{"id":675,"date":"2010-01-31T20:23:50","date_gmt":"2010-01-31T19:23:50","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=675"},"modified":"2023-01-29T20:32:30","modified_gmt":"2023-01-29T19:32:30","slug":"predigt-rut-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-rut-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Rut 2,1-23"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Rut-2.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gott f\u00fchrt Rut zu einem gesegneten Leben<\/h2>\n<p>In K\u00fcrze erinnern wir uns an die letzte Lektion. Wir befinden uns in Bethelehem um die Zeit der Richter. Noomi war nach \u00fcber 10 Jahren als arme Witwe zur\u00fcck in ihre Heimat gekehrt. Ihr Mann und ihre beiden S\u00f6hne waren im Moabiterland verstorben. Daf\u00fcr begleitete sie aber eine andere Person, eine bemerkenswerte junge Frau, ihre Schwiegertochter Rut. Sie hatte eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Entscheidung getroffen, \u201eWo du hingehst will auch ich hingehen, wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott\u2026\u201c Sie folgte Noomi nach Bethlehem, schloss sich dem Volk Israel an und nahm den Gott Israels als ihren pers\u00f6nlichen Gott an. Es war eine \u00fcberraschende, eine sagenhafte und beispiellose Entscheidung. Sie offenbart ihre Liebe zu Noomi, ihre Treue gegen\u00fcber ihr, ihre Selbstlosigkeit und vor allem ihren pers\u00f6nlichen Glauben an Gott, den sie unter den Israeliten noch weiter kennenzulernen erhoffte. Und Gott segnete sie.<\/p>\n<p>Der Verfasser f\u00fchrt hier direkt im ersten Vers eine neue Person ein. Vers 1: \u201eEs war aber ein Mann, ein Verwandter des Mannes der Noomi, von dem Geschlecht Elimelechs, mit Namen Boas; der war ein angesehener Mann.\u201c F\u00fcr \u201eangesehen\u201c gibt es verschiedene \u00dcbersetzungen, z.B. \u201everm\u00f6gend\u201c, \u201ewohlhabend und einflussreich\u201c und \u201et\u00fcchtig\u201c. Wortw\u00f6rtlich hei\u00dft es \u201eein Mann der Tapferkeit\u201c. Boas\u00b4 Name bedeutet: \u201eIn ihm ist Kraft!\u201c Im Laufe der Geschichte werden wir sehen, dass alle diese Beschreibungen auf Boas zutreffen. Aber viel wichtiger und interessanter ist seine Herkunft. Boas wird als Verwandter des Mannes der Noomi vorgestellt. Die Tatsache, dass er mit Elimelech verwandt war, spielt hier eine enorm wichtige Rolle. Es ist sozusagen der Clou dieser wundersch\u00f6nen Geschichte. Aber darauf kommen wir nochmal zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wir betrachten zun\u00e4chst die Handlung der Geschichte aus der Perspektive von Rut.<\/p>\n<p>In Bethlehem angekommen\u00a0 begann nun der \u00dcberlebenskampf. Die harte Realit\u00e4t holte sie ein. Die beiden Frauen Noomi und Rut befanden sich in einer \u00e4u\u00dferst ung\u00fcnstigen Lage. Beide waren Witwen, denn alle drei M\u00e4nner aus Noomis Familie waren tot. Sie hatten weder Essen noch gab es jemanden, der sie versorgen und ihre Zukunft absichern konnte. Ebenso wenig besa\u00dfen sie Felder geschweige denn, dass sie eine Arbeitsstelle hatten. Was blieb ihnen also \u00fcbrig? Welchen Gedanken hegte Rut? Lesen wir Vers 2: \u201eUnd Rut, die Moabitern, sprach zu Noomi: Lass mich aufs Feld gehen und \u00c4hren auflesen bei einem, vor dessen Augen ich Gnade finde.