{"id":867,"date":"2010-06-14T20:52:47","date_gmt":"2010-06-14T19:52:47","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=867"},"modified":"2025-12-02T19:16:41","modified_gmt":"2025-12-02T18:16:41","slug":"johannes-211-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/johannes-211-25\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 21,1-25"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Johannes-211-25.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Weide meine L\u00e4mmer!<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du wei\u00dft, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine L\u00e4mmer!\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(21,15)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir erreichen heute das letzte Kapitel des Johannesevangeliums, das seit mehr als einem Jahr nicht nur unser Wegbegleiter gewesen ist, sondern vor allem auch unser Wegweiser. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich hatte das Studium dieses Buches ganz besonderen Gehalt, weil ich dadurch Jesus auf ganz unmittelbare Art begegnen und sein direktes Wort, wie ein damaliger J\u00fcnger, empfangen konnte. Auf gleiche Weise k\u00f6nnen wir dem letzten Kapitel dieses wunderbaren Evangeliums begegnen. Wir begegnen Jesus, der sich ein drittes Mal als der Auferstandene von den Toten offenbarte, dieses Mal haupts\u00e4chlich um dem J\u00fcnger Simon Petrus zu helfen. Durch das heutige Kapitel wird einmal mehr das liebende Herz Jesu deutlich, mit dem er sich bis zuletzt um seine J\u00fcnger k\u00fcmmerte. Die Wiederherstellung der Liebesbeziehung zu Simon ist hierbei von zentraler Bedeutung. M\u00f6ge Gott uns durch die Liebe Jesu ansprechen und auch in uns Liebe erwecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Teil I Kommt und haltet das Mahl (1-14)<\/strong><\/p>\n<p>Was geschah am See Tiberias? Vers 1 lautet: <strong>\u201eDanach offenbarte sich Jesus abermals den J\u00fcngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so:\u201c<\/strong> Der See Tiberias hat mehrere Namen, er wird auch als See Genezareth oder als das galil\u00e4ische Meer bezeichnet. Bisher war Jesus den J\u00fcngern in Jerusalem begegnen, nun waren die J\u00fcnger in Galil\u00e4a. Denn vor seiner Kreuzigung hatte Jesus zu seinen J\u00fcngern gesagt: <strong>\u201eWen ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galil\u00e4a\u201c<\/strong>. (Mt. 26,32) Diesen ausdr\u00fccklichen Willen Jesu hatten die Engel nach der Auferstehung ebenfalls verk\u00fcndet: <strong>\u201eUnd siehe, er wird vor euch hingehen nach Galil\u00e4a; dort werdet ihr ihn sehen.\u201c<\/strong> (Mt. 28,7) Als die J\u00fcnger also zum See Tiberias kamen, dann im Einklang mit dem Willen des Herrn.<\/p>\n<p>Was taten sie aber als sie beieinander waren? Verse 2 und 3 lauten: <strong>\u201eEs waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galil\u00e4a und die S\u00f6hne des Zebed\u00e4us und zwei andere seiner J\u00fcnger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.\u201c<\/strong> Petrus traf die Entscheidung fischen zu gehen und die anderen stimmten zu und in der Nacht gingen sie alle fischen. Diese Aktion k\u00f6nnte in uns keine besondere Beachtung finden, schlie\u00dflich waren die meisten J\u00fcnger Fischer gewesen und sie befanden sich an ihrem Heimatsee und hatten sicherlich Hunger. Doch wenn wir ihre Handlung im Gesamtkontext betrachten, k\u00f6nnen wir etwas \u00fcber die J\u00fcnger schlussfolgern. An keiner anderen Stelle in der Bibel finden wir einen vergleichbaren Zeitvertreib der Apostel. Nach der Himmelfahrt Jesu kamen sie bspw. einm\u00fctig im Gebet zusammen. Nach dem Pfingstwunder