{"id":9751,"date":"2020-07-12T11:00:21","date_gmt":"2020-07-12T09:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9751"},"modified":"2022-11-18T12:19:49","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:49","slug":"predigt-1-mose-24-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-24-25\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 2,4 &#8211; 25"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/2020Gen-03_0204-0225-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gott machte das Paradies<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 2,8)<\/p>\r\nIn Kap. 1 haben wir erfahren, wie Gott am Anfang Himmel und Erde schuf und wie er in sechs Tagen aus einer chaotischen Erde eine sch\u00f6ne Welt voller Leben schuf, in der alles sehr gut war. Letzte Woche haben wir geh\u00f6rt, dass Gott am siebten Tag ruhte und diesen Tag segnete und heiligte. Damit schenkte Gott uns Menschen einen Ruhetag in der Woche und wies auch auf die ewige Ruhe hin, die er f\u00fcr seine Sch\u00f6pfung vorgesehen hat. Unser heutiger Text berichtet gezielt \u00fcber die Erschaffung des Menschen und dar\u00fcber, was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Umgebung Gott f\u00fcr den Menschen schuf. Dabei verzichtet der Verfasser bewusst darauf, die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge zu berichten, da er sich ganz darauf konzentriert, wie Gott den Menschen machte und wie er die Umgebung f\u00fcr ein gl\u00fcckliches Leben des Menschen schuf. Lasst uns heute Gottes Werk f\u00fcr den Menschen kennenlernen!\r\n\r\nDer Text beginnt mit einer \u00dcberleitung vom Bericht \u00fcber die gesamte Sch\u00f6pfung in Kap. 1. Die Verse 5 und 6 sagen, dass die Str\u00e4ucher auf dem Felde noch nicht auf Erden waren und all das Kraut auf dem war noch nicht gewachsen war, weil Gott es noch nicht hatte regnen lassen. Nur ein Nebel stieg von der Erde auf und befeuchtete das ganze Land. Und dann kommt der Text schon zum Thema, indem er sagt, dass es noch keinen Menschen gab, der das Land bebaute.\r\nVers 7 sagt: \u201eDa machte Gott der Herr den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.\u201c Gott bildete den Menschen aus Staub von der Erde, einem Stoff, der an sich geringen Wert hat, und blies ihm den Odem des Lebens in die Nase. \u201eLebendiges Wesen\u201c (hebr\u00e4isch: n\u00e4f\u00e4sch) bedeutet, dass der Mensch lebendig ist wie das leben\u00addige Getier im Wasser, die V\u00f6gel unter dem Himmel (1,20) und das lebendige Getier auf Erden (1,24). Als eine biologische Einheit un\u00adter\u00adscheidet sich der Mensch also in dieser Hinsicht nicht von den Tieren. Aus materieller Sicht besteht ein Mensch aus einer Reihe von chemischen Ele\u00admen\u00adten und viel Wasser und ist nicht viel wert.\r\n\r\nAber dass der Mensch aus Staub von der Erde ge\u00admacht wurde, ist nicht alles, was ihn aus\u00admacht. Denn unter allen Lebewesen erhob Gott einzig und allein den Menschen, indem er ihn nahm und ihm den Odem des Lebens in die Nase blies. Dieses Handeln Gottes war sehr demon\u00adstrativ. Das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr Odem bedeutet auch Geist; und der Geist ist es, der den Menschen das wahre und ewige Leben verleiht. Erst nachdem Gott dem Menschen den Odem des Lebens in seine Nase geblasen hat, hei\u00dft es: \u201eUnd so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.