{"id":9644,"date":"2020-04-19T11:00:56","date_gmt":"2020-04-19T09:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9644"},"modified":"2022-11-18T12:19:56","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:56","slug":"predigt-johannes-2019-31-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-2019-31-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 20,19 &#8211; 31"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/2019-Joh_20-1931-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der Friede Gottes kraft der Auferstehung Jesu<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAm Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die J\u00fcnger versammelt und die T\u00fcren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!&nbsp;\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(Johannes 20,19)<\/p>\r\n<p>Ostern liegt mittlerweile schon eine Woche hinter uns. Dies gilt zumindest f\u00fcr die meisten Christen. Orthodoxe Christen wie z.B. meine Familie feiern erst heute Ostern. Wie auch immer, Ostern ist so bedeutsam, dass es von Christen aus den verschiedensten Konfessionen und von Christen aus aller Welt gefeiert wird. Es gibt ja viele Feiertage, die je nach Konfession eine unterschiedliche Bedeutung haben. Zum Beispiel spielt der Feiertag Maria Himmelfahrt in der Katholischen Kirche eine Rolle, f\u00fcr uns aber nicht im Geringsten. Ostern aber geh\u00f6rt zu den Feiertagen, die von allen christlichen Konfessionen gefeiert werden (bis auf einige Ausnahmen vielleicht). Und der Grund hierf\u00fcr ist ganz einfach. Es liegt daran, dass an Ostern die Auferstehung Christi gefeiert wird. Ob solche Ereignisse wie die Himmelfahrt Maria bedeutsam sind oder nicht, dar\u00fcber sind sich Christen uneinig. Dass aber die Auferstehung Christi ein bedeutsames Ereignis ist, das gefeiert werden muss, gilt unter allen Christen nahezu als unumstritten. Und zurecht. In der Tat geh\u00f6rt die Auferstehung Christi zu den bedeutendsten Ereignissen der Weltgeschichte. Und dies liegt nicht nur daran, dass es einfach krass ist, dass es jemand geschafft hat, von den Toten aufzuerstehen. Die Auferstehung Jesu Christi ist vielmehr als nur ein krasses Ereignis. Obwohl dieses Ereignis schon mehr als 2000 Jahren her ist, hat die Auferstehung Christi eine weitreichende Bedeutung f\u00fcr unsere Ewigkeit aber auch f\u00fcr unser Leben im Hier und Jetzt. Wer an die Auferstehung Jesu Christi glaubt, darf erfahren, wie dieses Ereignisses sein Leben positiv ver\u00e4ndert und mit Bedeutung f\u00fcllt. Welche positiven Auswirkungen der Glaube an die Auferstehung Jesu konkret auf das Leben des Gl\u00e4ubigen haben kann, macht der heutige Text sehr deutlich.<\/p>\r\n<p>Durch den heutigen Text bekommen wir Antworten auf zwei wesentliche Fragen bez\u00fcglich der Auferstehung: 1. Welche Bedeutung hat die Auferstehung Jesu f\u00fcr das Leben im Hier und Jetzt?; Diese Frage setzt voraus, dass man an die Auferstehung Jesu glaubt. Weil diese Voraussetzung aber oft nicht gegeben ist, ist noch eine zweite Frage sehr relevant. Also, 2. wie kann denen, die Zweifel an der Auferstehung haben, geholfen werden, an die Auferstehung Jesu zu glauben. Analog zu den beiden Fragen, ist die Predigt in zwei Teile unterteilt. Beginnen wir mit dem ersten Teil.