{"id":9700,"date":"2020-06-14T11:00:47","date_gmt":"2020-06-14T09:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9700"},"modified":"2025-05-25T18:03:01","modified_gmt":"2025-05-25T16:03:01","slug":"predigt-1-korinther-1512-34-sonderlektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-korinther-1512-34-sonderlektion\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Korinther 15,12 &#8211; 34  (Sonderlektion)"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SL-1Kor-15_1234-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der Triumph der Auferstehung<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDenn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Korinther 15,21.22)<\/p>\r\nWie gef\u00e4hrlich ist die Coronavirus-Pandemie, in der wir uns jetzt seit Monaten befinden? Wissenschaftler hoffen, dass man durch die sogenannte \u00dcbersterblichkeit etwas besser verstehen kann, wie t\u00f6dlich das Virus ist. Man schaut sich dabei an, ob es im Vergleich zum Durchschnitt mehr Todesf\u00e4lle gibt, als man erwarten w\u00fcrde. In Deutschland konnte ein geringer Anstieg der \u00dcbersterblichkeit festgestellt werden. In anderen, st\u00e4rker betroffenen Regionen sieht es anders aus. Die Washington Post hatte zusammen mit der Yale Universit\u00e4t Zahlen ausgewertet und kamen auf 15.400 mehr Todesf\u00e4lle als erwartet im Zeitraum M\u00e4rz bis Anfang April. Der Economist hat \u00c4hnliche Zahlen ver\u00f6ffentlicht f\u00fcr Gebiete, die besonders von der Infektion betroffen waren, wie NYC, Spanien und Italien. Auf ganz Europa gerechnet, sch\u00e4tzt man, dass von Mitte M\u00e4rz bis Mitte April ca. 100.000 mehr Menschen als normal gestorben sind. In der Altersklasse der \u00fcber 65-j\u00e4hrigen lag die \u00dcbersterblichkeit bei ungef\u00e4hr 95.000 F\u00e4llen.\r\nAus diesem Anlass hatte sich R. gew\u00fcnscht, dass wir uns in diesen Wochen mit dem 1. Korintherbrief 15 besch\u00e4ftigen. Wie die meisten von uns wissen, handelt es sich dabei um die ausf\u00fchrlichste Behandlung der Auferstehung in der ganzen Bibel. Was bedeutet die Auferstehung Jesu in einer Welt, die gepiesackt ist von Krankheiten, Seuchen und von Ungerechtigkeiten wie grassierender Rassismus? Was bedeutet die Auferstehung f\u00fcr uns, die wir in dieser Welt leben?\r\nF\u00fcr den heutigen Text w\u00fcrde ich vorschlagen, dass wir uns mit drei Punkten besch\u00e4ftigen. Wir sehen erstens, die Finsternis (was w\u00e4re, wenn es keine Auferstehung gibt), zweitens, den Erstling (die Bedeutung von Jesu Auferstehung), und drittens, den Triumph (die Konsequenz von Jesu Auferstehung).\r\n\r\n<strong>Erstens, die Finsternis<\/strong>\r\nVers 12: \u201eWenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?\u201c In der Korinther Gemeinde gab es einige, die behauptet hatten, dass es keine Auferstehung gibt. An Paulus Frage und den Argumenten kann man folgern, dass manche die leibliche Auferstehung kategorisch ausgeschlossen hatten: Auferstehung der Seele ist in Ordnung, aber kein physischer K\u00f6rper. Was k\u00f6nnte dem zugrunde liegen? Bei den Griechen war eine vorherrschende Meinung, dass der Geist gut ist und der K\u00f6rper schlecht. D.h., Ziel des Menschen war es, vom K\u00f6per erl\u00f6st zu werden. Eine Auferstehung war f\u00fcr solche Menschen nicht nur unerkl\u00e4rlich, sondern auch unerw\u00fcnscht. Was immer die Hintergr\u00fcnde waren, war die Verleugnung der Auferstehung f\u00fcr Paulus absolut inakzeptabel. Er wendet in den Versen 12-19 rigorose Logik an, um zu zeigen, was die Konsequenzen dessen w\u00e4ren, wenn es keine Auferstehung gibt und wenn Jesus daher ebenfalls nicht von den Toten auferstanden w\u00e4re.