{"id":9669,"date":"2020-05-03T11:00:45","date_gmt":"2020-05-03T09:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9669"},"modified":"2025-05-25T20:19:54","modified_gmt":"2025-05-25T18:19:54","slug":"predigt-1-koenige-81-53-sonderlektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-koenige-81-53-sonderlektion\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. K\u00f6nige 8,1 &#8211; 53 (Sonderlektion)"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/SL-1K\u00f6nige-8_0153.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Salomos Tempelgebet und unser Coronagebet<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eso wollest du h\u00f6ren im Himmel und vergeben die S\u00fcnde deiner Knechte und deines Volkes Israel, dass du ihnen den guten Weg weist, auf dem sie wandeln sollen, und regnen l\u00e4sst auf das Land, das du deinem Volk zum Erbe gegeben hast.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(1. K\u00f6nige 8,36)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left;\">Wir befinden uns seit vielen Wochen in einer weltweiten Pandemie. Und obwohl in Deutschland davon die Rede ist, ob und wie wir zu einem halbwegs normalen Leben zur\u00fcckkommen k\u00f6nnen, wissen wir alle, dass ein Ende noch lange nicht in Sicht ist. Im Gegenteil. Die Gesundheitskrise geht mit einer riesigen Wirtschaftskrise einher. Schon jetzt haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, oder befinden sich in Kurzarbeit. Dabei befinden wir uns erst am Anfang. Die Experten gehen davon aus, dass die Aussichten d\u00fcster sind. In einem Interview mit dem Spiegel wurde die Virologin Melanie Brinkmann gefragt: \u201eAb wann d\u00fcrfen wir wieder dar\u00fcber nachdenken, mit einer Gruppe von Freunden gemeinsam in den Party-Urlaub zu fahren?\u201c Ihre Antwort war: \u201eWenn es einen Impfstoff gibt.\u201c Nach jetzigem Wissensstand ist das nicht vor Ende n\u00e4chsten Jahres.\r\nWas k\u00f6nnen wir Christen in dieser Situation tun? Es gibt verschiedene Dinge, die wir tun k\u00f6nnen und tun sollen. Als vorbildliche B\u00fcrger der Bundesrepublik Deutschlands sollten wir besonders darauf achten, Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Bev\u00f6lkerung zu befolgen. Letzte Woche hat R. angesprochen, dass es eine Spendenaktion geben wird, um Mitarbeiter finanziell zu unterst\u00fctzen, die durch die Krise ihre Arbeit verloren haben. Das hatte mich an die ersten Christen erinnert, die w\u00e4hrend einer Hungersnot f\u00fcr bed\u00fcrftige Christen vor allem in Jerusalem Geld gesammelt hatten. Es ist eine wunderbare Idee, das zu geben, was wir in dieser Situation geben k\u00f6nnen: \u00fcbrigens nicht nur unseren Br\u00fcdern und Schwestern in der Gemeinde, sondern auch au\u00dferhalb: \u00c4rzte ohne Grenzen, das Deutsche Rote Kreuz, die Tafel oder auch Spenden f\u00fcr Musiker und K\u00fcnstler. Wir k\u00f6nnen Nachbarn unterst\u00fctzen, die Hilfe mit dem Einkauf brauchen. Alles das d\u00fcrfen und sollen wir tun.\r\nZus\u00e4tzlich dazu gibt es eine weitere wichtige Pflicht und Aufgabe, die wir Christen in dieser Situation haben. Wir sind dazu angehalten zu beten. Der deutsche Evangelist Wilhelm Pahls sagte: \u201eWenn wir beten, dann arbeitet Gott.