{"id":779,"date":"2010-04-11T16:11:44","date_gmt":"2010-04-11T15:11:44","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=779"},"modified":"2023-01-29T20:44:34","modified_gmt":"2023-01-29T19:44:34","slug":"predigt-johannes-161-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-161-15\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 16,1-15"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/J38-P16-0115.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der\u00a0 Geist\u00a0 der\u00a0 Wahrheit\u00a0 wird\u00a0 euch<br \/>\nin\u00a0 alle Wahrheit\u00a0 leiten<\/h2>\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eWenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden;\u00a0sondern was er h\u00f6ren wird, das wird er reden, und was zuk\u00fcnftig ist,\u00a0wird er euch verk\u00fcndigen.\u201c<br \/>\n(16,13)<\/address>\n<p>Wir sind Gott dankbar f\u00fcr seinen Segen an der Bibelschule an Ostern, besonders f\u00fcr die Predigten \u00fcber Jesu Tod und Auferstehung und \u00fcber das m\u00e4chtige Wirken des Heiligen Geistes in Jerusalem. In unserem heutigen Text geht es auch um den Heiligen Geist. Im ersten Teil warnt Jesus die J\u00fcnger vor dem Abfall angesichts der kommenden Verfolgungen. Im zweiten Teil k\u00fcndigt Jesus erneut das Kommen des Heiligen Geistes an und lehrt uns das Wesen und das Wirken des Heiligen Geistes. M\u00f6ge der Heilige Geist auch in dieser Stunde wirken und uns die Augen auftun, sodass wir sein Wesen und Werk erkennen und uns daf\u00fcr zu \u00f6ffnen!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Damit ihr nicht abfallt (1-4)<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Abschnitt unseres Textes spricht Jesus zu den J\u00fcngern nochmals \u00fcber die Verfolgungen, die ihnen bevorstanden. Schon im vorangehenden Abschnitt (15,18-27) hatte Jesus den J\u00fcngern angek\u00fcndigt, dass die Welt sie hassen w\u00fcrde, wie sie auch ihn ohne Grund gehasst hat. Obwohl die J\u00fcnger keine schlechten Dinge tun w\u00fcrden, sondern ihr Bestes, um Jesus nachzufolgen, w\u00fcrden sie gehasst und verfolgt werden. Jesus sagt im Vers 1: <strong>\u201eDas habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt.\u201c<\/strong> Jesus wollte, dass die J\u00fcnger wegen der Verfolgungen nicht geistlich ins Stolpern geraten und fallen w\u00fcrden, sondern darauf vorbereitet w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Von wem w\u00fcrden die Verfolgungen ausgehen? W\u00e4hrend im vorangehenden Abschnitt vom \u201eHass der Welt\u201c die Rede ist, gehen die Verfolgungen, die Jesus hier erw\u00e4hnt, von den Synagogen und von Menschen aus, die sich selbst als Diener Gottes verstehen. In den Versen 2 und 3 sagt Jesus: <strong>\u201eSie werden euch aus der Synagoge aussto\u00dfen. Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch t\u00f6tet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit.\u00a0Und das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen.\u201c<\/strong> Aus der Synagoge ausgesto\u00dfen zu werden, entsprach damals der gesellschaftlichen \u00c4chtung. Es w\u00fcrde sogar die Zeit kommen, in der die J\u00fcnger get\u00f6tet w\u00fcrden und die Verfolger dabei noch meinen w\u00fcrden, Gott damit einen Dienst zu erweisen. Die Verfolgung w\u00fcrde also von verblendeten religi\u00f6sen Menschen ausgehen, die mit Eifer Gott dienen wollen, aber weder Jesus noch den Vater kennen. Ein Beispiel k\u00f6nnen wir in Paulus finden, der vor seiner Bekehrung mit gro\u00dfem Eifer die Christen verfolgte und dabei meinte, f\u00fcr Gott etwas Gutes zu tun (Apg 8,1-3; 9,1). Dass Christen durch religi\u00f6se Menschen verfolgt werden, die weder Jesus noch den Vater kennen, hat sich in der Geschichte immer wiederholt. Solche Verfolgungen waren f\u00fcr die Christen oft ein schmerzlicheres Leiden und eine st\u00e4rkere Versuchung als die Verfolgung durch weltliche Institutionen.