{"id":9807,"date":"2020-08-23T11:00:00","date_gmt":"2020-08-23T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9807"},"modified":"2022-11-18T12:19:45","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:45","slug":"predigt-1-mose-81-1126-teil-1-kap-8-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-81-1126-teil-1-kap-8-9\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 8,1 &#8211; 11,26   (Teil 1: Kap. 8-9)"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2020Gen-08_0801-0928-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes Gnade an allen Lebewesen<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war; und Gott lie\u00df Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Mose 8,1)<\/p>\r\nLetzte Woche hat sich unsere Gemeinde mit dem Gericht der Sintflut besch\u00e4ftigt. Es ist sehr bemerkenswert, wie die Bibel dieses Gericht beschreibt.\r\n\r\n1. Mo 6,7: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gew\u00fcrm und bis zu den V\u00f6geln unter dem Himmel\r\n1. Mo 6,13: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.\r\n1. Mo 6,17: Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.\r\n1. Mo 7,4: Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig N\u00e4chte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe.\r\n1. Mo 7,16: Und der HERR schloss hinter ihm zu. (Das bedeutet so viel wie: \u201eJetzt ist Schluss\u201c)\r\n1. Mo 7,21-23: Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an V\u00f6geln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen. Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. So vertilgte er alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gew\u00fcrm und zu den V\u00f6geln unter dem Himmel. Sie wurden von der Erde vertilgt.\r\n\r\nWer beim Lesen von 1. Mo 6 + 7 G\u00e4nsehaut bekommt, hat diese beiden Kapitel ziemlich gut verstanden. Denn s\u00e4mtliche Verse machen die Sch\u00e4rfe des Gerichts Gottes deutlich. Sie zeigen, wie radikal Gottes Gericht ist. Eltern und Lehrer ziehen oft die Strafe nicht durch, die sie den Kindern angek\u00fcndigt haben. Bei Gott aber war es anders. In Kapitel 6 k\u00fcndigte Gott ein radikales Gericht an, bei dem wohl viele sagen: \u201eDie ganze Menschheit vernichten, das kannst du doch nicht machen?\u201c, aber in Kapitel 7 sehen wir, wie Gott dieses Gericht auch tats\u00e4chlich durchzieht. Die Vorstellung von einem lieben Gott, der alles durchgehen l\u00e4sst, wird in diesen beiden Kapiteln v\u00f6llig auseinandergenommen. Sie geben einen ersch\u00fctternden Eindruck davon, wie gef\u00e4hrlich Gott sein kann. Und wer meint: \u201eJa, das ist doch AT.\u201c, der sei auf diese zwei Verse aus dem NT verwiesen: a) Hebr. 10,29: denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer; b) Hebr. 10,31: Schrecklich&nbsp;ist es, in die&nbsp;H\u00e4nde&nbsp;des lebendigen&nbsp;Gottes&nbsp;zu fallen. Das, was in Kapitel 6 und 7 beschrieben wird, hat jeder Einzelne von uns aufgrund seiner S\u00fcnde verdient. Das ist unsere eigentliche Lage vor Gott. Und warum ist das so wichtig, dass wir das verstehen? Erst wenn wir das verstehen, begreifen wir, wie gewaltig die Gnade Gottes ist, von der der heutige Text in 1. Mo 8 + 9 spricht. Vor dem Hintergrund des schrecklichen Gerichts Gottes leuchtet diese Gnade in besonderer Weise auf. Sie war alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Wir wollen uns heute mit dieser Gnade anhand von drei Fragen auseinandersetzen:\r\n\r\nWie rettete Gott Noah?