\u201c Noomi kannte sich in Betlehem aus. Sie war diejenige, die connections hatte. Sie wusste sich eher zu helfen als Rut, f\u00fcr die alles nur fremd war. Doch wir sehen, dass Rut keinerlei Erwartungen an Noomi stellte. Sie verlangte nichts von ihrer Schwiegermutter. Obwohl sie eigentlich selbst eine ahnungslose Frau war, ergriff sie zuerst die Initiative, noch bevor Noomi etwas unternehmen konnte. Und warum? Rut war fest entschlossen ihre alte Schwiegermutter zu versorgen. F\u00fcr sie war das keine Frage. Schlie\u00dflich hatte sie sich entschieden sich um ihre Schwiegermutter zu k\u00fcmmern, bis der Tod sie scheidet. Also suchte sie sich eine sinnvolle Arbeit und nahm so ziemlich die einzige M\u00f6glichkeit wahr, die sie hatte, und zwar Nachlese halten. Scheinbar kannte Rut das Gesetz, welches Gott extra f\u00fcr die Armen und Fremden, also Ausl\u00e4nder wie sie, erlassen hatte. Die Stelle in 3.Mose 23, <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=3023022\">22<\/a> sagt: \u201eWenn ihr aber euer Land aberntet, sollt ihr nicht alles bis an die Ecken des Feldes abschneiden, auch nicht Nachlese halten, sondern sollt es den Armen und Fremdlingen lassen. Ich bin der HERR, euer Gott.\u201c Gott denkt an die Armen und Bed\u00fcrftigen, an Au\u00dfenseiter und an Ausl\u00e4nder. Und von diesem Gesetz durfte Rut Gebrauch machen. Sie durfte von der Gnade und F\u00fcrsorge Gottes profitieren. Als Noomi ihren festen Entschluss h\u00f6rte, lie\u00df sie sie gehen. Aber w\u00fcrde sie Gnade finden? Sie war nicht nur eine arme Witwe sondern auch noch Moabiterin, die eigentlich unter dem Volk Israel nichts verloren hatte. W\u00fcrde sie ohne Weiteres ein Feld finden, auf dem sie nicht vertrieben und mit ver\u00e4chtlichen Blicken angesehen wird? Rut ging dennoch los. Es war morgens! Sie verlie\u00df die Stadt, um auf die Felder zu kommen. Aus der Stadt heraus \u00f6ffnete sich der Blick auf das weite Land. Es war Erntezeit. Weit und breit waren nur noch Felder zu sehen. Hier konnte sie sich wieder Hoffnung machen. In der Hoffnung, dass sie Noomi und sich selbst damit verpflegen kann, wollte sie hart arbeiten. Rut sah schon die ersten Schnitter auf einem Feld. Hier wollte sie arbeiten. Aber es war nicht sonderlich angenehm auf einem fremden Feld und etwas zu nehmen, wof\u00fcr sie vorher keinen Finger ger\u00fchrt hatte. Sie hatte weder gestreut noch irgendeine andere Vorarbeit geleistet. Sie war lediglich gekommen, um zu ernten was sie nicht ges\u00e4t hatte. Um Missverst\u00e4ndnissen oder Problemen zu entgehen, wollte sie zun\u00e4chst eine Genehmigung erhalten. Sie ging auf einen Arbeiter zu, der \u00fcber diese Schnitter gestellt war. In aller Dringlichkeit und Demut bat sie den Knecht: \u201eLasst mich doch auflesen und sammeln hinter den Garben den Schnittern nach.