<\/p>\n<p>Was sollten die J\u00fcnger tun, wenn sie verfolgt werden? Betrachten wir Vers 4: <strong>\u201eAber dies habe ich zu euch geredet, damit, wenn ihre Stunde kommen wird, ihr daran denkt, dass ich&#8217;s euch gesagt habe. Zu Anfang aber habe ich es euch nicht gesagt, denn ich war bei euch.\u201c <\/strong>Die J\u00fcnger sollen sich in Zeiten der Verfolgung daran erinnern, dass Jesus ihnen Verfolgungen vorausgesagt hat. Wenn sie sich an Jesu Worte erinnern w\u00fcrden, w\u00fcrden sie alle menschlichen Gedanken und Zweifel \u00fcberwinden und die Verfolgungen geistlich siegreich bestehen. Wenn wir die Geschichte betrachten, stellen wir fest, dass Jesu Prophezeiung schon bald Realit\u00e4t wurde \u2013 und dass die J\u00fcnger die Verfolgungen geistlich meisterten. Als zum Beispiel Petrus und die anderen Apostel ins Gef\u00e4ngnis geworfen und vor dem Hohen Rat angeklagt wurden, lie\u00dfen sie sich nicht einsch\u00fcchtern, sondern verk\u00fcndigten weiter alle Worte des Lebens (Apg 5,17-21.42). Selbst als Herodes Jakobus mit dem Schwert t\u00f6tete (Apg 12,2), lie\u00dfen sich die anderen Apostel nicht vom Weg abbringen. Die J\u00fcnger haben wirklich Jesu Worte \u00fcber die Verfolgung tief angenommen und eine ganz andere Haltung gegen\u00fcber dem Leiden eingenommen. Die \u00dcberlieferung sagt sogar, dass Petrus schlie\u00dflich, als er wegen seinem Zeugnis von Jesus in Rom sterben sollte, w\u00e4hlte, kopf\u00fcber gekreuzigt zu werden, weil er sich nicht selbst f\u00fcr w\u00fcrdig hielt, wie Jesus zu sterben. Die J\u00fcnger konnten alle Leiden und Verfolgungen \u00fcberwinden, als sie sich an Jesu Worte erinnerten und Verfolgung als Bestandteil der Nachfolge bejahten.<\/p>\n<p>Als Christen erleben wir in Deutschland keine Verfolgungen, die sich auch nur entfernt mit den hier erw\u00e4hnten Verfolgungen vergleichen lie\u00dfen. Allerdings erleben wir, wenn wir unseren Glauben nicht nur f\u00fcr uns selbst behalten, sondern andere auch aktiv zum Glauben an Jesus einladen wollen, dass wir missverstanden, kritisiert oder bei unserem Wirken behindert werden. Unabh\u00e4ngig von dem Ma\u00df der Verfolgung sollen wir in dieser Zeit daran denken, dass Jesus Verfolgungen vorausgesagt hat. Wenn wir uns daran erinnern, erkennen wir, dass die Schwierigkeiten und Leiden nicht einfach ein Zufall oder gar eine verdiente Strafe sind. Vielmehr erkennen wir, dass Schwierigkeiten und Leiden zum Glaubensleben dazugeh\u00f6ren und ein normaler Bestandteil davon sind. Dar\u00fcber hinaus lehrt die Bibel sogar, dass Schwierigkeiten und Leiden uns selbst nutzen, da sie uns dabei helfen, dass unser Glaube gereinigt und unser innerer Mensch geheiligt wird. Darum lasst uns vor Leid und Verfolgung keine Angst mehr haben noch sie schicksalhaft betrachten, sondern sie vielmehr als einen Bestandteil unseres Glaubenslebens ansehen und dadurch geistlich wachsen!<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird (5-15)<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Abschnitt spricht Jesus erneut \u00fcber seinen Weggang und \u00fcber die Sendung des Heiligen Geistes und sein Werk. Betrachten wir Vers 5: <strong>\u201eJetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?