{"id":854,"date":"2010-06-07T18:01:17","date_gmt":"2010-06-07T17:01:17","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=854"},"modified":"2023-01-29T20:45:40","modified_gmt":"2023-01-29T19:45:40","slug":"predigt-johannes-2019-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-2019-31\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 20,19-31"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/J45-P20-1931.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Selig  sind,  die  nicht  sehen  und  doch  glauben!<\/strong><\/h2>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du.<br \/>\nSelig sind, die nicht sehen und doch glauben!\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(20,29)<\/p>\n<p>Im ersten Teil von Kap. 20 haben wir am letzten Sonntag die Tatsache betrachtet, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Jesu Tod am Kreuz war wie eine Finsternis, aber seine Auferstehung ist wie die aufgehende Sonne, die hell strahlt und mit ihrem Licht alle Arten von Finsternis vertreibt. Vor der Auferstehung Jesu mussten alle Menschen in der Welt ohne echte Hoffnung leben, weil der Tod die letzte Station des Lebens ist. Aber durch die Auferstehung Jesu gibt es f\u00fcr alle Menschen Hoffnung, weil dadurch die Kraft des Lebens offenbart worden ist, die st\u00e4rker als die Kraft des Todes ist. Wie traurig ist es aber, wenn Christen diese Macht des Lebens nicht kennen und deswegen oft traurig und kraftlos und mit vielen Sorgen im Alltag leben. Dies war aber gerade bei den J\u00fcngern der Fall. Im heutigen Text erfahren wir, wie Jesus den J\u00fcngern geholfen hat, die Tatsache der Auferstehung zu erkennen und aus ihren ungl\u00e4ubigen Gedanken und \u00c4ngsten herauszukommen. Jesus half auch Thomas, aus seiner ungl\u00e4u\u00adbi\u00adgen Gesinnung herauszukommen und an den auferstandenen Jesus zu glauben. Dabei lehrt Jesus, dass diejenigen, die ihn nicht sehen und doch glauben, selige Menschen sind. M\u00f6ge Gott uns helfen, auf sein Wort zu h\u00f6ren und durch den Glauben selige Menschen zu sein!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: \u201eWie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch\u201c (19-23)<\/strong><\/p>\n<p>Wie Jesus sie beauftragt hat, ging Maria von Magdala zu den J\u00fcngern und verk\u00fcndigte ihnen, dass sie den auferstandenen Herrn gesehen und was er ihr gesagt hat. Doch in welchem geistlichen Zustand waren die J\u00fcnger, auch nachdem sie Marias Zeugnis geh\u00f6rt hatten? Der Vers 19 beginnt mit den Worten: <strong>\u201eAm Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die J\u00fcnger versammelt und die T\u00fcren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden \u2026\u201c <\/strong>Die J\u00fcnger haben sich an jenem Sonntag gemeinsam in einem Haus eingeschlossen aus Furcht vor den Juden, die Jesus gefangen genommen und zum Tod verurteilt hatten. Sie hatten also weder durch das leere Grab noch durch das Zeugnis von Maria die Tatsache der Auferstehung erfasst. Aus ihrer Sicht hatten sie nat\u00fcrlich viele Gr\u00fcnde, warum sie nach wie vor furchtsam und traurig waren. Aber die Realit\u00e4t war, dass Jesus den Tod besiegt hat. Die Macht der Auferstehung war erschienen und leuchtete wie die Sonne und strahlte nun auf die ganze Menschheit und die ganze Geschichte. Aber die J\u00fcnger verschlossen die T\u00fcren und befanden sich auch geistlich im Dunkeln. Unabh\u00e4ngig davon, wie sehr sie davon \u00fcberzeugt waren, dass ihre dunklen Gedanken und Traurigkeit berechtigt waren, waren sie in einer unrealen Welt. Der auferstandene Jesus h\u00e4tte sie deswegen tadeln k\u00f6nnen; aber Jesus tat das nicht. Stattdessen besuchte Jesus sie, um ihnen zu helfen.