{"id":934,"date":"2010-07-11T15:42:38","date_gmt":"2010-07-11T14:42:38","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=934"},"modified":"2023-01-29T20:47:15","modified_gmt":"2023-01-29T19:47:15","slug":"predigt-1-samuel-72-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-72-17\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 7,2-17"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/P04-1Sa0702-0717.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Eben-Eser<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem <\/strong><strong>Herrn<\/strong><strong> bekehren wollt, so tut von euch die fremden G\u00f6tter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem <\/strong><strong>Herrn <\/strong><strong>und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.\u201d <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Sam 7,3)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir aus den Kapiteln 4-6 erfahren, dass die Israeliten im Kampf gegen die Philister eine schwere Niederlage erfuhren und ihnen die Bundeslade geraubt wurde. Die Ursache daf\u00fcr war, dass sie sich von Gott abgewandt hatten und ganz nach ihren eigenen Gedanken lebten, sodass es f\u00fcr Gott in ihrem Leben keinen Raum mehr gab. Die ganze Trag\u00f6die kam in dem Namen \u201eIkabod\u201c zum Ausdruck \u2013 die Herrlichkeit Gottes hatte sie verlassen. Der Inhalt unseres heutigen Textes ist dagegen ganz anders. Denn die Israeliten erfahren darin Gottes m\u00e4chtige Hilfe gegen die Philister, und statt \u201eIkabod\u201c lautet das markante Wort des Textes \u201eEben-Ezer\u201c \u2013 bis hierher hat uns der Herr geholfen. Wie kam es zu dieser gro\u00dfen Wende? Die Schl\u00fcsselfigur im heutigen Text ist Samuel, der als geistlicher Leiter das Volk zur Umkehr zu Gott f\u00fchrte. Lasst uns an Samuels Beispiel lernen, was einen guten geistlichen Leiter ausmacht! Lasst uns auch neu verstehen, was f\u00fcr eine wichtige Rolle ein guter geistlicher Leiter spielt! Gott schenke uns dadurch einen neuen Wunsch, selbst gute geistliche Leiter f\u00fcr unsere Zeit zu werden!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Samuel leitete Israel zur Bu\u00dfe (2-4)<\/strong><\/p>\n<p>In welcher Lage befand sich das Volk Israel, nachdem es von den Philistern besiegt worden war? Der Vers 2 sagt: <strong>\u201eAber von dem Tage an, da die Lade des Herrn zu Kirjat-Jearim blieb, verging eine lange Zeit; es wurden zwanzig Jahre. Dann wandte sich das ganze Haus Israel zum Herrn.\u201c <\/strong>Gott hatte daf\u00fcr gesorgt, dass die Bundeslade nicht in den H\u00e4nden der Feinde blieb, sondern wieder nach Israel zur\u00fcckkam; aber die Israeliten konnten sich von ihrer Niederlage gegen die Philister nicht erholen, sondern mussten lange unter ihrer Vorherrschaft leiden. Noch schlimmer als die Hand der Philister war, dass Gott sie verlassen hatte und sie keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben konnten. Zwanzig lange Jahre vergingen. Wie ging es ihnen dann? Der Vers 2b lautet nach einer englischen \u00dcbersetzung (NIV): <strong>\u201e\u2026 and all the people of Israel mourned and sought after the LORD.\u201c <\/strong>Die Israeliten waren traurig, weil sie in den zwanzig Jahren unter der Gottesferne permanent gelitten hatten. Nach zwanzig Jahren waren sie traurig und verzweifelt \u00fcber ihr Leben ohne Gott, das hart, leidensvoll und inhaltsleer war. In ihnen entstand eine neue Sehnsucht nach Gott. Sie suchten nach Gott; aber sie konnten von sich aus nicht zu Gott kommen.