{"id":922,"date":"2010-07-04T19:46:23","date_gmt":"2010-07-04T18:46:23","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=922"},"modified":"2023-01-29T20:47:15","modified_gmt":"2023-01-29T19:47:15","slug":"predigt-1-samuel-41-72","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-41-72\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 4,1-7,2"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Predigt-1.Samuel-41-72.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Wer kann bestehen vor dem Herrn?<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Und die Leute von Bet-Schemesch sprachen: Wer kann bestehen vor dem Herrn, diesem heiligen Gott?\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Sam. 6,20a)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir die Gegen\u00fcberstellung zweier Personen durch den Verfasser betrachtet. Eli und seine S\u00f6hne bekamen das Gericht Gottes verk\u00fcndet, weil sie Gott durch ihre Lebensweise verachteten. Hingegen wuchs Samuel als ein treuer Priester und Prophet Gottes heran. Durch diesen Samuel hat Gott das Gericht \u00fcber Eli und sein Haus und somit das Ende einer \u00c4ra angek\u00fcndigt. Im heutigen Text betrachten wir die Erf\u00fcllung dieses g\u00f6ttlichen Gerichtes. Doch Gottes Gericht erging nicht nur \u00fcber Elis Haus, sondern auch \u00fcber Israel und die Philister. Und Gott richtete nicht nur, seine Herrlichkeit zog sogar aus Israel hinweg. Insgesamt begegnen uns im heutigen Text verschiedene Ereignisse, durch die sich Gott offenbart. Lasst uns auf Gott schauen, der seine Heiligkeit offenbart und ein Leben f\u00fchren, wie es ihm gef\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tDie Bundeslade geht im Kampf verloren (4,1-11a)<\/strong><\/p>\n<p>Wie kam es zum Kampf und wie konnte die Bundeslade verloren gehen? Betrachten wir die Verse 1 und 2. Einmal mehr versammelten sich die Philister gegen Israel. Israel blieb nichts anders \u00fcbrig, als sich ebenfalls zu versammeln und in den Kampf zu ziehen. Wie ging der Kampf aus? <strong>\u201eUnd der Kampf breitete sich aus, und Israel wurde von den Philistern geschlagen. Sie erschlugen in der Feldschlacht etwa viertausend Mann.\u201c<\/strong> (2) Israel musste eine bittere Niederlage gegen ihre Erzfeinde einstecken.<\/p>\n<p>Wie ging das Volk mit ihrer Niederlage um? Vers 3: <strong>\u201eUnd als das Volk ins Lager kam, sprachen die \u00c4ltesten Israels: Warum hat uns der Herr heute vor den Philistern geschlagen? Lasst uns die Lade des Bundes des Herrn zu uns holen von Silo und lasst sie mit uns ziehen, damit er uns errette aus der Hand unserer Feinde.\u201c <\/strong>Sie forschten nach der Ursache ihrer Niederlage. Schlie\u00dflich stellten sie fest, dass sie ohne Gott in den Kampf gezogen waren. Deshalb beschlossen sie, ein weiteres Mal in den Kampf zu ziehen, dieses Mal aber mit der Bundeslade, um auch siegreich aus der Schlacht hervorzugehen. Also lie\u00df man die Bundeslade holen. <strong>\u201eUnd als die Lade des Bundes des Herrn in das Lager kam, jauchzte ganz Israel mit gewaltigem Jauchzen, so dass die Erde erdr\u00f6hnte.