\u201c Das Leben des Menschen ist also doch von anderer Qualit\u00e4t als das der Tiere. W\u00e4hrend das Bild Gottes in Kapitel 1,27 sich auf Gottes Eigenschaften in den Menschen bezieht, bezieht sich der Odem auf das Leben Gottes im Menschen. Die Tatsache, dass Gott dem Menschen den Odem des Lebens eingehaucht hat, sagt zwar nicht direkt, dass der Mensch ein Wesen f\u00fcr das ewige Leben ist. Im Hinblick darauf, dass Gott danach im Garten den Baum des Lebens pflanzte und im Zusammenhang mit der ganzen Bibel k\u00f6nnen wir erkennen, dass Gott dem Men\u00adschen von Anfang an das ewige Leben zugedacht hat.\r\n\r\nDer Mensch, den Gott auf diese Weise geschaffen hat, hat physische Bed\u00fcrfnisse wie essen, schlafen, sich ausruhen usw. Er hat aber auch das Bed\u00fcrfnis nach einer pers\u00f6nlichen Beziehung zu Gott und nach Gemeinschaft mit ihm. Unsere Seele sehnt sich nach seiner Gemeinschaft, wie ein Psalmist ausrief: \u201eWie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele d\u00fcrstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott\u201c (Ps 42,2.3). Obwohl sich die meisten Menschen in ihrem Leben vor allem auf ihre physischen Bed\u00fcrfnisse und ihr Bed\u00fcrfnis nach Anerkennung und Selbst\u00adent\u00adfaltung konzentrieren, sollen wir unser Leben auf einer geistlichen Ebene f\u00fchren. Denn der Mensch ist ein Wesen, das von Anfang an f\u00fcr eine pers\u00f6nliche Beziehung zu Gott gedacht war und das durch diese Beziehung leben soll.\r\n\r\nWas f\u00fcr eine Umgebung bereitete Gott f\u00fcr den Menschen vor? Betrachten wir Vers 8. Der Verfasser berichtet: \u201eUnd Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.\u201c Gott bereitete in Eden einen wunder\u00adsch\u00f6nen Garten als ideale Lebensumgebung f\u00fcr den Menschen vor, damit er dort voller Freude leben sollte. Das Wort \u201eEden\u201c bedeutet Freude. Dieser Garten wird wegen seiner Sch\u00f6nheit auch \u201eParadies\u201c genannt, aus dem persischen abgeleitet, wo es besonders sch\u00f6ne G\u00e4rten gab. In diesem Garten sollte der Mensch den vollen Segen Gottes genie\u00dfen und alles haben, was er braucht, um gl\u00fcck\u00adlich zu sein. In diesem Werk Gottes zeigt sich seine gro\u00dfe Liebe zu uns Menschen.\r\n\r\nWie sah dieses Paradies aus? Betrachten wir die Verse 9-14. Gott lie\u00df aus der Erde allerlei B\u00e4ume aufwachsen, die viele verschiedene Sorten von Fr\u00fcchten trugen, die alle \u201egut zu essen\u201c, also lecker und nahr\u00adhaft waren. Der Mensch konnte jederzeit etwas essen, wenn er Hunger hatte, und konnte spontan w\u00e4hlen, was gerade wollte. Gott achtete auch auf das Sch\u00f6nheitsgef\u00fchl des Menschen. Darum waren die B\u00e4ume und ihre Fr\u00fcchte auch verlockend anzusehen. Au\u00dferdem lie\u00df Gott mitten im Garten besondere B\u00e4ume aufwachsen, n\u00e4mlich den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen. Es ging auch ein Strom von Eden aus und bew\u00e4sserte den Garten. Er f\u00fchrte so viel Wasser, dass sich er sich in vier Hauptarme teilte. Der erste hie\u00df Pischon und floss um das ganze Land Hawila; dort konnte man kostbares Gold und interessante Edelsteine finden. Der zweite Strom