<\/p>\r\n<p><strong>Teil I: Jesus bringt frohe Botschaft aufgrund seiner Auferstehung (V. 19 \u2013 23)<\/strong><\/p>\r\n<p>Bereits die ersten Verse des heutigen Textes zeigen uns, dass der Glaube an die Auferstehung Jesu unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der J\u00fcnger hatte. Um dies gut zu verstehen, m\u00fcssen wir zun\u00e4chst einmal die Lage beleuchten, in der sich die J\u00fcnger befanden. Im Vers 19 erfahren wir, dass die J\u00fcnger aus Angst vor den Juden hinter verschlossenen T\u00fcren versammelt waren. Als Anh\u00e4nger von Jesus, der erst vor Kurzem ermordet wurde, standen nun auch die J\u00fcnger in der Gefahr ihr Leben zu verlieren. Die J\u00fcnger hatten Todesangst gehabt. Das erste Mal, dass Menschen Todesangst haben, war direkt nach dem S\u00fcndenfall. Nachdem Adam und Eva von der verbotenen Frucht a\u00dfen, versteckten sie sich ja vor Gott. Warum? Sie f\u00fcrchteten sich. Was f\u00fcrchteten sie? Gott hatte es ja ihnen angedroht: Sie w\u00fcrden sterben, wenn sie von der verbotenen Frucht essen. Adam und Eva f\u00fcrchteten sich, dass sie sterben m\u00fcssen. Sie hatten also Todesangst. Die Angst vor dem Tod hat also ihren Ursprung in der S\u00fcnde bzw. in der Trennung von Gott, der ja die Quelle des Lebens ist. Auch die Angst der J\u00fcnger hatte diesen Ursprung. Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich einwenden: \u201eNe es lag einfach daran, dass die J\u00fcnger von den Juden bedroht wurden.\u201c Dann stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: Warum hatten die J\u00fcnger sp\u00e4ter diese Angst nicht mehr, obwohl sie von den Juden noch viel mehr bedroht worden waren. Sp\u00e4testens hier m\u00fcsste uns einleuchten, dass die Todesangst der J\u00fcnger einen tieferen Grund hat. Die J\u00fcnger hatten Jesus verlassen, der eine ihn sogar verleugnet. Zudem waren sie sicherlich von Jesus entt\u00e4uscht gewesen. Der, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten, war nun gestorben. Die Beziehung der J\u00fcnger zu Jesus und damit auch zu Gott war in jeglicher Hinsicht gest\u00f6rt. Was \u00fcbrig blieb, war die Bedrohung der Juden. Die J\u00fcnger, die keinen Frieden mit Gott hatten, hatten keine Sicherheit in Gott und somit blieb ihnen nichts anderes \u00fcbrig, als sich um ihr Leben zu f\u00fcrchten.<\/p>\r\n<p>In ihrer Lage brauchten die J\u00fcnger Hilfe. Wie Jesus ihnen half sehen wir in den Versen 19 und 20. Der auferstandene Jesus begegnet seinen J\u00fcngern. Die verschlossenen T\u00fcren sind f\u00fcr ihn kein Hindernis. Er geht durch sie einfach hindurch und begr\u00fc\u00dft die J\u00fcnger mit den Worten: \u201eFriede sei mit euch\u201c. Diese Worte sind zun\u00e4chst einmal nichts Ungew\u00f6hnliches. So hat man sich \u00fcblicherweise in Israel begr\u00fc\u00dft. Shalom bedeutet ja \u201eFriede\u201c. Aber Jesus sagte nie etwas aus reiner Floskel heraus. Wenn Jesus etwas sagte, dann war das immer mit Bedeutung gef\u00fcllt. So auch in dieser Situation. Der Verfasser h\u00e4lt diese Worte Jesu f\u00fcr so erw\u00e4hnenswert, dass er sie jedes Mal erneut berichtet, wenn Jesus sie sagt. Drei Mal wird davon berichtet, dass Jesus sagte: \u201eFriede sei mit euch.\u201c Jesus sprach seinen J\u00fcngern also ganz bewusst den Frieden zu. Und wenn Jesus von Frieden spricht, dann spricht er in erster Linie von einem Frieden mit Gott, der aus der Vers\u00f6hnung mit Gott kommt. Indem Jesus also seinen J\u00fcngern den Frieden zusagte, sprach er ihnen gleichzeitig auch die Vergebung f\u00fcr ihr geistliches Versagen zu. Kein Wort des Vorwurfs erklang. Stattdessen nur: \u201eFriede sei mit euch\u201c. Das bedeutete in dieser Situation so viel wie: \u201eNichts steht zwischen mir und euch. Alles ist vergeben und ausgel\u00f6scht.