{"id":681,"date":"2010-02-07T16:18:01","date_gmt":"2010-02-07T15:18:01","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=681"},"modified":"2025-05-25T17:54:52","modified_gmt":"2025-05-25T15:54:52","slug":"predigt-rut-31-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-rut-31-18\/","title":{"rendered":"Predigt: Rut 3,1-18"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Rut3_Predigt.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>So will ich dich l\u00f6sen<\/strong><\/h2>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<address><em>\u201e<strong>Bleib \u00fcber Nacht hier. Will er dich dann am Morgen l\u00f6sen,<br \/>\ngut, so mag er\u2019s tun; hat er aber keine Lust, dich zu l\u00f6sen,<br \/>\nso will ich dich l\u00f6sen, so wahr der <\/strong><strong>Herr<\/strong><strong> lebt.<br \/>\nSchlaf bis zum Morgen!\u201c<\/strong> (13)<\/em><\/address>\n<p>Vor zwei Wochen haben wir gesehen, wie Rut aus Liebe zu ihrer Schwiegermutter Noomi und aus pers\u00f6nlichem Glauben an den Gott ihrer Schwiegermutter die feste Entscheidung traf, mit dieser nach Bethlehem zu gehen, obwohl sie dort eigentlich keine Existenzgrundlage hatte.<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir erfahren, wie sie die Frucht ihrer Entscheidung trug, indem sie hart arbeitete, um ihre Schwiegermutter zu versorgen. Dabei erfuhr sie den Segen Gottes, der sie gerade auf das Feld des g\u00fctigen und gro\u00dfz\u00fcgigen Gro\u00dfgrundbesitzers Boas f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Doch damit war Gottes Segen f\u00fcr Rut noch lange nicht zu Ende. Gott wollte ihr viel mehr geben als nur die materielle Sicherung des Lebensunterhaltes f\u00fcr sich und ihre Schwiegermutter. Gott hatte einen gro\u00dfartigen Plan f\u00fcr Ruts Leben. Und durch sie wollte er auch Noomi segnen und tr\u00f6sten. Es war aber nicht Rut, die dies erkannte, sondern ihre Schwiegermutter. Wir wollen heute betrachten, wie Noomi Rut half \u2013 und wie Rut sich auch helfen lie\u00df -, die Gnade Gottes in Anspruch zu nehmen und den Plan Gottes f\u00fcr ihr Leben zu verwirklichen. Dabei werden wir auch sehen, mit welcher Bereitschaft Boas seine Aufgabe als L\u00f6ser annahm.<\/p>\n<p>Noomi war bestimmt sehr dankbar f\u00fcr die Hingabe ihrer Schwiegertochter, die so flei\u00dfig arbeitete, um f\u00fcr sie zu sorgen. Doch Noomi wollte Rut nicht f\u00fcr ihre eigenen Zwecke ausnutzen. Sie wollte nicht, dass ihre Schwiegertochter um ihretwillen ihr Leben lang am Boden der Gesellschaft hart um ihre Existenz k\u00e4mpfen musste. Das Leben sollte doch mehr sein als der nackte Kampf ums \u00dcberleben. Vor allem war ja Rut aus Glauben an den Gott Israels mit ihr gekommen. Nun sollte sie doch auch die Herrlichkeit des Lebens unter Gottes Segen in vollem Ma\u00df erleben. Sie dachte an Rut und wollte, dass diese gl\u00fccklich w\u00e4re. Doch was h\u00e4tte sie f\u00fcr ihre Schwiegertochter tun k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Dann h\u00f6rte sie Ruts Bericht, dass Gott diese auf das Feld von Boas gef\u00fchrt hatte. Wir erinnern uns, wie Noomi damals ausgerufen hatte:<\/p>\n<p><strong>Gesegnet sei er vom HERRN, der seine Barmherzigkeit nicht abgewendet hat von den Lebendigen und von den Toten. Und Noomi sprach zu ihr: Der Mann steht uns nahe; er geh\u00f6rt zu unsern L\u00f6sern.<\/strong><\/p>\n<p>Bis dahin war sie wegen der Schicksalsschl\u00e4ge, die sie erlitten hatte, mehr oder weniger verbittert gewesen. Doch nun brach sie in Jubel aus, weil sie entdeckte, dass Gott seine Barmherzigkeit nicht von ihnen abgewendet hatte, ganz im Gegenteil. Sie konnte wahrnehmen, dass Gott Rut mit voller Absicht auf Boas\u2018 Feld gef\u00fchrt hatte, weil er f\u00fcr Rut eine gro\u00dfartige Zukunftsperspektive hatte. Gott wollte Rut nicht nur zum Teil seines Volkes machen, sondern sie auch f\u00fcr sein Werk gebrauchen, Noomis Familie fortleben zu lassen, aus der, wie wir wissen, einige Generationen sp\u00e4ter K\u00f6nig David kam und noch etliche Generationen sp\u00e4ter der Messias. Wie sollte das geschehen?