{"id":9891,"date":"2020-10-11T11:00:08","date_gmt":"2020-10-11T09:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9891"},"modified":"2022-11-18T12:19:41","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:41","slug":"predigt-1-mose-181-1938","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-181-1938\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Mose 18,1 &#8211; 19,38"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020Gen-14_1801-1938-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Eine dreifaches Handeln Gottes<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd der HERR erschien ihm bei den Terebinthen Mamres, w\u00e4hrend er am Eingang seines Zeltes sa\u00df, als der Tag am hei\u00dfesten war. Und er erhob seine Augen und schaute, siehe, da standen drei M\u00e4nner ihm gegen\u00fcber.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Mose 18,1.2a)<\/p>\r\nIn dem heutigen Text erschien Gott Abraham in einer besonderen Weise. In einer Weise, die im gesamten AT einzigartig ist. Gott erschien Abraham in der Gestalt von drei M\u00e4nnern. Die Dreiheit der Besucher wurde h\u00e4ufig als Hinweis auf die Trinit\u00e4t Gottes gedeutet. Dies mag sein, doch im Kontext der Begebenheiten im heutigen Text will die Dreiheit der Besucher noch etwas anderes aussagen. Sie bezieht sich auf ein dreifaches Handeln Gottes, das wir in dem heutigen Text sehen k\u00f6nnen: 1. Verhei\u00dfung; 2. Gericht und 3. Rettung. Wir wollen jedes dieser Punkte in jeweils einem Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 1: Gottes Verhei\u00dfung (V. 1 \u2013 19)<\/strong>\r\nGott hatte Abraham gro\u00dfartige Verhei\u00dfungen gegeben. Gott hatte f\u00fcr seine Verhei\u00dfungen keine Gegenleistungen von Abraham erwartet. Aber es gab eine Voraussetzung f\u00fcr die Erf\u00fcllung dieser Verhei\u00dfung. Und das war der Glaube. Ohne Glaube keine Verhei\u00dfung. Daher hatte Gott immer wieder an den Zweifeln oder besser gesagt an den Glauben von Abraham gearbeitet. Das haben wir in den vorherigen Kapiteln immer wieder gesehen. Wie stand es nun mittlerweile mit dem Glauben von Abraham? Noch das vorherige Kapitel berichtet davon, dass Abraham lachte und Gott Widerrede leistete, als Gott von seinen Verhei\u00dfungen sprach. Aber was tut Abraham in dem heutigen Text? Schaue in Vers 10. Abraham tut nix. Er leistet keine Widerrede mehr. Offenbar war Abraham nun so weit, Gottes Verhei\u00dfung einfach im Glauben anzunehmen.\r\nSeinen Glauben an die Verhei\u00dfung Gottes sehen wir auch in den Versen 2 bis 8. Wer diesen Abschnitt in einem St\u00fcck liest, dem f\u00e4llt auf, dass sich Abraham \u00e4u\u00dferst gastfreundlich verhielt. Ein Satz nach dem anderen bezeugt seine Gastfreundschaft, zum Beispiel: V. 4: Man soll ein wenig Wasser bringen, und wascht eure F\u00fc\u00dfe; V. 5: so will ich einen Bissen Brot bringen, dass ihr euer Herz st\u00e4rkt; danach m\u00f6gt ihr weiterziehen; V. 6: Und Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Nimm rasch drei Ma\u00df Feinmehl, knete sie und backe Brotfladen!;\r\nV. 7: Abraham aber lief zu den Rindern und holte ein zartes und gutes Kalb und gab es dem Knecht; der eilte und bereitete es zu. F\u00fcr Abrahams Gastfreundschaft m\u00f6gen sicherlich auch kulturelle Gr\u00fcnde eine Rolle gespielt haben, wie etwa dass Gastfreundschaft f\u00fcr nah\u00f6stliche Kulturen typisch war. Allerdings sind die kulturellen Gr\u00fcnde keine ausreichende Erkl\u00e4rung