{"id":9525,"date":"2019-12-29T11:00:00","date_gmt":"2019-12-29T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9525"},"modified":"2022-11-18T12:20:40","modified_gmt":"2022-11-18T11:20:40","slug":"predigt-markus-1032-45-sonderlektion-zum-jahr-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-markus-1032-45-sonderlektion-zum-jahr-2020\/","title":{"rendered":"Predigt: Markus 10,32 \u2013 45 (Sonderlektion zum Jahr 2020)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Mk10_32-45.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Denn auch der Menschensohn<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDenn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Markus 10,45)<\/p>\n<p>In der konfuzianischen Kultur ist das Lebensziel \u201eIepsin Yanmyung\u201c, was bedeutet, in der Welt erfolgreich und ber\u00fchmt zu werden. Das gilt nicht nur f\u00fcr die konfuzianische Gesellschaft, sondern f\u00fcr die meisten Menschen. Fr\u00fcher lebten wir auch mit so einem Wertsystem. Wir erachteten es als gro\u00dfen Erfolg, ganz oben zu sein, Macht \u00fcber andere zu haben und diese auszu\u00fcben. Die J\u00fcnger Jesu in diesem Textabschnitt hatten die gleiche Wertvorstellung. Jesus lehrt die J\u00fcnger, wie sie leben sollten. M\u00f6ge Gott uns durch diesen Text helfen, \u00fcber wahre Gr\u00f6\u00dfe zu lernen. M\u00f6ge der Geist Gottes uns ansprechen, sodass wir diese Lehre tief annehmen und ihr gehorchen.<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 32: \u201eSie waren aber auf dem Wege hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran; und sie entsetzten sich; die ihm aber nachfolgten, f\u00fcrchteten sich. Und er nahm abermals die Zw\u00f6lf zu sich und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde.\u201c In jener Zeit predigte Jesus das Wort Gottes, w\u00e4hrend er durch das Ostjordanland zog. Jesus war auf dem Weg hinauf nach Jerusalem. Dies war die letzte Reise seines Lebens. In Jerusalem w\u00fcrde er f\u00fcr die S\u00fcnden der Welt gekreuzigt werden. Jesu Herz muss schwer belastet gewesen sein. Aber um Gottes Willen zu gehorchen, zog Jesus mutig nach Jerusalem. Die J\u00fcnger sp\u00fcrten, dass etwas passieren w\u00fcrde, und entsetzten sich. Die ihm nachfolgten, f\u00fcrchteten sich.<\/p>\n<p>Unterwegs redete Jesus mit den J\u00fcngern zum dritten Mal \u00fcber sein bevorstehendes Leiden. Betrachten wir die Verse 33 und 34: \u201eSiehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird \u00fcberantwortet werden den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden \u00fcberantworten, und die werden ihn verspotten und anspeien und gei\u00dfeln und t\u00f6ten, und nach drei Tagen wird er auferstehen.\u201c Anders als bei der ersten und zweiten Ank\u00fcndigung enth\u00fcllte Jesus, dass der Ort seines Leidens Jerusalem sein sollte. Auch die Einzelheiten seines Leidens waren so pr\u00e4zise und konkret, als ob diese Verse nach seiner Kreuzigung erfasst worden w\u00e4ren. Wie Jesus sagte, w\u00fcrde er verraten und von den religi\u00f6sen Leitern der Juden an die die r\u00f6mischen Beh\u00f6rden \u00fcberanwortet werden. Sie w\u00fcrden Jesus erniedrigen, indem sie ihn verspotten, ihn anspeien und ihn gei\u00dfeln w\u00fcrden. Sie w\u00fcrden ihn am Kreuz t\u00f6ten. Aber Jesus sagte, dass er in drei Tagen auferstehen w\u00fcrde. Sein Leiden und Tod w\u00fcrden nicht das Ende sein. Es w\u00fcrde eine herrliche Auferstehung geben. Aus diesem Grund w\u00fcrde sein Tod ein herrlicher Tod sein.