{"id":9850,"date":"2020-09-06T11:00:48","date_gmt":"2020-09-06T09:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9850"},"modified":"2022-11-18T12:19:43","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:43","slug":"predigt-1-mose-1127-129","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-1127-129\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 11,27 &#8211; 12,9"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/2020Gen-09_1127-1209-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gott beruft Abram<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Mose 12,2)<\/p>\r\nVor zwei Wochen haben wir erfahren, dass Gott nach der Sintflut feststellte, dass das Denken und Streben der Menschen nach wie vor von Jugend an b\u00f6se war. Wie stark das eigensinnige Streben der Menschen gegen Gottes Willen ist, zeigte sich etliche Generationen sp\u00e4ter in dem Versuch der Bewohner von Babel, einen Turm zu bauen, der bis an den Himmel reichen sollte. Dadurch wollten sie sich selbst einen Namen machen, anstatt Gott zu ehren, und verhindern, dass sie sich auf der Erde verteilten, obwohl Gott das nach der Flut ausdr\u00fccklich befohlen hatte. Eigentlich h\u00e4tte Gott die Menschen wegen ihrer Rebellion erneut richten m\u00fcssen. Aber Gott ging milde mit ihnen um und verwirrte nur ihre Sprache. Im heutigen Text sehen wir den Hintergrund daf\u00fcr. Gott wollte ein neues Werk beginnen, durch das er die Menschen auf der ganzen Erde trotz ihres S\u00fcndenproblems segnen wollte. Und Gott begann dieses gro\u00dfartige Werk, indem er einen Menschen dazu berief, sein Leben ganz im Vertrauen auf Gott zu f\u00fchren, und ihm versprach, ihn zu segnen und ihn zum Segen f\u00fcr alle V\u00f6lker der Erde zu machen. Mit Abram beginnt ein ganz neues Kapitel in der Genesis und in Gottes Erl\u00f6sungsgeschichte. Lasst uns heute neu begreifen, wie sehr Gott uns Menschen segnen will, und was er daf\u00fcr getan hat, um das zu verwirklichen. Lasst uns auch dar\u00fcber nachdenken, was Gottes Berufung f\u00fcr uns bedeutet, und darauf reagieren!\r\n\r\nUnser Text beginnt mit den Worten: \u201eDies ist das Geschlecht Terachs: Terach zeugte Abram, Nahor und Haran; und Haran zeugte Lot.\u201c (11,27). Dieser Abschnitt handelt von Abrams Familiengeschichte. Abrams Vater Terach hatte drei S\u00f6hne. Haran heiratete als Erster und bekam einen Sohn namens Lot und zwei T\u00f6chter; aber Haran starb, bevor seine Br\u00fcder \u00fcberhaupt heirateten. Nahors Frau hie\u00df Milka und Abrams Frau Sarai. Der Vers 30 erw\u00e4hnt, dass Sarai unfruchtbar war und kein Kind hatte. Kein Kind bekommen zu k\u00f6nnen, ist bis heute f\u00fcr viele Betroffene ein ernstes Problem. Abram muss unter der Kinderlosigkeit sehr gelitten haben, weil damals Kinderlosigkeit als eine Schande angesehen wurde. Das muss f\u00fcr Abram ein sehr schmerzliches Problem gewesen sein, das ihn st\u00e4ndig begleitete. Terachs Familie lebt in Ur, einer gro\u00dfen Stadt in Chald\u00e4a im unteren Zweistromland. Bei Ausgrabungen hat man dort Hinweise auf \u00fcber 3.000 G\u00f6tzen gefunden. Wir wissen, dass auch in Abrams Familie G\u00f6tzen verehrt wurden. In Josua 24,2.3 hei\u00dft es: \u201eSo spricht der HERR, der Gott Israels: Eure V\u00e4ter wohnten vorzeiten jenseits des Stroms, Terach, Abrahams und Nahors Vater, und dienten andern G\u00f6ttern. Da nahm ich euren Vater Abraham von jenseits des Stroms und lie\u00df ihn umherziehen im ganzen Land Kanaan und mehrte sein Geschlecht und gab ihm Isaak.