{"id":840,"date":"2010-05-31T19:00:48","date_gmt":"2010-05-31T18:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=840"},"modified":"2023-01-29T20:45:10","modified_gmt":"2023-01-29T19:45:10","slug":"predigt-johannes-201-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-201-18\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 20,1-18"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/J44-P20-0118-V3.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\" lang=\"de-DE\">Ich fahre auf zu meinem Vater<br \/>\nund zu eurem Vater<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\" lang=\"de-DE\">\u201e<strong>Geh aber hin zu meinen Br\u00fcdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater<br \/>\nund zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.\u201c<\/strong><em><strong><br \/>\n<\/strong><\/em>(17b)<\/h3>\n<p lang=\"de-DE\">Am letzten Sonntag haben wir erfahren, wie Jesus sein Werk vollbracht hat. Er hat alles das erf\u00fcllt was nach dem Ratschluss Gottes vorgesehen war, um uns Menschen die T\u00fcr zum Himmelreich zu \u00f6ffnen. Insbesondere trug er die Leiden, Schmach und Schmerzen die ihm als unschuldigen Lamm Gottes zugef\u00fcgt wurden. Seine Leiden haben wir verdient, aber bereitwillig nahm er es an unserer Stelle auf sich. Nach seinem Ausruf des Sieges \u201eEs ist vollbracht\u201c und seinem qualvollen Tod folgte seine Grablegung. Doch das war nicht das Ende. Heute nun sehen wir, wie der Verfasser Johannes selbst die Auferstehung Jesu erlebte und das bezeugte, was er gesehen hatte. Dabei spielt Maria von Magdala eine wichtige Rolle, denn sie ist der erste Mensch dem der vom Tod auferstandene Jesus begegnete. Gerade ihr gab sich Jesus zuerst zu erkennen und nicht den Top-J\u00fcngern Petrus und Johannes. Lasst uns durch die Betrachtung diese Abschnitts dar\u00fcber nachdenken warum dies so geschah.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>I.\tDas leere Grab (1-10)<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Beschreibung der Auferstehung Jesu ist hier sehr n\u00fcchtern und konzentriert sich die Be\u00adschrei\u00adbung des Tuns der einzelnen Personen und der Umgebung, anstatt die Auferstehung dogmatisch festzulegen. Der Verfasser m\u00f6chte den Lesern die Ge\u00adlegen\u00adheit lassen, selbst zur Erkenntnis zu kommen, dass Jesus tats\u00e4chlich von den Toten auf\u00ader\u00adstanden ist. So beginnt er hier mit einer Zeit und Ortsangabe: <strong>\u201eAm ersten Tag der Woche kommt Maria von Magdala fr\u00fch, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weg war.\u201c (1).<\/strong> Seit der Kreuzigung und dem Tod Jesu waren nun schon 3 Tage ver\u00adgangen. Es war der nun 1. Tag der Woche, also Sonntag. Es war noch fr\u00fch morgens vor dem Aufgang der Sonne als sich Maria von Magdala auf den Weg zum Grab Jesu machte. Maria war eine J\u00fcngerin Jesu. Fr\u00fcher hatte Jesus sie von vielen b\u00f6sen Geistern befreit. Wie Jesu Mutter und auch einige andere Frauen bleib sie bei ihm und diente ihm und den J\u00fcngern auf verschiedene Weise. Selbst w\u00e4hrend seines Todes am Kreuz und auch danach bei seiner Grablegung wich sie nicht von seiner Seite, worauf uns zwei Stellen aus den anderen Evangelien hinweisen. So hei\u00dft es: <em>\u201e<\/em><em>Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. (Joh 19,25). <\/em>Es hei\u00dft auch: <em>\u201e<\/em><em>Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galil\u00e4a, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde.\u201c (Lk 23,55) <\/em>Was l\u00e4sst uns das \u00fcber Maria von Magdala erkennen? Wir sehen hier ihren gro\u00dfen Wunsch auch in ihrer Trauer bei Jesus zu sein und ihm aus Dankbarkeit, Hingabe und Liebe zu dienen. Gerade sie wurde die erste Zeugin der Auferstehung Jesu, denn ihr begegnete Jesus zuerst. Was musste sie mit Entsetzen feststellen als sie zum Grab kam? Sie sah, dass der gro\u00dfe Stein nicht mehr vor dem Grab lag! Sehen wir uns in Vers 2 ihre weitere Reaktion an: \u201e<strong>Da l\u00e4uft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern J\u00fcnger, den Jesus lieb hatte\u201c (2a). <\/strong>Fassungslos l\u00e4uft sie wieder weg, um Petrus und Johannes ihre Entdeckung zu verk\u00fcndigen. Obwohl sie nicht im Grab war trifft sie die Schluss\u00adfolger\u00adung:<strong> \u201eSie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.\u201c (2b)<\/strong> Als Petrus und Johannes das h\u00f6rten machten sie sich sofort auf den Weg zum Grab, um zu sehen was wirklich geschehen war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">Spontan fand ein Wettlauf statt. Johannes, der j\u00fcngere lief Petrus voraus und kam zuerst zum offen Grab. Doch er geht nicht hinein, sondern bleibt drau\u00dfen stehen und sieht von dort in das doch ziemlich dunkle Grab hinein, weil er sich f\u00fcrchtete oder sich einfach nicht unrein machen wollte. Er sah aber, dass der Leichnam Jesu nicht mehr da war. Es lagen nur noch die Leinent\u00fccher da mit denen Jesus eingewickelt war. Endlich kam auch Petrus. Im Gegensatz zu Johannes ging er ohne Z\u00f6gern ins Grab. Was sah er im Grab? \u00dcber die Leinen\u00adt\u00fccher hinaus konnte er auch das Schwei\u00dftuch sehen, das den Toten ums Haupt gebunden wurde. Unerwarteter Weise war das Schwei\u00dftuch aber nicht bei den anderen T\u00fccher. Es lag an einer anderen Stelle und war ordentlich zusammengerollt. Als Johannes schlie\u00dflich auch in das Grab ging konnte er sich ein Bild von der Situation im Grab machen. So sind beide J\u00fcnger Zeugen f\u00fcr das leere Grab, die Leinent\u00fccher und das Schwei\u00dftuch. Warum wei\u00dft uns Johannes auf diese Gegen\u00adst\u00e4nde hin? Er tat dies, damit wir selbst zur Erkenntnis kommen k\u00f6nnen, dass Jesus auferstanden ist. Die Beschreibung der Situation f\u00fchrt uns dazu die Auferstehung Jesu als eine geschichtliche Tatsache annehmen zu k\u00f6nnen. Wenn Jesus gestohlen worden w\u00e4re sollten die verschiedenen T\u00fccher nicht mehr da sein, denn welchen Sinn macht es den Toten aus den Leinent\u00fcchern zu nehmen, geschweige denn das Schwei\u00dftuch mit Geduld sch\u00f6n aufzuwickeln und dann an einer anderen Stelle abzulegen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es ist also naheliegend anzunehmen, dass Jesu Leichnam nicht gestohlen wurde. Doch was dann? Zu welcher Schlussfolgerung kam Johannes in dieser Situation, als er im Grab stand? Vers 8 sagt, dass er \u201eglaubte\u201c. Nat\u00fcrlich glaubte er nun Marias Aussage, dass Jesu Leichnam nicht mehr da war. Aber ob er in guter oder schlechter Absicht aus dem Grab genommen wurde, war auch nicht schl\u00fcssig. Wahrscheinlich erinnerte er sich dunkel daran, dass Jesus als er noch lebte davon sprach, dass er auferstehen w\u00fcrde. So wollte er nicht ausschlie\u00dfen, dass Jesus auf\u00ader\u00adstanden sein k\u00f6nnte. In seinem Herzen d\u00e4mmerte der Glaube an Jesu Auferstehung. Lesen wir zusammen Vers 8: <strong>\u201eDa ging auch der andere J\u00fcnger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und sah und glaubte.\u201c<\/strong> Sein Glaube basierte vor allem auf seiner menschlichen Wahr\u00adnehm\u00adung. Er h\u00e4tte sich riesig freuen k\u00f6nnen, weil Jesus von den Toten auferstanden war. Aber sein Glaube war nicht so tragf\u00e4hig, um seinem Leben neue Kraft und Freude zu geben. Sein Glaube konnte ihm nicht helfen sein Leben nun anders zu f\u00fchren. Sp\u00e4ter in Vers 10 sehen wir, dass er einfach wieder heimgehen musste.