{"id":956,"date":"2010-08-01T17:08:27","date_gmt":"2010-08-01T16:08:27","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=956"},"modified":"2023-01-29T20:48:36","modified_gmt":"2023-01-29T19:48:36","slug":"predigt-1-samuel-121-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-121-25\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 12,1-25"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/P06-1Sa1201-1225.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Gott ist der K\u00f6nig<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Nur f\u00fcrchtet den Herrn und dienet ihm treu von ganzem Herzen;<br \/>\ndenn seht doch, wie gro\u00dfe Dinge er an euch getan hat.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Sam. 12,24)<\/p>\n<p>Was war bisher geschehen? Das Volk hatte nach einem K\u00f6nig verlangt, ganz nach Vorbild der Heiden, damit dieser gegen die Ammoniter k\u00e4mpfen und den Sieg einfahren sollte.  Gott willigte ihrem Wunsch ein und befahl Samuel Saul als K\u00f6nig \u00fcber Israel zu salben. Im ersten Zug erf\u00fcllte Saul die an ihn gerichteten Anforderungen. Er besiegte die Ammoniter. Von diesem Sieg ausgehend wollte Samuel Sauls K\u00f6nigtum best\u00e4tigen und rief das ganze Volk nach Gilgal zusammen.<\/p>\n<p>Hier setzt der heutige Text an. Heute erfahren wir nicht nur Sauls Best\u00e4tigung als K\u00f6nig, sondern zugleich auch Samuels R\u00fccktritt als Richter. Doch war alles gut gelaufen? War es gut einen K\u00f6nig zu haben, anstatt einen Richter? Es ist gerade die bemerkenswerte Abschiedsrede Samuels, die ein klares \u201eNein\u201c verk\u00fcndet. Durch seine Abschiedsrede malte Samuel die geistliche Wirklichkeit vor die Augen des Volkes. Sie hatten in S\u00fcnde gehandelt. Nun galt es sich von S\u00fcnde zu trennen und gottgef\u00e4llig zu leben. Somit ist Samuel derjenige, der die eigentliche Botschaft des heutigen Tages h\u00e4lt und seine Botschaft ist, dass Gott K\u00f6nig war, K\u00f6nig ist und K\u00f6nig \u00fcber sein Volk sein wird. M\u00f6ge Gott auch unser pers\u00f6nlicher K\u00f6nig sein.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tGott ist Samuels K\u00f6nig<\/strong> (1-5)<\/p>\n<p>Wie begann Samuel seine Abschiedsrede? Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eDa sprach Samuel zu ganz Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen K\u00f6nig \u00fcber euch gesetzt.\u201c<\/strong> Im Kapitel 8 erfahren wir, wie das Volk einen K\u00f6nig begehrte. Sie wollten Samuel und seine S\u00f6hne nicht mehr als Richter haben. Dieser Wunsch missfiel Samuel sehr, doch Gott wies ihm an: <strong>\u201eGehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr K\u00f6nig \u00fcber sie sein soll.\u201c<\/strong> (8,7) Somit hat die Gr\u00fcndung der israelischen Monarchie einen bitteren Nachgeschmack.<\/p>\n<p>Was stellte Samuel in seiner Abschiedsrede \u00fcber sich selbst klar? Betrachten wir Vers 2. <strong>\u201eich aber bin alt und grau geworden, und meine S\u00f6hne sind bei euch. Ich bin vor euch hergegangen von meiner Jugend an bis auf diesen Tag.\u201c<\/strong> Mit Samuel ging eine ganze \u00c4ra zu Ende. Sowohl die \u00c4ra der Richter, durch die Gott auf theokratische Weise selbst geherrscht und selbst K\u00f6nig gewesen war, als auch Samuels eigene beispielslose Amtszeit. Samuel war fast noch ein Kind, als er Richter \u00fcber Israel wurde und er starb Mitte Achtzig. Somit wird seine Amtszeit auf 70 Jahre gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>70 Jahre ist eine unheimlich lange Zeit. So lang kann ein ganzes Leben dauern. In einigen L\u00e4ndern, wie in den USA, ist es selbst dem Staatsoberhaupt nicht gestattet mehr als einmal wiedergew\u00e4hlt zu werden. Und bei vielen Regierungschefs ist man froh, wenn ihre Amtszeit beendet ist. Wie hat aber Samuel seine 70 Jahre im Amt verbracht?