\r\nWie reagierte Noah auf die Rettung?\r\nWie segnete Gott Noah?\r\n\r\n<strong>Teil 1: Gott rettet Noah (V. 1 &#8211; 14)<\/strong>\r\n\r\nDas Kapitel 7 endete mit erschreckenden Worten des Gerichts. Doch der heutige Text leitet einen Wendepunkt ein. Er beginnt mit den Worten: \u201eDa gedachte Gott an\u2026\u201c. Das sind nicht Worte des Gerichts, sondern der Gnade. Doch was bedeuten die Worte: \u201eGott gedachte an\u201c genau? Kann Gott etwa was vergessen? Dass Gott an jemandem gedachte, kommt auch an anderen Stellen der Bibel vor. Zum Beispiel hei\u00dft es \u00fcber Rachel: Gott gedachte aber an Rahel und erh\u00f6rte sie und machte sie fruchtbar (1.Mo 30,22). Wenn es also hei\u00dft: \u201eGott gedachte an\u2026\u201c, dann bedeutet das: Gott erbarmt sich \u00fcber jemanden und leitet nun seine Rettung ein. Und so war es auch bei Noah: Inmitten des Gerichts, erbarmte sich Gott \u00fcber Noah und griff nun rettend ein. Schon in 1. Mo 6,8 hie\u00df es: Noah aber fand Gnade in den Augen des HERRN. Gott erbarmte sich aber nicht nur \u00fcber Noah und seine Familie. Im Vers 1 hei\u00dft es weiter, dass sich Gott auch \u00fcber alle Tiere, die mit ihm in der Arche waren, erbarmte. In den sp\u00e4teren Versen 12, 15 und 16 (Kapitel 9) wird f\u00fcr die Tiere einfach der Ausdruck: \u201elebendiges Wesen\u201c gebraucht. Gott erbarmte sich also nicht nur \u00fcber den Menschen, sondern \u00fcber jede Art von Lebewesen. Einst hatte Gott zu Noah gesagt: \u201eDas Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen\u201c. Doch inmitten dieses Gerichts erwies Gott soviel Gnade, dass jede Art von Lebewesen weiter fortbestehen durfte.\r\n\r\nIn den darauffolgenden Versen sehen wir, dass Gott die Errettung Schritt f\u00fcr Schritt eingeleitet hatte. Gott gab Noah sieben Anzeichen der Errettung. Von dem ersten Anzeichen erfahren wir am Ende von Vers 1 (Kapitel 8). Gott lie\u00df einen Wind \u00fcber die Erde fahren, um das Wasser auszutrocknen. Im Hebr\u00e4ischen steht f\u00fcr \u201eWind\u201c und \u201eGeist\u201c ein- und dasselbe Wort. Dieser Wind ist eine Anspielung auf den Geist Gottes. Denn diese Situation erinnert an den Beginn der Sch\u00f6pfungsgeschichte, wo Gottes Geist \u00fcber die Wassermassen schwebte. Es ist fast so, als ob sich diese Situation wiederholt: Gottes Geist, durch den einst die Welt erschaffen wurde, war sozusagen wieder am Werk. Gottes Geist erweist sich auch nach der Sintflut als der \u201eUrsprung und Quelle allen Lebens\u201c. 1\r\n\r\nDas zweite Anzeichen der Rettung war, dass der Zufluss der Wassermassen stoppte, von sowohl oben als auch von unten. Das f\u00fchrte zu einem weiteren Abzug der Wassermassen. Das dritte Anzeichen ist das Aufsetzen der Arche, wovon Vers 4 berichtet. Inzwischen waren die Wassermassen soweit gesunken, dass die Arche sich auf dem Gebirge Ararat absetzen konnte. Das vierte Anzeichen war das Sichtbarwerden der Spitzen von den anderen Bergen. Laut Vers 5 dauerte es etwa 2 \u00bd Monate, bis das Wasser so weiter abgesunken war, dass nun auch andere Berge zu sehen waren.