{"id":795,"date":"2010-05-02T23:14:36","date_gmt":"2010-05-02T22:14:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=795"},"modified":"2023-01-29T20:45:12","modified_gmt":"2023-01-29T19:45:12","slug":"predigt-johannes-171-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-171-26\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 17,1-26"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/J40-P17-0126.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">DAS  HOHEPRIESTERLICHE  GEBET  JESU<\/h2>\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eVater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.\u201c<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"> (17,1b)<\/address>\n<p>Heute besteht unser ganzer Text aus Jesu Gebet. Mehrere Stellen in der Bibel berichten \u00fcber Jesu Gebete. In Markus Kap. 1, erfahren wir, dass Jesus morgens noch vor Tagesanbruch aufstand und an eine einsame St\u00e4tte ging und betete. Das Lukasevangelium berichtet, dass Jesus manchmal die ganze Nacht \u00fcber im Gebet zu Gott blieb. Jesu Gebetsleben war sehr beeindruckend, sodass auch die J\u00fcnger bald den Wunsch bekamen, von ihm beten zu lernen. Unser heutiger Text beinhaltet Jesu Gebet, das er nach dem Ende seiner Abschiedsreden an die J\u00fcnger in den Kapiteln 13-16 gebetet hat. Dieses Gebet ist nicht nur deshalb besonders, weil es das l\u00e4ngste Gebet Jesu ist, das in der Bibel ausf\u00fchrlich beschrieben wird. In diesem Gebet betete Jesus als Hoherpriester stellvertretend f\u00fcr die Menschen in der ganzen Welt, weshalb wir es auch Jesu hohepriesterliches Gebet nennen. In diesem Gebet k\u00f6nnen wir Jesu Herzensanliegen und sein Lebensziel erfahren, die ganz im Einklang mit dem Willen Gottes stehen. Wir finden auch seinen Bericht \u00fcber sein Werk, der uns lehrt, wie Jesus auf der Erde Gott gedient hat. Lasst uns dieses Gebet betrachten und lernen, mit welchen Anliegen Jesus gebetet und gelebt hat!   Teil 1: Jesus betet f\u00fcr die Verherrlichung Gottes (1-5)  Lesen wir gemeinsam Vers 1: \u201eSo redete Jesus, und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist das: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.\u201c Hier bezieht sich \u201edie Stunde\u201c auf die Zeit seines Leidens und Sterbens. Schon mehrfach hat Jesus \u00fcber diese besondere Zeit gesprochen (2,4; 7,6; 12,23). In Kap. 7 hat Jesus gesagt: \u201eMeine Zeit ist noch nicht da\u201c (7,6). Sp\u00e4ter sagte er: \u201eDie Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde\u201c (12,23). Jesus lebte nach dem Zeitplan Gottes. Insbesondere hatte er ein klares Bewusstsein f\u00fcr die  Zeit, in der er leiden und sterben sollte. Diese Stunde war nun gekommen. Schon bald w\u00fcrde er verhaftet und vor den Hohen Rat gestellt werden, woraufhin uns\u00e4gliches Leiden beginnen w\u00fcrde. Niemand will gerne leiden; die meisten versuchen, dem Leiden auszuweichen. Aber Jesus versuchte nicht, der Stunde des Leidens auszuweichen; auch betete er nicht daf\u00fcr, dass Gott die Stunde des Leidens verschieben oder ganz wegnehmen m\u00f6ge. Vielmehr betete Jesus: \u201eVater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.