\u201c Jesus, der von den J\u00fcngern Verlassene, und von Petrus Verleugnete, hat bei seiner ersten Wiederbegegnung mit den J\u00fcngern nichts als Frieden zu bringen. Wie konnte der heilige Jesus, der keine einzige S\u00fcnde kleinredet, so g\u00fctig mit den J\u00fcngern umgehen? Vor Kurzem hatte Jesus am Kreuz die Grundlage daf\u00fcr geschaffen. Genau daran erinnerten Seine durchbohrten H\u00e4nde und Seite, die Jesus den J\u00fcngern zeigte. Mit seiner Auferstehung war bewiesen, dass Gott Jesu Opfer zur Vers\u00f6hnung und Vergebung angenommen hatte. Kraft seines Todes und Auferstehung konnte Jesus also seinen J\u00fcngern ohne Vorbehalte den Frieden bringen.<\/p>\r\n<p>Nun lass uns mal beide Dinge zusammenf\u00fchren: Auf der einen Seite die Todesangst der J\u00fcnger, die ihre Wurzeln in der gest\u00f6rten Beziehung mit Jesus hatte. Auf der anderen Seite der Frieden Jesu, der seinen Ursprung in der Vers\u00f6hnung mit Gott hat kraft der Auferstehung. Die beste Antwort auf die Todesangst der J\u00fcnger war also die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus. Diese Begegnung bedeutete Vers\u00f6hnung und Vergebung f\u00fcr die J\u00fcnger. Dies wiederum bedeutete Frieden f\u00fcr die J\u00fcnger. Das Sch\u00f6ne an dem Frieden ist auch, dass verschlossene T\u00fcren kein Hindernis f\u00fcr ihn sind. Die Angst machte die J\u00fcnger verschlossen und isoliert. Aber die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus kann inmitten dieser Verschlossenheit den Frieden geben. Kraft der Auferstehung Jesu ist die gr\u00f6\u00dfte un\u00fcberwindbare Kluft, die Trennung von Gott \u00fcberwunden. Wenn schon der Friede \u00fcber diese Kluft steht, dann kann er auch andere Hindernisse durchbrechen.<\/p>\r\n<p>Die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus \u00e4nderte die Lage der J\u00fcnger total. Zuerst waren die J\u00fcnger ver\u00e4ngstigt und verschlossen. Doch am Ende von Vers 20 hei\u00dft es: Da wurden die J\u00fcnger froh, dass sie den Herrn sahen.<\/p>\r\n<p>Friede, Vers\u00f6hnung, Vergebung und Freude \u2013 das alles bewirkte der auferstandene Jesu im Leben der J\u00fcnger. Das war aber nicht alles. Die Auferstehung Jesu hatte noch andere Auswirkungen auf das Leben der J\u00fcnger. Diese erfahren wir in den Versen 21 bis 23. In diesen Versen erfahren wir, dass die J\u00fcnger durch den Heiligen Geist eine Bevollm\u00e4chtigung bekamen. Der Kern dieser Bevollm\u00e4chtigung bestand darin, anderen die S\u00fcnden zu erlassen oder zu erhalten. Weil Jesus nur zu etwas bevollm\u00e4chtigt, was man auch tun soll, war diese Bevollm\u00e4chtigung auch gleichzeitig ein Auftrag. Man k\u00f6nnte also auch sagen, dass die J\u00fcnger den Auftrag bekamen, anderen die S\u00fcnden zu erlassen oder zu erhalten. Aber was bedeutet das eigentlich? Dass die J\u00fcnger anderen die S\u00fcnden erlassen konnten, bedeutet, dass sie anderen die S\u00fcndenvergebung aufgrund des Werkes Christi zusprechen konnten, wenn diese Bu\u00dfe getan haben und dem Evangelium glauben. Hierzu m\u00fcssen die J\u00fcnger nat\u00fcrlich die Gewissheit haben, dass sie mit dem Wort der Vergebung nicht blo\u00df ein frommes Wort sagen, sondern einen Tatbestand schaffen, der auch vor Gott volle Wirklichkeit ist.<\/p>\r\n<p>S\u00fcnden zu erhalten bedeutet, denen, die die Botschaft des Evangeliums nicht annehmen, auszusprechen, dass ihnen die S\u00fcnden nicht vergeben sind. Dabei ist das Erhalten der S\u00fcnde genauso wichtig wie das Erlassen der S\u00fcnde. Denn wenn die J\u00fcnger nur noch mit Selbstverst\u00e4ndlichkeit \u00fcber das Erlassen der S\u00fcnde sprechen w\u00fcrden, ohne auch ein \u201eBehalten der S\u00fcnde\u201c auszusprechen, dann w\u00fcrde die S\u00fcndenvergebung unernst und unwirklich werden. Wenn aber die J\u00fcnger auch S\u00fcnden erhalten, wei\u00df ein unbu\u00dffertiger S\u00fcnder, dass er immer noch in Konflikt mit Gott steht und daher noch der S\u00fcndenvergebung bedarf. Wenn wir das verstanden haben, verstehen wir, dass auch das S\u00fcndenbehalten indirekt auch der S\u00fcndenvergebung dient.