{"id":738,"date":"2010-03-21T21:16:24","date_gmt":"2010-03-21T20:16:24","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=738"},"modified":"2023-01-29T20:44:08","modified_gmt":"2023-01-29T19:44:08","slug":"predigt-johannes-151-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-johannes-151-8\/","title":{"rendered":"Predigt: Johannes 15,1-8"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/J36-P15-0108.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Ich bin der wahre Weinstock<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun.\u201c<\/strong><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>(5)<\/strong><\/h3>\n<p>Nachdem wir im Kapitel 13 Jesu neues Gebot der Liebe empfangen haben, das uns hilft, unser christliches Leben in der Gemeinschaft zu f\u00fchren, und durch Kapitel 14 den Weg zum Leben und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes erfahren haben, die unser pers\u00f6nliches Glaubensleben betreffen, begegnen wir im Kapitel 15 einem Gleichnis Jesu; dem Gleichnis vom wahren Weinstock. Im Fokus unserer heutigen Betrachtung steht somit die Beziehung zwischen Jesus und uns. Wir werden erfahren, warum unsere Beziehung zu Jesus so wichtig ist und welche Frucht diese Beziehung tr\u00e4gt und warum die Frucht von au\u00dferordentlicher Bedeutung ist.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tWeinstock und Weing\u00e4rtner (1)<\/strong><\/p>\n<p>Wie erl\u00e4utert Jesus sein Gleichnis vom Weinstock? Vers 1 lautet: <strong>\u201eIch bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weing\u00e4rtner.\u201c<\/strong> Jesus ist der wahre Weinstock. Das Adjektiv \u201ewahr\u201c ist ein Hinweis auf das Vorhandensein anderer Weinst\u00f6cke. Wer oder was sind die \u00fcbrigen Weinst\u00f6cke? Wenn wir das Alte Testament lesen, erfahren wir viele Gleichnisse von Weinst\u00f6cken und Weinbergen. An einer Stelle ist die Rede von Sodoms Weinstock und Gomorras Weinberg, die giftige Trauben trugen (5.Mose 32,32). In Ps. 128 hei\u00dft es \u00fcber den Segen Gottes: <strong>\u201eDein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock\u201c.<\/strong> Weinstock kann also f\u00fcr einzelne Personen oder ganze St\u00e4dte stehen. Doch haupts\u00e4chlich wurde der Weinstock im Alten Testament als Gleichnis f\u00fcr das Volk Israel gebraucht. In Ps. 80 hei\u00dft es:  <strong>\u201eDu hast einen Weinstock aus \u00c4gypten geholt, hast vertrieben die V\u00f6lker und ihn eingepflanzt.\u201c<\/strong> (9) Doch hat Israel, der Weinstock Gottes, sich gut entwickeln k\u00f6nnen? In Jer. 2 hei\u00dft es: <strong>\u201eIch aber hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gew\u00e4chs. Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock?\u201e<\/strong> (21) Leider hat sich Israel nicht im Interesse Gottes entwickelt. Es hat sich nicht als wahren, sondern als wilden Weinstock herausgestellt. Doch Israel war nicht Gottes letzter Weinstock. Der wahre Weinstock w\u00fcrde kommen und \u00fcber ihn hei\u00dft es in einer Prophezeiung: <strong>\u201eSch\u00fctze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir gro\u00dfgezogen hast!\u201c <\/strong>(Ps. 80,16) Jesus ist der wahre Weinstock, den Gott in diese Welt gepflanzt und gro\u00dfgezogen hat und der wahre Weinstock w\u00e4chst unter Gottes F\u00fcrsorge auch heute noch weiter. Somit steht fest, dass Jesus der wahre Weinstock und Gott der Vater, der Weing\u00e4rtner ist, da Jesus stets nach dem Willen des Vaters handelt. (Vgl. Joh. 14,10)<\/p>\n<p>Dass Gott der Weing\u00e4rtner ist bedeutet auch, dass er der Urheber aller Dinge ist. Gott ergriff die erste Initiative und er bleibt im Laufe der ganzen Weltgeschichte Initiator. Erst bei Gott findet unser Dasein den eigentlichen Sinn. Warum es so ist, erfahren wird durch das Gleichnis.