\u201c Das griechische Wort f\u00fcr \u201everherrlichen\u201c bedeutet so viel wie ehren, verkl\u00e4ren oder offenbaren. Jesus betete also daf\u00fcr, dass Gott ihn offenbaren w\u00fcrde, indem er nach Gottes Plan sterben w\u00fcrde, damit er Gott dadurch verherrlichen w\u00fcrde. Jesus w\u00fcrde Gott durch seinen Tod verherrlichen, weil sein Tod zur S\u00fchnung unserer S\u00fcnde der entscheidende Akt in Gottes Werk zur Erl\u00f6sung der Welt war, den Gott schon lange prophezeit hatte. Jesu Tod am Kreuz w\u00fcrde Gott verherrlichen, weil dadurch Gottes inst\u00e4ndiger Wille, die S\u00fcnder zu erretten, offenbart w\u00fcrde. Daher betete Jesus daf\u00fcr, dass er nun, da die Stunde gekommen war, Gott durch seinen Tod  verherrlichen m\u00f6ge.   In diesem Gebet erkennen wir Jesu klares Lebensziel. Jesus lebte ganz f\u00fcr die Verherrlichung Gottes. Weil Jesus mit erster Priorit\u00e4t Gott verherrlichen wollte, betrachtete er seine jeweilige Situation nicht ichbezogen, zum Beispiel wie viel er dabei leiden m\u00fcsste oder ob er die Leiden ertragen k\u00f6nnte, sondern unter dem Aspekt, wie er darin Gott verherrlichen k\u00f6nnte. Deshalb betete Jesus auch nicht f\u00fcr seine menschlichen W\u00fcnsche, sondern betete daf\u00fcr, dass er Gott verherrlichen k\u00f6nnte, auch wenn es seinen Tod am Kreuz bedeutete. Jesus betete so, weil er sein Lebensziel festhielt, Gott um jeden Preis zu verherrlichen.   Wir haben als Christen auch jeder den Wunsch, Gott zu verherrlichen. Aber wir k\u00f6nnen oft nicht wirklich nach diesem Wunsch leben, weil wir gleichzeitig auch eigene ichbezogene W\u00fcnsche und Interessen haben, die dem Interesse Gottes entgegenstehen. Wir sollen von Jesus lernen, der f\u00fcr die Verherrlichung Gottes betete und lebte. Gott zu verherrlichen, ist unser wahres Lebensziel. Darum lehrt Jesus uns auch im Vaterunser, mit Priorit\u00e4t f\u00fcr dieses Anliegen zu beten. \u201eDarum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt\u201c (Mt 6,9). M\u00f6ge Gott uns helfen, unser Lebensziel zu pr\u00fcfen und uns einen neuen Wunsch geben und helfen, zur Verherrlichung Gottes zu beten und zu leben, auch wenn es mit Leiden verbunden ist!  Was wusste Jesus, als er f\u00fcr seinen Tod zur Verherrlichung Gottes betete? Betrachten wir Vers 2: \u201edenn du hast ihm Macht gegeben \u00fcber alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.\u201c Durch Jesu Tod kommt ein gewaltiger Segen zu uns Menschen, weil Jesus von Gott die Macht bekommen hat, den Menschen das ewige Leben zu geben. Alle Menschen haben ein Verlangen nach dem ewigen Leben. Aber kein Mensch auf der Welt hat die erforderliche Macht, den Tod zu \u00fcberwinden und ewig zu leben, unabh\u00e4ngig wie intelligent, wie reich oder wie einflussreich er in der Gesellschaft ist. Es erfordert g\u00f6ttliche Macht, damit sterbliche Menschen den Tod \u00fcberwinden und ewig leben k\u00f6nnen. Doch der allm\u00e4chtige Gott hat Jesus Macht \u00fcber alle Menschen gegeben, dass er allen das ewige Leben gebe, die Gott ihm gegeben hat. Diese gewaltige Macht Jesu wird schon in Kap. 1 bezeugt: \u201eWie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben\u201c (1,12). Jesu Tod am Kreuz verherrlicht Gott, weil er anschlie\u00dfend nach seiner Auferstehung mit seiner Macht allen, die an ihn glauben, das ewige Leben gibt.  