{"id":828,"date":"2010-05-18T04:57:37","date_gmt":"2010-05-18T03:57:37","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=828"},"modified":"2023-01-29T20:45:11","modified_gmt":"2023-01-29T19:45:11","slug":"predigt-johannes-1828-1916","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-1828-1916\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 18,28-19,16"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/J42-P18-2816.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\" lang=\"de-DE\"><strong>Jesus  wurde  zur Kreuzigung  \u00fcberantwortet<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\" lang=\"de-DE\">\u201e<strong>Da \u00fcberantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt w\u00fcrde.\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\" lang=\"de-DE\">(19,16a)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Letzte Woche sahen wir, wie Jesus gefangen genommen und von Hannas verh\u00f6rt wurde. Obwohl man Jesus keine Schuld nachweisen konnte, wollte man ihn zum Tode verurteilen. Im heutigen Text sehen wir nun, wie Jesus vom Hohen Rat zu Pilatus gebracht wurde, um dort erneut verh\u00f6rt und ohne Feststellung der Schuld zur Kreuzigung \u00fcbergeben zu werden. Einerseits k\u00f6nnen hier Jesus sehen, wie er mit all dieser Ungerechtigkeit umging und dem Weg des Ratschlusses Gottes weiter unbeirrt folgte. Andererseits sehen wir hier eine unendliche Trag\u00f6die, denn die m\u00f6rderische Absicht der Juden triumphierte, sodass die ganze Welt scheinbar von finsteren M\u00e4chten regiert wird, wie z.B. den Intrigen des Kaiphas oder der Verrat durch Judas. Welchen Willen Gottes k\u00f6nnen wir doch in einer solch b\u00f6sen Zeit erkennen?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>I. Jesu Verh\u00f6r vor Pilatus (18,28-40)<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Betrachten wir Vers 28: <strong>\u201eDa f\u00fchrten sie Jesus von Kaiphas zum Pr\u00e4torium; es war fr\u00fch am Morgen. <\/strong><strong>Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein w\u00fcrden, sondern das Passamahl essen k\u00f6nnten.<\/strong><strong>\u201c<\/strong> Der Hohe Rat hatte Jesus die ganze Nacht verh\u00f6rt, so dass es fr\u00fcher Morgen wurde als sie Jesus zu Pilatus vors Pr\u00e4torium f\u00fchrten. Es dauerte die ganze Nacht weil sie Jesus keine Schuld nachweisen konnten. Es ist sehr ungew\u00f6hnlich, dass ein Gerichtsverfahren in der Nacht durchgezogen wurde. Es widersprach der Tradition und der Satzung. Es war auch nicht erlaubt innerhalb eines Tages die Verhandlung mit einem Todesurteil abzuschlie\u00dfen. Aber sie verhandelten bei Nacht und f\u00e4llten das Todesurteil \u00fcber Jesus.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im Matth\u00e4us-Evangelium sehen wir, wie der Hohe Priester Kaiphas vor Jesus wie ein Staatsanwalt auftrat: \u201e<em>Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?\u201c<\/em> Als Jesus schwieg sprach er weiter zu ihm: \u201e<em>Ich beschw\u00f6re dich bei dem lebendigen Gott, das du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.\u201c<\/em> Da schwieg Jesus nicht mehr sondern sprach zu ihm:<em> \u201eDu sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels. Da zerri\u00df der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gel\u00e4stert! Was bed\u00fcrfen wir weiterer Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Gottesl\u00e4sterung geh\u00f6rt. Was ist euer Urteil? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.\u201d<\/em> (Mt 26,62-66). Dies zeigt uns, dass ihr Herz voller Mordabsicht gegen Jesus war und ihr Urteil schon von vornherein feststand.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Obwohl sie eine solch teuflische Nacht verbrachten, sagt Vers 28b: <strong>\u201e<\/strong><strong>Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein w\u00fcrden, sondern das Passamahl essen k\u00f6nnten.<\/strong><strong>\u201c <\/strong>Hier zeigt sich ihr schlimmer geistlicher Zustand. Obwohl ihr  Herz mit Hass erf\u00fcllt war, also dem grundlegenden Geist des Gesetzes Gottes v\u00f6llig widersprach, zeigten sie nach au\u00dfen ihre Gesetzestreue. Sie waren zu Heuchlern geworden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Als sie nun warteten, wurde Pilatus \u00fcber ihre Anwesenheit informiert. Er nahm auf ihre Gebote R\u00fccksicht und kam <strong>\u201ezu ihnen heraus und fragte: Was f\u00fcr eine Klage bringt ihr gegen diesen Menschen vor? Sie antworteten und sprachen zu ihm: W\u00e4re dieser nicht ein \u00dcbelt\u00e4ter, wir h\u00e4tten ihn dir nicht \u00fcberantwortet.\u201c<\/strong> (29.30). Sie meinten, dass Pilatus den genauen Grund ihrer Anklage nicht zu wissen br\u00e4uchte. Es sollte ihm ausreichen, dass sie Jesus schon von ihrer Seite als Schwerverbrecher befunden hatten. Doch Pilatus konterte in Vers 31: <strong>\u201eDa sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir d\u00fcrfen niemand t\u00f6ten.\u201c<\/strong> Die Juden wollten von Pilatus, dass er Jesus zum Tode verurteilt. Pilatus war der Statthalter, der vom Kaiser eingesetzt wurde, um das Gebiet der Juden zu verwalten und f\u00fcr den Kaiser Steuern einzutreiben. Pilatus repr\u00e4sentierte die r\u00f6mische Besatzungsmacht. Er traf die politischen Entscheidungen f\u00fcr die Juden. Er war auch oberster Richter. Ohne sein Urteil durfte niemand mit dem Tode bestraft werden. Doch genau das wollten die Juden. Sie wollten Jesus mit seiner Zustimmung t\u00f6ten lassen. Das war ihr einziger Grund weshalb sie zu Pilatus kamen. Er sollte ihnen einfach ein Todesurteil \u00fcber Jesus ausstellen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn es auch sehr den Anschein hat, dass hier Neid und Hass im Vordergrund stehen um Politik mit dem Leben Jesu zu machen, so weist der Verfasser auf Folgendes hin: <strong>\u201eSo sollte das Wort Jesu erf\u00fcllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben w\u00fcrde.\u201c <\/strong>(32). All diese Ereignisse haben eine Bedeutung die weit \u00fcber das augenscheinliche hinausgeht. Die Juden und Pilatus scheinen diejenigen zu sein, die Jesu Schicksal bestimmten. Doch Jesus hatte schon Jahre zuvor angek\u00fcndigt: <em>\u201cUnd wie Mose in der W\u00fcste die Schlange erh\u00f6ht hat, so muss der Menschensohn erh\u00f6ht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.\u201d<\/em> (Joh 3,14.15). F\u00fcr Jesus stand es fest, dass er am Kreuz erh\u00f6ht w\u00fcrde. Damit wird klar, dass sich bis jetzt alles nach dem Ratschluss Gottes erf\u00fcllt hatte. Es waren nicht die Juden oder Pilatus, die hier die Geschichte lenkten, sondern Gott und Jesus, der dem Willen Gottes gehorsam war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Betrachten wir das Verh\u00f6r Jesu vor Pilatus. Pilatus fragte ihn: <strong>\u201cBist du der K\u00f6nig der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir\u2019s andere \u00fcber mich gesagt?