<\/p>\n<p>Warum hat Jesus zu ihnen wiederholt \u00fcber seinen Tod und Auferstehung geredet? Erstens geschah es, weil Jesus wollte, dass ihr Herz vorbereitet ist. Dadurch w\u00fcrden sie, wenn Jesus gekreuzigt w\u00fcrde, sich daran erinnern, was Jesus gesagt hatte, und an ihn glauben. Zweitens geschah es, weil Jesus wollte, dass das Evangelium von seinem Tod und Auferstehung in ihre Herzen gepflanzt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Als die J\u00fcnger Jesu Worte h\u00f6rten, sollten sie Gewissheit auf seinen endg\u00fcltigen Sieg haben. Aber sobald sie Jesu Worte h\u00f6rten, verschlossen sie ihre Ohren und sagten: \u201eWas hast du gesagt? Ich habe nichts geh\u00f6rt!\u201c Sie tr\u00e4umten ihren eigenen Traum. Durch Jakobus und Johannes k\u00f6nnen wir sehen, was ihre Tr\u00e4ume waren. Betrachten wir Vers 35: \u201eDa gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die S\u00f6hne des Zebed\u00e4us, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du f\u00fcr uns tust, was wir dich bitten werden.\u201c Wow! Sie waren sehr mutig. \u201eTu f\u00fcr uns, was wir dich bitten werden.\u201c Sie haben Jesus quasi um einen Blanko-Scheck gebeten. Sie wollten zur Rechten und zur Linken Jesu in seiner Herrlichkeit sitzen (37). Wir k\u00f6nnen den Rang von Leitern in Nordkorea an ihrer Sitzordnung bei der Obersten Volksversammlung erkennen. K\u00fcrzlich sa\u00df bei einer Versammlung von nordkoreanischen Leitern Kim Jung Euns Schwester in seiner N\u00e4he in der ersten Reihe. Man hat angenommen, dass der Rang seiner Schwester gestiegen ist und sie m\u00e4chtiger geworden ist. In gleicher Weise wollten Jakobus und Johannes direkt neben Jesus sitzen. Das Matth\u00e4usevangelium sagt uns, dass sie f\u00fcr dieses Anliegen sogar ihre Mutter zu Jesus brachten (Mt 20,20).<\/p>\n<p>Aber Jesus fragte sie, ob sie den Kelch trinken k\u00f6nnten, den Jesus trinken sollte, und mit der Taufe getauft werden, mit der Jesus getauft wurde (38). Worauf bezogen sich der Kelch und die Taufe? Sie bezogen sich darauf, den Weg des Leidens und des Todes zu gehen wie Jesus. Ohne zu \u00fcberlegen, sagten die beiden J\u00fcnger, dass sie das tun w\u00fcrden: \u201eJa, das k\u00f6nnen wir.\u201c Sie m\u00fcssen gedacht haben, dass der Kelch oder die Taufe eine Art Leiden bedeutete, die jeder Unters\u00fctzer eines neuen K\u00f6nigreiches ertragen musste. Jesus ertrug sie und sagte: \u201eIhr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, f\u00fcr die es bestimmt ist\u201c (39b.40). Jesus sagte voraus, dass sie sicher den Kelch trinken und getauft w\u00fcrden wie er. Wie Jesus sagte, w\u00fcrde Jakobus sp\u00e4ter der erste M\u00e4rtyrer unter den zw\u00f6lf Aposteln werden, und Johannes w\u00fcrde im Exil auf der Insel Patmos leiden und alle anderen Apostel \u00fcberleben. Aber obwohl sie auf solch ein Leben f\u00fchren w\u00fcrden, oblag die Frage, wer zur Rechten und zur Linken Jesu sitzen w\u00fcrde, allein Gott dem Vater.<\/p>\n<p>Die anderen J\u00fcnger wussten nicht, dass Jakobus und Johannes mit so einer Bitte zu Jesus kamen. Aber als Jesus ihnen laut antwortete, wurde alles enth\u00fcllt. Wie reagierten sie? Betrachten wir Vers 41: \u201eUnd als das die Zehn h\u00f6rten, wurden sie unwillig \u00fcber Jakobus und Johannes.