<\/p>\n<p>Wie half ihnen Jesus? Der Text sagt weiter: <strong>\u201e\u2026 kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die H\u00e4nde und seine Seite\u201c <\/strong>(19b.20a). Der auferstandene Jesus besuchte seine J\u00fcnger gleich am Abend des Tages seiner Auferstehung. Obwohl die T\u00fcren verschlossen waren, trat er einfach mitten unter sie. Jesus segnete die J\u00fcnger, die von Angst und Furcht geplagt waren, mit Frieden. Dann zeigte er ihnen die H\u00e4nde mit den N\u00e4gelmalen und auch seine Seite, die am Kreuz mit einem Spie\u00df durchbohrt worden war. Hier sehen wir, dass Jesus sich erniedrigte und alles daf\u00fcr tat, dass die J\u00fcnger die Tatsache seiner Auferstehung erkennen sollten. Jesus wollte unbedingt, dass sie so schnell wie m\u00f6glich aus ihren ungl\u00e4ubigen Gedanken, \u00c4ngsten und Sorgen heraus k\u00e4men und in die geistliche Realit\u00e4t eintreten w\u00fcrden, n\u00e4mlich in die Realit\u00e4t der Auferstehung.<\/p>\n<p>Wie reagierten die J\u00fcnger? Der Text sagt, dass die J\u00fcnger froh wurden, dass sie den Herrn sahen. Sie kamen nun aus ihrer eigenen irrealen Welt heraus und erkannten, dass Jesus tats\u00e4chlich auferstanden war. Vor dem auferstandenen Jesus verschwanden alle dunklen Gedanken, Sorgen und \u00c4ngste, wie die Dunkelheit der Nacht verschwindet, wenn morgens die Sonne aufgeht. Sie wurden wirklich froh.<\/p>\n<p>Nun hatte Jesus den J\u00fcngern erfolgreich geholfen, sodass sie den Glauben an die Auferstehung erlangten. Jesus h\u00e4tte sie nun zufrieden wieder verlassen k\u00f6nnen. Aber dass die J\u00fcnger selbst an die Auferstehung glaubten, war nicht alles. Jesus hatte das Schicksal der ganzen Welt vor Augen. Jesus wollte die Welt aus dem Schicksal von S\u00fcnde und Tod herausholen und sie zur Erl\u00f6sung f\u00fchren. Diesen gro\u00dfartigen Plan, der die Geschichte ver\u00e4ndern sollte, wollte Jesus gerade durch die J\u00fcnger verwirklichen. Betrachten wir im Folgenden, wie er dazu den J\u00fcngern half.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Jesus sandte sie aus.<\/strong> Betrachten wir den Vers 21: <strong>\u201eDa sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.\u201c<\/strong> Zun\u00e4chst segnete Jesus sie noch einmal mit Frieden.<strong> <\/strong>Der Friede Jesu sollte sie erf\u00fcllen. Im Frieden Gottes zu leben, ist ein Privileg aller, die an den auferstandenen Jesus glauben. Diesen Frieden sollten sie immer behalten, auch wenn sie nun eine gro\u00dfe Aufgabe erhalten sollten, deren Erf\u00fcllung oft auch Schwierigkeiten mit sich bringt.<\/p>\n<p>Betrachten wir noch einmal den Vers 21. Unmittelbar nachdem Jesus den J\u00fcngern geholfen hat, an die Auferstehung zu glauben, sandte er sie in die Welt aus. Dabei beziehen sich die Worte \u201e<strong>Wie mich der Vater gesandt hat<\/strong>\u201c sowohl auf den Inhalt ihrer Mission als auch auf die Absolutheit ihrer Sendung. So wie der Vater Jesus in die Welt gesandt hatte, damit er das Evangelium predigen w\u00fcrde, so sandte nun Jesus die J\u00fcnger in die Welt, damit sie \u00fcberall den Menschen die frohe Botschaft vom Reich Gottes verk\u00fcndigen w\u00fcrden. Diese Aufgabe war f\u00fcr die J\u00fcnger in ihrem Glaubensleben nicht optional; sondern so, wie der Vater Jesus nach seinem g\u00f6ttlichen Ratschluss und absoluten Willen Jesus in die Welt gesandt hatte, so geschah nun auch die