{"id":692,"date":"2010-02-14T20:58:16","date_gmt":"2010-02-14T19:58:16","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=692"},"modified":"2023-01-29T20:33:54","modified_gmt":"2023-01-29T19:33:54","slug":"predigt-rut-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-rut-4\/","title":{"rendered":"Predigt: Rut 4,1-22"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Predigt-14.2..doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">DER WIRD DICH ERQUICKEN<\/h2>\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eDer wird dich erquicken und dein Alter versorgen. Denn deine Schwiegertochter, die dich geliebt hat, hat ihn geboren, die dir mehr wert ist als sieben S\u00f6hne.\u201c<br><br>Rut 4,15<\/address>\n<p>In den vergangenen Wochen haben wir erfahren, wie die verwitwete Noomi mit ihrer ebenfalls verwitweten Schwiegertochter Rut von Moab nach Bethlehem zur\u00fcckgekehrt war, nachdem sie geh\u00f6rt hatte, dass sich der HERR seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte. Rut hatte die Entscheidung getroffen, ihre Schwiegermutter bis zum Ende treu zu folgen: \u201eRede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.\u201c Sie wollte bis zum Ende bei ihrer Schwiegermutter bleiben und sich um sie k\u00fcmmern. Doch zugleich traf sie die Entscheidung, den Gott von Noomi als ihren pers\u00f6nlichen Gott anzunehmen und ihn anzubeten. Gott selbst f\u00fchrte es, dass das Feld, auf das sie ging, um dort flei\u00dfig \u00c4hren aufzulesen, einem L\u00f6ser geh\u00f6rte. Dieser hatte von Ruts Treue und Liebe zu Noomi geh\u00f6rt: \u201eMan hat mir alles angesagt, was du getan hast an deiner Schwiegermutter nach deines Mannes Tod; dass du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und zu einem Volk gezogen bist, das du vorher nicht kanntest. Der HERR vergelte dir deine Tat, und dein Lohn m\u00f6ge vollkommen sein bei dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dass du unter seinen Fl\u00fcgeln Zuflucht h\u00e4ttest.\u201c Letzte Woche haben wir geh\u00f6rt, wie Noomi Rut einen weisen Rat gab, den sie genau befolgte, um Boas darauf aufmerksam zu machen, dass er ihr L\u00f6ser sei.<\/p>\n<p>Daraufhin hatte Boas hatteRut versprochen: \u201eJa, es ist wahr, dass ich ein L\u00f6ser bin; aber es ist noch ein L\u00f6ser da, n\u00e4her verwandt als ich.&nbsp;Bleib \u00fcber Nacht hier. Will er dich dann am Morgen l\u00f6sen, gut, so mag er&#8217;s tun; hat er aber keine Lust, dich zu l\u00f6sen, so will ich dich l\u00f6sen, so wahr der HERR lebt. Schlaf bis zum Morgen!\u201c Der Begriff \u201eL\u00f6ser\u201c kommt in diesem kurzen Buch Rut ungef\u00e4hr 20 Mal vor, auf Hebr\u00e4isch \u201ego\u2019el\u201c. Ein L\u00f6ser sollte einen entweder von Sklaverei oder von Armut loskaufen, d. h. befreien.<\/p>\n<p>Genau, wie Boas es Rut versprochen hatte, so handelte er. Damit ersparte er es ihr, dass sie selbst zu diesem L\u00f6ser gehen sollte. Sehen wir uns den Vers 1 an. Boas ging ins Tor hinauf, setzte sich dort, wartete, bis der L\u00f6ser kam, und sprach zu ihm: \u201eKomm, mein Lieber, und setze dich hierher!