<\/p>\n<p>Wie half Samuel dem Volk in dieser entscheidenden Zeit? Lesen wir gemeinsam den Vers 3: \u201e<strong> Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem HERRN bekehren wollt, so tut von euch die fremden G\u00f6tter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.\u201c <\/strong>Samuel half den Israeliten, zu Gott zu kommen, indem er sie dazu aufforderte, f\u00fcr ihre S\u00fcnde Bu\u00dfe zu tun. Was war ihre S\u00fcnde? Sie f\u00fchrten formal ein Glaubensleben, aber sie dienten gleichzeitig G\u00f6tzen, n\u00e4mlich den Baalen und Astarten. Die Baale galten in Kanaan als die G\u00f6tter, die f\u00fcr gute Ernten auf den Feldern sorgen konnten. Die Astarten waren angeblich f\u00fcr die Fruchtbarkeit der Frauen und der Muttertiere zust\u00e4ndig. Wir wissen nicht genau, warum die Israeliten diesen G\u00f6tzen gedient haben. Vielleicht lag es daran, dass sie fr\u00fcher Viehhirten waren, aber seit ihrem Einzug in Kanaan \u00fcberwiegend vom Ackerbau lebten und jedes Jahr auf eine gute Ernte angewiesen waren. Vielleicht dachten sie, dass sie die Hilfe eines Gottes br\u00e4uchten, der im Agrarbereich besonders kompetent sei. Auch bez\u00fcglich der Fruchtbarkeit ihrer Frauen und Muttertiere wollten sie nicht allein auf Gott vertrauen, sondern dienten den Astarten, die angeblich f\u00fcr Fruchtbarkeit sorgen konnten. Sie wussten von Gott und von seinen gro\u00dfen Taten in der Vergangenheit, aber bei den praktischen Problemen ihres Lebens konnten sie Gott nicht vertrauen. Vielleicht dienten sie den Baalen auch deshalb, weil der Baalskult damals absolut in war und weil die Form der Baalsverehrung ihnen attraktiver vorkam als der Gottesdienst nach dem Gesetz des Mose. Warum war ihr G\u00f6tzendienst, aus welchem Motiv sie ihn auch betrieben, eine schwere S\u00fcnde? Gott will, dass wir ihn allein als Gott verehren und f\u00fcr ihn leben. Gott will im Mittelpunkt unseres Herzens stehen und unser Ziel sein und will sich diesen Platz mit niemandem teilen. So hei\u00dft es auch in 5. Mose 6,5: \u201e<strong>Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.<\/strong>\u201c Gott hat in den Zehn Geboten als Allererstes gesagt: <strong>\u201eIch bin der Herr, dein Gott, der dich aus \u00c4gyptenland gef\u00fchrt hat, aus der Knechtschaft. Du sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir\u201c <\/strong>(5.Mose 5,6.7). Wenn ein Mann neben seiner Frau noch eine Geliebte hat, verachtet er seine Ehefrau und zerst\u00f6rt die Ehe. Noch viel mehr verachten Menschen Gott, wenn sie neben ihm noch andere G\u00f6tter haben, und zerst\u00f6ren die Beziehung zu ihm. Das gerade taten die Israeliten, und zwar schon seit Jahrzehnten. Darum forderte Samuel sie klar dazu auf, sich von den fremden G\u00f6ttern zu trennen und ihr Herz ganz auf Gott auszurichten und ihm allein zu dienen.