<\/p>\n<p>Elimelech hatte wohl, als er nach Moab umsiedelte, seinen Grundbesitz verkauft. Im mosaischen Gesetz hatte Gott jedoch die Vorsehung getroffen, dass man sein Land wieder ausl\u00f6sen konnte. Wenn aber der ehemalige Eigent\u00fcmer nicht verm\u00f6gend genug war, konnte ein naher Verwandter es f\u00fcr ihn erwerben. Im Fall von Noomis Familie war jedoch niemand da, f\u00fcr den man es h\u00e4tte zur\u00fcckkaufen k\u00f6nnen, denn Noomis Mann und S\u00f6hne waren ja alle tot, und Enkel waren keine da. In einer solchen Situation konnte der Verwandte, der als L\u00f6ser fungierte, das Land erwerben, wenn er zugleich die Witwe heiratete und den ersten Sohn als Nachkommen des Verstorbenen betrachtete, f\u00fcr den das erworbene Land als Erbe bewahrt und verwaltet wurde. In der Tat hatte eine kinderlose Witwe sogar einen Anspruch gegen den n\u00e4chsten Verwandten, von ihm gel\u00f6st zu werden, wenn dieser finanziell dazu in der Lage war. Gott wollte, dass Rut diesen Anspruch nutzen sollte. Das war es, was Noomi erkannte, als sie h\u00f6rte, dass Boas Rut auf seinem Feld willkommen gehei\u00dfen hatte.<\/p>\n<p>Gottes wunderbarer Plan f\u00fcr Rut muss f\u00fcr Noomi ebenso \u00fcberraschend wie offensichtlich gewesen sein. Boas geh\u00f6rte zu den L\u00f6sern von Noomis Familie. Boas weist sp\u00e4ter darauf hin, dass es noch einen anderen, enger mit Noomis Mann verwandten L\u00f6ser gab. Noomi muss das auch gewusst haben. Doch wenn Gott den anderen Verwandten vorgesehen h\u00e4tte, Rut zu l\u00f6sen, h\u00e4tte er sie auf dessen Feld geschickt. Gott hatte aber seine Wahl offenbart, indem er Rut gerade auf Boas\u2018 Feld gef\u00fchrt hatte. Boas war auch verm\u00f6gend genug, um Elimelechs Land zu kaufen. Und er war ein rechtschaffener und frommer Mann, sodass Noomi annehmen durfte, dass er auch bereit sein w\u00fcrde, die Aufgabe des L\u00f6sers zu \u00fcbernehmen. Noomi muss dieses Anliegen Gottes, dass Rut und Boas zusammenfinden sollten, einige Wochen lang in ihrem Herzen bewegt haben, denn inzwischen war ja nicht nur die Gersten-, sondern auch die Weizenernte zu Ende. Sie muss viel gebetet und \u00fcberlegt haben, wie man die Sache am besten angehen sollte. Doch Gott zeigte ihr nicht nur sein Ziel f\u00fcr Rut, sondern auch den Weg, dieses Ziel zu erreichen. Schlie\u00dflich wurde sie aktiv und sprach mit Rut, die bis dahin keine Idee gehabt hatte, dass es \u00fcberhaupt von weitergehender Bedeutung war, dass Gott sie gerade auf das Feld von Boas gef\u00fchrt hatte. Sie hatte einfach Tag f\u00fcr Tag treu \u00c4hren gelesen und war froh gewesen, dass sie f\u00fcr Noomi sorgen konnte.<\/p>\n<p>Noomi \u00fcbereilte nichts. Erst als sie sich des Willens Gottes sicher war, sprach Noomi Rut an. Was sagte sie zu ihr? Betrachten wir Vers 1:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003001\"><strong>1<\/strong><\/a><\/span><strong> Und Noomi, ihre Schwiegermutter, sprach zu ihr: Meine Tochter, ich will dir eine Ruhestatt suchen, dass dir&#8217;s wohlgehe.<\/strong><\/p>\n<p>Hier zeigt sich, dass Noomi wirklich das Herz Gottes f\u00fcr Rut hatte. Wie Gott nach der Sch\u00f6pfung gesagt hatte: \u201eEs ist nicht gut, dass der Mensch allein sei \u2026\u201c, bevor Adam sich \u00fcberhaupt einsam gef\u00fchlt hatte, sah Noomi Ruts Bed\u00fcrfnis nach einer Ruhestatt, nach einem Heim, und Gottes Willen, ihr eine solche Ruhestatt zu geben. Wie wir aber schon gesehen haben, hatte Gott einen Plan, der weit \u00fcber Ruts pers\u00f6nliches Gl\u00fcck hinausging.