\u201c Die zehn J\u00fcnger wurden unwillig \u00fcber die beiden. Sie m\u00fcssen gesagt haben: \u201eWow! Ihr seid aber listig! Wir wissen, dass ihr mit Jesus verwandt seid. Aber ihr d\u00fcrft eure pers\u00f6nlichen Beziehungen nicht ausnutzen. Hier in unserem Land m\u00fcsst ihr eure F\u00e4higkeiten nachweisen!\u201c Nicht nur der Spitzenj\u00fcnger Petrus war aufgebracht, sondern auch Bartholom\u00e4us, der sonst immer still gewesen war. Alle zehn waren aufgebracht. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass alle einen starken Wunsch hatten, rechts und links neben Jesus zu sitzen. Sie alle wollten gro\u00df sein. Daher lehrte Jesus sie \u00fcber wahre Gr\u00f6\u00dfe und die richtige Haltung bei seiner Nachfolge.<\/p>\n<p>Erstens: diejenigen, die anderen dienen, sind gro\u00df. Betrachten wir Vers 42: \u201eDa rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre V\u00f6lker nieder, und ihre M\u00e4chtigen tun ihnen Gewalt an.\u201c Damals hielten die Herrscher ihre V\u00f6lker nieder. Ihre M\u00e4chtigen taten ihnen Gewalt an. Ihr Ma\u00dfstab, nach dem sie das Gesetz anwandten, war \u201ewie es mir gef\u00e4llt\u201c oder \u201edas h\u00e4ngt von meiner Laune ab\u201c. Die J\u00fcnger wussten, wie unfair und ungerecht sie regierten. Wenn sie sahen, wie die r\u00f6mischen Soldaten Befehlen bedingungslos gehorchten, erkannten sie die Macht der Herrscher. Sie wussten, dass ihr Leben oder Tod vom Daumen ihrer Herren abhing. Wenn ein Herrscher mit dem Daumen nach oben zeigte, wurde ein Gefangener freigelassen, aber wenn er mit dem Daumen nach unten zeigte, wurde er hingerichtet. Die J\u00fcnger hassten so eine willk\u00fcrliche Macht, aber in ihrem Herzen begehrten sie auch, solche Macht zu haben und \u00fcber die Welt zu regieren.<\/p>\n<p>Was sagte Jesus ihnen dann? Betrachten wir Vers 43a: \u201eAber so ist es unter euch nicht.\u201c Was bedeutet das? Es bedeutet, dass obwohl die Leute gerne so \u00fcber andere herrschen und denken, das sei gro\u00dfartig, die J\u00fcnger anders denken sollten. Das hei\u00dft ihre Wertvorstellung von Gr\u00f6\u00dfe sollte anders sein als die der Welt. Was f\u00fcr ein Wertsystem sollten sie haben? Betrachten wir die Verse 43b und 44: \u201esondern wer gro\u00df sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.\u201c Ein Knecht ist jemand, der von einer niedrigen Position aus Menschen dient. Ein Sklave ist der Besitz eines Herren und hat keine Freiheit. Ein Sklave verrichtet alle m\u00f6glichen Dienste f\u00fcr seinen Herrn. Nat\u00fcrlich waren Jesu J\u00fcnger keine Sklaven. Aber wenn sie sich wie Sklaven erniedrigten und anderen dienten, w\u00fcrden sie wahrhaft gro\u00df sein und als die Ersten betrachtet werden.<\/p>\n<p>\u201eWer gro\u00df sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.\u201c Wenn wir das h\u00f6ren, k\u00f6nnen wir zun\u00e4chst denken, dass wir, um von anderen anerkannt zu werden und irgendwann gro\u00df zu werden, zuerst momentan vor\u00fcbergehend anderen dienen m\u00fcssen. Wir denken, dass wenn wir anderen hingebungsvoll dienen, die Leute im Laufe der Zeit erkennen, dass wir dem\u00fctig sind. Zu gegebener Zeit werden sie uns erh\u00f6hen. Also k\u00f6nnen wir denken: \u201eOkay, jetzt werde ich dienen. Ich werde dem\u00fctig vielen Leuten dienen und ein gro\u00dfes Werk aufbauen. Sp\u00e4ter werden mich alle Leute respektieren.\u201c Aber das meint Jesus nicht! Jesus meint, dass wenn wir, obwohl wir keine Sklaven sind, uns erniedrigen und anderen dienen, so ein dienendes Leben an sich gro\u00dfartig ist! Jesus meint, dass die, die anderen dienen, aus Gottes Sicht die Ersten sind.