{"id":9836,"date":"2020-09-13T11:00:06","date_gmt":"2020-09-13T09:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9836"},"modified":"2022-11-18T12:19:43","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:43","slug":"predigt-1-mose-1210-1318","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-1210-1318\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 12,10 &#8211; 13,18"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/2020Gen-10_1210-1318-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Abrams Angst und Gottes Verhei\u00dfung<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eHebe deine Augen auf und sieh von der St\u00e4tte aus, wo du bist, nach Norden, nach S\u00fcden, nach Osten und nach Westen. Denn all das Land, das du siehst, will ich dir geben und deinen Nachkommen ewiglich \u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 13,14b-15)<\/p>\r\nLetzte Woche haben wir mit der Betrachtung der Geschichte von Abram begonnen. Seine vorbildliche Entscheidung des Glaubens haben wir bereits kennengelernt. Dar\u00fcber hinaus erscheint Abram an vielen Stellen der Bibel als Vorbild des Glaubens. Es gibt unz\u00e4hlige Predigten \u00fcber den Glauben Abrams. Bis heute sch\u00f6pfen viele Gl\u00e4ubige aus seiner Geschichte Ermutigung zum Glauben an Gott. Umso bemerkenswerter ist, dass die Bibel, obwohl sie so sehr den Glauben Abrams hervorhebt, doch ohne Abstriche \u00fcber seine Fehler und \u00c4ngste berichtet. Sie geht damit ganz offen um. W\u00fcrde die Bibel das verschweigen, so bek\u00e4men wir ein verzerrtes Bild von Abram. Man k\u00f6nnte leicht denken: \u201eNur solche ganz besonderen Menschen wie Abram schaffen es, Gott zu glauben.\u201c Aber so ist es nicht. Abram steht uns n\u00e4her als wir vielleicht meinen. Wie wir hatte auch Abram mit \u00c4ngsten zu k\u00e4mpfen. Auch er hatte Momente in seinem Leben, in denen er geistlich versagte. Daher ist es umso ermutigender zu sehen, wie Gott Abram trotz seiner \u00c4ngste und Versagen ihn mehr und mehr zu einem Mann des Glaubens ver\u00e4nderte. Dasselbe kann Gott auch mit uns machen. M\u00f6ge Gott hierf\u00fcr die Betrachtung des heutigen Textes gebrauchen. Wir wollen uns mit ihm anhand von drei Fragestellungen auseinandersetzen:\r\n1. Was bewirkte die Angst in Abrams Leben?\r\n2. Welche geistliche Hilfe gab Gott Abram? und\r\n3. Wie wurde Abram dadurch ver\u00e4ndert?\r\n\r\n<strong>Teil 1: Abrams Angst (V. 10 &#8211; 13)<\/strong>\r\nWenn wir die Verse 10 bis 13 in einem St\u00fcck lesen, bekommen wir den Eindruck, dass Gott in den \u00dcberlegungen von Abram \u00fcberhaupt keinen Platz hatte. Offenbar interessierte sich Abram in dem Moment nicht die Bohne f\u00fcr Gottes Willen. Was ihn gerade interessierte, war jemand ganz anderes: Nicht Gott, nicht Sarai, nicht Lot, sondern Abram. Seine Worte an Sarai machen das deutlich: \u201emich umbringen\u201c, \u201eauf dass mir\u00b4s wohlgehe\u201c und \u201eich am Leben bleibe\u201c. Alles drehte sich auf einmal nur noch um die eigene Haut. Aber nicht nur das: Das Drehen um das eigene Wohlergehen ging auf Kosten von jemand anders, n\u00e4mlich auf die eigene Ehefrau, Sarai. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sarai die Frau von jemand anders wird, ist nat\u00fcrlich viel gr\u00f6\u00dfer, wenn sich Abram als Bruder ausgibt, als wenn bekannt wird, dass sie bereits vergeben ist. Abram wollte es also eher riskieren, dass seine Frau einem fremden Mann vergeben wird, als sein Leben zu verlieren. Lieber wollte Abram es in Kauf nehmen, dass Sarai das Lustobjekt eines gottlosen Mannes wird, als dass er ums Leben kommt. Auch wenn es hier um Leben und Tod ging, waren Abrams \u00dcberlegungen egoistisch. Was wir also in den Versen 11 bis 13 \u00fcber Abram erfahren ist meinem Empfinden nach erschreckend: Egoismus, L\u00fcge, Anstiftung anderer zum L\u00fcgen und Kleingl\u00e4ubigkeit.\r\nVor diesem Hintergrund dr\u00e4ngt sich einem nat\u00fcrlich die Frage auf: Warum? Wie kann das sein, dass sich ausgerechnet Abram, der doch noch vor Kurzem vorbildlichen Glauben bewies, sich so verhielt? Und die Antwort hierauf ist klar: Angst. Abram hatte Angst. In den Versen 11 bis 13 sehen wir typische Kennzeichen der Angst: Typisch f\u00fcr die Angst ist, dass sie mit Gottes Eingreifen nicht rechnet. Stattdessen geht sie fest vom Eintreten bestimmter Schicksalsschl\u00e4ge aus. Das sehen wir auch bei Abram. Abram redete wie einer, der die Zukunft voraussagt. Er sagt nicht: \u201eWenn dich nun die \u00c4gypter sehen, so k\u00f6nnten sie sagen\u201c, sondern: \u201eso werden sie sagen\u201c (V.12). Er sagt auch nicht: \u201eund sie k\u00f6nnten mich umbringen\u201c, sondern: \u201eund werden mich umbringen\u201c (V.12). Typisch f\u00fcr Angst ist auch, dass sie egoistisch und kleingl\u00e4ubig macht, was wir eben schon bei Abram gesehen haben.\r\nEs gibt noch eine Sache, die typisch f\u00fcr Angst ist. Und ich glaube, dass diese Sache in Gottes Augen besonders gravierend ist. Wenn wir die Verse 10 bis 13 in einem St\u00fcck lesen, f\u00e4llt auf, dass Abram in diesen Versen einen Rettungsplan aufbaut: Schritt 1: nach \u00c4gypten ziehen; Schritt 2: Sarai als Schwester ausgeben; Schritt 3: zulassen, dass Sarai Frau eines anderen Mann wird \u2013 Resultat: ich bleibe am Leben. Abram spielt hier seinen eigenen Erretter. Und warum ist das so gravierend? Indem Abram seinen eigenen Erretter spielte, lehnte er Gott als seinen Erretter ab. Wir erinnern uns: Gott hatte ihm versprochen: Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen (1. Mo 12,3). Lieber sich mit Abram verb\u00fcnden, als sich mit ihm anlegen. Wer sich mit Abram anlegte, der hatte es mit Gott zu tun. Mit diesen Worten hatte sich Gott ganz klar auf Abrams Seite gestellt. Abram h\u00e4tte wissen k\u00f6nnen, dass Gott eingreifen w\u00fcrde. Gott hatte Abram sozusagen versprochen, Sein Retter zu sein. Indem aber Abram seinen eigenen Rettungsplan aufbaute, lehnte er in diesem Moment Gott als seinen Retter ab. Und das war das eigentlich Schlimme an seiner Angst.