\u201d<\/strong> (33.34). In dieser Gegenfrage Jesu sehen wir, dass er trotz allem Pilatus helfen wollte an ihn zu glauben, w\u00e4hrend Pilatus nur zynisch antwortete: <strong>\u201cBin ich ein Jude?\u201d.<\/strong> Dann sagte er weiter: <strong>\u201cDein Volk und die Hohenpriester haben dich mir \u00fcberantwortet. Was hast du getan?\u201d<\/strong> (35). Nun begann Jesus ihm die geistliche Wahrheit zu erkl\u00e4ren, um ihn zu seinem ewigen K\u00f6nigreich einzuladen. Jesus sagte: <strong>\u201cMein Reich ist nicht von dieser Welt. W\u00e4re mein Reich von dieser Welt, meine Diener w\u00fcrden darum k\u00e4mpfen, dass ich den Juden nicht \u00fcberantwortet w\u00fcrde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt\u201d<\/strong> (36). Da fragte Pilatus: <strong>\u201cSo bist du dennoch ein K\u00f6nig? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein K\u00f6nig. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der h\u00f6rt meine Stimme\u201d<\/strong> (37). Wenn es darum ging, seine Identit\u00e4t und Mission zu bezeugen schwieg Jesus nicht. Jesus kam in die Welt um den Menschen die Wahrheit zu bezeugen, durch die sie das ewige Leben erlangen sollen. Dazu war Jesus sogar auch vor Pilatus bereit. Obwohl Jesus sich viel verteidigen und \u00fcber die Ungerechtigkeit klagen k\u00f6nnte, tat er es nicht. Vielmehr wollte er Pilatus helfen ins Reich Gottes zu kommen. Indem der Verfasser \u00fcber den Versuch Jesu berichtet, Pilatus zum Himmelreich einzuladen, wird dieses Verh\u00f6r sehr authentisch. Wer au\u00dfer Jesus, der der gute Hirte f\u00fcr alle Menschen ist, h\u00e4tte sich so verhalten?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Lesen wir die Verse 36 und 37. Jesus bezeugt Pilatus auch das Wesen seines K\u00f6nigtums. Jesus ist K\u00f6nig, dessen Thron im Himmel bei seinem Vater steht. Wenn es darum ginge sein K\u00f6nigtum und seine Herrschaft auf diesem Planeten aufzurichten, h\u00e4tte Jesus nicht gez\u00f6gert. Jesus w\u00e4re niemals in die Lage gekommen, vor Pilatus stehen zu m\u00fcssen. Doch weil es der Plan Gottes war, zum Kreuz zu gehen, stand Jesus nun vor Pilatus und bezeugte ihm sein K\u00f6nigtum und warum er in diese Welt gekommen ist. Jesus ist gekommen den Menschen die Augen zu \u00f6ffnen, damit sie erkennen, dass sie Verlorene vor Gott sind. Er ist gekommen um uns den Weg zur Rettung zu zeigen. Wer diese Wahrheit annimmt wird frei von der S\u00fcnde und ein neues Leben erhalten. So verzichtete Jesus auf seine Selbstrechtfertigung um in Pilatus\u2018 Herz das Evangelium zu s\u00e4hen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Doch durch seine Reaktion zeigte Pilatus, dass er nicht bereit war Jesus als himmlischen K\u00f6nig anzunehmen. Er stellte die rhetorische Frage: <strong>\u201eWas ist Wahrheit\u201c<\/strong>. Pilatus war ein Politiker und Machtmensch. F\u00fcr ihn gab es keine absolute Wahrheit. Es ging ihm nur darum seine Interessen durchzusetzen. Doch obwohl er ein korrupter Mann war, wollte er Jesus nicht einfach eliminieren. Weil er merkte, dass Jesus unschuldig war, wollte es sein Gewissen nicht zulassen. So bekannte Pilatus vor den Juden, dass er keine Schuld an Jesus f\u00e4nde. Anstatt ihn aber frei zu lassen, gehorchte er der Wahrheit nicht sondern betrieb Politik. Er bot den Juden an, dass sie zwischen Jesus und einen R\u00e4uber \u2013 Barabbas \u2013 w\u00e4hlen durften. Er dachte, Jesus w\u00e4re ihnen angenehmer als Barabbas, aber er kannte ihre Absicht nicht. Sie wollten Jesus um jeden Preis am Kreuz sehen. Vers 40: <strong>\u201eDa schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein R\u00e4uber.