{"id":9735,"date":"2020-07-05T11:00:44","date_gmt":"2020-07-05T09:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9735"},"modified":"2022-11-18T12:19:50","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:50","slug":"predigt-1-mose-22-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-22-3\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 2,2 &#8211; 3"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/2020Gen-02-0202-0203-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der siebte Tag<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Mose 2,3)<\/p>\r\nWer von euch ist m\u00fcde? Mit M\u00fcdigkeit meine ich jetzt nicht unbedingt k\u00f6rperliche Ersch\u00f6pfung, obwohl das sicherlich auch eine Rolle spielt. In den USA gab es Anfang des Jahres ein Impeachment-Verfahren gegen Pr\u00e4sident Trump. Es war eine politische Krise, die in ihrer Magnitude vergleichbar war mit Watergate; nur dass es kein Happyend gab. Dann kam das Coronavirus, und wie wir alle wissen, ist diese Krise alles andere als ausgestanden. Bis es einen effizienten, sicheren Impfstoff gibt, der f\u00fcr alle Menschen g\u00fcnstig verf\u00fcgbar ist, wird diese Krise nicht vor\u00fcbergehen. COVID-19 ist gerade dabei eine der schlimmsten globale Pandemien seit der Spanischen Grippe zu werden. Und wegen Coronavirus haben wir eine Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit und Unsicherheit f\u00fcr die Zukunft. Dann kamen auch noch die Black Lives Matter-Proteste. Die Proteste wiederum sind ein Aufschrei wegen tief verankerter gesellschaftlicher: Rassismus, Diskriminierung, massive soziale Ungerechtigkeit. D.h., wir haben eine politische Krise gesehen, eine Gesundheitskrise, eine Wirtschaftskrise und eine B\u00fcrgerrechtskrise. Vier Krisen in einem einzigen Halbjahr. Mitte Mai gab es einen Artikel in der Zeit mit dem Titel: \u201eBei vielen Menschen hat eine COVID-M\u00fcdigkeit eingesetzt.\u201c\r\nDas alles ist ziemlich erm\u00fcdend. F\u00fcr alle, die sich so f\u00fchlen, gibt es heute gute Nachricht. Gott macht uns ein wunderbares Geschenk: die Ruhe des Sabbats. Falls ihr euch an dieser Stelle fragt, weshalb ich mich auf dieses Thema fokussiere: es hat zwei Gr\u00fcnde. Der erste Grund ist, dass dieses Thema sehr oft missverstanden wurde, damals wie heute. In der Tat wurde das Thema so oft falsch verstanden, dass das Sabbatverst\u00e4ndnis in der Bibel mehrfach korrigiert werden musste. Der zweite Grund h\u00e4ngt damit zusammen: es ist ein wichtiges Thema. Der Sabbat ist allem Anschein nach Gott so wichtig, dass Gott sich die M\u00fche macht, uns den Sinn des Sabbats mehrfach zu erkl\u00e4ren. Und trotzdem glaube ich, dass viele von uns sich vielleicht nicht ganz dessen bewusst sind, wie wichtig und wie n\u00f6tig wir den Sabbat haben.\r\nDrei Dinge lernen wir \u00fcber den Sabbat heute: erstens, der Eigent\u00fcmer des Sabbats; zweitens, das Geschenk des Sabbats; und drittens, die Anwendungen des Sabbats.\r\n\r\nErstens, der Eigent\u00fcmer des Sabbats?\r\nDas erste, was wir hier im Text sehen, ist, dass der Sabbat Gottes Erfindung ist. Verse 2 und 3: \u201eUnd so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.\u201c Die sechs vorigen Tage im Sch\u00f6pfungsbericht hatten immer mit der gleichen Formel geendet: \u201eDa wurde aus Abend und Morgen der x-ste Tag.\u201c Aber beim siebten Tag ist es anders. Es fehlt die Formel. Aber daf\u00fcr sehen wir in den Versen 2 und 3 etwas anderes. Der siebte Tag wird in diesen zwei Versen dreimal erw\u00e4hnt. Und das ist die Art und Weise, wie der Autor uns darauf aufmerksam macht, wie wichtig dieser siebte Tag ist.