<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 3-5: <strong>\u201eHier stehe ich. Nun tretet gegen mich auf vor dem Herrn und seinem Gesalbten! Wessen Rind oder Esel hab ich genommen, wem hab ich Gewalt oder Unrecht getan? Aus wessen Hand hab ich ein Geschenk angenommen, um mir damit die Augen blenden zu lassen? Ich will\u2019s euch zur\u00fcckgeben. Sie sprachen: Du hast uns weder Gewalt noch Unrecht getan und von niemand etwas genommen. Er sprach zu ihnen: Der Herr ist euch gegen\u00fcber Zeuge und heute auch sein Gesalbter, dass ihr nichts in meiner Hand gefunden habt. Sie sprachen: Ja, Zeuge sollen sie sein.\u201c<\/strong> In den Nachrichten h\u00f6ren wir immer wieder von Amtsmissbr\u00e4uchen, von politischen Intrigen, von Korruption, Vetternwirtschaft und sonstigen Skandalen, nicht nur in der Politik, sondern auch auf erschreckende Weise bei schulischen Einrichtungen und bei den Bisch\u00f6fen der evangelischen und der katholischen Kirche. Diese Vorf\u00e4lle zeigen, dass der Mensch anf\u00e4llig f\u00fcr Versuchungen ist und dass er solchen Reizen ausgeliefert ist, wenn er nicht vor Gott lebt.<\/p>\n<p>Nun stellt sich die Frage, wie Samuel ein v\u00f6llig anderes Leben f\u00fchren konnte. Und vor allem wie er es 70 Jahre lang tun konnte. <strong>\u201eHier stehe ich\u201c<\/strong> sagt er. Und er gebraucht dieses Wort als souver\u00e4ner Richter mit reinem Gewissen. <strong>\u201eHier stehe ich\u201c<\/strong> zeigt, wo und auf wessen Seite Samuel stand. Er stand nicht auf der Seite von Diebstahl, Gewalt, Unrecht oder Bestechung. Er stand nicht auf der Seite der geistlich Blinden. Er sagte: <strong>\u201eNun tretet gegen mich auf vor dem Herrn\u201c<\/strong> und <strong>\u201eDer Herr ist euch gegen\u00fcber Zeuge\u201c<\/strong>. Samuel stand vor dem Herrn. Er war ein Mann, der in seinem gesamten Lebenslauf ein l\u00fcckenloses Leben vor Gott nachweisen konnte. Und diese Tatsache macht aus Samuel einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Knecht Gottes. Wie konnte er Tag auf Tag ein, Jahr um Jahr, vor Gott leben? Er konnte es tun, weil er Gott als seinen pers\u00f6nlichen K\u00f6nig achtete. Sein Lebensziel war, diesem K\u00f6nig, Gott dem Herrn, zu dienen und zu gefallen. Er war also jemand, der nicht nur anderen den Weg Gottes lehrte, sondern ihn selbst ging. Das machte ihn zu einem authentischen und glaubw\u00fcrdigen Mann Gottes.<\/p>\n<p>Was ist aber mit uns? Ist es leicht, dem Beispiel Samuels zu folgen oder ist es sehr schwer? Wir kommen der Antwort n\u00e4her, wenn wir auf unsere eigene Gemeindegeschichte blicken. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben viele Gottes Berufung unter uns erhalten. Es war Gottes Wille, sie entweder als Hirten oder Missionare zu gebrauchen, um den Heidelberger Studenten das Wort Gottes zu vermitteln. Einige Jahre haben sie treu aus Glauben gelebt und haben ihr M\u00f6glichstes getan, um gem\u00e4\u00df ihrer Berufung zu wandeln. Aber viele gaben ihre Berufung auf, die sie doch mit gro\u00dfer Freude von Gott empfangen hatten. Es ist also weder selbstverst\u00e4ndlich, noch einfach ein Leben lang treu nach der Berufung Gottes zu leben. Uns stellt sich daher die Frage: \u201eWie k\u00f6nnen wir ein Leben lang treu vor Gott leben?