Was ist aber das ewige Leben? Es gibt viele Vorstellungen \u00fcber das ewige Leben. Manche stellen es sich langweilig vor, ewig zu leben, und haben keinen gro\u00dfen Wunsch danach, weil sie sich das ewige Leben als eine Fortsetzung des jetzigen Lebens vorstellen. Aber was ist das ewige Leben wirklich? Jesus sagt: \u201eDas ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen\u201c (3). Das ewige Leben ist nicht einfach eine Fortsetzung des Lebens hier. Die Bibel lehrt uns, dass wir in einem neuen, kr\u00e4ftigen und herrlichen Leib in die himmlische Stadt ziehen werden, deren fantastische Sch\u00f6nheit in den letzten beiden Kapiteln der Bibel beschrieben wird. Aber das wohl Gro\u00dfartigste am ewigen Leben ist, dass wir dann den wahren Gott und Jesus wirklich erkennen und immer tiefer erkennen werden. Die Erkenntnis Gottes und Jesu ist h\u00f6her als der h\u00f6chste Berg und weiter als das Universum, sodass wir t\u00e4glich neu \u00fcber Gott begeistert sein und spontan seine Herrlichkeit preisen werden. Dieses herrliche ewige Leben gibt uns gerade Jesus, der die Macht hat, es allen zu geben, die Gott ihm gegeben hat und die an seinen Namen glauben.   Betrachten wir auch Vers 4: \u201eIch habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.\u201c Hier legt Jesus vor Gott Bericht \u00fcber sein Leben auf der Erde ab. Jeder muss in seinem Leben immer wieder Berichte ablegen \u2013 Kinder zu Hause und in der Schule, Studenten an der Uni oder Angestellte am Arbeitsplatz. Aber der mit Abstand wichtigste Bericht ist der, den wir am Ende unseres Lebens vor Gott ablegen m\u00fcssen. Was werden wir einmal Gott \u00fcber unser Leben berichten? Jesus konnte am Ende seines Lebens auf der Erde sagen, dass er Gott verherrlicht und das Werk vollendet hatte, das Gott ihm gegeben hatte. Diese Worte zeigen uns, dass Jesus nicht nur den Wunsch gehabt hatte, Gott zu verherrlichen, sondern dass er mit einer klaren Orientierung gelebt hat, wie er Gott verherrlichen soll. Und wir sehen, dass Jesus dies ganz entschlossen getan und alles daf\u00fcr eingesetzt hat, sodass er trotz der kurzen Zeit seines Wirkens auf der Erde seine Mission erf\u00fcllen und Gott verherrlichen konnte.   Es ist gut, wenn wir den Wunsch haben, Gott zu verherrlichen. Aber es ist wichtig, dass wir auch wissen, wie wir Gott in unserem Leben Gott verherrlichen k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen vieles f\u00fcr Gott tun. Aber Jesu Gebet zeigt uns, dass wir Gott vor allem dadurch verherrlichen sollen, dass wir die Aufgabe, die er uns gegeben hat, tun und vollenden. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, uns der Aufgabe klar bewusst zu sein, die er uns gegeben hat! M\u00f6ge er uns helfen, gezielt daf\u00fcr zu leben, diese Aufgabe zu tun und zu vollenden und Gott dadurch zu verherrlichen!  Worum bat Jesus den Vater danach? Betrachten wir Vers 5: \u201eUnd nun Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.\u201c Nachdem Jesus Gottes Werk vollendet hatte, bat er den Vater freim\u00fctig darum, ihm die Herrlichkeit wieder zu geben, die er noch vor der Erschaffung der Welt bei ihm gehabt hatte. Diese Herrlichkeit hatte Jesus freiwillig verlassen, um Gottes Erl\u00f6sungswerk auf der Erde zu dienen, wof\u00fcr er alle m\u00f6glichen Leiden und Probleme auf sich nahm. Sein Leiden w\u00fcrde nun am Kreuz seinen H\u00f6hepunkt haben. Aber Jesus wusste, dass Leiden und Tod nicht das Ende sind. Jesus blickte voraus auf seine Auferstehung und betete daf\u00fcr, dass Gott ihm wieder die Herrlichkeit geben w\u00fcrde, die er urspr\u00fcnglich bei ihm gehabt hatte. Jesus konnte sich f\u00fcr Gottes Werk hingeben und es vollenden, weil er wusste, dass Gott ihm nach allem Leid die Herrlichkeit geben w\u00fcrde. M\u00f6ge Gott auch uns helfen, Jesus zu folgen und Gott zu verherrlichen und sein Werk zu vollenden, indem wir glauben, dass er uns nach allem Leid die Herrlichkeit geben wird.   