\r\nZweimal lesen wir im Text, dass Gott am siebten Tag ruhte. Das Wort \u201eruhen\u201c, das hier gebraucht wird, ist &#8222;sabat&#8220;, was vom gleichen Wortstamm wie Sabbat ist. Es bedeutet sprichw\u00f6rtlich, mit etwas aufzuh\u00f6ren. Gott h\u00f6rt mit seinen Werken auf. Gott h\u00f6rt auf, zu schaffen. Und dann lesen wir noch, dass Gott diesen Tag segnete und den Tag heiligte. Bruce Waltke kommentiert: \u201eIn den ersten sechs Tagen wird der Raum untertan gemacht; am siebten Tag wird die Zeit geheiligt.\u201c Der siebte Tag ist ein ganz besonderer Tag. \u00dcber keinen anderen Tag lesen wir, dass Gott den Tag segnet und heiligt. Der Sabbat ist also Gottes Erfindung.\r\nAber nat\u00fcrlich ist da noch viel mehr dahinter. Wenn wir die ersten sechs Tage betrachten, sehen wir Gott in Aktion; Gott spricht, Gott schafft. Die Welt f\u00fcllt sich mit Leben und mit Lebewesen. Dann lesen wir vom siebten Tag, dass Gott ruhte. Ruhen klingt richtig unspektakul\u00e4r. Es scheint alles andere als ein H\u00f6hepunkt zu sein. Immer wieder h\u00f6ren wir die Frage (vor allem von Kindern): \u201emusste Gott sich ausruhen?\u201c Wir m\u00fcssen dann erkl\u00e4ren: \u201eruhen bedeutet hier nicht ausruhen, weil Gott war ja gar nicht m\u00fcde, und Gott wird eigentlich nie m\u00fcde\u2026\u201c Was hat es mit der Ruhe auf sich?\r\nIm Alten Nahen Osten, wo der Pentateuch verfasst wurde, w\u00e4re niemand von den H\u00f6rern auf die Idee gekommen w\u00e4re, \u201eGott ruhte\u201c misszuverstehen als ein \u201eGott ruhte sich aus.\u201c John Walton argumentiert, dass uns wichtiges St\u00fcck Information fehlt, was damals Allgemeinwissen war. Was praktisch alle Menschen im Nahen Osten wussten, ist folgendes: G\u00f6tter ruhen in Tempeln. Und G\u00f6tter ruhen nur in einem Tempel. D.h., allersp\u00e4testens an der Stelle, wo wir im Text lesen, dass Gott ruhte, m\u00fcssen die Zuh\u00f6rer damals verstanden haben, dass die Sch\u00f6pfung in Genesis 1 der Tempel Gottes ist. Und wenn es jetzt hei\u00dft, dass Gott ruhte, dann bedeutet es nichts anderes, als dass der rechtm\u00e4\u00dfige Eigent\u00fcmer in seine Sch\u00f6pfung einzieht und in seinem neuen Tempel wohnt.\r\nWas genau bedeutet das dann? Gottes Einzug in seinen Tempel bedeutet nichts anderes als dass Gott sich auf seinen Thron setzt. Man kann sich das vielleicht so vorstellen: dieses Jahr wird im November ein neues US-Pr\u00e4sident gew\u00e4hlt. Der Pr\u00e4sident wird Anfang n\u00e4chsten Jahres vereidigt. Und dann zieht er ins Wei\u00dfe Haus ein. Der Grund, weshalb er dort einzieht, ist nicht einfach nur der, dass er dort schlafen m\u00f6chte. Es ist das Regierungshaus. Von dort aus wird das ganze Land regiert. Der Tempel ist der Ort, von dem Gott seinen Kosmos regiert. Der siebte Tag ist also nicht einfach nur ein Anh\u00e4ngsel oder ein Epilog der Sch\u00f6pfungsgeschichte. Es ist der H\u00f6hepunkt. Gott ruht in seinem Tempel und regiert die ganze Sch\u00f6pfung als der rechtm\u00e4\u00dfige Herr.\r\nDie Antwort auf die erste Frage, wem der Sabbat geh\u00f6rt, lautet ganz klar: Gott ist der Eigent\u00fcmer. Gott ist der Herr des Sabbats. Der Sabbat ist seine Erfindung. Er hat den Sabbat eingesetzt. Und Gott ist derjenige, der regiert.