{"id":8169,"date":"2018-04-01T11:00:03","date_gmt":"2018-04-01T09:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=8169"},"modified":"2022-11-18T12:20:51","modified_gmt":"2022-11-18T11:20:51","slug":"predigt-johannes-211-17-sonderlektion-ostern-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-211-17-sonderlektion-ostern-2018\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 21,1 \u2013 17 (Sonderlektion \u2013 Ostern 2018)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Ostern2018_Joh21-0125-Predigt.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der gegrillte Fisch<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDa sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du wei\u00dft, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine L\u00e4mmer!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Joh 21,15<\/p>\n<p>Heute geht es nicht um eine Kochrezeptvorstellung. Es geht die Offenbarung des auferstandenen Jesus. Dennoch m\u00f6chte ich mit einer Essensgeschichte beginnen. Einige wissen schon, dass ich Spiegelei mag. Davon kann ich Unmengen essen. Ein Essen wird zu einem Lieblingsessen einfach dadurch, weil es so gut schmeckt. In meinem Fall hat es aber nicht allein mit dem Geschmack zu tun, sondern es hat noch einen anderen Hintergrund. Ich habe 5 Schwestern. In der Schulzeit mussten 4-5 Kinder zur Schule zum Essen etwas mitnehmen. Manche nicht nur zum Mittagessen, sondern auch zum Abendessen. Fr\u00fchmorgens stapelte sich ein hoher Turm von Essensdosen in der K\u00fcche. Wegen der gro\u00dfen Menge an Essensdosen hatte Mama keine Zeit, noch extra Beilagen vorzubereiten. Daher gab es als Beilage meistens nur Kimchi, das schon vor Monaten eingelegt worden war. Sch\u00fcler m\u00fcssen sich auskennen, wie es um ihr Pausenbrot geht. Es ist nicht nur eine Mahlzeit, sondern es geht um ihr Ansehen. Mindestens war es so in meiner Schulzeit. Wer etwas Besonderes zum Essen mitbrachte und andere davon kosten lie\u00df, bestimmte oft einiges in der Pausenstunde. Ich hatte meistens schlechte Karten, weil Mama daf\u00fcr keine Zeit hatte. Stellt euch vor. Einmal habe ich in den fr\u00fchen Morgenstunden gesehen, dass Mama die sch\u00f6ne Eierrollen als Mittagsbeilage eingepackt hat. Der Schulweg war so kurz wie meine Geduld und bis zur Pause wurde mir das Warten lang. Gleichzeitig mit dem Gong der Mittagspause pr\u00e4sentierte ich mein Mittagessen stolz auf dem Schultisch. Als meine Mitsch\u00fcler vorbei schauten, bestimmte ich mit meiner Stimme, wer etwas davon probieren durfte. Bis heute schmecken mir deshalb Eier so gut und Spiegelei bleibt mein Lieblingsessen. Bestimmt habt ihr solches Lieblingsessen mit einem bestimmten Hintergrund, oder?<\/p>\n<p>Heute bekam Petrus die besondere Mahlzeit seines Lebens. F\u00fcr ihn als Fischer war ein Fischgericht nicht besonderes, aber den gegrillten Fisch am See Tiberias konnte er nie mehr vergessen, weil er ihn von dem auferstandenen Jesus liebevoll serviert bekam. Vor allem nahm er bei diesem Fr\u00fchst\u00fcck die Liebe Jesu von Herzen fest an und gab ihm sein Liebesbekenntnis.<\/p>\n<p>\u201eKommt und haltet das Mahl!