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tWeinstock und Rebe (2.3)<\/strong><\/p>\n<p>Was enth\u00e4lt der Weinstock? Vers 2 f\u00e4ngt an mit den Worten: <strong>\u201eEine jede Rebe an mir\u201c<\/strong>. Der Weinstock enth\u00e4lt Reben. Jesus, der Weinstock, hat viele Reben. Wer sind die Reben? Vers 5a lautet: <strong>\u201eIch bin der Weinstock, ihr seid die Reben.\u201c <\/strong>Wie wir wissen, handelt das Obergemachgespr\u00e4ch von der letzten gro\u00dfen Gemeinschaft Jesu mit seinen J\u00fcngern. Die Aussage: <strong>\u201eIhr seid die Reben\u201c<\/strong> war also direkt an die J\u00fcnger gerichtet. Wir sind also Reben, ich bin eine Rebe und du bist eine Rebe.<\/p>\n<p>Wodurch unterscheiden sich die Reben voneinander? Vers 2 lautet: <strong>\u201eEine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe.\u201c<\/strong> Die Rebe hat ihre Daseinsbedeutung oder Lebensaufgabe darin, Fr\u00fcchte hervorzubringen. In der Natur ist nur eine fruchtbare Rebe eine gute Rebe. Was wird mit unfruchtbaren Reben geschehen? <strong>\u201eEine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen\u201c<\/strong>. Der Weing\u00e4rtner k\u00fcmmert sich f\u00fcrsorglich um den Weinberg, m\u00fchevoll legt er einen Zaun drum herum und baut einen richtigen Turm und gr\u00e4bt eine Kelter. (Vgl. Jes. 5) All das tut er, um den Weinberg zu sch\u00fctzen und die bestm\u00f6gliche Umgebung f\u00fcr das Gedeihen der Fr\u00fcchte zu schaffen. Er wird sich auch um jede einzelne Rebe k\u00fcmmern. Sind die Reben unfruchtbar, dann sollen sie weder Platz noch Ressourcen verschwenden. Sie sollen den fruchtbaren Reben keine N\u00e4hrstoffe vorwegnehmen, mit ihren Bl\u00e4ttern auch keine unerw\u00fcnschte Schatten werfen. Die unfruchtbaren Reben haben ihr Ziel verfehlt und der Weing\u00e4rtner wird das Traurige aber Notwendige tun, er wird sie wegnehmen. So hat auch Gott als eifernder Weing\u00e4rtner alles N\u00f6tige vollbracht, um f\u00fcr die bestm\u00f6gliche Umgebung zu sorgen. Gott hat im Laufe der Geschichte Vorbereitungen getroffen, um den wahren Weinstock in die Welt zu setzen. Gott k\u00fcmmert sich um seinen Weinstock, er k\u00fcmmert sich auch um die einzelnen Reben. Er begutachtet jede Rebe und wird die Unfruchtbaren entfernen. Das ist das Gericht. Welche Beispiele gibt es hierf\u00fcr? Ein historisches Beispiel stellt das bereits angesprochene Volk Israel dar. In Jer. 2,21 hei\u00dft es: <strong>\u201eIch aber hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gew\u00e4chs. Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock?\u201c <\/strong>Sie glichen hoffnungsvollen Reben, die Gott mit viel M\u00fche auf einer fetten H\u00f6he eingepflanzt hatte. Im Jes. 5,4 fragt Gott: <strong>\u201eWas sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, w\u00e4hrend ich darauf wartete, da\u00df er gute br\u00e4chte?