hie\u00df Gihon und floss um das ganze Land Kusch. W\u00e4hrend uns diese zwei Str\u00f6me unbekannt sind, war der dritte Strom der bekannte Tigris, der \u00f6stlich von Assyrien flie\u00dft, und der vierte der Euphrat. Dieser Strom zeigt sinnbildlich den Strom des Segens, der st\u00e4ndig durchs Paradies floss. Die Tatsache, dass dieser Strom sich von dort verbreiteten, deutet an, dass Gott seinen Segen vom Paradies aus auf die ganze Erde ausbreiten wollte. Wie gerne w\u00fcrden wir im Paradies leben!\r\n\r\nWas tat Gott weiter f\u00fcr das Gl\u00fcck des Menschen? Vers 15 sagt: \u201eUnd Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.\u201c Gott gab dem Menschen \u2013auf den ersten Blick vielleicht erstaunlich \u2013 eine Aufgabe. Das Paradies war kein Ort wie das so genannte Schlaraffenland, wo man nichts tut und isst. Der Mensch sollte den Garten bebauen und ihn auch bewahren. Gott wollte, dass der Mensch seinen Verstand, Willen und Kraft f\u00fcr die Aufgabe Gottes einsetzt und sie erf\u00fcllt. Schon gleich nach der Erschaffung hatte Gott den Menschen mit den Worten gesegnet: \u201eUnd Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber das Vieh und \u00fcber alles Getier, das auf Erden kriecht\u201c (1,28). Diese Aufgabe erhob den Menschen unter allen Gesch\u00f6pfen. Gott wollte, dass der Mensch den Garten und letztlich die ganze Erde an seiner Stelle verwaltet. Der Mensch ist auf der Erde Gottes Stellvertreter und sein Bevoll\u00adm\u00e4ch\u00adtigter, der in seinem Auftrag die Sch\u00f6pfung verwalten soll. Die Aufgabe, den Garten zu bebauen und zu bewahren, k\u00f6nnen wir als eine Konkretisierung des Auftrags in Kapitel 1,28 verstehen. Hier k\u00f6nnen wir erkennen, dass Gott uns Menschen von Anfang eine Aufgabe zugedacht hatte, und dass Gottes Aufgabe f\u00fcr uns ein Segen ist.\r\n\r\nNach dem S\u00fcndenfall wurde dem Menschen anstatt der Aufgabe von Gott die Arbeit ums \u00dcberleben auferlegt: \u201e&#8230; Mit M\u00fchsal sollst du dich von ihm n\u00e4hren dein Leben lang &#8230; Im Schwei\u00dfe deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist &#8230;\u201d (3,17b.19a). Seitdem muss der Mensch in der harten Realit\u00e4t ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen und muss seine Kraft f\u00fcr verschiedene Arten von Arbeit verbrauchen. Dieser Kampf verzehrt nicht nur unsere Kraft und Lebenszeit, sondern ist letztlich sinnlos. Denn auch wenn wir dabei gewissen Erfolg haben, wei\u00df jeder, dass alle Errungenschaften letztendlich sinnlos sind, weil wir wieder zu Erde werden. Gott helfe jedem von uns, seinen Willen und seine Aufgabe neu zu erkennen und daf\u00fcr zu leben.\r\n\r\nBetrachten wir die Verse 16 und 17. Gott der Herr gebot dem Menschen: \u201eDu darfst essen von allen B\u00e4umen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.\u201c Durch das Gebot gab Gott dem Menschen ein riesiege Freiheit. Der Mensch durfte von allen B\u00e4umen im riesigen Garten essen, auch von dem Baum des Lebens. Aber Gott verbot ihm, von dem Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen zu essen, der mit dem Baum des Lebens mitten im Garten stand. Durch diese eine Einschr\u00e4nkung zog Gott eine Grenze, durch die Gott Gott blieb und der Mensch ein Gesch\u00f6pf Gottes, das unter ihm steht, und damit der Mensch dies fest im Bewusstsein behielt. Gott warnte den Menschen vor der ernsten Folge des Ungehorsams gegen\u00fcber dem Gebot, indem er sagte: \u201e&#8230; musst du des Todes sterben.