\u201c (1-14)<br \/>\nBetrachten wir den Text. Der auferstandene Jesus offenbarte sich den J\u00fcngern am See Tiberias. Jesus offenbarte sich bereits zum zweiten Mal. Bei der ersten Offenbarung zeigte er den J\u00fcngern seine H\u00e4nde und seine Seite und half ihnen von der Furcht vor den Juden frei zu werden. Sie waren froh, dass sie den Herrn wiedersahen. Bei der zweiten Offenbarung half er vor allem Thomas, der beim ersten Mal nicht dabei gewesen war. Jesus erwies sich als der Auferstandene mit dem Wort: \u201eReiche deinen Finger her und sieh meine H\u00e4nde, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungl\u00e4ubig, sondern gl\u00e4ubig!\u201c Thomas konnte daraufhin sein Glaubensbekenntnis ablegen. Der Text in Vers 1 sagt, dass Jesus sich offenbarte, und zwar so! Und der Verfasser erz\u00e4hlte nun eine ganz besondere Geschichte. Im Vers 14 wird betont, dass es dritte Mal war, dass Jesus sich den J\u00fcngern offenbarte. Hatte er ein besonderes Ziel durch seine Offenbarung? Was wollte er hier \u00fcber sich offenbaren?<\/p>\n<p>Eine Gruppe der J\u00fcnger befand sich am See Tiberias, das ist ein anderer Name f\u00fcr den See Genezareth. Sie waren also von Jerusalem zum See Genezareth gekommen, wo sie aufgewachsen waren. \u201eIch gehe fischen\u201c Die Aussage von Petrus im Vers 3 klang nicht gerade so, als ob er sich mit der Tatsache der Auferstehung Jesu voll besch\u00e4ftigt h\u00e4tte. Seine Worte verraten eher, dass er in seinem Herzen immer noch mit der Abwesenheit Jesu und sogar mit seinem Tod konfrontiert war. Mit dem Fischen hatte er seit dem Beginn seiner Nachfolge l\u00e4ngst aufgeh\u00f6rt. Petrus war eine aktive Person und daher war er am Abend meistens m\u00fcde. Im Text konnte er aber einfach nicht schlafen. War er irgendwie bek\u00fcmmert? Oder? Nicht nur er, sondern die andern wollten noch nicht schlafen. Wir wissen nicht, mit wessen Boot und mit welchem Netz sie in dieser Nacht versucht haben, zu fischen. Zwar war die Nacht lang, aber beim Fischen waren sie ohne Erfolg! Hatten sie verlernt zu fischen oder waren sie unkonzentriert! Man kann hier nur vermuten. Jedenfalls waren sie einfach fertig! Geist und K\u00f6rper waren fix und fertig. Lustlos und verzagt ruderten sie mit dem Boot zur\u00fcck ans Ufer. Der Tag oder die Nacht waren f\u00fcr sie so schlimm, dass sie von der harten Realit\u00e4t \u00fcberw\u00e4ltigt wurden. Warum blieben sie noch in der Niederlage? Wegen des schlechten Fangerfolgs?<\/p>\n<p>Betrachten wir, wie Jesus ihnen half? Lesen wir den Text 4-6. \u201eAls es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die J\u00fcnger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten&#8217;s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.\u201c Jesus half ihnen beim Fischfang erfolgreich zu werden. Sicherlich spielte es keine Rolle f\u00fcr Jesus, ob die J\u00fcnger 10 Fische fangen oder 100. Es ging nicht um Erfolg oder Misserfolg. Wenn man Jesu Wort hier betrachtet, \u00e4hnelt es sehr einem Wort, das Petrus an diesem See schon einmal geh\u00f6rt hatte. Im Lukas 5 sprach Jesus zu Petrus: \u201eFahre hinaus, wo es tief ist und werft eure Netze zum Fang aus!\u201c Die Antwort von Petrus war \u201eMeister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen\u201c Als sie das taten, fingen sie eine gro\u00dfe Menge Fische. Jesus versucht hier mit seinem Wort, sein Dasein bei den J\u00fcngern zu demonstrieren. Hier geht es um das Prinzip, dass sie sein Wort h\u00f6ren, es in die Tat umsetzen und dabei das Wunderwerk erleben. Sie wu\u00dften nicht einmal, wer am Ufer stehend zu ihnen gesprochen hatte. Aber als sie nach dem getan haben, wie sie h\u00f6rten, konnten sie Fische fangen. Petrus hatte hier beim Fischfang ein D\u00e9j\u00e0-vu mit der Begegnung Jesu.