<\/p>\n<p>Warum ist so ein dienendes Leben so gro\u00dfartig? Darum, weil anderen dem\u00fctig zu dienen, die schwierigste Sache \u00fcberhaupt ist. Um anderen zu dienen, brauchen wir einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen inneren Charakter und Glauben. Ohne so einen Charakter und Glauben ist es nahezu unm\u00f6glich, wie ein Sklave zu dienen. Es gab einen r\u00f6mischen General. Er besiegte viele Feinde und eroberte Festungen. Einmal zog er mit einem triumphalen Einzug in Rom ein. Kurz gesagt, war er ein Held. Aber obwohl er starke Feinde besiegen konnte, konnte er nicht seine eigenen Gef\u00fchle und sein Temperament besiegen. Wenn sein Stolz verletzt wurde, explodierte er vor \u00c4rger. Aber danach bedauerte er es und sagte: \u201eO warum kann ich meinen \u00c4rger nicht besiegen! Ich werde von meinem Temperament besiegt.\u201c Tats\u00e4chlich hei\u00dft es in Spr\u00fcche 16,32: \u201eEin Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der St\u00e4dte einnimmt.\u201c Der gr\u00f6\u00dfte Mensch ist nicht jemand, der Feinde besiegt. Es ist derjenige, der sein Herz beherrscht und sich selbst \u00fcberwindet. Der Mensch, der in seiner Demut, Sanftmut, Geduld und Liebe au\u00dfergew\u00f6hnlich ist und anderen dient, ist wahrhaft gro\u00df.<\/p>\n<p>Bruder Lawrence im 17. Jahrhundert war nicht einmal ein geweihter M\u00f6nch, sondern ein Bruder in einem Karmeliter-Kloster in Paris. Er reiste nie ins Ausland und studierte nie in einem Seminar. Er war ein Koch in einem Kloster. Er briet immer Spiegeleier, machte den Abwasch und putzte die K\u00fcche. In einer niedrigen Stellung diente er den M\u00f6nchen, als ob er den Engeln Gottes diente. Er zeigte ein gro\u00dfartiges Beispiel eines Mannes, der das Himmelreich besitzt und mit Gott wandelt, aber in der K\u00fcche dient. Aus Gottes Sicht war er ein gro\u00dfartiger Mann. In der Geschichte war Jesus der Gr\u00f6\u00dfte. Er hat sich nicht aufgeregt. Er hat sich nicht ger\u00e4cht. Sogar am Kreuz betete er f\u00fcr die, die ihn verspotteten und t\u00f6teten. Er sagte: \u201eVater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun\u201c (Lk 23,34).<\/p>\n<p>Die Wahrheit, dass der, der dient, gro\u00df ist, k\u00f6nnen wir auch unter uns erkennen. Kinder sind normalerweise nicht dazu f\u00e4hig, anderen zu dienen, weil sie unreif und ichzentriert sind. Um anderen zu dienen, muss man seine Ichzentriertheit \u00fcberwinden und einen reifen Charakter haben. Gott sieht diesen Punkt. Ein reifer innerer Charakter! Die J\u00fcnger Jesu strebten nicht danach, sich selbst zu \u00fcberwinden und zu Menschen heranzuwachsen, die anderen dienen konnten. Sie k\u00e4mpften um eine Position. Sie dachten, dass eine h\u00f6here Position sie gr\u00f6\u00dfer machen w\u00fcrde. Aber Jesus sagt, dass das, was einen Menschen gro\u00df macht, nicht seine Position, sondern sein Charakter ist. Ja, Jesus lehrt uns, dass jemand, dessen innere Person gro\u00df ist, wahrhaft gro\u00df ist. M\u00f6ge Gott uns helfen, diese Wahrheit tief anzunehmen und zu gro\u00dfen M\u00e4nnern und Frauen heranzuwachsen, die dem\u00fctig anderen dienen.<\/p>\n<p>Zweitens: Jesus kam, um zu dienen. Betrachten wir Vers 45: \u201eDenn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.