{"id":746,"date":"2010-03-28T14:02:30","date_gmt":"2010-03-28T13:02:30","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=746"},"modified":"2023-01-29T20:44:08","modified_gmt":"2023-01-29T19:44:08","slug":"predigt-johannes-159-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-159-27\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 15,9-27"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\" https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/J37-P15-0927.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Ich  habe  euch  erw\u00e4hlt<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Nicht ihr habt mich erw\u00e4hlt, sondern ich habe euch erw\u00e4hlt und bestimmt,<br \/>\ndass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit,<br \/>\nwenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er&#8217;s euch gebe\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Joh 15,16<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir das Gleichnis vom Weinstock betrachtet. Hier nun in diesem Gespr\u00e4ch Jesu mit den J\u00fcngern wiederholen sich viele Begriffe und S\u00e4tze inhaltlich die er schon zu den J\u00fcngern gesprochen hatte. Das zeigt uns, wie wichtig es Jesus war, dass sie sich seine Worte nicht nur im Kopf sondern auch im Herzen einpr\u00e4gten. Jesus wollte, dass sie das Wesen seiner Liebesbeziehung zu Gott verstehen. Wenn sie das mit ganzem Herzen tun w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie mit der Liebe Gottes erf\u00fcllt werden und unter sich auch die wahrhaftig Liebe \u00fcben. Schlie\u00dflich zeigt Jesus ihnen, dass die Welt seiner Liebe widerspricht und er von ihr gehasst wird und auch seine J\u00fcnger hassen wird. Das sollte sie nicht abschrecken, sondern ihnen helfen eine klare Entscheidung und Lebenshaltung zur Nachfolge Jesu zu haben. Nun betrachten wir die Worte Jesu.<\/p>\n<p><strong>I. Bleibt in meiner Liebe! (9-11) <\/strong><\/p>\n<p>Lesen wir zusammen Vers 9. <strong>\u201cWie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe!\u201c (9)<\/strong> Jesu wiederholtes Anliegen ist es, dass die J\u00fcnger in seiner Liebe bleiben. Was ist die Grundlage f\u00fcr das Bleiben in der Liebe Jesu? Sehen wir uns Vers 9a an. Es ist die Liebe Gottes. Jesus selbst blieb jede Stunde seines Lebens in der Liebe Gottes. Gott ist die Quelle der Liebe. Weil Jesus in dieser Liebe blieb, war er mit der Liebe Gottes erf\u00fcllt und liebt die J\u00fcnger und uns mit derselben vollkommenen Liebe.<\/p>\n<p>Was ist der Charakter der Liebe Gottes in der Jesus blieb und warum war es so wichtig, dass wir in der Liebe Jesu bleiben? Gottes Liebe ist treu und er h\u00f6rt nicht auf, Jesus zu lieben. Also ist die Liebe Gottes absolut und ewig, und weil dies so ist, liebt Jesus die J\u00fcnger und uns auch absolut und ewig. In der Liebe Jesu zu bleiben bedeutet nicht daran zu zweifeln, sondern unser ganzes Leben vertrauensvoll darauf zu bauen. Trotz des bevorstehenden Todes Jesu ist seine Lieb zu seinen J\u00fcngern unver\u00e4nderlich, weil Gott Jesus weiter liebte und Jesus nicht daran zweifelte. Vielmehr wurde der Tod Jesu zum Beweis seiner Liebe, auch wenn sie das noch nicht verstanden. Gottes Liebe war trotzdem da. Dass Gott nicht aufh\u00f6rt alle Menschen zu lieben bedeutet nicht, dass er ihre Gottlosigkeit und S\u00fcnde akzeptiert, sondern dass er dieser Welt sein Bestes gibt, mit der Hoffnung, dass wirklich alle Menschen, ohne eine einzige Ausnahme, dadurch seine beste Gabe, das ewige Leben, erlangen sollen, wie es hei\u00dft: <em>\u201cDenn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben\u201d<\/em> (Joh 3,16). Wie sch\u00f6n ist es, dass Gott uns Menschen liebt, unabh\u00e4ngig von unseren Bedingungen, so absolut und treu!