\u201c<\/p>\n<p>Samuel liefert uns nicht das einzige biblische Beispiel, f\u00fcr ein treues und best\u00e4ndiges Glaubensleben vor Gott. Im Neuen Testament ist es vor allem Apostel Paulus, dessen Glaubensleben Parallelen zu Samuel aufweist. Die Bibel berichtet, dass er ein junger Mann war, als Stephanus gesteinigt wurde. Kurz darauf wurde er von Jesus berufen. Er sollte Gottes auserw\u00e4hltes Werkzeug sein. Er erhielt die Berufung als Apostel f\u00fcr die Heiden. Wie hat er sein Amt vor Gott getragen? Wir kennen die Antwort bereits. Zur Zeit und zur Unzeit hielt er an seiner Berufung fest, denn sie kam von Gott. <strong>\u201eDenn dass ich das Evangelium predige, dessen darf ich mich nicht r\u00fchmen; denn ich muss es tun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!\u201c<\/strong> (1.Kor. 9,16) Wie Samuel gab er nicht nach, ein Leben gem\u00e4\u00df seiner Berufung zu f\u00fchren. Und nach vielen Jahren und Jahrzehnten der Mission legte er kein \u201eSabbatjahr\u201c ein um ein wenig Luft zu schnappen und sich auszuruhen. Er verga\u00df sein Amt auch dann nicht, als er diversen Schwierigkeiten begegnete, die lebensbedrohlich waren. Und im 2. Korintherbrief hat er eine Anweisung f\u00fcr uns geschrieben, wie wir als Hirten und Missionare leben sollen: <strong>\u201eAls Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt. Denn er spricht: Ich habe dich zur Zeit der Gnade erh\u00f6rt und habe dir am Tage des Heils geholfen\u2026 Und wir geben in nichts irgendeinen Ansto\u00df, damit unser Amt nicht verl\u00e4ster werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in gro\u00dfer Geduld, in Tr\u00fcblsalen, in N\u00f6ten, in \u00c4ngsten, in Schl\u00e4gen, in Gef\u00e4ngnissen, in Verfolgungen, in M\u00fchen, im Wachen, im Fasten, in Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im heiligen Geist, in ungef\u00e4rbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, in Ehre und Schande; in b\u00f6sen Ger\u00fcchten und guten Ger\u00fcchten, als Verf\u00fchrer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gez\u00fcchtigten, und doch nicht get\u00f6tet; als die Traurigen, aber allezeit fr\u00f6hlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben, und doch alles haben.\u201c<\/strong> (2.Kor. 6,1-10)<\/p>\n<p>H\u00e4tte er in unserer Zeit gelebt, dann h\u00e4tte er, so glaube ich, dem noch folgendes hinzugef\u00fcgt: \u201eErweise dich in allem als einen treuer Diener Gottes, im Studium an der Uni, an deiner Arbeitsstelle, bei der Kindererziehung, lebe nach deiner Berufung, sei ein guter Hirte f\u00fcr die Studenten und h\u00f6r nicht auf, Gott auch unter gro\u00dfem Druck und Stress zu dienen. Halte fest an Gottes Berufung f\u00fcr dich als Bibellehrer und lehre den guten Weg des Glaubens, bis du am Tage Jesu Christi die Krone der Gerechtigkeit erh\u00e4ltst.\u201c<\/p>\n<p>Lasst uns lernen allezeit treu zu sein und vor unserem gro\u00dfen K\u00f6nig zu leben.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tGott war K\u00f6nig in Israels Geschichte<\/strong> (6-12)<\/p>\n<p>Das Volk hatte in geistlicher Blindheit einen K\u00f6nig verlangt. Wie hat Samuel ihnen helfen wollen? Betrachten wir Vers 6: <strong>\u201eUnd Samuel sprach zum Volk: Der Herr ist\u2019s, der Mose und Aaron eingesetzt und eure V\u00e4ter aus \u00c4gyptenland gef\u00fchrt hat.