f\u00fcr Abrahams Gastfreundschaft. Die G\u00e4ste h\u00f6flich zu empfangen, ist eine Sache, aber sich vor den G\u00e4sten zu verneigen ist eine andere Sache. Den G\u00e4sten etwas zu essen anzubieten ist eine Sache, aber f\u00fcr die G\u00e4ste kurzfristig ein gutes Kalb zu schlachten ist eine andere Sache. Dass der Schreiber des Textes sieben Verse gebraucht, um die Gastfreundschaft von Abraham zu beschreiben, macht ebenfalls deutlich, dass Abrahams Gastfreundschaft nicht einfach etwas kulturell Gew\u00f6hnliches gewesen ist. Abraham verhielt sich den drei M\u00e4nnern so, als ob er gerade Ehreng\u00e4ste empfangen w\u00fcrde. Abraham wusste es zwar nicht, dass es Gott bzw. Engeln waren, die ihm begegnet waren, aber Abraham schloss es nicht aus. Das sehen wir v.a. in Vers 3: Abraham verneigte sich und sagte: \u201eMein Herr, habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so geh doch nicht vor\u00fcber an deinem Knecht!\u201c Diese Worte machen deutlich, dass Abraham damit rechnete, dass Gott ihm erneut begegnen w\u00fcrde. Aber auch wenn es nicht so w\u00e4re, so war er doch bereit, diese Fremde so zu dienen als ob es Ehreng\u00e4ste w\u00e4ren. Abrahams Verhalten zeigt Beides: Sowohl seine Bereitschaft, Gott zu dienen, als auch Menschen zu dienen. Abraham war frei, andere zu dienen. Es war ihm regelrecht eine gro\u00dfe Freude. Sein Verhalten zeigt seine Liebe zu Gott und zu Menschen.\r\nEigentlich war Abrahams Situation nicht besonders aussichtsreich gewesen. Mittlerweile waren nun schon mehr als 20 Jahre vergangen, als Gott Abraham seine Verhei\u00dfung zum ersten Mal gegeben hatte. Seitdem hatte sich kaum etwas von der Verhei\u00dfung erf\u00fcllt gehabt. Abraham hatte immer noch kein Kind, war mittlerweile fast schon 100 Jahre alt und lebte mit seiner Frau in einem fremden Land. In einer solchen Situation ist man eher mit sich selbst besch\u00e4ftigt, beklagt sich bei Gott usw. Man ist eigentlich nicht frei, andere zu dienen. Woher kam diese Dienstbereitschaft? Offenbar aus dem Glauben an die Verhei\u00dfungen. Er bewirkt Liebe und Bereitschaft, Gott und den Menschen zu dienen.\r\nAbrahams Verhalten in dem heutigen Text zeigt, dass Gott Abrahams Zweifel wirksam behandelt hatte. Er war geistlich bereit, Gottes Verhei\u00dfung in Empfang zu nehmen. Wie stand es aber mit Sara? Es ist bemerkenswert, dass Gott gleich zu Beginn des Gespr\u00e4chs die Frage stellt: \u201eWo ist deine Frau Sara?\u201c (V.9). Gottes erstes Interesse war diesmal nicht Abraham, sondern Sara. Warum? Vers 12 berichtet dar\u00fcber, dass Sara bei sich selbst lachte, als sie davon h\u00f6rte, dass Gott Abraham versprach, dass Sara in einem Jahr ein Kind bekommen sollte. Mit den Worten: \u201eNun, da ich alt bin, soll ich noch Liebeslust erfahren\u2026\u201c zog Sara Gottes Versprechen regelrecht ins L\u00e4cherliche. Sara lachte, weil sie Gottes Versprechen f\u00fcr l\u00e4cherlich hielt, geradezu f\u00fcr einen schlechten Witz. Als Oma noch ein Kind bekommen? Hat es denn jemals eine schwangere Oma gegeben? In der Tat aus menschlicher Perspektive war Gottes Versprechen geradezu l\u00e4cherlich. Aber gerade das war Saras Problem. Sie rechnete nicht mit den M\u00f6glichkeiten Gottes. Sie hatte ein Glaubensproblem. Das war ein Grund daf\u00fcr, warum Gott Abraham erneut erschienen war.