\u201c<\/strong> Im ersten Kapitel des Johannesevangeliums kommt die fehlende Frucht Israels besonders zum Ausdruck. Jesus <strong>\u201ekam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf\u201c<\/strong> (11). Paulus dr\u00fcckte dieses Drama ebenfalls mit einem botanischen Gleichnis aus: <strong>\u201eDie Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft w\u00fcrde\u201c<\/strong> (R\u00f6m. 11,19)<\/p>\n<p>Ein anderes, klassisches Beispiel, ist Judas Iskariot. Er geh\u00f6rte zu den J\u00fcngern Jesu, er war eine Rebe am Weinstock. Doch Judas brachte keine Fr\u00fcchte im Sinne Gottes hervor. Wenn er irgendwelche Fr\u00fcchte hervorgebracht hat, dann bittere und giftige Fr\u00fcchte, die zum Tod f\u00fchrten. De facto wurde er weggenommen und vom Weinstock abgetrennt. Die Erkenntnis lautet, dass Gott keine unfruchtbaren Reben duldet, auch wenn sie von ihrer Herkunft die besten Voraussetzungen haben.<\/p>\n<p>Was wird Gott hingegen mit fruchtbaren Reben tun? Vers 2b lautet: <strong>\u201eund eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe.\u201c<\/strong> Warum m\u00fcssen die fruchtbaren Reben gereinigt werden? (Zitat) \u201eJede fruchtbringende Rebe hat die Eigenschaft, ins Kraut zu schiessen. \u2013 Was heisst das? An einer Rebe wachsen vielleicht zwei, drei Trauben. Nach der letzten Frucht w\u00e4chst die Rebe aber weiter, ohne dass sie noch weitere Trauben hervorbringt. Bereits vor vielen Jahren hatte man festgestellt, dass das dritte Blatt nach der letzten Frucht am meisten Zucker in die Trauben bringt. Es w\u00e4re also falsch, die Rebe gleich nach der letzten Traube zu schneiden. Ebenso wenig w\u00e4re es hilfreich, sie einfach weiter wachsen zu lassen. So wird eine Rebe erst nach dem dritten oder vierten Blatt nach der letzten Frucht beschnitten, &#8211; oder wie Jesus sagt &#8222;gereinigt&#8220;. Dies alles geschieht nur mit dem einen Ziel, damit die Rebe mehr, resp. wertvollere Frucht bringt und die kostbare Kraft des Weinstocks nicht dazu verbraucht wird, weiter Bl\u00e4tter zu bilden. Wenn der Weing\u00e4rtner die Rebe reinigt, dann ist das f\u00fcr sie ein schmerzlicher Vorgang. Die Rebe blutet, d.h. der Saft tropft aus der Schnittstelle wie Blutstropfen, nur farblos. \u2013 Wenn Gott, der himmlische Weing\u00e4rtner, sein Messer an fruchttragenden Reben ansetzt, dann tut das weh. Vielleicht erlebst du gerade zurzeit, wie der Herr mit Seinem Messer an dir arbeitet. Da werden deine Pl\u00e4ne durchkreuzt, [\u2026] eine grosse Trauer bricht \u00fcber dich herein, eine Krankheit legt dich lahm, [\u2026] &#8211; Was auch immer geschieht: Du darfst wissen: Gott als der himmlische Weing\u00e4rtner weiss, was er tut, was weg muss. Er macht keine Fehler. Er hat nur ein Ziel, dass du mehr Frucht bringst.\u201c (Peter Landert)<\/p>\n<p>Die Reinigung der Rebe, unsere Reinigung, kann bedrohlich wirken, ist aber notwendig. Wir sollten Gott inst\u00e4ndig anflehen, uns zu reinigen.<\/p>\n<p>Was sagt Jesus \u00fcber die Reinigung noch? Vers 3 lautet: <strong>\u201eIhr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.\u201c<\/strong> Wenn die Reben bereits durch das Wort Jesu rein sind, wozu ben\u00f6tigen sie der fortlaufenden Reinigung? Der Punkt ist, dass die J\u00fcnger Jesu sofort und sogleich durch das Wort Christi gereinigt werden, wenn sie es annehmen. Das Wort reinigt. Unser Status vor Gott wird sofort und sogleich als rein gelten, sobald wir uns f\u00fcr Christus entscheiden. Das ist die Bekehrung. Doch sie ist nicht das Ende, sondern der Beginn unseres Glaubenslebens. Wir wurden soeben aus dem Sumpf der Welt herausgefischt. Noch trieft und tropft es \u00fcberall an uns. Dennoch sagt Jesus, dass wir rein sind. Doch es sind die alten Gewohnheiten, die uns wie kleine Schweinchen zur\u00fcck in den Sumpf der Welt springen