{"id":9634,"date":"2020-04-12T11:00:00","date_gmt":"2020-04-12T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9634"},"modified":"2022-11-18T12:19:57","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:57","slug":"predigt-johannes-201-18-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-201-18-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 20,1 &#8211; 18"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/2019-Joh_20-0118-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\r\n<h2 style=\"text-align: center;\">Ich habe den Herrn gesehen<\/h2>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eMaria Magdalena geht und verk\u00fcndigt den J\u00fcngern: \u00bbIch habe den Herrn gesehen\u00ab, und was er zu ihr gesagt habe.\u201c<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: center;\">(Johannes 20,18)<\/p>\r\n<p>Es ist \u00fcblich, sich heute mit \u201eFrohe Ostern!\u201c zu begr\u00fc\u00dfen. Aber es ist nicht eindeutig, woher das Wort Ostern kommt. Einige vermuten die Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs. Alle vier Evangelien berichten gemeinsam, dass das leere Grab Jesu vor dem Sonnenaufgang fr\u00fch am Morgen entdeckt wurde. Die Zeit der Dunkelheit ging vor\u00fcber und die Morgenr\u00f6te k\u00fcndigte das Neue an.<\/p>\r\n<p>Unser heutiger Text Johannes 20 berichtet, was sich am Ostermorgen ereignete. Am Ende dieses Kapitels steht, was der Verfasser durch sein Schreiben erzielen wollte. Die Verse 30-31 sagen: \u201eNoch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen J\u00fcngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr, weil ihr glaubt, das Leben habt in seinem Namen.\u201c Der Verfasser Johannes schrieb sein Buch, damit die Leser glauben, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und dass sie durch diesen Glauben das ewige Leben haben.<\/p>\r\n<p>Also stehen in seinem Buch nicht viele Zeichen, sondern nur die Zeichen bzw. Ereignisse, die er zur Erbauung des Glaubens f\u00fcr wichtig gehalten hat. Wenn wir von der Absicht des Verfassers ausgehen, k\u00f6nnen wir eine zielf\u00fchrende Orientierung finden, wie wir den heutigen Abschnitt lesen sollten. Der heutige Abschnitt sollte unseren Glauben aufbauen, damit wir glauben, dass Jesus der Christus, Gottes Sohn ist, und dass wir dadurch das ewige Leben haben.<\/p>\r\n<p>Der Vers 1 beginnt mit den Worten \u201eam ersten Tag der Woche\u201c. Als Gott das Sch\u00f6pfungswerk vollendete, war der siebte Tag der Sabbattag. Nach dem Sabbattag begann der erste Tag der Woche. Der Ostersonntag ist gerade der erste Tag der Woche. Als es noch finster war, kam Maria Magdalena zum Grab, wo Jesus hingelegt worden war. Warum Maria Magdalena so fr\u00fch zum Grab kommen musste, erkl\u00e4rt der Verfasser nicht. Was ihm aber dabei wichtig war, dass Maria entdeckte, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Dann lief sie sofort zu Simon Petrus und dem anderen J\u00fcnger, den Jesus lieb hatte. Ihnen berichtete sie: \u201eSie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.