<\/p>\n<p>Hier finden wir den ersten Grund finden, warum Samuel ein guter geistlicher Leiter war. Samuel war ein guter geistlicher Leiter, weil er das Volk zur Bu\u00dfe f\u00fchrte. Was f\u00fcr eine gro\u00dfe Bedeutung das hat, k\u00f6nnen wir erkennen, wenn wir Samuels Einfluss mit dem von Eli vergleichen. Eli hat zwar seinen Dienst als Priester \u00e4u\u00dferlich verrichtet, aber er konnte keinen guten geistlichen Einfluss aus\u00fcben. Als er von der schweren S\u00fcnde seiner S\u00f6hne erfuhr, sagte er zu ihnen blo\u00df: <strong>\u201eWarum tut ihr solche b\u00f6sen Dinge, von denen ich h\u00f6re im ganzen Volk? Nicht doch, meine S\u00f6hne! Das ist kein gutes Ger\u00fccht, von dem ich reden h\u00f6re in des Herrn Volk\u201c <\/strong>(2,23.24). Sein lauer Tadel zeigt, dass Eli selbst keine klare Haltung gegen\u00fcber der S\u00fcnde hatte und kein brennendes Verlangen, sie aus der S\u00fcnde herauszuholen und zu Gott zur\u00fcck zu f\u00fchren. Wegen dieser unklaren Haltung konnte Eli nicht einmal seine eigenen S\u00f6hne zur Bu\u00dfe f\u00fchren. Aber Samuel war anders. Er muss damals noch relativ jung gewesen sein, vermutlich Anfang oder Mitte drei\u00dfig. Es ist nicht leicht, einen einzigen Menschen zur Bu\u00dfe aufzufordern, weil die Menschen nur ungern Bu\u00dfe tun und deshalb gern widersprechen und sich dagegen wehren. Doch Samuel forderte nicht nur einen Menschen, sondern das ganze Volk dazu auf, f\u00fcr ihren G\u00f6tzendienst Bu\u00dfe zu tun und Gott allein zu dienen.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Israeliten auf Samuels Aufforderung zur Bu\u00dfe? Vers 4 sagt: <strong>\u201eDa taten die Israeliten von sich die Baale und Astarten und dienten dem Herrn allein.\u201c <\/strong>Sie hatten sich in den vergangenen zwanzig Jahren an das Leben mit ihren G\u00f6tzen sehr gew\u00f6hnt. Aber sie h\u00f6rten auf Samuels Aufforderung und taten von Herzen Bu\u00dfe. Ihre Bu\u00dfe war nicht blo\u00df eine gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Reue oder halbherzige Entscheidung. Vielmehr taten sie die G\u00f6tzen wirklich von sich und dienten dem Herrn allein. Durch Samuels klare Haltung und mutige Aufforderung konnten die Israeliten so von dem drohenden Schicksal als S\u00fcnder bewahrt werden und durch Bu\u00dfe ihre Beziehung zu Gott erneuern. Im Gegensatz dazu hatte Eli eine weniger klare Haltung gegen\u00fcber der S\u00fcnde, die f\u00fcr die Menschen weniger unbequem war; denn Eli sagte zwar auch mal etwas gegen die S\u00fcnde, aber wenn die Menschen seine Worte nicht annahmen, tolerierte er letztlich ihre S\u00fcnde. Mit dieser Haltung erscheint Eli vielen Menschen sympathischer, weil er tolerant war und die Menschen und ihren freien Willen scheinbar mehr respektierte. Aber mit dieser Haltung konnte er Gott nicht gefallen und zog sich selbst das Gericht Gottes zu. Mit dieser Haltung f\u00fchrte er auch das Volk in eine furchtbare geistliche und politische Not und in jahrzehntelanges bitteres Leiden.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das f\u00fcr uns? Was sind die G\u00f6tzen der Menschen heute? Um das zu beantworten, sollen wir kurz \u00fcberlegen, was G\u00f6tzen \u00fcberhaupt sind. Gott ist unser Ziel, und zwar das einzige und wahre Ziel, f\u00fcr das wir ganz leben sollen. Alles, was Gott von diesem Platz in unserem Herzen verdr\u00e4ngt und diesen Platz einnimmt, ist unser G\u00f6tze. Tats\u00e4chlich gibt es viele Dinge, die die Menschen heute zu ihrem Ziel machen und f\u00fcr die sie leben, zum Beispiel f\u00fcr ihren Erfolg im Beruf oder in einem Hobby, f\u00fcr Geld oder Dinge, die sie sich damit gerne kaufen wollen wie Computer, Autos oder H\u00e4user oder alle m\u00f6glichen Arten von Erlebnissen und Vergn\u00fcgungen. Wenn wir das tiefer hinterfragen, k\u00f6nnen wir erkennen, dass es bei all diesen Zielen letztlich um das eigene Selbst geht, um das eigene Gl\u00fcck, das eigene Wohl, den eigenen Erfolg im Studium oder Berufsleben, das eigene Ansehen bei der Familie, Freunden oder Kollegen, den eigenen Genuss von Erlebnissen, Gef\u00fchlen usw. So macht man sich selbst zum Ziel seines Lebens; man macht sich selbst zum G\u00f6tzen.