<\/p>\r\n<p>Wenn wir wiederum das verstanden haben, verstehen wir auch, was der eigentliche Auftrag der J\u00fcnger war: Sie, die die Vergebung ihrer unendlichen Schuld erlassen bekommen haben, sollen nun hinausgehen und diese Gabe weiterreichen. Sie, die den Frieden Gottes bekommen haben, sollen ihn nicht f\u00fcr sich behalten, sondern andern weitergeben. Ebenso wie Gott Jesus in die Welt gesandt hat, um den Menschen Vergebung der S\u00fcnden und Frieden mit Gott zu bringen. Ebenso sandte nun Jesus seine J\u00fcnger aus, den Menschen den Frieden mit Gott aufgrund der S\u00fcndenvergebung zu bringen. Jesus sagt daher: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.<\/p>\r\n<p>Was bedeutet nun der Abschnitt, den wir bisher betrachtet haben, f\u00fcr uns? Nicht nur die J\u00fcnger, sondern jeder von uns kennt es, Angst zu haben. Die Wurzel unserer \u00c4ngste ist die Angst vor dem Tod. F\u00fcr uns alle gibt es einen Zustand, wo wir sagen w\u00fcrden: \u201eWenn das und das in meinem Leben passieren w\u00fcrde, dann ist mein Leben ruiniert. Wenn das und das in meinem Leben passiert, dann kann ich nicht mehr weiterleben, dann ist das mein Tod.\u201c F\u00fcr manche ist es der Tod, wenn sie in eine finanzielle Krise kommen. F\u00fcr andere ist es der Tod, wenn sie ihr Gesicht vor den Leuten verlieren, wenn sie vor anderen blo\u00dfgestellt werden, z.B. in der Gemeinde. F\u00fcr manche ist es der Tod, wenn sie in einer Sache versagen. Viele Aktionen unseres Alltags sind davon bestimmt, diesem pers\u00f6nlichen Tod zu entkommen. Und wenn Situationen auftauchen, die uns auch nur ein bisschen in die N\u00e4he dieses Todes r\u00fccken, kommt in uns Angst auf. Daher habe ich eben gesagt, dass alle unsere \u00c4ngste letztendlich ihre Wurzel in der Todesangst haben. Aber was machen diese \u00c4ngste mit uns? Sie machen uns verschlossen. Sie bewirken, dass wir nur noch auf uns bedacht sind. Sie bewirken, dass wir nicht f\u00fcr andere da sein k\u00f6nnen. Bei all dem stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: \u201eWas ist die Hilfe gegen unsere Todesangst?\u201c Gottes Antwort auf unsere Todesangst ist die Auferstehung Jesu Christi. Weil die Auferstehung Jesu den Tod \u00fcberwunden hat, ist der Glaube an die Auferstehung Jesu die beste Antwort auf unsere Todesangst. Durch den Glauben an die Auferstehung Jesu Christi brauchen wir unseren Tod nicht mehr zu f\u00fcrchten. Wenn ich wirklich verstanden habe, dass Jesus den Tod \u00fcberwunden hat, dann brauche ich auch nicht mehr Angst vor meinen pers\u00f6nlichen Tod zu haben. Selbst wenn der worst case eintreten sollte, darf der Gl\u00e4ubige wissen, dass er sicher in Jesu Armen ist. Denn kraft der Auferstehung Jesu hat er ja Frieden mit Gott. Deswegen darf er sich in jedem Fall sicher in Jesu Armen wissen. So k\u00f6nnen wir durch den Glauben an die Auferstehung Christi ein Leben in Frieden und Freude f\u00fchren, anstelle uns von unseren \u00c4ngsten treiben zu lassen. Das ist das wahre Leben, das uns der Glaube an die Auferstehung Christi bringt. Ganz in diesem Sinne hei\u00dft es am Ende von Vers 31: damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.