<\/p>\n<p>Johannes erkannte im Vers 7 zuerst, dass es Jesus war. Er rief: \u201eEs ist der Herr\u201c Petrus reagierte noch dynamischer: Er sprang ins Wasser, um zu Jesus zu kommen. Die andern ruderten mit dem Boot gleich hinterher. Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. Im Evangelium steht selten, dass Jesus das Essen zubereitet hat. Der auferstandene Jesus machte hier Feuer mit Holz, knetete Teig aus Mehl und machte Fische sauber. Er backte Brot und grillte Fische, wie eine Mutter schon das Fr\u00fchst\u00fcck bereitet, bis Kinder von Schlaf erwachen. Jesus rief \u201eKommt und haltet das Mahl!\u201c Wann braucht man seine Mutter am dringlichsten? Wenn man krank ist und wenn Magen knurrt, oder? Die Nacht war kalt und dunkel. Dagegen aber gibt es bei Jesus die W\u00e4rme des Feuers, die S\u00e4ttigung durch Fisch und Brot. In seine N\u00e4he f\u00fchlten sie sie wohl, wie in der Familie. Der gegrillte Fisch war zwar nicht speziell gew\u00fcrzt, aber er hatte einen besonderen Geschmack. Wenn es gut schmeckt, sagt man nicht auf gut Deutsch: \u201eEs schmeckt wie zu Hause!\u201c Ja, es schmeckte den J\u00fcngern wie zu Hause. Sie f\u00fchlten sich angenehm und wohl! Der Geschmack, die Atmosph\u00e4re alles waren wie fr\u00fcher, als Jesus sie begleitete. Daher f\u00fchlten sie gleich, dass es der Herr ist. Es war die dritte Offenbarung Jesu nach seiner Auferstehung.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen wir zwei Dinge lernen. Erstens, die Liebe Jesu war ganz gleich wie vor dem Tod Jesu und nach seiner Auferstehung. Viele preisen Jesus daf\u00fcr, dass die Liebe Jesu unver\u00e4nderlich und ewiglich ist. Die Liebe ist aber keine objektive Sache, die durch Analyse verstanden wird. Man soll sie erst schmecken. Petrus war davon \u00fcberzeugt, dass Jesus ihn liebte. Diese Zuversicht zerst\u00fcckelte er selber, weil er ihn dreimal verleugnete. Der Tod Jesu war bitter, aber es schmerzte mehr, dass er Jesus nicht treu gewesen war. Nicht nur er allein, sondern auch die anderen 6 J\u00fcnger. Sie flohen alle, als Jesus fest genommen wurde. An diesem Tag stellten sie fest, dass Jesus nicht nur von den Toten auferstanden ist, sondern auch dass seine Liebe gleich geblieben ist. Sie begegneten Jesus neu und seine Liebe baute sie auf und machte ihr Vertrauen noch stabiler.<\/p>\n<p>Warum ist es so wichtig, zu lernen, dass Gottes Liebe treu ist? Weil keiner solche Liebe besitzt. Niemand ist in dieser Sache treu. Ist jemand sicher, sein Verh\u00e4ltnis gegen\u00fcber jemanden nicht schwanken zu lassen. Jesu Liebe hier ist anders als die Liebe von Menschen, die von der Situation abh\u00e4ngig ist. Es ist die Liebe Gottes. Johannes hat die g\u00f6ttliche Liebe in Kapitel 3,16 beschrieben. \u201eDenn also hat Gott die Welt geliebt, da\u00df er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.\u201c Es ist die Liebe Gottes, die rettende Liebe, die Leben gebende Liebe, die opfernde Liebe. Diese g\u00f6ttliche Liebe inspiriert viele Menschen. Paulus sagte im R\u00f6m 8,32 \u201eDer auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn f\u00fcr uns alle dahingegeben- wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?