{"id":9786,"date":"2020-07-19T11:00:52","date_gmt":"2020-07-19T09:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9786"},"modified":"2022-11-18T12:19:49","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:49","slug":"predigt-1-mose-31-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-31-7\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 3,1 &#8211; 7"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2020Gen-04_0301-0307-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der S\u00fcndenfall<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und&nbsp; zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">1. Mose 3,6<\/p>\r\nWir haben in den ersten Kapiteln von Genesis erfahren, wie Gott alles wirklich sehr gut gemacht hat. Im Garten Eden lebten die Menschen und Tiere in Frieden miteinander. Aber heute gibt es viel Streit unter den Menschen. Zwischen den V\u00f6lkern gibt es hier und da Krieg. Und selbst in den eigenen vier W\u00e4nden gibt es oft sehr viel Streit. Mama und Papa schimpfen mit den Kindern. Die Kinder streiten untereinander. Oder Papa streitet mit Mama. In der Schule werden manche Kinder so sehr ge\u00e4rgert, dass sie nicht mehr zur Schule wollen. Wie sieht es in der Tierwelt aus? Fr\u00fcher habe ich mir gerne einige Naturfilme angesehen. Da geht es sehr brutal zu. Zum Beispiel knapperten drei L\u00f6wen an einer Giraffe herum. Oder ein Alligator verschlang ein komplettes Reh. In der Wildnis fressen sich Tiere gegenseitig, und zwar bei lebendigem Leibe. Da gibt es keine Gnade. Im Garten Eden gab es keine Leiden und keine Krankheiten. Aber wie ist es heute? Heute gibt es so viele kranke Menschen und Tiere. Es gibt so viel Leiden auf dieser Welt&#8230;Hungersnot, Naturkatastrophen, Corona! usw. Im Garten Eden gab es den Tod nicht einmal. Aber jetzt sterben jeden Tag sehr viele Menschen. Darunter sind auch viele, die ermordet werden. Heute ist die Welt irgendwie ganz anders als im Garten Eden. Und der Grund daf\u00fcr liegt an einem ganz bestimmten Ereignis. Der S\u00fcndenfall von Adam und Eva. Als Adam und Eva von der verbotenen Frucht a\u00dfen, war das keine Kleinigkeit. Es war ein Ereignis, dass die Welt bis heute ver\u00e4ndert hat und zwar ins Negative. Der S\u00fcndenfall von Adam und Eva ist daher die gr\u00f6\u00dfte Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Der heutige Text aus 1. Mo 3 berichtet dar\u00fcber, wie es zu dieser gro\u00dfen Katastrophe gekommen war. Drei Fragen sollen uns hierzu helfen:\r\n1. Was waren die Strategien des Teufels?\r\n2. Was war der Fehler von Adam und Eva?\r\n3. Was war die Folge und die L\u00f6sung f\u00fcr ihre S\u00fcnde?\r\n\r\n<strong>1.&nbsp;Die Strategien des Teufels (V. 1 \u2013 5)<\/strong>\r\nGleich zu Beginn des Textes macht uns Vers 1 auf die List des Teufels aufmerksam. Es ist daher ganz im Interesse des Textes, dass wir uns in den nachfolgenden Versen mit den Strategien des Teufels auseinandersetzen. Schon im Vers 1 finden wir eine b\u00f6se Strategie des Teufels. Es ist eine Frage: \u201eHat Gott wirklich gesagt.