<\/p>\n<p>Welche Orientierung gab Noomi Rut weiter? Sehen wir uns die Verse 2-4 an:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003002\"><strong>2<\/strong><\/a><\/span><strong> Siehe, Boas, unser Verwandter, bei dessen M\u00e4gden du gewesen bist, worfelt diese Nacht Gerste auf seiner Tenne. <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003003\"><strong>3<\/strong><\/a><\/span><strong> So bade dich und salbe dich und lege dein Kleid an und geh hinab auf die Tenne. Gib dich dem Mann nicht zu erkennen, bis er gegessen und getrunken hat. <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003004\"><strong>4<\/strong><\/a><\/span><strong> Wenn er sich dann schlafen legt, so merke dir die Stelle, wo er sich hinlegt, und geh hin und decke zu seinen F\u00fc\u00dfen auf und leg dich hin, so wird er dir sagen, was du tun sollst. <\/strong><\/p>\n<p>Noomis Vorschlag erscheint ziemlich unkonventionell, aber irgendwie auch genial. Kein Wunder: Er kam ja direkt aus dem Geist Gottes, der Noomi einen \u00dcberblick \u00fcber diese Angelegenheit gegeben hatte, sodass sie wusste, was zu tun war. Wir werden sehen, dass dieser Plan, den Gott Noomi ins Herz gab, absolut unfehlbar war. Es trat alles genau so ein, wie sie Rut gesagt hatte.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst musste der richtige Zeitpunkt f\u00fcr das Gespr\u00e4ch mit Boas gefunden werden. Noomi wusste aus Erfahrung oder hatte von den anderen Frauen in Bethlehem geh\u00f6rt, dass Boas an diesem Abend auf seiner Tenne Gerste worfeln w\u00fcrde. Das geerntete Getreide musste zuerst gedroschen werden, d.h. die Getreidek\u00f6rner wurden aus den Halmen geschlagen. Danach wurde das Getreide geworfelt, d.h. im Prinzip gereinigt. Man warf es in die Luft, damit der Wind die Spreu wegblasen konnte. Das geschah auf einer Tenne, einer festen, ebenen Fl\u00e4che, die leicht erh\u00f6ht lag. Man sagt, dass der Wind abends daf\u00fcr am besten war. Boas w\u00fcrde danach nicht, wie die anderen, nach Hause gehen, sondern auf der Tenne \u00fcbernachten, um sein Getreide zu bewachen. Gott zeigte Noomi, dass dies die goldene Gelegenheit sein w\u00fcrde, Boas gegen\u00fcber Ruts Recht auf L\u00f6sung geltend zu machen.<\/p>\n<p>Nun h\u00e4tte Noomi selbst mit Boas sprechen k\u00f6nnen. Wenn es um Eheanbahnung ging, war das bei den Juden eigentlich Sache der Eltern. Bei der sogenannten Schwagerehe war es jedoch anders. Da sollte die kinderlose Witwe selbst zum L\u00f6ser gehen und ihr Anliegen vorbringen. Daher handelte Noomi nicht selbst, sondern half Rut, ihr Recht selbst in Anspruch zu nehmen. Man k\u00f6nnte aber auch sagen: Die Gnade Gottes in Anspruch zu nehmen, denn diese war die Wurzel dieser Regelungen des Gesetzes.<\/p>\n<p>Die Orientierung, die Gott Rut durch Noomi gab, war sehr detailliert. Rut sollte sich vorbereiten, indem sie sich pflegte und ihre Witwenkleidung gegen ein sch\u00f6nes \u00dcberkleid austauschte. Boas war eigentlich nicht verpflichtet, Rut zu l\u00f6sen, denn er war nicht der n\u00e4chste Verwandte. Rut musste also sein Herz gewinnen und seine Bereitschaft wecken, die Aufgabe als L\u00f6ser zu \u00fcbernehmen. Eine angenehme \u00e4u\u00dfere Erscheinung w\u00fcrde dabei sicher nicht schaden. Die Vorbereitung war aber auch oder vielleicht vor allem f\u00fcr Rut selbst n\u00f6tig. Rut sollte bewusst ihre Witwenkleidung ablegen, und sich bereit machen, sich auf eine neue Verbindung einzulassen.<\/p>\n<p>Dann sollte sie zur Tenne hinabgehen, sich aber zun\u00e4chst verbergen. Die Erntehelfer w\u00fcrden noch gemeinsam zu Abend essen und dann nach Hause gehen. Danach w\u00fcrde Boas sich bald schlafen legen. Rut sollte sich merken, wo er sich hingelegt hatte, dorthin gehen, seine Decke am Fu\u00dfende hochheben und sich zu seinen F\u00fc\u00dfen hinlegen. Bestimmt w\u00fcrde Boas aufwachen, und dann sollte Rut tun, was er ihr sagen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Noomi war wirklich eine hervorragende Hirtin f\u00fcr Rut, die ja menschlich und geistlich jung war und F\u00fchrung und Begleitung auf ihrem Glaubensweg brauchte. Mit geistlicher