\u201c<\/strong> (5) Dieses gewaltige Jauchzen ist uns nicht fremd. Ganz Fu\u00dfballdeutschland hatte gestern vierfachen Grund zum gewaltigen Jauchzen. Unterdessen erreichte das gewaltige Jauchzen das Lager der Philister und versetzte sie in Angst und Schrecken. Und durch Vers 8 erfahren wir, dass sie eine richtige und eine falsche Vorstellung von Gott hatten. Sie kannten Gottes wundersame Befreiungsaktion aus \u00c4gypten. Gott hatte sich als m\u00e4chtigen Gott offenbart, Gott hatte \u00c4gypten geschlagen und das Meer geteilt. Doch aus ihrer tiefverwurzelten G\u00f6tzenkultur meinten sie, Gott sei einer der vielen G\u00f6tter, anstatt der einzig wahre Gott. Also sprachen sie sich gegenseitig Mut zu und <strong>\u201eDa zogen die Philister in den Kampf, und Israel wurde geschlagen, und ein jeder floh in sein Zelt. Und die Niederlage war sehr gro\u00df, und es fielen aus Israel drei\u00dfigtausend Mann Fu\u00dfvolk.\u201c<\/strong> (10) Doch als ob die zweite Niederlage nicht schlimm genug gewesen w\u00e4re, hei\u00dft es im Vers 11a: <strong>\u201eUnd die Lade Gottes wurde weggenommen\u201c. <\/strong>Mit der Bundeslade hatte sich Israel einen g\u00e4nzlich anderen Ausgang des Kampfes erwartet. Mit der Bundeslade erwarteten sie siegreich aus der Schlacht hervorzugehen. Doch die Trag\u00f6die war kaum mit Worten zu fassen. Sie hatten nicht nur die zweite Schlacht verloren, sondern auch ihr wichtigstes Heiligtum, n\u00e4mlich die Bundeslade Gottes mit den Gesetzestafeln im Inneren.<\/p>\n<p>Die Bibel berichtet an verschiedenen Stellen, wie Israel mit der Bundeslade erfolgreich sein konnte. Warum ging diese Rechnung im heutigen Text nicht auf? Warum haben sie verloren, anstatt zu gewinnen? Wir k\u00f6nnen an dieser Stelle etwas Wichtiges \u00fcber Gott lernen. Es gefiel Gott nicht, wie Israel mit ihm umging. In friedlichen Zeiten wurde Gott kaum Beachtung geschenkt, vielmehr war er der Vergessenheit ausgesetzt. Die Menschen f\u00fchrten kein aktives Glaubensleben. Das Volk brauchte Gott immer dann, wenn es kritisch wurde, wie z.B. im Kampf. Somit wurde Gott eine Rolle als Krisenmanager zugeordnet. Das ist wirklich eine h\u00f6chst uns\u00e4gliche Rollenverteilung. Und diese Rolle wollte Gott auf keinen Fall spielen. Warum nicht? Weil Gott Gott ist. Er ist der Herr \u00fcber alles und nicht ein Mittel zum Zweck. Gott will angebetet werden und Zentrum unseres Lebens sein, anstatt f\u00fcr pers\u00f6nliche Anliegen gebraucht bzw. missbraucht zu werden. So kam es, dass sie einen falschen Umgang mit Gott an den Tag legten und eine viel bittere Niederlage und zus\u00e4tzlich den Verlust der Lade Gottes erleiden mussten.<\/p>\n<p>Auch wir sind dringend auf den richtigen Umgang mit Gott angewiesen. Und der heutige Text hilft uns, Gott auch wie Gott zu behandeln. Gott will nicht nur ein Teil unseres Lebens sein, sondern unser Ziel und Zentrum.<\/p>\n<p><strong>Teil II Das Gericht \u00fcber Eli und seine Nachkommen (11-22)<\/strong><\/p>\n<p>Welche Trag\u00f6dien ereigneten sich noch? Betrachten wir die Verse 11b-18. \u201e<strong>und die beiden S\u00f6hne Elis, Hofni und Pinhas, kamen um.\u201c <\/strong>Das Wort \u00fcber das Gericht der beiden S\u00f6hne Elis trat somit in Erf\u00fcllung. Sie starben, wie angek\u00fcndigt, beide am selben Tag. Doch nicht nur das. Als die traurige Botschaft \u00fcber den Tod der beiden S\u00f6hne und vor allem \u00fcber den Verlust der Bundeslade Silo erreichte, kippte Eli mit dem Stuhl nach hinten und brach sich den Hals und starb. Somit ging eine 40 j\u00e4hrige \u00c4ra zu Ende, die wenig sch\u00f6nes an sich hatte.<\/p>\n<p>Doch das Ungl\u00fcck im Hause Eli h\u00f6rte damit nicht auf. Was geschah? Betrachten wir die Verse 19-22. Als die Schwiegertochter Elis, der soeben gestorben war, also die Frau des Pinhas, der gemeinsam mit seinem Bruder ebenfalls ums Leben gekommen war, h\u00f6rte, dass die Lade Gottes weggenommen wurde und auch vom Tod der anderen M\u00e4nner erfuhr, wurde sie von Geburtswehen \u00fcberfallen und kauerte sich nieder und gebar ihr Kind.