<\/p>\n<p>Vielleicht denkt jetzt jeder von uns: \u201eDas mag f\u00fcr die anderen Menschen zutreffen, die ungl\u00e4ubig sind; aber nicht f\u00fcr mich; Gott ist mein Ziel, ich lebe f\u00fcr ihn!\u201c Auch wenn das grunds\u00e4tzlich stimmt, m\u00fcssen wir uns doch selbst pr\u00fcfen, wof\u00fcr wir praktisch wirklich leben. Was ist tats\u00e4chlich meine Motivation, aus der ich im Alltag in die Schule gehe, studiere oder zu Hause oder in der Firma arbeite oder im Werk Gottes mitwirke? Tue ich das wirklich f\u00fcr Gott, um seinen Namen zu ehren, oder letztlich f\u00fcr mich selbst, um mein eigenes Problem zu l\u00f6sen, f\u00fcr meine eigene Selbstbest\u00e4tigung, um meine Ziele in meiner Zukunft zu erreichen? Sich so genau zu pr\u00fcfen, ist keineswegs \u00fcbertrieben, sondern n\u00f6tig, um die verborgenen G\u00f6tzen aufzudecken. Die Bibel sagt: <strong>\u201eOb ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre\u201c<\/strong> (1. Kor 10,31). Eine andere Definition, mit der man seine G\u00f6tzen herausfinden kann, sagt: Ein G\u00f6tze ist das, wof\u00fcr man sein Geld ausgibt, wenn man knapp mit Geld ist; oder wenn ich wenig Zeit habe, wof\u00fcr ich dann meine Zeit gebrauche, ist mein G\u00f6tze. M\u00f6ge Gott uns helfen, alle verborgenen G\u00f6tzen in unserem Herzen zu erkennen, und sie entschieden von uns zu tun, und unser Herz ganz auf Gott auszurichten! M\u00f6ge Gott uns helfen, ihm in allem zu vertrauen und ihm allein zu dienen! Dann wird Gott uns bestimmt \u00fcberall helfen, wo wir seine Hilfe n\u00f6tig haben, im Studium, bei der Arbeit, in der Familie und im Werk Gottes! Amen!<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Samuel versammelte ganz Israel in Mizpa (5-14)<\/strong><\/p>\n<p>Was tat Samuel, nachdem sich die Israeliten von ihren G\u00f6tzen getrennt hatten und dem Herrn allein dienten? Die Verse 5 und 6 sagen: <strong>\u201eSamuel aber sprach: Versammelt ganz Israel in Mizpa, dass ich f\u00fcr euch zum Herrn beten. Und sie kamen zusammen in Mizpa und sch\u00f6pften Wasser und gossen es aus vor dem Herrn und fasteten an demselben Tage und sprach dort: Wir haben an dem Herrn ges\u00fcndigt.\u201c <\/strong>Samuel h\u00e4tte sich einfach \u00fcber ihre Umkehr freuen und damit zufrieden sein k\u00f6nnen. Aber Samuel lie\u00df ganz Israel in Mizpa zusammen\u00adkommen. Die Israeliten machten sich auf die zum Teil weite Reise und kamen nach Mizpa. Dort gossen sie Wasser aus vor dem Herrn, was damals ein Ausdruck der Bu\u00dfe war, denn Trinkwasser war kostbar und stand nur begrenzt zur Verf\u00fcgung. Sie fasteten und bekannten erneut ihre S\u00fcnde, indem sie sagten: <strong>\u201eWir haben an dem Herrn ges\u00fcndigt.\u201c <\/strong>Auf diese Weise vertieften sie ihre Bu\u00dfe.