\u201c<\/strong> Samuels Hilfe bestand darin, sie an ihre vergangene Geschichte zu erinnern. Die Zeit in \u00c4gypten war f\u00fcr das Volk Israel, jedenfalls in der Schlussphase, eine sehr bittere Zeit der Knechtschaft. Das Volk war vor den Augen der \u00c4gypter nicht viel wert, es musste Frondienst leisten und wurde ihrer neugeborenen S\u00f6hne beraubt. Doch Samuel betont, dass der Herr ihnen zwei Leiter aufgestellt und sie aus der Gefangenschaft herausgef\u00fchrt hat. Und das stimmt, es war der Herr, der Mose und Aaron erw\u00e4hlt hatte und es war der Herr, die die 10 Plagen und die Zerteilung des Meeres bewirkt hat.<\/p>\n<p>Die Befreiung aus \u00c4gypten war erst der Beginn der Wirksamkeit Gottes im Volk. Wie hat sich Gott im Laufe der Geschichte noch als K\u00f6nig \u00fcber Israel erwiesen? Betrachten wir die Verse 8-11. Gott befreite das Volk nicht nur um sie der W\u00fcste zu \u00fcberlassen. Gott f\u00fchrte sie in das verhei\u00dfene Land. Gott erwies sich als f\u00fcrsorglichen und als treuen K\u00f6nig. Gott hielt Wort und Gott erwies sich als siegreichen K\u00f6nig \u00fcber die kanaanitischen V\u00f6lker.<\/p>\n<p>Warum erw\u00e4hnt Samuel Gottes Handeln in der vergangenen Geschichte? Lesen wir Vers 7: <strong>\u201eSo tretet nun her, dass ich mit euch rechte vor dem Herrn wegen aller Wohltaten des Herrn, die er an euch und euren V\u00e4tern getan hat.\u201c<\/strong> Israels Geschichte war au\u00dfergew\u00f6hnlich. Israel war das einzige Volk, das Gott zum K\u00f6nig \u00fcber sich hatte, somit waren auch die Wohltaten Gottes, die sie erfahren durften, einzigartig. Es kann keinen besseren K\u00f6nig geben, als Gott, denn mit Gott hatten sie einen allm\u00e4chtigen K\u00f6nig. Israel hatte aber einen menschlichen K\u00f6nig gefordert. Menschen k\u00f6nnen Kriege verlieren. Au\u00dferdem gilt das Sprichwort: \u201eIrren ist menschlich\u201c. Gott aber ist der vollkommene und wahrhaftige K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Wieso aber musste Israel erneute Schwierigkeiten begenen, wie etwa neue Bedrohung und Unterdr\u00fcckung durch Feinde, wenn Gott ihr allm\u00e4chtiger K\u00f6nig war? Betrachten wir Vers 9a. <strong>\u201eAber als sie den Herrn, ihren Gott, verga\u00dfen, verkaufte er sie\u201c<\/strong>. Sie verga\u00dfen den Herrn, ihren Gott! Und gerade dieses Ereignis war die Wurzel all ihrer Probleme. Immer wieder verga\u00dfen sie Gott, ihren m\u00e4chtigen K\u00f6nig, vor allem dann, wenn sie Frieden hatten und es ihnen scheinbar gut ging. Und Gott blieb nichts anderes \u00fcbrig, als sie durch ihre Feinde zu plagen, bis Israel sich seiner Gottlosigkeit bewusst wurde und sich wieder an Gott wandte. Somit stellt sich Gott nicht nur als einen allm\u00e4chtigen K\u00f6nig heraus, sondern auch als einen erziehenden K\u00f6nig. Und es gibt nichts Wichtigeres als geistliche Erziehung. Warum waren Gottes Erziehungsma\u00dfnahmen trotz ihrer Unbequemlichkeit so wichtig? Sie waren wichtig und notwendig, weil Gottes Erziehung ein klares Ziel hat, n\u00e4mlich Israel zu einem heiligen Volk und zu einem K\u00f6nigreich von Priestern zu formen.<\/p>\n<p>Was geschah, als Israel sich wieder an Gott wandte? Verse 10-11: <strong>\u201eUnd sie schrien zum Herrn und sprachen: Wir haben ges\u00fcndigt, dass wir den Herrn verlassen und den Baalen und den Astarten gedient haben; nun aber errette uns aus der Hand unserer Feinde, so wollen wir dir dienen. Da sandte der Herr Jerubbaal, Barak, Jeftah und Samuel und errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum und lie\u00df euch sicher wohnen.\u201c<\/strong> Nachdem Israel f\u00fcr die Vergesslichkeit und den G\u00f6tzendienst Bu\u00dfe getan hatte, wirkte Gott genauso wie in \u00c4gypten. Gott erw\u00e4hlte einen Richter und bewirkte durch diesen die Errettung. Somit stellte sich Gott immer wieder als K\u00f6nig \u00fcber Israel heraus.