fingen sie an von Jerusalem aus die Welt zu evangelisieren. Doch im heutigen Text k\u00f6nnen wir nichts Vergleichliches vorfinden. Sie m\u00fcssen einfach nur beieinander gesessen haben ohne wirklich zu wissen was zu tun war. Und diese fehlende Orientierung f\u00fchrte sie zu alten Gewohnheitsmustern. Fischen zu gehen ist alles andere als schlecht. Doch sie waren soeben zweimalige Zeugen der Auferstehung Jesu von den Toten geworden und sie hatten den Auftrag erhalten hinzugehen und der Welt S\u00fchne zu bringen. Sie verhielten sich aber so, als w\u00e4ren sie dem auferstandenen Jesus nie begegnet und st\u00fcnden auch in keiner geistlichen Verantwortung.<\/p>\n<p>Dieses Problem kennen wir auch aus unserer Zeit. Durch verschiedene Veranstaltungen und Ereignisse machen wir gro\u00dfartige Erfahrungen mit Gott. Diese Erfahrungen bewirken in uns nicht selten gro\u00dfe Glaubensentscheidungen. Doch sobald wir in unser Alltagsleben zur\u00fcckkehren, geh\u00f6rt das geistliche Erlebnis immer mehr der Vergangenheit an und ger\u00e4t immer mehr ins Abseits und ist schlie\u00dflich dem Vergessen ausgeliefert. Deshalb ist es f\u00fcr uns dringend erforderlich, die empfangene Gnade auch auszuleben.<\/p>\n<p>Bei den Aposteln war das leider nicht der Fall. Nun waren sie also Fischen. Waren sie wenigstens erfolgreich? Betrachten wir Vers 3. Ganz und gar nicht. Obwohl sie die ganze Nacht gefischt hatten, waren sie nicht in der Lage einen einzigen Fisch zu fangen! Was f\u00fcr eine peinliche Niederlage! Nicht nur dass sie nicht in der Lage waren nach dem g\u00f6ttlichen Willen zu leben, sie waren nicht einmal in der Lage das zu tun, was sie am besten tun konnten. Ohne Jesus waren die J\u00fcnger in jeder Lebenslage hilflos.<\/p>\n<p>So sah er also aus, der triste Alltag der J\u00fcnger. Jenseits von Besonderheiten und Bedeutung. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Es geschah etwas; etwas Besonderes, etwas nahezu weltbewegendes. Etwas, wodurch die J\u00fcnger mit einem Mal aus dem monotonen Alltagsrhythmus herausgerissen wurden.<\/p>\n<p>Was geschah, als der n\u00e4chste Morgen anbrach? Betrachten wir Vers 4: <strong>\u201eAls es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die J\u00fcnger wussten nicht, dass es Jesus war.\u201c<\/strong> Jesus erschien, das ver\u00e4nderte die Situation grundlegend. Was m\u00f6gen aber Gr\u00fcnde f\u00fcr das Nichterkennen Jesu gewesen sein? Der gro\u00dfe Fischfang? Sicherlich nicht. Fehlendes Licht und Nebel? Vielleicht. Wir m\u00fcssen jedoch auch ber\u00fccksichtigen, dass die J\u00fcnger, inmitten ihres geistlichen und existentiellen Versagens nicht den brennenden Wunsch hatten, Jesus ausgerechnet in dieser peinlichen Lage zu begegnen.<\/p>\n<p>Was tat Jesus? Betrachten wir den Vers 5: <strong>\u201eSpricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.\u201c<\/strong> Jesus nahm Kontakt mit ihnen auf. Doch weder durch seine bekannte Stimme noch durch seine spezifische Wortwahl, die Jesu Liebe und F\u00fcrsorge zum Ausdruck brachte, wurde er von seinen J\u00fcngern erkannt. In dieser Lage wollten sie Jesus wirklich nicht begegnen.<\/p>\n<p>Welchen Rat gab Jesus ihnen daraufhin? Vers 6 lautet: <strong>\u201eEr aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten\u2019s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.