\u201c<\/strong> Jesus k\u00fcndigt hier den J\u00fcngern erneut seinen Weggang an. Doch in welcher Gem\u00fctsverfassung befanden sich die J\u00fcnger? Wegen dem angek\u00fcndigten Weggang Jesu waren ihre Herzen \u201evoll Trauer\u201c. Sie waren traurig, weil sie dachten, dass ihre kostbare dreij\u00e4hrige Gemeinschaft mit Jesus nun f\u00fcr immer zu Ende gehen sollte. Eigentlich waren wie so traurig, weil sie den Grund f\u00fcr Jesu Weggang nicht verstanden. Keiner von ihnen fragte Jesus danach, wo er hingehen w\u00fcrde, weil sie nicht \u00fcber den Tod hinaus an seine Auferstehung denken konnten. Sie versanken also im Gef\u00fchl der Traurigkeit, weil sie wegen ihrer ich-bezogenen Sichtweise und ihrem eingeschr\u00e4nkten Verst\u00e4ndnis keine Perspektive f\u00fcr die Zukunft hatten. Ihre Traurigkeit verschloss ihre geistlichen Augen und ihr Herz.<\/p>\n<p>Jesus verstand ihr Herz; aber er wollte nicht, dass sie in ihrer Traurigkeit blieben, weil sie ganz unangebracht war. Denn in Wirklichkeit war es gut f\u00fcr sie, dass Jesus weggehen w\u00fcrde. Das muss f\u00fcr die J\u00fcnger absolut unfassbar und unglaublich geklungen haben. Aber Jesus sagte ihnen genau das und erkl\u00e4rt ihnen auch den Grund; er sagte in Vers 7: <strong>\u201eAber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut f\u00fcr euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tr\u00f6ster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.\u201c<\/strong> Jesu Weggang war f\u00fcr die J\u00fcnger gut, weil Jesus ihnen dann den Heiligen Geist senden w\u00fcrde. Jesus nennt hier den Heiligen Geist den \u201eTr\u00f6ster\u201c. Das griechische Wort \u201eparaletos\u201c bezeichnet jemanden, der bei uns ist, um uns zu vertreten, uns beizustehen und uns zu tr\u00f6sten. Der Heilige Geist w\u00fcrde also ein treuer Beistand und Tr\u00f6ster der J\u00fcnger sein. Wieso sagte Jesus, dass es besser sei, wenn er weggehen und ihnen den Heiligen Geist senden w\u00fcrde? Jesu Aufenthalt auf der Erde war ohnehin zeitlich befristet. Jesus konnte w\u00e4hrend seines Lebens als Mensch auf der Erde immer nur an einem bestimmten Ort und somit r\u00e4umlich und zeitlich begrenzt bei den J\u00fcngern sein. Doch der Heilige Geist kann zu jedem Zeitpunkt gleichzeitig \u00fcberall den J\u00fcngern beistehen und sie tr\u00f6sten, lehren und st\u00e4rken. Bis dahin hatten die J\u00fcnger Jesu eine ganz besondere Form von Glaubensleben gef\u00fchrt, indem sie mit dem Mensch gewordenen Sohn Gottes zusammen lebten und mit ihm Gemeinschaft hatten. Diese Art des Glaubenslebens hatte es in der Geschichte vorher nie gegeben und w\u00fcrde so auch nie wieder vorkommen. Jesus wollte die J\u00fcnger nun darauf vorbereiten, ihr Glaubensleben mit dem Heiligen Geist zu f\u00fchren. Sie sollten lernen, mit seiner Anwesenheit zu rechnen und unter seiner Leitung zu leben. Dass setzte aber voraus, dass Jesus zum Vater gehen w\u00fcrde; denn von dort aus w\u00fcrde er ihnen den Heiligen Geist senden.<\/p>\n<p>Damit die J\u00fcnger unter der Leitung des Heiligen Geistes leben k\u00f6nnten, sollten sie auch wissen, was der Heilige Geist in der Welt und an den J\u00fcngern tut. Was sind die Werke, die der Geist vor allem tut? Lasst uns das in den folgenden zwei Abschnitten lernen!<\/p>\n<p>Betrachten wir zun\u00e4chst die Verse 8-11: <strong>\u201eUnd wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun \u00fcber die S\u00fcnde und \u00fcber die Gerechtigkeit und \u00fcber das Gericht;\u00a0\u00fcber die S\u00fcnde: dass sie nicht an mich glauben;\u00a0\u00fcber die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht;\u00a0\u00fcber das Gericht: dass der F\u00fcrst dieser Welt gerichtet ist.