lassen, obwohl wir soeben gereinigt wurden. Erneut bed\u00fcrfen wir der Reinigung. Doch im Laufe der Jahre wirkt der fortlaufende Prozess der Reinigung in uns, so dass unser Wesen und unsere Gewohnheiten sich nach Gott wenden, langsam aber sicher \u00fcbernehmen wir die Gesinnung Christi, sein Wesen nimmt immer festere Konturen in uns an. Diesen Prozess nennt die Bibel Heiligung. Heiligung bedeutet die Angleichung unseres tats\u00e4chlichen Zustandes an den Status, den wir bereits empfangen haben. Heiligung ist also die Ann\u00e4herung des Ist-Zustandes an den Soll-Zustand, der letztendlich im Himmelreich vollkommene Erf\u00fcllung finden wird. Wir m\u00fcssen also im Wort Jesu wandeln, um rein zu bleiben.<\/p>\n<p>Wie findet praktische Reinigung durch Jesu Wort statt? Anwendungsbeispiele liefern uns die Kapitel 13 und 14 zu gen\u00fcge. Wenn wir bspw. die anderen nicht lieben und ihnen nicht dienen k\u00f6nnen, hilft uns Jesu Wort, die Unliebsamkeit an uns abzuwaschen. Uns werden Bu\u00dfe, Glaubensentscheidung und Gehorsam durch Liebe zu Jesus abverlangt. Auch wenn diese Worte nicht zeitgem\u00e4\u00df klingen m\u00f6gen, sind sie doch die notwendigen und hinreichenden Bedingungen der Reinigung, die durch Jesu Wort geschieht.<\/p>\n<p>Wir sind also Reben, die der Reinigung bed\u00fcrfen; welche Erfahrungen haben wir bereits gesammelt? Sehr oft tragen wir als Reben viele sch\u00f6ne Bl\u00e4tter, die aber unn\u00f6tig sind und nicht nur unn\u00f6tig, sondern auch hinderlich. Sie rauben unn\u00f6tig viel Zeit und Kraft und sind sch\u00e4dlich f\u00fcr die Frucht. Darunter k\u00f6nnen verschiedene Hobbys fallen, mit einem nicht gerade geringen Spa\u00dffaktor. Ein sehr altes Beispiel aus meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung betrafen die Abende an den Wochenenden. Da ich ein begeisterter Zuschauer guter Spielfilme war und wohl noch immer bin, waren diese drei Abende der Woche f\u00fcr mich ausgesondert, sie waren mir beinahe heilig. Mit gro\u00dfer Lust und Freude schaute ich mir in meiner Jugend verschiedene Blockbuster im Fernsehen an. Als ich vor etwa 11 Jahren zum Glauben kam, konnte ich diesem Hobby nicht ohne weiteres nachkommen. An den Freitagen hatten wir Versammlung und an den Samstagen oftmals Chorproben oder sonstige Veranstaltungen. Schon bald sah ich die Schere an mir anlegen und es machte schnipp. Es zwickte ein wenig, aber meine Schmerzen hielten sich in Grenzen. Heute bin ich vollst\u00e4ndig von dieser Gewohnheit befreit, ich kann mich in dieser Zeit dem Werk Gottes problemlos widmen.<\/p>\n<p>Andere Beispiele k\u00f6nnen auch negative Einstellungen oder Unzufriedenheit gegen\u00fcber dem Werk Gottes sein. Ein j\u00fcngeres Beispiel betraf die erst seit wenigen Jahren\/Monaten ins Leben gerufene Gebetsstunde am Samstagabend. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr diese neue Veranstaltung \u00c4rgernis in mir hervorrief. \u00c4u\u00dferlich war sie mir vielleicht nicht anzumerken, da ich mich bei niemandem dar\u00fcber beschwerte, doch innerlich tobte Unzufriedenheit in mir. Es war als ob ein gro\u00dfes Blatt an mir gewachsen w\u00e4re. Doch kennt ihr Bl\u00e4tter, die ganz in Ordnung aussehen, wenn man sie aber umdreht, voller Blattl\u00e4use sind? So \u00e4hnlich sah es bei mir aus und ich musste eine Entscheidung treffen und sah das Winzermesser erneut auf mich zukommen. Dieses Mal verursachte das Schneiden heftige seelische Schmerzen. Doch als ich mich f\u00fcr die Gebetsversammlung