\u201c Jesus sagte klar, dass der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen. Jesus ist von seinem wahren Wesen her der Sch\u00f6pfer Gott. Er ist heilig, herrlich und w\u00fcrdig, von allen Engeln und Menschen Preis, Anbetung und Dienst zu empfangen. F\u00fcr Jesus w\u00e4re es ganz normal, wenn er sich dienen lie\u00dfe. Aber Jesus sagte, dass er nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Er kam und diente allen Arten von Menschen. Er diente einem Gel\u00e4hmten, der an seiner S\u00fcnde krank war. Er diente Z\u00f6llnern, die wegen ihrem selbsts\u00fcchtigen Verlangen ihr eigenes Volk betrogen. Er diente einem Mann mit einem b\u00f6sen Geist in der Gegend der Gerasener. Jesus ertrug und diente seinen J\u00fcngern, die voll von weltlichen Tr\u00e4umen waren und einen Konkurrenzgeist hatten. Er diente den sturen und unbu\u00dffertigen Pharis\u00e4ern geduldig.<\/p>\n<p>Als geistliche Hirten dienen wir Studenten und Mitarbeitern. Aber wenn wir fortw\u00e4hrend dienen, werden wir nach einer Weile ungeduldig. Manchmal \u00e4rgern wir uns und denken: \u201eIch habe so lange gedient. Wie viel soll ich noch dienen? Jetzt sollen mal die anderen mir dienen.\u201c Aber denke an Jesus! Der ganze Zweck seines Kommens in diese Welt war es, zu dienen! Das war das Ziel seines Lebens. Es war ihm egal, ob die Menschen seinen Dienst anerkannt haben oder nicht. W\u00e4hrend Jesus Menschen diente, war er voller Freude, weil dienen der Grund war, aus dem er gekommen war. Das ist wahr. Wenn es dein Lebensziel ist, zu dienen, ist dir die Anerkennung anderer egal. Dann brauchst du nicht einmal Markus 10,45 als Leitwort festzuhalten und darum k\u00e4mpfen, weil dienen das Ziel deines Lebens ist. Wenn wir nicht so eine klare Haltung haben, geraten wir bald in Verlustgef\u00fchle. Wir wollen bald eine Belohnung. Wir wollen anerkannt und respektiert werden. Wenn wir diese Dinge nicht bekommen, verlieren wir in unserem Herzen den Frieden. Aber Jesus kam, um zu dienen! Nur dienen! Und er lebte daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Selbst wenn wir anderen dienen, haben wir in uns nichts, dessen wir uns r\u00fchmen k\u00f6nnten. Denkt an Jesus! Unser Dienst f\u00fcr andere ist nichts! Habt ihr so viel geopfert, um anderen zu dienen? Denkt an Jesus! Jesus kann nicht mit uns verglichen werden \u2013 der heilige Gott mit s\u00fcndigen Menschen. Er ist der K\u00f6nig der K\u00f6nige und Herr der Herren. Der K\u00f6nig lebte wie ein Diener. Unabh\u00e4ngig davon, wie viel wir opfern und dienen m\u00f6gen, sind wir vor ihm sprachlos. Vor ihm k\u00f6nnen wir auf nichts stolz sein in uns. M\u00f6ge Gott uns helfen, Jesu sch\u00f6nes dienendes Leben nachzuahmen. Auch wenn wir dienen, m\u00f6ge Gott uns helfen, zu bekennen, dass wir unn\u00fctze Knechte sind.<\/p>\n<p>Drittens, Jesus gab sein Leben. Betrachten wir nochmals Vers 45: \u201eDenn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.\u201c Beachte den letzten Teil dieses Verses: \u201esein Leben gebe\u201c. W\u00e4hrend Jesus Menschen diente, diente er ihnen mit dem Geist, sein Leben zu geben. Und schlie\u00dflich gab er f\u00fcr sie sein Leben. Auf uns bezogen: nachdem wir Jesus als unserem Herrn begegnen, h\u00f6ren wir auf, nach weltlichen Dingen zu jagen. Wir studieren die Bibel und beten. Wir laden Studenten ein und dienen ihnen. Manche von uns dienen als ein Kreisleiter oder Gemeindeleiter. Wir erziehen J\u00fcnger. Wir ermutigen sie, f\u00fcr das Reich Gottes zu leben. Unsere t\u00e4gliche und w\u00f6chentliche Routine ist voll von geistlichen oder religi\u00f6sen Aktivit\u00e4ten. Daher k\u00f6nnen wir leicht in folgendes Missverst\u00e4ndnis geraten: \u201eDa ich stark in geistliche Aktivit\u00e4ten eingebunden bin, muss ich ja Jesus gut nachfolgen.