\u201c \u00a0Als er ihr die Erlaubnis erteilte, fing sie an hinter den Schnittern nach \u00fcbrigen \u00c4hren Ausschau zu halten. Hier und da konnte sie \u00c4hren finden, sich b\u00fccken und sie aufheben. Rut war froh und dankbar, dass sie auf diesem Feld die Reste sammeln durfte. Aber die Arbeit war monoton und nicht besonders effektiv. W\u00e4hrend die Schnitter riesige B\u00fcndel von \u00c4hren zusammenbrachten, konnte Rut bei der Nachlese nur wenige \u00fcbrige \u00c4hren finden. Das B\u00fccken war au\u00dferdem unheimlich m\u00fchsam und anstrengend und verursachte bald R\u00fcckenschmerzen. Zus\u00e4tzlich wurde es unter der gl\u00fchenden Sonne immer hei\u00dfer. Als die Sonne zu stechen begann, war es nahezu unertr\u00e4glich. Schwei\u00dftropfen rannen \u00fcber ihr Gesicht, und ihr Durst wurde gr\u00f6\u00dfer\u2026 Was machte sie hier eigentlich? Warum war sie auf dem Feld und wozu m\u00fchte sie sich so ab? Sollte sie sich hier Leben lang so abqu\u00e4len? Was f\u00fcr eine erb\u00e4rmliche Aussicht! Die Hitze machte ihr zu schaffen, und hin und wieder musste sie sich einen schattigen Baum suchen, unter dem sie sich kurz ausruhen konnte. Aber dann fiel ihr ihre liebe Schwiegermutter Noomi ein. Als sie an Noomi dachte, machte sich dann schnell wieder an die Arbeit. Sie durfte keine\u00a0 Zeit verlieren und sich lange Verschnaufpausen g\u00f6nnen. Schlie\u00dflich wartete Noomi bestimmt auf sie. W\u00e4hrend sie nun weiter eifrig \u00c4hren aufsammelte, h\u00f6rte sie im Hintergrund einen Gru\u00df an die Schnitter: \u201eDer Herr sei mit euch!\u201c Es musste sich um den Besitzer des Feldes handeln. Seine Angestellten riefen ihm zu: \u201eDer Herr segne dich!\u201c Welche liebevolle Beziehung herrschte unter ihnen. So eine Harmonie, Freundlichkeit und Respekt vom Chef gegen\u00fcber seinen Arbeitern und umgekehrt hatte sie kaum gesehen. Doch nun kam diese Person auf sie zu. Oh Schreck! Ausgerechnet der Besitzer des Feldes, auf dem sie seine \u00c4hren aufsammelte. Was f\u00fcr eine unangenehme Begegnung. Dabei wollte sie doch anonym bleiben. Sie wollte nur still und unauff\u00e4llig \u00c4hren sammeln und dann sofort \u00a0verschwinden. Und nun stand der Besitzer h\u00f6chstpers\u00f6nlich vor ihr. Am liebsten h\u00e4tte sie sich irgendwo verkochen. Doch zu ihrer \u00dcberraschung sprach eine freundliche und sanfte Stimme sie an, der gleiche liebevolle Ton, mit dem er seine Angestellten begr\u00fc\u00dft hatte: \u201eH\u00f6rst du wohl, meine Tochter? Du sollst nicht auf einen anderen Acker gehen, um aufzulesen. Geh auch nicht von hier weg, sondern halt dich zu meinen M\u00e4gden. Und sieh, wo sie schneiden im Felde, da geh ihnen nach. Ich habe meinen Knechten geboten, dass dich niemand antaste. Und wenn dich d\u00fcrstet, so geh hin zu den Gef\u00e4\u00dfen und trinke von dem, was meine Knechte sch\u00f6pfen.\u201c Hatte sie da gerade richtig geh\u00f6rt? Was f\u00fcr eine \u00dcberraschung!! Kein B\u00f6ses Wort. Keine vorwurfsvollen Blicke. Sondern im Gegenteil. Welche Freundlichkeit und W\u00e4rme!! Welche Sanftmut. Welche F\u00fcrsorge. Rut war vollkommen \u00fcberw\u00e4ltigt. Sie konnte kaum fassen, dass jemand sie so freundlich behandelte. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Sie musste sich M\u00fche geben, um ihre Tr\u00e4nen zur\u00fcckzuhalten. Tiefe Dankbarkeit und Unverst\u00e4ndnis \u00fcber das Zuvorkommen von Boas \u00fcberkamen sie. Sie konnte nicht anders als auf ihre Knie zu fallen und sich zu verneigen. Dabei brachte sie gerade noch ein Stammeln heraus: \u201eWomit habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, dass du mir freundlich bist, die ich doch eine Fremde bin?\u201c Ihr riesiges Fragezeichen k\u00f6nnen wir verstehen, oder? Ihr leuchtete nicht ein, warum ein ihr fremder Israelit, der Ansehen und Wohlstand genoss, sie so freundlich ansprach. Boas erkl\u00e4rte: \u201eMan hat mir alles angesagt, was du getan hast an deiner Schwiegermutter nach deines Mannes Tod; dass du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und zu einem Volk gezogen bist, das du vorher nicht kanntest. Der HERR vergelte dir deine Tat und dein Lohn m\u00f6ge vollkommen sein bei dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dass du unter seinen Fl\u00fcgeln Zuflucht h\u00e4ttest.\u201c Was war der Grund daf\u00fcr, dass Boas der moabitischen Witwe mit vollem Respekt entgegen kam? Er w\u00fcrdigte ihre Tat und achtete ihre Entscheidung f\u00fcr Noomi und Gott hoch. Er war tief beeindruckt von ihrem selbstlosen Handeln und ihrem Flei\u00df bei der Arbeit. F\u00fcr sie w\u00fcnschte er sich Gottes vollkommenen Lohn und Segen. Zweifelsohne war er ein Mann Gottes. Ein Mann, der mit Gott tief verbunden war. Wir erinnern uns hier auch daran, dass Boas der Sohn von Rahab war. Rahab war eine Heidin in Jericho, die den israelischen Kundschaftern Barmherzigkeit erwies, weil sie an\u00a0 Gott glaubte. Schlie\u00dflich wurde sie mitsamt ihrer Familie gerettet. Durch seine eigene Mutter hatte Boas erlebt, wie der HERR Fremde annimmt und ihnen Zuflucht unter seinen Fl\u00fcgeln gew\u00e4hrt. Und vielleicht konnte er Rut umso besser verstehen, dass sie sich unter Gottes Obhut begeben wollte. Rut konnte immer noch nicht diese Wohltat begreifen und dankte noch einmal von Herzen: \u201eLass mich Gnade vor deinen Augen finden, mein Herr; denn du hast mich getr\u00f6stet und deine Magd freundlich angesprochen, und ich bin doch nicht einmal wie eine deiner M\u00e4gde.\u201c Was sagen wir dazu? F\u00fcr uns erscheint ihre Demut vielleicht etwas \u00fcbertrieben zu sein. Aber Rut hatte im Grunde vollkommen Recht! Sie war eine Ausl\u00e4nderin und als Fremde auf das Feld von Boas gekommen. Noch lange war sie nicht wie eine seiner M\u00e4gde, die dort regelm\u00e4\u00dfig arbeiteten. Und eigentlich hatten die M\u00e4nner in der \u00d6ffentlichkeit sich kaum um Frauen gek\u00fcmmert. Doch der angesehene Boas respektierte sie sehr. Hier erfuhr sie Gnade um Gnade. Pure Gnade und Barmherzigkeit. Und nicht nur das. In ihrem einsamen und bitteren Kampf ums \u00dcberleben fand sie durch Boas Worte Trost. Da kannte scheinbar jemand ihre Sorgen, ihre Traurigkeit, ihre Einsamkeit und alles, was sie entbehrt hatte. Sie freute sich sehr \u00fcber die tr\u00f6stenden Worte. Sie fand auch Best\u00e4tigung darin, dass sie sich richtig f\u00fcr Gott