\r\nWie Gott das Glaubensproblem von Sara l\u00f6ste, sehen wir in den nachfolgenden Versen 13 bis 14. Sara hatte Gottes Worte in Frage gestellt? Nun stellt Gott Saras Worte und Lachen in Frage: \u201eWarum lacht Sara und spricht: \u201eSollte ich wirklich noch geb\u00e4ren, so alt ich bin?\u201c Man liest \u00fcber diese Frage leicht hinweg. Aber diese Frage ist wirklich krass. Warum? Ich glaube, die meisten von uns w\u00fcrden lachen, wenn wir an der Stelle von Sara w\u00e4ren. Eine schwangere Oma? Das ist doch l\u00e4cherlich! Zudem hatte Sara viele Jahre an Lebenserfahrungen hinter sich. Sie hatte schon Vieles erlebt, aber eine schwangere Oma, neee! Aber anstelle zu sagen: \u201eJa, es ist verst\u00e4ndlich, dass Sara lacht\u201c, fragte Gott: \u201eWarum lacht Sara und spricht: \u201eSollte ich wirklich noch geb\u00e4ren, so alt ich bin?\u201c Das Krasse an dieser Frage ist also, dass sie zu einer gewaltigen Einfalt gegen\u00fcber dem Wort Gottes herausfordert. Ungef\u00e4hr dasselbe Ma\u00df an Einfalt, wie an die Jungfrauengeburt zu glauben. Die steinalte Sara sollte gegen\u00fcber dem Wort Gottes eine kindliche Einfalt einnehmen. Wie konnte Sara solch eine Einfalt gegen\u00fcber dem Wort Gottes einnehmen? Gott sagte zu ihr: \u201eSollte dem HERRN etwas unm\u00f6glich sein?\u201c Gott lenkte Saras Blick auf die Allmacht Gottes. Von der Perspektive der Allmacht Gottes her scheint eine schwangere Oma nicht mehr l\u00e4cherlich zu sein. Durch den Blick auf Gottes Allmacht konnte sie gegen\u00fcber dem Wort Gottes einf\u00e4ltig sein. Was machte Gott dann? Im Vers 14 erfahren wir, dass Gott seine Verhei\u00dfung wiederholte: \u201eZur bestimmten Zeit will ich wieder zu dir kommen im n\u00e4chsten Jahr, und Sara wird einen Sohn haben!\u201c Sara hatte Gott regelrecht ausgelacht, aber Gott l\u00e4sst sich nicht beirren. Er wiederholte einfach seine Verhei\u00dfung. Gott wei\u00df, was er sagt und verspricht. Nicht seine Worte, sondern ihre Worte sollte Sara hinterfragen. Nachdem Sara leugnete, gelacht zu haben, antwortete Gott: \u201eEs ist nicht so, du hast gelacht\u201c (V. 15). Der Vers 15 l\u00e4sst den Anschein erregen, dass die gesamte Glaubenshilfe Gottes an Sara nichts gebracht hatte. Aber in Hebr. 11,11 hei\u00dft es: \u201eDurch Glauben erhielt auch Sara selbst die Kraft, schwanger zu werden, und sie gebar, obwohl sie \u00fcber das geeignete Alter hinaus war, weil sie den f\u00fcr treu achtete, der es verhei\u00dfen hatte.\u201c Gottes Glaubenshilfe an Sara hatte sich also im Nachhinein als sehr wirksam erwiesen.\r\nGott hatte Abraham und Sara nicht allein gro\u00dfartige Verhei\u00dfungen gegeben. Er half ihnen auch, an diese Verhei\u00dfungen zu glauben. Gottes Glaubenshilfe an Sara und Abraham zeigt, wie sehr Gott gewillt war, beide zu segnen. Gott wollte seine Verhei\u00dfung an Abraham und Sara unbedingt erf\u00fcllen. Er ist ein Gott der Verhei\u00dfungen. Dies zeigt sich auch in den nachfolgenden Versen 17 bis 19. Gott geht hier mit Abraham um wie mit einem Freund, genauer gesagt wie mit einem Vertrauten, vor dem man keine Geheimnisse hat. Denn Vers 19 kann man auch so \u00fcbersetzen: \u201eDenn ich habe mich mit ihm vertraut gemacht\u2026\u201c Gott hatte Abraham in ein Vertrauensverh\u00e4ltnis gesetzt. Es ist bemerkenswert, welche Gr\u00fcnde Gott f\u00fcr dieses Vertrauensverh\u00e4ltnis anf\u00fchrt. Gott sagte nicht: \u201eWeil Abraham dies und das f\u00fcr mich getan hat\u201c. Die Gr\u00fcnde, die Gott nennt, sind: V.18: \u201eAbraham soll doch gewiss zu einem gro\u00dfen und starken Volk werden\u201c und \u201eund alle V\u00f6lker der Erde sollen in ihm gesegnet werden\u201c; V. 19: \u201eDenn ich habe ihn ersehen\u201c usw. Die Gr\u00fcnde, die Gott hier also nennt, wurzeln in dem Bund bzw. in Gottes Verhei\u00dfungen an Abraham.