\r\nHier w\u00e4ren die Folgen: in Vers 14 sagt Paulus, dass sowohl die Predigt als auch der Glaube sinnlos und leer w\u00e4ren; in Vers 15, dass alle Christen falsche Zeugen Gottes w\u00e4ren; in Verse 17, dass der Glaube nichtig w\u00e4re und alle Menschen noch unter ihrer S\u00fcnde w\u00e4ren; in Vers 18 dass die verstorbenen Christen verloren w\u00e4ren; und Vers 19 alle Christen w\u00e4ren die elendesten unter allen Menschen. Und das w\u00e4re nat\u00fcrlich eine Bankrotterkl\u00e4rung. Warum sollte man Christ sein wollen, wenn Jesus nicht auferstanden ist? Warum sollte man an Jesus glauben, wenn die Predigt des Evangeliums, der Glaube daran, keinen Sinn ergeben; wenn man im Namen Gottes L\u00fcgen verbreitet; wenn man immer noch in Schuld und S\u00fcnde steht; wenn es keine Erl\u00f6sung vom Tod gibt und wenn man zu den am meisten zu bemitleidenden Personen des Planeten geh\u00f6rt?\r\nWenn wir auf unsere Zeit schauen, sehen wir, dass das Thema der Auferstehung nichts von seiner Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft hat. Jedes Jahr zu Ostern setzen sich die Zeitungen in Deutschland mit dem Thema auseinander. Der Spiegel hat meistens p\u00fcnktlich zu Ostern eine gro\u00dfe Titelserie dazu. Jedes Jahr aufs Neue versucht der Spiegel dann zu argumentieren, warum Jesus nicht auferstanden sein kann. Der Grund weshalb dieses Thema jedes Jahr neu verargumentiert werden muss, ist, weil die Faszination und Brisanz dieses Themas ungebrochen bleibt.\r\nViele Christen tun sich mit dem Thema schwer. W\u00e4hrend meiner Zeit am Gymnasium (was auch schon einige Jahre zur\u00fcckliegt), hatte ich 4 verschiedene evangelische Religionslehrer. Ich bin mir relativ sicher, dass niemand von diesen Lehrern an eine leibliche Auferstehung glaubte, auch diejenigen nicht, die von ihnen als Pfarrer arbeiteten. Bischof Gerhard Ulrich hatte einmal folgendes gepredigt: \u201eMit Ostern beginnt die \u00d6sterliche Freudenzeit. Sieben Wochen lang reicht sie bis Pfingsten. Mit dieser Zeit feiern wir, was hier auf dem Bild beginnt: Auferstehung. Jesu J\u00fcnger und Begleiterinnen kommen nach dem Karfreitags-Schock vorsichtig aus ihren Verstecken und L\u00f6chern. Sie tauchen allm\u00e4hlich aus ihrer Isolation und Depression auf und begreifen: Jesus, der Gottesmann und Meister, ist tot. Sein Leib wird vergehen wie jeder Menschenleib. Aber das, was in ihm g\u00f6ttlich war, seine Sache, seine Haltung, seine Leidenschaft und sein Einsatz f\u00fcr das wahre Leben, das ist mitnichten tot. Es lebt \u2013 wenn sie, die Nachfolger es wollen. Durch sie und mit ihnen wird es leben. Einzeln wird ihnen das nicht gelingen, nur gemeinsam. Das hatten sie ja mit Jesus erlebt und begriffen!\u201c\r\nDas, was sich in diesem Zitat \u00e4u\u00dfert, ist das, was viele an Ostern verk\u00fcndigen: die Auferstehung ist ein sch\u00f6nes Symbol; sie ist ein Metapher daf\u00fcr, dass das Leben weitergeht; dass christliche N\u00e4chstenliebe und ethisches Verhalten nicht aufh\u00f6ren m\u00fcssen, nur weil Jesus im Grab liegt; dass nach dem Winter der Fr\u00fchling kommt. Ich will an dieser Stelle Bischof Ulrich kein Unrecht tun. An anderer Stelle bekennt er sich zur Auferstehung Jesu. Aber dieses Bild, das er in diesem Zitat verwendet ist, gelinde gesagt, extrem ungl\u00fccklich und nicht wirklich hilfreich. Es erweckt den starken Eindruck erweckt, dass es ein Christentum ohne die Auferstehung geben kann.