entschied, erfuhr ich Gottes Wirken. Besonders dann, wenn ich mit dem Predigtdienst dran bin, erfahre ich Gottes besonderen Segen im Gebet. Im Gebet geschieht etwas Wichtiges f\u00fcr die Aufgabe, die mich am Sonntag erwartet. Auf diese Weise habe ich Gottes Reinigung zu sch\u00e4tzen gelernt. Sie hilft mir, mehr Frucht hervorzubringen. Und nat\u00fcrlich ist noch l\u00e4ngst nicht alles an mir abgeschnippelt, was auch weggeschnitten geh\u00f6rt, doch ich bin sicher, dass Gottes Wirken kontinuierlich anhalten wird. M\u00f6ge er sein Werk an mir und an uns allen fortf\u00fchren und vollenden.<\/p>\n<p>Schlussfolgernd stellen wir fest, wie entscheidend die Frucht ist, denn der Weing\u00e4rtner schaut auf die Frucht jeder einzelnen Rebe. Doch wie kann ich als Rebe fruchtbar sein und viel Frucht hervorbringen?<\/p>\n<p><strong>Teil III \tDie Frucht der Beziehung (4-8)<\/strong><\/p>\n<p>Lesen wir den Vers 4: <strong>\u201eBleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.\u201c<\/strong> Jesus sagt uns, wie wir als Reben Fr\u00fcchte tragen k\u00f6nnen. <strong>\u201eBleibt in mir und ich in euch.\u201c <\/strong>Unser Bleiben in Jesus ist nicht nur Erfolgsrezept, es f\u00fchrt kein Weg daran vorbei, auf keinen anderen Weg kann eine Rebe Frucht tragen. Warum ist das so? Denn die Rebe kann einfach keine Frucht bringen aus sich selbst. Wer hat schon einmal eine Rebe ohne Weinstock gesehen, die pl\u00f6tzlich Fr\u00fcchte hervorgebracht hat? Das ist v\u00f6llig unm\u00f6glich. Die Fr\u00fcchte die wir ohne Jesus hervorbringen sind entweder keine richtigen Fr\u00fcchte, also Pseudofr\u00fcchte, weil sie vor Gott nichtig sind, oder aber verfaulte und verdorbene Fr\u00fcchte, die krank machen oder vergiften. Die Rebe kann von sich aus keine Frucht hervorbringen. So auch wir nicht, wenn wir nicht in Jesus bleiben.<\/p>\n<p>Was wird im Umkehrschluss passieren, wenn wir in Jesus bleiben? Lesen wir den Vers 5: <strong>\u201eIch bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun.\u201c<\/strong> Das Bleiben in Jesus generiert 100%ige Frucht! Wie k\u00f6nnen wir uns das Leben einer fruchtbaren Rebe, also eines vorbildlichen Christen, vorstellen? Wie w\u00fcrde ein \u00fcberdurchschnittlicher Gottesmenschen, etwa in der Gr\u00f6\u00dfenordnung eines Apostels, ein Superchrist etwa, in unserer Zeit leben? Er wird morgens aufstehen und zu Gott beten. Er wird Gott loben und preisen, er wird das Wort Gottes lesen, studieren und verinnerlichen. Danach, wenn er Gott wieder gelobt hat, wird er F\u00fcrbitte f\u00fcr andere Menschen ablegen. Dann wird er das Haus verlassen und zur Arbeit gehen. Er wird zur Ehre Gottes arbeiten. Und w\u00e4hrend er sich au\u00dferhalb des Hauses befindet, wird er die Liebe Christi an jedermann aus\u00fcben. Er wird auch versuchen ein progressiver Segen f\u00fcr seine Umgebung zu sein. Er wird darauf bedacht sein, das heilbringende Evangelium weiter zu geben. Und abends wird er den Tag \u00e4hnlich beenden, wie er den Tag begonnen hat. Und auf kurz oder lang wird er viele Fr\u00fcchte seines Glaubenswandels ernten, er wird innerlich strahlen, wie die Sonne am Himmel und viele Menschen f\u00fcr Christus gewinnen. Seine Freude wird vollkommen sein. So k\u00f6nnten wir uns das Leben eines hervorragenden Christen in unserer Zeit vorstellen. Welche Eigenschaften und F\u00e4higkeiten werden wir ben\u00f6tigen, um ein solches Leben zu f\u00fchren? Wir brauchen eiserne Disziplin, um nicht abzuweichen, sondern auf dem Pfad