Liebe kam Noomi Ruts Anliegen, eine Ruhestatt zu finden, zuvor und machte es zu ihrem eigenen Anliegen. Sie konnte viel fr\u00fcher als Rut merken, wohin die F\u00fchrung Gottes ging. Sie betete viel, und zwar so lange, bis sie von Gott ein klares Bild bekam, was sie Rut raten sollte. Sie behielt aber alles in ihrem Herzen, bis die richtige Zeit gekommen war. Als sie dann endlich mit Rut dar\u00fcber sprach, machte sie deutlich, dass sie sie durch Orientierung unterst\u00fctze, aber dass Rut selbst handeln musste. Die Anweisungen, die sie Rut gab, waren so pr\u00e4zise, dass Rut Schritt f\u00fcr Schritt folgen konnte. Allerdings ging die Orientierung nicht weiter als bis zu dem Punkt, dass Rut mit Boas sprechen musste. Noomi bereitete sozusagen die Grundlagen vor, damit Rut danach eigenst\u00e4ndig die Situation weiter gestalten konnte.<\/p>\n<p>Ich bin von Noomis geistlicher Qualit\u00e4t als Hirtin wirklich beeindruckt. Ihre Herangehensweise gibt mir ein gro\u00dfes Vorbild f\u00fcr mein eigenes Hirtenleben. Ihr Herzenseinsatz und ihre geistliche Weisheit sind die Punkte, die ich vor allem von ihr lernen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Wie reagierte Rut auf die Orientierung ihrer Schwiegermutter? Betrachten wir die Verse 5 und 6:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003005\"><strong>5<\/strong><\/a><\/span><strong> Sie sprach zu ihr: Alles, was du mir sagst, will ich tun. <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003006\"><strong>6<\/strong><\/a><\/span><strong> Sie ging hinab zur Tenne und tat alles, was ihre Schwiegermutter ihr geboten hatte. <\/strong><\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass sie sofort die Entscheidung traf, zu tun, was Noomi geboten hatte. Wie h\u00e4tten wir uns wohl an ihrer Stelle verhalten? H\u00e4tten wir nicht zuerst gr\u00fcndlich \u00fcberlegt, ob Noomis Vorschlag wirklich sinnvoll und vern\u00fcnftig ist? H\u00e4tten wir uns nicht zur\u00fcckgezogen, um uns erst mal Klarheit zu verschaffen, ob wir das wirklich tun wollen? H\u00e4tten wir nicht Chancen und Risiken abgewogen? H\u00e4tten wir nicht vielleicht Noomis Vorschlag relativiert oder entsprechend unserem eigenen Lebensplan umgedeutet? Aber Rut nahm Noomis Plan sofort ohne Wenn und Aber an und ordnete sich Noomis Orientierung unter. Ohne Zweifel, ohne Z\u00f6gern, ohne Widerspruch und sogar ohne R\u00fcckfrage gehorchte sie und war bereit, sich auf ein Unternehmen mit ungewissem Ausgang einzulassen. Und das entsprach damals genauso wenig dem Zeitgeist wie heute. Es war ja die Richterzeit, in der jeder tat, was ihn Recht d\u00fcnkte, in der jeder selbst \u00fcber sein Leben bestimmte und tat, was er wollte.<\/p>\n<p>Wie konnte Rut so gehorchen, w\u00e4hrend die Menschen damals, wie auch wir heute, nach Autonomie und Selbstbestimmung strebten? Welche Grundhaltung stand hinter Ruts Gehorsam? Ihr Gehorsam kam aus ihrer Liebe zu ihrer Schwiegermutter und aus ihrer unl\u00f6sbaren Beziehung zu ihr. Wir erinnern uns an die Entscheidung von Rut in Kap. 1, Verse 16 und 17:<\/p>\n<p><strong>Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.&nbsp;Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.<\/strong><\/p>\n<p>Sie hatte ihr Leben an Noomi gebunden. Sie hatte es zu ihrem Ziel gemacht, treu bei ihr zu bleiben und ihr zu dienen, zumal Noomi f\u00fcr sie sozusagen das Bindeglied zu Gott bzw. die Mittlerin zwischen Gott und ihr war. Dabei war Rut ganz frei von sich selbst. Sie schaute nicht auf sich, sondern auf Noomi und erkannte deren Liebe zu ihr und deren guten Willen f\u00fcr sie. Ob sie die einzelnen Schritte, die sie unternehmen sollte, im Einzelnen verstanden hat, ist ungewiss. Aber das war auch nicht wichtig f\u00fcr sie. Weil sie reine Liebe zu Noomi hatte und nicht berechnete, konnte sie einfach tun, was Noomi sagte.