\u201c Und wie wir wissen, war das keine echte Frage, wo man etwas wissen will. Es war vielmehr ein Hinterfragen von Gottes Wort. Und wozu sollte dieses Hinterfragen von Gottes Wort dienen? Bislang hatten es Adam und Eva als selbstverst\u00e4ndlich hingenommen: Das, was Gott sagt, ist richtig. Das, was Gott sagt, muss befolgt werden. Dar\u00fcber bestand kein Zweifel. Aber mit dieser Frage des Teufels wurde zum ersten Mal Gottes Wort und damit Gott selbst in Frage gestellt. Gott wird angezweifelt, etwa so: \u201eHat Gott wirklich so Etwas gesagt? Wie kann Gott so etwas sagen? Ist das \u00fcberhaupt von Gott gesagt worden?\u201c Mit dieser Frage wurde das, was Gott sagt, beurteilt und in einem kritischen Licht gestellt. Diese Frage ist eine Strategie des Teufels, die er bis heute anwendet: Wenn Menschen an der Bibel zweifeln, stellen sie dieselbe Frage: \u201eHat Gott wirklich das, was da in der Bibel steht, gesagt? Kann Gott wirklich so etwas gesagt haben? Das ist doch nicht richtig, was da steht \u2013 so etwas kann doch Gott gar nicht gesagt haben\u201c usw. Wir k\u00f6nnen leicht denken, dass dies eine Strategie ist, auf die Ungl\u00e4ubige hereinfallen. Wir hingegen glauben ja, dass die Bibel 100%tig Gottes Wort ist. So kann man leicht denken. Aber in Wirklichkeit ist das nicht so. Hier ein Beispiel: Wir glauben, dass das Wort aus Mt. 6,33 Gottes Wort ist: \u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes, dann wird euch das alles zufallen\u201c. Aber jedes Mal, wenn man sein Anliegen gegen\u00fcber den Anliegen Gottes Priorit\u00e4t gegeben hat, hat man dieses Wort im Grunde genommen in Frage gestellt, etwa so: \u201eStimmt das wirklich, was da steht? Ist das denn wirklich wahr?\u201c\r\nWie der Teufel seine Frage fortsetzt, ist auch sehr bemerkenswert. Er sagte: \u201eVon allen B\u00e4umen des Gartens d\u00fcrft ihr nicht essen?\u201c In Wirklichkeit hatte Gott aber gesagt: \u201eVon jedem Baum des Gartens darfst du essen?\u201c Der Teufel gibt hier also Gottes Wort falsch wieder, indem er das Wort \u201enicht\u201c einbaut. Wozu machte er das? John MacArthur schreibt hierzu: Im Endeffekt sagte Satan: \u201eStimmt es, dass er euch die Freuden dieses Ortes verboten hat? Er scheint nicht wirklich gut und wohlwollend zu sein. Das muss ein Fehler sein.\u201c Er fl\u00f6\u00dfte ihr Zweifel ein, ob sie den Willen Gottes richtig verstanden hatten, und verstellte sich so als ein Engel des Lichts, der sie angeblich zur wahren Erkenntnis f\u00fchren w\u00fcrde.\u201c1 Das ist auch eine Strategie des Teufels, die wir sicherlich auch schon erfahren haben. Wir fragen uns, ob wir Gottes Wort richtig geh\u00f6rt haben oder ob Gott es in Wirklichkeit nicht anders gemeint habe. Nat\u00fcrlich sollen wir sorgf\u00e4ltig mit der Anwendung von Gottes Wort sein. Aber hier ging es um eine Sache, in der Gott ganz klar und unmissverst\u00e4ndlich seinen Willen bezeugt hat. Wozu dann diese Zweifeln?\r\nDie weitere Vorgehensweise des Teufels sehen wir in den Versen 4 und 5. Die Strategie, die der Teufel hier verwendet, ist offensichtlich. Es ist die L\u00fcge. Was wollte er mit diesen L\u00fcgen erreichen? Zuerst sagte der Teufel: \u201eIhr werdet keineswegs des Todes sterben.\u201c Mit anderen Worten bedeutet das: \u201eWenn du Gottes Gebot \u00fcbertrittst, wird das keine Konsequenzen haben. S\u00fcnde ist nicht so schlimm.