\u201c <\/strong>Viele haben die Vorstellung, dass der Heilige Geist uns Menschen immer erbauen und ermutigen und dadurch auch gute Gef\u00fchle hervorrufen sollte. Aber das Hauptwerk des Heiligen Geistes ist, dass er uns Menschen die Augen auftut, sodass wir die geistliche Wirklichkeit erkennen k\u00f6nnen. Es ist f\u00fcr jeden Menschen wichtig, die geistliche Realit\u00e4t zu erkennen, da dies eine Voraussetzung ist, um zu Gott kommen und eine richtige Beziehung zu ihm eingehen zu k\u00f6nnen. Die J\u00fcnger w\u00fcrden bald den Auftrag erhalten, hinzugehen und alle V\u00f6lker zu J\u00fcngern zu machen. Also hatten sie eigentlich die Aufgabe, den Menschen zu helfen, die geistliche Realit\u00e4t zu erkennen. Aber wie konnten sie es bewirken, dass andere Menschen in ihrem Land und sogar in anderen L\u00e4ndern die Realit\u00e4t \u00fcber sich selbst und \u00fcber Gott und sein Werk wirklich erkennen k\u00f6nnen? Es ist von ihnen aus nicht erf\u00fcllbar. Aber der Heilige Geist w\u00fcrde kommen und gerade das bewirken. Dabei nennt Jesus drei Dinge explizit, \u00fcber die der Geist den Menschen die Augen auftut. Lasst uns sie kurz im Einzelnen betrachten.<\/p>\n<p>Was ist das Erste, wof\u00fcr der Heilige Geist den Menschen die Augen auftut? Die S\u00fcnde! Und Jesus sagt auch, was die S\u00fcnde ist. Bei \u201eS\u00fcnde\u201c denken die meisten Menschen an moralische Vergehen wie l\u00fcgen, stehlen, morden oder vergewaltigen. Aber Jesus sagt im Vers 9: <strong>\u201e\u00fcber die S\u00fcnde: dass sie nicht an mich glauben.\u201c<\/strong> Die eigentliche S\u00fcnde von uns Menschen ist der Unglaube gegen\u00fcber Jesus. Warum? Das hier verwendete griechische Wort \u201ehamatia\u201c bedeutet Zielverfehlung. Sicherlich ist jedes Vergehen, das Gottes heiligem Ziel nicht entspricht, eine Zielverfehlung, eine S\u00fcnde. Aber wer sich weigert, an Jesus als Sohn Gottes zu glauben, lehnt Gottes Offenbarung und sein Heilswerk frontal ab, und das zu tun ist die gr\u00f6\u00dfte Zielverfehlung und S\u00fcnde schlechthin. In Kap. 15 hat Jesus bereits erkl\u00e4rt, warum der Unglaube gegen\u00fcber ihm so schwere S\u00fcnde und nicht zu entschuldigen ist. Dort hei\u00dft es in den Versen 22 und 24: <strong>\u201eWenn ich nicht gekommen w\u00e4re und h\u00e4tte es ihnen gesagt, so h\u00e4tten sie keine S\u00fcnde; nun aber k\u00f6nnen sie nichts vorwenden, um ihre S\u00fcnde zu entschuldigen \u2026H\u00e4tte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so h\u00e4tten sie keine S\u00fcnde. Nun aber haben sie es gesehen, und doch hassen sie mich und meinen Vater.\u201c <\/strong>Der Unglaube gegen\u00fcber Jesus ist die schwerste S\u00fcnde. Deshalb m\u00fcssen die Menschen vor allem und am dringendsten diese S\u00fcnde erkennen und daf\u00fcr Bu\u00dfe tun. Aber es ist nicht leicht, anderen Menschen zu helfen, ihren Unglauben gegen\u00fcber Jesus als verkehrt und als S\u00fcnde zu erkennen und daf\u00fcr Bu\u00dfe zu tun. Wie konnten die J\u00fcnger anderen Menschen dabei helfen, dass sie ihr bisheriges Weltbild und Lebenseinstellung aufgeben und von nun an an Jesus glauben und ihm folgen sollten? Aber der Heilige Geist w\u00fcrde kommen und den Menschen gerade daf\u00fcr die Augen \u00f6ffnen. Sie sollten also lernen, mit dem Heiligen Geist dabei zusammen zu arbeiten und mit ihm mitzuwirken.