Teil 2: Jesus betet f\u00fcr seine J\u00fcnger (6-19)  In diesem Abschnitt berichtet Jesus dar\u00fcber, wie er dem Werk Gottes gedient hat, und betet f\u00fcr seine J\u00fcnger. Betrachten wir die Verse 6 und 7: \u201eIch habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.\u201c Hier zeigt sich, was das Werk war, f\u00fcr das Jesus sich auf der Erde eingesetzt hatte, um es zu vollenden. Jesus hatte den J\u00fcngern, geholfen, Gott zu erkennen und auch ihn zu erkennen; kurz gesagt hatte er dem Werk der J\u00fcngererziehung gedient.  Es ist nicht leicht, Menschen zu helfen, Gott und Jesus Christus zu erkennen, weil diese Erkenntnis nicht nat\u00fcrlich ist und weil jeder viele eigene Gedanken hat. Wie konnte Jesus dieses Werk dennoch erfolgreich tun? Im Vers 8 sagt Jesus, dass er den J\u00fcngern die Worte gegeben hat, die er vom Vater empfangen hatte. Gottes Worte allein haben die Kraft, uns Menschen die geistlichen Augen f\u00fcr die unsichtbare, geistliche Wirklichkeit zu \u00f6ffnen, sodass wir Gott und Jesus als Gottes Sohn erkennen k\u00f6nnen. Darum lehrte Jesus die J\u00fcnger vor allem Gottes Worte, damit sie die geistliche Welt erkennen k\u00f6nnten. Wie wir wissen, waren die J\u00fcnger gew\u00f6hnliche Menschen und konnten die geistlichen Dinge nur langsam begreifen. Trotzdem lehrte Jesus die J\u00fcnger geduldig Tag f\u00fcr Tag und Woche f\u00fcr Woche die Worte, mit der Zuversicht, dass sie dadurch bestimmt eines Tages ihn als den Sohn Gottes erkennen und ein ver\u00e4ndertes Leben als Evangeliumsarbeiter f\u00fchren k\u00f6nnten. Obwohl Jesus seine meiste Zeit und Kraft darauf verwendete, die J\u00fcnger zu lehren, sah es lange so aus, als ob Jesu M\u00fche und die Verwendung seiner kostbaren Zeit f\u00fcr diese wenigen M\u00e4nner vergeblich w\u00e4re. Aber Vers 8 zeigt, dass Jesu Werk der J\u00fcngererziehung mit den Worten Gottes schlie\u00dflich doch sehr erfolgreich war. \u201eDenn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.\u201c Jesu J\u00fcnger nahmen die Worte Jesu an und gelangten schlie\u00dflich doch zur entscheidenden Erkenntnis. Die Apostelgeschichte, die Briefe und auch unsere Geschichte zeigen, dass die J\u00fcnger nach Jesu Auferstehung tats\u00e4chlich zu gro\u00dfartigen geistlichen Pers\u00f6nlichkeiten ver\u00e4ndert, die Gottes Herz und sein Werk tief verstehen und bis heute unz\u00e4hlige Menschen zum Glauben und zum ewigen Heil f\u00fchren konnten. Preiset Jesus, der das Werk der Erziehung seiner J\u00fcnger vollendet hat!  Die meisten von uns haben auch das Werk der J\u00fcngererziehung als ihre Aufgabe von Gott angenommen. Wir beten und laden Studenten ein und bem\u00fchen uns, ihnen beim Bibelstudium Gottes Worte zu geben, sodass sie Gott und Jesus Christus erkennen k\u00f6nnen. Oft zeigt dieses Werk lange keine sichtbaren Fr\u00fcchte und wir k\u00f6nnen uns leicht fragen, welchen Nutzen es \u00fcberhaupt hat, dass wir uns so viel darum bem\u00fchen. Doch Jesu gro\u00dfartiger Erfolg beim Werk der J\u00fcngererziehung l\u00e4sst uns hoffen, dass das Werk der J\u00fcngererziehung durch die Worte Gottes schlie\u00dflich ein gro\u00dfer Erfolg sein wird. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, dem Werk der J\u00fcngererziehung treu mit Geduld und Hingabe zu dienen, bis Gott es schlie\u00dflich viel Frucht bringen l\u00e4sst!  Betrachten wir die Verse 9-12. Obwohl es so viele Anliegen in der Welt gibt, konzentriert Jesus sein Gebet hier ganz auf die J\u00fcnger. Sie sind so kostbar, weil sie Gott geh\u00f6ren, der sie geschaffen und erw\u00e4hlt hat, und sie geh\u00f6ren daher auch Jesus. Jesus sagt: \u201eDenn alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht\u201c (10). Weil die J\u00fcnger Gott und auch Jesus geh\u00f6rten, k\u00fcmmerte er sich um sie wie um einen kostbaren Schatz. Jesus ist in ihnen verherrlicht, zum einen weil die J\u00fcnger ihn als den von Gott gesandten Sohn anerkannten, zum anderen, weil an ihnen seine g\u00f6ttliche Geduld, Liebe und Ver\u00e4nderungsmacht offenbart wird.   Mit welchen Anliegen betete Jesus f\u00fcr sie? Betrachten wir Vers 11: \u201eIch bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir.\u201c Jesus betete daf\u00fcr, dass Gott sie in seinem Namen erhalten m\u00f6ge, sodass sie eins w\u00e4ren. Bis dahin hatte sich Jesus st\u00e4ndig um sie gek\u00fcmmert und ihnen geholfen hat, alle Versuchungen in der Welt zu \u00fcberwinden und treu im Glauben zu bleiben. Doch nun w\u00fcrde er weggehen und sich nicht mehr so wie bisher um sie k\u00fcmmern k\u00f6nnen. Darum betete Jesus daf\u00fcr, dass Gott sie in seinem Namen erhalten m\u00f6ge, sodass sie eins seien.  Hier sehen wir, dass Jesu wichtigstes Anliegen f\u00fcr seine J\u00fcnger war, dass sie im Glauben bleiben und eins sein sollten. Wie wir wissen waren die J\u00fcnger vom Charakter und von ihrem Hintergrund sehr verschieden. Obwohl zum Beispiel Petrus und der Verfasser Johannes beide Fischer waren, waren sie doch verschieden und konkurrierten \u00f6fter miteinander. Bartholom\u00e4us war ein rechter Israelit, in dem kein Falsch war, wohingegen zum Beispiel Matth\u00e4us als Z\u00f6llner von morgens bis abends an Geld gedacht hatte. Wie war es dann m\u00f6glich, dass sie alle eins sein w\u00fcrden? Jesus betete daf\u00fcr, dass Gott sie in seinem Namen erhalten m\u00f6ge, dass sie eines seien wie der Vater und der Sohn. Die J\u00fcnger konnten also, obwohl sie verschieden waren, doch in Gottes Namen eins sein, indem sie jeder in einer tiefen Beziehung zu ihm stehen und f\u00fcr seinen Namen leben.   Aus welchem Wunsch heraus betete Jesus dies alles f\u00fcr seine J\u00fcnger? Vers 13 sagt: \u201eNun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit meine Freude in ihnen vollkommen sei.\u201c Jesus betete f\u00fcr die J\u00fcnger mit dem Anliegen, dass seine Freude in ihnen vollkommen sein sollte. Jesus will, dass seine J\u00fcnger sich freuen, und zwar nicht mit Freude der Welt, die unrein und nicht wirklich froh macht, sondern durch seine wahre geistliche Freude. Jesus w\u00fcnscht sich, dass seine J\u00fcnger diese wahre Freude in vollkommenen Ma\u00df erfahren sollte. Das w\u00fcrde geschehen, wenn sie jeder in Gott sind und wenn sie dadurch alle eins sind.   Welches Verh\u00e4ltnis haben die J\u00fcnger zur Welt? Betrachten wir Vers 14: \u201eIch habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.