\r\nGott hatte sich im gesamten Leben von Abraham als den Gott der Verhei\u00dfungen offenbart. Es war aber nun auch an der Zeit, dass Abraham auch andere Offenbarungen Gottes kennenlernt. Lasst uns diese in den n\u00e4chsten Teilen der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 2: Gottes Gericht (V.16-21)<\/strong>\r\nIm Vers 17 erfahren wir, dass Gott Abraham seine Absichten bzgl. Sodom und Gomorra offenbaren wollte. Wir haben bereits einen Grund kennengelernt, warum Gott Abraham seine Absichten offenbaren wollte. Vers 19 verr\u00e4t uns noch einen zweiten Grund. Aus Abraham sollte ein gro\u00dfes und starkes Volk werden. Dieses Volk sollte darin erzogen werden, den Weg des HERRN zu bewahren und Recht und Gerechtigkeit zu \u00fcben. Abraham sollte es seinen Kindern lehren, und diese wiederum an ihre Kinder, also von einer Generation zur andren. Als ein heiliges Volk sollte Israel zum Segen f\u00fcr die ganze Welt werden. Wie sich Gott das vorgestellt hat, sehen wir in 5. Mose 4,6-8: So bewahrt sie nun und tut sie; denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der V\u00f6lker. Wenn sie alle diese Gebote h\u00f6ren, werden sie sagen: Wie ist doch dieses gro\u00dfe Volk ein so weises und verst\u00e4ndiges Volk! Denn wo ist ein so gro\u00dfes Volk, zu dem sich die G\u00f6tter so nahen, wie der HERR, unser Gott, es tut, so oft wir ihn anrufen? Und wo ist ein so gro\u00dfes Volk, das so gerechte Satzungen und Rechtsbestimmungen h\u00e4tte, wie dieses ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege? Was hatte nun der Erziehungsauftrag an Abraham mit der Sache von Sodom und Gomorra zu tun? 1. Kor 10,11 macht eine Funktion der Geschichte deutlich:&nbsp;Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur Warnung f\u00fcr uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist. Aus biblischer Sicht besteht eine Funktion der Geschichte darin, sie als Warnung zu nehmen. Die nachfolgenden Generationen sollten verstehen, dass Gott zu f\u00fcrchten ist. Gott gibt Verhei\u00dfungen, aber er h\u00e4lt auch Gericht. Gott ist g\u00fctig, aber auch zu f\u00fcrchten. Das Gericht \u00fcber Sodom und Gomorra sollte als Ermahnung zur Gottesfurcht dienen.\r\nIn 19,24-26 erfahren wir, wie Gott dieses Gericht auch tats\u00e4chlich ausgef\u00fchrt hatte: \u201eDa lie\u00df der HERR Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra, vom HERRN, vom Himmel herab, 25&nbsp;und er zerst\u00f6rte die St\u00e4dte und die ganze Umgebung und alle Einwohner der St\u00e4dte und was auf dem Erdboden gewachsen war. 26&nbsp;Und [Lots] Frau schaute zur\u00fcck hinter seinem R\u00fccken; da wurde sie zu einer Salzs\u00e4ule.\u201c Man achte auf die Worte: \u201eganze Umgebung\u201c; \u201ealle Einwohner\u201c, \u201ealles, was auf dem Erdboden gewachsen war\u201c. Wie das Gericht der Sintflut war auch das Gericht \u00fcber Sodom und Gomorra radikal. Es machte nicht einmal vor Lots Frau Halt, die ja eigentlich zu den Geretteten z\u00e4hlte. Wie beim Gericht der Sintflut hatte Gott auch beim Gericht \u00fcber Sodom und Gomorra keine leeren Worte gemacht. Sei es eine Verhei\u00dfung oder ein Gericht, was Gott ank\u00fcndigt, das tut er auch. Abraham konnte dieses schreckliche Gericht Gottes