\u201c<\/strong> Da war es schon wieder! Jesus wusste es einfach besser als Simon und die \u00fcbrigen Fischerj\u00fcnger. Fast das gleiche hatten sie doch einige Jahre zuvor erlebt! Auch damals war Simon mit anderen fischen und sie hatten die ganze Nacht nichts gefangen. Dann kam Jesus und sagte er solle sein Netz ein weiteres Mal auswerfen und Jesus hatte ihm auch den genauen Ort genannt. Damals war Simon noch kein J\u00fcnger Jesu gewesen. Er war nur ein einfacher Fischer. Er war m\u00fcde und ersch\u00f6pft und sicherlich auch hungrig, aber er h\u00f6rte auf Jesus und warf sein Netz ein weiteres Mal aus, aber genau dort wo Jesus es angewiesen hatte. Und siehe da, er machte einen gro\u00dfen Fang, so gro\u00df, dass die Netze anfingen zu rei\u00dfen und die Boote anfingen zu sinken. Dieses Wunder hatte Simons Welt v\u00f6llig durcheinander gebracht. Durch dieses Wunder erkannte er in Jesus den Herrn, den Herrn \u00fcber alle Dinge und sich selbst als S\u00fcnder. Gerade da bot ihm Jesus ein neues Leben an. Ein Leben als Jesu J\u00fcnger. Nicht mehr als Fischer, sondern als Menschenfischer. Doch nach etwa 3 j\u00e4hrigem J\u00fcngerdasein war in Simon kein Menschenfischer zu erkennen. Vielmehr war er wieder ein normaler Fischer, wie vor seiner Berufung. Ein erfolgloser Fischer, um genau zu sein. Und erneut kam eine Stimme, die es besser wusste. \u201e<strong>Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden.\u201c <\/strong>Erneut befolgten sie den Rat, der zu sch\u00f6n war um wahr zu sein. Wiederum geschah ein Wunder. Sie fingen so viele Fische, so dass das Ziehen zum Problem wurde.<\/p>\n<p>Was h\u00e4tte dieses \u201eD\u00e9j\u00e0-vu-Erlebnis\u201c in Simon hervorrufen sollen? Er h\u00e4tte Jesus sp\u00e4testens hier erkennen m\u00fcssen. Was erfahren wir aber durch Vers 7? <strong>\u201eDa spricht der J\u00fcnger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus h\u00f6rte, dass es der Herr war, g\u00fcrtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser.\u201c<\/strong> Nicht Petrus, sondern Johannes erkannte Jesus. Aber nicht Johannes, sondern Petrus zog sich an und sprang ins Wasser. (Interessante Arbeitsteilung)<\/p>\n<p>Was erfahren wir hierdurch \u00fcber Petrus? Gerade der Sprung ins kalte Wasser zeigt uns seinen Charakter. Das Boot war nicht weit entfernt vom Land, doch Simon konnte es einfach nicht l\u00e4nger aushalten. W\u00e4hrend die anderen J\u00fcnger im Boot blieben, ruderten und sich um die Fische k\u00fcmmerten, warf sich Petrus ins Wasser und zog sich vor Ehrfurcht vorher an und schwamm so schnell er konnte zu Jesus. Wir sehen, dass er mehr Eifer hatte als die \u00fcbrigen J\u00fcnger. Seine Liebe zu Jesus hatte im wahrsten Sinne des Wortes Sprungkraft.<\/p>\n<p>Welche \u00dcberraschung wartete auf die J\u00fcnger, als sie ans Land kamen? Vers 9: <strong>\u201eAls sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot.\u201c<\/strong> Auch dieser Vers offenbart Jesus als den Herrn. Jesus verf\u00fcgte \u00fcber das, wof\u00fcr sich die J\u00fcnger eine ganze Nacht vergeblich abgerackert hatten. Jesus erwies sich auch deshalb als den Herrn, weil er sich um seine Kinder k\u00fcmmerte. Er k\u00fcmmerte sich um ihre Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\n<p>Betrachten wir nun die Chronologie der folgenden Ereignisse in den Versen 10-14. Welches seltsame Schauspiel ereignete sich? Jesus hatte den Grill nicht f\u00fcr sich, sondern f\u00fcr die Gemeinschaft mit den J\u00fcngern angeschmissen. Die J\u00fcnger sollten auch ihre Fische bringen, dadurch w\u00fcrde gute Grillgemeinschaft entstehen und f\u00fcr vollkommene Freude sorgen. Doch die J\u00fcnger waren \u2013 unglaublich aber wahr \u2013 erst einmal mit dem Z\u00e4hlen der Fische besch\u00e4ftigt. Also forderte sie Jesus im Vers 12 ein weiteres Mal auf: <strong>\u201eSpricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl!\u201c<\/strong> Doch niemand traute sich zu Jesus zu kommen. Sie z\u00f6gerten, die Einladung Jesu anzunehmen. Was verursachte diese Distanz? Es war nicht Jesus, der die Distanz hervorrief. <strong>\u201eJesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.\u201c<\/strong> (Hebr. 13,8) Jesu Liebe war unver\u00e4ndert. Wie bei der ersten Begegnung liebte Jesus seine J\u00fcnger bedingungslos und vollkommen. Gerade seine Einladung zur Essensgemeinschaft zeugte von dieser Liebe. Warum aber konnten die J\u00fcnger diese Einladung nicht annehmen? Die Ursache ist eine Fehlinterpretation, zu der wir neigen, wenn wir versagen. Wenn wir darin scheitern, den g\u00f6ttlichen Willen zu beherzigen, wenn wir darin scheitern, Gott von ganzem Herzen zu lieben und unseren Herrn Jesus Christus von ganzem Herzen zu lieben und zu folgen, dann meinen wir, die Liebe Gottes oder die Liebe Jesu h\u00e4tte sich ver\u00e4ndert, er w\u00fcrde uns nicht mehr so bedingungslos und intensiv lieben wie zuvor. Wie gesagt, ist das eine Fehlinterpretation. Unsere Gef\u00fchle, Empfindungen und unser Verhalten ver\u00e4ndern sich st\u00e4ndig. Doch Jesus Christus ist gestern und heute derselbe wie auch in Ewigkeit! Wer ist also schuld an unser Z\u00f6gern, an unserer reservierten Haltung und an unser Blockieren der liebevollen Gemeinschaft? Keine \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde sind schuld, sondern einzig und allein mein Herz, mein Herz, das Blockade betreibt.<\/p>\n<p>Die Distanz zwischen Jesus und den J\u00fcngern war nicht gewaltig, vielleicht nur ein Steinwurf. Warum aber birgt eine solche, wenn auch zun\u00e4chst geringe Distanz gro\u00dfe Gefahren? Eine ungepflegte Beziehung f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zur Distanz herbei. Zun\u00e4chst bemisst die Distanz nur einen Katensprung, doch sie wird zunehmen, bis die Beziehung schlie\u00dflich erkaltet und letztendlich erstirbt. Zwischen Jesus und seinen J\u00fcngern kann es also nichts Schlimmeres geben, als eine solche Distanz, wie klein sie auch immer sein mag. Die J\u00fcnger aber waren nicht imstande diese zu \u00fcberwinden. Auch nach Jesu wiederholtem Rufen kamen sie einfach nicht. Wie sah die L\u00f6sung aus?<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 13: <strong>\u201eDa kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt\u2019s ihnen, desgleichen auch die Fische.\u201c<\/strong> Weil die J\u00fcnger nicht imstande waren zu Jesus zu kommen, kam Jesus zu ihnen. Wir sehen hier die Initiative Jesu, \u00fcber die es in der Offenb. hei\u00dft: <strong>\u201eSiehe, ich stehe vor der T\u00fcr und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme h\u00f6ren wird und die T\u00fcr auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.\u201c<\/strong> Jesus l\u00e4sst seine Kinder nicht einfach los. Er bem\u00fcht sich, damit sie nicht verloren gehen. Er steht vor der Herzenst\u00fcr eines jeden von uns und klopft. H\u00f6rst du sein Klopfen? H\u00f6rst du seine Stimme, mit der er nach dir ruft? Was wirst du tun? Wirst du die T\u00fcr auftun? Wenn ja, wird er hineinkommen und das Abendmahl mit dir halten! So sehr liebt Jesus seine Kinder, dass er kommt und sie zur Gemeinschaft einl\u00e4dt.<\/p>\n<p>Doch Jesu Liebe h\u00f6rte an dieser Stelle nicht auf. Im heuten Text gipfelte sie durch den folgenden Dialog mit Simon Petrus.<\/p>\n<p><strong>Teil II Hast du mich lieber, als mich diese haben? (15-25)<\/strong><\/p>\n<p>Jesus hatte die J\u00fcnger mit Brot und Fisch gef\u00fcttert. Letztendlich m\u00fcssen sie gute Grillgemeinschaft gehabt haben. Auch Simon muss guter Dinge gewesen sein. Aber Jesus wollte etwas Pers\u00f6nliches mit ihm besprechen. Anscheinend war die Angelegenheit von gro\u00dfer Bedeutung. Simon muss sehr gespannt gewesen sein. <strong>\u201eAls sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben?\u201c <\/strong>Simon blickte wom\u00f6glich auf die \u00fcbrigen J\u00fcnger. Keine Frage, nat\u00fcrlich liebte er Jesus mehr als die anderen, das hatte er oft genug unter Beweis gestellt. Als man Jesus gefangen nehmen wollte, war er der einzige gewesen, der nach dem Schwert gegriffen hatte um Jesus zu verteidigen. Und eben war er der einzige, der ins Wasser gesprungen war! <strong>\u201eEr spricht zu ihm: Ja, Herr, du wei\u00dft, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine L\u00e4mmer!\u201c <\/strong>Doch das vertrauliche Gespr\u00e4ch war noch lange nicht beendet. <strong>\u201eSpricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?\u201c <\/strong>Jesus fragte ihn ein zweites Mal! \u201eIch hab doch schon geantwortet\u201c, dachte sich Simon vielleicht. \u201eJesus wei\u00df doch, dass ich ihn liebe, h\u00e4tte ich sonst Haus und Frau und Beruf und alles verlassen, um ihm nachzufolgen?\u201c \u201e<strong>Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du wei\u00dft, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!\u201c <\/strong>Konnte er sich nun wieder dem Grill widmen? Denkste! <strong>\u201eSpricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?\u201c <\/strong>Nun muss sich in Simon etwas getan haben. Jesus lie\u00df nicht locker, er meint es ernst. Liebte Simon Jesus wirklich? Und siehe da: <strong>\u201ePetrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?\u201c <\/strong>Warum wurde Simon traurig? Weil er sich wohlwissend dar\u00fcber im Klaren war, dass er Jesus nichts vormachen konnte. Jesus wusste alles. Auch damals, als er lieber sterben wollte, als Jesus zu verleugnen, hatte ihn Jesus zurechtgewiesen und tats\u00e4chlich hatte er Jesus verleugnet, anstatt Jesus zu lieben. Und dieses Mal spuckte Simon keine gro\u00dfen Worte <strong>und sprach zu ihm: Herr, du wei\u00dft alle Dinge, du wei\u00dft, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Diese drei Verse waren f\u00fcr Simons Leben von unheimlich gro\u00dfer Bedeutung. Welche zwei Tatsachen er\u00f6ffnen sich uns durch diesen Dialog? Zum einen erfahren wir, dass Jesus von Petrus geliebt werden wollte. Was bedeutet es, Jesus zu lieben? Es bedeutet, Jesus zum Ziel des Lebens zu machen. Jesus soll das Ziel der Anbetung werden. Es bedeutet, f\u00fcr Jesus zu leben und f\u00fcr Jesus zu atmen. Jesus sollte Simons Lebensinnhalt und Lebensmotivation sein. Bisher hatte Jesus f\u00fcr ihn gelebt und f\u00fcr ihn gesorgt. Nun sollte Simon die Liebe Jesu erwidern. Zwar hatte Simon fr\u00fcher Anstrengungen unternommen, sich in der Liebe zu \u00fcben, doch erfolglos. Aus Liebe zu Jesus hatte er bspw. Malchus ein Ohr abgeschlagen, aus Liebe hatte er Jesus daran hindern wollen den Weg des Kreuzes zu gehen und war deswegen hart getadelt worden und letztendlich hatte er Jesus dreimal verleugnet. Seine Liebe war voller M\u00e4ngel und Schw\u00e4chen. Doch Jesus gab ihm die M\u00f6glichkeit, alle negativen Erfahrungen der Vergangenheit endg\u00fcltig zu begraben und einen Neubeginn mit Jesus zu machen.