Sendung der J\u00fcnger nach dem absoluten Willen Gottes und seinem g\u00f6ttlichen Ratschluss. Hier erkennen wir, dass die J\u00fcnger, die die Tatsache der Auferstehung erkannt haben, auch Verantwortung f\u00fcr die Welt haben. Jesus will, dass sie hingehen und allen Menschen davon sagen und mit Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr die Errettung der ganzen Welt beten und wirken. Diese Mission soll den Inhalt ihres neuen Lebens bestimmen. Diese Mission macht sie zu unverzichtbaren, einzigartigen Menschen in der Welt und gibt ihrem Leben eine absolute und ewige Bedeutung in Gott.<\/p>\n<p><strong>2. Jesus gab ihnen den Heiligen Geist. <\/strong>Doch wie k\u00f6nnten die J\u00fcnger, die sich bis eben aus Angst vor ihren eigenen Landsleuten in einem Haus eingeschlossen hatten, in die Welt hinausgehen und mutig Menschen aus allen m\u00f6glichen V\u00f6lkern die Botschaft von Jesu Tod und Auferstehung verk\u00fcndigen? Es sieht auf den ersten Blick v\u00f6llig unm\u00f6glich aus. Doch die J\u00fcnger haben geistliche Autorit\u00e4t, weil sie von dem auferstandenen Sohn Gottes mit der gleichen Absolutheit gesandt worden sind, mit der der Vater ihn gesandt hatte. Wenn sie sich ihrer absoluten g\u00f6ttlichen Berufung bewusst sind, k\u00f6nnen sie daraus immer neu Motivation, Mut und Kraft sch\u00f6pfen. Vor allem haben sie geistliche Autorit\u00e4t und Kraft, weil Jesus ihnen den Heiligen Geist gab. Der Vers 22 berichtet: <strong>\u201eUnd als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!\u201c<\/strong> Der auferstandene Jesus gab den J\u00fcngern den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist der Geist Gottes, durch den Gott den Himmel und die Erde schuf. Der Heilige Geist ist der Geist Gottes, durch den er Jesus von den Toten auferweckte. Jesus gab den J\u00fcngern diesen Geist. Mit diesem Geist k\u00f6nnen die J\u00fcnger alle Schwierigkeiten und ihre eigenen Grenzen an Weisheit, Mut und Kraft weit \u00fcberwinden und ihre g\u00f6ttliche Mission erf\u00fcllen. Tats\u00e4chlich sind die J\u00fcnger zur Erf\u00fcllung ihrer Mission auf den Heiligen Geist auch angewiesen.<\/p>\n<p><strong>3. Jesus gab ihnen Vollmacht. <\/strong>Denn was sagt Jesus \u00fcber den Inhalt ihrer Mission noch? Jesus sagt im Vers 23: <strong>\u201eWelchen ihr die S\u00fcnden erlasst, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.\u201c<\/strong> Bei der Mission der J\u00fcnger geht es um nicht weniger als um die Befreiung der Menschen von ihren S\u00fcnden. Dadurch soll gerade das gr\u00f6\u00dfte Problem der Menschen gel\u00f6st werden, n\u00e4mlich dass Menschen von ihren S\u00fcnden befreit werden und dadurch neues, ewiges Leben als Gottes Kinder erlangen. Wer dagegen ihre Botschaft nicht annehmen wird, muss in seinen S\u00fcnden bleiben und als Lohn der S\u00fcnde den ewigen Tod erfahren.<\/p>\n<p>Die Sendung der J\u00fcnger in die Welt war nicht auf die J\u00fcnger der ersten Generation beschr\u00e4nkt, sondern sie gilt auch allen, die wie sie an Jesu Tod und Auferstehung glauben. Jesus hat uns zu den Menschen in dieser Stadt und in diesem Land gesandt, damit wir ihnen die frohe Botschaft von Jesus Tod und seiner Auferstehung sagen, damit sie auch zum Glauben kommen und errettet werden sollen. Diesen Auftrag zu erf\u00fcllen ist keine Option, sondern soll der Hauptinhalt unseres Lebens sein. Es ist der praktische Ausdruck unsers Glaubens an die Auferstehung. Wir sollen uns bewusst sein, dass Jesus uns so absichtlich und verbindlich gesandt hat, wie der Vater ihn gesandt hat, und was