{"id":9877,"date":"2020-10-04T11:00:04","date_gmt":"2020-10-04T09:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9877"},"modified":"2025-05-25T20:13:33","modified_gmt":"2025-05-25T18:13:33","slug":"predigt-1-mose-171-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-171-27\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 17,1 &#8211; 27"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020Gen-13_1701-1727-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der erneuerte Bund<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, dass es ein ewiger Bund sei, sodass ich dein und deiner Nachkommen Gott bin.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Mose 17,7)<\/p>\r\nIn der Fernsehserie \u201eHow i met you mother\u201c gibt es zum Ende hin eine ganz r\u00fchrende Szene. Eric Marshall und Lilly Aldrin sind ein schon seit mehreren Jahren miteinander verheiratetes Ehepaar. W\u00e4hrend ihrer Trauung hatten sie sich gegenseitig nicht nur die Treue versprochen, sondern (wie man es als naives junges Paar so macht) anhaltende Romantik. Im Lauf ihrer Beziehung stellen sie dann fest, dass ihre Beziehung diesem Anspruch nicht standh\u00e4lt. Fast jedes Versprechen, das sie sich gemacht haben, hatten sich nicht halten k\u00f6nnen. Beide kommen aber zur richtigen Schlussfolgerung. Der Bund, den sie geschlossen hatten, war ein guter Bund. Aber einige der Versprechen, die sie sich anfangs gemacht hatten, mussten revidiert werden. Und sie stellen fest, dass sie den Bund, den sie geschlossen haben, erneuern m\u00fcssen. Sie tun das, indem sie sich neue Versprechen machen. Zum Schluss sagt Eric folgendes: \u201eIch verspreche, dass ich die Versprechen im Lauf unserer Ehe updaten werde. Denn eine Serie von Versprechen kann nicht in der Lage sein, ein lebenslanges Zusammenwachsen abzudecken, die gemeinsamen Ver\u00e4nderungen, das Gro\u00dfziehen von Kindern, und sich jeden Tag immer mehr in dich zu verlieben, was ich dir f\u00fcr den Rest meines Lebens versprechen werde.\u201c\r\nUnd genau darum geht es im heutigen Text: eine Erneuerung des Bundes zwischen Abram und Gott. Mehr als 12 Mal wird das Wort Bund im heutigen Text erw\u00e4hnt. Vor zwei Wochen hatten wir gesehen, dass Gott mit Abram einen feierlichen Bund eingegangen war. Wir wissen nicht genau, wie alt Abram zu diesem Zeitpunkt war. Aber wir wissen, dass seither mindestens 14-15 Jahre vergangen waren. Wir haben letzte Woche von R. geh\u00f6rt, dass Abram mittlerweile Vater eines Jungen war, den er mit der Sklavin von Sarai gezeugt hatte. Keiner der Protagonisten in dieser Geschichte hatte sich hier mit Ruhm bekleckert. Es kann gut sein, dass Abram Gott und seine Verhei\u00dfungen in diesen Jahren vergessen hatte: nicht v\u00f6llig vergessen nat\u00fcrlich, nur nicht so pr\u00e4sent wie damals. Aber Gott hatte Abram nicht vergessen. Und f\u00fcr Gott war die Zeit gekommen, dass der Bund mit Abram erneuert werden sollte.\r\nWie wird der Bund erneuert? Ich w\u00fcrde argumentieren durch mindestens drei Elemente: erstens, ein neuer Anspruch; zweitens, ein neuer Name; drittens, ein neues Ritual.\r\n\r\n<strong>Erstens, ein neuer Anspruch<\/strong>\r\nIn Vers 1 spricht Gott zu Abram: \u201eIch bin der allm\u00e4chtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.\u201c Abram sollte vor Gott wandeln und untadelig sein. Was bedeutet das genau? Wir finden hier zwei Aufforderungen. Beide Aufforderungen haben so viel Tiefe in ihren Implikationen, dass wir uns stundenlang dar\u00fcber unterhalten k\u00f6nnten. Wir wollen ein klein wenig dar\u00fcber nachdenken, was es bedeutet.