\r\nWelchen Wert hat die Botschaft von Jesu N\u00e4chstenliebe und vom Reich Gottes, wenn er nicht auferstanden ist? Diejenigen unter uns, die Nachrichten lesen, haben von der immensen Protestwelle geh\u00f6rt, welche nicht nur die gesamte USA erfasst haben, sondern viele andere westliche L\u00e4nder. Der Afroamerikaner George Floyd wurde von einem wei\u00dfen Polizisten mitten auf der Stra\u00dfe umgebracht. Dieser kaltbl\u00fctige Mord von einem Polizisten, der eigentlich die Aufgabe h\u00e4tte die Gesellschaft zu sch\u00fctzen und zu erhalten, hat zu landesweiten Protesten gef\u00fchrt, die immer noch anhalten. Und George Floyd steht in einer langen Liste von afroamerikanischen Opfern: Michael Brown, Eric Garner, Tamir Rice, Ahmaud Arbery\u2026 und das sind nur die bekanntesten Namen, von Menschen, die es in die Schlagzeilen geschafft haben. Die Angeh\u00f6rigen der Opfer werden selbst Opfer der Justiz: sie k\u00e4mpfen f\u00fcr Gerechtigkeit und m\u00fcssen mitansehen, wie die M\u00f6rder mit minimalen Strafen davonkommen. Der M\u00f6rder von Treyvon Martin wurde freigesprochen. Der M\u00f6rder von Eric Garner hat lediglich seine Arbeit verloren. Die Frage, die sich jeder Mensch an dieser Stelle fragen muss, ist, ob es jemals Gerechtigkeit geben wird.\r\nWenn Jesu nicht auferstanden ist, dann gibt es keine echte Gerechtigkeit. Wenn die Auferstehung nichts anderes als ein Symbol ist, welchen Trost und welche Hoffnung w\u00fcrden wir Menschen bieten wollen? Der Glaube ist nichtig, die S\u00fcnde hat gewonnen, die Menschen, die in Christus gestorben sind, haben verloren, und diejenigen Menschen die an Jesus glauben, die N\u00e4chstenliebe aus\u00fcben, die f\u00fcr Gerechtigkeit arbeiten, w\u00e4ren die gro\u00dfen Verlierer der Welt.\r\nF\u00fcr Paulus und die anderen Apostel war die leibliche Auferstehung Jesu keine Lehre, die verhandelbar war. Sie war absolut essentiell und zentral. N.T. Wright schreibt: \u201ePaulus besteht darauf, dass durch die Auferstehung Jesu sich eine neue Welt er\u00f6ffnet hat, in welche sich die alles-umfassende Macht der S\u00fcnde und des Todes nicht l\u00e4nger durchsetzen k\u00f6nnen. Die Welt, wie wir sie kennen, die Welt deren Lieblichkeit, Majest\u00e4t, Duft und strotzendes Leben durch Tod, Verfall, Verderben und reiner Unordnung verspottet wurden, hat die Nachricht geh\u00f6rt, dass es doch einen Ausweg gibt; ein Weg in ein Leben, das noch gr\u00f6\u00dfer, sch\u00f6ner und m\u00e4chtiger ist als dieses Leben. \u2026 Diejenigen, welche die Auferstehung verleugnen, spielen nicht einfach mit einem verhandelbaren Bestandteil des christlichen Glaubens herum. Sie s\u00e4gen den Ast ab, auf welchem das Evangelium und alle, die es angenommen haben, sitzen.\u201c\r\nEine Welt, in welcher es keine echte Hoffnung auf Besserung gibt, in welcher es keine echte Gerechtigkeit gibt, in welcher alle Leiden und Schmerzen am Ende des Tages sinnlos sind, in welcher mit dem Tod alles vorbei ist: das ist die Finsternis von der Paulus spricht. Es ist die Finsternis eines Lebens ohne die Auferstehung Jesu.\r\n\r\n<strong>Zweitens, der Erstling<\/strong>\r\nVers 20 ist der Wendepunkt: \u201eNun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.\u201c Ein Kommentator hatte angemerkt, dass wenn Paulus den Ausdruck \u201enun aber\u201c verwendet, eine profunde Aussage \u00fcber das Evangelium folgt. So auch hier. Der Kontrast k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein. Christus ist auferstanden. Paulus verk\u00fcndigt das ohne Wenn und Aber, ohne irgendwelche Zweifel, als eine historische Tatsache.