<\/p>\n<p>Die Haltung, die sie aufbrachte, ist kennzeichnend f\u00fcr Menschen des Glaubens. Als Abraham von Gott aufgefordert wurde, sein Vaterland zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen w\u00fcrde, gehorchte er, obwohl er nicht wusste, wo er hink\u00e4me. Wegen seines Glaubensgehorsams konnte Gott ihn zum Vater vieler V\u00f6lker machen. Als Maria vom Engel Gabriel h\u00f6rte, dass Gott sie als Mutter des Christus auserw\u00e4hlt hatte, sagte sie sogleich: \u201eSiehe, ich bin des Herrn Magd. Mir geschehe, wie du gesagt hast\u201c, obwohl sie daf\u00fcr ihre eigenen Lebenspl\u00e4ne aufgeben musste. Dadurch wurde sie zur wohl privilegiertesten Frau in Gottes Erl\u00f6sungsgeschichte. Als Jesus zu seinen ersten J\u00fcngern sagte: \u201eFolge mir nach!\u201c, standen sie sofort auf und gingen mit ihm, obwohl sie ihre Boote bzw. ihren Zolltisch zur\u00fccklassen mussten. Gott machte sie zu den gr\u00f6\u00dften Lehrern der Menschheit. Sie alle schauten nicht auf sich selbst, sondern auf Gott bzw. Jesus, und gehorchten ohne zu berechnen.<\/p>\n<p>Als ich \u00fcber Ruts Gehorsam nachdachte, fiel es mir zuerst sehr schwer, einen Zugang zu ihrer Person zu finden. Das lag wohl daran, dass ich selbst so ganz anders bin. Ich will meine Entscheidungen selbst treffen. Ich kann schon einen Rat oder Vorschlag annehmen, aber nur, wenn ich auch selbst davon \u00fcberzeugt bin. Den Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis hat mir unabsichtlich M. P. gegeben, indem er beim Bibelstudium unseres Kreises auf die Parallele zwischen Rut und Maria hinwies. In der Adventszeit vor einem Jahr hatte ich ja Gelegenheit gehabt, \u00fcber die Ank\u00fcndigung der Geburt Jesu zu predigen. Also frischte ich meine Erinnerung an das, was ich damals gelernt hatte, auf, indem ich meine Predigt zu Lk 1 herauskramte. Und wirklich: Was ich damals \u00fcber Maria erkannt hatte, passt genauso auf Rut. Und als ich noch weitere Personen fand, die auf Gottes Wort hin spontan gehorcht haben, wurde mir klar, dass es um die generelle Haltung des Glaubens geht: Nicht ich, sondern Gott und die Mitmenschen. Nicht meine Gedanken, sondern Gottes Gedanken. Nicht meine eigenen Pl\u00e4ne, sondern Gottes Wille. Ich bem\u00fche mich seit langem, diese Haltung zu lernen, aber wegen meiner s\u00fcndigen, menschlichen Natur falle ich immer wieder in meine humanistische Gesinnung zur\u00fcck. \u00dcber den Glauben und die Entscheidung von Rut nachzudenken, hat mich aber sehr ermutigt, diesen Kampf, eine geistliche Gesinnung aufzubringen, weiter zu f\u00fchren. In diesem Jahr habe ich Mt 6,33 als Jahresleitwort: \u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.\u201c Ich will auf Gott schauen und meine Gesinnung seiner Herrschaft unterordnen. Dadurch werde ich nicht nur frei von mir selbst, sondern darf auch aus seinem Segen leben.<\/p>\n<p>Doch kehren wir zu unserer Geschichte zur\u00fcck. Betrachten wir die Verse 7 und 8:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003007\"><strong>7<\/strong><\/a><\/span><strong> Und als Boas gegessen und getrunken hatte, ward sein Herz guter Dinge und er ging hin und legte sich hinter einen Kornhaufen. Und sie kam leise und deckte zu seinen F\u00fc\u00dfen auf und legte sich hin. <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003008\"><strong>8<\/strong><\/a><\/span><strong> Als es nun Mitternacht ward, erschrak der Mann und beugte sich vor; und siehe, eine Frau lag zu seinen F\u00fc\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<p>Alles lief nach Plan. Nach dem Abendessen legte sich Boas hinter einem Kornhaufen schlafen. Rut schlich herzu, hob Boas\u2018 Decke am Fu\u00dfende hoch und legte sich hin. Um Mitternacht erwachte Boas und stellte zu seiner gro\u00dfen \u00dcberraschung fest, dass eine Frau zu seinen F\u00fc\u00dfen lag. Verbl\u00fcfft fragte er sie:<\/p>\n<p><strong>Wer bist du? <\/strong><\/p>\n<p>Was antwortete Rut darauf? Betrachten wir Vers 9b:<\/p>\n<p><strong>Sie antwortete: Ich bin Rut, deine Magd. Breite den Zipfel deines Gewandes \u00fcber deine Magd, denn du bist der L\u00f6ser. <\/strong><\/p>\n<p>Rut nahm all ihren Glaubensmut zusammen und machte Boas praktisch direkt einen Heiratsantrag. Sie h\u00e4tte von sich aus nie den Gedanken gehabt, Boas heiraten zu wollen. Aber als Noomi ihr diesen Vorschlag machte, nahm sie ihn an. Sie machte Noomis Anliegen zu ihren eigenen Anliegen und setzte sich ganz aktiv f\u00fcr dessen Verwirklichung ein.