\u201c Das ist eine L\u00fcge, der unz\u00e4hlige Menschen und auch Gl\u00e4ubige glauben. Aber in Wahrheit ist es ja so: Jede \u00dcbertretung von Gottes Geboten ist S\u00fcnde. Wer von seiner S\u00fcnde nicht abl\u00e4sst, den wird die S\u00fcnde ins Verderben bringen. Und wie schnell kann eine S\u00fcnde zur Gewohnheit werden, sodass man gar nicht so leicht von ihr ablassen kann. Daher ist das Einlassen von S\u00fcnde ein Spiel mit dem Feuer. Doch der Teufel versucht die Konsequenzen der S\u00fcnde zu verharmlosen.\r\nWas der Teufel mit seiner L\u00fcge noch erreichen wollte, sehen wir im Fortgang des Gespr\u00e4chs. Er sagte weiter zu Eva: sondern Gott wei\u00df, an dem Tage da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott\u2026 Der Teufel setzt hier Gott in ein schlechtes Licht. Was die Schlange Eva sagte, war etwa so: \u201eGott hat Angst, dass ihr so sein werdet wie Er. Deswegen d\u00fcrft ihr nicht von diesem Baum essen.\u201c Sie wollte, dass Eva gegen\u00fcber Gott misstrauisch wird. Mit diesen Worten wollte sie die Vertrauensbeziehung zu Gott kaputt machen. Eva sollte daran zweifeln, dass Gott durch und durch gut ist. Und wozu? Wenn sie misstrauisch gegen\u00fcber Gott wird, dann wird sie auch daran zweifeln, dass sein Gebot gut f\u00fcr sie ist. Dass Gott gut ist, nur Gutes tut und es gut mit uns meint, ist die Grundlage daf\u00fcr, mit Gott in einer Vertrauens- und Liebesbeziehung zu leben. Ohne diesen Glauben k\u00f6nnen wir auch nicht glauben, dass Gottes Gebote gut f\u00fcr uns sind. Wir werden sie eher als Einschr\u00e4nkung und Belastung empfinden. Und die S\u00fcnde hingegen als etwas Sch\u00f6nes sehen.\r\nDer Teufel wollte die S\u00fcnde nicht nur verharmlosen, sondern sie Eva auch schmackhaft machen. Er machte das, indem er ihr sozusagen eine Verhei\u00dfung gab. Diese Verhei\u00dfung war: \u201eDu wirst sein wie Gott.\u201c Mit der Gottgleichheit stellte der Teufel Eva viele scheinbar reizvolle Dinge in Aussicht: \u201eDu kannst dein eigener Herr sein. Du kannst tun und lassen, was du willst. Du brauchst nicht mehr in Abh\u00e4ngigkeit zu leben. Du hast keine Grenzen. Du kannst jemand Bedeutenderes und H\u00f6heres sein, du wirst dein Dasein erweitern, du wirst das sehen und wissen, was eigentlich Gott nur wei\u00df usw.\u201c\r\nDer Teufel hatte sozusagen Werbung f\u00fcr den verbotenen Baum gemacht. Er machte die verbotene Frucht so richtig begehrenswert. Im Vers 6 sehen wir, dass die Werbung des Teufels funktioniert hatte. Eva sah nun die Frucht mit anderen Augen: appetitlich, reizend und verlockend. Das Verlockende an der Frucht war f\u00fcr Eva die Tatsache, sie klug zu machen. Und das bedeutete nicht einfach nur der Wunsch, ein bisschen schlauer zu sein. Dieses klug werden bezieht sich ja auf die Erkenntnis von Gut und B\u00f6se. Der Teufel hatte die Erkenntnis von Gut und B\u00f6se gleichgesetzt mit dem Versprechen, Gott gleich zu sein: werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und b\u00f6se\r\nist. Es stimmte schon, dass das Essen der verbotenen Frucht zur Erkenntnis von Gut und B\u00f6se f\u00fchren w\u00fcrde. Aber dass diese Erkenntnis dazu f\u00fchrt, dass sie Gott gleich sein werde, war eine\r\nL\u00fcge. Aber gerade diese L\u00fcge machte die verbotene Frucht f\u00fcr Eva so begehrenswert. Mit der Erkenntnis von Gut und B\u00f6se k\u00f6nne sie wie Gott sein. Unabh\u00e4ngig von Gott, sein eigener Herr, sein Dasein erweitern, auf eine ganz andere Weise sein Leben meistern usw. Es ist das, was die S\u00fcnde in ihrem Wesen beschreibt und es ist auch das, was auch heute noch f\u00fcr so viele Menschen die S\u00fcnde so begehrenswert macht.