\u201c Aber in vielen F\u00e4llen, wenn wir unsere tiefen inneren Motive untersuchen, aus denen wir unsren Bibelsch\u00fclern und Mitarbeitern dienen, finden wir, dass wir nicht Jesus folgen, sondern immer noch unseren eigenen Ambitionen folgen. Selbst wenn wir uns dem\u00fctigen und anderen dienen und hart k\u00e4mpfen, um f\u00fcr Gott zu wirken, finden wir, dass wir all diese Dinge f\u00fcr unseren eigenen Ruhm und Anerkennung tun. Wir streben nach unseren eigenen Errungenschaften und unserer eigenen Ehre. Anstatt danach zu streben, unser Leben zu geben, finden wir, dass wir immer noch hart arbeiten, um uns selbst zu retten. Wir ringen nicht darum, unser Leben zu verlieren, sondern darum, unser Leben zu behalten, erhalten und verherrlichen. In gewissem Sinn leben \u2013 in Jesus \u2013 immer noch genau das gleich alte Leben, das wir fr\u00fcher in der Welt gelebt haben.<\/p>\n<p>Jesus warnte die J\u00fcnger vor dem, was die Herrscher dieser Welt tun, n\u00e4mlich die Menschen niederhalten und ihre Macht aus\u00fcben. Aber halten wir als geistliche Leiter von Gottes Leuten nicht auch andere nieder und \u00fcben unsere Macht \u00fcber sie aus? Der Unterschied ist vielleicht nur, dass weltliche Leute weltliche, politisch Mittel gebrauchen, aber wir gebrauchen geistliche, religi\u00f6se Mittel. Auch wenn wir behaupten, dass wir J\u00fcnger Jesu sind, leben wir in Wirklichkeit mit einem weltlichen Wertsystem: wir regen uns auf, wenn unsere eigene Meinung oder Autorit\u00e4t untergraben wird, oder wir werden \u00e4rgerlich, wenn unser Stolz verletzt wird, oder wir k\u00e4mpfen um eine h\u00f6here Position zu erlangen, oder wir interessieren uns f\u00fcr einen Titel oder Ruhm. Jesus diente nicht, um sein Leben zu erhalten. Er kam, um sein Leben zu geben! Und er gab tats\u00e4chlich sein Leben f\u00fcr uns. Als Folge davon haben wir wunderbare Gnade empfangen. Als diejenigen, die seine Gnade empfangen haben, m\u00f6gen wir Leben leben, die nur Gott verherrlichen, und unser Leben geben, wie Jesus es tat.<\/p>\n<p>Vor diesem Wort Gottes habe ich nichts zu sagen. Ich gebe vor, ein geistlicher Hirte f\u00fcr Gottes Herde zu sein. Aber ich stelle fest, dass ich immer danach trachte, mein Leben zu erhalten, anstatt es f\u00fcr aufzugeben. Auch wenn ich die Bibel lehre, habe ich immer auf meinen k\u00f6rperlichen Zustand geachtet. Wenn ich m\u00fcde war, wurde ich so passiv und lehrte die Bibel nicht von ganzem Herzen. Ich tue Bu\u00dfe f\u00fcr mein Mangel an Herz, wenn ich Studenten und anderen Mitarbeitern diene. Herr, hilf mir zu erkennen, dass ich ein enorm verschuldeter S\u00fcnder bin, und zu beten, dass ich nicht darum k\u00e4mpfe, mein Leben zu retten, sondern mein Leben f\u00fcr deine Leute zu geben.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir dann so ein Leben leben? Wie k\u00f6nnen wir unseren Stolz beseitigen? Wie k\u00f6nnen wir unsere selbsts\u00fcchtigen W\u00fcnsche aufgeben und als Sklaven aller leben? Es scheint unm\u00f6glich, dass wir das tun. Wie ist es m\u00f6glich?