<\/p>\n<p>Doch es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich diese Tatsache anzunehmen und in der Gewissheit der Liebe Jesu fr\u00f6hlich und dankbar zu leben. Leicht zweifeln wir an der Liebe Jesu wegen unserer wiederholten S\u00fcnde. Doch Jesus sagt: <em>\u201cBleibt in meiner Liebe!\u201d<\/em> (9b) Jesus will, dass wir in der Liebesbeziehung bleiben. Wenn wir in seiner Liebe bleiben, k\u00f6nnen wir aufgrund der Treue seiner Liebe dessen sicher sein, dass Jesus uns liebt und dass sich seine Liebe zu uns nie ver\u00e4ndert. Wenn Jesus sagt: <em>\u201cBleibt in meiner Liebe!\u201d<\/em>, will er, dass wir das auch tun, anstatt in Zweifeln oder in negativen Gedanken zu bleiben. Dann erkennen wir t\u00e4glich mehr den gro\u00dfen Umfang der Liebe Jesu. Diese Erkenntnis der Liebe Jesu wird uns erf\u00fcllen und nach und nach vom s\u00fcndigen Wesen reinigen und zum herrlichen Bild Jesu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir praktisch in Jesu Liebe bleiben? Lesen wir gemeinsam Vers 10. <strong>\u201eWenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.\u201c (10).<\/strong> Das Bleiben in der Liebe Jesu ist eine ganz praktische Angelegenheit und hat, wie man denken k\u00f6nnte, zun\u00e4chst nichts mit unserm Gef\u00fchl zu tun. Jesu sagt, dass die J\u00fcnger durch das Halten seiner Gebote in seiner Liebe blieben. Wenn die J\u00fcngern nicht wussten, was er damit meinte, brauchten sie sich nur an Jesu Vorbild erinnern. Er selbst hielt die Gebote seine Vaters und blieb dabei in der Liebe seines Vaters. Wie wird das an Jesu Leben sichtbar? Im Allgemeinen k\u00f6nnen wir antworten: Dadurch, dass Jesus den Willen und das Werk Gottes erf\u00fcllte. Im Speziellen k\u00f6nnen wir uns z.B. an die Heilung des Gel\u00e4hmten am Sabbat aus Kapitel 5 erinnern. Dieser Mann lag 38 Jahre lang am Teich Betesda bis er an diesem Tag von Jesus geheilt wurde. In den Versen 17 und 19 dieses Kapitels bezeugt Jesus, dass er dies in \u00dcbereinstimmung mit dem Willen seines Vaters tat: Jesus antwortete den Juden: \u201e<em>Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch. \u2026 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.\u201c<\/em> (Joh 5,17.19). Um den Willen seinen Vater zu erf\u00fcllen riskierte Jesus schon damals sein Leben, denn dazu war er in die Welt gekommen in Gehorsam und Liebe zu Gott seinem Vater, die Menschen zu retten. So erlebten die J\u00fcnger t\u00e4glich die lebendige Liebesbeziehung aus dem Gehorsam Jesu.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns und die J\u00fcnger ist das Geheimnis, des Bleibens in der Liebe Jesu, das praktische Tun des Willens Jesu, oder anders gesagt im Gehorsam und Halten der Gebote Jesu. Nach dem heutigen Zeitgeist scheinen uns Gehorsam und Liebe nicht zusammen zu passen. Wir k\u00f6nnten meinen: \u201eWenn ich jemanden Liebe, dann will ich nicht dazu gezwungen werden. Ich m\u00f6chte meine Eigenst\u00e4ndigkeit und Freiheit bewahren. Meine Liebe muss aus mir selbst kommen, sonst ist es keine wahre Liebe.\u201c Doch wir wissen: Wahre Liebe kann nicht von unserm Gef\u00fchl abh\u00e4ngen. Wahre Liebe braucht eine grundlegende Entscheidung und Verbindlichkeit zum Gegen\u00fcber. Nur so kann eine Beziehung wachsen und Vertrauen entstehen. Eltern wissen: Nur durch Gehorsam k\u00f6nnen Kinder Vertrauen zu ihren Eltern und anderen lernen. Gehorsam ist ein wichtiges Element der dauerhaften und tiefen Beziehung. Jesus der Sohn Gottes war Gott selbst gehorsam und brachte uns dadurch Rettung und Leben.