\u201c Eigentlich wusste Maria nicht genau, was im Grab geschehen war. Dennoch ging sie davon aus, dass der Leichnam Jesu weggenommen worden war. Da gingen Petrus und der andere J\u00fcnger hinaus und kamen zum Grab. F\u00fcr die J\u00fcnger Jesu war es nicht leicht, \u00f6ffentlich zum Grab Jesu zu gehen. Denn der Vers 19 sagt, dass sie sich vor den Juden f\u00fcrchteten. Trotz der Angst liefen sie zum Grab, um noch genauer zu erfahren, was sich dort ereignet hatte. Interessanterweise berichtet der Verfasser dar\u00fcber, dass Johannes schneller als Petrus lief und als Erster zum Grab kam. Wollte Johannes dadurch sagen, dass er sportlicher als Petrus war? Oder wollte er uns den Eindruck vermitteln, dass er j\u00fcnger als Petrus war? Es mag sein, aber sicher ist, dass Johannes sich genau daran erinnerte, dass er schneller als Petrus zum Grab Jesu gelaufen war. Es war f\u00fcr ihn eine Tatsache, die in seinem Ged\u00e4chtnis blieb. Viele Leser k\u00f6nnten es au\u00dfer Acht lassen, dass Johannes als Erster zum Grab kam. Aber Johannes achtet diese Tatsache nicht gering, sondern schrieb dar\u00fcber, weil es eine Tatsache war. In der Tat berichtet Johannes uns, den Lesern, was geschehen war und was er selbst am Ostermorgen erlebt hatte.<\/p>\r\n<p>Obwohl Johannes als Erster zum Grab kam, ging er nicht hinein. Er schaute nur hinein und sah die Leinent\u00fccher liegen. Dann kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein und sah ebenfalls die Leinent\u00fccher. Was Petrus im Grab besonders auffiel, war, dass das Schwei\u00dftuch, das Jesu Haupt bedeckt hatte, nicht bei den Leinent\u00fcchern, sondern daneben lag, zusammengewickelt an einem besonderen Ort. Es sah so aus, als ob jemand die Bettdecke nach dem Aufstehen ordentlich gemacht h\u00e4tte. Die Lage im Grab spricht eindeutig gegen die Annahme, dass jemand den Leichnam Jesu in Eile gestohlen h\u00e4tte. Wenn es so w\u00e4re, stellt sich die Frage, warum nur die Leichent\u00fccher ohne den Leichnam Jesu im Grab lagen. Und warum lag das Schwei\u00dftuch nicht bei den Leinent\u00fcchern, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort? Im leeren Grab herrschte nicht die Unordnung, sondern die Ordnung.<\/p>\r\n<p>Sicherlich wusste der Verfasser, welches Ger\u00fccht damals bei Juden verbreitet wurde. Die \u00c4ltesten der Juden wollten die Tatsache der Auferstehung vertuschen. Daf\u00fcr gaben sie den Wachsoldaten viel Geld und beauftragten sie, beim Volk das folgende Ger\u00fccht zu verbreiten: \u201eSeine J\u00fcnger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, w\u00e4hrend wir schliefen.\u201c Aber das leere Grab, das ordentlich aussah, beweist, dass der Leichnam Jesu nicht gestohlen wurde.<\/p>\r\n<p>Nach Petrus ging auch der andere J\u00fcnger hinein, der als Erster zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. Im Vers 9 wird beschrieben, welchen Glauben Petrus und Johannes damals hatten. Dort hei\u00dft es: \u201eDenn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen m\u00fcsste.\u201c Zwar sahen sie das leere Grab und glaubten, dass etwas im Grab geschehen war, aber verstanden die Schrift noch nicht, dass Jesus von den Toten auferstehen m\u00fcsste. Und sie gingen wieder zu den anderen zur\u00fcck, ohne den verschwundenen Jesus zu suchen. Das leere Grab Jesu k\u00f6nnte f\u00fcr sie ein Hinweis auf die Auferstehung sein, wie er ihnen vorher angek\u00fcndigt hatte. Aber Jesu J\u00fcnger verstanden noch nicht, dass Jesus nach der Schrift auferstehen musste.<\/p>\r\n<p>Das Grab war leer. Das sahen Simon Petrus und Johannes. Immerhin gibt es zwei Augenzeugen, die selbst ins Grab Jesu hinein gingen und das leere Grab sahen.