<\/p>\n<p>Was tat aber das Volk? Vers 12 lautet: <strong>\u201eAls ihr aber saht, dass Nahasch, der K\u00f6nig der Ammoniter, gegen euch zog, spracht ihr zu mir: Nein, sondern ein K\u00f6nig soll \u00fcber uns herrschen, obwohl doch der Herr, eurer Gott, eurer K\u00f6nig ist.\u201c<\/strong> Die Bedrohung durch Nahasch hatte ein weiteres Mal die Vergesslichkeit des Volkes unter Beweis gestellt. Obwohl der Herr, ihr Gott, ihr wahrer K\u00f6nig war und es ist unm\u00f6glich, einen besseren K\u00f6nig zu haben als Gott, meinten sie ihr Problem w\u00e4re das Fehlen eines K\u00f6nigs. Doch das ist nicht wahr und das war nicht ihr eigentliches Problem. Samuel zeigte ihnen ihr wahres Problem. Es bestand darin, dass sie Gott, als ihren wahren K\u00f6nig vergessen hatten. Und dieses Problem zeigte ihnen Samuel, durch einen R\u00fcckblick \u00fcber ihre vergangene Geschichte.<\/p>\n<p>Es mag sein, dass wir nur Kopfsch\u00fctteln f\u00fcr das siebhafte Ged\u00e4chtnis des Volkes \u00fcbrig haben. Wieso waren sie so unm\u00f6glich? Litten sie an Ged\u00e4chtnisschwund? Doch ihr Problem war kein Kopfproblem, es war ein Herzensproblem. Wir Menschen neigen n\u00e4mlich dazu auf unsere gegenw\u00e4rtigen Schwierigkeiten zu schauen und Gott und die Geschichte zu vergessen. Israels aktuelles Problem waren die Ammoniter, unsere Probleme sind Studium, Arbeit, Kindererziehung. Die gegenw\u00e4rtigen Schwierigkeiten scheinen wie schwarze L\u00f6cher zu sein, die uns zu verschlingen drohen. In solchen F\u00e4llen vergessen wir Gott, wir vergessen Gottes Allmacht, Gottes Erziehung, Gottes Werk in der Vergangenheit, Gottes guten Willen in unserer Gegenwart und seinen weisen Ratschluss f\u00fcr unsere Zukunft. Und gerade daraus entstehen die gro\u00dfen geistlichen Probleme in unserem Glaubensleben, die uns zum Stolpern und zu Fall bringen. Und wir versuchen auf eigene Hand eine L\u00f6sung zu suchen und stellen dabei unangebrachtes an. Israels L\u00f6sungsweg war unangebracht, sie verlangten einen K\u00f6nig. So werden auch wir zu unangebrachten L\u00f6sungswegen verleitet, wenn wir auf unser gegenw\u00e4rtiges Problem schauen, anstatt auf Gott.<\/p>\n<p>Wir brauchen deshalb ein Bewusstsein f\u00fcr die Geschichte, in der Gott gewirkt hat. Gott ist auch beides in unserem Leben, der erziehende K\u00f6nig, der diverse Schwierigkeiten zul\u00e4sst, damit wir lernen, uns an ihn zu wenden und zu heiligen und priesterlichen Pers\u00f6nlichkeiten heranzuwachsen und der allm\u00e4chtige K\u00f6nig, der gerne bereit ist uns aus jeglicher Not zu erretten. M\u00f6ge Gott uns ein klares Bewusstsein schenken.<\/p>\n<p><strong>Teil III\tGott ist der gegenw\u00e4rtige und der zuk\u00fcnftige K\u00f6nig<\/strong> (13-25)<\/p>\n<p>Das Volk hatte die Monarchie gewollt und sie wurde zur Realit\u00e4t. Samuel sprach im Vers 13: <strong>\u201eNun, da ist eurer K\u00f6nig, den ihr erw\u00e4hlt und erbeten habt; denn siehe, der Herr hat einen K\u00f6nig \u00fcber euch gesetzt.\u201c<\/strong> Welche Tragweite hatte ihre neue Konstitution? Hatten sie einen K\u00f6nig gewonnen und Gott verloren? Hat das mit Sicherheit betr\u00fcbte und verletzte Herz Gottes sich vom Volk verabschiedet? Die Antwort lautet gl\u00fccklicherweise \u201enein\u201c, denn obwohl der Wille des Volkes vom optimalen Plan Gottes abwich, war Gott laut Vers 12 noch immer ihr K\u00f6nig, er hat sich nicht verabschiedet.