\u201c Abram hatte von seinem famili\u00e4ren Hintergrund her eigentlich keine guten Voraussetzungen, Gott zu begegnen. Aber Gott griff in sein Leben ein. Der Vers 31 berichtet, dass Terach Abram und Sarai und seinen Enkel Lot nahm und sie aus der Stadt Ur in Chald\u00e4a herausf\u00fchrte, um ins Land Kanaan zu ziehen. Sie zogen aber nicht bis nach Kanaan, sondern lie\u00dfen sich in der Stadt Haran im oberen Zweistromland nieder. Der Verfasser erw\u00e4hnt hier nicht, wie es dazu kam. Aber in der Apostelgeschichte Kap. 7 erfahren wir, dass Gott Abram bereits in Ur erschien und ihm befahl, sein Vaterland und seine Verwandtschaft zu verlassen und in das Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen wollte (Apg 7,2-4). Abram konnte nach dieser Erscheinung offenbar seinen Vater \u00fcberzeugen, gemeinsam Ur zu verlassen und nach Kanaan zu ziehen. Aber sie blieben in Haran quasi auf halbem Weg h\u00e4ngen und wurden dort sesshaft. Der Name Terach bedeutet Z\u00f6gern, was man als eine Andeutung verstehen kann, warum Terach nicht weiterzog. Solange das Familienoberhaupt Terach lebte, blieb auch Abram in Haran. An dieser Stelle geht der Bericht in der Genesis weiter. Der Verfasser l\u00e4sst Gottes Ruf an Abram in Ur wohl unerw\u00e4hnt, um seinen Bericht darauf zu konzentrieren, wie Gott ihn erneut in Haran ansprach und ihn erfolgreich nach Kanaan f\u00fchrte. Deshalb wollen auch wir uns darauf konzentrieren.\r\n\r\nLesen wir nochmal Kap. 12,1-3: \u201eUnd der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.\u201c Gottes Berufung kam aus seiner Initiative. Wir wissen nicht, wie Abram sein Leben in Haran f\u00fchrte. Wir erfahren nicht, ob er sich noch an Gottes Ruf erinnerte oder ob er ihn im Laufe der Jahre wieder v\u00f6llig vergessen hatte. Wir erfahren das wohl nicht, weil das aus der Sicht des Verfassers nicht so wichtig ist. Tatsache ist, dass Gott in sein Leben nochmals eingriff und ihn ansprach, weil Gott einen gro\u00dfen Plan f\u00fcr sein Leben hatte. Was war das? Wenn wir Gottes Berufung betrachten, sehen wir, dass sie aus einer Aufforderung und aus einer gro\u00dfen Verhei\u00dfung besteht. Lasst uns das n\u00e4her betrachten.\r\n\r\nZum einen forderte Gott Abram dazu auf, sein Vaterland, seine Verwandtschaft und sein Vaterhaus zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen wollte. Haran war inzwischen Abrams zweite Heimat geworden. Vermutlich hatte er dort inzwischen ein Haus und einen neuen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut. Au\u00dferdem hatte Gott Abram nicht gesagt, in welches Land er ziehen sollte, sodass er nicht wusste, wo er hink\u00e4me und wie sein Leben dort sein w\u00fcrde. Dar\u00fcber hinaus war Abram zu dem Zeitpunkt schon 75 Jahre alt; auch wenn die Menschen damals noch \u00e4lter wurden, war er nicht mehr in einem Alter, in welchem man noch Lust auf waghalsige Abenteuer hat. Tats\u00e4chlich bedeutete es damals ein hohes Risiko, seine Stadt zu verlassen und in ein fremdes Land zu ziehen; denn au\u00dferhalb der St\u00e4dte gab so gut wie keine Sicherheit und Reisende wurden h\u00e4ufig Opfer von R\u00e4ubern. Darum war es f\u00fcr Abram nicht leicht, der Aufforderung Gottes zu folgen.