\u201c Er wu\u00dfte wohl, dass Gott die Liebe ist. Die Tatsache, dass er seine Liebe durch die Opferung Jesu erwiesen hat, brachte ihm die folgende Konsequenz, n\u00e4mlich er wird nichts schonen, ihm weiteres zu schenken. Die Juden kannten die Gebote Gottes in 5. Mose 6,5 gut. \u201eUnd du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.\u201c Aber wie kann ein Mensch von ganzem Herzen Gott lieben, geschweige, dass man seine eigene Frau bis zum Tod liebt. Gott, der g\u00f6ttliche Liebe hat, kann solche Liebe verlangen. Der auferstandene Jesus erteilte seinen J\u00fcngern eine Lektion der g\u00f6ttlichen Liebe. Sie wuchsen w\u00e4hrend der J\u00fcngerschaft in der Beziehung zu Jesus und im Geist. Nun haben sie den weiteren Schritt getan, im geistlichen Wachstum und bei der Lebensgemeinschaft mit dem auferstandenen Jesu.<\/p>\n<p>Meine Erfahrung mit meiner Mutter ist begrenzt. Mir schmeckte einfach das Ei besonders gut. Als ein Erwachsener wei\u00df ich nun, dass es mir gut schmeckte, nicht nur durch den guten Geschmack allein, sondern auch , dass es mir besonders schmeckte durch ihre daf\u00fcr gegebene Zeit und M\u00fche, durch ihre Liebe.<\/p>\n<p>Vor einigen Wochen haben wir aus MK 10,45 geh\u00f6rt: \u201eDenn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.\u201c Dieses ist eines von meinen Lebensleitworten. Was f\u00fcr ein Gef\u00fchl ist es, dass man wei\u00df, ich habe jemanden, der bereit ist, mir zu dienen und f\u00fcr mich sein Leben hinzugeben. Schon der Gedanke daran allein reicht aus, dass ich mich dadurch ganz wohl, sicher und beh\u00fctet f\u00fchle. Es erf\u00fcllt mein Leben und es ber\u00fchrt meine Seele sanft. Es kn\u00fcpft die Beziehung zu ihm noch fester. Der heutige Text hat mir sehr geholfen, zu erkennen, dass die Qualit\u00e4t der Liebe Jesu ganz anders ist, als die von Menschen. W\u00e4hrend ich wegen meines Fehlverhaltens Tadel oder Mahnung f\u00fcrchtete, kam mein Bibellehrer mit diesem Wort, und sagte mir, dass ich beim Schreiben der Predigt \u00fcber Jesu Liebe nachdenken sollte. Ich sch\u00f6pfte dabei aus der unver\u00e4nderlichen Liebe Jesu. Ich bin \u00fcberzeugt, dass ich die Person bin, die von Gott am meistens gesegnet ist. Es ist Gottes Segen, nicht, dass ich viel besitze oder viel erreicht habe, sondern dass ich die g\u00f6ttliche Liebe kennengelernt habe. Kinder, die mit viel Liebe und F\u00fcrsorge der Eltern aufwachsen, verhalten sich anders, als die, die unter Familienkonflikten leben m\u00fcssen. Wie segensreich ist es, unter der reichlichen g\u00f6ttlichen Liebe zu leben? Obwohl man selbst sich inmitten von Problemen befindet, f\u00fcrchtet man sich nicht. In Psalm 23 singt der Psalmist: \u201eUnd ob ich schon wanderte im finstern Tal, f\u00fcrchte ich kein Ungl\u00fcck; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich.\u201c Er vertraute auf den Herrn als seinen guten Hirten. Paulus, der sich dieser Liebe ganz sicher war, schrie im R\u00f6m 8,35.37: \u201eWer will uns scheiden von der Liebe Christi? Tr\u00fcbsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Bl\u00f6\u00dfe oder Gefahr oder Schwert?\u201c \u201eAber in dem allen \u00fcberwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat\u201c Die Liebe Christi machte ihn ganz stark.