\u201c\r\n\r\nViele betrachten Gottes Gebote als etwas Negatives und reagieren schon auf die Worte \u201eGebot\u201c oder \u201eGehorsam\u201c wie allergisch. Aber Gottes Gebot war f\u00fcr das wahre Gl\u00fcck des Menschen notwendig. Der Mensch hat ohne Gottes Gebot keine richtige Orientierung daf\u00fcr, wie seine unbegrenzte Freiheit gebrauchen soll. Aber Gottes Gebot schenkt ihm Orientierung. Es erm\u00f6glicht, dass die Menschen in einer Beziehung zu dem heiligen Gott leben k\u00f6nnen. Ohne dieses Gebot w\u00e4re kein Zusammenleben zwischen Gott und dem Menschen m\u00f6glich gewesen und der Garten w\u00e4re nicht mehr als ein sch\u00f6ner Garten gewesen. Ohne die Gegenwart Gottes h\u00e4tte der Mensch im Garten nie gl\u00fccklich sein k\u00f6nnen, so wie ein Kind ohne Eltern nicht gl\u00fccklich sein kann, auch wenn es viel Essen und Spielzeug hat. Aber der Garten war das wahre Paradies, weil der lebendige Gott durch dieses Gebot mitten im Gartens gegenw\u00e4rtig war und der Mensch dort mit ihm Gemeinschaft haben konnte. Gott hat uns seine Worte in der Bibel gegeben, damit wir dadurch ihn, seine Liebe zu uns und seinen Willen begreifen und unsere Freiheit richtig gebrauchen k\u00f6nnen. Wenn wir Gottes Worte annehmen und sie beherzigen, k\u00f6nnen wir eine Beziehung zu ihm eingehen und in Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott leben.\r\n\r\nWir haben gesehen, dass der Mensch im Garten eine wunderbare Umgebung, eine sinnvolle Aufgabe und Gottes Gebot f\u00fcr seine Beziehung zu Gott hatte. Aber Gott sah, dass noch etwas f\u00fcr das vollkommene Gl\u00fcck des Menschen fehlte. Vers 18 sagt: \u201eUnd Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.\u201c In diesem Vers zeigt sich Gottes tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Menschen. Gott sah, dass ihm etwas fehlte, obwohl er in dem herrlichen Garten frei leben und alles genie\u00dfen konnte. Gott sah, dass es nicht gut war, dass er allein war. Und Gott sah nicht nur das Problem, sondern handelte auch und machte ihm eine Frau als Partnerin und als Hilfe.\r\n\r\nDass die Frau eine \u201eHilfe\u201c f\u00fcr den Mann sein sollte (Luther \u00fcbersetzte \u201eGehhilfin\u201c), bedeutete nicht, dass die Frau in irgendeiner Weise weniger wert w\u00e4re als der Mann. Das ist leider in der Geschichte vielfach missverstanden und als Begr\u00fcndung f\u00fcr Benachteiligungen und Unterdr\u00fcckung von Frauen missbraucht worden. Das ist aber nicht der Sinn dieser Worte. Das Wort \u201eHilfe\u201c weist darauf hin, dass die Frau eine andere Aufgabe haben sollte als der Mann. Die Frau sollte mit ihren anderen F\u00e4higkeiten dem Mann helfen, seine Aufgabe gut zu erf\u00fcllen; sie sollte ihn erg\u00e4nzen, seine Defizite ausgleichen. Es ist also v\u00f6llig verkehrt, aus diesem Vers eine \u00dcberlegenheit von M\u00e4nnern gegen\u00fcber Frauen abzuleiten oder dass Frauen weniger wert w\u00e4ren als M\u00e4nner. Vielmehr zeigt dieses Wort, dass M\u00e4nner Hilfe brauchen und dass sie tendenziell einsam sind. Tats\u00e4chlich k\u00f6nneen Frauen viele Dinge gew\u00f6hnlich