<\/p>\n<p>Der Ausdruck, den sie hier gebraucht: \u201eBreite den Zipfel deines Gewandes \u00fcber deine Magd\u201c, klingt sehr poetisch, und er ist es auch. Doch er war in der damaligen Zeit eine g\u00e4ngige Formel. Der Prophet Hesekiel gebraucht diesen Ausdruck auch einmal in Bezug auf Gott und das Volk Israel. Indem Rut diese Worte gebrauchte, konnte Boas sofort wissen, was sie von ihm wollte. Und indem sie hinzuf\u00fcgte: \u201eDenn du bist der L\u00f6ser\u201c konnte kein Missverst\u00e4ndnis aufkommen. Er h\u00e4tte niemals denken k\u00f6nnen, sie sei aus menschlicher Leidenschaft zu ihm gekommen. Es war f\u00fcr ihn ganz klar, dass sie das Recht auf L\u00f6sung nach dem Gesetz in Anspruch nahm und von ihm begehrte, das Gesetz zu erf\u00fcllen. Bemerkenswert ist noch, dass Rut sagte, Boas sei DER L\u00f6ser, w\u00e4hrend Boas nachher sagen wird, er sei EIN L\u00f6ser. F\u00fcr Rut war offensichtlich, dass nicht der n\u00e4her Verwandte, sondern Boas der L\u00f6ser war, den Gott ihr gegeben hatte.<\/p>\n<p>Nun war der alles entscheidende Moment gekommen. Ruts und auch Noomis weiteres Schicksal hing von Boas\u2018 Reaktion ab. Wie w\u00fcrde Boas auf Ruts Bitte antworten? W\u00fcrde er sie annehmen? Sehen wir uns Vers 10 an:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003010\"><strong>10<\/strong><\/a><\/span><strong> Er aber sprach: Gesegnet seist du vom HERRN, meine Tochter! Du hast deine Liebe jetzt noch besser erzeigt als vorher, dass du nicht den jungen M\u00e4nnern nachgegangen bist, weder den reichen noch den armen. <\/strong><\/p>\n<p>Boas war sehr bewegt und segnete Rut. Worauf bezieht sich sein Wort: \u201eDu hast deine Liebe jetzt noch besser erzeigt als vorher\u201c? Als er in Kap. 2 Rut auf seinem Feld angetroffen hatte, hatte er ihr ein Segenswort gegeben:<\/p>\n<p><strong>Man hat mir alles angesagt, was du getan hast an deiner Schwiegermutter nach deines Mannes Tod; dass du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und zu einem Volk gezogen bist, das du vorher nicht kanntest. Der HERR vergelte dir deine Tat, und dein Lohn m\u00f6ge vollkommen sein bei dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dass du unter seinen Fl\u00fcgeln Zuflucht h\u00e4ttest.<\/strong><\/p>\n<p>Dass sie ihre Heimat verlassen und sich Gottes Volk angeschlossen und ihr Leben an ihre Schwiegermutter gebunden hatte, f\u00fcr die sie nun sorgte, das war die Liebe gewesen, die sie vorher erzeigt hatte. Zu dieser Liebe f\u00fcgte sie nun noch hinzu, dass sie das Herz hatte, die im Prinzip schon ausgestorbene Linie von Elimelech wiederaufleben zu lassen, indem sie sich bereit stellte, sich l\u00f6sen zu lassen. Ihr erster Sohn w\u00fcrde dann als Noomis Enkel gelten. Boas hatte ihr damals Gottes vollkommenen Lohn gew\u00fcnscht f\u00fcr ihre Entscheidung, zu Gott zu kommen und unter seinen Fl\u00fcgeln Zuflucht zu suchen. Und nun wollte Gott gerade ihn gebrauchen, um ihr tats\u00e4chlich Zuflucht zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Was versprach Boas Rut? Betrachten wir Vers 11:<\/p>\n<p><strong>Nun, meine Tochter, f\u00fcrchte dich nicht. Alles, was du sagst, will ich dir tun; denn das ganze Volk in meiner Stadt wei\u00df, dass du eine tugendsame Frau bist. <\/strong><\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Herzensw\u00e4rme, Freude, Respekt und offenen Armen nahm Boas Rut an. Sie sollte sich keine Sorgen