\r\nDie erste Aufforderung ist, dass Abram vor Gott wandeln sollte. Robert Alter, ein Experte f\u00fcr die hebr\u00e4ische Sprache, \u00fcbersetzt an dieser Stelle: \u201ewandle in meiner Gegenwart.\u201c Vor Gott zu wandeln ist gleichbedeutend mit einem Leben in der Gegenwart Gottes. Bruce Waltke kommentiert: \u201eVor Gott zu wandeln bedeutet, sein ganzes Leben hin zu Gottes Gegenwart, Verhei\u00dfungen und Forderungen zu orientieren. Gott gibt Abraham, der jetzt Israel repr\u00e4sentiert, die Order, sein Leben auf solche Art und Weise vor Gott zu leben, dass jeder einzelne Schritt im Bezug auf Ihn gemacht wird und jeder Tag Gottes unmittelbare N\u00e4he erf\u00e4hrt.\u201c Anders gesagt, Abram sollte jeden Moment seines Lebens im Bewusstsein dessen leben, dass Gott direkt mit ihm ist. Eine direkte Folge davon ist, dass man versteht, dass man zu jedem Augenblick von Gott gesehen wird.\r\nJeder Mensch verh\u00e4lt sich anders, wenn wir uns unbeobachtet f\u00fchlen. Ein paar von den kleinen peinlichen Dingen, die vermutlich jeder erfahren hat: wir haben ein halbes H\u00e4hnchen vor uns, das wir am liebsten in unsere Finger nehmen w\u00fcrden. Oder schlimmer noch: die Nase pfeift, weil ein gro\u00dfes St\u00fcck Popel die Atemwege versperrt, und man m\u00f6chte das gerne am liebsten mit dem Finger entfernen. Oder noch etwas peinlicher: der Po juckt, und man m\u00f6chte sich gerne am Hintern kratzen. Wie gehen wir mit solchen Problemchen um, wenn wir in Gesellschaft sind? Und wie gehen wir damit um, wenn wir allein sind?\r\nOder ein anderes Beispiel: wir alle arbeiten ganz anders, wenn wir wissen, dass wir direkt vom Chef beobachtet werden. Stellen wir uns vor, wir arbeiten in einem Unternehmen mit Tausenden von Angestellten. Und stellen wir uns vor, der CEO der Firma kommt zu uns und sagt uns: \u201eIch w\u00fcrde gerne Ihre Arbeit kennenlernen. Kann ich Sie einen ganzen Arbeitstag begleiten und Ihnen bei Ihrer Arbeit zusehen? Ich werde nichts sagen, einfach im Hintergrund bleiben und nicht weiter st\u00f6ren.\u201c Vermutlich w\u00fcrden an dem Tag unsere Kaffeepausen wesentlich k\u00fcrzer ausfallen als sonst. Vermutlich w\u00fcrden wir der Versuchung widerstehen, private Emails w\u00e4hrend der Arbeitszeit zu schreiben oder mal eben kurz im Internet die Nachrichten zu lesen. Vielleicht w\u00fcrden wir den produktivsten Tag unserer Karriere erleben. Wir verhalten uns einfach anders, wenn wir wissen, dass wir beobachtet werden; und vor allen Dingen verhalten wir uns anders, wenn wir meinen, von jemanden beobachtet zu werden, der wichtig ist.\r\nHier ist das, was wir von Gottes Wort folgern k\u00f6nnen: der CEO des Universums ist da. Er ist unausweichlich, unaufh\u00f6rlich pr\u00e4sent in unserem Leben. Er interessiert sich f\u00fcr dein Leben, von der ersten Sekunde an, wenn wir wach sind, bis wir uns schlafen legen und dar\u00fcber hinaus. Er sieht nicht nur wie wir arbeiten; er sieht und h\u00f6rt alle unsere Gespr\u00e4che. Er sieht uns im \u00f6ffentlichen Raum, und er sieht uns zu Hause im Privaten. Er sieht uns auch dann, wenn wir meinen, dass wir unbeobachtet sind. Gott sieht uns nicht nur, er liest jeden unserer Gedanken. Er kennt jedes Wort, bevor wir es ausgesprochen haben. Es gibt nichts, was wir vor diesem omnipr\u00e4senten, allgegenw\u00e4rtigen Gott verbergen k\u00f6nnten.\r\nWenn wir diese Worte h\u00f6ren, dann k\u00f6nnten wir an Big Brother denken: ein tyrannisches Regime, das seine B\u00fcrger ausspioniert, um sie besser und effizienter kontrollieren zu k\u00f6nnen. Und nichts k\u00f6nnte weiter von der Wahrheit sein. Letzte Woche haben wir geh\u00f6rt, was Hagar \u00fcber Gott gesprochen hatte: \u201eDu bist ein Gott, der mich sieht.