\r\nBevor wir fortfahren, muss ich noch einen Punkt erw\u00e4hnen. Der h\u00e4ufigste Anlass, weshalb Jesus mit den religi\u00f6sen Leitern in Konflikte geriet, war der Sabbat. Alle vier Evangelien erw\u00e4hnen, wie Jesus sich ein ums andere Mal mit Pharis\u00e4ern und Schriftgelehrten anlegte, weil sie grundverschiedene Ansichten \u00fcber den Sabbat hatten. Eine sehr informative Stelle finden wir dazu in Markus 2. Die J\u00fcnger hatten an einem Feld \u00c4hren gepfl\u00fcckt und K\u00f6rner gegessen. Die Pharis\u00e4er hatten das gesehen und Jesus darauf aufmerksam gemacht, dass es verboten ist, am Sabbat zu arbeiten. Jesus sagt an dieser Stelle: \u201eSo ist der Menschensohn Herr auch \u00fcber den Sabbat.\u201c Was Jesus hier sagt, ist absolut erstaunlich. Wir haben gesagt, dass Gott der Erfinder des Sabbats ist. Jesus sagt hier: \u201eIch bin der rechtm\u00e4\u00dfige Eigent\u00fcmer des Sabbats. Der Sabbat geh\u00f6rt mir. Ich bestimme, wie der Sabbat gelebt werden soll.\u201c Und seine H\u00f6rer hatten ziemlich genau verstanden, welchen Anspruch Jesus erhob. Sie wussten: wer den Sabbat regiert, der regiert die ganze Welt; der Herr des Sabbats ist der Herr des ganzen Universums.\r\n\r\nZweitens, das Geschenk des Sabbats?\r\nDie Frage ist, f\u00fcr wen der Sabbat ist. Und wenn wir noch einmal Markus 2 betrachten, macht Jesus eine erstaunliche Klarstellung: \u201eDer Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.\u201c D.h., als Gott am siebten Tag aufh\u00f6rte zu erschaffen, als er ruhte und in seine Sch\u00f6pfung als K\u00f6nig eingezogen ist, hatte er an uns Menschen gedacht. Der Sabbat ist Gottes gro\u00dfz\u00fcgiges Geschenk an uns. Sabbat ist etwas, was uns gut tun soll, was uns erfreuen soll. Es ist unsere Gelegenheit wieder aufzutanken, zu entspannen, neu zu Kr\u00e4ften zu kommen, zu erholen. Der Sabbat gibt uns einen Rhythmus f\u00fcr unseren Leben vor, und wenn wir diesem Rhythmus folgen, dann tanzen wir nicht aus dem Takt.\r\nUnser K\u00f6rper funktioniert nach diesem Rhythmus. Diejenigen, die Sport machen, wissen, dass es kaum etwas Sch\u00e4dlicheres gibt, als jeden einzelnen Tag harte Trainingseinheiten zu absolvieren. Unsere K\u00f6rper brauchen Zeit zum Ausruhen und Regenerieren. Der Sabbat-Rhythmus ist nicht nur ein w\u00f6chentlicher Beat; f\u00fcr die Israeliten gab es alle paar Monate Jahresfeste zum Innehalten. Alle sieben Jahre gab es Sabbatjahre. Und alle 50 Jahre gab es besondere Extra-Sabbatjahre. Wir als Menschen funktionieren am besten, wenn wir uns daranhalten. Und irgendwie wissen wir das ja auch.\r\nFrage ist dann, weshalb es uns oftmals so schwer f\u00e4llt, uns daran zu halten? Warum f\u00e4llt es uns so schwer, einmal die Woche innezuhalten und nichts zu tun? Warum wollen wir das oftmals auch gar nicht? Ich kann haufenweise mehr oder weniger extreme Beispiele erz\u00e4hlen, wie Menschen es mit der Arbeit \u00fcbertreiben. Ein Paradebeispiel f\u00fcr Workoholismus ist ein Koch namens Sean Brock. Er hatte hohe Ambitionen. Mit 24 Jahren wurde er Chefkoch eines angesehenen Restaurants. Zum ersten Mal hatte er v\u00f6llige Freiheit, seine eigenen Men\u00fcs zu kreieren. F\u00fcr die Er\u00f6ffnung seines Restaurants plante er ein 30-G\u00e4nge Men\u00fc. Es kamen 275 G\u00e4ste. Und es war ein einziges Desaster, insgesamt konnte er nur ca. 50 G\u00e4ste bewirten, und es dauerte nicht lang, bis eine negative Kritik in der Zeitung erschien. So weit, so normal.