besser als M\u00e4nner. Zum Beispiel sind die meisten Frauen besser im Multitasking (was ich zum Beispiel in den letzten Wochen im Home Office neu gesehen habe, wenn ich meine Frau beobachtet habe). Viele Frauen sind auch in sozialen Kompetenzen bzw. im Umgang mit anderen Menschen oft geschickter als M\u00e4nner, was ein wichtiger Faktor in der Familie wie auch in der Arbeitswelt ist. Dass Gott wollte, dass die Frau dem Mann hilft, war Gottes Wille und Weisheit und bedeutet, dass die Frau umso mehr Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung verdient.\r\n\r\nBetrachten wir weiter den Text. Zun\u00e4chst sagen die Verse 19 und 20, dass Gott alle Tiere machte und sie zum Menschen brachte, damit er s\u00e4he, welche Namen der Menschen ihnen geben w\u00fcrde. Gott half dem Menschen dabei, seine Aufgabe als Verwalter des Gartens praktisch auszu\u00fcben. Der Zusatz \u201eAber f\u00fcr den Menschen wurde keine Hilfe gefunden, die ihm entsprach\u201c deutet an, dass es sich dabei best\u00e4tigte, dass kein Tier die Einsamkeit des Menschen ausreichend beseitigen konnte.\r\n\r\nWeil Gott wollte, dass der Mensch vollkommen gl\u00fccklich wird, erschuf Gott ein weiteres Gesch\u00f6pf. Verse 21 und 22 sagen: \u201eDa lie\u00df Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.\u201c Gott nahm ein Teil von Adam und bildete daraus eine Frau. Gott machte sie nicht genauso wie Adam, aber sie war von ihm und ihm \u00e4hnlich, damit die Frau gut zu ihm passen w\u00fcrde.\r\n\r\nNun kommt eine Stelle, die einen Hauch von Romantik hat. Als Adam die Frau sah, die Gott zu ihm brachte, war er so begeistert, dass er die erste Liebeserkl\u00e4rung formulierte: \u201eDie ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie M\u00e4nnin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.\u201c Auch wenn das f\u00fcr unsere Ohren etwas holprig oder holzig klingt, kommt hier zum Ausdruck, wie froh Adam war, als er die Frau sah, die zu ihm passte. F\u00fcr Mann und M\u00e4nnin steht im Urtext eigentlich Adamo und Adama. Adamo bedeutete Mensch oder Mann. Als Adam die Frau sah, war er so gl\u00fccklich, dass er ihr sofort einen Namen gab, und zwar einen ganz \u00e4hnlichen Namen, was zeigt, wie froh er dar\u00fcber war, dass sie zu ihm passte.\r\n\r\nDiese Geschichte ist nicht nur ein sch\u00f6ne Geschichte von vor ganz langer Zeit. Interessanterweise finden wir gerade an dieser Stelle eine Verallgemeinerung und Schlussfolgerung. Vers 24 sagt: \u201eDarum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.\u201c Dieser Vers lehrt uns das Prinzip der Ehe. Dass Adam die Frau von Gott annahm und mit ihr eine Einheit wurde, war die erste Eheschlie\u00dfung und ein Vorbild f\u00fcr alle Ehen. Die Ehe ist nicht nur ein Partnerschaft, die Menschen in beliebiger Weise eingehen und wieder aufl\u00f6sen k\u00f6nnen. Nach Gottes Willen soll ein Mann Vater und Mutter verlassen und eine tiefe Beziehung zu seiner Frau eingehen und sich ganz auf sie einlassen. Mann und Frau sollen in der Ehe nach Gottes Willen einen v\u00f6llige Einheit werden, geistlich, seelisch und k\u00f6rperlich. Der Ausdruck \u201eein Fleisch\u201c zeigt, wie einig sie werden sollen und dass diese Einheit nicht wieder aufgel\u00f6st werden soll. Jesus zitiert diesen Vers, als re \u00fcber Ehescheidungen sprach, um zu zeigen, dass Ehen nicht geschieden werden sollen (Mk 10,6-9).