\u201c Als Hagar bekannte, dass Gott sie sieht, war es kein: \u201eer kontrolliert mich; er sp\u00e4ht mich aus.\u201c Es war ein: \u201eGott sieht mich in meinem Elend; Gott kennt meine Situation; Gott versteht mich.\u201c Gott sieht uns, und dahinter ist ein unendlich weites Vaterherz, das f\u00fcr uns schl\u00e4gt. Gott sieht uns, und er hat eine noch gr\u00f6\u00dfere Freude an uns wie wir an einem einj\u00e4hrigen Baby haben k\u00f6nnten. Gott sieht uns, und er hat Verlangen nach uns, ein Herz, das sich vor Liebe nach uns verzehrt. Weil er unser Gott sein will, w\u00fcnscht er sich von uns, dass wir in seiner Gegenwart leben: in st\u00e4ndiger, ununterbrochener Gemeinschaft mit ihm; in dem Bewusstsein, dass er mit uns ist als unser Freund und Gef\u00e4hrte. Das ist der erste Teil der Aufforderung: wir sollen vor Gott leben.\r\nDer zweite Teil der Aufforderung ist, dass wir fromm sein sollen. Andere \u00dcbersetzungen schreiben, dass wir untadelig sein sollen. Untadelig zu sein klingt nach Perfektion. Nat\u00fcrlich w\u00fcnscht sich Gott von Abram, dass er vollkommen ist. Aber die Untadeligkeit von Abram steht in einem klaren Kontext. Und der Kontext ist, dass Abram eine Abk\u00fcrzung genommen hatte, die so nicht vorgesehen war. Gott hatte Abram versprochen, dass er ihm einen leiblichen Nachkommen geben w\u00fcrde. Und jetzt hatte er tats\u00e4chlich einen leiblichen Nachkommen. Aber war dieser Nachkomme Ismael, kein Isaak; seine Mutter war Hagar, nicht Sarah; seine Empf\u00e4ngnis und Geburt waren nat\u00fcrlich, nicht \u00fcbernat\u00fcrlich; er war das Produkt menschlicher Ideen und nicht g\u00f6ttlicher Verhei\u00dfung. Jetzt k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich sagen: \u201eArmer Ismael. Er kann doch gar nichts daf\u00fcr.\u201c Und es geht \u00fcberhaupt nicht darum, in irgendeiner Form zu sagen, dass Ismael ein schlechterer Mensch war als Isaak. Ismael war nicht weniger w\u00fcrdig oder weniger wert. Er war nur nicht der Sohn, den Gott vorgesehen und erw\u00e4hlt hatte.\r\nAbram hatte sich in den letzten Jahren mit Ismael prima arrangiert. Er war gl\u00fccklich mit ihm. Und er hatte kein Bed\u00fcrfnis nach einem weiteren Nachkommen. In Vers 18 sagt Abram daher: \u201eAch, dass Ismael m\u00f6chte leben bleiben vor dir!\u201c Und hier spricht Gott dann: \u201eNein.\u201c Die vollst\u00e4ndige Antwort: \u201eNein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn geb\u00e4ren, den sollst du Isaak nennen, und ich will meinen Bund mir ihm aufrichten als einen ewigen Bund f\u00fcr seine Nachkommen.\u201c Noch einmal, Gottes Aufforderung an Abram, fromm zu sein, bedeutet nat\u00fcrlich untadelig und vollkommen zu sein. Aber aus dem Kontext k\u00f6nnen wir schlie\u00dfen, dass es Gott vor allen Dingen um eines ging: Abram sollte sich der Tatsache unterordnen, dass Gott derjenige ist, der Abram auf seine Art und Weise segnen will. Gott tut sein Werk, zu seiner Zeit auf seine Art und Weise. Und Gott wollte keine Abk\u00fcrzungen und keine Kompromisse. Abrams Fr\u00f6mmigkeit bedeutet in diesem Kontext, sich auf Gottes Plan einzulassen, ohne zu versuchen, eigenh\u00e4ndig nachzubessern. Und das ist der neue Anspruch an Abram.