entschieden hatte. Und gerade daf\u00fcr wurde sie anerkannt und respektiert, unabh\u00e4ngig davon, dass sie aus dem moabitischen Volk kam. Durch diese Begegnung und dem Wortaustausch wurde Rut geistlich gest\u00e4rkt und getr\u00f6stet, so dass sie mit neuer Kraft und Motivation arbeiten konnte. Sie musste sich nun keine Sorgen mehr wegen der \u00dcberzahl an M\u00e4nnern machen. Sie durfte sich sicher f\u00fchlen und wurde eingeladen auf diesem Feld die ganze Ernte \u00fcber Nachlese zu halten. Und sie durfte sich am Wasser bedienen. Ihre Dankbarkeit wuchs und sie arbeitete weiter, bis Boas sie zum Essen rief. Wieder erwies er ihr seine Freundlichkeit und G\u00fcte. W\u00e4hrend sich Rut bescheiden zur Seite der Schnitter Platz nahm, gab Boas ihr leckere ger\u00f6stete K\u00f6rner, die sie mit Brot und Essig essen konnte. Hier war so reichlich an Essen vorhanden, dass Rut sich satt essen konnte und das \u00dcbrige einsteckte. Nun hatte sie auch physisch wieder Kr\u00e4fte sammeln k\u00f6nnen und begab sich direkt nach dem Essen wieder an die Arbeit. Unerm\u00fcdlich las sie die \u00c4hren auf dem Feld auf. Und wahrscheinlich bereitete ihr das \u00c4hren auflesen noch mehr Freude. Und kooooomisch!!! Pl\u00f6tzlich waren hinter den Schnittern \u00fcberall verteilt noch ein Haufen \u00c4hren \u00fcbrig, als h\u00e4tten sie Tomaten vor den Augen. Vor dem Essen war das doch noch nicht so. Und wieder erfuhr sie Gottes Gnade. In Vers 17 lesen wir: \u201eSo las sie bis zum Abend auf dem Felde und klopfte die \u00c4hren aus, die sie aufgelesen hatte, und es war ungef\u00e4hr ein Scheffel Gerste.\u201c Ein Scheffel entspricht etwa 20 Kilo. Eine stattliche Menge f\u00fcr eine Nachlese- man bedenke, an einem einzigen Tag nur. Ihr kennt doch bestimmt diese riesigen 10kg-Kartoffels\u00e4cke, die es manchmal im Angebot gibt. Damit k\u00f6nnte man locker 3x unsere Gemeinde mit Essen versorgen. Na ja, wir wissen nicht, wie die arme Rut diese 20kg nach Hause schleppte. Aber irgendwie und irgendwann am sp\u00e4ten Abend kam sie dann zu Hause an, v\u00f6llig kaputt und ersch\u00f6pft, aber \u00fcbergl\u00fccklich!! Noomi hatte sich wahrscheinlich schon Sorgen gemacht, aber als sie Rut mit dem riesigen Sack an Gerste erblickte, geriet sie nur noch ins Staunen. Sie fragte direkt: \u201eWo hast du heute gelesen und wo hast du gearbeitet? Gesegnet sei, der dir freundlich gewesen ist!\u201c Rut lie\u00df nichts aus und erz\u00e4hlte so ziemlich alles, was sie erlebt und was Boas ihr gesagt hatte. Als Noomi von Boas erfuhr, strahlte sie \u00fcber alle Ohren und sagte: \u201eGesegnet sei er vom HERRN, der seine Barmherzigkeit nicht abgewendet hat von den Lebendigen und von den Toten. Der Mann steht uns nahe; er geh\u00f6rt zu unsern L\u00f6sern!\u201c Offensichtlich kannte Noomi Boas, w\u00e4hrend Rut keinen blassen Schimmer hatte, wer dieser Boas war. Noomi hielt es f\u00fcr das Beste, dass Rut auf dem Feld von Boas weiterarbeitet, so wie es auch Boas empfohlen hatte.