\r\n\r\nDie letzten drei Anzeichen wurden von Noah selbst initiiert. Hiervon berichten die Verse 6 bis 14. Das f\u00fcnfte Anzeichen war das Ausbleiben des Raben. Es hatte sicherlich seinen Grund, dass Noah zuerst einen Raben und nicht eine Taube losgeschickt hatte. Anders als Tauben haben Raben keine Beziehung zum Menschen. Sie geh\u00f6ren zu den Wildtieren. So kam der Rabe auch dann nicht zur\u00fcck, als er auf dem Wasser keinen Ruheplatz gefunden hatte. Da sich Raben auch von Fleisch ern\u00e4hren, konnte er sich vom Aas und Leichen ern\u00e4hren. An dem Ausbleiben des Raben konnte Noah also erkennen, dass das Wasser zumindest soweit zur\u00fcckgegangen war, dass der Rabe es nicht n\u00f6tig hatte, zur\u00fcckzukehren. Insofern war das Ausbleiben des Raben ein gutes Zeichen. So weit so gut. Aber war das Wasser auch soweit zur\u00fcckgegangen, dass die Erdoberfl\u00e4che wieder zu sehen war? Das wollte Noah offenbar als N\u00e4chstes herausfinden. Um das herauszufinden, war eine Taube geeigneter als ein Rabe. Denn eine Taube w\u00fcrde nur dann ausbleiben, wenn sie auf der Erde einen Ruheort finden w\u00fcrde. Und so war es auch. Die Taube kehrte zur\u00fcck. Nach sieben Tagen schickte Noah die Taube noch einmal los. Beim zweiten Ausfliegen kehrte die Taube zwar auch wieder zur\u00fcck, brachte aber etwas mit, ein frisches Olivenblatt. Das frische Olivenblatt zeugte von neuen Pflanzen. Die Erde war sozusagen aus ihrem Wassergrab erstanden. Die Taube mit dem frischen Olivenblatt war das sechste Anzeichen der Rettung. Das letzte und siebte Anzeichen der Rettung war das Ausbleiben der Taube. Das war ein eindeutiges Zeichen daf\u00fcr, dass sich das Wasser auf der Erdoberfl\u00e4che vertrocknet war.\r\n\r\nAls das siebte und letzte Anzeichen geschah, \u00f6ffnete Noah das Dach der Arche. Was dann Noah zu sehen bekam, war einerseits zu erwarten und andererseits aber doch alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Am Ende von Vers 13 hei\u00dft es: und siehe, die Fl\u00e4che des Erdbodens war trocken. Und siehe \u2013 mit diesen Worten dr\u00fcckt der Verfasser Bewunderung aus. Noch vor Kurzem war es undenkbar gewesen, dass die Erde jemals wieder trocken sein w\u00fcrde. Doch nun tats\u00e4chlich eine trockene Erde vor Augen zu haben, war ein reiner Anblick der Gnade Gottes. Gott hatte seine Versprechen an Noah gehalten. Er erwies sich als treu und zuverl\u00e4ssig.\r\n\r\nBemerkenswert ist, dass Noah nicht sogleich die Arche verlie\u00df. Durch einen Vergleich der Zeitangaben zwischen Vers 13 und Vers 14 wird deutlich, dass Noah tats\u00e4chlich noch fast zwei Monate in der Arche blieb. Erst als Noah in den Versen 15 \u2013 17 den Befehl von Gott bekam, verlie\u00df Noah die Arche. Die neue Erde wurde also nicht aus menschlicher Eigenm\u00e4chtigkeit heraus in Beschlag genommen, sondern es war Gott, der die Erde wieder freigab, und zwar aus seiner souver\u00e4nen Gnade heraus. In seinem Wort an Noah erw\u00e4hnt Gott jede einzelne Gruppe der Erretteten, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Gott erwies explizit jedem Lebewesen Gnade.