\r\nVers 20 erw\u00e4hnt, dass Jesus der Erstling ist. Was bedeutet das? Die Erstlinge waren die ersten Opfergaben der Israeliten. Diese Opfergaben wurden w\u00e4hrend der zwei Hauptjahresfeste dargebracht. Beim Passafest wurde die erste Gerste dargebracht. Sieben Wochen sp\u00e4ter wurden an Pfingsten der Weizen dargebracht. Und nat\u00fcrlich war die Bedeutung vom Erstling, dass die ganze gro\u00dfe Ernte noch folgen w\u00fcrde. Passa und Erntedank waren aber gleichzeitig die Feste, an denen sich die Juden an den Exodus erinnerten und an den Bund am Berg Sinai.\r\nUnd das ist es, was Paulus auf Jesus anwendet. Jesus ist der Erstling, der Erste, der von den Toten auferstanden ist. Er ist derjenige, der den wahren Exodus vollbracht hat, sein Volk aus der Sklaverei herauszuf\u00fchren; nicht die Knechtschaft unter Politikern wie der Pharao, sondern die Befreiung von S\u00fcnde und Tod. Jesus ist diesen Weg vorangegangen. Und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann alle, die Jesus angeh\u00f6ren, ihm folgen w\u00fcrden. Zwei weitere Besonderheiten sollten wir hier festhalten.\r\nZum einen, das Bild vom Erstling ist ziemlich erstaunlich und unerwartet. Niemand h\u00e4tte damit rechnen k\u00f6nnen. Die Juden hatten zwar kein grunds\u00e4tzliches Problem mit der Auferstehung der Toten. Aber ihre Erwartung war, dass es eine Auferstehung am Ende der Geschichte geben w\u00fcrde. Dabei w\u00fcrden alle Menschen auferstehen oder zumindest alle diejenigen, die ein frommes Leben gef\u00fchrt hatten. Aber Jesu Auferstehung war etwas, was v\u00f6llig gegen ihren Strich ging. Dass ein Mensch mitten in der laufenden Geschichte auferstehen w\u00fcrde, war v\u00f6llig unerh\u00f6rt. Eine Auferstehung mitten in der Geschichte war eine Intervention Gottes. Daf\u00fcr hatten sie kein Konzept. Damit konnten die Menschen erst einmal nichts anfangen.\r\nHier ist noch ein weiterer Gedanke. Verse 21 und 22 sagen: \u201eDenn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.\u201c Hier ist von zwei Adams die Rede. Durch den ersten Adam kam der Tod als Resultat der S\u00fcnde. Es war die S\u00fcnde, dass sich der Mensch selbst an die Stelle Gottes setzen wollte; die S\u00fcnde, dass der Mensch meinte, ohne Gott gl\u00fccklich sein zu k\u00f6nnen. Es ist durch die resultierende Trennung von Gott, dass der Tod in die Welt kam. Wir alle sind Adams Nachkommen. Ob wir wollen oder nicht, teilen wir seine DNA, sein Leben, seine Rebellion und sein Schicksal. Bzw., das war der Fall bis Rettung von au\u00dferhalb in diese Welt kam.\r\nDas Erstaunliche an Gottes Rettung ist, dass Gott keinen anderen Weg sah, uns zu retten, als selbst so zu werden wie wir. Gott hat keine andere M\u00f6glichkeit gesehen, uns zu befreien und zu erneuern, als selbst Mensch zu werden. Jesus ist dieser Mensch. Er ist der Mensch, wie der erste Adam h\u00e4tte sein sollen. Jesus hat das Leben gelebt, das wir h\u00e4tten leben sollen und ist den Tod gestorben, den wir verdient h\u00e4tten. Und er ist von den Toten auferstanden. Und weil Jesus vollkommen Mensch wurde, konnte Jesus zum zweiten Adam werden. Jesus ist unser Stellvertreter.\r\nUnd weil dem so ist, werden in Christus alle lebendig gemacht. Und die gro\u00dfe Frage, die sich uns dann stellt ist, ob wir noch in Adam sind oder schon in Christus?