aus der Ferne miterleben. In 19,27-28 lesen wir: &nbsp;Abraham aber begab sich fr\u00fch am Morgen zu dem Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte. Und er blickte hinab auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Land jener Gegend und sah sich um, und siehe, ein Rauch ging auf von dem Land, wie der Rauch eines Schmelzofens. So hatte Abraham Gott bisher noch nicht erfahren. Sicherlich wusste Abraham auch von dem Gericht der Sintflut. Aber das Gericht von Sodom und Gomorra war ein Gericht, dass er selbst miterlebt hatte. Das hatte sicherlich auf ihn und auf die nachfolgenden Generationen noch einmal einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen.\r\n\r\nIn diesem Zusammenhang ist nat\u00fcrlich die Frage wichtig, warum Gott solch ein schreckliches Gericht \u00fcber Sodom und Gomorra ergehen lie\u00df? Betrachten wir hierzu einige Verse aus Kapitel 19. Was die Verse 4-5 berichten ist wirklich krass. M\u00e4nner aus Sodom umringten das Haus von Lot. Sie forderten Lot auf, seine beiden G\u00e4ste herauszugeben. Wozu? Einzig und allein dazu, um sie zu vergewaltigen. Allein das ist schon krass. Aber noch krasser wird\u00b4s, wenn wir die Einzelheiten betrachten. Es waren nicht nur einige M\u00e4nner aus Sodom, nicht ein paar Kriminelle halt. Nein, es hei\u00dft: \u201eJung und Alt, das ganze Volk aus allen Enden\u201c. Die ganze Stadt hatte sich um das Haus von Lot versammelt, einzig und allein, um seine G\u00e4ste zu vergewaltigen. Zudem hei\u00dft es: \u201eehe sie sich hinlegten, umringten die M\u00e4nner der Stadt das Haus\u201c. Binnen einiger Stunden hatte sich die ganze Stadt um das Haus von Lot versammelt. Die sexuelle Gier nach diesen beiden M\u00e4nnern war so gro\u00df, dass sie nicht einen Tag warten wollten. Als Lot sich weigerte, seine beiden G\u00e4ste herauszugeben, drangen sie auf Lot heftig ein (V.9) und wollten in sein Haus einbrechen. Nichts und niemand durfte der Befriedigung ihrer sexuellen Lust im Wege stehen. Wer es doch tat, dem wurde Gewalt angetan. Sehen wir, wie abgrundtief verdorben Sodom und Gomorra waren? Gott hatte Abraham versprochen, dass er Sodom und Gomorra nicht vernichten w\u00fcrde, wenn sich darin 10 \u201eGerechte\u201c befinden w\u00fcrden (18,32). Aber diese Gegend war so verdorben, dass sich nicht einmal 10 fromme Menschen darin befanden. In 18,20 sagt Gott \u00fcber Sodom und Gomorra: \u201eDas Klagegeschrei \u00fcber Sodom und Gomorra, wahrlich, es ist gro\u00df, und ihre S\u00fcnde, wahrlich, sie ist sehr schwer.\u201c Das Geschrei von dem Gott hier spricht, war das Geschrei der Vergewaltigten. In Sodom und Gomorra geschah buchst\u00e4blich eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit. Gottes Gericht \u00fcber Sodom und Gomorra war daher ein Ausdruck von purer Gerechtigkeit.\r\nWie schrecklich das Gericht \u00fcber Sodom und Gomorra auch war, erwies Gott doch auch inmitten des Gerichts gro\u00dfe Gnade. Wir wollen dies im letzten Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 3: Gottes Rettung (19,1-38)<\/strong>\r\nGott wollte Lot und seine Angeh\u00f6rigen retten. Warum eigentlich? War es Lots Verdienst gewesen, gerettet zu werden? Abgesehen davon, dass Lot den beiden M\u00e4nnern gro\u00dfe Gastfreundschaft erwiesen hatte, erfahren wir in diesem Abschnitt nichts Gutes \u00fcber Lot. Im Vers 7 macht Lot den M\u00e4nnern von Sodom das Angebot, ihnen seine beiden T\u00f6chter zur Vergewaltigung herauszugeben. In