<\/p>\n<p>Gut, so weit die Geschichte von Rut. Wie gef\u00e4llt euch diese Geschichte? Sch\u00f6n, oder? Wie r\u00fchrend ist es, dass Gott das einsame und traurige Leben von der moabitischen Witwe Rut mit Segen \u00fcberh\u00e4ufte. Etwas \u00fcber Segen zu erfahren, klingt eigentlich immer gut. Segen ist mit Freude, mit Gl\u00fcck und Geschenken verbunden. Und keiner von uns kann behaupten, dass er nicht gesegnet werden will. Jeder m\u00f6chte gerne Freude und Gl\u00fcck im Leben erfahren. Und das ist auch gut, denn Gott m\u00f6chte uns gerne mit Segen \u00fcbersch\u00fctten. Dann lasst uns dar\u00fcber nachdenken, wir der Weg zum Segen Gottes aussieht.<\/p>\n<p>Dazu wollen wir auf die zwei bemerkenswerten Personen Boas und Noomi eingehen. Als Boas von Rut erfuhr, war er von ihrem Handeln wirklich angetan und sagte: \u201e<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=8002012\">12<\/a> Der HERR vergelte dir deine Tat, und dein Lohn m\u00f6ge vollkommen sein bei dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dass du unter seinen Fl\u00fcgeln Zuflucht h\u00e4ttest\u201c. Diese Worte haben eine praktische Bedeutung, denn\u00a0 Rut durfte schlie\u00dflich Geborgenheit und Liebe bei Boas finden. Boas ist nat\u00fcrlich ein S\u00fcnder. Aber wir k\u00f6nnen in seinem Verhalten Barmherzigkeit, Geborgenheit, Liebe zu Rut und er war in der Lage sie zu l\u00f6sen finden. Wen verk\u00f6rpert Boas also? Als L\u00f6ser steht er praktisch f\u00fcr Gott bzw. unseren Heiland Jesus Christus. Jesus ist unser wahrer Erl\u00f6ser, der unsere Schuld am Kreuz bezahlt und uns frei gekauft hat. Unendliche Gnade und Barmherzigkeit flie\u00dfen zu jedem Menschen, so dass wie Rut alle Heiden Erl\u00f6sung bei ihm finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wen repr\u00e4sentiert dann Noomi? Noomi stellt die eigentliche Schl\u00fcsselfigur zum Segen von Rut dar. In ihr finden wir den guten Hirten wieder. Sie war zwar eine alte Frau, die in unseren Augen nicht viel anrichten konnte. Aber f\u00fcr den Segen von Rut war sie eine absolut notwendige Person. Warum? Warum spielte sie eine entscheidende Rolle f\u00fcr Rut? (1.) Boas war ein Verwandter ihres verstorbenen Mannes. Also konnte sie ihn ihrer Schwiegertochter Rut vermitteln, w\u00e4hrend Rut au\u00dfer Noomi niemanden in Bethlehem kannte. (2.) Noomi erkannte sofort Gottes F\u00fchrung und seine Barmherzigkeit an ihnen, so dass sie Rut entscheidenden Ratschl\u00e4ge und Anweisungen f\u00fcr die Zukunft geben konnte. Sie hatte eine besondere geistliche Einsicht und wusste genau, dass Gott Rut zu Boas gef\u00fchrt hatte. Sie hatten den geistlichen \u00dcberblick, w\u00e4hrend Rut noch nichts davon verstand. Und (3.) Noomi half Rut mit weisen und passenden Ratschl\u00e4gen, so dass Rut mit\u00a0 Zuversicht weiter auf dem Feld von Boas arbeiten konnte.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir konkret von Rut lernen, die den Segen Gottes erfahren durfte?<\/p>\n<p>Von Rut lernen wir eine ganze Menge. Sie ist eine Frau, die unheimlich viele Vorz\u00fcge aufweist, die M\u00e4nnerherzen dahin schmelzen l\u00e4sst(?)