f\u00fcr eine gro\u00dfe Verantwortung wir f\u00fcr die Menschen unserer Umgebung und in der Welt haben. Wir sollen uns bewusst sein, was f\u00fcr eine Bedeutung es hat, wenn wir f\u00fcr die Studenten beten und sie zum Bibel lesen einladen Es geht darum, ob sie von ihren S\u00fcnden befreit werden oder sie behalten \u2013 es geht also um ihr Leben. M\u00f6ge Gott uns helfen, mit gro\u00dfem Verantwortungsbewusst\u00adsein f\u00fcr sie zu beten und ihnen zu dienen! M\u00f6ge Gott uns t\u00e4glich den Heiligen Geist schenken, damit wir die gro\u00dfe Aufgabe trotz unserer Begrenztheit und Schw\u00e4che und trotz aller Schwierigkeiten treu tragen und erf\u00fcllen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>Teil 2: \u201eSelig sind, die nicht sehen und doch glauben\u201c (24-31)<\/strong><\/p>\n<p>Als Jesus die J\u00fcnger besuchte, waren nicht alle elf J\u00fcnger anwesend, sondern aus irgendeinem Grund fehlte Thomas in ihrer Gemeinschaft. Thomas ist in unserem Evangelium schon mehrmals erw\u00e4hnt worden. In Kap. 11 erfahren wir, dass er Jesu Absicht, mit der er zu dem gestorbenen Lazarus gehen wollte, nicht richtig verstanden hat. Seine Worte in Kap. 14 zeigen, dass Thomas gar nicht verstanden hatte, was Jesus sagte und welchen Weg er ging, sondern dass er geistlich orientierungslos war. Was sagte dieser Thomas, als ihm die anderen J\u00fcnger von ihrer Begegnung mit dem auferstandenen Jesus erz\u00e4hlten? Betrachten wir Vers 25: <strong>\u201eEr aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen H\u00e4nden die N\u00e4gelmale sehe und meinen Finger in die N\u00e4gelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich\u2019s nicht glauben.\u201c<\/strong> Thomas war nicht bereit, dem Zeugnis der anderen J\u00fcnger zu glauben. Er wollte nur dann an die Auferstehung Jesu glauben, wenn er die Wundmale Jesu sehen und sie mit seinem eigenen Finger ber\u00fchren k\u00f6nnte. Was sagt das \u00fcber seine Denkweise? Er wollte nur glauben, was er selbst gesehen hatte. Er wollte nur das als wahr anerkennen, was er selbst gepr\u00fcft hat. Seine Einstellung \u00e4hnelt der Einstellung vieler modernen Menschen, die alles empirisch erfassen wollen. Viele sagen: Ich glaube nur, was ich sehen kann bzw. was man wissenschaftlich bewiesen hat. So eine Einstellung mag aufgekl\u00e4rt und klug klingen. Aber abgesehen davon, dass es selbst in den praktischen Bereichen des Lebens gar nicht m\u00f6glich ist, konsequent danach zu leben \u2013 warum sollten die Gl\u00e4ubigen so eine ungl\u00e4ubige Haltung nicht haben? Es widerspricht den Prinzipien der geistlichen Realit\u00e4t. Denn der Glaube ist schon von seinem Wesen her eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht (Hebr 11,1).<\/p>\n<p>Thomas ignorierte die Worte Jesu, mit denen er seine Auferstehung angek\u00fcndigt hatte, und ignorierte das Zeugnis der anderen J\u00fcnger. Er stellte sich auf den Standpunkt des Unglaubens und war nicht bereit, ohne eine entsprechende Erfahrung davon abzur\u00fccken. Seine Worte m\u00f6gen irgendwie intellektuell und selbstbewusst klingen. Aber Thomas war ein Sklave seiner eigenen Gedanken und Erfahrungen. Er konnte niemandem vertrauen, weder den Worten Jesu noch den Worten seiner Freunde. Er war ein Gefangener seiner Gedanken und brauchte dringend geistliche Hilfe.