\r\nAm n\u00e4chsten Tag entschuldigte er sich bei seinem Chef und den Angestellten. Und danach sagte er, dass er keinen einzigen Tag freinehmen w\u00fcrde, bis das Restaurant eine gute Kritik erh\u00e4lt. Wie ein Besessener hat er 10 Monate lang 7 Tage die Woche durchgeschuftet, manchmal sogar im Restaurant \u00fcbernachtet, bis der Tag kam, an dem sein Restaurant eine exzellente Kritik bekam. Er arbeitete danach weiter wie ein Wahnsinniger, erwartete dasselbe von seinen Kollegen und Angestellten. Im Zuge dessen ruinierte er seine eigene Gesundheit, verlor ein Gro\u00dfteil seiner Belegschaft und machte Beziehungen kaputt, bis sein eigener Zusammenbruch kam. Ich habe einen Kollegen, der sich durch \u00dcberarbeiten, seine Gesundheit ruiniert hat, so dass er jetzt seit vielen Wochen krankgeschrieben ist. Mein Betreuer w\u00e4hrend meiner Doktorarbeit war ein Workaholic, was mit ein Grund daf\u00fcr war, dass seine Ehe gescheitert ist. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns, der in der Arbeitswelt unterwegs war, haufenweise Beispiele daf\u00fcr findet, wie Menschen sich regelrecht kaputtarbeiten.\r\nFrage: warum haben viele von uns ein solch ungesundes Verh\u00e4ltnis zur Arbeit? Warum k\u00f6nnen wir auch am Sonntag nicht widerstehen, in die Dienst-E-Mails reinzuschauen? Und wenn wir uns doch dazu verleiten lassen, am Sonntag etwas weniger zu machen, warum haben wir dann ein schlechtes Gewissen? Warum f\u00fchlen wir uns trotzdem gestresst, f\u00fchlen den Druck von Deadlines? Warum k\u00f6nnen und wollen wir nicht abschalten?\r\nHier ist der Grund: jeder von uns hat ein Vakuum im Herzen, ein schwarzes Loch. Wir alle sp\u00fcren eine nicht erf\u00fcllbare Leere. Wir alle wollen jemand sein. Wir wollen Bedeutung. Wir wollen etwas erreichen. Zu allermindest wollen wir die Gewissheit haben, dass wir in Ordnung sind. F\u00fcr viele Menschen ist Arbeit weit mehr als ein Broterwerb. Arbeit ist unser Status. Arbeit ist die Art und Weise, wie wir uns beweisen. Wir definieren uns \u00fcber die Arbeit. Es ist unsere Art und Weise der Welt zu zeigen, dass wir es drauf haben; es ist die Art und Weise, wie wir uns selbst beweisen wollen, dass wir in Ordnung sind und dass wir Wert haben. Diejenigen, die regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberarbeiten, tun es deshalb, weil Arbeit eine Art Selbstrechtfertigung ist.\r\nUnsere Leere und unser Verlangen nach Anerkennung sind ein Motor, der unaufh\u00f6rlich l\u00e4uft. Weil unser Verlangen nach Wert keine Pause einlegt, wird auch unser Drang etwas leisten zu m\u00fcssen keine Pause einlegen. Wenn wir Arbeit zur Erf\u00fcllung unseres Lebens machen, machen wir uns selbst zu ruhelosen Getriebenen.\r\nSabbat ist ein aktives Nichtstun. Die Ruhe des Sabbats ist ein bewusstes Aufh\u00f6ren mit und ein Einstellen von Aktivit\u00e4ten; ein absichtliches Innehalten und zur Ruhekommen. Sabbatruhe ist aber nicht Faulheit und Undiszipliniertheit. Rein \u00e4u\u00dferlich gesehen sehen Sabbatruhe und Faulheit \u00e4hnlich aus: z.B. man schl\u00e4ft l\u00e4nger; man ist absichtlich inaktiv; man schiebt Aufgaben vor sich her; man tut Dinge, die Spa\u00df machen, man genie\u00dft. Aber in ihrer Essenz sind Sabbatruhe und Faulheit sehr unterschiedlich. Tats\u00e4chlich haben \u00dcberarbeiten und Faulheit mehr Gemeinsamkeiten als Sabbatruhe und Faulheit. Hier ist die Gemeinsamkeit: wenn wir uns \u00fcberarbeiten oder wenn wir faul sind, geht es in erster Linie um uns. Wir stehen im Zentrum. Es geht prim\u00e4r um unseren Erfolg oder um unsere Bequemlichkeit. Wir sitzen auf dem Thron unseres Herzens. Wir bestimmen was gut f\u00fcr unser Leben ist. Beides, sowohl zu viel oder zu wenig zu arbeiten, ist eine Form von Selbstzentriertheit und Ichbezogenheit.