\r\n\r\nWas lehrt dieser Abschnitt \u00fcber den Sinn der Ehe? Heute denken die meisten Menschen, dass eine Partnerschaft oder Ehe daf\u00fcr da ist, dass ein Mann und eine Frau sich gegenseitig gl\u00fccklich machen. Aber das trifft es nicht genau, und es funktioniert so auch nicht, insbesondere, wenn man Gott ausklammert. Sicherlich hat Gott die Ehe f\u00fcr das Gl\u00fcck des Menschen gestiftet. Gott gab Adam eine Frau als Partnerin und Hilfe, damit er im Garten nicht alleine w\u00e4re, sondern mit ihr zusammen leben und gemeinsam Gott dienen konnte. Gott wollte, dass sie eine tiefe Beziehung zueinander eingehen und ein Fleisch werden sollten. Das ist ein wichtiger Faktor f\u00fcr das Menschen Gl\u00fcck; aber das ist nicht das ultimative Ziel der Ehe. Durch ihre Ehe sollte Gott geehrt werden. Indem beide Partner gemeinsam lernen, Gott zu vertrauen und nach seinem Willen zu leben; indem die Frau dem Mann hilft, seine Aufgabe von Gott zu erf\u00fcllen, und auch umgekehrt. Indem beide lernen, einen Menschen v\u00f6llig anzunehmen, wie er ist, und ihn wirklich zu lieben wie sich selbst, und dadurch Gott \u00e4hnlicher werden. Indem sie die vielen Herausforderungen und Schwierigkeiten im Leben in ihrem Glauben an Gott gemeinsam angehen und sich gegenseitig geistlich und praktisch helfen. Ihr gemeinsames Beten und H\u00f6ren auf Gott ist dabei keine Nebensache, sondern wesentliche Grundlage und verbindet sie immer mehr. Durch diesen Prozess sollen sie immer mehr eins werden in ihrem Glauben, Auffassungen, Lebensweise und zu einer Einheit verschmelzen. Dass zwei v\u00f6llig verschiedene Menschen in einer Ehe eins werden, ist eine ganz besondere M\u00f6glichkeit, Gott und seine Gnade tiefer kennenzulernen und ihn zu verherrlichen.\r\n\r\nDabei nennt uns der Text eine wichtige Voraussetzung: \u201eDarum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie weden sein ein Fleisch.\u201c Um die neue Beziehung tief und verbindlich einzugehen, ist es n\u00f6tig, dass ein Mann seinen Vater und seine Mutter verl\u00e4sst. Das wird f\u00fcr den Mann gesagt, es gilt aber sinngem\u00e4\u00df auch f\u00fcr die Frau. Das bedeutet nicht einfach, nur dass man r\u00e4umlich aus seinem Elternhaus auszieht. Der Mann soll sich auch innerlich von der Bindung an seine Eltern l\u00f6sen und wirklich bereit sein, sich auf die Beziehung mit seiner Frau ganz einzulassen. Ein Problemfaktor in vielen Ehen ist, wenn ein oder beide Ehepartner ihre Vorstellungen und Erwartungen aus dem Elternhaus mitbringen und auf ihre Ehe bzw. auf ihren Ehepartner \u00fcbertr\u00e4gen. Wenn der Mann bewusst oder unbewusst erwartet, dass seine Frau wie seine Mutter sein sollte und sich verhalten und sie immer wieder mit ihr vergleicht. Dann leidet seine Frau, weil sie nicht richtig angenommen und geliebt wird, wie sie ist, und st\u00e4ndig mit seiner Erwartungshaltung konfrontiert ist. Ein Mann sollte nie sagen: \u201eAlso meine Mutter h\u00e4tte das anders gemacht &#8230;\u201c \u2013 er sollte das aber auch nicht im Herzen denken. \u00c4hnlich problematisch ist es, wenn die Frau ihren Mann mit ihrem Vater vergleicht und von ihm erwartet, dass er sich so verh\u00e4lt, wie sie das von zu Hause kennt. Frauen sollten nie sagen: \u201eAlso mein Vater h\u00e4tte das nicht so gemacht\u201c, oder \u2013 noch schlimmer: \u201eMein Vater hat so etwas gekonnt.