\r\nBevor wir fortfahren, vielleicht noch ein bis zwei Gedanken dazu, was das f\u00fcr uns bedeuten k\u00f6nnte. Hier ist ein Punkt, \u00fcber den ich mir Gedanken machen musste. Gott tut sein Werk durch Menschen. D.h., auf der einen Seite geht es darum, dass wir etwas tun sollen. Wir sollen anpacken, ans Werk gehen, aktiv werden, hingehen, einladen, lieben, hingeben, opfern. Auf der anderen Seite ist es Gott, der tut. Und was wir von der Geschichte von Abram lernen k\u00f6nnen, ist, dass wir vielleicht manchmal in der Absicht, etwas Gutes f\u00fcr Gott zu tun, etwas machen, was nicht gut ist. Frage ist dann: wie k\u00f6nnen wir auf der sicheren Seite stehen? Wie k\u00f6nnen wir auf der einen Seite aktiv f\u00fcr Gott sein und auf der anderen Seite nicht unn\u00f6tig Gott dabei \u201ehelfen wollen\u201c, dass sich seine Verhei\u00dfungen erf\u00fcllen? Wie k\u00f6nnen wir sicher sein, dass das Haus, das wir bauen, auch das Haus ist, das Gott mit uns und durch uns baut?\r\nW\u00e4hrend meiner Zeit bei ConnAction war eine unserer Hauptaufgaben, jedes Jahr ein kleines Team von studentischen Leitern zu berufen, die bereit waren, die Hochschultage zu organisieren. F\u00fcr diejenigen, die die Hochschultage nicht kennen: das war eine intensive, vollgepackte Woche mit Gebet und Evangelisation, Abendveranstaltungen, Aktionen der Liebe usw. Was ich in dem Zusammenhang von meinen Mitleitern bei ConnAction lernen konnte, war folgendes: obwohl die Hochschultage immer eine riesige Sache waren und h\u00e4ufig sehr gesegnet waren, war ihre Haltung jedes Jahr aufs Neue: \u201eWir wissen nicht, ob es n\u00e4chstes Jahr diese Hochschultage geben soll. Nur deshalb, weil es dieses Jahr dran war, hei\u00dft es nicht, dass es n\u00e4chstes Jahr wieder dran ist. Lasst uns beten und Gott fragen.\u201c Und auf diese Weise haben wir sehr viel Zeit im Gebet verbracht, immer mit der Frage verbunden, was Gott als N\u00e4chstes tun m\u00f6chte. Das war eine Haltung, von der ich wirklich sehr viel lernen konnte.\r\nHudson Taylor, der gro\u00dfe China-Inlandsmissionar sagte: \u201eGottes Werk, das auf Gottes Art und Weise getan wird, wird es niemals an Gottes Ressourcen fehlen.\u201c Wenn dem so ist, dann folgt daraus eine essentielle Frage: wie sehr sind wir bereit, auf den Geist Gottes zu h\u00f6ren? Machen wir immer einfach nur unser eigenes Ding, weil wir denken, dass es der Wille Gottes ist, weil wir es schon immer so gemacht haben und verpassen wir dabei vielleicht Gottes tats\u00e4chliche F\u00fchrung? Oder haben wir die Bereitschaft, immer offen daf\u00fcr zu sein, wie Gott f\u00fchrt; und eventuell auch offen daf\u00fcr zu sein, wenn Gott uns eine andere Idee oder Marschrichtung vorgibt?\r\nNoch eine Anwendung, bevor wir wirklich fortfahren: wir haben gesehen, dass Abram mit Ismael gl\u00fccklich war. Und das war ein Problem. Es war insofern ein Problem, weil Gott Abram eigentlich etwas Besseres und Sch\u00f6neres geben wollte; aber Abram war mit weniger als dem zufrieden, was Gott f\u00fcr ihn vorgesehen hatte. C.S. Lewis hatte in einer Predigt gesagt: \u201eEs scheint, dass unser Herr unsere Sehns\u00fcchte nicht zu stark, sondern zu schwach findet. Wir sind halbherzige Kreaturen, die sich mit Trank und Sex und Ehrgeiz herumtreiben, w\u00e4hrend uns unendliche Freude angeboten wird, wie ein ignorantes Kind, das im Elendsviertel Matschkuchen machen will, weil es sich nicht vorstellen kann, was mit dem Angebot gemeint ist, die Ferien am Meer zu verbringen. Wir sind viel zu einfach zufrieden zu stellen.\u201c Hier ist die Frage dann an uns: sind wir manchmal zufrieden mit weniger als dem, was Gott uns geben m\u00f6chte?