\r\nIn den Versen 14 bis 16 sehen wir das Resultat von Abrams Rettungsplan: Sarai kam in das Haus des Pharaos. Mit anderen Worten: sie kam in seinem Harem und sollte im Grunde genommen als Sexsklavin dienen. Abram hatte zwar sein Leben behalten d\u00fcrfen und viel Vieh bekommen, aber daf\u00fcr seine Frau verloren. Ich glaube nicht, dass Abram mit dieser Situation wirklich gl\u00fccklich war. Sicherlich hatte er Sarai sehr lieb. Und Sarai war ja nicht irgendeine Frau, sondern eine Frau, auf die eine gro\u00dfe Verhei\u00dfung ruhte. Abram durfte zwar sein Leben behalten, aber was hatte sein Leben ohne diese Verhei\u00dfung noch f\u00fcr einen Sinn? Abrams Rettungsplan hatte keine wahre L\u00f6sung herbeigef\u00fchrt, nur eine Scheinl\u00f6sung. Aus geistlicher Perspektive hatte sich die Situation von Abram sogar verschlimmert.\r\nDie Situation schien ausweglos zu sein, aber Gott griff ein. Lasst uns das im zweiten Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 2: Gott rettet Abram (V.17-20)<\/strong>\r\nIn dem gesamten bisherigen Abschnitt wird Gott nicht ein einziges Mal erw\u00e4hnt. Doch Vers 17 leitet mit dem Wort \u201eAber der HERR\u201c ein. Gott greift nun ein und leitet einen Wendepunkt ein. Gott schlug den Pharao und sein ganzes Haus um Sarais willen mit gro\u00dfen Plagen. Wir wissen nicht, wie der Pharao dazu kam, die Plagen mit Sarai in Verbindung zu bringen. Fact ist jedoch, dass der Pharao Gott ganz klar und unmissverst\u00e4ndlich verstanden hatte. Seine Fragen an Abram machen deutlich, dass er verstanden hatte, dass er sich an eine verheiratete Frau vergriffen hatte. Ohne Wenn und Aber gab er Abram seine Frau wieder zur\u00fcck. Die Plagen hatten den Pharao so sehr in Schrecken versetzt, dass er Abram und seine Gefolge aus seinem Land haben wollte. Hierf\u00fcr bestellte er extra Leute, die sie nach drau\u00dfen begleiteten &#8230;\r\nAbram hatte so gehandelt, als ob es Gott nicht g\u00e4be. Aber Gott hatte Abram nicht vergessen. Obgleich Abram schuldig geworden war, griff Gott ein, um Sarai zu retten (vgl. BR\u00c4UMER: 68)1. Und die Frage ist, warum? Wie schon erw\u00e4hnt, hatte Gott Abram eine Verhei\u00dfung gegeben: Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen (1.&nbsp;Mo&nbsp;12,3). In dieser Geschichte sehen wir, wie Gott ganz gem\u00e4\u00df dieser Verhei\u00dfung gehandelt hat. Denn gerade weil der Pharao Abram geschadet hatte, hatte sich der Pharao den Fluch Gottes zugezogen. Abram hatte dieser Verhei\u00dfung schon geglaubt, sonst w\u00e4re er ja nicht hinausgezogen. Aber so wie sich Abram in \u00c4gypten verhielt, zeigt, dass Abram die Bedeutung dieser Verhei\u00dfung noch nicht tiefgreifend verstanden hatte. Die logische Schlussfolgerung aus dieser Verhei\u00dfung w\u00e4re ja: \u201eIch brauche in \u00c4gypten keine Angst haben. Gott wird nicht zulassen, dass mich jemand ermordet.\u201c In 1. Mo 20,13 erfahren wir sogar, dass Abram schon von Anfang an die Entscheidung getroffen hatte, Sarai als seine Ehefrau zu verschweigen. Abram sagte zu Abimelech: Als mich Gott aus meines Vaters Hause ins Ungewisse wandern hie\u00df, sprach ich zu ihr: Tu mir diese Liebe, dass, wo wir hinkommen, du von mir sagst, ich sei dein Bruder. Abram hatte die Verhei\u00dfung Gottes noch nicht in ihrer letzten Konsequenz begriffen. Durch Gottes rettendes Eingreifen in \u00c4gypten durfte Abram erfahren: \u201edie Verhei\u00dfung, die Gott mir gegeben hatte, ist nicht einfach nur eine sch\u00f6ne Theologie, sondern Realit\u00e4t.