<\/p>\n<p>Wie aber sollte das Volk nun leben, da sie sowohl im Himmel, als auch auf Erden einen K\u00f6nig besa\u00dfen? Lesen wir Vers 14: <strong>\u201eM\u00f6chtet ihr doch den Herrn f\u00fcrchten und ihm dienen und seiner Stimme gehorchen und dem Munde des Herrn nicht ungehorsam sein, und m\u00f6chtet ihr und euer K\u00f6nig, der \u00fcber euch herrscht, dem Herrn, euren Gott, folgen!\u201c<\/strong> Die Frage, wem das Volk folgen und wem es dienen sollte, Saul oder Gott, wird durch Samuel unmissverst\u00e4ndlich beantwortet. Kein Mensch, auch nicht ein K\u00f6nig, kann Gott ersetzten. Es war f\u00fcr ihr \u00dcberleben notwendig, den Herrn zu f\u00fcrchten, ihm zu dienen und seiner Stimme gehorsam zu sein. Selbst Saul, ihr K\u00f6nig, musste genau wie jeder andere auch sich an Gott halten und ihm folgen.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde geschehen, wenn das Volk oder der K\u00f6nig den rechten Weg verlassen w\u00fcrde? Im Vers 15 warnte Samuel sie vor einen solchen Fehltritt, denn die Hand Gottes w\u00fcrde sich gegen sie richten. Und in den Versen 16-18 gab Samuel ihnen eine kleine Kostprobe des Zornes Gottes. Auf Samuels Bitte geschah ein gro\u00dfes Wunder. Der Herr lie\u00df donnern und regnen, weil sie sich einen K\u00f6nig erbeten hatten.<\/p>\n<p>Wie war die Wirkung beim Volk? <strong>\u201eDa f\u00fcrchtete das ganze Volk den Herrn und Samuel gar sehr und sprach zu Samuel: Bitte f\u00fcr deine Knechte den Herrn, deinen Gott, dass wir nicht sterben; denn zu allen unseren S\u00fcnden haben wir noch das Unrecht getan, dass wir uns einen K\u00f6nig erbeten haben.\u201c<\/strong> (18b.19) Nun begriff das Volk endlich das Ausma\u00df ihrer Tat. Sie hatten in S\u00fcnde gehandelt und Unrecht getan. Samuel hatte das geistliche Bewusstsein im Volk geweckt. Das war alles andere als einfach. Endlich waren sie aus ihrer geistlichen Blindheit aufgewacht. Sie waren ersch\u00fcttert und betr\u00fcbt.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde mit dem Volk geschehen? Betrachten wir die Verse 20-25. Samuel ermutigte sie im Vers 20, sich nicht zu f\u00fcrchten, sondernd dem Herrn zu dienen. Es war noch nicht zu sp\u00e4t. Warum war es noch nicht zu sp\u00e4t? Vers 22 lautet: <strong>\u201eDer Herr verst\u00f6\u00dft sein Volk nicht um seines gro\u00dfen Namens willen; denn es hat dem Herrn gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.\u201c <\/strong>Alles h\u00e4ngt von Gott ab. Gott hatte allen Grund, das Volk samt seinen K\u00f6nig f\u00fcr immer zu versto\u00dfen. Er hatte allen Grund, aus verletztem Herzen f\u00fcr immer Ade zu sagen. Aber Gott verst\u00f6\u00dft sein Volk nicht, um seines gro\u00dfen Namens willen, denn es hat dem Herrn gefallen, sie zu seinem Volk zu machen.<\/p>\n<p>Gott ist wirklich kein Mensch. Ein Mensch wird unberechenbar, wenn er zutiefst gekr\u00e4nkt und verletzt wird. Gott aber bleibt treu, auch wenn die Menschen untreu werden, er h\u00e4lt an sein Volk fest, selbst wenn sie ihm ins Herz stechen. Gott hat einen gro\u00dfen, majest\u00e4tischen Namen und in seiner Erhabenheit herrscht er von Ewigkeit zu Ewigkeit. Er thront im Himmel und die Erde ist der Schemel seiner F\u00fc\u00dfe. Und wir leben und weben und sind nur weil er g\u00fctig ist. Demnach ist es unsere Pflicht, uns zu beugen, vor ihm auf die Knie zu gehen, auf unser Angesicht zu fallen und seine Majest\u00e4t zu loben und zu preisen, weil er uns trotz unserer schwachen und s\u00fcndigen Natur nicht versto\u00dft, sondern zu seinem Volk gemacht hat.