\u201c Dann f\u00fchlt der Mann sich nicht genug geachtet und respektiert und kann die ihm von Gott zu gedachte Rolle als Haupt der Familie nicht gut einnehmen. In jedem Fall ist es Hindernis f\u00fcr die Entwicklung ihrer Beziehung und daf\u00fcr, dass sie eins werden. Deshalb soll, wer heiratet, seinen Vater und seine Mutter verlassen, wie Gott gesagt hat, samt den mit ihnen verbundenen Erwartungen oder Bef\u00fcrchtungen, und soll den eigenen Ehepartner annehmen, wie er ist, ihn kennen und lieben lernen und mit ihm eins werden und die eigene Familie gestalten. So kann eine Familie entstehen, die Gott ehrt. Eine Ehe gelingt, wenn ein Mann seinen Vater und seine Mutter wirklich verl\u00e4sst und seine Frau in Gott so annimmt, wie sie ist, und sich ganz auf sie einl\u00e4sst \u2013 und wenn die Frau ihrerseits genau das Gleiche tut.\r\n\r\nDanken wir Gott, dass er alles f\u00fcr das Gl\u00fcck des Menschen getan hat. Ich danke Gott, dass er nicht nur den Mann, sondern auch die Frau geschaffen und die Ehe gestiftet hat. Gott hat viele Ehepaare unter uns gebildet und sie gesegnet. Beten wir, dass Gott die Ehepaare unter uns weiter segnet und sie in ihm immer mehr eins sein und ihm dienen und ihn verherrlichen k\u00f6nnen. Beten wir auch, dass Gott die Gebete der Unverheirateten erh\u00f6rt, die f\u00fcr eine Familiengr\u00fcndung beten, und ihnen hilft, seiner F\u00fchrung vertrauensvoll zu folgen und den Partner nach seinem Willen zu heiraten und mit ihm eins zu werden, um Gott zu verherrlichen.\r\n\r\nWie endet unser Text? Im Vers 25 hei\u00dft es: \u201eUnd sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sch\u00e4mten sich nicht.\u201c Dieser schlichte Satz am Ende sagt viel \u00fcber das Gl\u00fcck der Menschen im Paradies. Sie konnten nicht nur den herrlichen Garten genie\u00dfen, in dem sie grenzenlose Freiheit hatten und alles hatten, was sie brauchten. Dass sie beide nackt waren und sich nicht sch\u00e4mten, zeigt dabei ihren Zustand der Un-Schuld und inneren Reinheit, indem sie mit Gott und miteinander leben konnten. Gl\u00fcck kommt nicht blo\u00df davon, was man besitzt oder tun kann, was man will. Wahres Gl\u00fcck erfordert innere Reinheit und die Freiheit, das Gute, das man tun will, auch zu tun. Weil die Menschen diese innere Freiheit hatten und keine s\u00fcndigen Gedanken, W\u00fcnsche oder gar Taten, gab es nichts, dessen sie sich sch\u00e4men mussten und hatten nichts zu verbergen. Die S\u00fcnde bewirkt Schamgef\u00fchle, weil wir sp\u00fcren, dass wir nicht so sind, wie wir eigentlich sein sollten. Im Garten Eden hatten die Menschen uneingeschr\u00e4nkte Gemeinschaft mit Gott und uneingeschr\u00e4nkte Gemeinschaft miteinander, weil es nichts gab, wessen die Menschen sich zu sch\u00e4men brauchten und was ihre Gemeinschaft behinderte. Als die Menschen in diesem reinen Zustand in Gemeinschaft miteiander und mit Gott hatten, hatten sie v\u00f6llige Freude, weshalb der Garten Eden (Freude) war ein Paradies.