\u201c Er durfte erfahren, was diese Verhei\u00dfung konkret im Alltag bedeutet. Er bekam die Gelegenheit, die Verhei\u00dfung nicht nur im Kopf, sondern im Herzen zu begreifen.\r\nWie hatte diese Erfahrung mit Gott Abram ver\u00e4ndert? Lasst uns das im dritten Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 3: Abram vertraut Gott (13,1-18)<\/strong>\r\nIn den ersten vier Versen erfahren wir Abrams R\u00fcckkehr ins verhei\u00dfene Land. Dabei zog er nicht irgendwo hin, sondern an dem Ort zur\u00fcck, der einer der ersten Orte war, in denen er sein Zelt aufgeschlagen und wo er einst einen Altar gebaut hatte. Sicherlich hatte sich Abram dabei was gedacht, dass er ausgerechnet an diese Stelle wieder zog. Anfangs haben wir gesehen, wie Abram Gott in seinen \u00dcberlegungen bzgl. der Hungernot \u00fcberhaupt nicht einbezog. Abram lie\u00df sich ganz von seinen \u00c4ngsten leiten. Aber nun hatte Abram offenbar den Wunsch gehabt, geistlich wieder dahin zu kommen, wo er einst mit Gott angefangen hatte. Wir k\u00f6nnen uns das so vorstellen wie bei kleinen Kindern: Wenn sie eine Weile ohne Eltern gespielt haben, suchen sie wieder ihre Eltern auf, um deren Zuwendung zu bekommen. Abram wollte wieder in der Gegenwart Gottes leben. Abrams Reiser\u00fcckkehr war nicht nur eine \u00e4u\u00dfere R\u00fcckkehr, sondern auch eine geistliche R\u00fcckkehr bzw. Umkehr zu Gott. Mit seinem Opfer dr\u00fcckte Abram Dank und Anbetung aus.\r\nAbrams Ver\u00e4nderung sehen wir auch in den Versen 5-9, wo es um einen Konflikt zwischen Abram und Lot ging. Ursache f\u00fcr den Konflikt war, dass es nicht gen\u00fcgend Lebens- und Weideraum f\u00fcr beide Sippen von Abram und Lot gab. Abram schlug daher vor, sich voneinander zu trennen. Diese Trennung war zum einen sehr sinnvoll, zum anderen hatte sie f\u00fcr Abram mehrere Nachteile: Erstens weniger Sicherheit. Zwei Sippen k\u00f6nnen sich nat\u00fcrlich besser wehren als nur eine Sippe. So etwas wie eine Rechtsstaatlichkeit gab es ja damals nicht. Fremdlinge hatten keine Rechte. Daher war Abrams Sippe eigentlich besonders auf Sicherheit angewiesen. Zweitens hatte Abram bis dahin immer noch keinen Sohn. D.h. derjenige, der zu der Zeit als Abrams Erbe am ehesten in Frage kam, war Lot. Abram war nun in besonderer Weise auf die Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfung Gottes angewiesen. Er konnte sich jetzt nicht mehr so einfach selbst aushelfen. Drittens, indem Abram Lot die freie Wahl lie\u00df, nahm Abram in Kauf, dass Lot sich das beste Land nehmen w\u00fcrde. Das war bei Lot gar nicht so abwegig. Tats\u00e4chlich dachte Lot bei diesem Angebot nur an seinen Vorteil. Lot w\u00e4hlte sich die wassereiche Gegend am Jordan aus. Im Vers 11 hei\u00dft es sogar, dass er sich die ganze Gegend erw\u00e4hlte. Er lie\u00df sozusagen f\u00fcr Abram nichts \u00fcbrig. Abrams Entscheidung, sich von Lot zu trennen, zeigt, dass Abram sein Vertrauen auf Gott setzte. Anstelle sich von Angst leiten zu lassen, handelte Abram diesmal aus Vertrauen an Gottes Verhei\u00dfung. Die Angst hatte bewirkt, dass sich Abram egoistisch gegen\u00fcber Sarai verhielt. Sein Vertrauen auf Gott bzw. auf die Verhei\u00dfung bewirkte, dass sich Abram selbstlos gegen\u00fcber Lot verhielt.