\r\n\r\nWarum wollte Gott dann, dass Abram seine Heimat verl\u00e4sst und in ein fremdes Land zieht? Wenn wir die Verse 2 und 3 betrachten, erkennen wir, dass Gott einen gro\u00dfen Plan f\u00fcr Abram hatte und ihn wirklich segnen und als ein Segen f\u00fcr viele Menschen gebrauchen wollte. Gott wollte, dass Abram dazu sein Leben neu anf\u00e4ngt und ganz im Vertrauen auf Gott und sein Wort leben lernt. Darum sollte er die vertraute Umgebung und Sicherheit seiner Heimat verlassen und im Vertrauen auf Gott, ihm in ein neues Land folgen. Seine Heimat zu verlassen, war der erste Schritt des Glaubens und Gehorsams, den Gott von Abram wollte.\r\n\r\nBetrachten wir Gottes Verhei\u00dfung: \u201eUnd ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. \u201c In diesen Versen wiederholt sich Gottes \u201eIch will\u201c. Sie zeigen, dass in Gottes Herz der Wunsch brannte, die Menschen trotz ihres verkehrten Herzens zu segnen. Gott liebt uns Menschen noch, obwohl unser Denken und Trachten von Jugend auf b\u00f6se ist \u2013 nicht geistlich, sondern fleischlich, nicht darauf ausgerichtet, Gott zu ehren und seinen Willen zu tun, sondern unsere eigenen W\u00fcnsche zu befriedigen und eigenen Ziele zu verfolgen \u2013 in der irrigen Annahme, dass wir dadurch Zufriedenheit und lebenswertes Leben erlangen k\u00f6nnten; und in Ignoranz der Tatsache, dass Gott wirklich lebt, dass er unser Sch\u00f6pfer ist und dass es erf\u00fclltes lebenswertes Leben und Gl\u00fcck nur mit ihm gibt.\r\n\r\nIn Gottes Worten an Abram wird deutlich, wie stark Gottes Wille ist, uns Menschen trotzdem zu segnen. Abram war auch nicht perfekt. Von ihm lesen wir nicht, dass er fromm vor Gott und untadelig war, wie wir das von Noah gelesen haben. Wir erfahren in unserem Text nichts, was ihn dazu ausgezeichnet oder berechtigt h\u00e4tte, Gottes Segen zu bekommen. Er stammte sogar aus einer Familie, in der man G\u00f6tzen diente. Dass Gott ihn trotzdem berief, war also unverdient, es war Gnade. Und Gott sagte zu ihm: \u201eUnd ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.\u201c Gott wollte Abram wirklich segnen.\r\nWelchen Segen verhie\u00df Gott ihm konkret? Zun\u00e4chst verhie\u00df Gott ihm, ihn zu einem gro\u00dfen Volk zu machen. Diese Verhei\u00dfung muss Abram tief ber\u00fchrt haben. Wie wir schon vorhin kurz betrachtet haben, war Sarai unfruchtbar und hatte kein Kind. Der Name Abram bedeutet eigentlich guter oder edler Vater. Abram muss sein Name wie eine bittere Ironie des Schicksals vorgekommen sein. Sein gr\u00f6\u00dfter Wunsch muss es gewesen sein, wenigstens einen Sohn zu bekommen. Doch Sarai konnte kein Kind zur Welt bringen. Aber Gott wollte Abram nicht nur ein Kind geben, sondern wollt ihn sogar zu einem gro\u00dfen Volk machen. Gottes Verhei\u00dfung war gro\u00dfartig.\r\nGott wollte ihm auch einen gro\u00dfen Namen machen. Jeder Mensch hat den Wunsch, irgendwie besonders zu sein und von anderen anerkannt zu werden. Aber Abram war niemand Besonderes. Er w\u00fcrde eigentlich sein restliches Leben weiter mit Alltagst\u00e4tigkeiten verbringen, bis er irgendwann sterben w\u00fcrde. Nichts w\u00fcrde von ihm bleiben und er w\u00fcrde vergessen werden, als ob er nie gelebt h\u00e4tte. Aber Gott wollte Abrams Namen gro\u00df machen. Die Mitmenschen seiner Zeit sollten ihn achten und unz\u00e4hlige Gl\u00e4ubige sollten ihn die Geschichte hindurch als Vorbild anerkennen.