\r\n\r\n<strong>Drittens, der Triumph<\/strong>\r\nIn Vers 24 und den folgenden spricht Paulus von einer weiteren direkten Konsequenz der Auferstehung. Jesus wird herrschen: \u201edanach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, \u00fcbergeben wird, nachdem er vernichtet hat alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt. Denn er muss herrschen, bis Gott alle Feinde unter seine F\u00fc\u00dfe gelegt hat.\u201c Wenn wir an die Konsequenz der Auferstehung denken, denken wir vielleicht vor allem an das Leben nach dem Tod. Wir denken an das ewige Leben und dass wir eines Tages in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben werden. Und das ist alles richtig so. Aber interessanterweise war das nicht die erste Schlussfolgerung, die die ersten Christen getroffen haben. Die logische Konsequenz f\u00fcr die ersten Christen war, dass Jesus der Messias ist. Als Jesus am Kreuz starb, wurde er als der K\u00f6nig der Juden verspottet. Als Jesus von den Toten auferstand, bedeutete es f\u00fcr die Anh\u00e4nger, dass Jesus der K\u00f6nig der Juden ist. Die Schlussfolgerung von Petrus Pfingstpredigt war daher: \u201eSo wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.\u201c Jesu Auferstehung war die Best\u00e4tigung, dass Jesus der Herr ist, der wahre Kyrios. Jesu Tod und seine Auferstehung waren nichts anderes als seine Einsetzung als K\u00f6nig.\r\nUnd als K\u00f6nig und als Herr regiert Jesus und wird alles unterwerfen. Vers 28: \u201eWenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem.\u201c Was tut Jesus hier? Er \u00fcbergibt dem Vater die Herrschaft. Jesus ordnet sich seinem Vater unter. Nicht deshalb, weil Gott der Vater noch gr\u00f6\u00dfer ist, sondern weil es die Ordnung ist, der sich Jesus freiwillig und in Liebe f\u00fcgt. Mit anderen Worten, Jesus stellt die Ordnung wieder her, die es am Anfang der Sch\u00f6pfung gab.\r\nWarum ist das gute Nachricht f\u00fcr uns? Die meisten von uns wollen in einer Gesellschaft leben, in der Recht und Ordnung herrscht. Diejenigen, die den Ausdruck \u201eRecht und Ordnung\u201c nicht m\u00f6gen, tun es vermutlich deshalb nicht, weil diese Worte zu h\u00e4ufig missbraucht werden. Z.B. spricht Trump mehr als jeder andere von \u201eRecht und Ordnung\u201c, aber f\u00f6rdert durch seinen Rassismus und durch seine Handlungen die Polizeigewalt. Aber was w\u00e4re wenn Recht und Ordnung nicht Gewalt und Unterdr\u00fcckung bedeuten? Wenn Recht und Ordnung echte Gerechtigkeit bedeuten, die Arme, Ausl\u00e4nder, Andersaussehende und Andersdenkende sch\u00fctzt, dann ist das etwas, was wir uns alle w\u00fcnschen. Wir wollen Recht und Ordnung in unserer Gesellschaft. Und wir alle wollen auch Recht und Ordnung in unserem eigenen Leben. Wir f\u00fchlen wie S\u00fcnde und Tod unser Leben am Ende des Tages ins Chaos r\u00fccken. Wir kennen das Gef\u00fchl wie es ist, wenn unser Leben auseinanderf\u00e4llt. Aber wie k\u00f6nnen Recht und Ordnung in unser Leben zur\u00fcckkommen, ohne dass es uns v\u00f6llig zerst\u00f6rt?\r\nWir haben vorhin gesehen, dass durch den ersten Adam der Tod in diese Welt gekommen ist. Der erste Adam war im Paradies. Er hatte nur ein einziges Gebot: anzuerkennen, dass Gott sein Sch\u00f6pfer ist und er sein Gesch\u00f6pf. Er sollte gehorchen und leben. Der zweite Adam war nicht im Paradies. Jesus kam in eine gefallene Welt. Jesus wurde ebenfalls vor die Wahl gestellt, zu gehorchen oder zu rebellieren. Und Jesus war gehorsam. Aber dieser Gehorsam bedeutete f\u00fcr Jesus, dass er zermalmt und zerbrochen w\u00fcrde. Jesu Gehorsam kostete ihn nichts weniger als sein Leben. Das ist es, was Jesus tat, um die Ordnung wiederherzustellen. Und das ist es, was Jesus tat, um uns in die Ordnung wieder einzuf\u00fcgen. In ihm finden wir unser Recht und unsere Ordnung. In ihm finden wir unseren Frieden. In ihm finden wir unser Heil.