\u201c Am Stadttor kam in der Regel das ganze Volk zusammen, wo Gerichte abgehalten wurden und der Markt stattfand. Boas\u2018 Gru\u00df war sehr freundlich und einladend, so dass der L\u00f6ser her\u00fcber kam und sich setzte. Betrachten wir die Verse 2-4a. Boas nahm zehn M\u00e4nner von den \u00c4ltesten der Stadt und bat sie ebenfalls, sich zu setzen, was auch sie taten. Danach brachte er dem L\u00f6ser Noomis Fall vor: \u201eNoomi, die aus dem Lande der Moabiter zur\u00fcckgekommen ist, bietet feil den Anteil an dem Feld, der unserm Bruder Elimelech geh\u00f6rte. Darum gedachte ich\u2019s, vor deine Ohren zu bringen und zu sagen: Willst du es l\u00f6sen, so kaufe es vor den B\u00fcrgern und vor den \u00c4ltesten meines Volks; willst du es aber nicht l\u00f6sen, so sage mir\u2019s, damit ich\u2019s wisse; denn es ist kein anderer L\u00f6ser da als du und ich nach dir.\u201c<\/p>\n<p>Wie war die Antwort des n\u00e4her stehenden Verwandten? Sie lautet in Vers 4b: \u201eIch will\u2019s l\u00f6sen.\u201c Er war bereit, Noomi und das Feld ihres verstorbenen Mannes zu l\u00f6sen. Doch dann teilte ihm Boas mit, dass er an dem Tag, an dem er von Noomi das Feld kaufen w\u00fcrde, auch Rut, die Moabiterin, die Frau des Verstorbenen, nehmen m\u00fcsse, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil zu erhalten. Da erkl\u00e4rte der Verwandte, der schon bereit gewesen war, das Feld und das ganze fr\u00fchere Eigentum von Elimelech zu l\u00f6sen, dass er dies doch nicht k\u00f6nne, weil er sonst sein eigenes Erbteil sch\u00e4digen w\u00fcrde. Sein eigenes Erbteil w\u00fcrde gesch\u00e4digt werden, wenn er nur einen Sohn bek\u00e4me, da dieser als Nachkomme von Elimelech bzw. Machlon und nicht als sein eigener Sohn angesehen w\u00fcrde. Au\u00dferdem war er anscheinend nicht bereit, eine moabitische Frau zu heiraten. Daher antwortete er Boas: \u201eL\u00f6se dir zugut, was ich h\u00e4tte l\u00f6sen sollen; denn ich vermag es nicht zu l\u00f6sen.\u201c Es w\u00e4re seine Verantwortung gewesen, seiner Funktion als L\u00f6ser nachzukommen, doch er vermochte es nicht. In der Tat war es Voraussetzung, dass der L\u00f6ser freiwillig etwas l\u00f6ste, bzw. nur dann, wenn er in der Lage dazu war. Dies war jetzt jedoch nicht mehr der Fall. Auf diese Weise kam es, dass Boas nicht nur der n\u00e4chste, sondern der einzige L\u00f6ser f\u00fcr Elimelechs Frau und Eigentum geworden war, da es anscheinend keine weiteren Verwandten mehr von Elimelech gab.<\/p>\n<p>Schauen wir uns die Verse 7 und 8 an. Es gab in Israel damals die Sitte, als Best\u00e4tigung und Bezeugung f\u00fcr jemanden, der eine L\u00f6sung oder einen Tausch vollzog, statt wie heutzutage zu unterschreiben, dass derjenige seinen Schuh ausziehen und diesen dem anderen geben sollte. Da es dem L\u00f6ser ernst war, sprach er zu Boas: \u201eKaufe du es!\u201c und zog seinen Schuh aus.<\/p>\n<p>Nun war Boas in der Lage, sein Versprechen an Rut einzul\u00f6sen und sie zu l\u00f6sen. Wie tat er dies? Lesen wir gemeinsam die Verse 9 und 10: \u201eUnd Boas sprach zu den \u00c4ltesten und zu allem Volk: Ihr seid heute Zeugen, dass ich von Noomi alles gekauft habe, was Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon geh\u00f6rt hat. Dazu habe ich mir auch Rut, die Moabiterin, die Frau Machlons zur Frau genommen, dass ich den Namen des Verstorbenen erhalte auf seinem Erbteil und sein Name nicht ausgerottet werde unter seinen Br\u00fcdern und aus dem Tor seiner Stadt; dessen seid ihr heute Zeugen.