\r\n\r\nVers 14 beginnt mit den Worten: \u201eAls nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der Herr\u2026\u201c Mit diesen Worten wird deutlich, dass die Trennung von Lot n\u00f6tig war, damit Gott seine Verhei\u00dfung an Abram erf\u00fcllen konnte. Aus Lot sollte ein eigenes Volk werden. Das verhei\u00dfene Land Kanaan aber galt nur Abrams Nachkommen. Deswegen war es ganz im Sinne der Verhei\u00dfung, dass sich Abram von Lot getrennt hatte.\r\nAbram hatte sein Vertrauen voll und ganz auf den Herrn gesetzt. Aber gerade in solchen Zeiten, wo man sich voll und ganz auf den Herrn verl\u00e4sst, ist man gef\u00e4hrdet, doch wieder in Angst zur\u00fcckzufallen (vgl. Mt. 14, 28 &#8211; 32). Abram brauchte Ermutigung und Best\u00e4tigung seines Vertrauens auf Gott. In den Versen 14 bis 16 sehen wir, wie Gott das Vertrauen Abrams st\u00e4rkt. Zuerst sagte Gott zu Abram: \u201eHebe deine Augen auf und sieh von der St\u00e4tte aus, wo du bist, nach Norden, nach S\u00fcden, nach Osten und nach Westen.\u201c Diese Worte an Abram klingen fast wie eine Ironie zu den Worten in Vers 10. Auch \u00fcber Lot hei\u00dft es: \u201eDa hob Lot seine Augen auf und sah die ganze Gegend am Jordan.\u201c Lot schaute mit einem menschlichen Blick \u00fcbers Land und traf eine menschliche Entscheidung. Obwohl Sodom sehr s\u00fcndig gewesen war, zog Lot bis nach Sodom. Er sah nur den Profit, nicht die geistliche Gefahr, die von Sodom ausging. Auch Abram sollte \u00fcbers Land schauen. Doch nicht wie Lot, sondern im Glauben schauen. Gott sagte zu Abram: \u201eDenn all das Land, das du siehst, will ich dir geben und deinen Nachkommen ewiglich\u201c (V.15). Gott setzte Abram sozusagen eine Brille auf, mit der er \u00fcbers Land schauen sollte. Diese Brille war die Brille der Verhei\u00dfung. F\u00fcr Lot war das Land nicht so attraktiv wie andere Gegenden. Aber mit der Brille der Verhei\u00dfung sah das Land Kanaan ganz anders aus. Abrams Nachkommen w\u00fcrden es erben.\r\nGott hatte ein gro\u00dfes Anliegen, Abram in seinem Glauben an die Verhei\u00dfungen zu ermutigen. Daher wiederholt Gott im Vers 16 seine Verhei\u00dfung an Abram. Schon einmal hatte Gott Abram versprochen, ihn zu einem gro\u00dfen Volk zu machen (1. Mo 12,2). Aber \u201egro\u00df\u201c ist relativ. Was meinte Gott mit \u201egro\u00df\u201c? Weil Gott ein gro\u00dfes Anliegen hatte, Abram im Glauben zu ermutigen, macht er das Wort \u201egro\u00df\u201c nun anschaulich. Gott sagte zu Abram: \u201eWie der Staub auf Erden\u201c. Abrams Nachkommen w\u00fcrden unz\u00e4hlbar sein!\r\nGott belie\u00df es nicht einfach nur dabei, Abram seine Verhei\u00dfung zu bekr\u00e4ftigen. Im Vers 17 sehen wir, dass Gott Abram beauftragt, das verhei\u00dfene Land vom einem zum anderen Ende zu durchziehen. Wenn man damals ein Grundst\u00fcck in L\u00e4nge und Breite \u00fcberschritt, brachte man dadurch zum Ausdruck, dass man dieses Grundst\u00fcck in Besitz genommen hatte. Abram sollte seinen Glauben an die Verhei\u00dfung ganz praktisch zum Ausdruck bringen. Das w\u00fcrde ihn in seinem Glauben st\u00e4rken.