<\/p>\n<p>Zum anderen brachte seine Liebe zu Jesus eine konkrete Aufgabe mit sich. N\u00e4mlich sich um Jesu L\u00e4mmer und Schafe zu k\u00fcmmern. Die L\u00e4mmer und Schafe waren Jesu Herzensanliegen. Jesus liebte sie von ganzem Herzen und hatte sogar sein eigenes Leben f\u00fcr sie gelassen. Mit seinem eigenen Blut hatte er seine Schafe vom S\u00fcndentod frei gekauft. Mit dem Auftrag seine Schafe zu weiden, \u00fcbergab Jesus ihm die wichtigste Angelegenheit auf dieser Erde. Keine andere Aufgabe ist w\u00fcrdiger und wichtiger, nicht einmal das Amt des Bundespr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>Durch die wunderbare Initiative Jesu wurde Simon als Hirte eingesetzt. Was bedeutet es aber ein Leben als Hirte zu f\u00fchren? Betrachten wir die Verse 18 und 19: <strong>\u201eWahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du j\u00fcnger warst, g\u00fcrtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine H\u00e4nde ausstrecken, und ein anderer wird dich g\u00fcrten und f\u00fchren, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen w\u00fcrde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!\u201c<\/strong> Fr\u00fcher war Simon absolut frei. Mit seiner unbegrenzten Autonomie konnte er tun was er wollte, ein Leben f\u00fchren, als g\u00e4be es keinen Gott und keine pers\u00f6nliche Berufung f\u00fcr ihn. Doch ein Hirte zu sein bedeutet ein h\u00f6heres Ziel zu haben, als das eigene Leben. Nur mit Jesus als h\u00f6chstem Ziel konnte er seine Freiheit f\u00fcr die Schafe opfern und letztendlich auch sein eigenes Leben f\u00fcr die Verherrlichung Gottes. Aus menschlicher Sicht vielleicht keine beneidenswerte Zukunft. Doch der Schein tr\u00fcgt. In Wirklichkeit w\u00fcrde er ein edles Leben f\u00fchren, einen g\u00f6ttlichen Wandeln vorweisen, er w\u00fcrde ein lebendiges Zeugnis und eine Segensquelle f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen sein, weil er f\u00fcr andere seine Zeit, seinen Eifer und alles was er hatte, einsetzen w\u00fcrde, um sie im Namen des Herrn zu weiden und zur Herrlichkeit Christi zu f\u00fchren. Mit dieser Hingabe w\u00fcrde er Gott preisen. Jesus selbst, der gute Hirte, hatte diesen Weg vorgelebt.<\/p>\n<p>Wie war dieser drastische Wandel in seinem Leben m\u00f6glich? Wie konnte er ein hingebungsvolles Hirtenleben nach dem Vorbild Jesu f\u00fchre? Es ist unvorstellbar, dass er sich h\u00e4tte selbst ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, nicht wahr? Die Antwort liefert Jesus im Vers 19: <strong>\u201eFolge mir nach!\u201c<\/strong> Wir k\u00f6nnen uns selbst nicht ver\u00e4ndern, wie sehr wir uns auch bem\u00fchen. Doch Gott kann und wird uns ver\u00e4ndern, wenn wir ihm treu und best\u00e4ndig nachfolgen.<\/p>\n<p>Was berichten uns die letzten 5 Verse des Johannesevangeliums? Betrachten wir die Verse 20-23. Simon hatte die klare Berufung zur Nachfolge erhalten. Er schaute sich aber, wohl aus Neugier, nach dem J\u00fcnger Johannes um. Jesus machte ihm aber unmissverst\u00e4ndlich deutlich, dass er sich auf dem Weg der Nachfolge weder nach links, rechts oder nach hinten umblicken sollte. Warum ist das wichtig? Die Nachfolge hat eine sehr pers\u00f6nliche Note. Wir neigen, wie Petrus, oft dazu zu schauen was andere so machen, ob sie Jesus auch so intensiv nachfolgen und fragen uns manchmal: \u201eWarum f\u00fchrt er ein bequemeres Leben als ich? Herr, was ist mit diesem?\u201c Doch meine pers\u00f6nliche Nachfolge geht nur Jesus und mir etwas an. Selbst wenn die ganze Welt in die Irre gehen sollte, so stehe ich doch in der Verantwortung, mein Bestes zu tun, um Jesus zielstrebig zu folgen. Gott helfe uns auf diesem Weg!<\/p>\n<p>In den letzten beiden Versen meldet sich der Verfasser zu Wort und bekr\u00e4ftigt sein Zeugnis, als die Wahrheit. Das ist eine gro\u00dfe Hilfe f\u00fcr uns, auch hinsichtlich der Verse 30 und 31 aus Kapitel 20, an die Worte des Evangeliums zu glauben.