\u201c Es war Boas von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit, dass alles \u00f6ffentlich geregelt und best\u00e4tigt wurde. Theoretisch w\u00fcrde er genau wie der andere L\u00f6ser sein Erbteil durch diese Heirat sch\u00e4digen, doch im Gegensatz zu ihm war Boas gerne dazu bereit und er berechnete nicht. Was zeigt uns das \u00fcber Boas? Er trug seine Verantwortung als L\u00f6ser willig und hielt sein Versprechen, weil er ein Mann war, der sich um das Wohl der anderen k\u00fcmmerte.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Einwohner von Bethlehem auf diese L\u00f6sung durch Boas? Sie segneten Boas und Rut. Lesen wir die Verse 11 und 12: \u201eUnd alles Volk, das im Tor war, samt den \u00c4ltesten sprach: Wir sind Zeugen. Der HERR mache die Frau, die in dein Haus kommt, wie Rahel und Lea, die beide das Haus Israel gebaut haben; sei stark in Efrata, und dein Name werde gepriesen zu Bethlehem. Und dein Haus werde wie das Haus des Perez, den Tamar dem Juda gebar, durch die Nachkommen, die dir der HERR geben wird von dieser jungen Frau.\u201c Dieser Segensspruch, den die Anwesenden dem jungen Brautpaar gaben, erinnert an den Segen, den die Familie von Rebekka gab, als sie Gottes F\u00fchrung bei deren Familiengr\u00fcndung erkannte: \u201eUnd sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester, wachse zu vieltausend mal tausend, und dein Geschlecht besitze die Tore seiner Feinde.\u201c (1. Mose 24,60) Wie sch\u00f6n ist es, wenn auch Au\u00dfenstehende die F\u00fchrung und den Willen Gottes gerade in Heiratsfragen erkennen und das Brautpaar segnen! Wie gro\u00df und gn\u00e4dig ist Gott, dass er diese junge Familie in der Tat so reichlich gesegnet und selber zum Segen f\u00fcr unendlich viele gemacht hat, so wie er auch Isaak und Rebekka gesegnet und f\u00fcr viele kostbar gebraucht hat!<\/p>\n<p>Was geschah dann? Betrachten wir Vers 13: \u201eSo nahm Boas die Rut, dass sie seine Frau wurde. Und als er zu ihr einging, gab ihr der HERR, dass sie schwanger ward, und sie gebar einen Sohn.\u201c Der HERR selbst gab es, dass Rut bald schwanger wurde und einen Sohn gebar. Dies ist die Best\u00e4tigung Gottes, dass alle Schritte, die bis dahin unternommen worden waren, Gott gefielen und von ihm gesegnet worden waren. Von Anfang an war es Gottes Plan und Absicht gewesen, alle Beteiligten, Noomi, Rut und Boas, gl\u00fccklich zu machen. Wie war dies m\u00f6glich? Dadurch, dass sie sich alle bem\u00fchten, Gottes Willen zu erkennen und diesem zu gehorchen, gerade auch entgegen ihren eigenen Vorstellungen. Alle drei waren Menschen, die nicht ihr eigenes Gl\u00fcck in den Vordergrund stellten, sondern sich darum bem\u00fchten, sich f\u00fcr die anderen hinzugeben und deren Gl\u00fcck zu suchen. Als sie dementsprechend lebten, wurden sie wahrhaft gl\u00fccklich und gesegnet.<\/p>\n<p>So hat sich Noomi zu Anfang unserer Geschichte noch viel mit sich selbst besch\u00e4ftigt und war sehr bitter, als sie an ihre Lage dachte. Doch als sie sah, wie Gott am Werk war, konnte sie Gottes Barmherzigkeit an ihr erkennen, und nicht nur \u00e4u\u00dferlich, sondern auch innerlich zu Gott umkehren und sich nun um Rut k\u00fcmmern und deren Gl\u00fcck suchen. Rut hatte die Entscheidung getroffen, den Gott von Noomi, d. h. den Gott Israels zu ihrem eigenen Gott zu machen und ihr noch junges Leben f\u00fcr eine alte Frau zu opfern. Dies war umso bemerkenswerter, da sie Gott noch nicht pers\u00f6nlich kannte und erfahren hatte. Gott segnete ihren Gehorsam Noomi gegen\u00fcber, so dass sie durch die Orientierung ihrer Schwiegermutter zu ihrem L\u00f6ser kommen konnte. Boas, der L\u00f6ser, steht symbolisch f\u00fcr unseren Erl\u00f6ser Jesus Christus. Er nahm Rut so an, wie sie war. Als es um ihre L\u00f6sung ging, hat er sofort gehandelt, um ihr zu helfen und sich f\u00fcr sie hinzugeben, w\u00e4hrend der andere L\u00f6ser berechnet hat.