\r\nGott hatte Abram eine wichtige St\u00e4rkung und Ermutigung seines Glaubens an die Verhei\u00dfung gegeben. Was war das Resultat davon? Vers 18 berichtet davon, dass Abram weiterzog und Gott einen weiteren Altar baute. Abram reagierte also mit Glauben, Gehorsam und Anbetung. Seine Reaktion macht deutlich, dass er sich von Gottes Verhei\u00dfung ansprechen lie\u00df. Sie ging nicht einfach an ihm vorbei, sondern er nahm sie zu Herzen, fasste neuen Glaubensmut und wurde mit Dankbarkeit erf\u00fcllt.\r\nWas k\u00f6nnen wir aus den beiden Geschichten in 1. Mo 12 und 13 lernen? Wie Abram kennen es auch wir, \u00c4ngste zu haben. Jeder von uns hat bestimmte \u00c4ngste. L\u00e4sst man sich von seinen \u00c4ngsten leiten, so machen sie uns egoistisch, k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass wir andere bel\u00fcgen und f\u00fcr unsere Zwecke manipulieren. Sie lassen uns Gott v\u00f6llig vergessen. \u00c4ngste sind daher nicht nur unangenehm, sondern auch in geistlicher Hinsicht problematisch.\r\nWie k\u00f6nnen wir gegen unsere \u00c4ngste angehen? Gott behandelte das Problem der Angst bei Abram dadurch, dass er Abrams Vertrauen auf seine Verhei\u00dfungen st\u00e4rkte. Gl\u00e4ubige stehen im Segen von der ein- und derselben Verhei\u00dfung. Denn Christus ist die Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfung an Abraham: Und ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3&nbsp;Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden (1.&nbsp;Mo&nbsp;12,2f). In 2. Kor 1,20 hei\u00dft es: \u201eDenn auf alle Gottes\u00adver\u00adhei\u00df\u00adungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre.\u201c In Christus haben wir die Zusage auf alle Verhei\u00dfungen, die in der Bibel stehen! Wie Abram haben auch wir die Verhei\u00dfung, das Land Kanaan, das himmlische Kanaan zu erben. Auch wir haben die Verhei\u00dfung, ein Segen f\u00fcr andere zu werden und dass durch uns andere gesegnet werden sollen. Auch uns verhei\u00dft Gott, uns einen Namen zu machen. In Off 2,17 hei\u00dft es: \u201eWer \u00fcberwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen wei\u00dfen Stein; und auf den Stein ist ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empf\u00e4ngt.\u201c Gottes Anliegen ist es, dass wir in diesen Verhei\u00dfungen stark verwurzelt sind. Die Verwurzelung in Gottes Verhei\u00dfung ver\u00e4ndert unser Verhalten: Anstelle andere f\u00fcr unsere Zwecke zu manipulieren, werden wir andere lieben und dienen. Angst macht uns egoistisch, aber das Ruhen in Gottes Liebe, die sich in den Verhei\u00dfungen an uns niederschl\u00e4gt, macht uns selbstlos und frei f\u00fcr andere. Von Abram k\u00f6nnen wir lernen, dass wir uns von den Verhei\u00dfungen Gottes immer wieder neu ansprechen lassen und darauf mit Dank und Anbetung reagieren sollen.