\r\nWas bedeutet die Auferstehung Jesu f\u00fcr dich? Damals, als ich noch einen Kreis geleitet hatte, hatten wir an Ostern einmal folgendes gemacht. Wir alle haben uns etwas Zeit genommen, um \u00fcber folgende Frage nachzudenken: \u201eweil Jesus von den Toten auferstanden ist, \u2026\u201c Was ist das Ende von diesem Satz? Und jeder einzelne von uns sollte darauf eine Antwort finden.\r\nHier ist eine Antwort, die ich gefunden habe. Weil Jesus von den Toten auferstanden ist, gibt es f\u00fcr mich immer einen Grund zu hoffen. Fakt ist, dass wir \u2013 sofern wir es jetzt nicht bereits tun \u2013 immer mit Problemen konfrontiert werden, die zu gro\u00df f\u00fcr uns eine Nummer zu gro\u00df sind. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter geraten wir in Situationen, mit denen wir nicht fertig werden. Es k\u00f6nnen unsere Kinder sein, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, weshalb wir unser Leben nicht auf die Reihe kriegen. Es m\u00f6gen kranke Menschen sein, die uns nahestehen und f\u00fcr die wir seit Monaten und Jahren beten, und keine Besserung sehen. Es k\u00f6nnen Gemeindeprobleme sein, die schier unl\u00f6sbar erscheinen. Es k\u00f6nnen finanzielle Probleme sein. Es k\u00f6nnen gesellschaftliche Probleme sein. Es gibt viele N\u00f6te, die von uns verlangen, dass wir einen extrem langen Atem haben. Es gibt so viele chronisch anstrengende, entmutigende Umst\u00e4nde, die von uns mehr Geduld und Durchhalteverm\u00f6gen verlangen, als wir es aufbringen k\u00f6nnen. Es gibt so viele Situationen, die unsere Frustrationstoleranz \u00fcberfordern.\r\nUnd oft, viel zu oft sind wir mit der Frage konfrontiert: \u201eLohnt es sich noch zu hoffen? Lohnt es sich \u00fcberhaupt, zu beten? Lohnt es sich, aufzustehen und f\u00fcr etwas einzustehen? Lohnt es sich auf die Stra\u00dfe zu gehen? Lohnt es sich, zu lieben?\u201c Und die Antwort auf diese Frage ist ein lautes, durchdringendes, \u00fcberwindendes \u201eJa!\u201c Nat\u00fcrlich lohnt es sich. Es lohnt sich, weil Jesus auferstanden ist. Weil der Auferstandene der K\u00f6nig aller K\u00f6nige und der Herr aller Herren ist. Weil Jesus diese Welt \u00fcberwunden hat. Weil Jesus sein Banner und seine Flagge unter uns aufgerichtet hat. Weil Jesu Reich vollst\u00e4ndig anbrechen wird. Weil Jesus wiederkommen wird, diese Welt geradezubiegen, einen neuen Himmel und eine neue Erde und eine Sch\u00f6pfung unter uns zu schaffen, in der sein Friede, seine Gerechtigkeit, seine G\u00fcte und seine Liebe regieren werden, f\u00fcr immer und ewig.\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der Triumph der Auferstehung \u201eDenn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.\u201c (1. Korinther 15,21.22) Wie gef\u00e4hrlich ist die Coronavirus-Pandemie, in der wir uns jetzt seit Monaten befinden? Wissenschaftler [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,4,11],"tags":[],"class_list":["post-9700","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-korinther","category-predigt","category-sonderlektion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9700"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13243,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9700\/revisions\/13243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}