{"id":9780,"date":"2020-08-02T11:00:30","date_gmt":"2020-08-02T09:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9780"},"modified":"2022-11-18T12:19:47","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:47","slug":"fragebogen-1-mose-41-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/fragebogen-1-mose-41-16\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 4,1 &#8211; 16"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2020Gen-05_0401-0416-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Du aber herrsche \u00fcber sie<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIst\u2019s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor er T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen, du aber herrsche \u00fcber sie.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 4,7)<\/p>\r\nLetzte Woche haben wir die unmittelbaren Folgen der S\u00fcnde der ersten Menschen betrachtet. Als sie Gottes Gebot brachen und von dem verbotenen Baum a\u00dfen, wurden sie nicht allwissend wie Gott, sondern von Schamgef\u00fchl und Schuld erf\u00fcllt. Durch ihre S\u00fcnde verloren sie ihre von Liebe und Vertrauen gepr\u00e4gte Beziehung zu Gott und versteckten sich vor ihm aus Angst. Ihre liebevolle Beziehung untereinander wurde durch Scham und Schuldzuweisungen vergiftet. Als Strafe f\u00fcr ihre S\u00fcnde wurde Gottes Segen, m\u00fchelos Kinder bekommen und als Verwalter des Gartens Gott dienen zu k\u00f6nnen, beschnitten bzw. zur\u00fcckgenommen. Sie mussten das Paradies verlassen und ihr Leben lang hart arbeiten, bis sie sterben w\u00fcrden.\r\n\r\nIm heutigen Text erfahren wir, wie sich die S\u00fcnde weiter ausgewirkt und schon in der n\u00e4chsten Generation zu Gottlosigkeit, Hass und Mord gef\u00fchrt hat. Der Text enth\u00e4lt aber auch eine gute Botschaft. Lasst uns am Beispiel von Kain die Lage des Menschen unter der S\u00fcnde neu begreifen. Lasst uns auch die gute Botschaft im Text entdecken und sie beherzigen!\r\n\r\nBetrachten wir den Vers 1: \u201eUnd Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mithilfe des Herrn.\u201c Gott hatte den Segen der Fruchtbarkeit f\u00fcr die Frau eingeschr\u00e4nkt, aber nicht weggenommen. Eva wurde schwanger und gebar einen Sohn und nannte ihn Kain. Ihr Bekenntnis nach der Geburt: \u201eIch habe einen Mann gewonnen mithilfe des Herrn\u201c, zeigen Evas Dankbarkeit gegen\u00fcber Gott; Kain bedeutet \u201ebekommen\u201c oder \u201egewonnen\u201c. Ihre Dankbarkeit wird noch verst\u00e4ndlicher wird, wenn wir bedenken, dass sie als erste Frau in der Geschichte ein Kind zur Welt gebracht hat. Manche Ausleger sehen in Evas Bekenntnis aber auch die Hoffnung angedeutet, dass ihr Sohn der verhei\u00dfene Nachkomme w\u00e4re, der der Schlange den Kopf zertreten und sie von ihrem Schicksal unter der S\u00fcnde befreien w\u00fcrde. Aber das war nicht der Fall. Danach gebar Eva einen weiteren Sohn und nannte ihn Abel, was \u201eHauch\u201c oder \u201eNichtigkeit\u201c bedeutet. Dieser Name dr\u00fcckt ihre Entt\u00e4uschung und ihre Verzweiflung \u00fcber die Nichtigkeit ihres Lebens aus, nachdem sie das Paradies verlassen hatten. Abel wurde ein Schafhirte und Kain ein Ackerbauer.\r\n\r\nWas wir von ihrem Leben erfahren, ist ein ganz bestimmtes, tragisches Ereignis. Betrachten wir die Verse 3 und 4a: \u201eEs begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem Herrn Opfer brachte von den Fr\u00fcchten des Feldes. Und Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett.\u201c Kain und Abel brachten Gott Opfer. Wir erfahren nicht, wie sie darauf kamen, Gott ein Opfer zu bringen. Wenn wir den Text weiter betrachten, sehen wir, dass Gott ihre Opfer ernst nahm und darauf antwortete. Daraus k\u00f6nnen wir schlie\u00dfen, dass Gott selbst den Menschen irgendwie offenbart hatte, dass sie durch Opfer zu ihm kommen konnten. Schon als Adam und Eva sich gegen Gott vers\u00fcndigt hatten, machte Gott ihnen Kleider aus Fellen und zog sie ihnen an. Daf\u00fcr musste das Blut unschuldiger Tiere vergossen werden. Dadurch m\u00fcssen wurde das Prinzip sichtbar, dass der Mensch nach dem S\u00fcndenfall durch das Blut von Tieren vor Gott stehen konnte.\r\n\r\nWenn wir den den Text genau betrachten, k\u00f6nnen wir einen Unterschied in der Qualit\u00e4t ihrer Opfer feststellen. W\u00e4hrend Kain \u201evon den Fr\u00fcchten des Feldes\u201c darbrachte, opferte Abel Gott \u201evon den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett\u201c. Kain brachte irgendwelche Feldfr\u00fcchte. Aber Abel w\u00e4hlte die besten Tiere und opferte sie und das Fett. Au\u00dferdem ber\u00fccksichtigte er bei seinem Opfer, was Gott durch das T\u00f6ten der Tiere seinen Eltern offenbart hatte.\r\n\r\nWie betrachtete Gott jeden von ihnen und ihre Opfer? Die Verse 4b und 5a sagen: \u201eUnd der Herr sah gn\u00e4dig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gn\u00e4dig an.\u201c Gott nahm Abel und sein Opfer an, aber Kain und sein Opfer nicht. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Gott Kain willk\u00fcrlich diskriminiert h\u00e4tte. Aber das ist nicht wahr. Hebr\u00e4er 11,4a sagt: \u201eDurch den Glauben hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain; deshalb wurde ihm bezeugt, dass er gerecht sei, da Gott selbst es \u00fcber seinen Gaben bezeugte.\u201c Abels Opfer war besser als Kains, nicht nur, weil Abel durch das Blut des Opfers zu Gott kam, sondern weil er durch pers\u00f6nlichen Glauben zu Gott kam. Vor dem heiligen Gott sind ausnahmslos alle Menschen S\u00fcnder. Auch Kain und Abel konnten ohne S\u00fcndenvergebung nicht vor Gott stehen. Als Abel mit seinem Opfer zu Gott kam, glaubte er, dass Gott ihn annehmen und ihm vergeben w\u00fcrde, nicht durch seine Gerechtigkeit, sondern durch das f\u00fcr seine S\u00fcnde vergossene Blut. Er vertraute auf Gottes Erbarmen. Deshalb sah Gott ihn und sein Opfer gn\u00e4dig an und bezeugte, dass Abel durch Gottes Vergebung gerecht war. Gott konnte Kain und sein Opfer nicht gn\u00e4dig ansehen, weil er bei Kain solchen Glauben offenbar nicht finden konnte.\r\n\r\nWie reagierte Kain? Vers 5b berichtet: \u201eDa ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.\u201c Die Tatsache, dass Gott sein Opfer nicht gn\u00e4dig ansah, war eigentlich eine Botschaft Gottes an ihn. Es war f\u00fcr Kain eine Gelegenheit, \u00fcber sich selbst, sein Leben und seine Haltung gegen\u00fcber Gott nachzudenken. Dadurch sollte er sich selbst vor Gott erkennen, von seinem von Gott entfernten Leben umkehren und seine Beziehung zu Gott erneuern. Doch stattdessen ergrimmte Kain und senkte finster seinen Blick. Das verr\u00e4t, dass es in ihm s\u00fcndige Gef\u00fchle wie Neid, Zorn und Hass gab. Anstatt dass er den Fehler bei sich selbst suchte und seine verkehrte Haltung gegen\u00fcber Gott erkannte, dachte er offenbar, dass Gott ungerecht sei. Aber Gott ist heilig und gerecht, und er hatte nach seiner absoluten Souver\u00e4nit\u00e4t gehandelt. Das Problem war, dass Kain es ablehnte, die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes anzuerkennen. In seiner Haltung war Rebellion und keine Gottesfurcht zu sehen. Gott muss ihn schon seit langem mit Geduld ertragen und ihm schon mehrfach Gelegenheiten zur Umkehr gegeben haben. Als Kain auf Gottes Handeln hin nun ergrimmte und Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t ablehnte, h\u00e4tte Gott ihn aufgeben und f\u00fcr immer bestrafen k\u00f6nnen. Aber Gott behandelte sogar diesen Mann weiter mit g\u00f6ttlicher Geduld und Liebe. Gott ging ihm nach und sprach ihn an: \u201eWarum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist&#8217;s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben.\u201c Gott wollte Kain nicht in seinem dunklen Zustand lassen und ihn in sein Ungl\u00fcck rennen lassen. Gott sprach ihn an, damit er sich selbst pr\u00fcfen und erkennen konnte, dass er nicht fromm war. Er sollte von seiner stolzen Haltung Gott gegen\u00fcber und von seinem Zorn auf seinen Bruder umkehren. Gott forderte ihn indirekt dazu auf, fromm zu sein.\r\n\r\nDabei warnte Gott ihn klar vor der S\u00fcnde: \u201eBist du aber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor der T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche \u00fcber sie.\u201c Die S\u00fcnde ist hier wie ein br\u00fcllender L\u00f6we beschrieben, der seine Beute packen, zerrei\u00dfen und fressen will. Als Gott sagte: \u201edu aber herrsche \u00fcber sie\u201c (7b), gab Gott ihm daf\u00fcr die entscheidende Anweisung. Kain sollte \u00fcber die S\u00fcnde herrschen, die darauf lauerte, sein Herz zu erobern, sonst w\u00fcrde er selbst von ihr beherrscht werden. F\u00fcr ihn war es unbedingt n\u00f6tig, dass er auf Gottes Ermahnung h\u00f6rt.\r\n\r\nWie handelte Kain aber, nachdem er Gottes Wort geh\u00f6rt hatte? Vers 8 berichtet: \u201eDa sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.\u201c Kain ignorierte Gottes Warnung v\u00f6llig. Er lockte Abel aufs Feld und schlug ihn tot. Kain brachte Abel vors\u00e4tzlich und hinterlistig um, obwohl er sein eigener Bruder war. Alles hatte klein angefangen, n\u00e4mlich mit dem Gef\u00fchl von Neid und Zorn. Solche Gef\u00fchle m\u00fcssen einen Menschen nicht zwingend zu einem Mord treiben. Aber weil Kain nicht \u00fcber sein s\u00fcndiges Gef\u00fchl herrschte, wurde er schnell von von der S\u00fcnde beherrscht.\r\n\r\nWie behandelte Gott Kain? Eigentlich hatte Kain mit seinem vors\u00e4tzlichen Mord die Todesstrafe verdient. Aber stattdessen kam Gott noch einmal zu ihm. Gott fragte ihn: \u201eWo ist dein Bruder Abel?\u201c (9a) Nat\u00fcrlich wusste Gott, was passiert war. Aber Gott gab ihm mit dieser Frage die Gelegenheit, seine S\u00fcnde vor Gott zu bekennen. Das w\u00e4re der erste Schritt zur Bu\u00dfe gewesen. Aber Kain antwortete: \u201eIch wei\u00df nicht; soll ich meines Bruders H\u00fcter sein?\u201c (9b) Kains Antwort enth\u00fcllt seine freche Haltung gegen\u00fcber Gott. Sie zeigt auch seine gleichg\u00fcltige Haltung gegen\u00fcber seinem Bruder. Hier erkennen wir, wie gottlos Kain geworden war! Er weigerte sich Bu\u00dfe zu tun und war nicht einmal bereit, seine Tat vor dem lebendigen Gott zuzugeben.\r\n\r\nAber Gott war keineswegs hilflos. Gott sagte zu Kain: \u201eWas hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.\u201c Gott konfrontierte ihn mit der Wahrheit. Gott hatte alles gesehen. Gott \u00fcbersieht insbesondere unschuldig vergossenes Blut nicht. Da Kain seinen Bruder ermordet hatte und nicht bereit war, davon umzukehren, bestrafte Gott ihn: \u201eVerflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen H\u00e4nden empfangen. Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und fl\u00fcchtig sollst du sein auf Erden\u201c (11.22). Gottes Strafe war f\u00fcr so einen M\u00f6rder mild. Aber Kain klagte trotzdem \u00fcber seine Strafe: \u201eMeine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie tragen k\u00f6nnte. Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und fl\u00fcchtig sein auf Erden. So wird mir&#8217;s gehen, dass mich totschl\u00e4gt, wer mich findet\u201c (13.14). Das zeigt etwas \u00fcber Kains Innerlichkeit. Nachdem er seinen Bruder get\u00f6tet hatte, kam ganz unerwartet in ihm die Angst auf, dass ihn nun jeder, der ihn sieht, umbringen k\u00f6nnten. Seine Seele wurde von Todesangst gequ\u00e4lt.\r\nObwohl Kain wirklich so sehr gegen Gott s\u00fcndigte, ging Gott auf sein Anliegen ein und sagte: \u201eNein, sondern wer Kain totschl\u00e4gt, das soll siebenf\u00e4ltig ger\u00e4cht werden.\u201c Gott machte an Kain ein Zeichen, durch das jeder verstehen konnte, dass ihn niemand erschlagen durfte. Gott hasste Kains S\u00fcnde, aber Gott liebte Kain und zeigte Mitleid mit ihm. Aber auch das konnte Kain nicht dazu bewegen, zu Gott umzukehren. Vers 16 sagt: \u201eSo ging Kain hinweg von dem Angesicht des Herrn und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.\u201c Kain blieb bei seiner Haltung, Gott und ein Leben unter seiner Herrschaft abzulehnen. Er zeigte weder Reue f\u00fcr seinen Mord noch Dankbarkeit f\u00fcr Gottes Erbarmen mit ihm. Es hei\u00dft nicht nur, dass er ins Land Nod zog (\u201eWandern\u201c), sondern dass er vom Angesicht des Herrn hinwegging. Das hei\u00dft, dass er Gott verlie\u00df und Schritte machte, um als Atheist zu leben.\r\n\r\nDie Bibel beschreibt uns mit Kain eine Art Prototyp eines S\u00fcnders, der Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber sich ablehnt, der nicht auf Gott h\u00f6ren wollte und dessen ganzes Leben deshalb von der S\u00fcnde beherrscht und gezeichnet wurde. Wenn wir n\u00e4chste Woche auch den n\u00e4chsten Abschnitt betrachten, sehen wir, dass nicht nur Kain selbst, sondern auch seine Nachkommen auf diese Weise von Gott getrennt \u2013 gott-los \u2013 lebten. In diesem Sinn ist Kains Geschichte eine traurige und entmutigende Geschichte. Tats\u00e4chlich ist Kain aber ein Beispiel f\u00fcr die Mehrheit der modernen Menschen, die Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber ihr Leben ablehnen und sogar seine Existenz leugnen und nicht bereit sind, auf sein Wort zu h\u00f6ren. Sie basteln sich ein eigenes Lebenskonzept und wandern innerlich ruhelos auf dieser Welt umher, auch wenn sie sich H\u00e4user bauen und so versuchen, ihr Leben irgendwie abzusichern. Ohne Gottes Wort haben sie keine Kraft, um \u00fcber die s\u00fcndige Gedanken und Neigungen in ihrem Herzen ausreichend zu herrschen. Auch wenn die meisten durch die Moral krasse Gewalttaten wie Mord in ihrem Leben vermeiden k\u00f6nnen, leiden viele im Herzen unter Begierden, Neid, Hass und Bitterkeit, und machen gewollt oder ungewollt anderen das Leben schwer. Viele k\u00f6nnen ihre Aggressionen nicht unterdr\u00fccken und zerst\u00f6ren Beziehungen zu ihren N\u00e4chsten oder sogar ihr Leben.\r\n\r\nAber in dieser Geschichte gibt es auch eine gute Nachricht: Gott ging Kain nach. Obwohl Gott sah, wie schlimm Kains Herzenshaltung war, wollte Gott ihn nicht einfach in die S\u00fcnde laufen lassen. Gott ging ihm nach und sprach ihn mehrmals an, damit er die Gelegenheit bekam, seine Beziehung zu Gott als verkehrt zu erkennen und zu Gott umzukehren. Gott wollte verhindern, dass die S\u00fcnde mit ihrer ganzen Wucht in Kains Herz eindringt und sein Leben elend macht. Gott sagte durch den Propheten Hesekiel: \u201eSo wahr ich lebe, spricht Gott der Herr: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe\u201c (Hes 33,11a). Gott geht den s\u00fcndigen Menschen nach und spricht sie an, um sie zur Umkehr zu bewegen. Das ist eine gute Nachricht.