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Was ist das zweite, wor\u00fcber der Heilige Geist uns Menschen die Augen auftut? Es ist die Gerechtigkeit. Im Vers 10 sagt Jesus: <strong>\u201e<\/strong><strong>\u00fcber die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht\u201c. <\/strong>Gerechtigkeit ist hier nicht im juristischen Sinn als die Eigenschaft eines guten Richters zu verstehen, sondern vielmehr als ein Zustand der Anerkennung und Akzeptanz durch Gott. Jesus hatte auf der Erde durch sein heiliges tadelloses Leben bereits seine Gerechtigkeit offenbart. Vor allem w\u00fcrde Jesus am n\u00e4chsten Tag am Kreuz sterben und nach drei Tagen als Erster zum ewigen Leben auferstehen und dann in den Himmel auffahren. Durch dieses einzigartige Wunder wurde er als Gerechter und als Gottes Sohn klar offenbart. Warum ist das wichtig, das zu erkennen? Dass man Jesus als den Gerechten erkennt, ist die Voraussetzung f\u00fcr den Glauben an ihn. Und das hat eine entscheidende Bedeutung: Denn alle, die an Jesus als Gottes Sohn glauben und ihm nachfolgen, erlangen an seiner Gerechtigkeit Anteil. Obwohl die Gerechtigkeit Jesu und derer, die an Jesus glauben, auf Tatsachen beruht, f\u00e4llt es vielen Menschen nicht leicht, sie zu erkennen, weil sie oft von vielen eigenen Gedanken und Zweifeln daran gehindert werden. Aber der Heilige Geist tut uns Menschen die Augen daf\u00fcr auf, sodass wir Jesu Gerechtigkeit erkennen k\u00f6nnen und durch den Glauben daran die Vergebung unserer S\u00fcnde erlangen und als Gerechtfertigte vor Gott leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Als Drittes tut der Heilige Geist der Welt die Augen dar\u00fcber auf, dass der F\u00fcrst dieser Welt gerichtet ist. Vers 11 sagt: <strong>\u201e\u00fcber das Gericht: dass der F\u00fcrst dieser Welt gerichtet ist.\u201c <\/strong>Der F\u00fcrst dieser Welt ist der Satan, der bis zum Kommen Jesu mit gro\u00dfer Macht \u00fcber die Menschen geherrscht hat. Seine st\u00e4rkste Waffe war der Tod, die die Menschen tief fatalistisch und bereit gemacht hat, ihr kurzes Leben auf vielerlei Weise in der S\u00fcnde zu f\u00fchren. Aber durch Jesu Tod und Auferstehung hat der F\u00fcrst dieser Welt seine st\u00e4rkste Waffe verloren und wurde gerichtet. Das Urteil \u00fcber ihn steht schon fest und es ist nur noch eine Frage kurzer Zeit, bis es vollstreckt wird. Der Heilige Geist tut uns Menschen daf\u00fcr die Augen \u00f6ffnen, sodass wir mit Mut und Siegeszuversicht Jesus nachfolgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was Jesus hier angek\u00fcndigt hat, ist wenige Wochen sp\u00e4ter tats\u00e4chlich passiert. Der Heilige Geist kam an Pfingsten auf die versammelten J\u00fcnger und wirkte in ihnen mit gro\u00dfer Macht. Bis dahin hatten die J\u00fcnger ausgesehen wie die Anh\u00e4nger einer Sekte, deren F\u00fchrer inzwischen gestorben war. Aber als der Heilige Geist kam, wirkte er schon gleich am ersten Tag m\u00e4chtig. Er tat durch die Predigt von Petrus etwa 3000 Menschen die Augen auf f\u00fcr ihre S\u00fcnde des Unglaubens gegen\u00fcber Jesus und f\u00fcr die Gerechtigkeit in ihm, sodass sie ihre festen j\u00fcdischen Gedanken \u00fcberwanden und sich auf der Stelle zu Jesus bekehrten. Durch dieses m\u00e4chtige Werk entstand eine gro\u00dfe, lebendige und wachsende Gemeinde (Apg 2,1-47). Wie wir wissen, blieb das Wirken des Heiligen Geistes nicht auf Jerusalem beschr\u00e4nkt. Vielmehr wirkte der Heilige Geist seitdem bis heute \u00fcberall dort, wo Jesu J\u00fcnger das Evangelium verk\u00fcndigten, und \u00f6ffnete Menschen die Augen f\u00fcr ihre S\u00fcnde und f\u00fchrte sie zum Vertrauen auf die Gerechtigkeit in Jesus Christus und zum neuen siegreichen Leben im Glauben an ihn.