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was sagte Johannes selbst dar\u00fcber, warum er sich nicht \u00fcber die Auferstehung Jesu freuen konnte? Betrachten wir Vers 9: <strong>\u201eDenn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen m\u00fcsste.\u201c<\/strong> Hier sagt Johannes, dass er die Schrift noch nicht verstand und deshalb seinem Glauben an die Auferstehung Jesu die Kraft fehlte. Das Verst\u00e4ndnis der Schrift und die Kenntnis der Tatsachen geh\u00f6ren zusammen. Jedes f\u00fcr sich hat keine ver\u00e4ndernde Wirkung auf das praktische Leben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was meinte Johannes mit der Schrift? Nat\u00fcrlich hatte er zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges der Evangelien. Er meinte hier die j\u00fcdischen Schriften, die wir in unserm alten Testament finden. Konkret dachte Johannes hier wahrscheinlich an die Stelle in Jesaja Kapitel 53, in dem schon Jahr\u00adhunderte zuvor die Leiden Jesu und deren Bedeutung beschrieben werden. So hei\u00dft es dort in den Versen 9 bis 12: <em>\u201e<\/em><em>Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei \u00dcbelt\u00e4tern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der Herr zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, <\/em><em><span style=\"text-decoration: underline;\">wird er Nachkommen haben und in die L\u00e4nge leben<\/span><\/em><em>, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgem\u00fcht hat, <\/em><em><span style=\"text-decoration: underline;\">wird er das Licht schauen und die F\u00fclle haben.<\/span><\/em><em> Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er tr\u00e4gt ihre S\u00fcnden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, daf\u00fcr da\u00df er sein Leben in den Tod gegeben hat und den \u00dcbelt\u00e4tern gleichgerechnet ist und er die S\u00fcnde der Vielen getragen hat und f\u00fcr die \u00dcbelt\u00e4ter gebeten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch wusste Johannes, dass Jesus die Tatsache, dass Jona 3 Tage im Bauch des Fisches war dahingehend deutete, dass er auch 3 Tag im Scho\u00df der Erde liegen und dann wieder lebendig werden w\u00fcrde. Jesus sprach zu den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern: <em>\u201eEin b\u00f6ses und abtr\u00fcnniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei N\u00e4chte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei N\u00e4chte im Scho\u00df der Erde sein.\u201c<\/em> (Mt 12,39.40) Weiter erkl\u00e4rte Jesus den Sadduz\u00e4ern, dass es eine Auferstehung gibt. Jesus schimpfte mit ihnen: <em>\u201eHabt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht: \u00bbIch bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs\u00ab? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.\u201c <\/em>(Mt 22,31.32)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aus der Schrift kann also die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Jesus von den Toten auf\u00ader\u00adstehen musste. Doch weil die J\u00fcnger die Schrift noch nicht verstanden, konnten sie die Indizien des leeren Grabes nicht dem tats\u00e4chlich geschehenen Ereignis der Auferstehung Jesu zuordnen. Lasst uns Gott danken, der uns hilft, jede Woche eine Lektion eines Bibeltextes zu studieren und auch pers\u00f6nlich dazu Stellungnahme zu schreiben, um die Schrift gut zu kennen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">Bevor ich zum Bibelstudium kam war ich zwar nicht ganz ungl\u00e4ubig, aber ich kannte die Be\u00addeu\u00adtung der Schrift, d.h. der Bibel, nicht richtig. Deshalb litt ich sogar unter den Zweifel, ob Gott \u00fcber\u00adhaupt existiert. Aber das Bibelstudium offenbarte mir den Sch\u00f6pfergott. Ich lernte auch den Gott Abrahams kennen, der ihn zur Erl\u00f6sung aller Menschen berufen hat. Durch diese Gnade stehe ich sogar heute hier, um Gottes Wort zu predigen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\"><strong>II.