<\/p>\r\n<p>Nachdem zwei J\u00fcnger nach Hause gegangen waren, fing nun der Verfasser an, sein Augenmerk auf Maria zu richten. Die Verse 11-12 sagen: \u201eMaria aber stand drau\u00dfen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern sitzen, einen zu H\u00e4upten und den andern zu den F\u00fc\u00dfen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte.\u201c Maria konnte keine Ruhe dar\u00fcber finden, dass Jesu Leichnam verschwunden war. Daher konnte sie nicht aufh\u00f6ren, Jesus zu suchen. Weinend schaute sie ins Grab hinein und sah zwei Engel. Sie fragten Maria: \u201eFrau, was weinst du?\u201c Sicherlich wussten die Engel, warum Maria weinen musste. Darum wollten sie ihr sagen, dass sie nicht mehr zu weinen br\u00e4uchte, weil Jesus auferstanden war. Aber wie Petrus und Johannes war auch Maria noch nicht in der Lage, zu erkennen, dass das leere Grab ein Hinweis auf die Auferstehung Jesu war. Darum klagte Maria weiter: \u201eSie haben meinen Herrn weggenommen, und ich wei\u00df nicht, wo sie ihn hingelegt haben.\u201c Selbst die Engel Gottes konnten Maria nicht tr\u00f6sten.<\/p>\r\n<p>Endlich erschien der auferstandene Jesus Maria Magdalena. Vers 14 sagt: \u201eUnd als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und wei\u00df nicht, dass es Jesus ist.\u201c Noch erkannte Maria nicht, dass Jesus vor ihr stand. Es ist erstaunlich, warum es ihr schwerfiel, Jesus zu erkennen. Wahrscheinlich war es f\u00fcr sie unvorstellbar, dass der verstorbene Jesus wieder lebendig vor ihr stehen k\u00f6nnte. Oder in ihrer Trauer konnte sie nicht genau merken, dass der auferstandene Jesus ihr gerade gegen\u00fcberstand. Jesus fing an, mit ihr ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Jesus fragte sie: \u201eFrau, was weinst du? Wen suchst du?\u201c Als sie die Stimme des Herrn h\u00f6rte, h\u00e4tte sie noch leichter erkennen k\u00f6nnen, dass Jesus mit ihr redete. Aber auch durch das H\u00f6ren seiner Stimme konnte sie ihn nicht erkennen. Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner und fragte ihn: \u201eHerr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du hingelegt? Dann will ich ihn holen.\u201c<\/p>\r\n<p>Ihre Augen waren noch geschlossen. Aber als Jesus sie mit ihrem Namen \u201eMaria!\u201c rief, erkannte sie ihn sofort und antwortete: \u201eMeister!\u201c Aus Freude wollte sie Jesus anr\u00fchren. Aber Jesus sprach zu ihr: \u201eR\u00fchre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Br\u00fcdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.\u201c Wie sehr w\u00fcnschte sich Maria, Jesus anzur\u00fchren. Am liebsten wollte sie bei Jesus in Ewigkeit bleiben. Aber Jesus erinnerte sie daran, dass er die Welt verlassen und zum Vater zur\u00fcckgehen w\u00fcrde. Der auferstandene Jesus ist Gottes Sohn, der die Macht des Todes \u00fcberwunden hat. Er ist der Christus, der durch seinen Tod und Auferstehung die Erl\u00f6sung der Menschen vollbracht hat. Jesus beauftragte Maria: Geh aber hin zu meinen Br\u00fcdern und sage ihnen.<\/p>\r\n<p>Jesus nannte seine J\u00fcnger meine Br\u00fcder. Jesus, Gottes Sohn best\u00e4tigte, dass seine J\u00fcnger seine Br\u00fcder sind. Also hatten sie dieselbe Stellung zu seinem Vater und zu seinem Gott. Sein Vater ist auch ihr Vater, sein Gott ist wiederum ihr Gott. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hatte er es erm\u00f6glicht, dass seine J\u00fcnger in die gleiche Stellung zu seinem Vater und zu seinem Gott versetzt werden, in der er selbst war. Sein Wort best\u00e4tigt, dass die Beziehung zu Gott durch seinen Tod und Auferstehung wiederhergestellt wurde. Alle, die Jesus als Gottes Sohn annehmen, denen gibt Gott die Macht, Gottes Kinder zu werden.<\/p>\r\n<p>Die J\u00fcnger waren noch unwissend, welches Werk Jesus f\u00fcr sie vollbracht hatte. Darum wollte Jesus durch Maria ihnen diese neue Stellung verk\u00fcndigen. Maria Magdalena ging und verk\u00fcndigte den J\u00fcngern: \u00bbIch habe den Herrn gesehen\u00ab, und was der Herr zu ihr gesagt hatte.<\/p>\r\n<p>Am Ostermorgen h\u00f6rten die J\u00fcnger Jesu die Botschaft durch die Augenzeugin Maria Magdalena: Ich habe den Herrn gesehen, und was Jesus zu ihr gesagt hatte.<\/p>\r\n<p>Interessanterweise berichtet der Verfasser nicht \u00fcber die Reaktion der J\u00fcnger auf die Nachricht durch Maria. Keine Reaktion ist auch eine Reaktion, sagt man. Der Verfasser fand keine erw\u00e4hnenswerte Reaktion bei den J\u00fcngern. Hier k\u00f6nnen wir nachvollziehen, wie die Botschaft durch Maria bei den J\u00fcngern angekommen ist. Zwar h\u00f6rten sie durch Maria: \u201eIch habe den Herrn gesehen\u201c, aber sie zeigten keine Reaktion. Die Botschaft durch Maria war f\u00fcr sie zuerst nicht glaubw\u00fcrdig, weil nicht zwei Personen sie bezeugten. Sie konnten auch meinen: OK, du hast ihn gesehen, aber warum erscheint er uns denn nicht? Durch die Botschaft, dass Maria Jesus gesehen hat, kamen die J\u00fcnger nicht zum Glauben an die Auferstehung.<\/p>\r\n<p>Die Botschaft durch Maria kann bei den Menschen unterschiedlich ankommen. Zurzeit sind viele Menschen in der ganzen Welt mit der Pandemie durch Covid-19 konfrontiert. Viele Menschen f\u00fchlen sich unsicher. Warum haben die Menschen Angst? Diese Angst hat mit dem Tod zu tun. Niemand will sein Leben verlieren. Aber leider h\u00f6ren wir jeden Tag, dass viele ihr Leben verloren haben. Wie stark k\u00f6nnen die Familienangeh\u00f6rigen geschockt werden, wenn sie mit so einem Todesfall konfrontiert werden. Die Botschaft \u201eIch habe den Herrn gesehen\u201c kann vielen Menschen unwichtig vorkommen. Aber die Botschaft der Auferstehung ist die Botschaft von Gottes Sohn. Er will die Menschen, die unter der Todesangst leiden, tr\u00f6sten. Er will denen, die wegen dem Tod betroffen sind, die Hoffnung auf die Auferstehung geben. Heute erleben wir, wie schwach die Menschen sind. Wir werden irgendwann alle unterschiedlich zu dem Punkt kommen, dass wir uns von dieser Welt verabschieden m\u00fcssen. Aber der Tod ist nicht unser Ende, sondern wir werden zum Vater gehen.<\/p>\r\n<p>Gott will, dass alle in Jesus das ewige Leben haben. Darum sollen wir heute die Botschaft Jesu ernst nehmen und Jesus als Gottes Sohn aufnehmen.<\/p>\r\n<p>Amen.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich habe den Herrn gesehen \u201eMaria Magdalena geht und verk\u00fcndigt den J\u00fcngern: \u00bbIch habe den Herrn gesehen\u00ab, und was er zu ihr gesagt habe.\u201c (Johannes 20,18) Es ist \u00fcblich, sich heute mit \u201eFrohe Ostern!\u201c zu begr\u00fc\u00dfen. Aber es ist nicht eindeutig, woher das Wort Ostern kommt. Einige vermuten die Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs. 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