<\/p>\n<p>Warum ist es wichtig in der Liebe Jesu zu bleiben? Lesen wir zusammen Vers 11. <strong>\u201eDas sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.\u201c (11)<\/strong>. Jesus spricht hier \u00fcber die Freude, ja sogar \u00fcber die vollkommen Freude, die dauerhaft ist. Jesus lehrt hier, dass dazu das Bleiben in seiner Liebe die Voraussetzung ist. Welche Rolle spielt eigentlich die Freude in unserem Leben? Die Erfahrung der Freude scheint unserm Leben Sinn und Gl\u00fcck zu schenken. Die Freude verleiht unserm Leben Kraft. Sie macht unser Leben lebenswert. Wir brauchen einfach Freude, ohne sie ist das Leben traurig und ungl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Was ist das Wesen der Freude? Die Freude wohnt in unserer Seele. Das Wort Freude kommt von Chara, was im Zusammenhang mit Gnade steht und uns darauf hinweist, dass Freude eine Gabe Gottes ist. Und in der Tat wissen wir aus Erfahrung, dass wir f\u00fcr uns selbst keine dauerhafte Freude erzeugen k\u00f6nnen. Desweiteren kommt die gr\u00f6\u00dfte Freude aus der pers\u00f6nlichen Beziehung. Denn wer k\u00f6nnte fr\u00f6hlich sein, wenn er von der Liebesbeziehung zu seiner Familie oder Freunden abgeschnitten w\u00e4re, auch wenn er stattdessen viel Geld h\u00e4tte! Wer kann sagen wo es vollkommene Freude in dieser Welt gibt? Im Galaterbrief 5,22 wird die Freude u.a. als eine Frucht des Geistes Gottes aufgez\u00e4hlt. Solche Freude k\u00f6nnen wir also nur von Gott empfangen. Die Freude der Welt ist kurzlebig und entt\u00e4uscht uns fr\u00fcher oder sp\u00e4ter. Jesus verspricht uns die Freude, die vollkommen sein wird, weil es Freude von Gott ist, die bleibt. Wir k\u00f6nnen also folgendes feststellen: Die h\u00f6chste und bleibende Freude kommt dadurch, dass wir in der Liebesbeziehung zu Jesus bleiben.<\/p>\n<p><strong>II. Liebt euch untereinander wie ich euch liebe. (12-17)<\/strong><\/p>\n<p>Bisher haben wir erfahren, dass Gott Jesus liebt und Jesus uns liebt und wir so mit der Quelle der Liebe verbunden sind, wenn wir in Jesus bleiben. Doch jeder einzelne von uns lebt nicht f\u00fcr sich alleine und unabh\u00e4ngig vom Anderen. Besonders in der Gemeinde sollen wir auf die richtige Weise zusammenleben. Doch was ist die gemeinsame Basis daf\u00fcr? Was verbindet mich mit der Person, die gerade neben mir sitzt?<\/p>\n<p>In Vers 10 hatte Jesus davon gesprochen, dass wir in seiner Liebe bleiben, wenn wir seine Gebote halten. Jesus wiederholt hier in Vers 12 sein wichtigstes Gebot, das wir schon aus Kapitel 13,34 kennen. Lesen wir nun auch Vers 12. <strong>\u201eDas ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.\u201c (12)<\/strong>. Jesus will, dass sich die J\u00fcnger und wir uns untereinander lieben und zwar so, wie wir Jesu Liebe erfahren haben. Wir sollen uns Jesus Lieb zu uns zum Vorbild nehmen, so wie er uns liebt sollen wie einander lieben. Dies ist eine ganz praktische Aufforderung die uns klar ist und der wir folgen sollen. Als das die J\u00fcnger zum wiederholten Mal h\u00f6rten m\u00fcssen sie ratlos gewesen sein, denn in Wahrheit konkurrierten sie immer untereinander, wer wohl der Gr\u00f6\u00dfte w\u00e4re. Dementsprechend war ihre Liebe zueinander gering. Dies ist der Grund, weshalb Jesus das neue Gebot <em>\u201aLiebt euch untereinander!