\r\nWomit geben wir uns zufrieden? Inmitten dieser verr\u00fcckten Coronavirus-Pandemie w\u00fcnschen sich viele Menschen, dass es wieder so wird wie vor einem Jahr: dass man eine Hochzeit mit mehr als 25 Menschen feiern kann; dass wir wieder Gottesdienst mit allen feiern k\u00f6nnen, die zur Gemeinde geh\u00f6ren; dass wir Freunde ohne Bedenken umarmen k\u00f6nnen; dass wir ohne Beschr\u00e4nkungen reisen k\u00f6nnen. Viele sehnen sich nach dieser Art von Normalit\u00e4t. Als ich im Zug dar\u00fcber nachgedacht hatte, ist mir eingefallen, dass es eine andere Form von Normalit\u00e4t gibt, nach der ich mich noch viel mehr sehnen sollte. Gott hat eine kommende Welt verhei\u00dfen, in der es keine Krankheiten mehr gibt; kein Leid, kein Geschrei; keine Ungerechtigkeit; keine Tr\u00e4nen. Gott hat eine Welt versprochen, in welcher es normal ist, dass es allen, die darin leben, gut geht; dass jeder zu jederzeit mit unendlicher Freude und unendlichem Gl\u00fcck erf\u00fcllt ist. Meine Sehnsucht nach einer Post-Corona-Normalit\u00e4t ist zu wenig. Wonach ich mich sehnen sollte ist die R\u00fcckkehr von K\u00f6nig Jesus, wenn er alles neu macht, einen neuen Himmel und eine neue Erde. Wonach ich mich sehnen sollte, ist die Auferstehung von den Toten, wenn Gottes Reich im Hier und Jetzt vollst\u00e4ndig angebrochen ist.\r\n\r\n<strong>Zweitens, ein neuer Name<\/strong>\r\nDer zweite Punkt, den wir bei der Erneuerung des Bundes sehen, sind neue Namen. In den Versen 4 und 5 spricht Gott: \u201eSiehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler V\u00f6lker werden. Darum sollst du nicht mehr Abram hei\u00dfen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler V\u00f6lker.\u201c Die meisten von uns wissen, dass Abram \u201eerhabener Vater\u201c bedeutet. Und Abraham wiederum bedeutet sehr wahrscheinlich \u201eVater vieler V\u00f6lker\u201c.\r\nDie Besonderheit ist, dass nicht nur Abraham einen neuen Namen erh\u00e4lt. \u00dcber Sarai spricht Gott: \u201eDu sollst Sarai, deine Frau, nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein. Denn ich will sie segnen, und auch von ihr will dir einen Sohn geben; ich will sie segnen, und V\u00f6lker sollen aus ihr werden und K\u00f6nige \u00fcber viele V\u00f6lker.\u201c Sowohl Sarai als auch Sara bedeuten \u201ePrinzessin\u201c im Sinne von K\u00f6nigstochter. Was ist dann der Unterschied? Es gibt kaum einen Unterschied, bzw. nur einen sehr subtilen Unterschied. Sarai bedeutet wahrscheinlich \u201emeine Sara\u201c oder \u201emeine Prinzessin\u201c. D.h., sie war vielleicht vor allen Dingen Abrahams Prinzessin. Aber jetzt geh\u00f6rte sie nicht nur Abram und seiner Familie. Sie war jetzt Gottes Prinzessin und K\u00f6nigstochter f\u00fcr das Volk Israel und weit dar\u00fcber hinaus.\r\nEin Punkt, der hier auff\u00e4llt, ist, wie subtil die \u00c4nderung der Namen ist. In beiden F\u00e4llen beruht die \u00c4nderung ihres Namens im Hebr\u00e4ischen auf einen einzigen Buchstaben. Die \u00c4nderung von Saulus zu Paulus ist ebenfalls nur ein einziger Buchstabe. Und doch ist danach alles anders. Was lernen wir hieraus? Hinter unserem Namen verbirgt sich unsere einzigartige Identit\u00e4t. Jeden einzelnen von uns gibt es nur ein einziges Mal. Gott wischt die einzigartige Identit\u00e4t eine Abrams, einer Sarai, eines Saulus nicht weg. Er gibt ihnen eine neue Identit\u00e4t, die auf einer ganz subtilen Anpassung beruht. Es ging Gott niemals darum, unsere Identit\u00e4t auszul\u00f6schen. Es geht Gott darum, uns unser wahres Ich zu schenken; uns zu helfen, zu den Menschen zu werden, die wir eigentlich sein sollten.