\r\n\r\nWie reagierte Noah auf die Gnade der Errettung? Lasst uns das im zweiten Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 2: Noahs Opfer (V. 20)<\/strong>\r\n\r\nWas tat Noah, als er aus der Arche ging? Im Vers 20 erfahren wir, dass Noah Gott einen Altar baute und darauf Opfer darbrachte. Es waren nicht irgendwelche Tiere, sondern reine Tiere und zwar von jeder Art. Noah opferte Gott also das Wertvollste und Kostbarste. Weiter hei\u00dft es, dass er diese Tiere als Brandopfer darbrachte. Solche Brandopfer waren immer Ganzopfer. Das hei\u00dft Noah verbrannte diese Tiere vollst\u00e4ndig. In seinem Opfer brachte Noah Gott Anbetung und Hingabe entgegen. Warum verhielt sich Noah so? Einfach gesagt, Noah war dankbar. Noah war dankbar f\u00fcr die Gnade der Errettung. Warum? Noah hatte die Radikalit\u00e4t und die Sch\u00e4rfe des Gerichts Gottes erfahren. Gott hatte nahezu restlos die ganze Menschheit ausgerottet. Dass Gott \u00fcberhaupt irgendein Lebewesen \u00fcbriglie\u00df, war alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Der Grund, warum Noah und seine Familie verschont wurden, war Gnade. Denn sonst w\u00fcrde es ja nicht hei\u00dfen: Noah aber fand Gnade in den Augen des HERRN (1. Mo 6,8). Noah war sich dessen bewusst. Aus diesem Grund opferte er von jedem reinen Tier ein Exemplar. Dadurch brachte er seinen Dank f\u00fcr jedes erhaltene Leben zum Ausdruck. Noah hatte verstanden, was Gottes Gnade ist: total unverdient und alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Seinen tiefen Respekt gegen\u00fcber Gott brachte Noah auch schon dadurch zum Ausdruck, dass er fast zwei Monate in der Arche blieb, obwohl das Wasser schon l\u00e4ngst verschwunden war.\r\n\r\nWie war das Opfer von Noah in Gottes Augen? Im Vers 21 erfahren wir, dass das Opfer f\u00fcr Gott einen lieblichen Geruch hatte. \u201eLieblicher Geruch\u201c ist ein bildhafter Ausdruck daf\u00fcr, dass das Opfer von Noah f\u00fcr Gott sehr angenehm war. Und warum war es f\u00fcr Gott sehr angenehm? In Psalm 50,23 hei\u00dft es: Wer Dank opfert, der preiset mich\u2026. Was das Opfer f\u00fcr Gott so lieblich machte, war der Beweggrund, aus dem das Opfer geschah. Es geschah aus tiefster Dankbarkeit gegen\u00fcber Gottes Gnade. Solche Opfer preisen Gott bzw. verherrlichen Gott. Dass Opfer nicht gleich Opfer sind, haben wir ja schon in der Geschichte von Kain gesehen. Opfer k\u00f6nnen auch aus anderen Motiven wie Pflichtgef\u00fchl, Angst, schlechtes Gewissen, Religiosit\u00e4t usw. geschehen. In der Geschichte von Israel wurden auch Opfer aus falschen Motiven dargebracht. Gott widerten diese Opfer an, dass er einst sagte: Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen! 22&nbsp;Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran. Gott mag nur solche Opfer riechen, die aus Dankbarkeit gegen\u00fcber seiner Gnade der Errettung geschehen.\r\n\r\nAls Noah Gott das liebliche Opfer darbrachte, segnete Gott Noah reichlich. Was diesen Segen im Einzelnen ausmachte, wollen wir im dritten Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 3: Gott segnet Noah (V. 8,21-9,17)<\/strong>\r\n\r\nBetrachten wir Vers 21. Infolge des Opfers von Noah nahm sich Gott etwas vor. Solange die Erde bestehen sollte, wollte Gott keine globale Vernichtung mehr schicken. Mit der Sintflut hatte Gott Naturgesetze auf den Kopf gestellt. Doch im Vers 23 versprach Gott, dass die Perioden innerhalb eines Jahres und eines Tages solange bestehen bleiben, bis es die Erde gibt. Gott versprach hier also, die Sch\u00f6pfungsordnungen nicht noch einmal grunds\u00e4tzlich zu ver\u00e4ndern. Die Sch\u00f6pfungsordnungen braucht der Mensch zum Leben. Sowohl der Wechsel von Winter und Sommer als auch der Wechsel von Tag und Nacht sind Faktoren, die das Leben des Menschen beg\u00fcnstigen und erhalten. Zum Beispiel bestimmt der Wechsel von Winter und Sommer die Zeiten von Saat und Ernte.