\r\nVor allem wollte Gott Abram zum Segen f\u00fcr andere Menschen machen. Eigentlich hat jeder Menschen einen gewissen Wunsch, auf andere eine positive Wirkung zu haben, zumindest auf die Menschen in seiner Umgebung. Wenigstens auf die eigenen Kinder will man einen guten Einfluss aus\u00fcben, damit ihr Leben gelingen und sie selbst einen guten Einfluss aus\u00fcben k\u00f6nnen. Aber Abram hatte nicht einmal ein Kind, dem er seine Erfahrung und sein Wissen weitergeben konnte. Doch Gott wollte Abram zum Segen f\u00fcr andere machen. Gott verhie\u00df ihm sogar, dass durch ihn alle V\u00f6lker der Erde gesegnet werden. Das klang unglaublich. Aber wenn wir die Bibel weiterlesen, erkennen wir, dass Gott auch diese Verhei\u00dfung an Abram erf\u00fcllt hat. Gott machte ihn zun\u00e4chst zum Segen f\u00fcr seinen Sohn Isaak. Zwei Generationen sp\u00e4ter waren es schon zw\u00f6lf M\u00e4nner, die Gottes Segen empfangen konnten. Vierhundert Jahre sp\u00e4ter war aus ihnen ein gro\u00dfes Volk geworden, mit dem Gott einen Bund eingehen konnte. Abram wurde ein Segen f\u00fcr sie, weil sein Glaube an Gott einen guten geistlichen Einfluss aus\u00fcbte, der von Generation zu Generation weiterfloss.\r\nAber wie wir wissen, war selbst dieses Volk zu s\u00fcndig, um Gottes Segen gut zu behalten. Sie wurden \u00fcber Gottes Segen stolz, undankbar und ungehorsam und verloren Gottes Segen, der durch sie zu allen V\u00f6lkern der Erde weiterstr\u00f6men h\u00e4tte sollen. Anstatt dass durch sie alle V\u00f6lker der Erde gesegnet wurden, wurde wegen ihnen Gottes Name unter den V\u00f6lkern verl\u00e4stert. Aber Gott gab seinen Plan nicht auf. Er lie\u00df seinen Sohn als Nachkomme Abrams, auf die Erde kommen, um uns von der S\u00fcnde zu befreien und uns seinen wahren Segen zu geben. Jesus nahm unsere S\u00fcnde auf sich und starb am Kreuz daf\u00fcr, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Durch Jesus schenkt Gott nun den Menschen in allen V\u00f6lkern seinen wahren Segen \u2013 die Vergebung ihrer S\u00fcnden, die Kindschaft Gottes und neues ewiges Leben bei ihm. So hat Gott seine Verhei\u00dfung, alle V\u00f6lker der Erde in Abram zu segnen, durch Jesus doch erf\u00fcllt. Und er erf\u00fcllt sie immer noch bis heute \u00fcberall da, wo die Rettung in Jesus verk\u00fcndigt und von Menschen geglaubt wird. Wer an die Verhei\u00dfung des Evangeliums glaubt, wie Abram Gott geglaubt hat, empf\u00e4ngt Gottes vollen Segen hier und in Ewigkeit. Und wer diesen Segen empf\u00e4ngt und im Herzen beh\u00e4lt, wird auch f\u00fcr andere ein Segen, weil Gott ihn oder sie zum Segen f\u00fcr andere macht.\r\nWie reagierte Abram auf Gottes Berufung? Die Verse 4 und 5a sagen: \u201eDa zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war f\u00fcnfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog. So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Leute, die sie erworben hatten in Haran, und zogen aus, um ins Land Kanaan zu gehen\u201c Die Bibel beschreibt nicht viel \u00fcber Abrams Gedanken und Gef\u00fchle, sondern dass er Gottes Berufung tats\u00e4chlich gehorchte. Er verlie\u00df tats\u00e4chlich seine zweite Heimat und zog los und nahm alles mit, was er hatte, was zeigt, dass er sich keine Hintert\u00fcr offen hielt, um zur\u00fcckzukehren. Der Hebr\u00e4erbrief erkl\u00e4rt uns im Kap. 11,8: Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hink\u00e4me.