\u201c<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>II. Jesu Verurteilung (19,1-16)<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Doch anstatt Jesus einfach frei zu lassen, denn schlie\u00dflich war Pilatus die Autorit\u00e4t, verstrickte er sich immer weiter in diese Sache und lud Schuld auf sich, so sagt Vers 1: <strong>\u201eDa nahm Pilatus Jesus und lie\u00df ihn gei\u00dfeln.\u201c<\/strong> Ohne besonderen Kommentar h\u00e4ndigte er Jesus seinen Soldaten aus. Die gei\u00dfelten ihn so, dass Jesu K\u00f6rper mit Blut \u00fcberstr\u00f6mt war. Dann flochten sie <strong>\u201eeine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sei gegr\u00fc\u00dft, K\u00f6nig der Juden! und schlugen ihm ins Gesicht.\u201c<\/strong> (2.3). Nachdem die Soldaten ihren Mutwillen mit Jesus getrieben hatten, tritt Pilatus wieder vor die Juden und spricht zu ihnen: <strong>\u201eSeht, ich f\u00fchre ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, da\u00df ich keine Schuld an ihm finde.\u201c<\/strong> (4b). Pilatus dachte, dass sie nun Mitleid mit Jesus bekommen w\u00fcrden, oder zumindest ihr Hass ged\u00e4mpft w\u00e4re, wenn sie Jesus in diesem j\u00e4mmerlichen Zustand sehen w\u00fcrden. Doch seine Rechnung ging nicht auf. So sagt Vers 6: <strong>\u201eAls ihn die Hohenpriester und die Knechte sahen, schrien sie: Kreuzige! kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm.\u201c <\/strong>Die Juden r\u00fcckten nicht davon ab, dass Jesus zum Tode verurteilt w\u00fcrde. Sie forderten lautstark und direkt die Kreuzigung Jesu. Noch immer hielt Pilatus Jesus f\u00fcr unschuldig und wollte  ihn nicht verurteilen. Doch die Juden beschuldigten Jesus nun pl\u00f6tzlich der Gottesl\u00e4sterung. Das war die schlimmste Anklage die sie finden konnten. Doch zugleich konnte und wollte Pilatus nicht in religi\u00f6sen Punkten Richter sein. Durch ihre neue Beschuldigung der Gottesl\u00e4sterung wurde Pilatus best\u00fcrzt: <strong>\u201eAls Pilatus dies Wort h\u00f6rte, f\u00fcrchtete er sich noch mehr\u201c<\/strong><strong> <\/strong>(8). Einerseits sp\u00fcrte er ihren unb\u00e4ndigen Hass gegen Jesus. Diese ganze Angelegenheit begann ihm Angst zu machen. Er merkte, dass er sie \u00fcberhaupt nicht unter Kontrolle hatte, wovon er bisher ausgegangen war. Andererseits sp\u00fcrte er, dass er die Tragweite und die Tiefe dieser Angelegenheit nicht kannte. Er <strong>\u201eging wieder hinein in das Pr\u00e4torium und spricht zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.\u201c<\/strong> (9). In Vers 36 des vorherigen Kapitels hatte Jesus schon gesagt, dass er der K\u00f6nig im Himmelreich ist, also vom Himmel kam. Pilatus aber erahnte nur ansatzweise die g\u00f6ttlichen Herkunft Jesu, weil er noch weit entfernt war diese Wahrheit ernst zu nehmen. Er wollte Jesus frei lassen und konnte es nicht. In seiner Verzweiflung spricht er zu Jesus: <strong>\u201eRedest du nicht mit mir? Wei\u00dft du nicht, dass ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen?\u201c<\/strong> (10). Er erwartete von Jesus, dass er sich selbst um seine Freilassung bem\u00fcht, und beginnt sich zu verteidigen. Aber Jesus ging nicht darauf ein. <strong>\u201eJesus antwortete: Du h\u00e4ttest keine Macht \u00fcber mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben w\u00e4re. Darum: der mich dir \u00fcberantwortet hat, der hat gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnde.\u201c<\/strong> (11). Obwohl Jesus der Gefangene war, erkl\u00e4rte Jesus Pilatus die wahren Machtverh\u00e4ltnisse. <span style=\"text-decoration: underline;\">Gott<\/span> lie\u00df es zu, dass Pilatus hier bei Jesus stehen konnte. Es war <span style=\"text-decoration: underline;\">Gott<\/span>, der hier die Geschichte lenkte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Betrachten wir Vers 12. Dieser Vers sagt, dass Pilatus von da an danach trachtete, Jesus freizulassen.  Dies tat er aber nicht um der Wahrheit willen, sondern aus Angst heraus. Er hatte alle Mittel dazu Jesus freizulassen, schlie\u00dflich war er Statthalter, aber er beharrte weiter auf seiner politischen Taktik. Durch seine unklare Haltung bot er weiter Angriffspunkte f\u00fcr die Juden, die auch nicht weniger klug waren als er. So konnten sie Pilatus unter Druck setzen. Sie bedrohte ihn, indem sie schrien: <strong>\u201e<\/strong><strong>L\u00e4sst du diesen frei, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn, wer sich zum K\u00f6nig macht, der ist gegen den Kaiser. Als Pilatus diese Worte h\u00f6rte, f\u00fchrte er Jesus heraus und setzte sich auf den Richterstuhl an der St\u00e4tte, die da hei\u00dft Steinpflaster, auf hebr\u00e4isch Gabbata.\u201c<\/strong> (12b.13). Die entscheidende Phase war gekommen, in der seine Gewissensentscheidung und dann die entsprechende konsequente Tat gefordert war. Er setzte sich auf den Richterstuhl und sagte <strong>\u201ezu den Juden: <\/strong><strong>Seht, das ist euer K\u00f6nig!\u201d<\/strong> (14) Weiter kam er nicht. Weil er unentschlossen war, konnte er nicht weiterreden. Er beugte sich ihrem Druck als sie zu schreien begannen: <strong>\u201cWeg, weg mit dem! Kreuzige ihn!\u201d<\/strong> Pilatus fragte sie: <strong>\u201cSoll ich euren K\u00f6nig kreuzigen?\u201d<\/strong> Die Hohenpriester antworteten: <strong>\u201cWir haben keinen K\u00f6nig als den Kaiser\u201d<\/strong> (15). Von da an gab Pilatus auf mit ihnen zu reden. Ohne Worte entschied er, dass Jesus hingerichtet werden sollte: <strong>\u201eDa \u00fcberantwortete Pilatus ihnen Jesus, dass er gekreuzigt w\u00fcrde\u201c<\/strong> (16).<strong> <\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Denken wir kurz \u00fcber Pilatus nach. Pilatus wollte es vermeiden, Jesus etwas Unrechtes anzutun, weil er wusste, dass er unschuldig war. Diese Wahrheit hatte er zumindest erkannt. Aber er tat es nicht. Dann wurde Pilatus trotz all seiner Macht und Klugheit gezwungen, wider sein eigenes Wissen und Gewissen zu handeln, und konnte sich trotz all seiner Macht und M\u00fche nicht dagegen wehren, sodass er schlie\u00dflich Gottes Feind wurde. Wir wissen, dass sich Pilatus um die Freilassung Jesu sehr bem\u00fcht hatte. Im Nachhinein k\u00f6nnte er sich tr\u00f6sten und sagen, er habe nach seinem Gewissen gehandelt, indem er vor den Augen der Juden seine H\u00e4nde wusch und sagte, dass er keine Schuld an Jesu Tod hat. So k\u00f6nnte er sich sogar frei von Schuld f\u00fchlen. Doch das ist nicht die