\r\n\r\nNach der Sintflut leitete Gott eine neue Epoche ein. Im R\u00f6merbrief bezeichnet Paulus diese Zeit als die Zeit der Geduld Gottes (R\u00f6m 3,26). Es ist eine Zeit, in der Gott S\u00fcnden ungerichtet l\u00e4sst. Das Problem der S\u00fcnde konnte durch die Sintflut nicht gel\u00f6st werden. Vor der Flut hie\u00df es: \u201eJeder Gedanke des Herzens war nur b\u00f6se den ganzen Tag\u201c (1. Mo 6,5). Und nach der Flut stellte Gott fest: \u201edas menschliche Herz ist b\u00f6se von Jugend auf.\u201c (1. Mo 8,21). Das Sch\u00f6ne ist aber, dass Gott bald danach &#8211; mit der Berufung von Abraham- die Erl\u00f6sungsgeschichte beginnt. W\u00e4hrend er \u00fcber das s\u00fcndhafte Treiben der V\u00f6lker hinwegsah, w\u00e4hlte sich Gott ein Volk aus, aus dem der Erl\u00f6ser schlie\u00dflich kommen sollte.\r\n\r\nInfolge des Opfers fing Gott an Noah und die mit ihm \u00dcberlebenden zu segnen. Wie sehr Gott sie segnete sehen wir auch in Kapitel 9. Im Vers 1 erfahren wir, dass Gott seinen Sch\u00f6pfungssegen erneut ausspricht. Mit dem Segen der Fruchtbarkeit und Vermehrung hat sich das Leben der Menschen \u00fcber Generationen hinweg bis heute fortgesetzt und sich auf der ganzen Welt ausgebreitet. Kaum ein Fleck von der Welt ist unber\u00fchrt. Anstatt die Erde erneut zu vernichten, segnete Gott die Menschen mit dem Erhalt des Lebens.\r\n\r\nIn den Versen 2 bis 6 gab Gott Regeln f\u00fcr das Leben des Menschen auf der neuen Erde. Die Menschen durften nun auch Fleisch essen, allerdings ohne Blut, weil das Blut das Leben repr\u00e4sentiert. Gott verbot es strikt, Menschen zu t\u00f6ten. Gott verordnete die Todesstrafe f\u00fcr jedes Tier und f\u00fcr jeden Menschen, der einen anderen Menschen ermordet hat. Wie ernst es Gott damit meint, zeigt sich darin, dass er die Einforderung der Todesstrafe im Vers 6 wiederholt. Diese Regeln, die Gott hier gibt, haben mit dem Segen der Fruchtbarkeit eins gemeinsam: Beide bejahen und sch\u00fctzen das Leben, insbesondere das Leben des Menschen. Im Anschluss an diese Regeln, im Vers 7, spricht Gott den Segen der Fruchtbarkeit und Vermehrung erneut aus. Das zeigt, dass die Regeln in dem Segen eingebettet sind. Sie sind ein Teil des Segens, das das Leben des Menschen erhalten will und bejaht.\r\n\r\nIn den darauffolgenden Versen 8 bis 17 setzt Gott mit dem Segnen fort. Gott schloss einen Bund. Dabei wird ausdr\u00fccklich betont, dass dieser Bund allen Menschen, ja sogar allen Tieren gilt. Einfach gesagt, galt dieser Bund allem Leben auf dieser Erde. Dass Gott mit der gefallenen Sch\u00f6pfung einen Bund schloss, war alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Noch vor Kurzem, bei der Sintflut, war Gott der Sch\u00f6pfung gegen\u00fcber als Vernichter aufgetreten. Nach der Sintflut hatte ja die Boshaftigkeit des Menschen nicht aufgeh\u00f6rt. Daher w\u00e4re es zu erwarten gewesen, dass Gott der Sch\u00f6pfung gegen\u00fcber auch weiterhin als Vernichter auftritt. Doch mit dem Bund machte Gott eins ganz klar: Nicht mehr als Vernichter wollte Er zur Sch\u00f6pfung stehen, sondern als Verb\u00fcndeter, also als einer, der ihr wohlgesonnen ist. Und eben das, war vor dem Hintergrund der Sintflut, alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Es war geradezu revolution\u00e4r.