den Versen 15 und 16 erfahren wir, dass Lot z\u00f6gerte, die Stadt zu verlassen. Obwohl das Gericht schon vor der T\u00fcr stand, war Lot mit seinen Leuten noch bis zum n\u00e4chsten Morgen in der Stadt geblieben. Die beiden Engel mussten ihn zur Eile dr\u00e4ngen. Aber auch dann z\u00f6gerte Lot noch, die Stadt zu verlassen. Den beiden Engeln blieb keine andere Wahl, als ihn mit Gewalt aus der Stadt zu bringen. Die beiden Engel lie\u00dfen Lot erst drau\u00dfen vor der Stadt wieder los. Offenbar rechneten sie damit, dass Lot auch noch w\u00e4hrend der Flucht z\u00f6gern k\u00f6nnte. In den Versen 18 bis 20 f\u00e4ngt Lot allen Ernstes damit an, mit den Engeln dar\u00fcber zu diskutieren, wohin er fliehen solle. Die Engel hatten Lot geboten, ins Gebirge zu fliehen. Aber Lot passte das nicht. Es war ihm zu gef\u00e4hrlich, ins Gebirge zu fliehen. Stattdessen machte er einen Gegenvorschlag. Er hielt es f\u00fcr sicherer, nach Zoar, in eine nahegelegene Kleinstadt zu ziehen. Lot meinte also, er wisse es besser als Gott, wo er sicherer sei. Umso erstaunlicher ist es, wie Gott Lot antwortete. Anstelle ihn zu tadeln, begegnete er Lot \u00e4u\u00dferst g\u00fctig. Gott sagte zu Lot: \u201eSiehe, ich habe dich auch in dieser Sache erh\u00f6rt, dass ich die Stadt nicht zerst\u00f6re, von der du geredet hast. Eile, rette dich dorthin; denn ich kann nichts tun, bis du hineingekommen bist!\u201c (V. 21b \u2013 22a) Dass sich Gott auf Lots Gegenvorschlag einlie\u00df, hei\u00dft \u00fcbrigens nicht, dass Lot Recht hatte. Im Vers 30 hei\u00dft es n\u00e4mlich: Und Lot ging von Zoar hinauf und blieb mit seinen beiden T\u00f6chtern auf dem Bergland; denn er f\u00fcrchtete sich, in Zoar zu bleiben; und er wohnte mit seinen T\u00f6chtern in einer H\u00f6hle. Sp\u00e4ter stellte sich also doch heraus, dass Lot im Gebirge sicherer war als in der Stadt Zoar. Je mehr wir also das Verhalten Lots betrachten, desto mehr leuchtet also Gottes Gnade auf, die Lot errettete. Wie gro\u00df Gottes Gnade an Lot gewesen ist, erkannte auch Lot selbst. Er sagte: Siehe doch, dein Knecht hat vor deinen Augen Gnade gefunden, und du hast mir gro\u00dfe Barmherzigkeit erwiesen, dass du meine Seele am Leben erhalten hast (19,19). Der Grund, warum Gott Lot errettete, sehen wir in Vers 29. Gott hatte Lot um Abrahams willen errettet. Zwar konnten Sodom und Gomorra nicht vor dem Gericht bewahrt werden, weil sich darin nicht einmal eine kleine Gruppe von frommen Menschen befand. Aber Gott hatte Abrahams F\u00fcrbitte insofern erh\u00f6rt, als dass er Lot und einige seiner Angeh\u00f6rigen rettete.\r\nAn Abraham war eine dreifache Botschaft Gottes ergangen: Die erste war die Verhei\u00dfung &#8211; sie galt f\u00fcr Abraham und Sara; die zweite war das Gericht \u2013 sie galt f\u00fcr Sodom und Gomorra und die dritte Botschaft war Gottes Bereitschaft zu vergeben und zu retten. Sie galt Lot und einigen seiner Angeh\u00f6rigen. Was bedeutet diese dreifache Botschaft Gottes f\u00fcr uns? Erstens, in Christus haben wir die Zusage Gottes aller Verhei\u00dfungen Gottes. Sie wurzelt in den Bund, den Christus in seinem Blut versiegelt hat. Aufgrund dieses Bundes, sind wir wie Abraham dazu eingeladen, in einem Freundschaftsverh\u00e4ltnis mit Gott zu leben. Wie bei Abraham und Sara ist es Gott auch bei uns ein Anliegen, dass wir im Glauben an diese Verhei\u00dfungen leben. Sie sollen im Alltag zu einer gelebten Realit\u00e4t werden. Hierzu erfordert es Einfalt gegen\u00fcber dem Wort Gottes. Vor allem Christen mit einem akademischen Hintergrund kann es schwerfallen, dem Wort Gottes mit Einfalt zu begegnen. Zudem stehen wir europ\u00e4ische Christen in der Tradition der Aufkl\u00e4rung. Lieber neigt man dazu, auf sein Denken und Erfahrungen zu vertrauen.