\u201c Anl\u00e4sslich der Krise betrachten wir heute einen Ausschnitt von Salomos sehr langem Gebet bei der Einweihung des Tempels. Ich denke, dass wir einiges an Inspiration f\u00fcr unser Gebet w\u00e4hrend der Krise finden. Aber dazu m\u00fcssen wir erst einige Dinge \u00fcber Salomos Gebet verstehen. \u00dcber folgende drei Dinge wollen wir daher nachdenken: erstens, der Anlass von Salomos Gebet; zweitens, der Inhalt von seinem Gebet; und drittens, die Inspiration, die wir durch sein Gebet bekommen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Erstens, der Anlass von Salomos Gebet<\/strong>\r\nDer Anlass von Salomos Gebet ist die Einweihung des Tempels. Der Bau des Tempels hatte sieben Jahre gedauert. F\u00fcr die Einweihung hatte Salomo alles, was Rang und Namen hatte versammelt. Im Zentrum der Feierlichkeiten war der Umzug der Lade Gottes in den Tempel. Verse 3 und 4: \u201eUnd als alle \u00c4ltesten Israels kamen, hoben die Priester die Lade des HERRN auf und brachten sie hinauf, dazu die Stiftsh\u00fctte und alles Ger\u00e4t des Heiligtums, das in der Stiftsh\u00fctte war. Das taten die Priester und Leviten.\u201c Und Vers 6 sagt: \u201eSo brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz in den innersten Raum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Fl\u00fcgel der Cherubim.\u201c Nachdem die Bundeslade im Tempel war, geschah etwas Gewaltiges: die Wolke Gottes erf\u00fcllte den Tempel. Die Priester mussten aus dem Tempel herausgehen, weil sie nicht l\u00e4nger ihren Dienst tun konnten.\r\nWas wir verstehen m\u00fcssen, ist, dass das historisch gesehen ein einzigartiger Moment in der Geschichte Israels war. Die Bundeslade hatte bis zu diesem Zeitpunkt in Zelten gewohnt. Das geht zur\u00fcck bis in die Zeit als Israel gerade aus \u00c4gypten ausgezogen war. In der W\u00fcste war die Bundeslade mit den Israeliten von Ort zu Ort gezogen. Aber jetzt war die Zeit der Wanderschaft endg\u00fcltig vorbei. Aus einer mobilen Stiftsh\u00fctte war ein solider, eindrucksvoller Tempel geworden. Aus den Sippschaften Israels war ein K\u00f6nigreich geworden. Aus einer Gruppe von St\u00e4mmen, die vorher mehr oder weniger unabh\u00e4ngig vor sich hingelebt hatten, war ein Volk geworden. David hatte es als K\u00f6nig geschafft, sie alle zu einen und ein gro\u00dfes Reich aufzurichten. Viele K\u00e4mpfe und viel Blutvergie\u00dfen hatte es gekostet. Aber jetzt war es eine Zeit des Friedens.\r\nUnd Gott bekannte sich zu dieser neuen Epoche, in dem Er selbst in der Wolke einzieht. Paul House schreibt in seinem Kommentar: \u201eEs war die Wolke der Herrlichkeit Gottes, die Israel durch die W\u00fcste gef\u00fchrt hatte, die Wolke, welche die Stiftsh\u00fctte erf\u00fcllt hatte, als Mose das vorherige Anbetungszentrum eingeweiht hatte. \u2026 die Wolke der Herrlichkeit ist ein Anzeichen f\u00fcr die Gegenwart Gottes. Diese Gegenwart bewahrte und leitete Israel in den Exodus Geschichten. Hier demonstriert die Herrlichkeit die g\u00f6ttliche Zustimmung f\u00fcr Salomos Tempel. Genauso wie Gott mit Mose war, war Gott nun mit der neuen Generation der Israeliten. Diese Kontinuit\u00e4t best\u00e4tigt neu Gottes unver\u00e4nderlichen Charakter, sein Verlangen mit Menschen Gemeinschaft zu haben und sein anhaltendes Bekenntnis zu seinem auserw\u00e4hlten Volk.\u201c\r\nFrage ist dann also: was f\u00fcr eine Zeit war es, in der Salomo sein Gebet gesprochen hatte? Es ist auf dem H\u00f6hepunkt der ganzen Geschichte Israels. Salomo selbst bekannte, dass Gott seine Verhei\u00dfungen an seinen Vater David erf\u00fcllt hatte; und diese Verhei\u00dfungen wiederum blicken zur\u00fcck auf die ganze Geschichte von Israel. Das Volk Israel hatte materiellen Wohlstand, eine florierende Wirtschaft, politisches Ansehen bei allen L\u00e4ndern um sie herum und Frieden. Es war Israel noch nie so gut ergangen wie bis zu diesem Zeitpunkt. Und leider muss man auch sagen, dass es Israel im Anschluss nie wieder so gut werden w\u00fcrde wie jetzt. Alles, was in den B\u00fcchern K\u00f6nige danach beschrieben wurde, war ein stetiger, unaufhaltsamer Abstieg in die v\u00f6llige Katastrophe. Aber hier haben wir wirklich die beste Zeit Israels.