\r\nAber Sabbatruhe ist etwas ganz anderes. Sabbatruhe ist Gott-zentriert. Sabbatruhe ist ein aktives Ausstrecken nach Gott. Wir sp\u00fcren die Ruhe des Sabbats nur dann, wenn wir wissen, dass wir unabh\u00e4ngig von unseren in Ordnung sind. Wir k\u00f6nnen das aktive Nichtstun des Sabbats nur dann genie\u00dfen, wenn unser Herz wei\u00df, dass wir auch dann w\u00fcrdig und herrlich sind, wenn wir nichts leisten. Aber wie k\u00f6nnen wir \u00fcberhaupt zu dieser \u00dcberzeugung kommen? Ich hatte meine Kinder die Frage gestellt, was der Unterschied zwischen Sabbatruhe und Faulheit ist. Und die Antwort von Sam Paul war: \u201eFaulheit ist, wenn das Nichtstun nicht verdient ist; Sabbatruhe ist, wenn das Nichtstun verdient ist.\u201c An dieser Aussage ist etwas Wahres dran.\r\nDer Sabbat ist Gottes Geschenk an uns. Aber der Sabbat war alles andere als kostenlos. Im Gegenteil, das Geschenk der Ruhe hat Gott alles gekostet, was er geben kann. Gott ruhte, nachdem sein Werk vollendet war: seine Sch\u00f6pfung bekam die Note \u201esehr gut\u201c. Aber wir sind nicht sehr gut. Wir sind gefallen. Wir sind in jeglicher Hinsicht unvollkommen, unzureichend, mangelhaft. Und wir wissen das. Wir wissen, dass wir die Ruhe nicht verdient haben. Und trotzdem sind wir von Gott eingeladen, in seine Ruhe einzutreten. Als Jesus am Kreuz starb, waren seine letzten Worte: \u201eEs ist vollbracht.\u201c In Jesus Christus hat Gott eine neue Sch\u00f6pfung gemacht. Gott hat das vollbrachte Werk seines geliebten Sohns angesehen und es mit \u201evollkommen\u201c, \u201eabsolut perfekt\u201c beurteilt. Wir haben die Sabbatruhe Gottes nicht verdient. Definitiv nicht. Aber Jesus hat die Ruhe Gottes verdient. Und weil Jesus f\u00fcr uns starb, wird sein Verdienst uns angerechnet. Der Hebr\u00e4erbrief sagt, dass wir eingeladen sind, in ihm unsere Ruhe zu finden.\r\nWas bedeutet das Sabbatgeschenk f\u00fcr uns? Wenn wir in Jesus Christus Gottes Geschenk der Ruhe annehmen, dann bedeutet es, dass wir anerkennen, dass wir sehr gut sind: nicht aufgrund von dem, was wir geleistet haben, sondern aufgrund von dem, was Jesus f\u00fcr uns geleistet hat. Wir k\u00f6nnen ruhen, weil wir wissen, dass Gott der K\u00f6nig des Universums ist und nicht wir. Wir k\u00f6nnen ruhen, weil wir wissen, dass diese Welt nicht untergehen wird, wenn wir einmal die Woche nicht arbeiten. Das ist die Grundlage, auf der wir bei Gott auftanken d\u00fcrfen.\r\n\r\nDrittens, die Anwendungen des Sabbats\r\nZum Schluss der Predigt will ich noch eine Anmerkung machen und dann vier Anwendungen f\u00fcr den Sabbat mitgeben. Hier ist die Anmerkung: keine Gesetzlichkeit im Bezug auf den Sabbat. Kolosser 2,16.17 sagt: \u201eSo lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zuk\u00fcnftigen; der Leib aber ist Christus eigen.\u201c Der j\u00fcdische Sabbat ist unser Samstag. Und manche bestehen darauf, dass man am Samstag ausruhen muss. Historisch ist es verb\u00fcrgt, dass die fr\u00fchen Christen anfingen, sich am Sonntag zu treffen, weil Jesus am Sonntag auferstanden ist. Und manchmal gab es Streit deshalb. Paulus schreibt: \u201eder Tag ist egal! Es ist ein Schatten des Zuk\u00fcnftigen!\u201c Sabbat ist kein universell festgelegter Wochentag. Sabbat ist ein Rhythmus. Wir sind so veranlagt, dass wir einmal die Woche zur Ruhe kommen sollten und das, jede Woche.\r\nVier Anwendungen f\u00fcr den Sabbat. Erstens, nimm dir einen Tag in der Woche heraus, wo du aufh\u00f6rst zu arbeiten. Das gilt sowohl f\u00fcr bezahlte als auch unbezahlte Arbeit. Wenn du Sch\u00fcler\/in oder Student\/in bist, dann nimm dir einen Tag heraus, an dem du nicht lernst. Und nat\u00fcrlich werden jetzt einige sagen: \u201eich habe kleine Kinder; jemand muss ja im Haushalt kochen, das Geschirr machen etc.\u201c Genau. Eventuell erfordert das Aufh\u00f6ren k\u00f6nnen am Sabbat etwas vorherige Planung.