\r\nIn den Screwtape Letter von C.S. Lewis schreibt ein Oberd\u00e4mon an seinen Sch\u00fctzling folgendes: \u201eMan muss der Tatsache ins Auge sehen, dass das ganze Gerede von Gottes Liebe zum Menschen, und dass Sein Dienst v\u00f6llige Freiheit bedeutet, nicht (wie man es gerne glauben w\u00fcrde), einfach nur Propaganda ist, sondern eine schreckliche Wahrheit. Er will das Universum tats\u00e4chlich mit vielen, widerlichen Replikaten von sich selbst f\u00fcllen: Kreaturen, deren Leben auf einer Miniaturskala qualitativ so sind wie Seines, nicht weil er sie absorbiert hat, sondern weil ihre Willen sich freiwillig ihm unterordnen. Wir wollen Viecher, die am Ende unser Fressen werden; er will Diener, die am Ende S\u00f6hne werden. Wir wollen in uns aufsaugen, Er will austeilen. Wir sind leer und w\u00fcrden gef\u00fcllt werden; Er ist voll und flie\u00dft \u00fcber. Unser Ziel in diesem Krieg ist eine Welt, in welcher der Vater Unten alles in sich hineingezogen hat: der Feind will eine Welt mit Wesen, die mit ihm verbunden sind, und doch distinkt sind.\u201c\r\nUnd genau das ist, es, was wir in Abrahams Leben sehen. Gott gibt Abraham und Sara einen neuen Namen, eine neue Identit\u00e4t. Und gleichzeitig hilft Gott ihnen einfach nur sie selbst zu sein: ein erhabener Vater, eine K\u00f6nigstochter, nicht l\u00e4nger f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcr die ganze Welt.\r\n\r\n<strong>Drittens, ein neues Ritual<\/strong>\r\nDas dritte, was Gott tut, ist Abraham ein neues Ritual zu schenken. Verse 10 und 11: \u201eDas aber ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinen Nachkommen: Alles, was m\u00e4nnlich ist unter euch, soll beschnitten werden; eure Vorhaut sollt ihr beschneiden. Das soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch.\u201c Vielleicht denken manche von euch, dass Beschneidung Gottes Erfindung war. Dem ist nicht so. Es gab Beschneidung auch schon vor Abrahams Zeiten. Historisch gesehen war die Beschneidung an sich nichts Neues.\r\nDas Neue ist, dass Gott einen existierenden Brauch nimmt, und ihm eine neue Bedeutung gibt: als Zeichen zwischen den Bund zwischen Abraham und Gott. Beschneidung war \u2013 vor allem in Abrahams Fall \u2013 ein schmerzhafter Einschnitt und eine Erinnerung am eigenen K\u00f6rper, dass er mit Gott im Bund war. Vielleicht w\u00e4re das heutige \u00c4quivalent, wenn man sich f\u00fcr Gott t\u00e4towieren lassen w\u00fcrde.\r\nIn Jesus Christus, hat Gott uns einen anderen Bund geschenkt: ein neuer Bund, der gegr\u00fcndet ist auf Jesu Blut. Innerhalb des Neuen Bundes haben wir ebenfalls ein Ritual: es ist das gebrochene Brot und der Weinkelch. Jedes Mal, wenn wir das Abendmahl halten, ist es genau das: eine Erneuerung des Bundes. Wir erinnern uns an die Bedingungen des Bundes; und vor allem erinnern wir uns daran, was Jesus f\u00fcr uns getan hat, um uns diesen Bund erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen.\r\nZu Beginn der Predigt habe ich gesagt, dass es Gott darum ging, den Bund, den er mit Abraham hatte, wiederaufzufrischen. Wir haben drei Dinge gesehen, wie Gott das tut: ein neuer Anspruch, ein neuer Name (eigentlich sind es zwei neue Namen), und ein neues Ritual. Gott ist der Initiator des Bundes. Er ist der Gott, der immer mit offenen Armen auf uns wartet. Und er ist der Gott, der seinen Bund mit uns erneuert: jeden Tag aufs Neue.\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der erneuerte Bund \u201eUnd ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, dass es ein ewiger Bund sei, sodass ich dein und deiner Nachkommen Gott bin.\u201c (1.Mose 17,7) In der Fernsehserie \u201eHow i met you mother\u201c gibt es zum Ende hin eine ganz r\u00fchrende Szene. 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