\u201c Die J\u00fcnger, die von Gott so sehr geliebt sind, werden von der Welt gehasst. Das liegt daran, dass die J\u00fcnger von Jesus Gottes Wort bekommen und es angenommen haben und nun auf seiner Grundlage denken, reden und leben. Die Welt bzw. die Menschen, die gerade diese Grundlage ablehnen, f\u00fchlen sich durch sie provoziert und hassen sie, so wie sie auch Jesus ohne Grund gehasst haben. Trotzdem bittet Jesus den Vater nicht darum, sie aus der Welt zu nehmen, denn wenn Gott sie aus der Welt holen w\u00fcrde, h\u00e4tte die Welt keine Gelegenheit mehr, das Evangelium vom Heil zu erfahren und anzunehmen. Darum bittet Jesus darum, dass Gott die J\u00fcnger in der Welt vor dem B\u00f6sen bewahrt.   Doch Jesus betete nicht nur f\u00fcr ihre Bewahrung und ihre Einheit. Wof\u00fcr betete er noch f\u00fcr sie? In den Versen 17-19 betet Jesus auch f\u00fcr ihre Heiligung. Vers 17 lautet: \u201eHeilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.\u201c Jesus w\u00fcnscht sich f\u00fcr seine J\u00fcnger nicht nur, dass sie im Glauben bleiben, sondern auch dass sie geheiligt werden. Die Heiligung ist ein zentrales Anliegen Gottes f\u00fcr seine Kinder, wie wir gerade am vergangenen Wochenende aufgrund verschiedener Texte gelernt haben. Jesus betete f\u00fcr die Heiligung der J\u00fcnger, die durch das wahrhaftige Wort Gottes geschieht. Im Vers 18 sagt Jesus, dass er die J\u00fcnger in die Welt sendet. Obwohl die Welt die J\u00fcnger hasst, sandte Jesus sie im Gebet in die Welt, damit sie als seine Boten das Evangelium verk\u00fcndigen und die Menschen durch sie die Gelegenheit erhalten, den wahren Gott und Jesus Christus zu erkennen und das ewige Leben zu erhalten.   Im Vers 19 sagt Jesus auch, dass er sich selbst f\u00fcr sie heiligt, damit sie auch geheiligt seien in der Wahrheit. Wir k\u00f6nnen Jesus hier als den wahren Hohenpriester verstehen. Der Hohepriester im Alten Bund hat sich jedes Mal selbst geheiligt, bevor er vor Gott trat und das Opfer f\u00fcr das Volk darbrachte. Jesus heiligte sich auch selbst vor dem Opfer, das er bringen w\u00fcrde, wobei er selbst das Opfer sein w\u00fcrde. Jesus tat dies, damit auch wir in der Wahrheit geheiligt w\u00e4ren.  In diesem zweiten Teil haben wir gesehen, dass Jesus dem Vater berichtet hat, wie er durch die Worte Gottes dem Werk der J\u00fcngererziehung erfolgreich gedient hat und dass er f\u00fcr ihre Bewahrung, ihre Einheit und ihre Heiligung gebetet hat. Lasst uns im dritten Teil noch betrachten, wie Jesus f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen nach ihnen gebetet hat!   Teil 3: Jesus betete f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen (20-26)  Betrachten wir Vers 20. Nachdem Jesus f\u00fcr die J\u00fcnger gebetet hat, richtet er seinen Blick weit nach vorne in die Zukunft bis in unsere Gegenwart und betet nun auch f\u00fcr diejenigen, die durch das Wort der J\u00fcnger an ihn glauben werden. Jesus betete hier nun also auch f\u00fcr uns. Mit welchem Anliegen betete Jesus f\u00fcr uns und alle Christen? Vers 21 sagt: \u201edamit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.