<\/p>\n<p>Der Segen, der auf Boas und Rut, und damit auch auf Noomi, lag, wurde schlie\u00dflich durch die Geburt dieses kleinen Jungen sichtbar. Lesen wir gemeinsam die Verse 14 und 15: \u201eDa sprachen die Frauen zu Noomi: Gelobt sei der HERR, der dir zu dieser Zeit einen L\u00f6ser nicht versagt hat! Dessen Name werde ger\u00fchmt in Israel! Der wird dich erquicken und dein Alter versorgen. Denn deine Schwiegertochter, die dich geliebt hat, hat ihn geboren, die dir mehr wert ist als sieben S\u00f6hne.\u201c Die Frauen, die mitbekommen hatten, wie traurig und bitter Noomi von Moab nach Bethlehem zur\u00fcckgekehrt war, und geh\u00f6rt hatten, dass sie \u201eMara\u201c, die Bittere genannt werden wollte, freuten sich herzlich mit ihr dar\u00fcber, dass der HERR ihr in dieser Zeit, das hei\u00dft in der schweren Not, einen L\u00f6ser erlaubt hat und priesen und lobten Gott. Sie hatten gesehen, dass ihre Schwiegertochter Rut f\u00fcr Noomi wertvoller war als 7 S\u00f6hne und freuten sich herzlich mit ihr, dass Noomi durch sie zu einem Enkel gekommen war, der sie erquicken w\u00fcrde, so dass sie alle fr\u00fchere Traurigkeit und Schmerzen vergessen konnte.&nbsp; Dieser Enkel w\u00fcrde sie sp\u00e4ter im Alter versorgen, so dass sie keine Sorge mehr wegen ihrer Zukunft zu haben brauchte.<\/p>\n<p>Diese Freude der Frauen von Bethlehem erinnert an die Freude der Nachbarinnen und Verwandten von Elisabeth, die so viele Jahre unter der Schmach ihrer Kinderlosigkeit gelitten hatte: \u201eUnd ihre Nachbarn und Verwandten h\u00f6rten, dass der Herr gro\u00dfe Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr.\u201c (Lukas 1,58) Wo Gottes gro\u00dfes Werk, seine Liebe, Gnade und Barmherzigkeit an unseren Geschwistern geschieht, da d\u00fcrfen und sollen wir uns von Herzen mitfreuen und diesen segnenden Gott loben, preisen und danken. So wie der Sohn der Elisabeth kein gew\u00f6hnliches Kind war, sondern Johannes der T\u00e4ufer wurde, so waren auch dieses Kind und seine Nachkommen ganz besonders vor Gott.<\/p>\n<p>Wie reagierte Noomi auf die Geburt von Ruts Sohn? Vers 16 sagt: \u201eUnd Noomi nahm das Kind und legte es auf ihren Scho\u00df und ward seine W\u00e4rterin.\u201c Sie liebte dieses Kind wie ihr eigenes, so dass sie es herzte, sich um es k\u00fcmmerte und es versorgte. Durch dieses Kind hatte sie neue Hoffnung und neue Lebensfreude bekommen. Sie freute sich \u00fcber ihn sicher so sehr, wie sie sich damals \u00fcber ihre eigenen S\u00f6hne Machlon und Kiljon gefreut hatte. Sie wurde wieder jung und konnte den Namen \u201eMara\u201c wieder gegen ihren eigentlichen Namen \u201eNoomi\u201c eintauschen. Betrachten wir Vers 17a: \u201eUnd ihre Nachbarinnen gaben ihm einen Namen und sprachen: Noomi ist ein Sohn geboren; und sie nannten ihn Obed.\u201c Obed bedeutet \u201eDiener\u201c.<\/p>\n<p>Von ihm hei\u00dft es weiter in den Versen 17b-22: \u201eDer ist der Vater Isais, welcher Davids Vater ist. Dies ist das Geschlecht des Perez: Perez zeugte Hezron; Hezron zeugte Ram; Ram zeugte Amminadab; Amminadab zeugte Nachschon; Nachschon zeugte Salmon; Salmon zeugte Boas; Boas zeugte Obed; Obed zeugte Isai; Isai zeugte David.