der Wahrheit und dem Weg des Lebens zu bleiben. Wir brauchen ein exzellentes Verst\u00e4ndnis und Denkverm\u00f6gen, um das Wort Gottes sogleich zu begreifen. Wir brauchen Willenskraft, so stark wie Schiffstau, um auch durchzusetzen, was uns angesprochen hat. Wir m\u00fcssen widerstandsfest sein, wie ein Panzer, um die Angriffe und Anfechtungen des Satans abwehren zu k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen mutig sein, wie ein L\u00f6we, um auf Menschen zugehen zu k\u00f6nnen, damit sie die Wahrheit erfahren. Wir m\u00fcssen barmherzig sein, wie der Samariter, damit wir ein jammerndes Herz wie Jesus f\u00fcr seine Schafe haben k\u00f6nnen. Wir brauchen ein gewisses Niveau an Sprach- und Kommunikationsf\u00e4higkeit und gen\u00fcgend Intellekt, um bspw. ein Segen f\u00fcr Studenten sein zu k\u00f6nnen. Und wenn wir schon dabei sind, w\u00e4re ein Schuss Charisma nicht schlecht, um hinrei\u00dfende Reden zu halten und Massen zur Bu\u00dfe und Einsicht zu bewegen. Wir brauchen also unheimlich viele Eigenschaften und hervorragende F\u00e4higkeiten, um eine fruchtbare Rebe zu sein. Ist das so? Generieren all diese Eigenschaften Fr\u00fcchte? Betrachten wir erneut die Verse 4 und 5. Ohne Jesus k\u00f6nnen wir nichts tun. Lesen wir erneut Vers 5: <strong>\u201eIch bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun.\u201c <\/strong>Einzig und allein das Bleiben in Jesus bewirkt Frucht, wie viel Frucht? Viel Frucht!<\/p>\n<p>Seit letztem Semester gehen wir neue Wege in der Einladungsaktion. Wir erarbeiten kreative Ideen und ansprechende Methoden. Wir investieren Zeit und M\u00fche, um viel Frucht hervorzubringen. Doch selbst wenn wir es schaffen w\u00fcrden, die beste aller Einladungskarten zu erstellen und die optimale Raum-Zeit Kombination am Campus f\u00e4nden und die kreativsten Infoabende aller Zeiten veranstalten w\u00fcrden, w\u00e4ren all diese sch\u00f6nen Erneuerungen dennoch nicht in der Lage von sich aus Frucht zu schaffen. Wie aber k\u00f6nnen wir viel Frucht bringen? Die Frucht entsteht ausschlie\u00dflich durch Jesus. Wir bilden mit all unseren Ideen und F\u00e4higkeiten ein Rohr f\u00fcr die Wirksamkeit Christi. Gottes Wirksamkeit, Gottes Kraft soll durch uns hindurchflie\u00dfen. Beten wir, dass Gott unsere Erneuerungen in der Einladungsaktion in Jesus gebrauchen m\u00f6ge. Beten wir, dass Christi Kraft und Christi Geist durch uns hindurchflie\u00dfen, damit wir viel Frucht hervorbringen.<\/p>\n<p>Wie hilft Jesus seinen J\u00fcngern noch, bei ihm zu bleiben? Betrachten wir die Verse 6 und 7. Durch Vers 6 veranschaulicht Jesus das bedeutungslose Dasein einer weggeworfenen Rebe. Warum wird sie ins Feuer geworfen? In Hes. 15 hei\u00dft es: <strong>\u201eDu Menschenkind, was hat das Holz des Weinstocks voraus vor anderm Holz\u2026 Nimmt man es denn und macht etwas daraus?&#8230; Siehe, man wirft&#8217;s ins Feuer, da\u00df es verzehrt wird.\u201c<\/strong> (2-4) Im holzarmen Pal\u00e4stina dienten abgeschnittene Reben allenfalls zu Brennholz, zu mehr taugten sie nicht. Jesus, der seine J\u00fcnger bald verlassen w\u00fcrde, warnte sie davor, sich von ihm zu trennen. Ohne Jesus w\u00fcrden sie jegliche Daseinsbedeutung verlieren.<\/p>\n<p>Wie ermutigte Jesus die J\u00fcnger, bei ihm zu bleiben? Vers 7 lautet: <strong>\u201eWenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.