\u2019<\/em> so oft wiederholte. Deshalb sollten sie und sollen wir die Liebe Jesu zu uns kennen. Wie weit geht die wahre Liebe? Was ist die gr\u00f6\u00dfte Liebe, die jemand haben kann?<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 13. Lesen wir Vers 13 gemeinsam. <strong>\u201eNiemand hat gr\u00f6\u00dfere Liebe als die, dass er sein Leben l\u00e4sst f\u00fcr seine Freunde.\u201c (13)<\/strong> Jesus liebte seine J\u00fcnger als die besten Freunde. Auch versucht er hier indirekt seine J\u00fcnger auf seinen stellvertretenden Tod vorzubereiten, denn er selbst w\u00fcrde sein Leben aus wahrer Liebe f\u00fcr sie am Kreuz lassen.<\/p>\n<p>Um der Freundschaft Willen kann man vieles tun. Aber wer kann f\u00fcr den Freund sein eigenes Leben opfern? Doch Jesus starb f\u00fcr uns Menschen, weil er uns als seine Freunde liebt. Und was tun wir stattdessen? Immer wenn wir Probleme haben, zweifeln wir sofort an der Liebe Jesu zu uns. Wir suchen nach einem Beweis der Jesu Liebe zu uns. Doch wie beweist Jesus seine Liebe zu uns? Betrachten wir nochmals Vers 13. Jesus sagte: <em>\u201cNiemand hat gr\u00f6\u00dfere Liebe als die, dass er sein Leben l\u00e4sst f\u00fcr seine Freunde.\u201d <\/em>Genau das tat Jesus! Die Freundschaft Jesu zu uns ist jenseits unserer Erwartung und Vorstellung. Wir d\u00fcrfen nicht mehr an der Liebe Jesu zweifeln, vielmehr sollen wir von seiner Liebe lernen und auch unser Leben f\u00fcr unsere Mitarbeiter und Freude in Liebe hingeben, damit sie vom Tod gerettet werden.<\/p>\n<p>Wie verhalten sich Freunde Jesu gegen\u00fcber ihrem Stifter von ewiger und vollkommener Freundschaft? Lesen wir Vers 14: <strong>\u201eIhr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.\u201c (14).<\/strong> Jesus ermutigt uns hier zum Halten seines Gebots der gegenseitigen Liebe. Er ermutigt uns dazu, in seiner Freundschaft zu bleiben. Wenn wir Freunde Jesu sein wollen, sollen wir seine Gebote halten, die im Grunde voller Liebe sind.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung hat die Tatsache, dass wir nun Jesu Freunde sind? Lesen wir auch Vers 15. <strong>\u201eIch sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht wei\u00df nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater geh\u00f6rt habe, habe ich euch kundgetan.\u201c (15).<\/strong> Was hatte sich nun ge\u00e4ndert, dass die J\u00fcnger von Jesu Knechten zu seinen Freunden wurden? Hatten sie sich pl\u00f6tzlich geistlich so entwickelt? Was ist f\u00fcr Jesus der entscheidende Punkt zwischen Knecht und Freund? Jesus sagt, dass der Knecht nicht wei\u00df was sein Herr tut. Das stimmt, wenn Knechte und Herren etwas tun liegt der Unterschied im Wissen \u00fcber die Dinge die sie tun. Der Knecht hat ein ganz anderes Interesse wie sein Herr; er tut seine Arbeit, empf\u00e4ngt den Lohn und das war\u2018s f\u00fcr ihn. Es gibt kein tiefgehendes pers\u00f6nliches Interesse, warum seine Arbeit f\u00fcr den Herrn wichtig ist. Freunde dagegen wollen wissen, was den anderen bewegt, warum er etwas tut, was sein Plan und sein Ziel ist. Sie m\u00f6chten das Ziel zusammen erreichen und haben keine Geheimnisse voreinander, sondern volles Vertrauen. Der Eine versteht das Herz des Anderen.