<\/p>\n<p>Wie half Jesus dem zweifelnden Thomas? Jesus gab ihn nicht auf, sondern er kam aus seinem Erbarmen heraus nach acht Tagen noch einmal zu den J\u00fcngern, um Thomas zu helfen. Betrachten wir die Verse 26-27. Jesus trat wieder mitten unter sie, als die T\u00fcren verschlossen waren. Dann wandte er sich an Thomas und zeigte ihm seine H\u00e4nde und seine Seite und forderte ihn auf, mit seinen Fingern die N\u00e4gelmale zu ber\u00fchren und mit seiner Hand das Wundmal an seiner Seite zu betasten. Jesus ging also in seiner Barmherzigkeit auf alle Erwartungen von Thomas\u2019 ein, um ihm zum Glauben zu verhelfen. Das zeigt, wie wichtig es Jesus ist, dass  e i n  Mensch aus dem Unglauben heraus zum Glauben an die Auferstehung kommt. Jesus tat alles N\u00f6tige, damit Thomas glauben konnte.<\/p>\n<p>Wie reagierte Thomas? Vers 28 berichtet: <strong>\u201eThomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!\u201c <\/strong>Thomas\u2019 gab vor dem auferstandenen Jesus seine ungl\u00e4ubige Haltung sofort auf, und er erkannte Jesus spontan als seinen Herrn und Gott an und rief: \u201eMein Herr und mein Gott!\u201c Bis dahin hatte Thomas Jesus als einen Menschen erlebt. Aber nun, als er ihn als Auferstandenen gesehen hat, hat er ihn als den allm\u00e4chtigen Gott erkannt. Thomas machte also einen Sprung in die geistliche Welt. Als er zweifelte, war er in seinem eigenen Gedanken gefangen. Nun konnte er die geistliche Realit\u00e4t der Auferstehung sehen und anfangen, darin zu leben.<\/p>\n<p>Was sagte Jesus, nachdem Thomas seinen Glauben bekannt hat? Betrachten wir Vers 29: <strong>\u201eSpricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!\u201c <\/strong>Diese Worte besagen zum einen, dass Jesus Thomas\u2019 Glauben anerkannt hat; denn Jesus sagte: <strong>\u201e\u2026 darum glaubst du.\u201c <\/strong>Aber wir k\u00f6nnen nicht \u00fcbersehen, dass Jesus mit solchem Glauben nicht wirklich zufrieden ist. Mit den Worten \u201e<strong>Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!\u201c <\/strong>forderte Jesus die J\u00fcnger und uns alle dazu auf, zu glauben, ohne zu sehen. Wir k\u00f6nnen glauben, ohne zu sehen, indem wir das Zeugnis glaubw\u00fcrdigen Zeugen, die den auferstandenen Jesus gesehen haben, h\u00f6ren und als wahr annehmen. Das ist Gottes Weg und seine Bestimmung, wie alle Menschen, die Jesus nicht selbst gesehen haben, doch durch das Zeugnis Glauben erlangen sollten.<\/p>\n<p>Es gibt zahllose Beispiele f\u00fcr solchen Glauben. Markus Kap. 5 etwa berichtet von einer Frau, die seit zw\u00f6lf Jahren unter einer sehr peinlichen Krankheit gelitten hatte. Als sie von Jesus h\u00f6rte \u2013 das weist darauf hin, dass sie Jesus noch nie gesehen geschweige denn schon einmal eine Heilung durch ihn miterlebt hatte \u2013, kam sie zu ihm und glaubte fest, dass sie, wenn sie nur sein Gewand ber\u00fchren w\u00fcrde, von ihrer chronischen Krankheit geheilt w\u00fcrde. Jesus segnete ihren Glauben, indem sie auf der Stelle gesund wurde. Lukas Kap. 17 berichtet von einem r\u00f6mischen Hauptmann, der Jesus noch nie gesehen hatte. Aber wegen seines todkranken Knechts sandte er Boten zu Jesus und bat ihn, seinen Knecht gesund zu machen, wobei er glaubte, dass es daf\u00fcr ausreichte, wenn Jesus nur ein Wort spricht. Jesus lobte seinen Glauben und sagte: <strong>\u201eSolchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Viele Studenten sagen: \u201eWenn ich Jesus einmal leibhaftig sehen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich sofort an ihn glauben. Ich kann nicht an ihn glauben, weil ich ihn nicht gesehen habe.