<\/p>\r\n<p>Aber das ist nicht alles, was uns der Glaube an die Auferstehung Jesu gibt. Todesangst bewirkt, dass wir uns vor anderen Menschen verschlie\u00dfen und zur\u00fcckziehen. Der Frieden aber, den wir mit Gott durch die Auferstehung Jesu haben d\u00fcrfen, bewirkt genau das Gegenteil. Er treibt uns nicht in die Isolation, sondern hinaus zu den Menschen. Nachdem Jesus den J\u00fcngern den Frieden noch einmal zugesprochen hatte, sandte er sie hinaus zu der Welt. Und eben genau das sollte auch unsere Reaktion auf den Frieden Gottes sein.<\/p>\r\n<p>Dies ist gerade in dieser Zeit besonders wichtig! Wegen der Situation durch Corona haben viele Menschen Existenz\u00e4ngste. Mit anderen Worten sie haben Todesangst. Sie f\u00fcrchten die wirtschaftlichen Folgen von Corona. Viele andere Menschen haben vor der Ansteckung mit Corona selbst Angst. In einem Zeitungsartikel stand, dass viele sich nicht einmal mehr zum Arzt trauen, obwohl sie teilweise sehr ernsthafte Beschwerden haben. Aus Angst verbarrikadieren sie sich in ihren eigenen vier W\u00e4nden. Verstehen wir? Diesen Menschen ergeht es genauso wie die J\u00fcnger, die sich aus Angst hinter verschlossenen T\u00fcren zur\u00fcckgezogen hatten. Es gibt in der Welt viele Hilfen f\u00fcr diese Menschen. Sie milden ihre Situation, k\u00f6nnen aber ihr wahres Problem nicht l\u00f6sen. Das was all diese Mensch, die unter Existenz\u00e4ngsten leiden, brauchen, ist der Friede Gottes. Jesus sagt: Den Frieden lasse ich euch,&nbsp;meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Gerade weil die Welt diesen Frieden nicht geben kann, muss dieser Friede Gottes von uns Gl\u00e4ubigen kommen. Die Menschen m\u00fcssen verstehen, was die tiefe Ursache ihrer Existenz\u00e4ngste ist, n\u00e4mlich die S\u00fcnde und die Trennung von Gott, aber dass es kraft der Auferstehung Jesu eine L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem gibt. Lasst uns daher daf\u00fcr beten, wie Gott uns pers\u00f6nlich aber auch als Gemeinde gerade in dieser Zeit gebrauchen m\u00f6chte.<\/p>\r\n<p>Die ersten Verse, also die Verse 19 bis 23, haben uns gezeigt, was wir alles durch die Auferstehung Jesu Christi haben k\u00f6nnen \u2013 Frieden, Vergebung der S\u00fcnden, Freude, Freiheit von Todes\u00e4ngsten, das Privileg, f\u00fcr andere ein Friedensbote zu sein \u2013 alles in allem das Leben. An diese geistlichen Privilegien kann man nur Anteil haben, wenn man selber an die Auferstehung Christi glaubt. Was aber, wenn einfach der Glaube an die Auferstehung Christi fehlt? Vielleicht gibt es auch unter uns einige die keine Gewissheit an der Auferstehung Christi haben &#8211; also, die daran Zweifel haben? F\u00fcr solche Zweifler ist der heutige Text genau die richtige Hilfe. Lasst uns das im zweiten Teil der Predigt betrachten.<\/p>\r\n<p><strong>Teil II: Jesus verhilft seinen J\u00fcngern zum Glauben an die Auferstehung (V.19 \u2013 31)<\/strong><\/p>\r\n<p>Die Begebenheit aus dem heutigen Text schlie\u00dft direkt an die Geschichte an, in der der auferstandene Jesus Maria Magdalena begegnet war. Am Ende dieser Geschichte erfahren wir, dass Maria zu den J\u00fcngern gegangen war und ihnen davon erz\u00e4hlt hatte, dass sie Jesus gesehen habe. Das war nat\u00fcrlich eine ziemlich krasse Botschaft, die sie den J\u00fcngern \u00fcbermittelt hatte. Wie kam diese Botschaft aber bei den J\u00fcngern an? Wie wurde sie aufgenommen? Wenn wir Vers 19 betrachten, bekommen wir den Eindruck, dass die Nachricht von Maria \u00fcberhaupt nicht bei den J\u00fcngern angekommen war. Kein Wort dar\u00fcber, dass sich die J\u00fcnger gefreut haben. Es wird nicht einmal davon berichtet, dass sie Fragen hier\u00fcber gestellt hatten. Offenbar war es so, dass sie Maria nicht geglaubt hatten. Zumindest war in ihnen noch kein klarer und kraftvoller Glaube entstanden. Das Zeugnis einer Frau hatte im