<\/p>\n<p>In meinem Leben habe ich bis jetzt einiges mitgemacht. Und ich wei\u00df, dass noch vieles auf mich wartet, das mich zur Schwankung bringen kann. Schwach gewordene Glieder beschweren mich \u00f6fters. Dennoch bin ich \u00fcberzeugt, dass die \u00fcberschwengliche Liebe Gottes von meinem Herzen quillt. Die g\u00f6ttliche Liebe Jesu ist die Quelle, die nie austrocknet. Es ist der gr\u00f6\u00dfte Segen Gottes, dass ich seine Liebe kennengelernt habe und davon noch weiter lernen darf.<\/p>\n<p>Zweitens, das Wort von den auferstandenen Jesus hat seine Auswirkung, wie die vor seiner Kreuzigung. Der auferstandene Jesus besuchte sie so zweimal zuvor. Jesus hat den J\u00fcngern mit seinem Wort Trost und Orientierung gegeben. Obwohl sie das gr\u00f6\u00dfte Wunder Gottes erlebt haben, war ihre Reaktion m\u00e4\u00dfig und hatte keine Ausdauer. Man kann meinen, man br\u00e4uchte mindestens 3 Male eine Gelegenheit, etwas zu begreifen, so wie im heutigen Text. Es mag sein. Im Text finden wir wieder die gewohnte Verhaltensweise der J\u00fcnger, dass sie von Jesus h\u00f6rten, ihm gehorchten und dadurch Gottes Wirken erlebten. Diese Lebensweise hat Jesus den J\u00fcngern beigebracht. Durch den pl\u00f6tzlichen Weggang Jesu waren sie irritiert und haben dieses Prinzip kurzzeitig verlernt. Sie h\u00f6rten pl\u00f6tzlich wieder auf das, was ihnen ihr Gef\u00fchl diktierte. Die Folge war kalt und leer wie dieser n\u00e4chtliche Fischfang. Lukas 24,32 berichtet \u00fcber die Emmaus j\u00fcnger, die unterwegs dem auferstandenen Jesus begegneten. Sie sagten, \u201eBrannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift \u00f6ffnete?\u201c Die Stimme Jesu machte ihr Herz warm und sein Wort machte sie zuversichtlich. Die Stimme Jesu fand wieder ihr Geh\u00f6r. Und das H\u00f6ren auf das Wort Jesu brachte ein Wunder. Da sprach Johannes. \u201eEs ist der Herr!\u201c<\/p>\n<p>Das Leben der J\u00fcnger war gekennzeichnet durch die Nachfolge Jesu. Sie folgten Jesus nach. Sein Wort war sowohl Lebensorientierung als auch Lebenskraft. Sie erlebten durch ihren einfachen Gehorsam die Wunderwerke, die sie selber nie zu tr\u00e4umen gewagt h\u00e4tten. Vor kurzem noch waren sie \u00fcberrascht gewesen, als sie ein F\u00fcllen nach dem Befehl Jesu abgeholt haben. \u201eDer Herr bedarf seiner!\u201c Sie begriffen, dass Jesus der K\u00f6nig ist, indem sie seinem Wort gehorchten. Sein Wort war keine einfache Anweisung, sondern es ist das Wort des Herrn. Sie genossen die Freude und den Frieden im Reich Gottes durch das Wort Jesu. Hier am See Tiberias erlebten nun sie wieder die lebengebende Kraft des Wortes Jesu. Durch den Tod Jesu am Kreuz verschwand die Wirkung seines Wortes nicht. Die Siegesfreude und die Hoffnung, die sie bei der J\u00fcngerschaft in ihren Herzen hatten, waren mit dem Tod Jesu nicht zu Ende. Ihre freudige Nachfolge konnte weiter gehen, solange sie mit dem einfachen Gehorsam gegen\u00fcber dem Befehl Jesu lebten. Sie erlebten noch gr\u00f6\u00dfere Wunder Jesu, als sie ihre Herzen gegen\u00fcber dem Wort Jesu \u00f6ffneten und aus Gehorsam seinem Wort gegen\u00fcber lebten.<\/p>\n<p>Die dritte Offenbarung Jesu nach seiner Auferstehung sollte dazu dienen, dass seine J\u00fcnger ihr Glaubensleben wie zuvor f\u00fchrten. Sie konnten in der Beziehung zu Jesus und im Glauben ein St\u00fcck heranwachsen. Sie wurden geistlich noch stabiler und \u00fcberzeugter.