!! Spr\u00fcche 31: \u201e<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=20031010\">10<\/a> Wem eine t\u00fcchtige Frau beschert ist, die ist viel edler als die k\u00f6stlichsten Perlen. <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/act.php?text_ref=20031030\">30<\/a> Lieblich und sch\u00f6n sein ist nichts; eine Frau, die den HERRN f\u00fcrchtet, soll man loben.\u201c Rut ist eine beeindruckende und lobenswerte Pers\u00f6nlichkeit, von der wir uns alle eine dicke Scheibe abschneiden k\u00f6nnen. Ihre Liebe zu Noomi, die Treue gegen\u00fcber ihr, die unglaubliche Hingabe und Selbstlosigkeit, ihre Demut vor Boas, ihr Flei\u00df, Eifer und M\u00fche beim Arbeiten, ihre best\u00e4ndige Dankbarkeit f\u00fcr jede kleine Gunst usw. usf.. Und diese wundervollen Eigenschaften gebrauchte Gott, um sie zu einem gesegneten Leben zu f\u00fchren. Was w\u00e4re passiert, wenn Rut zuhause geblieben w\u00e4re? Nichts. Oder habt ihr schon mal geh\u00f6rt, dass Gott Faule segnet? Gott segnet die flei\u00dfigen und t\u00fcchtigen Menschen. Wir erinnern uns an die Israeliten in der W\u00fcste. Jeden Morgen regnete es Manna vom Himmel. Wenn die Israeliten aber sp\u00e4t aufstanden, war das Manna schon geschmolzen. Und wenn sie ungehorsam waren und aus Bequemlichkeit Manna vom Vortag \u00fcbrig behielten, freuten sich die W\u00fcrmer. Wenn wir tatenlos sitzen bleiben, k\u00f6nnen wir auch nichts erwarten. Aber Gott segnet uns, wenn wir flei\u00dfig und t\u00fcchtig f\u00fcr ihn arbeiten. So wie\u00a0 Gott Rut segnete, als sie von morgens bis abends flei\u00dfig arbeitete.<\/p>\n<p>Des Weiteren gebrauchte Gott Ruts Liebe und ihre Beziehung zu Noomi, um sie zum Segen zu f\u00fchren<\/p>\n<p>Obwohl Rut so viele Vorz\u00fcge und lobenswerte Eigenschaften hatte, konnte sie damit nicht weit kommen. Ihre Aussicht auf ihre Zukunft war Folgende: Zum einen, Arbeiten und Noomi versorgen. Zum anderen, unter Gottes Obhut leben und dem Volk Israel angeh\u00f6ren. Mehr konnte sie nicht erwarten. Aber Gott sah Rut und hatte einen viel gr\u00f6\u00dferen und bedeutenderen Plan. Er wollte sie zu Boas f\u00fchren, ihrem L\u00f6ser. Aber wie sollte das geschehen? Nicht einmal in ihren Tr\u00e4umen konnte sie es wagen einen so netten, angesehenen und gottesf\u00fcrchtigen Israelit zu heiraten. Ein Mann, der sie so freundlich und liebevoll behandelte. Ein Mann, der an ihre Sicherheit, an ihren Durst und Hunger dachte. Ein Mann, der \u00fcber ihre Herkunft hinwegsah und ihre Entscheidung respektierte. Ein toller Mann!! Aber zwischen ihr und Boas lag eine riesige Kluft. Wer oder was bildet also die Br\u00fccke zu Boas? Die Antwort finden wir in ihrer Beziehung zu Noomi. Alles, was Rut tat, tat sie f\u00fcr Noomi, aus Liebe zu ihr. Sie war ihr nach Bethlehem gefolgt, ging f\u00fcr sie arbeiten, brachte ihr von ihrem \u00fcbrigen Essen mit und versorgte sie mit Gerste. Und dann lernte sie Boas kennen. Und wenn wir die Reaktion von Noomi betrachten, als sie von Rut h\u00f6rte, dass sie auf Boas gesto\u00dfen war, f\u00e4llt uns ihre Begeisterung und ihr Strahlen auf: \u201eGesegnet sei er vom HERRN, der seine Barmherzigkeit nicht abgewendet hat von den Lebendigen und von den Toten.