<\/p>\n<p>Welche weitere Bedeutung hatte diese Versammlung in Mizpa? Samuel versammelte das ganze Volk in Mizpa, um eine geistliche Einheit zu bilden. Durch ihr gemeinsames Beten, gemeinsames Fasten und gemeinsames Bekennen entstand eine geistliche Einheit aus dem Volk. Viele Stellen im Alten und im Neuen Testament bezeugen, dass Gottes Volk bzw. die christliche Gemeinde eine geistliche Einheit bilden soll. So wird das Volk Israel oft als die Gemeinde des Herrn bezeichnet. Die christliche Gemeinde wird als der Leib Christi beschrieben, dessen Glieder einm\u00fctig gesinnt sein und harmonisch zusammen arbeiten sollten. Doch die geistliche Einheit entsteht nicht von selbst. Samuel lie\u00df die Israeliten daf\u00fcr extra in Mizpa zusammenkommen, was f\u00fcr sie viel M\u00fche und Aufwand an Zeit und Geld bedeutete und kostbare Urlaubstage kostete. Doch dieses Anliegen war wichtig genug und die Opfer wert, weil sie durch ihr gemeinsames Beten und Bekennen die geistliche Einheit vor Gott bilden konnten, die Gott sich so sehr w\u00fcnscht und die er segnen will. Es ist wichtig, dass wir selbst jeder vor Gott leben und ihm allein dienen. Aber das ist nicht alles, wenn wir Gott gefallen wollen. Wir sollen uns auch aktiv darum bem\u00fchen und Aufwand und M\u00fche nicht scheuen, um vor Gott eine geistliche Einheit zu bilden, damit wir gemeinsam Gott ehren und ihm dienen k\u00f6nnen. M\u00f6ge Gott in diesem Sinne unsere Zusammenkunft am Freitag und am Samstag Abend noch mehr segnen, sodass wir eins werden vor ihm wie die Israeliten in Mizpa! M\u00f6ge Gott insbesondere auch unsere bevorstehende Sommerbibelfreizeit dahin gehend segnen, dass wir nicht nur jeder pers\u00f6nlich lernen, aus Glauben zu leben, sondern durch unser gemeinsames Singen, gemeinsames Gebet und gemeinsames H\u00f6ren und Bekennen eine geistliche Einheit bilden, und zwar sowohl miteinander als auch mit den Geschwistern aus Mannheim, Frankfurt, Darmstadt, M\u00fcnchen und Karlsruhe! Gott m\u00f6ge dadurch die Ehre nehmen und dies f\u00fcr sein Werk in Deutschland kostbar gebrauchen!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Israeliten in Mizpa versammelt waren, passierte etwas v\u00f6llig Unerwartetes. Betrachten wir Vers 7. Die Philister versammelten sich zum Kampf gegen Israel, weil sie die Zusammenkunft der Israeliten als eine milit\u00e4rische Bedrohung betrachteten. Als die Israeliten es h\u00f6rten, f\u00fcrchteten sie sich vor den Philistern. Wie reagierten sie in dieser kritischen Situation? Vers 8 sagt: <strong>\u201eUnd sie sprachen zu Samuel: Lass nicht ab, f\u00fcr uns zu schreien zu dem HERRN, unserm Gott, dass er uns helfe aus der Hand der Philister.\u201c<\/strong> In Kapitel 4 haben die Israeliten im Krieg gegen die Philister einfach von sich aus gehandelt und die Bundeslade geholt und darauf vertraut, dass sie wegen der Bundeslade siegen w\u00fcrden. Aber dieses Mal baten sie Samuel, zu dem Herrn zu schreien und nicht damit aufzuh\u00f6ren. Sie setzten ihr Vertrauen auf Gott und hofften auf seine Hilfe, anstatt einfach auf die Anwesenheit eines sakralen Gegenstands zu vertrauen. Das war schon eine deutliche Ver\u00e4nderung und ein gro\u00dfer geistlicher Fortschritt. Samuel nahm ein junges Lamm, das noch ges\u00e4ugt wurde, und brachte es Gott als Brandopfer dar und schrie zum Herrn f\u00fcr Israel (9).<\/p>\n<p>Wie reagierte Gott darauf? Vers 9b sagt: <strong>\u201e\u2026 und der Herr erh\u00f6rte ihn.\u201c<\/strong> Gott nahm die Umkehr der Israeliten und das Gebet von Samuel f\u00fcr sie an. W\u00e4hrend Samuel noch betete, kamen die Philister heran, um gegen Israel zu k\u00e4mpfen. Aber Gott lie\u00df es \u00fcber den Philistern so laut donnern und schreckte sie so sehr, dass sie vor Israel geschlagen wurden (10). Als die Philister flohen, jagten die Israeliten ihnen nach und schlugen sie in die Flucht. Es wurde ein gro\u00dfer Sieg.