<\/p>\n<p>Sie sa\u00dfen am Grillfeuer und schauten, wie die Fische goldbraun und gar wurden. Im Kopf von manchem J\u00fcnger kreiste die Zahl 153 noch. An diesem Fr\u00fchst\u00fcck hatten die J\u00fcnger die Gewissheit, dass ihr Herr nicht nur von den Toten auferstanden ist, sondern dass er mit Wort und Macht anwesend war.<\/p>\n<p>Hast du mich lieb? (15-17)<\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machten sie einen kleinen Spaziergang. Besonders daran war, dass Jesus und Petrus voran gingen und die restlichen J\u00fcnger hinterher folgten. Hier stellte ihm Jesus eine seltsame Frage: \u201eSimon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben?\u201c Solch eine Frage hatte er noch nie gestellt . Eher fragte er, \u201eIhr aber, wer sagt ihr, da\u00df ich sei?\u201c (Mk8,38a) Es war die Frage: \u201eGlaubst du an mich?\u201c Daraufhin gab Petrus sein Wort: \u201eDu bist mein K\u00f6nig.\u201c Hier aber stellte er die Frage. \u201eLiebst du mich?\u201c Jesus stellte dieselbe Frage sogar dreimal. Was bedeutet es, dass er Petrus die selbe Frage so beharrlich stellte? Meine Antwort ist, dass Jesus Petrus nicht als einen von einigen J\u00fcngern ansah, sondern er wollte unbedingt die pers\u00f6nliche Liebesbeziehung mit ihm festmachen.<\/p>\n<p>Schon bei der Berufung von Petrus gab Jesus ihm sein Wort. \u201eFolge mir nach. Ich will euch Menschenfischer machen.\u201c (MK1,17) Er zeigte sein besonderes Interesse an ihm, als er die 12 auserw\u00e4hlte. Auf sein Bekenntnis hin segnete er ihn: \u201eDu bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.\u201c (Mt 16,18a) Obwohl Johannes \u00fcber sich selbst im Vers 7 sagte, dass Jesus ihn lieb hatte, war seine Zuneigung an ihm in der J\u00fcngerschaft nicht \u00fcbersehen. Obwohl Petrus schuldig war, weil er ihn drei Mal verleugnet hat, zeigte Jesus seine Liebe zu ihm unver\u00e4nderlich. Sein Kommen heute schien irgendwie auszudr\u00fccken, dass er extra f\u00fcr Petrus das Fr\u00fchst\u00fcck bereitet hatte. An diesem Morgen stand nichts im Wege, was Petrus an seiner Liebe zweifeln oder gar einen Konflikt oder eine Distanz h\u00e4tte verursachen k\u00f6nnen. Jesus liebte Petrus bedingungslos. Eben darum stellte er ihm eine besondere Frage \u201eHast du mich lieb?\u201c An dieser dritten Offenbarung seiner Auferstehung wollte er ganz klar machen, dass er ihn, Petrus, vor allem liebte. Jesus war gekommen, um ganz pers\u00f6nlich mit Petrus zu sprechen. Er ist erschienen, um seine Liebe in ihm ganz wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Seine Antwort lautete: \u201eJa, Herr, du wei\u00dft, dass ich dich lieb habe.\u201c Auf seine dreimaligen Fragen mu\u00dfte er drei Mal die gleiche Antwort geben. Die wiederholte Antwort lie\u00df ihn noch tiefer und ernsthafter nachdenken. Petrus Freundschaft mit Jesus begann, weil Jesus ihn zuerst geliebt hatte. Sein Leben-gebendes Wort lie\u00df ihn seine herzliche Liebe verstehen. Durch die innige J\u00fcngerschaft, nicht nur die gemeinsamen Mahlzeiten, sondern auch das gemeinsame Leben, sah Petrus Jesus, und erkannte, dass er Gottes Sohn ist. Sein guter Wille und sein Demut lie\u00dfen ihn auch willig und dem\u00fctig sein. Jesus ist der willige Helfer, der