\u201c<\/strong> Wie bereits erw\u00e4hnt w\u00fcrde Jesus von ihnen Abschied nehmen. Wie konnten die J\u00fcnger dennoch in Jesus bleiben, wenn er dabei war Abschied zu nehmen? Die Antwort ist: Das Wort Jesu! Wenn Jesu Wort Eintritt in das menschliche Herz erh\u00e4lt, dann ist es Jesus selbst, der anklopft und eintritt. Das Wort Jesu erm\u00f6glicht auch uns in Jesus zu bleiben. Weil dieser Punkt so wichtig ist, wollen wir genauer darauf eingehen. Das Wort hilft uns in Jesus zu bleiben. Genau diese Tatsache ist der Grund unseres regelm\u00e4\u00dfigen Bibelstudiums in der Gemeinde. Wenn wir zum Bibelstudium kommen, dann mit dem Ziel, bei Jesus zu bleiben. Wir ben\u00f6tigen dieses Bewusstsein, damit unser regelm\u00e4\u00dfiges Bibelstudium keine routinem\u00e4\u00dfige Pflichtlekt\u00fcre wird, die wir halbherzig wahrnehmen. Eine wache Sehnsucht nach dem Wort Gottes f\u00fchrt uns direkt in die Arme Jesu und verhei\u00dft viel Frucht. M\u00f6ge Gott unser Bibelstudium in dieser Hinsicht segnen.<\/p>\n<p>Welche Verhei\u00dfung hing Jesus an? <strong>\u201eWenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.\u201c<\/strong> Diese Verhei\u00dfung ben\u00f6tigt keine theologische Exegese. Wer daran glaubt, wird sie in seinem praktischen Glaubensleben wunderbar erfahren. Bitten wir, so wird uns gegeben, bitten wir nicht, so entgeht uns vieles.<\/p>\n<p>Wie ermutigte Jesus seine J\u00fcnger noch, in ihm zu bleiben und viel Frucht zu bringen? Betrachten wir Vers 8: <strong>\u201eDarin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine J\u00fcnger.\u201c <\/strong>Das hervorbringen der Frucht schenkt uns den h\u00f6chsten Lebenssinn, denn dadurch wird Gott, der Vater, verherrlicht. Die Frucht ist also beides, ein Kennzeichen der wahren J\u00fcngerschaft Christi und der Weg der Verherrlichung Gottes.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend stellen wir fest, dass Frucht zu bringen zwar ein wichtiger Teil unserer Lebensaufgabe ist, die Rebe allerdings nicht als wirtschaftliche Produktionsfunktion missverstanden werden darf. Ich kann, sosehr ich mich auch anstrenge und bem\u00fche, keine Frucht bewirken. Ich soll all meine M\u00fche und Anstrengung einer anderen Aufgabe widmen, n\u00e4mlich dem Bleiben in Jesus, also das Halten seines Wortes, das kann ich tun und soll es auch. Das ist mein zentrales Lebensziel! Nichts steht dar\u00fcber! Alles andere w\u00fcrde das Scheitern meines Daseins bedeuten. Woher kommt dann die Frucht? Ich kann sie nicht schaffen, doch ich kann mich von Jesus gebrauchen lassen. Er ist der Weinstock, in ihm ist das Leben. Er wird mich gebrauchen und viel Frucht schaffen. Also ist die Frucht keine Leistung von mir, sondern eine logische Schlussfolgerung meiner Beziehung zu Jesus. Und ich kann Gott nicht genug daf\u00fcr danken, dass er mein sinnloses Dasein gesehen und mich genommen und an den wahren Weinstock Jesus eingepfropft hat. Diese Gnadentat hat mich von einer verdorrten, ausgetrockneten und erstorbenen Rebe zu einer lebendigen Rebe ver\u00e4ndert, die viel Frucht durch die Beziehung zu Jesus tragen darf. Daf\u00fcr bin ich Gott ein Leben lang Dank verpflichtet.<\/p>\n<p>Lasst uns nicht Tag und Nacht Gedanken \u00fcber die Fr\u00fcchte machen, lasst uns aber Tag und Nacht Gedanken \u00fcber das Bleiben in Jesus machen. M\u00f6ge Gottes wirksame und reinigende Kraft durch uns str\u00f6men uns viel Frucht bewirken. Gott werde dadurch verherrlicht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich bin der wahre Weinstock \u201eIch bin der Weinstock, ihr seid die Reben. 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