{"id":9094,"date":"2019-03-03T11:00:43","date_gmt":"2019-03-03T10:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=9094"},"modified":"2022-11-18T12:20:46","modified_gmt":"2022-11-18T11:20:46","slug":"predigt-1-johannes-411-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-johannes-411-21\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Johannes 4,11 &#8211; 21"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/1Joh_04-1121_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Liebt euch untereinander<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eFurcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber f\u00fcrchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.\u201c (4,18)<\/h3>\n<p>Im ersten Abschnitt von Kapitel 4 hat Johannes die Gl\u00e4ubigen gewarnt, dass sie nicht jedem Geist glauben sollten, weil in den Gemeinden nicht nur der Heilige Geist am Wirken war, sondern durch die Irrlehrer auch der Geist des Antichrist. Er ermutigte sie, dass sie keinen Angst zu haben brauchten, weil der Heilige Geist in ihnen st\u00e4rker war als die b\u00f6sen Geister. Dann ermutigte er sie ab Vers 7 erneut dazu, sich untereinander zu lieben, weil die Liebe von Gott ist. Dabei verk\u00fcndigte er neu die Liebe Gottes, indem er schrieb: \u201eDarin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Vers\u00f6hnung f\u00fcr unsere S\u00fcnden\u201c (10). Gott hat uns so sehr geliebt; und seine Liebe anzunehmen und mit Gott vers\u00f6hnt zu werden, ist f\u00fcr jeden Menschen das All-entscheidende. Aber es ist nicht das Ende. Im heutigen Text ermutigt Johannes die Empf\u00e4nger und uns dazu, wegen Gottes Liebe auch uns untereinander zu lieben. Dabei wiederholt er nicht einfach nur diese Ermahnung, sondern sagt uns, welche wichtigen Auswirkungen das f\u00fcr uns und unser Leben hat. M\u00f6ge Gott uns heute helfen zu erkennen, warum es so wichtig ist, dass wir uns uns untereinander lieben.<\/p>\n<p>Betrachten wir den Vers 11: \u201eIhr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.\u201c Weil Gott uns so geliebt hat, sollen wir uns auch untereinander lieben. Wir sollen die Liebe, die wir von Gott empfangen haben, nicht nur f\u00fcr uns behalten, sondern seine Liebe an andere weitergeben. \u201eUns untereinander\u201c hei\u00dft, dass wir zuerst die Glaubensgeschwister lieben sollen, aber nicht sie allein. Das ist nicht ein Option f\u00fcr uns Christen, sondern es ist ein sollen, Gottes Wille f\u00fcr uns. Gott ist wie ein Vater, der seinem Sohn ein gro\u00dfes Geschenk gemacht hat, das er sich schon lange gew\u00fcnscht hat. Der Vater freut sich, wenn der Sohn aus Freude und Dankbarkeit mit seinen Geschwistern liebevoll umgeht. Wenn der Sohn dagegen das Geschenk annimmt, aber mit seinen Geschwistern lieblos, gleichg\u00fcltig oder geh\u00e4ssig umgeht, ist der Vater traurig. Weil Gott uns so sehr geliebt hat, dass er uns seinen einzigen Sohn gab, sollen wir unsere Geschwister im Glauben lieben. Das ist eigentlich selbstverst\u00e4ndlich, und es macht Gott froh. Au\u00dferdem hat es auch wichtige Auswirkungen f\u00fcr uns selbst.<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen sind das? Vers 12 sagt: \u201eNiemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.\u201c Gott ist f\u00fcr uns eigentlich unsichtbar. Manchmal kann es f\u00fcr uns schwer sein, dem unsichtbaren Gott zu vertrauen und mit seiner Gegenwart st\u00e4ndig zu rechnen. Aber wenn wir Gottes Liebe nicht nur annehmen, sondern uns auch untereinander lieben, bleibt Gott in uns, sodass wir seine Gegenwart t\u00e4glich sp\u00fcrbar erfahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Vers nennt noch eine weitere Folge, wenn wir uns untereinander lieben, n\u00e4mlich dass seine Liebe in uns vollkommen ist. Was hei\u00dft das? Wir sind v\u00f6llig bed\u00fcrftig nach Gottes Liebe und d\u00fcrfen sie einfach annehmen, ohne Vorbedingung oder Gegenleistung. Aber wenn wir Gottes Liebe nur f\u00fcr uns selbst genie\u00dfen wollen, k\u00f6nnen wir seinen Liebe nie vollkommen erfahren. Wir k\u00f6nnen die Gr\u00f6\u00dfe seiner