\u201c Aber ist das wirklich wahr? Wenn der auferstandene Jesus heute hier sichtbar erscheinen w\u00fcrde, w\u00fcrde uns das beim Glauben wirklich entscheidend helfen? Sicherlich w\u00e4re es eine \u00fcberw\u00e4ltigende Erfahrung und vielleicht w\u00fcrde niemand wagen, ihm die Anerkennung zu verweigern. Aber wie tief und wie nachhaltig wirkt so eine Erfahrung? Vieles spricht daf\u00fcr, dass Sehen oder Erfahren alleine das Problem des Unglaubens nicht richtig l\u00f6st. Zum Beispiel haben die Israeliten der ersten Generation zur Zeit von Mose viele gro\u00dfartige Zeichen und Wunder von Gott in \u00c4gypten und beim Auszug aus \u00c4gypten erlebt. Sie haben z.B. gesehen, wie das Schilfmeer sich geteilt hat, und erfahren, dass sie trockenen Fu\u00dfes hindurchgehen konnten, w\u00e4hrend ihre Verfolger kurz danach darin ertranken. Trotzdem mussten sie schlie\u00dflich fast alle in der W\u00fcste sterben; und der Hebr\u00e4erbrief sagt klar, dass es wegen ihres Unglaubens war. Aber die zweite Generation, die all diese Zeichen nicht gesehen haben, hatte viel besseren Glauben, weshalb sie auch in das verhei\u00dfene Land einziehen konnten. Dies zeigt, dass der Glaube nicht vom Sehen von Wundern kommt. Der Glaube kommt davon, dass man h\u00f6rt, was Gott gesagt und getan hat. So sagt die Stelle in R\u00f6mer 10,14 und17: <strong>\u201eWie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts geh\u00f6rt haben? Wie sollen sie aber h\u00f6ren ohne Prediger? \u2026 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.\u201c<\/strong> Der wahre biblische Glaube kommt nicht aus bestimmten Erfahrungen oder Erlebnissen, sondern wenn man das Wort Gottes h\u00f6rt. Das Wort bewirkt in uns die Einsicht in Gottes Wesen und sein Wirken und herzliches Vertrauen darauf.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen wir die Wichtigkeit davon erkennen, dass wir die Bibel studieren. Wenn wir die Bibel studieren und das Wort als wahr annehmen, befreit es uns von unserer subjektiven Gedankenwelt und f\u00fchrt uns zur geistlichen Realit\u00e4t. Bevor Maria das Wort des auferstandenen Jesus h\u00f6rte, war sie gefangen in den Gedanken an den Tod und in ihrer Traurigkeit. Aber als sie Jesu Wort h\u00f6rte, kam sie aus ihrer subjektiven Gedankenwelt heraus und konnte die geistliche Realit\u00e4t erkennen, dass Jesus auferstanden ist. Durch das Wort k\u00f6nnen wir klar erkennen, dass Gott wirklich lebt, dass Jesus tats\u00e4chlich f\u00fcr uns am Kreuz gestorben ist und dass er auferstanden ist und uns nun ein neues Leben geschenkt hat, das weder vom Tod noch von irgendeiner anderen Macht beendet werden kann. Wir sollen die Bibel studieren, bis das Wort uns klare geistliche Einsicht schenkt und in uns neue Einstellungen und neue Verhaltensweisen bewirkt. Beim H\u00f6ren des Wortes ist allerdings wichtig, dass wir nicht eine ungl\u00e4ubige, sondern eine annahmebereite Haltung haben, also gl\u00e4ubig sind. Das ist immer n\u00f6tig; sogar als Thomas den auferstandenen Jesus mit seinen Augen sehen konnte, forderte Jesus ihn dazu auf, seine Haltung zu korrigieren, indem er sagte: <strong>\u201e\u2026 und sei nicht ungl\u00e4ubig, sondern gl\u00e4ubig!\u201c <\/strong>In unserem Leben in dieser Welt werden wir immer wieder mit praktischen und geistlichen Problemen konfrontiert, die uns die geistliche Einsicht tr\u00fcben oder wegnehmen. Dann ist es f\u00fcr uns umso wichtiger, dass wir viel auf Gottes Worte h\u00f6ren und sie einlassen, damit das Wort unsere Sichtweise wieder korrigiert und unseren Glauben erneuert. Auf diese Weise sollen wir durch kontinuierliches Bibelstudium die geistliche Realit\u00e4t immer tiefer erkennen und in ihr leben lernen.