\r\nAls erst einmal dieses Begehren da war, geschah auch ziemlich bald der Rest. Eva nahm von der Frucht und a\u00df. Eva fiel auf den Teufel rein, wie der Fisch auf den K\u00f6der an einer Angel. Der K\u00f6der ist f\u00fcr den Fisch begehrenswert, aber wenn er erst einmal reingebissen hat, bekommt der Fisch den Haken zu sp\u00fcren und stirbt. Er bekommt im wahrsten Sinne des Wortes zu sp\u00fcren, dass die ganze Sache einen Haken hat. Und dieselbe Erfahrung machten auch Adam und Eva mit der S\u00fcnde.\r\nSoweit erst einmal zu der List und den Strategien des Teufels. Aber wie listig der Teufel auch gewesen war, machte Gott Eva doch daf\u00fcr verantwortlich, dass sie von der Frucht gegessen hatte. Sie wurde zwar verf\u00fchrt, war aber trotzdem schuld. Was hatte sie falsch gemacht? Lasst uns das im zweiten Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Evas Fehler (V. 2, 6)<\/strong>\r\nDie Frage danach, was Eva falsch gemacht hatte, dr\u00e4ngt sich einem umso mehr auf, wenn man denkt, dass Eva nicht einmal das B\u00f6se kannte. Das hei\u00dft, sie h\u00e4tte nicht einmal darauf kommen k\u00f6nnen, dass der Teufel b\u00f6se Absichten hatte. Man kann ihr somit nicht einmal vorwerfen, dass sie von der Schlange nicht einfach weggegangen ist. Das, woran Eva gescheitert war, war der Glaube. Sie glaubte den Worten des Teufels mehr als die Worte von Gott. Dass die Frucht auf einmal in ihren Augen begehrenswert war, zeigt, wie sehr sie dem Teufel geglaubt hatte.\r\nBereits Vers 2 l\u00e4sst ein mangelhaftes Vertrauen von Eva zu Gott andeuten. Sie hatte Gottes Gebot erweitert, indem sie behauptete, dass Gott es auch verboten h\u00e4tte, die Frucht zu ber\u00fchren. Aber das hatte Gott niemals geboten. Es w\u00e4re nicht verkehrt gewesen, wenn Eva es aus Vorsicht beschlossen h\u00e4tte, die Frucht nicht einmal zu ber\u00fchren. Aber indem sie behauptete, dass Gott auch das geboten h\u00e4tte, dr\u00fcckte sie quasi damit aus, dass das, was Gott eigentlich gesagt hat, nicht perfekt sei und eine Erg\u00e4nzung ben\u00f6tige.2\r\nInsgesamt f\u00e4llt auf, wie schnell Eva eingeknickt war. Der Teufel musste ihr nur ein zweites Mal erwidern. Noch krasser war es bei Adam. Eva reichte ihm die Frucht und er a\u00df. Offenbar gab es hier \u00fcberhaupt gar keine Widerrede seitens Adam. Adam und Eva hatten in krasser Weise versagt. Mit dem S\u00fcndenfall stand es jetzt sozusagen 1:0 f\u00fcr den Satan. Aber als Gott von dem Nachkommen sprach, der der Schlange den Kopf zertreten solle (3. Mo 3,15), k\u00fcndigte Gott eine Revanche an. Ein paar Tausend Jahre sp\u00e4ter geschah die \u201eRevanche\u201c. Die Revanche Gottes geschah durch Jesus Christus, als er in der W\u00fcste vom Teufel versucht worden war. Anders als Eva lie\u00df sich Jesus nicht auf eine Diskussion mit dem Teufel ein, sondern sagte immer wieder: Es steht geschrieben (Mt. 4,4.7.10). Im Gegensatz zu Eva konterte Jesus dem Teufel mit einem klaren Glauben auf das Wort Gottes. Nichts anderes hatte sich Gott von Adam und Eva gew\u00fcnscht. Sie wussten zwar nichts von Gut und B\u00f6se, h\u00e4tten aber dem Teufel mit einem klaren Glauben auf Gottes Wort begegnen k\u00f6nnen und sollen. Nichts anderes m\u00f6chte Gott auch von uns. In Epheser 6,17 hei\u00dft es: und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Die Art und Weise wie wir den Versuchungen des Teufels begegnen, ist, ihm durch einen festen Glauben an das Wort Gottes zu kontern.