\r\n\r\nDie Herrlichkeit dieses Bundes leuchtet umso mehr auf, wenn wir daran denken, dass dieser Bund ein bedingungsloser Bund gewesen ist. Es war nicht so wie im mosaischen, wo die Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfungen davon abhing, ob man das Gesetz einh\u00e4lt oder nicht. In diesem Bund verpflichtete sich Gott ohne jegliche Bedingungen an die Lebewesen dazu, die Erde als Ganzes zu erhalten, solange es sie geben soll. Erst am Ende der Zeit, wo Gott einen neuen Himmel und Erde schaffen wird, wird Gott die Erde vernichten. Aber auch dann wird das nicht durch Wasser geschehen, sondern durch Feuer. Davon berichtet 2. Petr 3. \u201eTrotz der Katastrophen, die t\u00e4glich auf allen Erdteilen \u00fcber Menschen hereinbrechen, stehen Mensch und Tier unter dem Segen und der Verhei\u00dfung Gottes. Keine Katastrophe und keine Massenvernichtung kann diesen Segen aufheben\u201c2.\r\n\r\nDie Verse 12 und 13 berichten davon, dass Gott den Regenbogen zum Zeichen des Bundes setzte. Ein Regenbogen kann ja erst dann entstehen, wenn der schlimmste Regen vorbei ist und der Himmel allm\u00e4hlich wieder von der Sonne beherrscht wird. Auf diese Weise k\u00fcndigt das Erscheinen des Regenbogens immer wieder aufs Neue an, dass sich die Sintflut nicht noch einmal wiederholen wird. Der Regenbogen macht Gottes Verhei\u00dfung des Bundes anschaubar. Aber nicht allein das. Der Regenbogen war mehr als nur ein Symbol. Im Vers 16 versichert Gott, dass Er jedes Mal, wenn der Regenbogen erscheint, den Regenbogen ansehen m\u00f6chte. Das Ansehen des Regenbogens wird Gott daran denken lassen, was er in seinem Bund versprochen hat. Dem ersten Eindruck nach h\u00f6rt sich das so an, als ob der Regenbogen eine Art Erinnerungshilfe f\u00fcr Gott ist. Aber so ist das nicht gemeint. Gott braucht keine Erinnerungshilfe. Gott sagte das nicht um seinetwillen, sondern um unsertwillen: Jedes Mal, wenn der Regenbogen am Himmel erscheint, darf der Mensch wissen: \u201eDer Regenbogen bleibt von Gott nicht unbeachtet. Gott schaut ihn gerade an. Gerade jetzt denkt Gott an sein Versprechen, die Erde nicht durch eine Sintflut auszul\u00f6schen.\u201c Das gibt dem Menschen eine Gewissheit, dass Gott sein Versprechen mit Sicherheit einhalten wird. Der Regenbogen dient somit auch als Unterpfand des Friedensbundes Gottes mit der Menschheit3. Da Gott sein Versprechen des Bundes bis heute eingehalten hat, ist der Regenbogen auch ein Zeichen der Bewahrung und Treue Gottes und damit auch ein Zeichen des Trostes.\r\n\r\nInfolge des Opfers von Noah str\u00f6mte der Kreatur ein gro\u00dfer Segen zu. Dieses Opfer ist ein Bild f\u00fcr das Opfer Christi. Christus ist das Opfer, das f\u00fcr Gott einen lieblichen Geruch hatte. Kein anderes Opfer hatte f\u00fcr Gott einen solchen lieblichen Geruch wie das Opfer Jesu Christi. Das Problem der S\u00fcnde konnte durch die Sintflut nicht gel\u00f6st werden. Christus ist aber das liebliche Opfer, dass das S\u00fcndenproblem l\u00f6sen konnte. Er ist das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die S\u00fcnde der Welt (Joh 1,29). Das