\r\nKurze Anwendung f\u00fcr uns: vielleicht denken wir, dass sich unsere Situation ziemlich von der von Salomo unterscheidet. Vielleicht haben wir den Eindruck, dass wir jetzt im Moment nicht die beste Zeit unseres Lebens haben. Aber der Eindruck mag t\u00e4uschen. Den allermeisten von uns geht es wirklich sehr gut. Im Vergleich mit den meisten anderen L\u00e4ndern der Welt und vor allem im historischen Vergleich haben wir ein sehr gut funktionierendes Gesundheitssystem; wir haben politische Stabilit\u00e4t; wir haben eine gute Sozialversorgung. Wir sollten uns daher nicht t\u00e4uschen lassen: die Situation von Salomos Gebet hat Relevanz f\u00fcr uns. Uns geht es immer noch sehr, sehr gut; und wir haben sehr viel Grund, Gott dankbar zu sein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Zweitens, der Inhalt von Salomos Gebet<\/strong>\r\nWof\u00fcr betete Salomo dann? Ab Vers 31 fangen die konkreten Bitten von Salomo an. Insgesamt sind es sieben konkrete Anliegen, die er vorbringt. Fast jede dieser Bitten wird eingeleitet mit den Worten \u201ewenn\u2026\u201c\r\nWas uns hier auff\u00e4llt, ist, dass viele dieser Anliegen eine Vorausschau auf echte Bedr\u00e4ngnisse und N\u00f6te sind. Hier sind ein paar Beispiele: im zweiten Anliegen (Vers 33) ist die Ausgangssituation, dass das Volk von ihren Feinden besiegt werden; im dritten Anliegen (Vers 35) geht es darum, dass der Himmel verschlossen ist, was bedeutet, dass es nicht mehr regnet; im vierten Anliegen (Vers 37) werden verschiedene N\u00f6te genannt, wie zum Beispiel Hungersnot, Pest, D\u00fcrre, Getreidebrand (gemeint damit ist nicht der Kornschnaps, sondern wenn die Getreidepflanzen von sch\u00e4dlichen Pilzen befallen sind), Plagen durch Heuschrecken oder Raupen. Im siebten (wie auch im zweiten) Anliegen ist davon die Rede, dass das Volk gefangen weggef\u00fchrt wurde.\r\nWas uns auch auff\u00e4llt, ist, dass diese N\u00f6te in direktem Zusammenhang gebracht werden mit der S\u00fcnde des Volkes. Von Feinden geschlagen zu werden, hat etwas damit zu tun, dass das Volk ges\u00fcndigt hat, genauso wie der ausbleibende Regen. Am explizitesten wird Salomo im letzten Gebetsanliegen: \u201ewenn sie an dir s\u00fcndigen werden \u2013 denn es gibt keinen Menschen, der nicht s\u00fcndigt \u2013 und du z\u00fcrnst ihnen und gibst sie dahin vor ihren Feinden, dass sie sie gefangen f\u00fchren in das Land der Feinde, fern oder nahe\u2026\u201c Das hei\u00dft, weil S\u00fcnde ist fast allen Anliegen direkt oder indirekt zugrunde liegt, ist Salomos Bitte vor allen Dingen, dass Gott dem Volk vergeben m\u00f6ge. Es gibt dabei eine Formel, die sich st\u00e4ndig wiederholt: \u201eso wollest du h\u00f6ren im Himmel und die S\u00fcnde deines Volkes Israel vergeben.\u201c Plagen, Bekenntnis der S\u00fcnde und Bitte um Vergebung. Das ist eine grobe Zusammenfassung von Salomos langem Gebet.\r\nBevor wir fortfahren, sollten wir \u00fcber mindestens zwei Punkte etwas l\u00e4nger nachdenken. Der eine Punkt hat etwas mit der Frage zu tun, weshalb Menschen leiden. F\u00fcr Salomo hatten die Leiden und Probleme eine konkrete Ursache: die S\u00fcnde des Volkes Israel, die zur Folge hatte, dass Gott seine sch\u00fctzende Hand vom Volk entfernte. Mit anderen Worten, die N\u00f6te der Israeliten wie milit\u00e4rische Niederlagen, Missernten oder Seuchen waren eine Antwort Gottes auf die Missetaten des Volkes. Gott bestrafte sein Volk. Salomo konnte so beten, weil in Levitikus 26 und vor allen Dingen in 5. Mose 28 klar