\r\nJesu Sieg gegen den Teufel in der W\u00fcste war eine erste Ank\u00fcndigung auf den endg\u00fcltigen Sieg gegen den Teufel am Kreuz. Am Kreuz brachte Christus dem Teufel die endg\u00fcltige Niederlage ein. In 1. Kor 15,57 hei\u00dft es: Gott aber&nbsp;sei Dank, der&nbsp;uns&nbsp;den&nbsp;Sieg gibt&nbsp;durch unsern Herrn&nbsp;Jesus Christus. Weil Jesus am Kreuz gesiegt hat, ist uns bereits der Sieg gegen den Teufel gegeben. Das Einzige, was der Teufel jetzt noch machen kann, ist, diese Wahrheit durch L\u00fcge zu vertuschen. Unsere Aufgabe ist es, fest an diesen Sieg, der uns in Gottes Wort bezeugt wird, zu glauben. Durch diesen Glauben bekommen wir Zuversicht und Mut, gegen die Anfechtungen des Teufels mit Gottes Wort zu k\u00e4mpfen.\r\nDass Adam und Eva das Gebot Gottes \u00fcbertreten hatten, blieb nicht ohne Folgen. Eine dieser Folgen wollen wir im zweiten Teil der Predigt betrachten.\r\n\r\n<strong>Teil 3: Die Folge der S\u00fcnde (V. 7)<\/strong>\r\nDie unmittelbare Folge ihrer S\u00fcnde erfahren wir in Vers 7. Als Adam und Eva von der Frucht a\u00dfen, kam die gro\u00dfe Ern\u00fcchterung. Ihre Augen wurden nicht f\u00fcr \u00fcberirdische Geheimnisse ge\u00f6ffnet, sondern f\u00fcr ihre eigene Nacktheit. Aber was bedeutet das eigentlich? Wussten sie etwa vorher nicht, dass sie nichts anhaben? Doch sicherlich. Aber es gab einfach nichts zu verbergen. Sie waren rein. Und wenn sie einander ansahen, kamen sie nicht auf b\u00f6se Gedanken. Sie kannten das B\u00f6se ja nicht. Weil es nichts zu verbergen gab, f\u00fchlten sie sich auch nicht nackt. Aber mit der S\u00fcnde wurde alles anders. Nun gab es was zu verbergen, n\u00e4mlich die eigene H\u00e4sslichkeit und Schande aufgrund der S\u00fcnde. Mit der S\u00fcnde kam das Bewusstsein, unvollkommen zu sein. Deswegen f\u00fchlten sich Adam und Eva auch nackt. Mit anderen Worten: Sie f\u00fchlten sich blo\u00dfgestellt. Niemand von uns m\u00f6chte nackt herumlaufen. Und der Grund daf\u00fcr ist ja der, dass wir uns nicht vor den Menschen blo\u00dfstellen wollen.\r\nAdam und Eva machten sich eine Kleidung, um sich zu bedecken. Und das ist, was wir auch bis heute tun. Wir bedecken uns. Das ist auch gut so und von Gott gewollt. Wir bedecken uns aber nicht nur mit Kleidung aus Textil, sondern auch durch unser \u00e4u\u00dferes Verhalten. Grunds\u00e4tzlich bem\u00fchen sich Menschen darum, gut vor den anderen dazustehen. Dass, was wir wirklich denken, und wie es in uns innerlich vorgeht, soll am besten niemand erfahren. Die innere H\u00e4sslichkeit aufgrund der S\u00fcnde soll m\u00f6glichst wenig ans Tageslicht kommen. Und wenn sie in bestimmten Situationen doch rauskommt, dann f\u00fchlt man sich blo\u00dfgestellt. Und was tut man dann? Man bedeckt sich sogleich wieder. Daf\u00fcr gibt es verschiedene Strategien: z.B. man rechtfertigt alles; man wird auf einmal \u00fcbertrieben