Opfer der reinen Tiere stehen f\u00fcr ihn. Er ist der Reine, der f\u00fcr die Unreinen geopfert wurde. Christus ist das Brandopfer, das sich f\u00fcr Gott voll und ganz hingab. Christus ist das Opfer, das der Sch\u00f6pfung einen gro\u00dfen Segen erbrachte. Die sieben Zeichen der Rettung, die Noah erfuhr, sind ein Bild f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Rettung, die Gl\u00e4ubige in Christus haben. Der Bund mit Noah ist ein Vorschatten auf den Neuen Bund. Dank dieses Bundes begegnet Gott den Gl\u00e4ubigen nicht mehr als Vernichter und Richter, sondern als Geber des Lebens. Dank dieses Bundes stehen Gl\u00e4ubige nicht mehr in Feindschaft mit Gott, sondern haben Frieden mit Gott. In diesem Bund versichert Gott den Gl\u00e4ubigen nicht nur die Bewahrung vor einer erneuten Sintflut, sondern vor dem zuk\u00fcnftigen ewigen Gericht Gottes. Es verhei\u00dft nicht nur den Erhalt des Lebens auf dieser Welt, sondern das Ewige Leben. Der Neue Bund ist ebenfalls nicht an Bedingungen der Gl\u00e4ubigen gebunden, sondern in dem Blut Christi begr\u00fcndet.\r\n\r\nWie reagieren wir auf diese Gnade? Wer die Gnade Gottes im Herzen verstanden hat, reagiert auf die Gnade Gottes wie Noah: Man bekommt dann einfach den Wunsch, Gott Opfer zu bringen. Dieser Wunsch kommt aus der Dankbarkeit gegen\u00fcber Gottes Gnade. In Psalm 50,14 hei\u00dft es: \u201eOpfere Gott Dank\u201c und ein paar Verse weiter hei\u00dft es: Wer Dank opfert, der preiset mich da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes4 (V.23). Was sind die Opfer des Dankes in deinem und meinem Leben? Gibt es in deinem und meinem Leben Opfer des Dankes? Wenn die Opfer des Dankes in unserem Leben ausbleiben, m\u00fcssen wir uns fragen, ob wir die Gnade Gottes noch richtig verstehen. Folgende Fragen k\u00f6nnen helfen, um das festzustellen:\r\n\r\n1. Was ist die Gnade Gottes in meinen Augen? Ist sie etwas, was mich noch in Erstaunen versetzt, oder etwas Selbstverst\u00e4ndliches geworden? Das radikale Gericht der Sintflut lehrt uns, dass Gottes Gnade alles andere als selbstverst\u00e4ndlich ist.\r\n\r\n2. Wie bitte ich Gott? Auch an der Art und Weise, wie man Gott um etwas bittet, kann man erkennen, wie sehr man Gottes Gnade verstanden hat. Manche stellen an Gott Anspr\u00fcche, als ob Gott einem das geben m\u00fcsse, worum sie bitten. Wer aber so bittet, hat nicht verstanden oder vergessen, was Gnade ist. Das radikale Gericht der Sintflut lehrt uns: Das Einzige, was wir verdient haben, ist das Gericht Gottes. Alles dar\u00fcber hinaus ist Gnade. In Klgl 3,22 hei\u00dft es: Die G\u00fcte des HERRN ist&#8217;s, dass wir nicht gar aus sind. Wir haben \u00fcberhaupt kein Recht, Gott irgendwelche Anspr\u00fcche zu stellen5. Wer Gott gegen\u00fcber m\u00fcrrisch auftritt, weil die Lebensumst\u00e4nde nicht so sind, wie er sich das vorstellt, hat noch nicht verstanden oder vergessen, was Gnade ist. So einer ist unf\u00e4hig, jemals Opfer des Dankes zu bringen.\r\n\r\n3. Was ist mir mehr bewusst: Das, was Gott f\u00fcr mich getan hat, oder das, was ich f\u00fcr Gott getan habe? Wer seine Taten mehr sieht als dass, was Gott f\u00fcr ihn getan hat, hat keinen Wunsch, Gott zu danken. Vielmehr sieht er Gott schuldig darin, ihn zu belohnen.