machen, er w\u00fcrde sich um ihr Anliegen k\u00fcmmern. Ist es nicht interessant, das er fast die gleichen Worte gebrauchte wie Rut, als sie ihrer Schwiegermutter zugesagt hatte, dass sie alles tun w\u00fcrde, was sie ihr gesagt hatte? Auch er musste nicht erst \u00fcberlegen, sondern traf eine spontane Entscheidung. Und die Charakterisierung Ruts als \u201etugendsam\u201c entspricht im hebr\u00e4ischen Original der Bezeichnung \u201eangesehen\u201c, die in Kap. 2, V. 1 f\u00fcr Boas gebraucht wird. Auf gro\u00dfartige Weise hatte Gott zwei Menschen zusammengef\u00fchrt, die in ihrem Charakter und in ihrer geistlichen Haltung so sehr \u00fcbereinstimmten.<\/p>\n<p>Es gab aber ein Problem, das der F\u00fchrung Gottes noch im Wege stand. Betrachten wir die Verse 12 und 13:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003012\"><strong>12<\/strong><\/a><\/span><strong> Ja, es ist wahr, dass ich ein L\u00f6ser bin; aber es ist noch ein L\u00f6ser da, n\u00e4her verwandt als ich. <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003013\"><strong>13<\/strong><\/a><\/span><strong> Bleib \u00fcber Nacht hier. Will er dich dann am Morgen l\u00f6sen, gut, so mag er&#8217;s tun; hat er aber keine Lust, dich zu l\u00f6sen, so will ich dich l\u00f6sen, so wahr der HERR lebt. Schlaf bis zum Morgen! <\/strong><\/p>\n<p>Da war ja noch dieser andere Verwandte, der ein vorrangiges Recht hatte, Elimelechs Feld und seine verwitwete Schwiegertochter zu l\u00f6sen. Boas h\u00e4tte Rut einfach zu diesem anderen Verwandten schicken k\u00f6nnen. Doch Boas wollte selbst die Verantwortung \u00fcbernehmen. Sehr gerne war er bereit, sie zu l\u00f6sen, obwohl es f\u00fcr ihn eigentlich gro\u00dfe Hingabe bedeutete. Wenn er Rut heiratete, w\u00fcrde der erste Sohn als Nachkomme und Erbe von Ruts verstorbenem Mann gelten. Er sollte ihn gut erziehen, aber immer mit dem Bewusstsein, dass er nicht zu seiner, sondern zu Elimelechs Familie geh\u00f6rte. Das Land, das Boas bekommen w\u00fcrde, indem er Rut l\u00f6ste, durfte er nicht als sein eigenes betrachten, sondern musste es bewahren und verwalten, damit sein erster Sohn es als Familienland von Elimelech besitzen k\u00f6nnte. Seine Bereitschaft, Rut zu l\u00f6sen, war \u00fcberhaupt nicht selbstverst\u00e4ndlich. Wir wissen aus der Genesis, dass Judas zweiter Sohn sich weigerte, mit Tamar ein Kind zu zeugen, weil er sich seiner Pflicht entziehen wollte. Wir werden n\u00e4chste Woche sehen, dass auch der andere Verwandte von Noomis Mann seiner Aufgabe nach dem Gesetz nicht nachkommen wollte. Doch Boas dachte nicht an sich und berechnete nicht. Es war ihm eine Ehre, dass Gott ihn auserw\u00e4hlt hatte, f\u00fcr eine tugendsame Frau wie Ruth als L\u00f6ser zu fungieren. Er machte Ruts Anliegen zu seinem Anliegen und versprach ihr, dass er diese Sache gleich am n\u00e4chsten Morgen regeln w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber Boas nachdenken, stellen wir fest, dass er ein Schatten Jesu Christi im Alten Testament ist. Die heidnische Frau Rut zu den F\u00fc\u00dfen des Boas ist ein Bild f\u00fcr die S\u00fcnder zu den F\u00fc\u00dfen des wahren L\u00f6sers Jesus Christus. Wie Rut Boas bat, sie anzunehmen, d\u00fcrfen auch wir S\u00fcnder zu Jesus kommen und ihn bitten, uns anzunehmen. Er wird gerne bereit sein, den Mantel der Vergebung \u00fcber uns zu breiten. Wie Boas seine ganze Person einsetzte, um Rut zu l\u00f6sen und f\u00fcr sich zu gewinnen, gab auch Jesus Christus sein Leben hin, um uns zu erl\u00f6sen und uns zu seinem Eigentum zu machen.<\/p>\n<p>Boas lie\u00df Rut auf der Tenne \u00fcbernachten, damit sie nicht schutzlos mitten in der Nacht nach Hause gehen musste. Friedlich schlief sie zu seinen F\u00fc\u00dfen. Ganz fr\u00fch am Morgen, als man noch nicht die Hand vor Augen sehen konnte, stand Rut auf, denn Boas wollte ihren guten Ruf nicht gef\u00e4hrden. Er nahm sich aber die Zeit, ihr noch eine Segensgabe f\u00fcr ihre Schwiegermutter mitzugeben. Er bat sie, das Tuch, das sie umhatte, aufzuhalten. Als sie es hinhielt, ma\u00df er sechs Ma\u00df Gerste hinein \u2013 das war doppelt so viel wie sie an jenem ersten Tag auf Boas\u2018 Feld nach Hause gebracht hatte \u2013 und lud ihr&#8217;s auf.