damaligen Israel einfach keinen Wert. Frauen durften nicht einmal als Zeugin vor Gericht auftreten. So war es f\u00fcr die J\u00fcnger wohl \u201enur\u201c eine Frau gewesen, die von der Auferstehung Jesu erz\u00e4hlt hatte. Aber nicht nur das Zeugnis von Maria hatte die J\u00fcnger nicht \u00fcberzeugt, sondern auch das leere und aufger\u00e4umte Grab nicht. Zwar hei\u00dft es \u00fcber Johannes, dass er glaubte, als er das leere Grab sah, aber f\u00fcr die anderen J\u00fcnger war dies noch lange kein Grund daf\u00fcr, dass Jesus auferstanden sein muss. Wahrscheinlich haben sie so gedacht, wie Maria Magdalena zuvor: Man habe Jesus weggebracht. Weder das Zeugnis von Maria noch das leere Grab hatte die J\u00fcnger \u2013 zumindest die meisten J\u00fcnger nicht \u00fcberzeugt, dass Jesus auferstanden war.<\/p>\r\n<p>Selbst als Jesus durch die verschlossenen T\u00fcren hindurchgegangen war, mitten unter den J\u00fcngern trat und zu ihnen sprach, wird nicht davon berichtet, dass die J\u00fcnger glaubten \u2013 zumindest nicht so, dass sie es wirklich verinnerlicht hatten. Erst als Jesus ihnen seine durchbohrten H\u00e4nde und Seite zeigte, kam der Glauben bei ihnen zum Durchbruch. Erst dann hei\u00dft es: &nbsp;Da wurden die J\u00fcnger froh, dass sie den Herrn sahen. Das alles musste also geschehen, damit die J\u00fcnger wirklich glaubten, dass Jesus auferstanden war. Nicht ohne Weiteres hatten die J\u00fcnger also an die Auferstehung Jesu geglaubt. Die Augenzeugen der Auferstehung Jesu waren keine leichtgl\u00e4ubigen Menschen gewesen. Es waren Menschen gewesen, die selbst zun\u00e4chst skeptisch gewesen waren, aber dann doch \u00fcberzeugt wurden. Aber eben gerade das macht ihr Zeugnis, dass Jesus auferstanden ist, umso glaubw\u00fcrdiger.<\/p>\r\n<p>Dass die J\u00fcnger nicht ohne Weiteres an die Auferstehung Jesu geglaubt hatten, zeigt sich am deutlichsten am J\u00fcnger Thomas. Thomas war ja nicht dabei gewesen, als Jesus den J\u00fcngern zum ersten Mal erschienen war. Obgleich Thomas von allen anderen J\u00fcngern geh\u00f6rt hatte, dass Jesus ihnen begegnet und die L\u00f6cher in seinem K\u00f6rper gezeigt hatte, \u00fcberzeugte ihn das nicht. Wenn ein J\u00fcnger behauptet, er habe Jesus gesehen, ist es noch einmal was anderes, als wenn 10 J\u00fcnger das behaupten. Sie alle k\u00f6nnen sich das ja nicht eingebildet haben. Nichtsdestotrotz war das f\u00fcr Thomas kein \u00fcberzeugendes Argument. Nicht einmal, dass Jesus ihn pers\u00f6nlich erscheinen w\u00fcrde, w\u00fcrde er als ein \u00fcberzeugendes Argument akzeptieren. Er ging sogar einen Schritt weiter: Selbst wenn Jesus ihm die L\u00f6cher in den H\u00e4nden und an der Seite zeigen w\u00fcrde, w\u00e4re dies kein \u00fcberzeugendes Argument. Erst dann, wenn er seinen Finger in die N\u00e4gelmale und seine Hand in Jesu Seite legen k\u00f6nne, erst dann w\u00fcrde er glauben. Thomas war also alles andere als leichtgl\u00e4ubig oder naiv. Er war ein ziemlich gro\u00dfer Skeptiker gewesen. Dass aber selbst Thomas schlie\u00dflich sagen kann: \u201eMein Herr und mein Gott\u201c \u2013 gerade das ist ein m\u00e4chtiges Zeugnis f\u00fcr die Auferstehung Jesu. Wenn selbst solch ein Skeptiker wie Thomas nun bezeugen kann, dass Jesus auferstanden ist, dann muss doch an diesem Zeugnis wirklich was dran sein. Nicht ohne Grund erw\u00e4hnt Johannes den Spitznamen von Thomas, \u201eZwilling\u201c. Die Leser sollten genau wissen, welchen Thomas er meint. Fr\u00fcher gab es ja keine Nachnamen (Beispiel Schule). Jeder der diesen Bericht liest, sollte wissen: \u201eDer Thomas, der heute so \u00fcberzeugt den auferstandenen Jesus verk\u00fcndigt, war selbst einmal ein gro\u00dfer Skeptiker gewesen. Er muss dem auferstandenen Christus wirklich begegnet sein.