<\/p>\n<p>Wir beten f\u00fcr Heidelberg. Viele haben ihr festes Gedankengeb\u00e4ude, das sie jahrelang gebaut haben und das sie f\u00fcr bew\u00e4hrt und richtig halten. Wenn wir versuchen, ihnen dabei zu helfen, an Jesus zu glauben, erfahren wir schnell, dass wir allein durch unseren Hinweis auf das Zeugnis der Bibel und unser pers\u00f6nliches Zeugnis nicht erreichen k\u00f6nnen, dass sie ihren Unglauben als verkehrt erkennen und sich zu Jesus wenden. Aber der Heilige Geist tut der Welt die Augen auf \u00fcber die S\u00fcnde, \u00fcber die Gerechtigkeit in Jesus und \u00fcber das Gericht \u00fcber den Satan. Er wird das auch an den Studenten in unserer Stadt tun, sodass sie zur Einsicht gelangen und zu Jesus umkehren und die Leben gebende Beziehung zu ihm eingehen k\u00f6nnen. Wir sollen alle Studenten mit diesem Glauben sehen und sollen dem Heiligen Geist vertrauen und lernen, mit ihm zusammen zu arbeiten.<\/p>\n<p>Was wird der Heilige Geist noch tun? W\u00e4hrend Jesus in den Versen 8-11 beschrieben hat, was der Heilige Geist in der Welt, also in allen Arten von Menschen tut, beschreibt Jesus im folgenden Abschnitt, was der Geist ganz besonders in den J\u00fcngern tut.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 12-13: \u201e<strong>Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr k\u00f6nnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er h\u00f6ren wird, das wird er reden, und was zuk\u00fcnftig ist, wird er euch verk\u00fcndigen.\u201c <\/strong>Die J\u00fcnger hatten noch l\u00e4ngst nicht alles gelernt und erkannt, was sie als J\u00fcnger und als geistliche Lehrer der Menschen zu lernen hatten. Jesus konnte ihnen l\u00e4ngst nicht alles sagen, weniger weil er selbst bald gehen w\u00fcrde, als vielmehr, weil sie geistlich noch nicht reif genug geworden waren, um es zu h\u00f6ren und anzunehmen. Aber Jesus war dar\u00fcber keineswegs verzweifelt. Denn er wusste, dass der Heilige Geist kommen und sie in alle Wahrheit leiten w\u00fcrde. Jesus nennt den Heiligen Geist hier den Geist der Wahrheit, weil er voller Wahrheit ist und weil er gerade die Eigenschaft hat, die J\u00fcnger in alle Wahrheit zu leiten. Der Heilige Geist w\u00fcrde sie selbst weiter lehren, wer Gott ist, was sein Wesen und sein Wille ist. Wenn wir die Apostelgeschichte und die Briefe lesen, erkennen wir, dass das tats\u00e4chlich passiert ist. Die J\u00fcnger konnten auch nach Jesu Himmelfahrt geistlich weiter wachsen und gro\u00dfartige geistliche Pers\u00f6nlichkeiten werden und unz\u00e4hlige Menschen zur Umkehr zum Leben f\u00fchren, weil der Heilige Geist in ihnen wirkte und sie in alle Wahrheit leitete.<\/p>\n<p>Dass der Heilige Geist Jesu J\u00fcnger in alle Wahrheit leitet, gilt auch f\u00fcr uns. Unsere eigene Ansicht und unsere Gedanken sind uns sehr vertraut, sodass jeder Mensch dazu neigt, seine eigenen Gedanken und Ansichten f\u00fcr wahr zu halten; sozusagen hat jeder seine eigene Wahrheit. Sicherlich haben wir gelernt, dass wir in bestimmten Bereichen nicht immer Recht haben, zum Beispiel wenn es um bestimmte Themen geht, in denen wir uns nicht gut auskennen. Aber gerade wenn es um grundlegende Lebensfragen und Glaubensfragen geht, halten sich die meisten f\u00fcr Experten und halten ihre Gedanken leicht f\u00fcr die Wahrheit, mindestens was ihre eigene Person und Leben anbelangt. Aber in Wirklichkeit haben unsere Gedanken und Anschauungen, die wir im Laufe unseres