<\/p>\n<p>Erstens m\u00fcssen wir uns an die Gnade erinnern, die wir von unserem Herrn Jesus empfangen haben. Wir sollten uns nicht nur an die Gnade erinnern, sondern sie jeden Tag erneuern. Durch Jesu Dienst haben wir das gr\u00f6\u00dfte Geschenk in der Welt empfangen, das wir uns je vorstellen k\u00f6nnten. Wir dienen nicht mehr, um noch irgendetwas zu empfangen. Wir haben bereits alles empfangen! Wenn wir an die Vergebung unserer S\u00fcnden und das ewige Leben denken, das wir durch Jesus empfangen haben, ist es seltsam, noch irgendetwas in dieser Welt zu begehren. Wenn wir das aber tun, sind wir nicht ignorant gegen\u00fcber der Gnade Jesu, die wir schon empfangen haben? Wenn wir uns an die Gnade Jesu erinnern und sie erneuern, k\u00f6nnen wir ein Leben f\u00fchren, um zu dienen und unser Leben zu geben.<\/p>\n<p>Zweitens, wir m\u00fcssen beten, dass wir Jesu Fu\u00dfstapfen folgen k\u00f6nnen. Das Gebet hat eine wunderbare Macht. Es ist der Kanal, durch den wir Gottes Gnade empfangen. Wenn wir beten, versorgt uns Gott mit all der n\u00f6tigen Gnade, die uns bef\u00e4higt, so ein Leben zu f\u00fchren. Gott wird uns sicherlich unseren Herzenswunsch erf\u00fcllen, als Sklaven zu dienen und unser Leben f\u00fcr andre zu geben. Er ver\u00e4ndert unseren inneren Charakter und macht ihn dem\u00fctig, hingebungsvoll und sch\u00f6n wie den von Jesus. Wie sch\u00f6n und herrlich ist unser Herr Jesus! Wenn wir an ihn denken, wird unser Herz mit Dank, Freude und Preis f\u00fcr ihn erf\u00fcllt. Wir sind fasziniert von seiner Sch\u00f6nheit. Bevor wir uns freuen, weil er etwas f\u00fcr uns getan hat, oder bevor wir traurig werden, weil er etwas nicht f\u00fcr uns getan hat, m\u00fcssen wir beten, dass wir erkennen, wie kostbar Jesus ist, seine Sch\u00f6nheit, Majest\u00e4t und Herrlichkeit. Wir m\u00fcssen beten, dass unser Herz mit dem Verlangen erf\u00fcllt wird, ihn zu erkennen und in ihm gefunden zu werden. M\u00f6ge Gott uns ein Verlangen geben, Jesu Leben nachzuahmen und zu dienen und unser Leben f\u00fcr andere zu geben.<\/p>\n<p>Zuletzt, was hei\u00dft es dann praktisch, anderen zu dienen? Wem sollten wir dienen? Kurz gesagt sollten wir jedem dienen, der unsere Hilfe braucht. Unseren Br\u00fcdern und Schwestern, unseren bed\u00fcrftigen N\u00e4chsten, Ehem\u00e4nnern und Ehefrauen, Eltern und Kindern, besonders Teenagern und Studenten, f\u00fcr die wir beten. Wir sollten jedem von ihnen dienen, einem nach dem anderen, als ob wir Jesus dienen. Mutter Theresas Gedenkst\u00e4tte ist in Skopje in Mazedonien. Dort sah ich ihr Tagebuch. In ihrem Tagebuch standen die folgenden Worte: \u201eJesus ist der Hilflose, dem ich helfe, der Bettler, den ich aufnehme, der Leprakranke, den ich wasche, der Trunks\u00fcchtige, den ich anleite\u201c. Sie sagte: \u201eIch diente Jesus in dem \u00c4rmsten der Armen in Kalkutta.\u201c<\/p>\n<p>Zusammengefasst: Jesus kam um zu dienen wie ein Sklave und sein Leben zu geben. Wegen Jesu Dienst haben wir die Vergebung der S\u00fcnden und das ewige Leben empfangen. Wir brauchen nichts mehr. M\u00f6gen wir Jesus danken und ein Leben f\u00fchren, das anderen dient, und unser Leben geben. M\u00f6ge Gott uns helfen, einen umherwandernden Studenten anzunehmen und ihm mit unserem ganzen Herzen zu dienen. M\u00f6ge Gott uns segnen, dass wir, indem wir einander dem\u00fctig dienen, zu einer liebevollen geistlichen Gemeinschaft heranwachsen! Amen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Denn auch der Menschensohn \u201eDenn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.\u201c (Markus 10,45) In der konfuzianischen Kultur ist das Lebensziel \u201eIepsin Yanmyung\u201c, was bedeutet, in der Welt erfolgreich und ber\u00fchmt zu werden. 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