\r\n\r\nGott ist auch uns nachgegangen. Er hat uns angesprochen, als wir in ganz verkehrten Gedanken ganz verkehrt lebten und fern von ihm waren. Er geht uns auch heute noch nach. Er spricht uns an, um uns auf unser geistliches Problem aufmerksam zu machen und uns zu helfen, f\u00fcr unsere S\u00fcnde Bu\u00dfe zu tun und unsere Beziehung zu ihm zu erneuern. Auch wenn wir an Jesus glauben, sind wir immer noch anf\u00e4llig f\u00fcr S\u00fcnde. Wir k\u00f6nnen uns uns immer wieder dabei ertappen, dass wir andere beneiden, dass wir Dinge oder Menschen begehren, oder dass wir sogar so hochm\u00fctig und rebellisch sind, dass wir nicht auf Gott h\u00f6ren, zum Beispiel dann, wenn unser Leben gar nicht nach unseren Erwartungen l\u00e4uft. Gerade in Krisenzeiten oder Anfechtungen zeigt sich, inwieweit es uns wirklich um Gott geht und wie viel immer noch um uns selbst; dann zeigt sich, inwieweit wir in uns immer noch den Wunsch haben, \u00fcber unser Leben selbst zu bestimmen und so zu leben, wie wir wollen, statt nur nach Gottes Willen und f\u00fcr seinen Namen zu leben. Aber was unsere Lage auch sein mag, was auch gerade droht, unser Herz zu erobern, Neid, Zorn, Wut, Frustration oder Rebellion \u2013 Gott geht uns nach und spricht uns an. Gott will verhindern, dass die S\u00fcnde unser Herz erobert und es beherrscht und uns von ihm trennt und unser Leben elend macht. Gott will, dass auch wir \u00fcber die S\u00fcnde herrschen, damit wir weiter Gott und seinem Willen folgen k\u00f6nnen.\r\n\r\nUnd hier kommt ein gro\u00dfer Unterschied zur Geschichte von Kain. Gott gibt uns nicht nur eine Ermahnung wie dem Kain. Wenn Gott zu uns sagt: \u201eDu aber herrsche \u00fcber sie\u201c, hat seine Aufforderung eine viel bessere, st\u00e4rkere Grundlage. Denn Gott hat uns das ganze Evangelium gegeben, das die Kraft hat, das Problem unserer S\u00fcnde in unserem Herzen bei der Wurzel zu packen und uns von dem s\u00fcndigen Verlangen zu reinigen. Denn Gott gab uns seinen Sohn, der all unsere Bosheit und S\u00fcnde auf sich genommen und am Kreuz daf\u00fcr bezahlt hat, um uns von allem falschen und b\u00f6sen Verlangen in uns zu reinigen und uns zu bef\u00e4higen, ihm nachzufolgen! Gottes Wort an Kain hatte schon genug Kraft, um ihn davon abzuhalten, aus Neid und Hass seinen Bruder umzubringen, wenn Kain das Wort im Herzen angenommen h\u00e4tte. Aber Gottes Wort vom Evangelium hat noch viel mehr Kraft. Wenn wir, gerade in Zeiten der Anfechtung, darauf h\u00f6ren und auf Jesus sehen, der unsere S\u00fcnde auf sich genommen und am Kreuz bezahlt hat, werden wir von allem s\u00fcndigen Verlangen frei und bekommen die Kraft, Jesus mit Dankbarkit, Freud und Kraft nachzufolgen. Dazu ist es entscheidend, dass wir auf Gottes Wort h\u00f6ren. M\u00f6ge Gott uns helfen, immer auf Gottes liebevolle Ermahnung zu h\u00f6ren, unseren Blick auf Jesus am Kreuz zu lenken und ihm zu folgen, damit wir \u00fcber die S\u00fcnde herrschen und Jesus und seine heilsame und rettende Kraft neu und immer tiefer erleben k\u00f6nnen! M\u00f6ge Gott uns helfen, anderen die in Not sind, nicht nur mit menschlichen Worten, sondern mit Gottes Wort zu helfen, damit sie in der Krise nicht fallen, sondern Gott und seine tief umgreifende Hilfe erfahren k\u00f6nnen! Amen!\r\n\r\nLesen wir noch einmal das Leitwort: \u201eIst\u2019s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor der T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen, du aber herrsche \u00fcber sie.\u201c\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Du aber herrsche \u00fcber sie \u201eIst\u2019s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor er T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen, du aber herrsche \u00fcber sie.\u201c (1. 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