<\/p>\n<p>In der Regel ist die Geburt eines Kindes mit gro\u00dfer Freude verbunden und in vielen F\u00e4llen die Geburt eines Sohnes. Doch Vers 20 berichtet, dass sie selbst im Sterben lag und die Geburt ihres Sohnes, auf die sie sich ca. 9 Monate gefreut hatte, nicht mehr zu Herzen nahm. Mit wom\u00f6glich letzter Kraft gab sie ihrem Sohn noch einen Namen. Wie hat sie ihn genannt? <strong>\u201eUnd sie nannte den Knaben Ikabod, das ist \u201eDie Herrlichkeit ist hinweg aus Israel!\u201c \u2013 weil die Lade Gottes weggenommen war, und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes. Darum sprach sie: Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel; denn die Lade Gottes ist weggenommen.\u201c<\/strong> (21.22)<\/p>\n<p>Die Trag\u00f6die im Hause Eli war gro\u00df. Das Haus Eli hatte keinen Bestand vor Gott. Doch sowohl Elis Sterben als auch der Name Ikabod zeigen uns die gr\u00f6\u00dfte aller Trag\u00f6dien, jenseits der Todesf\u00e4lle. Als Grund f\u00fcr das Umkippen Elis wird zuerst der Verlust der Bundeslade genannt. Und als Grund f\u00fcr den Namen \u201eIkabod\u201c wird auch stets derselbe Grund angegeben. Todesf\u00e4lle in der Familie sind schrecklich f\u00fcr die Betroffenen. Doch der heutige Text zeigt uns unmissverst\u00e4ndlich, dass kein Ereignis schrecklicher ist, als die Abwesenheit der Herrlichkeit Gottes! In dieser Hinsicht stehen sich zwei hebr\u00e4ische Namen gegen\u00fcber, die von ihrer Bedeutung nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnten. Ikabod verk\u00f6rpert die Abwesenheit Gottes, w\u00e4hrend Immanuel \u201eGott mit uns\u201c bedeutet. Mit Immanuel konnte Israel eine einmalige Erfolgsgeschichte unter allen V\u00f6lkern der Erde schreiben. Sie erlebten die wundersame Befreiung aus \u00c4gypten, die Spaltung des Meeres, das \u00dcberleben in der W\u00fcste, den Sieg \u00fcber die Feinde und das Einnehmen des verhei\u00dfenen Landes. Warum aber hat sich Immanuel in Ikabod gewandelt? Warum lie\u00df Gott die Eroberung der Bundeslade zu? Wir wissen, dass es kein besseres Mittel gibt, Gott zu vertreiben, als mit S\u00fcnde. Und die damalige Gesellschaft legte einen Wandel an den Tag, indem es keinen Platz mehr f\u00fcr Gott gab. Selbst die Priester, die S\u00f6hne Elis, die bei der Bundeslade waren, lebten \u00fcberaus s\u00fcndig und gottlos. Gott hatte keinen Raum mehr in den Herzen der Menschen. Sie trieben es so weit, bis sich die Herrlichkeit Gottes schlie\u00dflich von ihnen verabschiedete.<\/p>\n<p>Wo lag das Problem? Das Problem lag im fehlenden Bewusstsein der Menschen. F\u00fcr Israel war die Anwesenheit Gottes eine selbstverst\u00e4ndliche Tatsache. Gott war schon immer da und er w\u00fcrde auch f\u00fcr immer bleiben. Von dieser starren Denkweise ausgehend lebten sie willk\u00fcrlich nach ihrem Gutd\u00fcnken. Sie taten es in einer erschreckenden Weise, bis das Ma\u00df voll war. Ikabod wurde zu ihrer Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir daraus lernen? Der Zustand \u201eIkabod\u201c ist auch f\u00fcr uns eine ernstgemeinte Warnung. Israels Schicksal ist auch f\u00fcr uns keine Unm\u00f6glichkeit. Ausgehend von einer tr\u00fcgerischen Sicherheit k\u00f6nnten wir eine Lebensweise praktizieren, die Gott nicht gef\u00e4llt, die Gott jeden Raum unseres Herzens entrei\u00dft und in Wirklichkeit eine Ausladung Gottes mit sich f\u00fchrt. Ikabod ist eine Warnung Gottes. Wir brauchen t\u00e4gliches Gebet, damit Immanuel und nicht Ikabod unsere Realit\u00e4t ist, damit wir Menschen wie Samuel sind, die treu sind und Gottes Herz und Gottes Seele erfreuen, anstatt wie Eli und seine S\u00f6hne. M\u00f6ge Gott unser Gebetsleben reichlich segnen!