<\/p>\n<p>Warum waren die J\u00fcnger nun zu Freunden geworden? Jesus begr\u00fcndet dies damit, dass sie nun alles von ihm geh\u00f6rt und erfahren hatten was er von Gott empfing. Er hatte sie alles gelehrt, so dass sie nun Gottes Plan und Ziel verstehen konnten. Sie konnten nun das Evangelium verstehen und im Geist Gottes zur Rettung der Menschen leben. Von Anfang an wollte Jesus seine J\u00fcnger zu Freunden machen, nicht zu Dienern. Sie sollten nicht nur unwissende Diener Gottes sein, die irgendetwas tun, was sie nicht verstehen. Nein, Jesus wollte sie zu seinen Stellvertretern machen, die sein und Gottes Herz verstehen und mit Einsicht und Hingabe zur Erl\u00f6sung aller Menschen leben. Dazu sollten sie irgendwie erkennen, dass Jesus Gott ist und dass er, obwohl er der Sohn Gottes ist, am Kreuz f\u00fcr die S\u00fcnde der Welt sterben und am dritten Tag auferstehen w\u00fcrde. Das war nicht einfach, weil die J\u00fcnger gew\u00f6hnliche Menschen mit eigenem Charakter waren und ihrer eigenen Traumwelt nachhingen. Aber Jesus tat sein Bestes, mit ihnen Freundschaft zu schlie\u00dfen. Schlie\u00dflich gewann Jesus sie als Freunde. Als Folge davon war es m\u00f6glich, mit dem Evangelium Jesu die ganze Welt zu erobern.<\/p>\n<p>In der Bibel begegnen uns etliche Menschen, die Gott zu seinen Freunden machte. Ein besonderes Beispiel ist Abraham (Jes 41,8). Als Gott vorhatte die St\u00e4dte Sodom und Gomorra zu richten, offenbarte Gott Abraham spontan seinen Plan, weil er sein Freund war. Gott sprach bei sich: <em>\u201c&#8230; Wie k\u00f6nnte ich Abraham verbergen, was ich tun will, da er doch ein gro\u00dfes und m\u00e4chtiges Volk werden soll und alle V\u00f6lker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen? Denn dazu habe ich ihn auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des Herrn Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf dass der Herr auf Abraham kommen lasse, was er ihm verhei\u00dfen hat\u201d<\/em> (1.Mose 18,17-19).<\/p>\n<p>Weil Abraham Gottes Freund war und F\u00fcrbitte leistete, konnte dadurch das Leben von Lots  Familie gerettet werden. Als Freund Gottes konnte Abraham ein Mitarbeiter f\u00fcr sein Erl\u00f6sungswerk sein. Auf diese Weise sollten auch die J\u00fcnger, Gottes Willen und Plan erfahren und seine Mitarbeiter f\u00fcr sein Erl\u00f6sungswerk werden, denn schlie\u00dflich geht es beim Evangelium um die Errettung zum ewigen Leben. Das Evangelium war das gr\u00f6\u00dfte Geheimnis, doch auch das ist uns kundgetan, weil wir Jesu Freunde geworden sind.<\/p>\n<p>Angesichts der Ank\u00fcndigung Jesu, dass er weggehen w\u00fcrde, m\u00fcssen sich die J\u00fcnger die Frage gestellt haben, warum sie bei Jesus waren und wie es weiter gehen sollte wenn er tats\u00e4chlich nicht mehr da sein w\u00fcrde. Waren sie dann wieder auf sich selbst zur\u00fcckgeworfen? In einer solchen Situation ist es leicht alle Gedanken wieder um sich selbst kreisen zu lassen. Aber diese Reaktion war unangemessen und falsch, weil sie die egoistische Grundlage hat. Sehen wir, an was Jesus sie erinnert. Lesen wir Vers 16: <strong>Nicht ihr habt mich erw\u00e4hlt, sondern ich habe euch erw\u00e4hlt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er&#8217;s euch gebe. (16)<\/strong> Hierdurch lehrte Jesus die J\u00fcnger und uns die Tatsache, dass er uns erw\u00e4hlt hat, und nicht umgekehrt. Jesu ist der Ursprung der Beziehung. Diese Tatsache gibt unserm Leben eine unersch\u00fctterliche Grundlage, weil der Sinn und das Ziel unseres Leben nicht von unsere Leistung abh\u00e4ngt. Jesus hat sich auf uns festgelegt. Wie wir in diesem Vers erfahren hat Jesus mit unserer Erw\u00e4hlung auch ein Ziel: Er hat uns dazu bestimmt bleibende Frucht zu bringen.