<\/p>\n<p>Was zeigt das \u00fcber Gott? Gott ist immer bereit, seinem Volk zu helfen. Aber als sie Gott verlie\u00dfen und auf andere G\u00f6tter ihre Hoffnung setzten, konnte Gott ihnen nicht helfen, obwohl er es gern getan h\u00e4tte. Aber als sie Bu\u00dfe getan hatten und beteten, lie\u00df Gott sie nicht warten, sondern fing sofort an, ihnen zu helfen, w\u00e4hrend Samuel noch betete.<\/p>\n<p>Was tat Samuel daraufhin? Vers 12 sagt:<strong> \u201eDa nahm Samuel einen Stein und stellte ihn auf zwischen Mizpa und Schen und nannte ihn \u201eEben-Eser\u201c und sprach: Bis hierher hat uns der Herr geholfen.\u201c<\/strong> \u201eEben-Eser\u201c bedeutet Stein der Hilfe. Gott hatte seinem Volk geholfen, nachdem sie sich zu ihm bekehrt hatten, und hatte sie von der Bedrohung durch die Philister gr\u00fcndlich befreit. Eben-Eser sollte Israel helfen, diese Erfahrung nie zu vergessen.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr uns? Hier k\u00f6nnen wir lernen, dass wir Gottes Hilfe nicht vergessen sollen, sondern uns immer wieder dankbar daran erinnern sollen. Vor allem k\u00f6nnen wir lernen, dass Gott von sich aus immer bereit ist, uns zu helfen; Gott ist immer bereit, uns zu segnen und auch gro\u00dfe Werke durch uns zu tun. Die entscheidende Frage ist, ob wir immer in der Lage sind, Gottes Hilfe zu empfangen. Die Frage ist also, ob wir Gott von ganzem Herzen lieben und ihm allein dienen und somit wirklich auf seiner Seite stehen, sodass Gott uns segnen und helfen kann. Das ist die entscheidende Frage, von der abh\u00e4ngt, ob und wie viel Gott uns helfen und durch uns wirken kann. M\u00f6ge Gott uns helfen, immer klar auf Gottes Seite zu stehen, ihn von ganzem Herzen zu lieben und ihm allein zu dienen, sodass er mit uns sein und uns segnen und helfen kann, wie er es eigentlich will und geplant hat!<\/p>\n<p><strong>Teil 3: Samuel richtete Israel sein Leben lang (15-17)<\/strong><\/p>\n<p>Wie \u00fcbte Samuel sein Richteramt aus? Die Verse 15-17 sagen: <strong>\u201e<\/strong><strong>Samuel aber richtete Israel sein Leben lang und zog Jahr f\u00fcr Jahr umher und kam nach Bethel und Gilgal und Mizpa. Und wenn er Israel an allen diesen Orten gerichtet hatte, kam er wieder nach Rama \u2013 denn da war sein Haus \u2013 und dort richtete er Israel. Auch baute er dort dem HERRN einen Altar.\u201c<\/strong> Diese Verse sind eine zusammenfassende Beschreibung von Samuels Leben. Samuel diente dem Volk treu, indem er jedes Jahr umherzog und das Volk an drei bestimmten Orten lehrte und richtete.<\/p>\n<p>Hier finden wir einen weiteren Grund, weswegen Samuel ein guter geistlicher Leiter war. Samuel diente Gott nicht eine Zeit lang, sondern sein Leben lang. Etliche Menschen dienen Gott eine Zeitlang, werden aber irgendwann nachl\u00e4ssig oder h\u00f6ren ganz damit auf, Gott zu dienen. Dadurch verliert auch ihr fr\u00fcheres Wirken an Bedeutung oder wird ganz in Frage gestellt. Aber Samuel setzte sich, auch als er alt wurde, nicht zur Ruhe, sondern diente Gott und seinem Volk unerm\u00fcdlich, solange er konnte. Samuels geistlicher Einfluss war so gro\u00df, weil Samuel sein Leben lang vor Gott lebte und das Volk Gottes Worte lehrte, solange er lebte.