\u201c<\/p>\r\n<p>Der Leser sollte durch diesen Bericht im Glauben an die Auferstehung Jesu gest\u00e4rkt werden oder erst gar zum Glauben kommen. Das war ja gerade die Absicht von Johannes, wie wir es in Vers 31 sehen k\u00f6nnen. Dort hei\u00dft es ja: Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Johannes ist der einzige der \u00fcber die Geschichte von Thomas berichtet. Johannes hielt diese Geschichte f\u00fcr erw\u00e4hnenswert, gerade weil er glaubte, dass es Menschen in dem Glauben an die Auferstehung st\u00e4rken kann. Wenn du also Zweifel an der Auferstehung hast, lese und studiere die Thomas-Geschichte.<\/p>\r\n<p>Vielleicht gibt es aber einige unter uns, die denken, f\u00fcr mich ist das aber immer noch kein \u00fcberzeugendes Argument. Mir geben diese Berichte immer noch keine Gewissheit, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Die sollen wissen, dass die Thomas-Geschichte noch in anderer Hinsicht zum Glauben an die Auferstehung ermutigt. In dieser Geschichte f\u00e4llt es auf, wie sehr Jesus Thomas entgegenkam. Jesus war bereit, alles zu tun, was Thomas Zweifel beseitigt. Er war nicht nur bereit dazu, sondern auch in der Lage gewesen, die Zweifeln von Thomas mit tiefer Gewissheit zu ersetzen. Thomas, der zweifelte, wurde ver\u00e4ndert zu einem Thomas, der Jesus mit den Worten: \u201eMein Herr und mein Gott\u201c anbetete. Hinter dieser Anbetung steckt der Glaube an die Gottheit Christi. In seinem ganzen Evangelium bem\u00fcht sich Johannes immer wieder die Gottheit Jesu aufzuzeigen. Jesus als Gott zu erkennen, ist genau der Glaube, den Johannes bei seinen Leser erreichen m\u00f6chte. Jesus war also in der Lage, Thomas von seinen Zweifeln zu einem vorbildlichen Glauben zu bringen.<\/p>\r\n<p>Diese Geschichte ist also eine gro\u00dfe Einladung f\u00fcr alle, die Zweifel an der Auferstehung haben, mit ihren Zweifeln zu Jesus zu kommen. Wenn selbst Thomas durch Jesus geholfen werden k\u00f6nnte, dann besteht f\u00fcr jeden aufrichtigen Zweifler Hoffnung. Wer seine Zweifel zu Jesus bringt, muss sich dabei aber \u00fcber einige Punkte im Klaren sein:<\/p>\r\n<p>Erstens: Thomas geh\u00f6rte nicht zu den Zweiflern, die eine Entschuldigung suchen, nicht an die Auferstehung zu glauben. Er war kein Zweifler aus Wohlgefallen an Kritik und Besserwissen. Er war Zweifler aus innerer Not und aus dem hei\u00dfen Verlangen, Gewissheit in der Auferstehung Jesu zu haben. In Wirklichkeit war Thomas sehr gerne bereit gewesen zu glauben. Dies k\u00f6nnen wir v.a. daran sehen, dass Thomas auf die Begegnung mit Jesus mit einem klaren Glauben reagiert, indem er Jesus als seinen Herrn und Gott bezeichnet. \u00dcbrigens tut er dies schon, ohne seine Finger in Jesu N\u00e4gelmale zu legen. Er brauchte dies doch nicht. Indem Thomas sagt: Mein Herr und mein Gott, war Thomas sogar bereit, die Auferstehung Jesu mit Konsequenz auf sein Leben zu akzeptieren. F\u00fcr Thomas war es eine wunderbare Sache, dass Jesus auferstanden ist. Aber gerade weil es so eine wunderbare Sache war, wollte Thomas darin ganz sicher sein. Er wollte absolute Gewissheit darin haben (Beispiel: Lotto). Wer an der Auferstehung zweifelt, nur weil er eine Entschuldigung f\u00fcr seinen Unglauben sucht, oder wer in Wirklichkeit gar nicht bereit ist, die Auferstehung Jesu mit Konsequenz auf sein Leben zu akzeptieren, braucht auch nicht zu erwarten, dass ihm jemals diese Zweifeln genommen werden. Einem aufrichtigen Zweifler hingegen kann Jesus sehr helfen;<\/p>\r\n<p>Der zweite Punkt, \u00fcber den sich ein Zweifler im Klaren sein sollte, ist der: Dass Jesus Thomas erschien, um ihm Gewissheit zu geben, hei\u00dft nicht, dass Jesus es immer so macht. Ein Grund, warum Jesus den J\u00fcngern und Thomas erschienen war, war sicherlich auch der, dass die 12 Aposteln Augenzeugen der Auferstehung sein sollten. Diese Tatsache machen sich Johannes und Petrus sp\u00e4ter in ihren Briefen zu nutze. Dort berufen sie sich darauf, dass sie Augenzeugen sind, um ihre Glaubw\u00fcrdigkeit zu bekr\u00e4ftigen.