\r\nDie Hungersnot, von der 1. Mo 12,10 berichtet, war kein Zufall. Gott hatte Abram absichtlich in die Lage der Hungersnot hineingef\u00fchrt. Ein Grund hierf\u00fcr war sicherlich der, dass Gott Abram helfen wollte, noch tiefer auf seine Verhei\u00dfungen zu vertrauen. In dieser Notsituation konnte sich Gott Abram als seinen Retter offenbaren. Abram sollte aufh\u00f6ren, sein eigener Retter zu sein. Auch uns kann es passieren, dass Gott uns absichtlich in N\u00f6te hineinf\u00fchrt. Er m\u00f6chte diese N\u00f6te dazu gebrauchen, sich als unseren Retter zu offenbaren. Solche Situationen werden dazu dienen, dass wir die Verhei\u00dfungen des Evangeliums nicht nur theoretisch verstehen, sondern sie tief im Herzen begreifen. Gottes Anliegen ist es, dass wir die Wahrheit: \u201eChristus ist unser Retter\u201c nicht nur im theologischen Sinne verstehen. Der Glaube an Christus als unseren Retter soll sich in unseren normalen Alltag niederschlagen und Anwendung finden. In jeder Angstsituation m\u00f6chte Christus unser Retter sein. Lasst uns daher unsere eigenen Rettungspl\u00e4ne, die wir bewusst oder unbewusst aufgebaut haben, verlassen und voll und ganz auf Christus als unseren Retter vertrauen! Das Beispiel Abram zeigt, dass unsere eigene Rettungspl\u00e4ne keine wahren L\u00f6sungen herbeif\u00fchren, sogar noch die Situation verschlimmern k\u00f6nnen.\r\nWie schon erw\u00e4hnt, hatte Abram nicht erst in \u00c4gypten, schon von Anfang an den Entschluss gefasst, Sarai als seine Ehefrau zu leugnen. Wie Abram haben auch wir die Neigung, bei jedem Vertrauensschritt uns im Hinterkopf doch noch irgendwie abzusichern. Gottes Anliegen ist es jedoch, uns von solchen Absicherungen zu reinigen.\r\nAbram hatte mit einer Angst zu k\u00e4mpfen, mit der auch wir zu k\u00e4mpfen haben. Als Abram etwa 20 Jahre sp\u00e4ter denselben Fehler erneut beging, sagte er zu Abimelech: Als mich Gott aus meines Vaters Hause ins Ungewisse wandern hie\u00df, sprach ich zu ihr: Tu mir diese Liebe, dass, wo wir hinkommen, du von mir sagst, ich sei dein Bruder (1. Mo 20,13). Abrams Angst war die Angst vor dem Ungewissen. Auch wir kennen es, diese Angst zu haben. Immer wenn Gott uns zu einem Glaubensschritt herausfordert, der uns schwerf\u00e4llt, haben wir es mit der Angst vor dem Ungewissen zu tun. Wir wissen nicht genau, wie alles sein wird und wie wir uns das vorstellen k\u00f6nnen. Daher f\u00e4llt es uns oft schwer, Schritte im Glauben zu tun. Wir k\u00f6nnen diese Angst \u00fcberwinden, indem wir voll und ganz auf Christus als unseren Erretter vertrauen. Am Kreuz sehen wir den besten und klarsten Beweis daf\u00fcr, dass Christus unser wahrer Retter ist.\r\n_______________\r\n1 BR\u00c4UMER, H.: Das erste Buch Mose. Erkl\u00e4rt von Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer. In: Wuppertaler Studienbibel, S. 68. SCM R. Brockhaus.\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Abrams Angst und Gottes Verhei\u00dfung \u201eHebe deine Augen auf und sieh von der St\u00e4tte aus, wo du bist, nach Norden, nach S\u00fcden, nach Osten und nach Westen. Denn all das Land, das du siehst, will ich dir geben und deinen Nachkommen ewiglich \u201c (1. 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