\tJesus gibt sich Maria von Magdala zu erkennen (11-18)<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was tat Maria, als die beiden J\u00fcnger weg gegangen waren? Lesen wir Vers 11 und 12: <strong>\u201eMaria aber stand drau\u00dfen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern sitzen, einen zu H\u00e4upten und den andern zu den F\u00fc\u00dfen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten.\u201c (11.12). <\/strong>Maria bleib weiter beim Grab und weinte. Sie konnte nicht einfach wie Petrus und Johannes nach Hause gehen. Sie wollte unbedingt den Leichnam Jesu finden. Sie war zwar nicht so ein gro\u00dfes Vorbild f\u00fcr den Auf\u00ader\u00adsteh\u00adungs\u00adglau\u00adben, aber sie war wir\u00adklich treu und liebte Jesus bis zum Ende. Gott segnete ihre Treue, indem er ihr durch die Engel half und auch, indem sich er ihr pers\u00f6nlich offenbarte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Maria schaute ins Grab, um sich alles genau anzuschauen. Im Grab waren pl\u00f6tzlich zwei Per\u00adsonen in wei\u00dfen Ge\u00adw\u00e4n\u00addern die da sa\u00dfen wo Jesus lag. Obwohl die beiden Gestalten so besonders aussahen, konnte sie nicht wahrnehmen, dass es Engel waren. Sie war so in ihrer Traurigkeit gefangen, dass sie die Herrlichkeit der Engel nicht erkannte. Wie wollten ihr die Engel helfen? Einer der Engel fragten sie: <strong>\u201eFrau, was weinst du?\u201c (13a).<\/strong> Er fragte sie nach dem Grund ihrer gro\u00dfen Traurigkeit, um ihr die Augen zu \u00f6ffnen, dass es f\u00fcr die Traurigkeit keinen Grund gibt. Doch Maria klagte nur: <strong>\u201eSie haben meinen Herrn weggenommen, und ich wei\u00df nicht, wo sie ihn hingelegt haben.\u201c (13b).<\/strong> Maria\u2018s Gedanken waren nur bei dem Leichnam Jesu. Sie wollte ihn so gerne finden und salben. Das k\u00f6nnte ihr Herz etwas beruhigen, das hoffte sie zumindest. Welches Mitleid m\u00fcssen die Engel mit Maria gehabt haben. Sie wussten, dass Jesus auferstanden ist aber Maria nicht, obwohl sie doch beim leere Grab stand.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Weil sie Jesus im Grab nicht finden konnte und es auch sonst keinen Hinweis gab <strong>\u201ewandte sie sich um und sieht Jesus stehen und wei\u00df nicht, da\u00df es Jesus ist.\u201c (14b). <\/strong>Maria wollte nun vom Grab weggehen und ihn vielleicht im Garten zu suchen. Doch der auferstandene Jesus kam ihr entgegen und begann das Gespr\u00e4ch mit der gleichen Frage wie einer der Engel: <strong>\u201eFrau, was weinst du? Wen suchst du?\u201c (15a).<\/strong> Die herrliche Begegnung mit zwei Engeln konnte den Schleier der Trauen nicht von ihren Augen nehmen. Nun wollte ihr, der mit Herrlichkeit auferstandene Jesus, der der K\u00f6nig ist, helfen, damit ihre Augen f\u00fcr die Realit\u00e4t ge\u00f6ffnet w\u00fcrden. Doch der Text sagt uns \u00fcber ihre Gedanken: <strong>\u201eSie meint, es sei der G\u00e4rtner\u201c (15b).