gute Hirte, der ratvolle Vater, der wunderbare Arzt, der kluge Verwalter, nicht zuletzt der Spitzenkoch, usw. Es war auch eine Tatsache, dass Jesus ihm all seine S\u00fcnden vergeben hatte, so dass er ihm seine Liebe bekennen durfte. Er liebte Jesus, nicht, weil Petrus ein guter Kerl war, sondern weil er Gott und seine Liebe durch Jesus kennengelernt hatte. Die bedingungslose Liebe Jesu machte ihn f\u00e4hig, seine Herzenst\u00fcr zu \u00f6ffnen und seine Liebe von ganzem Herzen anzunehmen. Er durfte von Angesicht zu Angesicht bekennen: \u201eHerr, du wei\u00dft alle Dinge, du wei\u00dft, dass ich dich lieb habe.\u201c<\/p>\n<p>Was bedeutet aber sein Bekenntnis, dass er Jesus liebt? Es hei\u00dft, dass er die Liebe Jesu und Gottes Liebe angenommen hat. Durch sein Ja-Wort entstand hier die Liebesbeziehung, bzw. eine Wiederherstellung davon. Die Schwankung dieser Beziehung beeintr\u00e4chtigte sein Leben zwischen dem als ein Individuum und als ein Partner. Er pendelte zwischen seinem eigenen Lebensziel und dem Gemeinsamen hin und her. Sein Leben sollte nun nicht allein von dem eigenen Willen bestimmt werden, sondern er sollte dar\u00fcber nachdenken, was er will. Man k\u00f6nnte meinen, dass es ein sehr unbequemes Leben werden k\u00f6nnte. Es mag sein. Es h\u00e4ngt davon ab, mit wem man ein gemeinsames Leben f\u00fchrt. Der Christus, Gottes Sohn, der Herr ist sein Lebenspartner. Im Gegensatz dazu ist das Leben allein oft als ein von dem eigenen und s\u00fcndigen Trieb bestimmtes Leben zu bezeichnen. Jeder hat oftmals einen harten Kampf mit dem Ego, oder? Ein gemeinsames Leben mit dem Herrn soll aufgezeichnet sein, als ein ewiges Leben und das Leben im Reich Gottes. Es ist ein unabh\u00e4ngiges Leben von den menschlichen Bedingungen, wie es in den Seligpreisungen beschrieben ist.<\/p>\n<p>\u201eSelig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.<\/p>\n<p>Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getr\u00f6stet werden.<\/p>\n<p>Selig sind die Sanftm\u00fctigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.<\/p>\n<p>Selig sind, die da hungert und d\u00fcrstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.\u201c<\/p>\n<p>Mt 5,3-6<\/p>\n<p>Nach seinem Liebesbekenntnis befahl Jesus Petrus: \u201eWeide meine Schafe!\u201c Jesus sagte dies auch dreimal. Es war sein inst\u00e4ndiger Wunsch. Diese Aufgabe wollte er dem geben, der Jesus wahrhaftig lieb hat. Derjenige, der Jesus liebt, kann seine Schafe wie seine eigenen halten und sich gut um sie k\u00fcmmern. Es ist keine Aufgabe, die mit eigener Verantwortung getragen wird, sondern es ist die Frucht, die in der engen Liebesbeziehung mit Jesus heran reift. Jesus, der Sohn Gottes, hat nach dem Willen seines Vaters so getan. Nun zeigte Jesus Petrus seinen und den g\u00f6ttlichen Willen f\u00fcr ihn auf.<\/p>\n<p>Schlussfolgernd: Der auferstandene Jesus m\u00f6chte die Liebesbeziehung zu jedem von uns wieder aufbauen, indem jeder seine Vergebung und Liebe annimmt. Ist jeder unter uns bereit, seine Liebe zu Jesus pers\u00f6nlich zu bekennen? Hast du mich lieb? \u201eJa, Herr, ich liebe dich!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der gegrillte Fisch \u201eDa sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du wei\u00dft, dass ich dich lieb habe. 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