\r\nWir sind nicht gesetzlich, was den Sabbat angeht: d.h., jeder muss f\u00fcr sich herausfinden, was unsere Art ist, um am siebten Tag die Arbeit einzustellen. Zum Beispiel, manche machen am Sabbat eine Art digitales Fasten: keine E-Mails, kein Smartphone (wenn das Dinge sind, die uns hindern, abzuschalten). Oder manche tun am Sabbat bewusst nicht multi-tasken: man ist am Sabbat bewusst ineffizient und langsam. Vor allem, keine Hetze am Sabbat! Die Priester im AT durften beim Dienst nicht schwitzen. Das sollte uns zu denken geben.\r\nZweitens, an dem Tag, an dem wir aufh\u00f6ren zu arbeiten, ruhen wir aus. Wir ruhen aus, indem wir aktiv das tun, was uns dabei hilft, aufzutanken: schlafen, einem Hobby nachgehen, Sport zu machen, zu lesen etc. Sehr oft ist das, was uns hilft, auszuruhen von Person zu Person unterschiedlich. F\u00fcr manche ist es erholsam, sich mit Freunden zu treffen. F\u00fcr andere ist es erholsamer, Zeit alleine zu verbringen. Manche brauchen k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t um auszuruhen, f\u00fcr andere ist allein der Gedanke daran stressig. Was immer der Fall bei uns ist, an einem Tag der Woche kommen wir zur Ruhe.\r\nDrittens, der Sabbat ist dazu da, dass wir genie\u00dfen. Manche denken, dass Genuss S\u00fcnde ist. Aber wenn wir in Genesis 1 Gott, den Sch\u00f6pfer, anschauen, dann sehen wir einen Gott, der seine Sch\u00f6pfung betrachtet, und sie genie\u00dft. Gott ist der erste Genie\u00dfer. Gott l\u00e4dt uns ein, seine sehr gute Sch\u00f6pfung zu genie\u00dfen: bei einer Bergwanderung, bei einem Ausflug an einen See oder ans Meer, oder die Sterne am Himmel; oder aber auch durch ein gutes Essen und einen guten Wein. Sabbat ist eine Einladung an uns, Gott-zentrierte Genie\u00dfer zu sein.\r\nViertens und letztens, der Sabbat ist dazu da, um nachzusinnen. Der Sabbat ist dazu da, um \u00fcber Gottes Liebe und Gottes F\u00fcrsorge nachzusinnen. Wir tun es im Wort und im Gebet. Wir tun es im Gottesdienst mit Br\u00fcdern und Geschwistern im Herrn. Peter Scazzero schreibt: \u201edie Schrift best\u00e4tigt, dass die ganze Sch\u00f6pfung Gottes Herrlichkeit verk\u00fcndigt. Am Sabbat suchen wir bewusst nach Gottes Gr\u00f6\u00dfe in allem: in Menschen, Essen, Kunst, Babies, Sport, Hobbies und Musik. Auf diese Weise wird das Nachsinnen zu einer Erweiterung vom Genuss. Es ist ein bewusstes Ausschau halten nach Anzeichen von Gottes Liebe in allen Dingen, die er uns gegeben hat, damit wir sie genie\u00dfen.\u201c Am Ende eines jeden Sabbats sollten wir erf\u00fcllt sein mit der Gewissheit: \u201eGott ist gut. Gott ist so gut zu mir!\u201c\r\nH\u00f6rt die Worte Jesu: \u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; so werdet ihr Ruhe finden f\u00fcr eure Seelen. Denn mein Joch in sanft, und meine Last ist leicht.\u201c\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der siebte Tag \u201eUnd Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.\u201c (1. Mose 2,3) Wer von euch ist m\u00fcde? Mit M\u00fcdigkeit meine ich jetzt nicht unbedingt k\u00f6rperliche Ersch\u00f6pfung, obwohl das sicherlich auch eine Rolle spielt. In den USA [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[37,4],"tags":[],"class_list":["post-9735","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-mose","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9735"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9737,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9735\/revisions\/9737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}