<\/p>\n<p>Die Frucht schenkt uns gro\u00dfe Freude und erf\u00fcllt unser Dasein mit Bedeutung. Jesus will, dass wir in seinem Namen Gott bitten und Frucht bringen. Jesus erw\u00e4hnt hier insbesondere die bleibende Frucht, n\u00e4mlich die Seelen, die wir f\u00fcr das ewige Leben im Reich Gottes gewinnen. Wir werden fruchtbar sein, weil Jesus an uns selbst Frucht bringen wird und weil er uns dazu bestimmt hat. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist Apostel Paulus. Auf dem Weg nach Damaskus erw\u00e4hlte ihn der auferstandene Christus als sein Werkzeug. Es hei\u00dft: <em>\u201eGeh nur hin; denn dieser ist mein auserw\u00e4hltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor K\u00f6nige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.\u201c<\/em> (Apg 9,15.16). Hier sehen wir, dass Jesus Paulus, den urspr\u00fcnglichen Verfolger der Christen, einseitig erw\u00e4hlte, ihm alle seine S\u00fcnden erlie\u00df und ihm gleichzeitig die neue Mission gab, die heidnische Welt einschlie\u00dflich des r\u00f6mischen Reiches zu evangelisieren. Die Fr\u00fcchte die er dann brachte, entstanden nicht aus seiner Kraft sondern in der Gewissheit seiner Erw\u00e4hlung, wie er sie nicht nur f\u00fcr sich sondern f\u00fcr alle Christen hatte, indem er sagte: <em>\u201cIch bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird\u2019s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu\u201d<\/em> (Phil 1,6). Gott hat jeden von uns erw\u00e4hlt. Gott hat seinen Willen und Plan f\u00fcr jeden einzelnen von uns. Gott wird ihn bestimmt vollenden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wiederholte Jesus sein Gebot \u2013 Vers 17: <strong>\u201eDas gebiete ich euch, da\u00df ihr euch untereinander liebt.\u201c (17)<\/strong> Die J\u00fcnger sollten sich untereinander lieben. Das muss nicht leicht gewesen sein. Sie alle folgten Jesus nach. Sie alle waren jung. Aber sie waren in ihrem Wesen voneinander verschieden. In den Evangelien sehen wir, dass die J\u00fcnger sich oft stritten. Sie haben miteinander konkurriert, weil jeder der Gr\u00f6\u00dfte sein wollte. Sie hatten alle den starken Ehrgeiz in der Welt gro\u00dfe M\u00e4nner zu werden. Doch Jesu Liebe wurde die Grundlage, die ihnen die gegenseitige Liebe erm\u00f6glichte. Anstatt eine lockere Zweck-Gemeinschaft zu haben, konnten sie gemeinsam die Gemeinde, den Leib Christi, voller Liebe bilden. Jesu Gebot der Liebe ist die Kraft, die alle menschlichen Konflikte \u00fcberwindet und alle Menschen zum Leib Jesu Christi verbinden kann.<\/p>\n<p><strong>III. Die Beziehung der J\u00fcnger Jesu zur Welt (18-27)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir weiter die Verse 18 und 19. Jesus sprach: <strong>\u201eWenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.\u201c (18). <\/strong>Bis jetzt hat Jesus von der Liebe gesprochen, nun fing er an vom Hass zu sprechen, und zwar vom Hass der Welt gegen\u00fcber den J\u00fcngern. Wenn ein Mensch von seinem s\u00fcndigen Leben umkehrt, und beginnt Jesus nachzufolgen, w\u00fcrde man erwarten, dass seine Mitmenschen ihn loben und achten w\u00fcrden. Aber das ist nicht der Fall. Warum ist das so? Jesus sagte \u2013 Vers 19: <strong>\u201eW\u00e4ret ihr von der Welt, so h\u00e4tte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erw\u00e4hlt habe, darum hasst euch die Welt.\u201c (19).<\/strong> Die Menschen die von Jesus aus ihrem alten Leben heraus erw\u00e4hlt werden geh\u00f6ren nicht mehr der Welt an und werden deshalb von ihr gehasst, aber von Jesus geliebt. Wir k\u00f6nnen nicht von beiden Seiten geliebt werden. Wir sollen eine klare Haltung haben, anstatt eine vage Erwartung, die Anerkennung der Welt zu bekommen.