freundlich oder man f\u00e4ngt an, sich f\u00fcr alles M\u00f6gliche zu entschuldigen usw. Warum tut man das? Ein Grund ist der, dass man bef\u00fcrchtet, abgelehnt zu werden. Menschen sind st\u00e4ndig dabei, sich zu bedecken. In der Seelsorge nannten wir es Ausziehen, wenn ein Mensch dem Seelsorger alles von sich erz\u00e4hlt. Die erste Folge der S\u00fcnde war also die Scham. Adam und Eva versuchten das Problem zu l\u00f6sen, indem sie Kleidung selber machten. Diese selbstgemachte Kleidung brachte aber nur begrenzt etwas. Sie half sich voreinander zu bedecken. Aber wie sah es im Verh\u00e4ltnis zu Gott aus? Im Vers 10 sehen wir, dass sich Adam vor Gott versteckte. Er sagte zu Gott: \u201eDenn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.\u201c Das sagte Adam nachdem er sich eine Kleidung aus Feigenbl\u00e4ttern gemacht hatte. Wieso sagte Adam das? Als Gott in den Garten kam, merkte Adam, dass seine selbstgemachte Kleidung vor Gottes Gegenwart unwirksam ist. Er f\u00fchlte sich vor Gott unbedeckt.\r\nAdam und Eva konnten das Problem der Nacktheit nicht l\u00f6sen. Die L\u00f6sung musste von Gott kommen. Welche L\u00f6sung war das? Im Vers 20 erfahren wir, dass Gott Adam und Eva Kleidung aus Fellen machte und sie ihnen anzog. Hierf\u00fcr mussten Tiere sterben. Dies ist ein Bild auf Christus. Er ist das Lamm Gottes, das sein Leben f\u00fcr uns lassen musste, um uns zu bedecken. Am Kreuz wurde Jesus entbl\u00f6\u00dft, um uns zu bedecken. Seine Gerechtigkeit ist die einzig wahre Bedeckung, die auch vor Gott standh\u00e4lt. Denn wenn wir uns mit Christi Gerechtigkeit identifizieren, k\u00f6nnen wir uns allezeit von Gott tief angenommen wissen. Selbst in Zeiten, wo wir Ablehnung von Menschen erfahren, oder wo wir unser Gesicht verloren haben oder etwas H\u00e4ssliches \u00fcber uns ans Tageslicht gekommen ist. Man kann dann einfach in der Gerechtigkeit Christi ruhen, anstatt irgendwelche Methoden zu entwickeln, um wieder sein Gesicht vor den Menschen herzustellen. Diese Methoden sind genauso unwirksam wie die selbstgemachte Kleidung von Adam und Eva. \u00dcbrigens nicht nur vor Gott unwirksam, auf Dauer auch vor den Menschen. Mit der Zeit merken auch die Menschen die Heuchelei dahinter. Jesu Gerechtigkeit ist das Ende aller Bem\u00fchungen, sich vor den Menschen als gut darzustellen. Seine Gerechtigkeit ist das Ende der Furcht vor Ablehnung. Denn am Kreuz erfuhr Jesus die Abgr\u00fcnde aller Ablehnungen, damit wir uns von Gott tief angenommen wissen k\u00f6nnen.\r\n_____________\r\n1 John Mac Arthur: Studienbibel. Schlachter Version 2000. 2. Auflage 2003. S. 53. CLV.\r\n2 Es k\u00f6nnte auch sein, dass Adam Eva das Gebot so gelehrt hatte (Eva wurde erst nach der\r\nEinsetzung des Gebots erschaffen, vgl. 1. Mo 2, 16-18). Dann w\u00fcrde die Erweiterung des\r\nGebots eher auf ein mangelhaftes Vertrauen von Adam gegen\u00fcber Gottes Wort schlie\u00dfen.\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der S\u00fcndenfall \u201eUnd ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und&nbsp; zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.\u201c 1. Mose 3,6 Wir haben in den ersten Kapiteln von Genesis erfahren, wie Gott alles wirklich sehr gut gemacht hat. 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