offen f\u00fcr die Worte der Irrlehrer, die ihnen ein wirklich erf\u00fclltes Leben mit voller Gotteserkenntnis versprachen und ihnen daf\u00fcr eine poplul\u00e4re Philosophie mit mystischen Elementen anpriesen. Sie waren daf\u00fcr anf\u00e4llig, weil sie nicht wirklich wussten, dass in Jesus die ganze F\u00fclle der Gottheit leibhaftig wohnt und dass sie in ihm alles finden! Sie waren auch f\u00fcr die Lehren der Judaisten anf\u00e4llig, dass sie au\u00dfer an Jesus zu glauben auch das Gesetz und die j\u00fcdischen Satzungen halten m\u00fcssten, um Gott wirklich zu gefallen \u2013 weil sie nicht tief genug erfasst hatten, dass sie mit Christus gestorben und auferweckt waren und in ihm Gottes volle Anerkennung erlangt hatten und von ihm selbst geheiligt w\u00fcrden. Lasst uns daf\u00fcr beten, dass im neuen Jahr das Wort Christi reichlich unter uns wohne, damit wir Jesu Erl\u00f6sungswerk an uns tiefer und v\u00f6lliger begreifen und jeden Tag und in allen Bereichen aus dem Glauben daran leben k\u00f6nnen. Lasst uns beten, dass das Wort Christi so reichlich unter uns wohnt, dass wir ihn selbst mehr erfahren, in der geistlichn Erkenntnis wachsen und bei ihm alle F\u00fclle finden. M\u00f6ge Gott uns dadurch auch vor jeglicher verkehrten Lehre sch\u00fctzen! Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download In Christus wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit \u201eSeht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der \u00dcberlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus. 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