\r\n\r\nWie wir wissen hat der Mensch diesen Zustand und das Paradies selbst durch seine S\u00fcnde gegen Gott verloren; wir werden das n\u00e4chste Woche in Kap. 3 betrachten. Seitdem leben die Menschen zwar weiter auf der Erde, die von Gott sehr gut gemacht wurde, und wir sehen in seiner Sch\u00f6pfung immer noch viele Zeichen seiner Weisheit, Sch\u00f6nheit und Sch\u00f6pfungsmacht. Aber wir selbst sind anders. Wir Menschen sind nicht mehr rein und frei, sondern leiden unter Schuld und Schamgef\u00fchlen wegen Gedanken, W\u00fcnsche und Taten, die nicht gut sind. Unsere Beziehung zu Gott ist gest\u00f6rt, meistens einseitig abgebrochen, und die Beziehungen der Menschen untereinander sind nicht mehr harmonisch, sondern vielfach gest\u00f6rt. Es gibt so viel Leid, das Menschen sich gegenseitig zuf\u00fcgen, zwischen V\u00f6lkern, innerhalb der Gesellschaften und sogar in den Familien. Es gibt Ungerechtigkeit, Gewalt, Kriege, Krankheiten und den Tod. Und selbst wenn manche Menschen scheinbar gut durchs Leben kommen, ist der Tod eine Wirklichkeit, auf die sie keine Antwort haben, erst recht nicht auf Gottes Gericht, weshalb sie ihr Leben lang in Angst leben. Wegen der Angst vor dem Tod haben sie keine Hoffnung und geben ihrem inneren Verlangen nach, um ihrem kurzen Leben irgendeinen Genuss abzugewissen. Wir kennen die Folgen aus der Bibel, aus der Geschichte und aus unserem Leben. Der Zustand im Garten, den Gott geschaffen hat, ist l\u00e4ngst Geschichte, die Realit\u00e4t heute ist eine v\u00f6llig andere.\r\n\r\nAber die Bibel berichtet uns von einem anderen Garten. Ein Garten in dem ein Mann auf Knien mit dem B\u00f6sen rang, bis Schwei\u00df und Blutstropfen von seiner Stirn drangen. Er hatte allen verk\u00fcndigt, dass das Reich Gottes herbeigekommen ist, und hatte alle dazu eingeladen. Aber weil er wusste, dass das nicht genug war, sondern einen Preis kostete, betete er im Garten inst\u00e4ndig: \u201eNicht mein, sondern dein Wille geschehe.\u201c Er rang um die Entscheidung, sich selbst hinzugeben, damit wir Menschen mit Gott vers\u00f6hnt w\u00fcrden. Und weil er uns mehr liebte als sich selbst, entschied er sich, unsere ganze Schuld auf sich nehmen und sie an einem Holzkreuz auf einem kargen H\u00fcgel mit seinem Leben zu bezahlen. Er tat das, weil Gott seine Liebe zu uns und seinen Willen, uns Menschen ein gl\u00fcckliches Leben zu erm\u00f6glichen, trotz unserer S\u00fcnde nie aufgegeben hat. Er regiert nun, um die Verhei\u00dfungen zu erf\u00fcllen, die Gott uns gegeben hat.\r\n\r\nDie Bibel sagt uns, dass es am Ende nicht einen Garten geben wird, sondern eine herrliche Stadt, die Gott selbst erbaut hat. Eine Stadt, wo es nicht hier und da Gold und Edelsteine gibt, sondern die daraus erbaut ist. Und Jesus richtet dort f\u00fcr jeden, der ihm fest vertraut, eine Wohnung ein, die zu ihm passt. Nicht eine Wohnung, in der man durch vier W\u00e4nde eingeengt wird und den Wunsch bekommt, wieder herauszugehen; sondern es wird ein Ort sein, wo wir Gott t\u00e4glich neu schauen und mit ihm und miteinander eine wunderbare Gemeinschaft haben k\u00f6nnen. Danken wir Gott f\u00fcr seinen Willen und sein Werk, uns Menschen das wahre Gl\u00fcck zu schenken! M\u00f6ge Gott uns helfen, ihm vertrauensvoll zu folgen!\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gott machte das Paradies \u201eUnd Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.\u201c (1. 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