\u201c Somit war Obed der Gro\u00dfvater vom sp\u00e4teren K\u00f6nig David und damit ist er im Stammbaum Jesu vertreten, wie auch seine Eltern Boas und Rut, die doch eine Moabiterin war.<\/p>\n<p>Der Sohn, den Rut geboren hatte, sollte nach dem mosaischen Gesetz als der Sohn Machlons, des Sohnes Elimelechs, gelten. Doch Gott hatte solchen Wohlgefallen an Boas, so dass es im Stammbaum Jesu in Matth\u00e4us 1,5 hei\u00dft: \u201eSalmon zeugte Boas mit der Rahab. Boas zeugte Obed mit der Rut. Obed zeugte Isai.\u201c<\/p>\n<p>Nun m\u00f6chte ich die Ereignisse im Buch Rut kurz zusammenfassen. Am Leben sowohl von Noomi als auch von Rut k\u00f6nnen wir die wunderbare Wende sehen, die durch Gottes Eingreifen geschah. Als Noomi mit ihrem Mann Elimelech und den beiden S\u00f6hnen Machlon und Kiljon nach Moab gezogen war, weil es in Juda eine Hungersnot gegeben hatte, war diese Entscheidung und ihr Leben im heidnischen Land nicht gesegnet gewesen. So waren nicht nur ihr Mann, sondern auch ihre beiden S\u00f6hne kinderlos gestorben, so dass ihr nur noch ihre beiden Schwiegert\u00f6chter blieben. Als sich Noomi jedoch entschieden hatte, nach Bethlehem und damit zu Gott zur\u00fcckzukehren, weil sie geh\u00f6rt hatte, dass sich der HERR seines Volkes angenommen hatte und Rut mit ihr zog, da konnte Gott anfangen, auf wunderbare Weise in ihrem Leben einzugreifen. Bei ihrer Ankunft in Bethlehem sagte sie zu ihren alten Bekannten, die sich sehr dar\u00fcber wunderten, sie wieder zu sehen: \u201eNennt mich nicht Noomi, sondern Mara; denn der Allm\u00e4chtige hat mir viel Bitteres angetan. Voll zog ich aus, aber leer hat mich der HERR wieder heimgebracht. Warum nennt ihr mich denn Noomi, da doch der HERR gegen mich gesprochen und der Allm\u00e4chtige mich betr\u00fcbt hat?\u201c (Rut 1,20.21) Doch schon bald darauf, als sie von Boas\u2018 Freundlichkeit erfuhr und sich dadurch daran erinnerte, dass Boas einer ihrer L\u00f6ser war, konnte sie bezeugen: \u201eGesegnet sei er vom HERRN, der seine Barmherzigkeit nicht abgewendet hat von den Lebendigen und von den Toten.\u201c (Rut 2,20a) Nach der Geburt von Ruts Sohn konnten sogar die Frauen aus Bethlehem den Gott von Noomi preisen: \u201eGelobt sei der HERR, der dir zu dieser Zeit einen L\u00f6ser nicht versagt hat! Dessen Name werde ger\u00fchmt in Israel! Der wird dich erquicken und dein Alter versorgen. Denn deine Schwiegertochter, die dich geliebt hat, hat ihn geboren, die dir mehr wert ist als sieben S\u00f6hne.\u201c Der Lebenslauf von Noomi gleicht insofern dem des verlorenen Sohnes, als dass beide voll ausgezogen waren, aber zugleich von Gott fort liefen, weil sie nach ihren eigenen Vorstellungen, wie sie ein gl\u00fcckliches Leben f\u00fchren k\u00f6nnten, leben wollten. Beide jedoch mussten die leidvolle Erfahrung machen, dass ihr Leben fern von Gott nicht zu dem erhofften Segen f\u00fchrte, sondern sie alles verloren haben und nun mit leeren H\u00e4nden zu Gott zur\u00fcck kamen, weil sie wussten, dass es beim Vater bzw. bei Gott genug Brot gab. Im Unterschied zum verlorenen Sohn kam Noomi nicht allein zur\u00fcck, sondern brachte noch jemanden mit auf den Weg zu Gott und wurde trotz und in ihrer Not zum Segen f\u00fcr eine andere Person.