<\/p>\n<p>Was tat er danach? Betrachten wir Vers 15b:<\/p>\n<p><strong>Und er ging in die Stadt. <\/strong><\/p>\n<p>Gleich fr\u00fchmorgens ging er unverz\u00fcglich in die Stadt, um m\u00f6glichst bald das Gespr\u00e4ch mit dem anderen L\u00f6ser zu suchen und Ruts Angelegenheit zu kl\u00e4ren. Er setzte sich von ganzem Herzen f\u00fcr Ruts Anliegen ein.<\/p>\n<p>Was tat Rut inzwischen? Betrachten wir die Verse 16 und 17:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003016\"><strong>16<\/strong><\/a><\/span><strong> Sie aber kam zu ihrer Schwiegermutter. Die sprach: Wie steht&#8217;s mit dir, meine Tochter? Und sie sagte ihr alles, was ihr der Mann getan hatte, <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003017\"><strong>17<\/strong><\/a><\/span><strong> und sprach: Diese sechs Ma\u00df Gerste gab er mir; denn er sagte: Du sollst nicht mit leeren H\u00e4nden zu deiner Schwiegermutter kommen. <\/strong><\/p>\n<p>Bestimmt hatte Noomi mit gro\u00dfer Spannung auf Ruts R\u00fcckkehr gewartet. Als Rut nach Hause kam, erkundigte sie sich nat\u00fcrlich sofort, wie es gelaufen ist, vor allem, ob Boas Rut angenommen hatte. Rut erz\u00e4hlte ihr alles ganz genau. Dabei betonte sie besonders, dass Boas auch an Noomi gedacht hatte, und zeigte die mitgebrachte Gerste vor.<\/p>\n<p>Was sagte Noomi schlie\u00dflich? Schauen wir uns Vers 18 an:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8003018\"><strong>18<\/strong><\/a><\/span><strong> Sie aber sprach: Warte nun ab, meine Tochter, bis du erf\u00e4hrst, wo es hinauswill; denn der Mann wird nicht ruhen, er bringe es denn heute zu Ende.<\/strong><\/p>\n<p>Noomi und Rut hatten alles getan, was sie hatten tun k\u00f6nnen. Nun kam es auf Boas an. Was er nun tat, war entscheidend f\u00fcr das weitere Leben dieser beiden Frauen, denen nichts \u00fcbrig blieb, als abzuwarten, zu welchem Ende die Angelegenheit kommen w\u00fcrde. Noomi war sicher, dass Boas nicht ruhen w\u00fcrde, bis die Sache einen guten Ausgang gefunden haben w\u00fcrde, und zwar noch heute. Da sie Gottes Plan kannte und dieser bis zu diesem Punkt 1:1 aufgegangen war, hatte sie gro\u00dfe Zuversicht, dass es ein Happy End geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wir haben heute gesehen, dass Gott einen gro\u00dfen Plan f\u00fcr Ruts Leben hatte, den er ihr durch Noomi offenbart hat. Gott wollte das bittere Schicksal der beiden Witwen wenden und ihrem Leben eine gro\u00dfe Bedeutung geben, indem er Rut eine Ruhestatt und Noomi die Wiederherstellung ihrer im Aussterben begriffenen Familie schenkte. Daf\u00fcr wollte Gott Boas gebrauchen. Wir haben auch \u00fcber drei Vorbilder des Glaubens nachgedacht, n\u00e4mlich Noomi, Rut und Boas, die sich alle drei daf\u00fcr eingesetzt haben, Gottes Plan zur Erf\u00fcllung zu bringen. Gott pr\u00e4ge uns mit ihrer Gesinnung, sodass wir den Fu\u00dftapfen ihres Glaubens nachfolgen k\u00f6nnen. Lesen wir zum Abschluss noch einmal den Leitvers, Vers 13:<\/p>\n<p><strong>Bleib \u00fcber Nacht hier. Will er dich dann am Morgen l\u00f6sen, gut, so mag er\u2019s tun; hat er aber keine Lust, dich zu l\u00f6sen, so will ich dich l\u00f6sen, so wahr der <\/strong><strong>Herr<\/strong><strong> lebt. Schlaf bis zum Morgen! <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download So will ich dich l\u00f6sen &nbsp; \u201eBleib \u00fcber Nacht hier. Will er dich dann am Morgen l\u00f6sen, gut, so mag er\u2019s tun; hat er aber keine Lust, dich zu l\u00f6sen, so will ich dich l\u00f6sen, so wahr der Herr lebt. 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