\u201c Jesus betete f\u00fcr die Einheit aller Christen. Dabei betete Jesus daf\u00fcr, dass wir untereinander so vollkommen eins seien, wie er und der Vater eins sind. Dieses Gebetsanliegen bezieht sich auf alle Gl\u00e4ubigen aller Kirchen und Gemeinden, seine Verwirklichung soll konkret sicherlich zun\u00e4chst in jeder einzelnen Gemeinde geschehen. Doch schon allein das ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich und leicht. Wir sind in einer Gemeinde, wir haben auch eine gewisse Vertrauens- und Liebesbeziehung untereinander. Aber wir sind andererseits auch verschieden, von der Nationalit\u00e4t, Charakter, pers\u00f6nlichem Hintergrund, Interessen, Alter usw. Wie k\u00f6nnen wir dann ganz eins sein miteinander und wirklich den Leib Jesu bilden? Betrachten wir noch einmal Vers 21. Jesus betete daf\u00fcr, dass wir in ihm und im Vater sein m\u00f6gen, und zwar so tief und fest, wie er selbst im Vater war und der Vater in ihm. Wir k\u00f6nnen also miteinander eins sein, wenn wir jeder in Gott und in Jesus sind. In ihm k\u00f6nnen wir einander herzlich lieben und trotz unserer Verschiedenheit einander gut verstehen. In Gott k\u00f6nnen wir uns gegenseitig hoch achten und uns untereinander unterordnen, sodass es keinen Raum f\u00fcr Konflikte gibt. In Gott k\u00f6nnen wir einm\u00fctig miteinander beten und harmonisch miteinander zusammenarbeiten.   Welche Auswirkung hat das auf die Welt? Vers 23 lautet: \u201eich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, das du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.\u201c Durch unsere feste Einheit sollen die ungl\u00e4ubigen Menschen den lebendigen Gott und Jesus als seinen Sohn erkennen. Wir sollen das Evangelium also nicht nur mit unserem Mund verk\u00fcndigen, sondern insbesondere auch dadurch, dass wir in Gott eine Einheit und den Leib Jesu bilden.   Mit welchen Anliegen betete Jesus schlie\u00dflich f\u00fcr alle Christen betete? Betrachten wir Vers 24: \u201eVater, ich will, dass wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.\u201c Dieser Vers zeigt zum einen Jesu Gottheit. Jesus wurde schon von Gott geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Zum anderen sehen wir hier Jesu letztes Anliegen f\u00fcr seine J\u00fcnger bzw. f\u00fcr alle Christen. Jesus betete daf\u00fcr, dass wir schlie\u00dflich auch im Himmel bei ihm sein und seine Herrlichkeit sehen d\u00fcrfen. Obwohl wir Jesus treu nachfolgen wollen, werden wir immer wieder auch mit Anfechtungen und unserer Schw\u00e4che und S\u00fcnde konfrontiert. Manchmal kann uns angesichts unserer Schw\u00e4che die Frage kommen, ob wir wirklich seine Belohnung erlangen werden. Doch Jesus betete daf\u00fcr, dass die, die Gott ihm gegeben hat, bei ihm sein und seine Herrlichkeit sehen werden. Dieses Gebet Jesu schenkt uns die wahre Hoffnung, auch einst in seiner Herrlichkeit zu sein und ewig mit ihm Gemeinschaft zu haben.  Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort: \u201eVater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche\u201c (1b). Wir haben das hohe\u00acpriesterliche Gebet Jesu betrachtet. Jesus betete f\u00fcr die Verherrlichung Gottes, er betete f\u00fcr die Bewahrung und Heiligung der J\u00fcnger und f\u00fcr die Einheit aller Gl\u00e4ubigen. M\u00f6ge Gott uns helfen, von den Gebetsanliegen pers\u00f6nlich zu lernen und sie uns anzueignen! M\u00f6ge Gott uns helfen, ihn zu verherrlichen und das uns anvertraute Werk der J\u00fcngererziehung durch unser einm\u00fctiges Gebet und Zusammenarbeit zu vollenden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download DAS HOHEPRIESTERLICHE GEBET JESU \u201eVater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.\u201c (17,1b) Heute besteht unser ganzer Text aus Jesu Gebet. Mehrere Stellen in der Bibel berichten \u00fcber Jesu Gebete. 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