<\/p>\n<p>In dem Buch \u201eFrauen der Bibel\u201c schreibt Gien Karssen: \u201eEtwa 1,5 km \u00f6stlich von Bethlehem ist heute noch das \u201eFeld des Boas\u201c zu besichtigen, wo Rut damals die \u00c4hren sammelte. Das daran angrenzende Feld ist das \u201eFeld der Hirten\u201c, wo nach der \u00dcberlieferung die Engel Christi Geburt verk\u00fcndigten. Wenn dies stimmt, dann war der Ort, wo die Liebe zwischen Rut und Boas begann, auch der Ort, wo \u00fcber tausend Jahre sp\u00e4ter die Engel sangen: \u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!\u201c (Lk 2,14).\u201c<\/p>\n<p>Gott selbst hat Noomis und Ruts elendes, hoffnungsloses und dunkles Leben so hell, voller Hoffnung und Freude gemacht. Gott will auch die dunklen, elenden und schmerzhaften Punkte in unserem Leben hell und freudig machen, weil Gott uns wahrhaft gl\u00fccklich und selig machen m\u00f6chte. Daher m\u00f6chte ich heute jeden ermutigen, eine vertrauensvolle Entscheidung f\u00fcr Gott zu treffen und alle dunklen Punkte im Leben zu Gott bringen, der uns heilen und unser Leben wenden und uns das Beste geben kann und will.<\/p>\n<p>Durch die Besch\u00e4ftigung mit dem Buch und der Person Rut bekam ich gro\u00dfe Freude dar\u00fcber, wie wunderbar und gro\u00dfartig Gott wirken kann und dass unser Gott ein segnender Gott ist, der jedes Schicksal in ein gro\u00dfes Gl\u00fcck verwandeln kann. Es war schon Gnade, dass Rut einen so barmherzigen, gl\u00e4ubigen und feinf\u00fchligen Mann heiraten durfte, der sie trotz ihrer heidnischen Herkunft so sehr sch\u00e4tzte und hoch achtete, und einen Sohn bekommen durfte. Allein durch Gottes Gnade durfte ich auch einen feinf\u00fchligen Mann heiraten und 3 S\u00f6hne bekommen. Doch Gott gab Rut weitaus mehr. So w\u00fcrde ihr Sohn der Gro\u00dfvater des sp\u00e4teren K\u00f6nigs David werden, sie also die Urgro\u00dfmutter Davids und weit dar\u00fcberhinaus w\u00fcrde sie allein durch die einseitige Gnade Gottes eine Mutter im Stammbaum von Jesus werden. Wir sehen unser Leben nur aus einer sehr eingeschr\u00e4nkten und begrenzten Perspektive, doch Gott, der allwissend und ewig ist, \u00fcberblickt unser ganzes Leben in seiner Geschichte. Gott allein wei\u00df, was f\u00fcr uns das Beste ist und will es uns auch geben.<\/p>\n<p>Rut hatte so viele gute Eigenschaften, wie Treue, Liebe, Hingabe, Demut und Flei\u00df, aber sie war, was die L\u00f6sung ihrer Lage betraf, wie ein Schaf, das seinen L\u00f6ser nicht kannte. Noomi aber war wie eine gute Hirtin, die ihr einen guten und weisen Rat gab und ihr den Weg zeigte, wie sie zu ihrem L\u00f6ser kommen konnte. Boas schlie\u00dflich symbolisiert unseren Erl\u00f6ser Jesus Christus, der uns von der Sklaverei und Macht der S\u00fcnde befreit und uns ein neues Leben als seine freien und geliebten Kinder schenkt. Ich habe den gro\u00dfen Wunsch bekommen, eine gute Hirtin wie Noomi und eine gehorsame Bibelsch\u00fclerin wie Rut zu werden, um zu meinem Erl\u00f6ser Jesus Christus zu kommen.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal den Leitvers, Vers 15: \u201eDer wird dich erquicken und dein Alter versorgen. Denn deine Schwiegertochter, die dich geliebt hat, hat ihn geboren, die dir mehr wert ist als sieben S\u00f6hne.\u201c<\/p>\n<p>Danken wir Gott, der unsere Bed\u00fcrfnisse kennt und der unser vollkommenes Gl\u00fcck m\u00f6chte und uns die Zuversicht auf den letzten Sieg und das Happy End unseres Lebens gibt!<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download DER WIRD DICH ERQUICKEN \u201eDer wird dich erquicken und dein Alter versorgen. 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