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung hat der Glaube aufgrund des Wortes f\u00fcr uns selbst? Betrachten wir noch einmal Vers 29. Wenn wir nicht vom Sehen oder von Erlebnissen abh\u00e4ngig sind, sondern aufgrund des Wortes an Jesus glauben, sind wir wirklich selig, d.h. wahrhaft gl\u00fccklich. Wir sind selig, weil wir f\u00fcr unseren Glauben eine feste Grundlage im Zeugnis im Wort Gottes haben und unabh\u00e4ngig von den wechselhaften Situationen und Erfahrungen im Leben sind. Wer aufgrund des Zeugnisses der Bibel glaubt, ist selig, weil er in allen H\u00f6hen und Tiefen des Lebens den Glauben festhalten und best\u00e4ndige Gemeinschaft mit Gott haben kann. Wenn wir aufgrund des Zeugnisses glauben, ohne zu sehen, sind wir selig, weil wir dadurch Gott ehren k\u00f6nnen und weil wir wissen, dass dieser Glaube uns den Weg zu seinem herrlichen Reich f\u00fchren wird.<\/p>\n<p>Welche Erkenntnis sollte der Bericht des Augenzeugen Johannes bewirken? Betrachten wir die letzten beiden Verse dieses Kapitels, die Verse 30 und 31: <strong>\u201eNoch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen J\u00fcngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesu der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.\u201c <\/strong>Johannes hat in diesem Buch sieben der vielen Zeichen Jesu, die er gesehen, aufgeschrieben, damit wir als Leser erkennen sollen, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und dass wir durch den Glauben an ihn das wahre ewige Leben haben sollen. Viele Stellen bezeugen diesen Kernpunkt des Evangeliums. So hei\u00dft es in Kap. 1,4: <strong>\u201eIn ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.\u201c <\/strong>Kap. 1,12.13: <strong>\u201eWie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht durch aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.\u201c<\/strong> Anders zusammengefasst sagt es die ber\u00fchmte Stelle in Kap. 3,16: <strong>\u201eDenn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.\u201c <\/strong>Der Glaube ist unsichtbar und es scheint in unserer pragmatischen Zeit nicht so wichtig zu sein, ob ein Mensch an Jesus glaubt oder nicht. Aber Gott misst gerade dem Glauben so gro\u00dfe Bedeutung bei. Unser H\u00f6ren auf das Zeugnis der Augenzeugen bzw. der Bibel hat so eine gro\u00dfe Bedeutung, weil wir dadurch zum Glauben an Jesus kommen und weil Gott uns gerade auf unseren Glauben hin das wahre ewige Leben geben will.<\/p>\n<p>Heute haben wir gelernt, dass es Jesus sehr wichtig war, dass jeder pers\u00f6nlich Glauben an die Auferstehung ergreift. Wir haben auch gelernt, dass der wahre Glaube nicht bestimmte Erlebnisse voraussetzt, sondern dass wir selig sind, wenn wir auf das Zeugnis der Bibel h\u00f6ren und aufgrund dessen glauben. Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort, Vers 29: <strong>\u201eSpricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!\u201c <\/strong>M\u00f6ge Gott uns helfen, auf Gottes Worte in der Bibel zu h\u00f6ren und aufgrund dessen zu glauben und selige Menschen zu werden! M\u00f6ge Gott uns helfen, den Glauben an die Auferstehung nicht einfach f\u00fcr uns zu genie\u00dfen, sondern mit Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr die Menschen in unserer Stadt und in der ganzen Welt zu beten und zu wirken!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! \u201eSpricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!\u201c (20,29) Im ersten Teil von Kap. 20 haben wir am letzten Sonntag die Tatsache betrachtet, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. 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