\r\n\r\nIch m\u00f6chte mit dem Beispiel eines Mannes abschlie\u00dfen, der die Gnade Gottes in seinem Leben im Herzen tief verstanden hatte. Es ist das Beispiel des Missionars David Livingstone:\r\n\r\nIm Jahre 1840 ging David Livingstone im Dienste der Londoner Missionsgesellschaft nach Afrika. In Afrika hatten er und seine Familie ein karges und gef\u00e4hrliches Leben gehabt. Seine Familie hatte manchmal nichts anderes zu essen au\u00dfer Heuschrecken, Raupen und Fr\u00f6schen. Einmal wurde Livingstone von einem L\u00f6wen angegriffen und sein linker Arm wurde zerschmettert und ist nie richtig geheilt. Seine Frau hatte in Afrika ihre Gesundheit ruiniert, und sie musste deshalb das Land verlassen. Seine Frau starb &#8211; getrennt von ihrem Mann \u2013 in Armut, als sie nur 42 Jahre alt war. Auch einen Sohn hatte Livingstone in Afrika verloren. Livingstone wurde immer wieder von Hitze, Krankheit, vergifteten Wunden, Hunger, Durst und feindlichen Angriffen geplagt. Er war der erste \u2013 und vielleicht einzige Europ\u00e4er \u2013 der Afrika zu Fu\u00df durchquerte, vom atlantischen bis zum indischen Ozean. Er hat Sklavenhandel bek\u00e4mpft und hat dabei eine Niederlage nach der anderen erlitten.\r\n\r\nEinmal wurde Livingstone gefragt, wie viel Opfer sein Leben als Missionar in Afrika gekostet hatte. Livingstone reagierte, als ob er die Frage nicht verstanden hatte. Er erwiderte: \u201eOpfer? Ich habe in meinem ganzen Leben kein Opfer gebracht.\u201c Und er erl\u00e4uterte, wie er das meinte: \u201eKann man von Opfer sprechen, wenn wir so viel von Gott geschenkt bekommen haben, das wir nie vergelten k\u00f6nnten? (\u2026) Dinge wie Angst, Krankheit, Leiden, Gefahr und ein unbequemes Leben sind wie nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die sp\u00e4ter an uns und durch uns offenbart wird. Ich habe nie ein Opfer gebracht. Das einzige Opfer, von dem man sprechen sollte, ist das gro\u00dfe Opfer dessen, der den himmlischen Thron seines Vaters verlassen hatte, um sich f\u00fcr uns hinzugeben.\u201c\r\n\r\n____________\r\n\r\n1 BR\u00c4UMER, H.: Das erste Buch Mose. Erkl\u00e4rt von Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer, S. 178. SCM R. Brockhaus.\r\n\r\n2 ebd., S. 193.\r\n\r\n3 ebd., S. 192\r\n\r\n4 Dieser Vers macht deutlich, dass f\u00fcr m\u00fcrrische und unzufriedene Menschen Dank die beste Hilfe ist. Gerade dadurch werden sie das \u201eHeil Gottes sehen\u201c \u2013 dies in zweierlei Hinsichten:\r\n\r\n&nbsp;&nbsp; 1. Dankbarkeit \u00f6ffnet ihre Augen daf\u00fcr, dass sie Gottes g\u00fctiges Handeln in ihrem Leben erkennen;\r\n\r\n&nbsp;&nbsp; 2. Dankbarkeit bewirkt, dass der Mensch dem\u00fctig vor Gott tritt. Gerade solchen Menschen kann Gott Gnade geben, dem Hochm\u00fctigen aber widersteht Gott (Jak 1,5; Mk. 7,27-29).\r\n\r\n5 Bitte nicht falsch verstehen: Man darf und soll zwar Gott k\u00fchn bitten. Dies soll aber aus dem Vertrauen an seine G\u00fcte geschehen, nicht aufgrund der Beanspruchung eines vermeintlichen Rechts vor Gott)\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gottes Gnade an allen Lebewesen Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war; und Gott lie\u00df Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen (1.Mose 8,1) Letzte Woche hat sich unsere Gemeinde mit dem Gericht der Sintflut besch\u00e4ftigt. 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