dargelegt, was dem Volk widerfahren w\u00fcrde, wenn sie Gott gehorchen und wenn sie Gott nicht gehorchen w\u00fcrden. Wenn die Israeliten, Gott gehorchen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde Gott sie segnen materiellem Segen mit Sieg \u00fcber die Feinde und mit Gesundheit. Auf der anderen Seite, wenn sie Gott nicht gehorchen w\u00fcrden, w\u00fcrde Gott sie mit den schlimmsten Plagen und Trag\u00f6dien bestrafen, die man sich vorstellen kann. Die detaillierte Beschreibung von Gottes Fluch in 5. Mose 28 geh\u00f6rt mit zum Schlimmsten, was man im AT lesen kann.\r\nGilt das auch f\u00fcr uns? Kathryn Butler ist eine Chirurgin, die eine Teenager begleitet hatte, deren Gesundheitszustand sich t\u00e4glich verschlechterte. Die Mutter von dem M\u00e4dchen war Tag und Nacht mit ihr und k\u00fcmmerte sich aufopferungsvoll um sie. Butler schrieb: \u201eAn dem Tag, als meine Patientin starb, legte sich die Mutter ins Krankenbett mit ihr. Sie legte die Arme um sie und dr\u00fcckte sie an sich, und umfasste ihre Tochter mit der gleichen W\u00e4rme, die sie als Kleinkind gekannt haben musste. Unter Tr\u00e4nen griff sie nach ihr, betete sie, und sprach ihr Versprechen ins Ohr. Als wir Zeuge dieses gebrochenen Herzens wurden, gaben wir jedes Vorspielen von Professionalit\u00e4t auf. Jeder von uns, die Krankenschwestern, die \u00c4rzte und die Medizinstudenten, weinte mit ihr.\u201c\r\nFast schlimmer noch, beschreibt Butler den Zustand der Mutter einen Tag, bevor ihre Tochter starb. Die Mutter ahnte, dass ihre Tochter bald sterben w\u00fcrde. Sie war dabei, ihre ganze Hoffnung zu verlieren. Als die \u00c4rztin die Mutter in den Arm nahm, stammelte sie folgendes: \u201eIch bettle Gott an, dass er mein Herz herausnimmt; dass er es davor bewahrt, gebrochen zu werden. Aber ich wei\u00df nicht, ob er mir \u00fcberhaupt noch zuh\u00f6rt. Meine Familie sagt, dass das passiert ist, weil ich aufgeh\u00f6rt habe, in die Kirche zu gehen. Sie sagen, dass Gott mich bestraft.\u201c Und dann blickte sie auf und stellte folgende Frage: \u201eWas ist, wenn das alles meine Schuld ist?\u201c Vielleicht haben manche von uns \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht: wir leiden und denken, dass das daran liegt, dass Gott uns f\u00fcr unsere S\u00fcnden bestraft. Oder umgekehrt, wir wissen, dass wir uns falsch verhalten haben, und wir warten darauf, dass uns etwas Schlimmes passiert.\r\nWenn wir uns Menschen unter die Lupe nehmen, die an Gott glauben, k\u00f6nnen wir grunds\u00e4tzlich zwei Arten von Menschen unterscheiden: diejenigen, die aus Gnade leben und diejenigen, die aus dem Gesetz leben. Oberfl\u00e4chlich betrachtet k\u00f6nnte man meinen, dass es viele \u00c4hnlichkeiten gibt: beide versuchen ein frommes Leben zu f\u00fchren, beide versuchen Gottes Gebote zu halten, beide versuchen gehorsam zu sein und geistlich diszipliniert zu sein. Aber unter der Oberfl\u00e4che sehen wir fundamentale Unterschiede. Menschen unter der Gnade gehorchen, weil sie gerettet wurden; Menschen unter dem Gesetz gehorchen, um gerettet zu werden. D.h., die Motivation, weshalb gl\u00e4ubige Menschen Gutes tun, kann sich radikal voneinander unterscheiden. Menschen unter der Gnade tun Gutes, weil sie dankbar sind; Menschen unter dem Gesetz tun Gutes, aus Furcht vor negativen Konsequenzen und aus Furcht bestraft zu werden. Menschen unter der Gnade halten sich an Gottes Gebote, weil es ihnen prim\u00e4r um Gott selbst geht, den sie lieben; Menschen unter dem Gesetz halten sich an die Gebote, weil es ihnen um etwas anderes als Gott geht, wie z.B. von ihm gesegnet zu werden. Weil dem so ist, ist der Gehorsam von Menschen unter dem Gesetz immer konditional: \u201eich gehorche Gott, so lange es mir etwas bringt, so lange er mich segnet, so lange es mir keine zu gro\u00dfen Umst\u00e4nde macht, so lange der Kosten-Nutzen-Faktor stimmt.