<\/strong> Wie? Wie konnte Maria Jesus mit einem G\u00e4rtner verwechseln. War es immer noch so dunkel? War nicht schon genug Zeit vergangen, damit es Tag werden konnte und das auch in Maria\u2018s Herz? Hier wird sichtbar, wie stark sie von ihren Gedanken geleitet wurde und wie wenig diese mit der Realit\u00e4t und Offenbarung Gottes zu tun hatten. Obwohl sie nun Jesus sah und h\u00f6rte erkannte sie ihn nicht, sondern sie dachte vor ihr st\u00fcnde der G\u00e4rtner. In ihrer Unkenntnis fragte sie den auferstandene Jesus: <strong>\u201eHerr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen.\u201c (15b)<\/strong> Was Maria dachte und redete gab wirklich keinen Sinn. Wie tief muss sie in ihren eigenen Gedanken versunken gewesen sein? Wie untr\u00f6stlich war sie sogar noch als sie vor Jesus stand, den sie doch suchte? Wie k\u00f6nnte Jesus ihr noch helfen, ihn zu erkennen? Was tat Jesu in seiner g\u00f6ttlichen Weisheit und Kenntnis des Herzens von Maria? Lasst uns Vers 16 lesen: <strong>\u201eSpricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebr\u00e4isch: Rabbuni!, das hei\u00dft: Meister!\u201c (16).<\/strong> Als Jesus sie mit ihrem Namen rief wurde ihr Herz aus der tiefen Trauer herausgerissen, wie wenn Jesus sie aus einem b\u00f6sen Albtraum aufweckte. Ihr Leben wurde schlagartig von der tiefsten Trauer hin zur gr\u00f6\u00dften Freude ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hier wird uns klar, dass das wonach ein Mensch sucht, eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr sein Leben hat, weil dadurch sein Lebensziel und seine Sichtweise bestimmt wird. Als Maria den toten Jesus suchte konnte sie nicht einmal Jesus erkennen, der von den Toten auferstanden und neben ihr war. Dies ist kein kleines Problem. Das Evangelium hatte sich hier in voller Kraft entfaltet, indem Jesus am Kreuz f\u00fcr die S\u00fcnde der Menschen starb und die Todesmacht durch die Auferstehung besiegt hat. Im Himmel muss die gro\u00dfe Engelschar gejubelt haben, weil das der Augenblick war, ab dem die Menschen frei von der Verdammnis des S\u00fcndentodes in das Reich Gottes einstr\u00f6men werden. Das ist die geistliche Realit\u00e4t die hier offenbart wird. Aber Maria war voll Trauer. Sie war ziemlich weit von dieser Realit\u00e4t entfernt. Wie gesagt, ist der Glaube eine Antwort auf die Offenbarung Gottes. Aber hier sehen wir an Maria, dass sie die offenbarte Realit\u00e4t nicht erfasst und deswegen trotz der Auferstehung Jesu so traurig war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie ihr wisst, bin ich ein Schwabe und irgendwie bin ich auch darauf stolz, denn gew\u00f6hnlicher Weise haben Schwaben viele tugendhaften Eigenschaften, aber leider auch einige schlechte, die ich bedauerlicherweise auch habe. So muss ich alles pr\u00fcfen, um sicher zu sein, oder anders gesagt, neige ich zum zweifeln und dabei bin ich auch noch stur. Vor allen Dingen neige ich auch dazu, mich auf meine Gedanken zu verlassen. Das hemmte bei mir lange Zeit das Glaubens\u00adwachstum. Weil ich fast so stur bin wie Maria und mich auf meine eigene Gedanken verlasse, kann ich mich hier gut mit ihr identifizieren, die nach ihren Gedanken den toten Jesus suchte, wobei sie dem Auferstandenen Jesus ignorierte. So bin auch ich ziemlich abh\u00e4ngig von meinem Vorurteil und meiner subjektiven Sichtweise. So habe ich erkannt, dass mein Glaube nicht auf meiner subjektiven Sicht der Dinge gebaut sein soll. Nicht meine Gedanken stehen im Mittelpunkt, sondern Gottes Offenbarung. Mein Glaube ist vielmehr das Ver\u00adbin\u00addungs\u00adst\u00fcck zwischen dem bereits offenbarten Willen Gottes in seinem Wort und den ge\u00adschicht\u00adlichen Tatsachen, die sich nach dem Plan Gottes erf\u00fcllt haben und auch noch erf\u00fcllen werden, weil Gott den gesamten \u00dcberblick