\r\nWarum ist es so wichtig, dass wir im Glauben an die Verhei\u00dfungen zu leben? Ein Grund ist der, dass wir nur dadurch zum Segen f\u00fcr andere werden k\u00f6nnen. Nicht nur Abraham, auch uns hat Gott dazu berufen, zum Segen f\u00fcr andere zu werden. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil die Welt wie Sodom und Gomorra unter dem Gericht Gottes steht. Auch unsere Gesellschaft wird zunehmend verdorbener. Sie ist auf dem direkten Weg dahin, wie Sodom und Gomorra zu werden. Wir k\u00f6nnen das daran erkennen, dass der Aus\u00fcbung sexueller Begierden kaum noch Grenzen gesetzt werden. W\u00e4hrend voreheliche Beziehungen noch vor einigen wenigen Generationen verp\u00f6nt waren, sind sie heutzutage Normalit\u00e4t. Es ist noch gar nicht so lange her, da kamen Homosexuelle ins Gef\u00e4ngnis. Heute ist es aber so, dass man sich eher f\u00fcrchten muss, ins Gef\u00e4ngnis zu kommen, wenn man Homosexualit\u00e4t als S\u00fcnde nennt. Seit etwa drei Jahren ist nun auch die Homoehe in Deutschland erlaubt. Aber noch krasser ist, dass mittlerweile die Gender-Ideologie in unserer Gesellschaft immer mehr Einzug erh\u00e4lt. Selbst in den Bildungspl\u00e4nen von Ba-W\u00fc hat diese Ideologie ihren Platz bekommen. Lehrer m\u00fcssen den Kindern diese Ideologie lehren. Man nennt das \u201edie Freiheit von sozialen Zw\u00e4ngen\u201c. Gerade diese \u00dcberzeugung wird unsere Gesellschaft immer mehr dahin bringen, zu Sodom und Gomorra zu werden.\r\nWas sollen wir dagegen tun? Was tat Abraham? Abraham legte F\u00fcrbitte f\u00fcr Sodom ab (18,16-33). Lasst uns f\u00fcr unser Land und f\u00fcr unsere Stadt beten. Lasst uns auch daf\u00fcr beten, dass Gott uns M\u00f6glichkeiten zeigt, wie wir als Gemeinde konkret ein Segen f\u00fcr diese Stadt sein k\u00f6nnen. Wir sollten nicht erst damit anfangen, F\u00fcrbitte zu leisten, wenn es nicht einmal mehr 10 \u201eGerechte\u201c in unserer Stadt gibt. Christus sagt: \u201eIhr seid das Salz der Erde.\u201c (Mt. 5,13). Der Apostel Paulus zog aus dem bevorstehenden Gericht Gottes \u00fcber die Ungl\u00e4ubigen die richtige Schlussfolgerung. In seinem Brief an die Korinther schrieb er: \u201e&nbsp;In dem Bewusstsein, dass der Herr zu f\u00fcrchten ist, suchen wir daher die Menschen zu \u00fcberzeugen\u201c (2. Kor 5,11).\r\nWie wirkungsvoll unsere F\u00fcrbitte sein kann, sehen wir an der Rettung von Lot. Wie wir in dieser Geschichte sehen konnten, hatte Lot die Rettung keineswegs verdient gehabt. Es lag allein an der F\u00fcrbitte Abrahams. Auch unsere F\u00fcrbitte m\u00f6chte Gott zur Rettung anderer gebrauchen. Weil wir im Namen Christi beten, k\u00f6nnen wir eine viel gr\u00f6\u00dfere Zuversicht auf Gebetserh\u00f6rung haben als Abraham. Abraham verhandelte sozusagen mit Gott bis auf 10 Gerechte. Die Zahl 10 steht f\u00fcr einer Gruppe. Bei weniger als 10 sprach man von Einzelnen. Abraham betete also, dass Gott die Stadt verschont, wenn auch nur die kleinste Gruppe von Gerechten in ihr w\u00e4ren. Aber in Christus haben wir eine viel gr\u00f6\u00dfere Zuversicht auf Gebetserh\u00f6rung. Christus ist der einzig wahre Gerechte. Er ist der eine Gerechte, um dessentwillen der ganzen Welt vergeben werden k\u00f6nnte. Denn er ist das Lamm Gottes, dass die S\u00fcnde von der ganzen Welt tr\u00e4gt (Joh 1,29). Dass wir in Christus weitaus mehr Zuversicht und weitaus k\u00fchner beten k\u00f6nnen, zeigt sich auch in den Worten Jesu \u00fcber Kapernaum: \u201eDenn wenn in Sodom die Wundertaten geschehen w\u00e4ren, die bei dir geschehen sind, es w\u00fcrde noch heutzutage stehen.