Wahrheit sondern lediglich Selbstbetrug. Unabh\u00e4ngig davon wie sich Pilatus gef\u00fchlt haben mag und was er zu sich sagen w\u00fcrde, oder wie rein er sich selbst erkl\u00e4ren w\u00fcrde, so spricht bis heute sein Werk \u00fcber ihn, wie wir es vom apostolischen Glaubensbekenntnis kennen, das sagt: \u201egelitten unter Pontius Pilatus\u201d. Dieses Bekenntnis klagt ihn an, am Tod Jesu Mitschuld zu tragen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">An Pilatus\u2019 Beispiel erkennen wir, dass wir der Wahrheit folgen sollen, und zwar mit der entschlossen und konsequenten Tat. Wenn die Menschen oder auch ein Christ in S\u00fcnde geraten ist, k\u00f6nnte er auch sagen: \u201eIch wollte das nicht, ich hatte nur Gutes vor, meine Absicht war ganz anders.\u201c Doch ist das richtig? Das wonach ein Menschen beurteilt wird, sind nicht seine Gedanken, Gef\u00fchle oder Absichten, sondern es ist sein Tun und sein Werk das f\u00fcr oder gegen ihn spricht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Heute haben wir betrachtet, wie Jesus seinen Weg des Leidens ging und die Wahrheit bezeugte. Das konnte er tun, obwohl er durch das Gef\u00fchl der Angst angefochten wurde. Die Angst ist wirklich ein furchtbares Gef\u00fchl, das die Menschen sehr hilflos macht. Letzten Sonntag haben wir erfahren wie Petrus aus Angst seinen Meister und seine eigene Identit\u00e4t als J\u00fcnger verleugnete. Auch Pilatus musste wider besseres Wissen und Gewissen handeln und sich der Wahrheit widersetzen indem er sich der Ungerechtigkeit beugte. Aber Jesus \u00fcberwand seine Angst vor Menschen, Leiden und Tod und konnte den Weg zum Kreuz gehen, und zwar bewusst und konsequent, sodass uns dadurch die Erl\u00f6sung zu ewigen Leben bereit gestellt wurde. Im Gegensatz zu Pilatus standen Jesu Wille und Ziel im Einklang, und zwar im Einklang mit Gottes Willen. Er lebte <span style=\"text-decoration: underline;\">v\u00f6llig<\/span> nach dem Willen Gottes.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn wir das Ende Jesu aus menschlicher Sicht betrachten, versagte hier alles. Es versagte das vielgelobte r\u00f6mische Rechtssystem, es versagten auch das j\u00fcdische Gesetz und die Satzungen. Alle Gesetze, Traditionen und Regeln konnten Jesus das Leben nicht erhalten, weil die Bosheit der Menschen sie alle besiegte. Wir m\u00fcssen sagen, dass hier nach humanistischem Ma\u00dfstab, das B\u00f6se den Sieg davontrug.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Doch wir leben <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> in einer Welt, die zuf\u00e4llig entstand und in der der Mensch \u00fcber Allem steht. Nein, sondern die Bibel offenbart uns, dass wir in einer Welt leben in der sich Gottes Ratschluss St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck erf\u00fcllt und auch sichtbar wird. So bekannte der Verfasser in direktem Zusammenhang mit diesen Ereignissen: \u201e<em>So sollte das Wort Jesu erf\u00fcllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben w\u00fcrde.\u201c<\/em> (18,32). Was war dieses Wort Jesu, das sich erf\u00fcllte? Jesus sagte damals zu seinen J\u00fcngern: <em>\u201eSiehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten \u00fcberantwortet werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und werden ihn den Heiden \u00fcberantworten, damit sie ihn verspotten und gei\u00dfeln und kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen.\u201c<\/em> (Mt 20,18.19). Es war der vorherbestimmte Weg Jesu, zum Kreuz zu gehen. Nicht die Juden oder Pilatus bestimmten Jesu Hinrichtungsart, sondern es war schon lange so bestimmt. Die Hinrichtung am Holz war eine Offenbarung des Fluches Gottes, dazu steht in 5.Mose: \u201e<em>Wenn jemand eine S\u00fcnde getan hat, die des Todes w\u00fcrdig ist, und wird get\u00f6tet und man h\u00e4ngt ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht \u00fcber Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben &#8211; <\/em><em><span style=\"text-decoration: underline;\">denn ein Aufgeh\u00e4ngter ist verflucht bei Gott.<\/span><\/em><em>\u201c<\/em> (5.Mose 21,22.23a). Wir alle haben S\u00fcnde in uns, die des Todes w\u00fcrdig ist, so dass wir ans Holz geh\u00e4ngt und von Gott verflucht werden m\u00fcssten. Doch genau diese Schmach und diesen Fluch hat Jesus als unser wahres Passalamm auf sich genommen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hier wird deutlich, dass sich Gottes Werk erf\u00fcllte. So erweist sich Gott als der Herr \u00fcber seine Sch\u00f6pfung von Anfang bis zum Ende der Zeit. So sehen wir hier, dass in einer scheinbaren Trag\u00f6die der Wille Gottes zur Erf\u00fcllung kommt. So k\u00f6nnen wir trotz aller Finsternis dieser Welt und Dunkelheit unseres Lebens das Siegesbewusstsein haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Fr\u00fcher dachte ich, dass Jesus der Situation und den verschiedenen Menschen ausgeliefert gewesen w\u00e4re. Doch durch das Bibelstudium diese Abschnitts konnte ich erkennen, dass sich hier zuallererst Gottes Wille erf\u00fcllte. An Jesu Verhalten sehe ich, dass er in jeder Situation willig war den Weg Gottes zu gehen. Jesus h\u00e4tte sich nicht gei\u00dfeln lassen m\u00fcssen. Er hatte zu jedem Zeitpunkt die M\u00f6glichkeit von diesem Weg auszusteigen. Stattdessen tat er bewusste Schritte den Ratschluss Gottes zu erf\u00fcllen. Diese Erkenntnis st\u00e4rkt meinen Glauben, dass Jesus wahrhaftig der Christus ist. \u00dcberdies ermutigt mich diese Erkenntnis dazu, dem Weg Jesu bewusst zu folgen. In der Nachfolge Jesu werden mir auch Schwierigkeiten und Leiden begegnen. Doch kann ich wissen, dass sich auch hier nichts zuf\u00e4llig ereignet, wenn ich nach dem Willen Gottes lebe. Dadurch, dass ich weiter im Glauben an Jesus bleibe und ihm Folge und mein Leben f\u00fcr die Verk\u00fcndigung des Evangeliums hingebe, wird auch in meinem Leben der Ratschluss Gottes erf\u00fcllt. Ich brauche mir keine Sorgen zu machen oder Angst zu haben, welche Leiden mir begegnen werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Lasst uns keine Aussteiger sein, sondern Christen mit Siegesbewusstsein, weil Jesus am Kreuz f\u00fcr uns das Leben gewonnen hat und nun sein himmlisches Reich f\u00fcr uns vorbereitet. La\u00dft uns das Hirtenherz Jesus teilen und unser Leben nach dem Ratschluss Gottes, f\u00fcr die Erl\u00f6sung der Heidelberger Studenten hingeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus wurde zur Kreuzigung \u00fcberantwortet \u201eDa \u00fcberantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt w\u00fcrde.\u201c (19,16a) Letzte Woche sahen wir, wie Jesus gefangen genommen und von Hannas verh\u00f6rt wurde. Obwohl man Jesus keine Schuld nachweisen konnte, wollte man ihn zum Tode verurteilen. 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