hat. Mein Glaube ist die Antwort auf Gottes Offen\u00adbar\u00adung\u00aden in der Geschichte und in seinem Wort. Wir sollen uns von subjektiven und voreingenommenen Gedanken befreien lassen und die geistliche Realit\u00e4t wahrnehmen. Wir sollen nicht versuchen Gottes Werk und seinen Willen in unsere eigenen Gedanken einzupressen. In Jesaja 55,8.9 hei\u00dft es: <em>\u201eDenn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel h\u00f6her ist als die Erde, so sind auch meine Wege h\u00f6her als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.\u201c<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was sagte der auferstandene Jesu zu Maria, was sie nun tun sollte. Sehen wir uns Vers 17 an: <strong>\u201eSpricht Jesus zu ihr: R\u00fchre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Br\u00fcdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.\u201c (17).<\/strong> Maria sollte zu den J\u00fcngern gehen und ihnen die Auferstehung Jesu bezeugen. Dabei sagte Jesus zum ersten Mal, dass die J\u00fcnger seine Br\u00fcder sind. Das war die Auswirkung des Werkes Jesu. Durch Jesu Tod und Auferstehung hat sich grundlegendes an er Beziehung zwischen Jesus und den J\u00fcngern ver\u00e4ndert. Zuallererst sind Sie zu Jesu Br\u00fcdern geworden. So wurden sie auch zu Gottes Kindern und Erben, die mit Jesus auf Thronen sitzen werden. Jesus betonte auch, dass Gott nicht nur sein Vater, sondern auch der Vater der J\u00fcnger ist. Die J\u00fcngern konnten nun auch direkt zu Gott ihrem Vater beten. Kurz gesagt sind sie durch eine Art von Adoption in die himmlische Familie aufgenommen worden und erhielten als gr\u00f6\u00dftes Privileg das ewige Leben bei Jesus im Himmelreich. Darin, dass sie zu Jesu Br\u00fcdern wurden ist der Sinn und das Ziel von Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung. Was tat Maria darauf hin? Sie gehorchte dem Wort und ging hin und sagte den J\u00fcngern die Worte Jesu und erz\u00e4hlte ihnen voll Freude von der Begegnung mit den lebendigen und auferstandenen Jesus.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">Wie k\u00f6nnen wir, die wir ca. 2000 Jahre nach der Auferstehung leben an sie glauben? In diesem Bibelabschitt erfahren wir, dass das Zeugnis der Auferstehung, den J\u00fcngern, also auch uns, helfen soll an die Auferstehung zu glauben. So sehen wir, dass Jesu anstatt den J\u00fcngern direkt selbst zu begegnen Maria sandte. Auch Maria selbst begegnet Jesu nicht sofort, sondern sie fand zuerst das leere Grab und sp\u00e4ter die Engel als Zeugen der Auferstehung. Hierdurch wird mir deutlich, dass das Entstehen des Glaubens an Jesus, den auferstanden Christus, nicht mit spektakul\u00e4ren Auftritten Jesu geschah, sondern z.B. durch die Verk\u00fcndigung Maria\u2018s und dadurch, dass sie das leere Grab sahen. In unsere Zeit wird Jesus auch uns nicht mehr leibhaftig begegnen. Der Glaube der Christen durch die Jahrhunderte begr\u00fcndet sich auf den Zeugnissen von Maria und den Aposteln in der Form der Evangelien. Jesus m\u00f6chte, dass der Glaube aus der Erkenntnis kommt; aus der Erkenntnis, dass sich Gottes Plan nach seinem Ratschluss erf\u00fcllt. So sind wir in der richtigen geistlichen Verfassung dem Auferstandenen eines Tages pers\u00f6nlich zu begegnen. Lasst uns also das Zeugnis der Bibel annehmen und fest im Glauben an die Auferstehung bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater \u201eGeh aber hin zu meinen Br\u00fcdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.\u201c (17b) Am letzten Sonntag haben wir erfahren, wie Jesus sein Werk vollbracht hat. 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