<\/p>\n<p><strong>Teil III\tDie Bundeslade bei den Philistern (5-6)<\/strong><\/p>\n<p>Was geschah mit der Bundeslade? Betrachten wir die Verse 1-5. <strong>\u201eDie Philister aber hatten die Lade Gottes weggenommen und &#8230;brachten sie in das Haus Dagons und stellten sie neben Dagon.\u201c<\/strong> (1.2) Dagon war ihr Gott. Welche Vorstellung m\u00fcssen die Philister \u00fcber den Sieg gehabt haben? Ihm Namen ihres Gottes Dagon hatten sie gegen Israel und ihrem m\u00e4chtigen Gott gesiegt. Ihr Gott schien sich als m\u00e4chtiger erwiesen zu haben. Und die Bundeslade wurde quasi als Kriegsbeute f\u00fcr Dagon dargebracht.<\/p>\n<p>Wie aber hat Gott ihre Vorstellung als grundlegend falsch und sich selbst als einzig wahren Gott offenbart? Lesen wir die Verse 3 und 4: <strong>\u201eUnd als die Leute von Aschdod am andern Morgen sich fr\u00fch aufmachten und in das Haus Dagons kamen, sahen sie Dagon auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade des Herrn. Und sie nahmen Dagon und stellten ihn wieder an seinen Ort. Aber als sie am andern Morgen sich wieder fr\u00fch aufmachten, fanden sie Dagon abermals auf seinem Antlitz auf der Erde vor der Lade des Herrn liegen, aber sein Haupt und seine beiden H\u00e4nde abgeschlagen auf der Schwelle, so dass der Rumpf allein dalag.\u201c<\/strong> Was mit dem G\u00f6tzenbild geschah war kein Zufall. Beim ersten Mal lag sie mit dem Gesicht auf dem Boden, vor der Bundeslade. Nichts und niemand kann vor dem allm\u00e4chtigen Gott bestehen. Das war die erste Offenbarung Gottes f\u00fcr die Philister. Sie h\u00e4tten die richtige Schlussfolgerung ziehen, f\u00fcr ihren G\u00f6tzendienst Bu\u00dfe tun und Dagons Abbild zerschlagen sollen. Doch stattdessen richteten sie die Statue wieder auf. Die Folge war, dass sie beim zweiten Mal wieder auf dem Boden lag, doch zertr\u00fcmmert. Gott tat, was sie h\u00e4tten tun sollen. Erneut hatte sich Gott als einzig wahren und wahrhaft lebendigen Gott, nicht nur Israels, sondern aller Kreaturen offenbart, doch erneut schlussfolgerten die Priesters Dagons im Vers 5 falsch. Und das tragische daran war, dass sie an die Existenz Gottes glauben, ihm aber nicht dienen wollten.<\/p>\n<p>Warum wollten die Philister die Bundeslade nicht l\u00e4nger bei sich behalten? Betrachten wir Verse 6 und 7: <strong>\u201eAber die Hand des Herrn lag schwer auf den Leuten von Aschdod, und er brachte Verderben \u00fcber sie und schlug sie mit b\u00f6sen Beulen, Aschdod und sein Gebiet. Als aber die Leute von Aschdod sahen, dass es so zuging, sprach sie: Lasst die Lade des Gottes Israels nicht bei uns bleiben, denn seine Hand liegt zu hart auf uns und unserm Gott Dagon.\u201c<\/strong> Also beschlossen die F\u00fcrsten der Philister die Lade nach Gat zu tragen. Was trug sich aber in Gat zu? Verse 9 bis 12 berichten: <strong>\u201eAls sie aber die Lade dahin getragen hatten, entstand in der Stadt ein sehr gro\u00dfer Schrecken durch die Hand des Herrn; denn er schlug die Leute in der Stadt, klein und gro\u00df, so dass an ihnen Beulen ausbrachen. Da sandten sie die Lade Gottes nach Ekron. Als aber die Lade Gottes nach Ekron kam, schrien die Leute von Ekron: Sie haben die Lade des Gottes Israels hergetragen zu mir, damit sie mich t\u00f6te und mein Volk! Da sandten sie hin und versammelten alle F\u00fcrsten der Philister und sprachen: Sendet die Lade des Gottes Israels zur\u00fcck an ihren Ort, damit sie mich und mein Volk nicht t\u00f6te. Denn es kam ein t\u00f6dlicher Schrecken \u00fcber die ganze Stadt; die Hand Gottes lag schwer auf ihr. Und die Leute, die nicht starben, wurden geschlagen mit Beulen, und das Geschrei der Stadt stieg auf gen Himmel.