<\/p>\n<p>Womit beendet Samuel seine Abschiedsrede? Betrachten wir erneut die Verse 20-25. Mit aller Sch\u00e4rfe warnt er das Volk vor G\u00f6tzendienst. Das ist keine angemessene Antwort auf Gottes G\u00fcte und Gnade. Und obwohl er dabei war sein Amt niederzulegen, sprach Samuel im Vers 23: <strong>\u201eEs sei aber auch ferne von mir, mich an dem Herrn dadurch zu vers\u00fcndigen, dass ich davon ablie\u00dfe, f\u00fcr euch zu beten und euch zu lehren den guten und richtigen Weg.\u201c<\/strong> Samuel besa\u00df wirkliche Gr\u00f6\u00dfe vor dem Herrn. Er hielt es f\u00fcr eine S\u00fcnde, nicht mehr f\u00fcr sie zu beten und aufzuh\u00f6ren sie den guten und richtigen Weg Gottes zu lehren, obwohl ihn das Volk praktisch abgew\u00e4hlt hatte. Das Volk braucht geistliche M\u00e4nner und Frauen wie Samuel. Sie sind verloren, wenn sie keinen Knecht Gottes unter sich haben. Beten wir, dass Gott uns zum Segen f\u00fcr das Volk machen m\u00f6ge. Das Beispiel Samuel m\u00f6ge uns ermutigen, ein Leben mit Gott, unserem K\u00f6nig, zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>In jungen Jahren berufen musste ich mit ansehen, wie viele Jesus begegneten und ihm enthusiastisch folgten. Doch viele von ihnen begegneten Problemen im Studium oder im Beruf oder gerieten durch das andere Geschlecht in Versuchung und h\u00f6rten auf unter der Herrschaft ihres wahren K\u00f6nigs zu leben. Mir stellte sich die lebenswichtige Frage: \u201eWie kann ich bis ans Ende treu unter Gottes Herrschaft leben?\u201c Es ist notwendig, uns diese Frage zu stellen und eine Antwort darauf zu finden. Der heutige Text ist uns dabei eine gro\u00dfe Hilfe.<\/p>\n<p>Betrachten wir zum Schluss das Leitwort, den Vers 24. Dieser Vers ist wie ein pers\u00f6nlicher Brief an uns. Dieser Vers ist eine Anweisung, f\u00fcr unser Glaubensleben. Lesen wir Vers 24 gemeinsam: <strong>\u201eNur f\u00fcrchtet den Herrn und dienet ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie gro\u00dfe Dinge er an euch getan hat.\u201c<\/strong> Ja, ich will den Herrn f\u00fcrchten, der K\u00f6nig im Himmel ist und ich will ihm dienen, weil er Gott der Herr ist und ich will schauen, wie gro\u00df sein Werk unter uns ist.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit einem Lobvers von Apostel Paulus abschlie\u00dfen: <strong>\u201eAber Gott, dem ewigen K\u00f6nig, dem Unverg\u00e4nglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.\u201c <\/strong>(1.Tim. 1,17)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gott ist der K\u00f6nig \u201eNur f\u00fcrchtet den Herrn und dienet ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie gro\u00dfe Dinge er an euch getan hat.\u201c (1.Sam. 12,24) Was war bisher geschehen? Das Volk hatte nach einem K\u00f6nig verlangt, ganz nach Vorbild der Heiden, damit dieser gegen die Ammoniter k\u00e4mpfen und den Sieg einfahren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[45,4],"tags":[],"class_list":["post-956","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-samuel","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/956","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=956"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/956\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11128,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/956\/revisions\/11128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=956"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=956"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=956"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}