<\/p>\r\n<p>Wenn wir V.19 betrachten wird deutlich, dass Jesus es nicht vorgesehen hat, seine Auferstehung jedem immer mit einer Erscheinung zu beweisen. Im Gegenteil, Jesus preist gerade diejenigen f\u00fcr selig, die nicht sehen und doch an seine Auferstehung glauben. Das sind ja alle diejenigen, die durch das H\u00f6ren des Wortes zum Glauben an die Auferstehung gekommen sind. Indirekt sagte Jesus hier bereits eine Zeit voraus, in der Menschen an seine Auferstehung glauben werden, ohne Jesus jemals gesehen zu haben. In der Geschichte der Gemeinde hat sich das zu allen Zeiten hindurch bewahrheitet. Wer also mit seinen Zweifeln zu Jesus kommt, sollte daf\u00fcr offen sein, dass der Herr Jesus sein Wort hierf\u00fcr gebrauchen wird (was nicht hei\u00dft\u2026 in der Regel aber\u2026). Man sollte nicht Jesus an die Erwartung festmachen, dass er ihm erscheinen m\u00fcsse.<\/p>\r\n<p>Es ist ein Irrtum zu meinen, dass eine Erscheinung ein besserer Beweis sei als Jesu Wort. In 1.Petr 1,8 hei\u00dft es: Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht. In dieser Stelle ist eben von Gl\u00e4ubigen die Rede, die durch das H\u00f6ren des Wortes zum Glauben an Jesus gekommen sind, ohne ihn jemals gesehen zu haben. Petrus behauptete, dass sie Jesus lieb haben. Er machte ihre Liebe daran fest, dass sie f\u00fcr Jesus viel erlitten hatten. Gottes Wort selbst kann also so einen klaren Glauben an die Auferstehung Jesu bewirken, dass Menschen f\u00fcr Jesus alles mit Freuden aufgeben, ohne Jesus jemals gesehen zu haben.<\/p>\r\n<p>Der dritte Punkt, \u00fcber den sich ein Zweifler im Klaren sein sollte, ist, dass man bereit sein soll zu warten. Jesus erschien Thomas erst nach acht Tagen. Solange war er in seinen Zweifeln geblieben. Wer Zweifel hat, sollte Jesus in seinem Wort solange suchen, bis Jesus ihm die volle Gewissheit gegeben hat.<\/p>\r\n<p>Wer also in seinen Zweifeln von Jesus geholfen werden m\u00f6chte, sollte diese drei Punkte in Betracht ziehen. Jesus kann jedem helfen, der aufrichtig zu ihm kommt. Nachdem Jesus Thomas alle n\u00f6tigen Hilfen zum Glauben geliefert hatte, sagte er zu Thomas: sei nicht ungl\u00e4ubig, sondern gl\u00e4ubig. Eine treffendere \u00dcbersetzung von diesem Satz lautet: werde nicht ungl\u00e4ubig, sondern gl\u00e4ubig. Jesus spricht hier nicht nur einen Befehl an Thomas aus. Jesus spricht hier auch ein Machtwort der geistlichen Heilung aus. Gerade so wie Jesus einem Auss\u00e4tzigen sagte: Sei gesund, sagte er zu Thomas: werde gl\u00e4ubig. Und siehe da, Thomas, der gro\u00dfe Zweifler, wurde gl\u00e4ubig. Derselbe Jesus kann auch heute noch \u00fcber jeden Zweifler das Machtwort aussprechen: werde nicht ungl\u00e4ubig, sondern gl\u00e4ubig. Lasst uns beten.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der Friede Gottes kraft der Auferstehung Jesu \u201eAm Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die J\u00fcnger versammelt und die T\u00fcren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!&nbsp;\u201c (Johannes 20,19) Ostern liegt mittlerweile schon eine Woche hinter uns. 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