Liebe und ihre tiefe Bedeutung erst dann vollkommen begreifen, wenn wir mit seiner Liebe die Geschwister lieben und auch durch eine liebevolle Beziehung zu ihnen seine Liebe erfahren. Wir k\u00f6nnen Gottes Liebe erst dann vollkommen erfahren, wenn wir seine Liebe bis dahin annehmen, dass sie von uns zu den anderen str\u00f6men kann. Wenn wir die Liebe, die wir von Gott empfangen, zu den anderen flie\u00dfen lassen, kann seine Liebe immer neu in uns hineinstr\u00f6men, und unsere Liebesbeziehung zu ihm bleibt frisch und lebendig. Wenn wir so in der Liebesbeziehung zu Gott und zu den Geschwistern leben, wird au\u00dferdem seine Liebe in uns auch in dem Sinn vollkommen, dass sie uns uns zu liebevollen Menschen nach Jesu Bild macht.<\/p>\n<p>Woran k\u00f6nnen wir erkennen, dass Gott dann wirklich in uns ist, und wir uns das nicht etwa nur einbilden? Dass wir wirklich in Gott bleiben und er in uns, k\u00f6nnen wir daran erkennen, dass Gott mit seinem Heiligen Geist in uns wirkt. Vers 13 sagt: \u201eDaran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat.\u201c Wenn wir Gottes Liebe annehmen und darin bleiben und die anderen lieben, bleibt Gottes Geist bleibt in uns und wirkt in uns. Dabei geht es nicht einfach um Gef\u00fchle. Der Heilige Geist ist eine Person, die gezielt und mit sanfter, aber starker Kraft in uns wirkt, und zwar auf vielerlei Weise. Der Heilige Geist f\u00fchrt und begleitet uns, und er tr\u00f6stet uns wie ein sehr guter Freund. Wenn er in uns bleibt, sch\u00fctzt er uns in allen Gefahren. Er erinnert uns dazu t\u00e4glich an Jesu Worte, oft genau im richtigen Moment, und hilft uns, sie zu verstehen. Wenn wir betend auf ihn h\u00f6ren, hilft er uns, durch das Wort die geistliche Wirklichkeit immer mehr zu erkennen, und leitet uns in alle Wahrheit. Dabei \u00f6ffnet er uns auch die Augen f\u00fcr unsere S\u00fcnde und hilft uns, die Gerechtigkeit, die allein durch Jesu Blut am Kreuz kommt, neu und tiefer anzunehmen. So f\u00fchrt er uns und ver\u00e4ndert uns immer mehr zum Bild Jesu. Daran dass der Heilige Geist in uns wirkt, erkennen wir, dass wir tats\u00e4chlich in Gott bleiben und er in uns. Und er bleibt in uns, wenn wir die anderen lieben.<\/p>\n<p>An dieser Stelle f\u00fcgt Johannes nochmal sein eigenes, pers\u00f6nliches Zeugnis an: \u201eUnd wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt\u201c (14). Mit \u201ewir\u201c meint Johannes hier sich und die anderen J\u00fcngern, die Jesus \u00fcber drei Jahre lang gesehen und erlebt hatten. Johannes hatte Jesus vom Beginn seiner Wirksamkeit bis hin zum Kreuz und weitere vierzig Tage nach seiner Auferstehung gesehen. Aufgrund all dessen, was er gesehen hatte, bezeugte er, dass Gott in Jesus seinen Sohn in die Welt gesandt hat als Heiland der Welt.<\/p>\n<p>Er ermutigt die Empf\u00e4nger dazu, auch Jesus zu bekennen: \u201eWer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.\u201c Wenn wir Jesus erkannt haben, sollen wir ihn als Gottes Sohn bekennen, im Gebet, aber auch vor anderen Menschen. Wenn wir Jesus bekennen, freut sich Gott \u00fcber uns, und er bleibt in uns und wir in ihm. Vorhin haben wir gelernt, dass wir in Gott bleiben, wenn wir uns untereinander lieben und so in der Liebe bleiben. Hier erfahren wir, dass Gott in uns bleibt, wenn wir Jesus bekennen und dadurch in der Wahrheit bleiben. Gott bleibt also in uns und wir in ihm, wenn wir in der Wahrheit und in seiner Liebe bleiben.<\/p>\n<p>Und Gott selbst ist die Liebe. Vers 16 sagt: \u201eUnd wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.\u201c Gottes Liebe, aus der er uns seinen einzigen Sohn gab und ihn am Kreuz dahingab, ist unermesslich gro\u00df. Wir k\u00f6nnen nur erahnen, wie gro\u00df und tief und wie gl\u00fchend Gottes Liebe zu uns ist! Liebe ist nicht nur irgendeine von vielen Eigenschaften Gottes, sondern Gott ist Liebe. Wir sollen wirklich seine Liebe annehmen und uns davon erf\u00fcllen lassen, bis sie zu den anderen str\u00f6mt. Dann bleibt Gott in uns und wir in ihm.<\/p>\n<p>Welche weitere Bedeutung hat das? Der Vers 17 sagt: \u201eDarin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt.\u201c Gott will, dass wir seine Liebe nicht nur irgendwie annehmen und andere irgendwie lieben. Sein Ziel ist, dass die Liebe bei uns vollendet wird. Gott will, dass wir in unserem Glaubensleben die Gr\u00f6\u00dfe und Tiefe seiner Liebe begreifen und daraus leben und sie an andere weitergeben lernen, sodass wir am Tag des Gerichts die Freiheit haben, vor ihm zu reden im Vertrauen auf seine Liebe. Wir sollen im Hinblick auf diesen Tag danach streben, seine Liebe mehr zu erkennen und in der Liebe zu ihm und zu den Geschwistern zu wachsen. Dann, an jenem Tag, wird offenbar werden, wie bedeutsam und kostbar die Liebesbeziehung zu Jesus und zu den Geschwistern war.<\/p>\n<p>Die Liebe hat noch eine weitere Eigenschaft. Betrachten wir den Vers 18: \u201eFurcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber f\u00fcrchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.\u201c Wenn wir in der Liebesbeziehung zu Jesus vollkommen werden, treibt die Liebe alle Furcht aus uns aus. Wir Menschen haben im Leben in dieser verg\u00e4nglichen und verkehrten Welt vor so vielen Dingen Furcht und Angst. Es gibt so viele Arten von \u00c4ngsten und Phobien; Furcht vor dem Verlust von geliebte Menschen und Freunden oder vor dem Verlust ihrer Anerkennung und Liebe; Furcht davor, zu versagen, Furcht, die materielle Lebensgrundlage zu verlieren, Furcht vor Armut, Krankheit, Unf\u00e4llen; Furcht vor der Zukunft, Furcht vor dem Tod. Es gibt so viele B\u00fccher dar\u00fcber, wie man mit \u00c4ngsten fertig werden kann. So viele Menschen ben\u00f6tigen psychologische Hilfe, dabei ist eines der h\u00e4ufigen Probleme Furcht und Angst. Auch als Christen sind wir nicht frei von Furcht. Im Gegenteil: weil wir von Gottes Heiligkeit wissen und unsere S\u00fcndhaftigkeit kennen, k\u00f6nnen wir uns vor Gott f\u00fcrchten, ob er uns nicht doch bestrafen w\u00fcrde. Aber wenn wir die Liebe Gottes vollkommen annehmen und sie auch an unsere N\u00e4chsten weitergeben, treibt die Liebe alle Arten von Furcht aus. Auch wenn wir wissen, dass wir von uns aus vor Gott gar nicht bestehen k\u00f6nnen, vertreibt die Liebe Gottes in unseren Herzen und Seelen alle Furcht davor, ihm zu begegnen, wenn die Liebe in uns vollkommen ist. Das sollen wir jeder erleben. Bis dahin d\u00fcrfen wir Gottes Liebe weiter annehmen und sie an andere weitergeben.<\/p>\n<p>Deshalb sagt Johannes direkt weiter: \u201eLasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.\u201c Johannes wird nicht m\u00fcde, uns zur Liebe zu den Geschwistern zu ermutigen, die die beste und einzige richtige Antwort auf Gottes Liebe zu uns ist. Einander zu lieben, ist das Leben der Christen. Wenn dagegen jemand seinen Bruder nicht liebt und sich darauf beruft, dass er ja immerhin Gott liebe und dass das ja am wichtigsten sei, l\u00fcgt er und betr\u00fcgt sich selbst. \u201eDenn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.\u201c Zum Schluss erinnert uns Johannes noch daran, dass die Liebe Jesu Gebot ist. Dass wir einander lieben, ist Gott so wichtig, dass er es uns im Alten wie im Neuen Testament geboten hat. Wir sollen es entsprechend wichtig nehmen, dass wir egal, in welcher Situation wir uns befinden, unsere Br\u00fcder und Schwestern im Glauben lieben, und nicht zulassen, dass wir es aus Tr\u00e4gheit oder weil wir sehr mit unseren Alltagsdingen oder mit Problemen besch\u00e4ftigt sind, vers\u00e4umen. Das brauchen wir nicht aus unserer eigenen Kraft tun oder uns k\u00fcnstlich motivieren. Den Grund daf\u00fcr hat Gott selbst geschaffen, indem er uns so sehr geliebt hat. Deshalb k\u00f6nnen wir immer unsere Geschwister lieben und f\u00fcr sie beten, sie verstehen, mit ihnen Gemeinschaft haben und ihnen dienen, wenn wir daran denken, dass Gott uns zuerst geliebt hat. M\u00f6ge Gott uns dadurch reichlich segnen, dass wir uns untereinander lieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Liebt euch untereinander \u201eFurcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. 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