\u201c<\/strong> <strong>\u201eSo war die Lade des Herrn sieben Monate im Lande der Philister. Und die Philister beriefen ihre Priester und Wahrsager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Herrn machen?\u201c<\/strong> (6,1.2) Zu welchem Ergebnis kamen ihre Priester und Wahrsager? Sie kamen zum dem Entschluss, dass die Lade nicht ohne S\u00fchnegabe h\u00e4tte zur\u00fcck gegeben werden sollen. Und auf die Frage nach der S\u00fchnegabe lautete die Antwort: <strong>\u201eF\u00fcnf goldene Beulen und f\u00fcnf goldene M\u00e4use nach der Zahl der f\u00fcnf F\u00fcrsten der Philister\u201c<\/strong> (4) So sah also ihre S\u00fchnegabe aus, in Form von goldenen Beulen und M\u00e4usen. Ist das wirklich die rechte Art Gott zu gefallen? Diesen Weg finden wir in keinem der g\u00f6ttlichen Gebote. Sie entsprang ihrer g\u00f6tzendienerischen Religion und hatte keine Bedeutung vor Gott.<\/p>\n<p>Welchen vergleichsweise innovativen Plan hegten sie noch aus? Betrachten wir die Verse 7-12. Sie gaben die Anweisung, einen Wagen zu machen, der von zwei s\u00e4ugenden K\u00fchen gezogen werden und die Bundeslade und die S\u00fchnegabe tragen sollte. Der Wagen sollte keinen Fahrer haben. W\u00fcrden die K\u00fche trotz ihrer K\u00e4lber, die zuhause waren, nach Bet-Schemesch, also nach Israel, zugehen, dann entsprach es dem Willen Gottes und alle Plagen waren g\u00f6ttlichen Ursprungs. Und wenn nicht, w\u00fcrden sie alle Plagen f\u00fcr puren Zufall halten. Warum zweifelten sie an Gottes Wirken, obwohl es eigentlich nichts zu zweifeln gab? Sie hatten nicht nur ein g\u00f6ttliches Ereignis erfahren, sondern sieben Monate lange eine ganze Serie von Zeichen und Wundern! Doch darin finden wir die typische menschliche Vorgehensweise, die wir auch aus unserer Zeit kennen. Menschen glauben viel lieber an den Zufall, als an Gott. Wieso ist das so, selbst wenn Gottes Werk eindeutig ist? Sie tun es, weil sie ansonsten Konsequenzen ziehen und Gott dienen m\u00fcssten. Sie wollen aber viel lieber ihre Autonomie bewahren. Denn an Gott zu glauben bedeutet Gott zu gehorchen. Sie m\u00fcssten bspw. jeden Sonntag zum Gottesdienst, anstatt auszuschlafen, fernzuschauen oder Grillen zu gehen. So wird der eigenen Freiheit der Vorrang gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Doch wir wissen, dass die M\u00e4nner und Frauen Gottes ganz anders sind. Sie schauen nicht darauf, welche Vor- und Nachteile ein Glaubensleben mit sich bringen k\u00f6nnte. Sie kennen keine Langeweile, keine Tr\u00e4gheit und keine Lustlosigkeit, wenn es um das Werk Gottes geht. Sie sind nicht traurig, wenn sie Zeit und Eifer einbringen m\u00fcssen. Im Gegenteil, sie freuen sich, weil sie ein Leben mit Gott und f\u00fcr Gott f\u00fchren d\u00fcrfen! Unter Millionen und Milliarden haben sie Gnade vor Gott gefunden. Und Apostel Paulus schrieb an die R\u00f6mer: <strong>\u201eSeid nicht tr\u00e4ge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fr\u00f6hlich in Hoffnung, geduldig in Tr\u00fcbsal, beharrlich im Gebet.