<\/p>\n<p>Im heutigen Text konnten wir erfahren, wie Samuel als geistlicher Leiter dem Volk Israel diente. Samuel war ein guter geistlicher Leiter, weil er die Menschen zur Bu\u00dfe leitete und ihnen half, Gott allein zu dienen. Samuel war ein guter Leiter, weil er f\u00fcr eine geistliche Einheit sorgte und weil er schreiend f\u00fcr das Volk betete. Welche Bedeutung gewann dadurch sein Leben? Unter Eli lebten die Israeliten in geistlichem Chaos, und dass Eli keine klare Haltung gegen\u00fcber der S\u00fcnde hatte, hatte zur  Folge, dass Gott sich von ihnen zur\u00fcckzog und sie zwanzig Jahre lang geistlich und praktisch sehr  leiden mussten. Doch Samuel, der wirklich Gott f\u00fcrchtete und das Volk liebte, konnte das ganze Volk zur Umkehr zu Gott f\u00fchren, woraufhin sie Gottes Segen und treue Hilfe erfahren konnten.<\/p>\n<p>Wir leben in einer Zeit, die der Zeit von Samuel sehr \u00e4hnelt. Obwohl Deutschland eine christliche Tradition hat, wenden sich immer mehr Menschen ganz von Gott ab oder f\u00fchren nur noch ein formales Glaubensleben, in dem sie gleichzeitig sich selbst oder anderen Zielen als G\u00f6tzen dienen. Aber wir sollen das nicht f\u00fcr das Problem halten. Aus der Sicht des heutigen Textes ist nicht der Anteil der Menschen, die sich in unserem Land von Gott abwenden, das Problem noch das Ma\u00df, wie weit sie sich mit ihrer Lebensweise von Gott entfernen. Das Problem ist, ob es geistliche Leiter wie Samuel gibt, die selbst nach Gottes Wort leben und inst\u00e4ndig f\u00fcr das Volk beten und sie ohne Kompromisse das Wort Gottes lehren und zur Bu\u00dfe leiten. Die Frage ist anders gesagt, ob wir solche geistlichen Leiter wie Samuel sind, die selbst ohne Kompromisse nach Gottes Wort leben und es so auch an die jungen Menschen weitergeben. M\u00f6ge Gott uns helfen, Gott allein zu lieben und f\u00fcr die jungen Menschen in dieser Stadt zu beten und sie zu lehren, sodass er uns als geistliche Leiter f\u00fcr sie gebrauchen kann! M\u00f6ge Gott uns helfen, den Menschen zu helfen, Gott allein zu dienen und als geistliche Leiter f\u00fcr die kommende Zeit heranzuwachsen! Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort: <strong>\u201eSamuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem <\/strong><strong>Herrn<\/strong><strong> bekehren wollt, so tut von euch die fremden G\u00f6tter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem <\/strong><strong>Herrn <\/strong><strong>und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.\u201d <\/strong><\/p>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tH2 { margin-top: 0.14cm; margin-bottom: 0.42cm; text-align: justify; page-break-after: auto } \t\tH2.western { font-family: \"Times New Roman\", serif; font-size: 12pt; font-weight: normal } \t\tH2.cjk { font-family: \"DejaVu Sans\"; font-size: 12pt; font-weight: normal } \t\tH2.ctl { font-family: \"DejaVu Sans\"; font-size: 12pt; font-weight: normal } --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Eben-Eser \u201eSamuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem Herrn bekehren wollt, so tut von euch die fremden G\u00f6tter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.\u201d (1.Sam 7,3) Letzte Woche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[45,4],"tags":[],"class_list":["post-934","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-samuel","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=934"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/934\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":935,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/934\/revisions\/935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}