\u201c Bei den Menschen unter der Gnade ist der Gehorsam bedingungslos, weil sie folgenderma\u00dfen argumentieren: \u201eGott hat sich mir v\u00f6llig und ganz geschenkt; Jesus ist in meinem Leben einfach, weil er mich liebt, und es ist ein unverdientes Geschenk, dass er es tut. Wie k\u00f6nnte ich ihm daher nicht mein ein und alles geben? Wie k\u00f6nnte ich ihm irgendetwas vorenthalten?\u201c\r\nDer Default-Mode, die Standardeinstellung unseres Herzens ist es, unter dem Gesetz zu leben: \u201eich muss etwas tun, um mich zu retten.\u201c Und in Krisenzeiten, wenn wir mit N\u00f6ten und Leiden konfrontiert sind, zeigt sich, aus welcher Geisteshaltung wir wirklich leben. Wenn wir denken: \u201eich habe das getan, was Gott von mir will, also ist er mir etwas schuldig; ich habe Gott gehorcht, also muss er mich segnen\u201c, und wir bekommen pl\u00f6tzlich N\u00f6te und Probleme, wie reagieren wir dann? Wir werden sehr schnell bitter und zynisch. Wer unter der Gnade lebt, der hat hingegen ganz andere Kapazit\u00e4ten mit Leiden umzugehen, weil wir wissen, dass wir das Gute, das wir im Leben haben, nicht verdient haben, weil unser ganzes Leben unverdiente Gnade Gottes ist.\r\nHier ist der Punkt, auf den ich eigentlich hinauswill. Salomo hatte die kommenden Leiden und N\u00f6te des Volkes in direktem Zusammenhang gebracht mit ihrem Ungehorsam. Das ist etwas, was wir nicht tun d\u00fcrfen. Wir sind nicht mehr unter dem alten Bund. Und wir sind nicht mehr unter dem Gesetz. Durch Jesus haben wir einen neuen Bund: den Bund der Gnade. Wenn wir in der Gnade stehen, weil wir angenommen haben, dass Jesus f\u00fcr uns gestorben ist, dann d\u00fcrfen wir wissen, dass Gott uns f\u00fcr unsere S\u00fcnde nicht bestraft. Nie und nimmer. Jesaja sagte, dass unsere Strafe auf Jesus liegt. Unsere Leiden m\u00f6gen verschiedene Gr\u00fcnde und Ursachen haben. Aber ein Grund ist absolut ausgeschlossen: dass Gott uns wegen unserer Vergehen richtet.\r\nDas zweite, was wir verstehen m\u00fcssen, ist, wie durch Jesu Kommen die Rolle des Tempels v\u00f6llig neu definiert wurde. Salomos Einweihung des Tempels war ein einzigartiges Ereignis. Wir haben vorhin gesehen, dass die Stiftsh\u00fctte durch ein massives Geb\u00e4ude ersetzt wurde. Das mobile Zelt war durch ein neues Anbetungszentrum im Herzen der Stadt Gottes ersetzt worden. Das Volk schien zur Ruhe gekommen zu sein. Gott hatte sich zum Tempel bekannt. Aber Jahrhunderte sp\u00e4ter f\u00fchrte es dazu, dass das Volk Israel sich in falscher Sicherheit wog: weil sie den Tempel hatten und weil die Bundeslade im Tempel war, dachten sie, dass Gott jetzt ihnen geh\u00f6rte. Es passierte das absolut Undenkbare: der Tempel wurde schlie\u00dflich von den Babyloniern zerst\u00f6rt. Nach dem Exil wurde der Tempel wieder aufgebaut, aber viel weniger glorreich und prunkvoll. Wir kommen dann ins NT. Jesus machte v\u00f6llig erstaunliche Aussagen \u00fcber den Tempel. Jesus hatte im Tempel gerade die H\u00e4ndler vertrieben und die Tische der Geldwechsler umgesto\u00dfen. Als er gefragt wurde, wer ihm das Recht gab, so etwas zu tun, war seine Antwort: \u201eBrecht diesen Tempel ab und drei Tagen will ich ihn aufrichten.\u201c Der Evangelist Johannes erkl\u00e4rte, dass Jesus vom Tempel seines Leibes redete. Das absolut Revolution\u00e4re war, dass der Tempel Gottes kein Geb\u00e4ude war, sondern eine Person. Jesus ist der wahre Tempel.