\u201c<\/strong> (R\u00f6m. 12,11.12) M\u00f6ge Gott uns helfen, Glaubensleben zu f\u00fchren, ein Lebens aus Glauben, ein Leben, das Gott gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Was taten \u00fcbrigens die K\u00fche? Vers 12: <strong>\u201eUnd die K\u00fche gingen geradewegs auf Bet-Schemesch zu, immer auf derselben Stra\u00dfe, und br\u00fcllten immerfort und wichen weder zur Rechten noch zur Linken; und die F\u00fcrsten der Philister gingen ihnen nach bis zum Gebiet von Bet-Schemesch.\u201c<\/strong> Tats\u00e4chlich gingen sie stur stracks gerade aus, ohne nach links oder rechts abzuweichen, bis sie Israel erreichten.<\/p>\n<p>Was geschah in Israel? Betrachten wir die Verse 13ff. Als die Schnitter ihre Augen aufhoben und sahen, wie die Lade Gottes unerwartet von 2 br\u00fcllenden K\u00fchen, ohne Kutscher, gezogen wurde, freuten sie sich. Vers 14 berichtet: <strong>\u201eDer Wagen aber kam auf den Acker Joschuas von Bet-Schemesch und stand dort still. Und dort lag ein gro\u00dfer Stein. Da spalteten sie das Holz des Wagens und opferten die K\u00fche dem Herrn zum Brandopfer\u201c<\/strong>. Weiter hei\u00dft es: <strong>\u201eDie Leviten aber hoben die Lade des Herrn herab samt dem K\u00e4stlein, das daneben stand und worin die Dinge aus Gold waren, und stellten sie auf den gro\u00dfen Stein. Und die Leute von Bet-Schemesch opferten dem Herrn am selben Tage Brandopfer und Schlachtopfer.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns die gro\u00dfe Freude, die dem Volk durch die R\u00fcckgabe der Bundeslage Gottes \u00fcberkam, nur ansatzweise vorstellen. Ihre Freude war sicherlich gr\u00f6\u00dfer als unsere gestrige Freude. Wodurch wurde ihre Freude aber betr\u00fcbt? Betrachten wir den Vers 19: <strong>\u201eAber die S\u00f6hne Jechonjas freuten sich nicht mit den Leuten von Beet-Schemesch, dass sie die Lade des Herrn sahen. Und der Herr schlug unter ihnen siebzig Mann. Da trug das Volk Leid, dass er das Volk so hart geschlagen hatte.\u201c<\/strong> Dieser Vers ist in der revidierten Lutherbibel etwas anders \u00fcbersetzt worden. Wenn man andere \u00dcbersetzungen herbeizieht, wird der folgende Grund f\u00fcr das Sterben der 70 M\u00e4nner angegeben: <strong>\u201eUnd etliche zu Beth-Semes wurden geschlagen, darum da\u00df sie die Lade des Herrn gesehen hatten.\u201c<\/strong>. (Luther 1545) Sie hatten also in die Bundeslade hineingeschaut. Dar\u00fcber hei\u00dft es aber im 4.Mose 4,20: <strong>\u201eSie aber sollen nicht selbst hineingehen, auch nur einen Augenblick das Heilige zu schauen, dass sie nicht sterben.\u201c<\/strong> Es war verboten, auch nur den Raum zu betreten, in der sich die Bundeslade befand, geschweige denn sie zu \u00f6ffnen und hineinzublicken. Was zeigt diese Handlung \u00fcber diese M\u00e4nner? Ohne Frage waren sie neugierig. Aber ist ihre Neugier das Problem gewesen? Du und ich sind auch neugierig, doch neugierig zu sein ist eine Sache, die Gebote Gottes zu missachten und Gott Heiligkeit nicht zu respektieren ist eine andere Sache. Durch die Missachtung der Gebote Gottes mussten diese M\u00e4nner sterben, weil sie den heiligen Gott nicht f\u00fcrchteten.<\/p>\n<p>Was war die Erkenntnis \u00fcber dieses Gericht Gottes? Lesen wir den Vers 20: <strong>\u201eUnd die Leute von Bet-Schemesch sprachen: Wer kann bestehen vor dem Herrn, diesem heiligen Gott? Und zu wem soll er von uns wegziehen?\u201c<\/strong> Gerade dieser Satz dr\u00fcckt die Erkenntnis \u00fcber Gott aus, der sich in den vergangenen Monaten offenbart hatte. Israel hatte offensichtlich vergessen, dass Gott der heilige Gott ist. Sie waren mit Gott umgegangen wie ein Talisman. Auch die 70 M\u00e4nner, die umgekommen waren, hatten sehr respektlos gegen Gott und seine Gebote gehandelt. Doch durch die vielen Ereignisse hatte Gott seine Heiligkeit offenbart. Gott ist heilig und kein Mensch kann vor ihm bestehen.