Lebens entwickelt haben, keine Grundlage au\u00dfer in unserer kleinen, begrenzten Lebenserfahrung und unserem logischen Denkverm\u00f6gen. Kurz gesagt haben wir keine Wahrheit in uns. Nur Gott ist die Wahrheit und alle Wahrheit kommt von ihm. Darum ist es f\u00fcr uns sehr wichtig, dass wir von Gottes Wort und vom Heiligen Geist lernen und uns von ihm in die Wahrheit leiten lassen. Der Heilige Geist f\u00fchrt uns dazu, die Wahrheit \u00fcber Gott und \u00fcber uns selbst, \u00fcber den Sinn und das Ziel unseres Lebens und \u00a0\u00fcber den richtigen Weg zu erkennen; er leitet uns in alle Wahrheit. Er ist unser pers\u00f6nlicher Bibellehrer, der uns die Bedeutung von Gottes Worten und seinen Willen ganz genau erkl\u00e4ren kann. Wenn wir lernwillig auf ihn h\u00f6ren, wird er uns immer tiefer in die Wahrheit leiten, sodass wir Gottes Wesen und seinen Willen immer tiefer erkennen und ihm immer besser vertrauen und gehorchen k\u00f6nnen. Es ist wirklich sehr weise, dass wir uns vom Heiligen Geist in die Wahrheit f\u00fchren lassen, anstatt unsere eigenen Gedanken f\u00fcr die Wahrheit zu halten und ihnen zu folgen. Wir sollen f\u00fcr das Wirken des Heiligen Geistes in uns beten und sollen uns vom Heiligen Geist belehren und leiten lassen, gerade wenn wir uns mit Gottes Wort besch\u00e4ftigen, zum Beispiel beim Bibelstudium, beim H\u00f6ren der Predigt oder beim Stellungnahmeschreiben. M\u00f6ge Gott uns helfen, nicht auf unsere eigenen Gedanken zu vertrauen, sondern dem\u00fctig auf den Heiligen Geist zu h\u00f6ren und uns von ihm belehren zu lassen, sodass er uns in alle Wahrheit leiten kann!<\/p>\n<p>Was lehrt Jesus weiter \u00fcber dieses gro\u00dfartige Wirken des Heiligen Geistes? Betrachten wir auch die Verse 14 und 15: <strong>\u201eEr wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er&#8217;s nehmen und euch verk\u00fcndigen.\u00a0Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird&#8217;s von dem Meinen nehmen und euch verk\u00fcndigen.<\/strong>\u201c Hier lehrt Jesus dass der Heilige Geist uns keine eigene Lehre lehrt, sondern uns nur das gibt, was er selbst von Jesus geh\u00f6rt hat. Jesus wird durch den Heiligen Geist verherrlicht, denn der Geist nimmt alles, was er uns lehrt, von Jesus, und Jesus wiederum hat es vom Vater erhalten. Damit bezeugt Jesus Gott als die Quelle der Wahrheit und auch die Einigkeit zwischen Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wir k\u00f6nnen bedenkenlos auf den Heiligen Geist h\u00f6ren und von ihm lernen und ihm gehorchen, weil alles, was er uns sagt, von Jesus und vom Vater ist. Anders gesagt steht alles, was der Heilige Geist uns lehrt, im Einklang mit dem Willen Gottes, den er in der Bibel offenbart hat, und kann daran gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort, Vers 13: <strong>\u201eWenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er h\u00f6ren wird, das wird er reden, und was zuk\u00fcnftig ist, wird er euch verk\u00fcndigen.\u201c <\/strong>Danken wir Gott f\u00fcr den Heiligen Geist, der uns in alle Wahrheit leitet. M\u00f6ge Gott uns helfen, dem\u00fctig auf den Heiligen Geist zu h\u00f6ren und ihm zu folgen, sodass er uns immer mehr in die Wahrheit leiten und uns als geistlich reife Menschen f\u00fcr sein Heilswerk gebrauchen kann!\u00a0<strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der\u00a0 Geist\u00a0 der\u00a0 Wahrheit\u00a0 wird\u00a0 euch in\u00a0 alle Wahrheit\u00a0 leiten \u201eWenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. 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