\r\nAber das ist immer noch nicht alles. In 1. Korinther sagt Paulus noch etwas \u00fcber den Tempel: \u201eWisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst geh\u00f6rt?\u201c Paulus sagte, dass alle Christen den Heiligen Geist empfangen haben. Weil der Heilige Geist in uns ist, ist jedes Kind Gottes ein kleiner Tempel Gottes. Wir alle sind Mini-Jesusse und wandelnde Orte, in denen Gott dem Menschen begegnet.\r\nWas hei\u00dft das dann also? Salomo betete immer wieder: \u201eso wollest du h\u00f6ren im Himmel und vergeben die S\u00fcnde\u2026\u201c Salomo wusste, dass nicht der irdische Tempel der Ort war, von welchem aus Gott h\u00f6rte. Gott ist im Himmel. Das ist sicherlich auch jetzt noch so. Und gleichzeitig ist es nicht ganz richtig. Wenn wir an den Himmel denken, dann denken wir an einen Ort, das schrecklich weit weg ist. Wir denken an einen Ort, der f\u00fcr uns erst einmal unerreichbar ist. Aber Jesu erste \u00f6ffentlich Predigt war, dass das Himmelreich ganz nahe herbeigekommen ist. Eigentlich ist der Himmel ganz nah. Eigentlich ist Gott mitten unter uns. Eigentlich ist Gott in einem jedem von uns. Eigentlich sollten wir als seine Gemeinde der Himmel auf Erden sein. Dallas Willard hat daher den Anfang vom Vater Unser folgenderma\u00dfen umschrieben. \u201eUnser Vater im Himmel\u2026\u201c wird zu: \u201eLieber Vater, der du uns immer ganz nah bist\u2026\u201c Gott ist uns n\u00e4her, als wir denken.\r\nWir sind nicht unter dem alten Bund. Der neue Bund ist ein Bund der Gnade Gottes. Und durch diesen Bund ist Jesus unser Tempel, und wir sind selbst Gottes Tempel. Und weil dem so ist, haben wir eine v\u00f6llig andere Grundlage zu beten, als Salomo es hatte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Drittens, die Inspiration, die wir durch sein Gebet bekommen<\/strong>\r\nAufgrund vom heutigen Text k\u00f6nnen wir folgendes mitnehmen: N\u00f6te und Leiden sind ein guter Anlass daf\u00fcr, f\u00fcr geistliche Erneuerung zu beten. C.S. Lewis sagte \u00fcber Leiden folgendes: \u201eVergn\u00fcgen ist etwas, was wir sogar ignorieren k\u00f6nnen. Aber Schmerzen wollen unbedingt behandelt werden. Gott fl\u00fcstert zu uns in unseren Vergn\u00fcgen, spricht in unsere Gewissen, aber er ruft zu uns in unsere Schmerzen: sie sind sein Megaphon, eine taube Welt zu erwecken.\u201c N\u00f6te und Leiden sind an und f\u00fcr sich genommen nicht gut. Die Coronavirus-Krise ist schlimm. Aber Krisen k\u00f6nnen ein guter Anlass werden, wenn wir die Situation nutzen, um f\u00fcr Erweckung zu beten.<\/p>\r\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Wir wollen daher w\u00e4hrend der Coronakrise f\u00fcr vier Dinge beten:<\/span>\r\n<ol>\r\n \t<li>F\u00fcr Vergebung der S\u00fcnden (Vers 36: \u201eso wollest du h\u00f6ren im Himmel und vergeben die S\u00fcnde deiner Knechte und deines Volkes\u2026\u201c)<\/li>\r\n \t<li>F\u00fcr Demut, weil Krisenzeiten eine Erinnerung daran sind, wie klein und verg\u00e4nglich wir eigentlich sind (Vers 35: \u201e\u2026weil du sie dem\u00fctigst\u2026\u201c)<\/li>\r\n \t<li>F\u00fcr Erkenntnis Gottes (Vers 43: \u201e\u2026auf dass alle V\u00f6lker auf Erden deinen Namen erkennen\u2026\u201c)<\/li>\r\n \t<li>Dass Gott die Zeit der Not endet<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Salomos Tempelgebet und unser Coronagebet \u201eso wollest du h\u00f6ren im Himmel und vergeben die S\u00fcnde deiner Knechte und deines Volkes Israel, dass du ihnen den guten Weg weist, auf dem sie wandeln sollen, und regnen l\u00e4sst auf das Land, das du deinem Volk zum Erbe gegeben hast.\u201c (1. 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