\u201c Hier wird betont, dass Abram nicht wusste, was ihn genau erwartete. Aber er gehorchte trotzdem Gottes Berufung, weil er Gott und seiner Verhei\u00dfung des Segens glaubte. Durch konsequentes Befolgen seiner Berufung konnte Abram anfangen, Gott selbst als zuverl\u00e4ssig und vertrauensw\u00fcrdig kennen zu lernen. Dadurch dass Abram mit dem Glauben und Gehorsam anfing und auch weiter so lebte, konnte Gott ihn segnen und zum Segen f\u00fcr unz\u00e4hlige Menschen machen. Das wollen wir in den n\u00e4chsten Wochen weiter erfahren.\r\n\r\nWas k\u00f6nnen wir von Gottes Berufung f\u00fcr Abram lernen? Zum einen erkennen wir dem\u00fctig, dass Gottes Berufung seine souver\u00e4ne Wahl und Gnade ist. Niemand hat ein Recht darauf, von Gott berufen und gebraucht zu werden. Aber Gott berief mit Abram einen Menschen, der ganz normal war. Das gibt uns die Zuversicht, dass Gott auch uns berufen will.\r\n\r\nWenn wir Gottes Aufforderung an Abram, alles zu verlassen, bedenken, f\u00e4llt uns schnell ein, dass Gott in der Bibel viele Menschen, mit denen er etwas anfangen wollte, aufforderte, ihre Umgebung und ihre Lebensweise zu verlassen. Das gilt f\u00fcr viele Propheten im Alten Testament. Jesus hat seine J\u00fcnger nicht dazu eingeladen, sich ein- oder zweimal in der Woche mit ihm zu treffen, sondern sagte zu ihnen: \u201eKommt, folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!\u201c (Mk 1,17). Bei der Berufung von Levi hei\u00dft es, dass Jesus zu ihm einfach sagte: \u201eFolge mir nach! Und er verlie\u00df alles, stand auf und folgte ihm nach.\u201c (Lk 5,27b.28) \u2013 Wir m\u00f6chten gerne Gottes Willen f\u00fcr unser Leben erkennen und danach leben. Aber Gottes Berufung bzw. seinem Willen zu folgen, ist meistens damit verbunden, dass wir auch etwas verlassen sollen. Es f\u00e4llt niemandem leicht, Orte, Dinge, Menschen oder Gewohnheiten, die wir lieb gewonnen haben, zu verlassen. Selbst unsere gewohnt Denkweise zu verlassen, f\u00e4llt uns schon schwer. Aber Abrahams Berufung zeigt uns deutlich: mit Gott anzufangen \u2013 oder neu mit ihm anzufangen \u2013, ist oft damit verbunden, dass wir etwas verlassen sollen \u2013 das k\u00f6nnen Gedanken, T\u00e4tigkeiten, Gewohnheiten oder sogar bestimmte Kontakte sein, die uns beim Leben nach Gottes Berufung hindern. Wir beten f\u00fcr eine geistliche Erneuerung in unserer Gemeinde. Dazu sollen wir uns innerlich bereit machen, auch Dinge zu verlassen, damit wir auf neue Weise denken, zusammenleben und Gott dienen k\u00f6nnen.\r\n\r\nDie meisten von uns haben Gottes Berufung empfangen. Viele von uns haben buchst\u00e4blich ihr Vaterl\u00adand, ihre Familien und Verwandtschaft verlassen, um Gottes Berufung zu folgen. Sie mussten sich dabei nicht nur von der vertrauten Umgebung trennen, sondern haben auch die Sicherheit aufgegeben, die ihnen ihre Heimat beruflich und sozial gab. Es war f\u00fcr sie nicht leicht, in der fremden Umgebung neu anzufangen. Sie mussten alles neu lernen, angefangen mit der Sprache. Sie haben das getan, weil sie Gottes Berufung geglaubt haben, dass Gott sie in Deutschland segnen und f\u00fcr junge Menschen zum Segen machen wird. Und sie haben tats\u00e4chlich erfahren d\u00fcrfen, wie Gott ihre Glaubensentscheidung gesegnet und ihnen in den verschiedenen Bereichen des Lebens geholfen hat. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Geschwister, die als Missionare aus Korea gekommen sind, sondern auch f\u00fcr die Geschwister von hier. Als wir uns entschieden haben, Gott zu gehorchen und zuerst nach seinem Reich und nach seiner Gerechtigkeit zu trachten, hat Gott uns in vieler Hinsicht gesegnet und wachsen lassen. Gott hat uns auch dazu gebraucht, jungen Menschen Jesus zu bezeugen und sie zum Glauben einzuladen. Wir d\u00fcrfen uns daran erinnern und Gott immer wieder danken. Bei manchen ist Gottes Berufung im Laufe der Jahre vielleicht verblasst. Manche fragen sich, ob Gottes Berufung, die sie fr\u00fcher empfangen haben, noch gilt, ob Gott sie wirklich noch gebrauchen will, um jungen Menschen geistlich zu helfen. Manche fragen sich, wie wir als Gemeinde f\u00fcr Studenten ein Segen sein k\u00f6nnen, wenn die meisten inzwischen viel \u00e4lter sind und nur noch wenige von uns studieren. Wieder andere sind vielleicht noch am Fragen oder erneut am Fragen, was Gottes Wille f\u00fcr ihr Leben ist.\r\n\r\nDurch Abrams Berufung hat Gott aber klar gemacht, dass in seinem Herzen der Wunsch brennt, die Menschen zu segnen. Er berief Abram, sein altes Leben zu verlassen und ganz aus Glauben an seine Verhei\u00dfung zu leben, weil er ihn wirklich segnen wollte; und weil er ihn f\u00fcr zahllose andere Menschen zum Segen machen wollte. Lasst uns heute neu erkennen, wie Gott uns schon gesegnet hat! Gott hat uns vor allem seinen wahren Segen durch seinen Sohn Jesus Christus gegeben, in dem wir mit allem geistlichen Segen vom Himmel gesegnet sind. Wenn wir diesen Segen angenommen haben und im Herzen festhalten, ist es sicher, dass Gott uns auch zum Segen f\u00fcr andere Menschen machen wird. Das hei\u00dft nicht unbedingt, dass Gott uns in materieller, akademischer, famili\u00e4rer und gesundheitlicher Hinsicht alle unsere W\u00fcnsche erf\u00fcllt. Aber Gott wird uns sicher dabei helfen, seinen wahren Segen in Jesus Christus immer klarer und fester zu erfassen und in ihm gesegnet zu leben und so ein wahrer Segen f\u00fcr andere zu werden. Lasst uns beten, dass wir erneut klar erkennen, dass Gott uns segnen und uns zum Segen f\u00fcr andere Menschen machen will. Lasst uns t\u00e4glich aus diesem Glauben leben und seinem Willen folgen und die Gedanken und Gewohnheiten, die uns daran hindern, verlassen, sodass Gott seinen Willen auch an uns erf\u00fcllen kann!\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gott beruft Abram \u201eUnd ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.\u201c (1.Mose 12,2) Vor zwei Wochen haben wir erfahren, dass Gott nach der Sintflut feststellte, dass das Denken und Streben der Menschen nach wie vor von Jugend an [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[37,4],"tags":[],"class_list":["post-9850","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-mose","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9850"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9854,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9850\/revisions\/9854"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}