<\/p>\n<p>Betrachten wir weiter die Verse 20-27. Die J\u00fcnger w\u00fcrden nicht nur gehasst sondern auch verfolgt. Das wurde um so heftiger, je mehr sie bleibende Frucht brachten. Die Verfolgung kam aus zwei Richtungen, und zwar von Seiten der Juden und von Seiten der R\u00f6mer. Wie kam es jeweils dazu? Angesichts des Evangeliums entpuppte sich das religi\u00f6se Leben der Juden nach dem mosaischen Gesetz als Heuchelei. Anstatt daf\u00fcr Bu\u00dfe zu tun, verfolgten sie die J\u00fcnger. Die Menschen in Rom in dieser Zeit waren extrem dekadent. All ihre S\u00fcnde, ihr Leben in Saus und Braus und die Perversit\u00e4t, wurde angesichts des Christentums offensichtlich. Ein Teil von ihnen tat Bu\u00dfe und nahm Jesus an, aber die meisten hassten das Evangelium, weil sie ihre S\u00fcnde liebten. Sie hassten Jesus, die Apostel und die Christen.<\/p>\n<p>Der Hass und die Verfolgung geschah aus ihrer geistlichen Unwissenheit, so sagte Jesus \u2013 Vers 21b: <strong>\u201e&#8230; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.\u201c (21b)<\/strong>. Der Hass und die Verfolgung der Welt sind f\u00fcr die J\u00fcnger also nicht etwas, was nicht sein sollte, sondern etwas, was sein muss. Sie sollten und w\u00fcrden sie aber \u00fcberwinden, weil Gott ihnen auf verschiedene Weise hilft. Au\u00dferdem k\u00fcndigte Jesus die Ankunft des heiligen Geistes an, der sie tr\u00f6sten, f\u00fchren und von Jesus Zeugnis geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wir leben im christlich gepr\u00e4gten Abendland. Dennoch d\u00fcrfen wir von unserer Gesellschaft auch Hass und Verfolgung erwarten, obwohl das Christentum in unserem Land fast wie eine Staatsreligion ist. Das geschieht, weil Jesus uns aus der Welt herausgeholt hat und weil die Welt das Evangelium hasst. Das wird deutlicher, wenn die Welt mit dem Evangelium konfrontiert wird. Denn der herrschende Zeitgeist ist ein gottloser Humanismus. Aber wir sollen nicht \u00e4ngstlich sein, denn Gott hilft uns und schenkt uns den Sieg.<\/p>\n<p>Gott hat auch mich erw\u00e4hlt. Fr\u00fcher kam mir das Glaubensleben wie ein Kampf vor, denn ich K\u00e4mpfte darum, Gott zu gehorchen und Glauben zu halten. Mein Kampf war aber nicht immer siegreich, so dass ich nicht von der Angst frei war. Ich dachte: \u201eOh weh, wenn ich auch meinen letzten Kampf verlieren w\u00fcrde!\u201c Aber nicht ich habe Gott erw\u00e4hlt, sondern Gott hat mich erw\u00e4hlt. Also, wie ich im Glauben lebe und leben werde ist nicht mein Werk sondern Gottes Werk. So habe ich nun Gewissheit, dass Gott sein Werk an mir bis zum Ende treu vollbringen wird.<\/p>\n<p>Wir danken Gott daf\u00fcr, dass Jesus uns aus dem Zeitgeist von gottlosem Humanismus und egoistischem Individualismus unserer Gesellschaft \u201eherauserw\u00e4hlt\u201c und uns zu sich gef\u00fchrt hat. Wir danken, dass Jesus uns zu seinen Freunden gemacht hat. Jesus will, dass wir in der Liebesbeziehung zu ihm und auch zu den Menschen leben. Jesus will dadurch an uns viel Frucht bringen. Lesen wir gemeinsam das Leitwort \u2013 Vers 16: <strong>\u201eNicht ihr habt mich erw\u00e4hlt, sondern ich habe euch erw\u00e4hlt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er&#8217;s euch gebe. (16)\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich habe euch erw\u00e4hlt \u201eNicht ihr habt mich erw\u00e4hlt, sondern ich habe euch erw\u00e4hlt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er&#8217;s euch gebe\u201c Joh 15,16 Letzte Woche haben wir das Gleichnis vom Weinstock betrachtet. 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