<\/p>\n<p>Die zweite Erkenntnis lautete: <strong>\u201eUnd zu wem soll er von uns wegziehen?\u201c<\/strong> Israel war das auserw\u00e4hlte Volk Gottes. Bei Israel wollte Gott bleiben. Doch damit der heilige Gott sich unter ihnen wohlf\u00fchlen konnte, musste sich Israel ver\u00e4ndern. Und weil Gott heilig ist, musste auch das Volk heilig werden und heilig sein, damit Gott bei ihnen bleiben konnte. Aber niemand hatte irgendwelche Anstrengungen unternommen, sich zu ver\u00e4ndern. Israel wollte sich nicht \u00e4ndern, sondern von Gott Gebrauch machen. Auch die Philister wollten sich nicht \u00e4ndern, sie wollten Gott loswerden. Durch Israel und die Philister wird das Grundproblem der Menschheit deutlich. Anstatt sich zu ver\u00e4ndern f\u00fchrt der Mensch gewollt oder ungewollt die Vertreibung Gottes herbei.<\/p>\n<p>Durch ihre S\u00fcnde hatte Israel Gott vertrieben. Doch bei wem sollte Gott bleiben? Also musste Israel Bu\u00dfe tun, ihre Haltung erneuern und gottesf\u00fcrchtig sein, damit Gott wieder bei ihnen wohnen konnte.<\/p>\n<p>Die Erkenntnis war klar, doch hat das Volk nach dieser Erkenntnis gehandelt? Betrachten wir Vers 2 aus Kapitel 7: <strong>\u201eAber von dem Tage an, da die Lade des Herrn zu Kirjat-Jearim blieb, verging eine lange Zeit; es wurden zwanzig Jahre. Dann wandte sich das ganze Haus Israel zum Herrn.\u201c<\/strong> Schlie\u00dflich wandte sich ganz Israel zum Herrn.<\/p>\n<p>Wie sch\u00f6n, wenn der richtigen Erkenntnis auch richtige Taten folgen! Auch wir haben hierin Bedarf.<\/p>\n<p>Ich selber habe durch den heutigen Text gelernt, was es in Wirklichkeit bedeutet, ein Leben mit Gott zu f\u00fchren und was es eben nicht bedeutet! Glaubensleben ist kein Wunschkonzert! Gott ist nicht da, damit es mir gut geht. Vielmehr bin ich da, um Gott anzubeten und ihm zu dienen. Und dieser Punkt ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Es ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich, dass ich ein Leben mit dem heiligen Gott f\u00fchren darf, der im Himmel thront und vor dessen Angesicht niemand bestehen kann. Im Gegenteil, es ist au\u00dferordentliche Gnade f\u00fcr mich. Ich danke Gott f\u00fcr dieses neue Bewusstsein. Dieses ist deshalb wichtig, weil ich neue Orientierung f\u00fcr mein Gebets- und Glaubensleben bekomme. M\u00f6ge Gott mir deshalb ein viel w\u00fcrdigeres Zusammenleben mit ihm erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>M\u00f6ge der heilige Gott, der uns erw\u00e4hlt und berufen hat, sein Heiligungswerk an uns vollbringen, damit wir Menschen sein k\u00f6nnen, auf deren Glaubensbanner mit gro\u00dfen Buchstaben der Name \u201eImmanuel\u201c, Gott mit uns, steht. M\u00f6ge der heilige Gott sich vielen, auch in unserer Zeit, mannigfaltig offenbaren. M\u00f6ge er Zentrum und Ziel unserer Anbetung und unseres Lebens sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Wer kann bestehen vor dem Herrn? \u201eUnd die Leute von Bet-Schemesch sprachen: Wer kann bestehen vor dem Herrn, diesem heiligen Gott?\u201c (1.Sam. 6,20a) Letzte Woche haben wir die Gegen\u00fcberstellung zweier Personen durch den Verfasser betrachtet. Eli und seine S\u00f6hne bekamen das Gericht Gottes verk\u00fcndet, weil sie Gott durch ihre Lebensweise verachteten. 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