<\/p>\n<p>Am Ende angelangt bleibt noch eine Frage offen. Was hat die ganze Geschichte dann mit mir zu tun? Die Wiederherstellung der Liebesbeziehung, die Frage: <strong>\u201eHast du mich lieb\u201c<\/strong> und der Befehl: <strong>\u201eWeide meine Schafe\u201c<\/strong> gelten nur Simon, aber nicht mir. Ist das so? Wenn es tats\u00e4chlich so w\u00e4re, dann w\u00e4re ich kein wiedergeborener Christ. Denn ich bin gerade durch den ersten Fischfang, im Lk 5, zum Glauben gekommen und habe gerade durch diesen Text meine pers\u00f6nliche Berufung als Hirte empfangen. Auch wir werden von Jesus geliebt, auch dir stellt Jesus die Frage: <strong>\u201eHast du mich lieb?\u201c<\/strong> Und wenn wir Jesus lieben, dann teilen wir Jesu Herzensanliegen, dann teilen wir seine Gebetsanliegen. Und es sind gerade die Schafe Jesu, die ihm am Herzen liegen. Wenn wir Jesus lieben, dann \u00fcbertr\u00e4gt er auch uns die Verantwortung \u00fcber seine geliebten Schafe.<\/p>\n<p>Durch den Vers 17 habe ich, wie gesagt, meine pers\u00f6nliche Berufung empfangen. Das war auf der europ\u00e4ischen Sommerkonferenz im Jahr 2000. Ich kannte die gro\u00dfe Liebe Jesu zu mir bereits. Durch viele Bibelstellen hatte ich die Liebe Jesu erfahren. Auch durch pers\u00f6nliche Glaubenserfahren, n\u00e4mlich dass er mich annahm obwohl ich s\u00fcndig war und dass er mich mit seiner Gnade heimsuchte, statt mit verdientem Gericht, nachdem ich Bu\u00dfe getan hatte. Doch mir fehlte der Weg Jesus zu lieben. Ich war orientierungslos. Gerne wollte ich es tun, wusste aber nicht wie. Doch durch diesen Text, durch die Berufung Simons, erhielt ich klare Antwort. Weide meine Schafe! Bingo, dachte ich. Ich soll Bibelsch\u00fcler durch das Bibelstudium weiden, wenn ich Jesus liebe. Das war der Beginn meines Hirtenlebens. Doch nach vielen Jahren drang dieses Berufungswort immer mehr in die Vergangenheit und in Vergessenheit. Heute erkenne ich durch den Text, dass eine gewisse Distanz zwischen Jesus und mir entstanden ist. Ich erkenne auch, dass mein eigenes Herz Ursache dieses unsch\u00f6nen Problems ist. Doch durch den heutigen Text erfahre ich zugleich das Klopfen Jesu an meiner Herzenst\u00fcr. Jesus hat leckere Speise vorbereitet und m\u00f6chte mit mir das Abendmahl halten. Gerne tue ich ihm die T\u00fcr auf und freue mich. Und erneut fragt mich Jesus: \u201eA., hast du mich lieb?\u201c Ich sage: Ja, Herr, du wei\u00dft es. Doch Jesus fragt mich noch einmal: \u201eA., hast du mich lieb?\u201c Und ich sage wieder: Herr, du wei\u00dft, dass ich dich lieb habe. Aber Jesus h\u00f6rt nicht auf und fragt mich ein drittes Mal: \u201eA., hast du mich lieb?\u201c Und ich werde sehr traurig und sage: Herr, du wei\u00dft doch alle Dinge, du wei\u00dft, dass ich dich liebe.\u201c Und Jesus sagt: \u201eWeide meine Schafe.\u201c Ich freue mich auf die Wiederherstellung unserer Liebesbeziehung. M\u00f6ge Gott mir helfen Jesus mehr als alles andere zu lieben und seine Schafe zu weide.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Weide meine L\u00e4mmer! \u201eAls sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du wei\u00dft, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine L\u00e4mmer!\u201c (21,15) Wir erreichen heute das letzte Kapitel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[16,4],"tags":[],"class_list":["post-867","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-johannes","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/867","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=867"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/867\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13596,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/867\/revisions\/13596"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=867"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=867"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=867"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}