\u201c (Mt. 11,23b). Man muss sich das einmal vorstellen: Die Leute von Sodom, die so verdorben waren, h\u00e4tten Bu\u00dfe getan, wenn sie Christus erlebt h\u00e4tten.\r\nVon Abraham k\u00f6nnen wir auch lernen, wie wir F\u00fcrbitte leisten k\u00f6nnen. Seine F\u00fcrbitte charakterisiert zwei wichtige Punkte: Erstens Demut, zweitens K\u00fchnheit. Die Demut zeigt sich darin, dass Abraham \u00fcberhaupt nicht im Vertrauen auf seine Gerechtigkeit vor Gott erschien (vgl. Dan 9,18). Obwohl Gott ihn wie ein Freund behandelte, sagte er: \u201eAch siehe, ich habe es gewagt, mit dem Herrn zu reden, obwohl ich nur Staub und Asche bin!\u201c (1. Mo 18,27b). Seine K\u00fchnheit zeigt sich eben darin, dass er regelrecht mit Gott verhandelte. Er konnte dies tun, weil er ein tiefes Vertrauen in Gottes Barmherzigkeit gefunden hatte. Im Vertrauen auf die eigene Gerechtigkeit k\u00f6nnen wir nicht k\u00fchn bitten. Man kann dann leicht denken: \u201eWarum sollte mich Gott erh\u00f6ren. Ich bin ja nicht besser als die anderen.\u201c Doch im Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes in Christus k\u00f6nnen wir sehr k\u00fchn bitten. Daher ist es so wichtig, dass wir den Verhei\u00dfungen Gottes mit aller Einfalt Glauben schenken.\r\n\r\nAbschlie\u00dfend noch eine Sache, die wir bzgl. der F\u00fcrbitte f\u00fcr die Welt wissen sollten. Wann immer wir f\u00fcr unsere Stadt F\u00fcrbitte leisten, sollten wir auch f\u00fcr unsere Kinder beten, die in dieser verkehrten Welt aufwachsen. Am Ende von Kapitel 19 erfahren wir, dass die T\u00f6chter von Lot auf eine schreckliche Idee gekommen waren. Dass sie mit ihrem eigenen Vater schliefen, zeigt, wie sehr die verdorbene Umgebung von Sodom und Gomorra auf die Kinder von Lot abgef\u00e4rbt hatte. Unsere Kinder wachsen in einer verdorbenen Gesellschaft auf. F\u00fcnf Tage die Woche sind sie meistens mehr als 5 Stunden in der Schule, wo sie unter ungl\u00e4ubigen Kindern und Lehrern sind. Wie sehr die Kinder dadurch gepr\u00e4gt werden, sollte nicht untersch\u00e4tzt werden.\r\nLasst uns unsere Vorrechte in Christus nutzen und im Glauben f\u00fcr unsere Stadt und unsere Kinder F\u00fcrbitte leisten.\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Eine dreifaches Handeln Gottes \u201eUnd der HERR erschien ihm bei den Terebinthen Mamres, w\u00e4hrend er am Eingang seines Zeltes sa\u00df, als der Tag am hei\u00dfesten war. Und er erhob seine Augen und schaute, siehe, da standen drei M\u00e4nner ihm gegen\u00fcber.\u201c (1.Mose 18,1.2a) In dem heutigen Text erschien Gott Abraham in einer besonderen Weise. In [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[37,4],"tags":[],"class_list":["post-9891","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-mose","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9891"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9891\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9893,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9891\/revisions\/9893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}