\u201c Noomi jauchzte. Sie frohlockte und pries den HERRN. Sie freute sich und lobte Gottes Barmherzigkeit, w\u00e4hrend Rut \u00fcber die pl\u00f6tzliche Begeisterung von Noomi nur ins Staunen geriet. Sie sah nur noch Fragezeichen. Rut hatte nicht die geringste Ahnung, was das zu bedeuten hatte. Noomi erkl\u00e4rte: \u201eDer Mann steht uns nahe; er geh\u00f6rt zu unsern L\u00f6sern.\u201c Der freundliche Mann, auf den Rut gesto\u00dfen war, stellte sich als L\u00f6ser heraus, der sp\u00e4ter Rut heirate. Er war imstande sie zu l\u00f6sen, weil er die finanziellen Mittel dazu hatte. Die wichtigste Voraussetzung aber war Folgende: Er war verwandt mit Noomis Mann. Ohne den Bezug zu Noomi w\u00e4re Boas also nur ein freundlicher Chef f\u00fcr sie gewesen. Aber Noomi stellte praktisch eine Verbindung her. Sie \u00fcberbr\u00fcckte die Kluft zwischen der armen moabitischen Witwe und dem angesehenen Besitzer des Feldes dar. W\u00e4hrend Rut an jenem Tag Gnade und Segen in kleinen Dingen erfuhr und sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzte, erahnte Noomi schon die gro\u00dfe Barmherzigkeit und den vollkommenen Segen, der auf sie wartete.<\/p>\n<p>Gott gebrauchte hier also Ruts gute Eigenschaften wie ihren Flei\u00df. Und ebenso gebrauchte er ihre Liebe und ihre gute Beziehung zu Noomi, um sie zu segnen. Wie sieht es in unserem Leben aus?<\/p>\n<p>Am Ende der Botschaft angekommen, kann ich nicht anders als Gott zu preisen und seinen Namen zu ehren. Welche Barmherzigkeit, welche Liebe und F\u00fcrsorge er uns Menschen erteilt, ist unbegreiflich. Vor ihm darf ich niederfallen und sagen: \u201eWomit habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, dass du mir freundlich bist?\u201c Ich habe Gott nichts vorzuweisen, als dass ich eine schwere S\u00fcnderin bin. Doch in Jesus finde ich meinen pers\u00f6nlichen Erl\u00f6ser, den ich von Herzen angenommen habe. Seitdem steht Gottes segnende und f\u00fchrende Hand immer \u00fcber mir. Aus seiner Gnade darf ich leben und Tag f\u00fcr Tag seinen Segen erfahren. Ich danke Gott f\u00fcr seine G\u00fcte und Freundlichkeit, dass ich hier in dieser Gemeinde mit euch, die ihr Gott liebt,\u00a0 f\u00fcr sein Werk zusammenarbeiten darf. Aufgrund des heutigen Abschnitts habe ich nat\u00fcrlich auch viel von Rut und Boas gelernt. An ihnen k\u00f6nnen wir uns alle ein Beispiel nehmen: Lasst uns wie Rut eine enge und liebevolle Beziehung zu Gott und unserem Hirten f\u00fchren. Lasst uns wie Rut mit Flei\u00df und M\u00fche f\u00fcr den HERRN arbeiten. Lasst uns wie Rut eine dankbare und dem\u00fctige Haltung haben. Lasst uns wie Boas nicht auf das Ansehen der Menschen achten. Lasst uns vielmehr unsere Mitmenschen aus geistlicher Perspektive sehen und sie f\u00fcr ihren pers\u00f6nlichen Glauben respektieren lernen. Und dann wird Gottes f\u00fchrende Hand \u00fcber uns sein. M\u00f6ge er uns mit seinem Segen \u00fcbersch\u00fctten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gott f\u00fchrt Rut zu einem gesegneten Leben In K\u00fcrze erinnern wir uns an die letzte Lektion. Wir befinden uns in Bethelehem um die Zeit der Richter. Noomi war nach \u00fcber 10 Jahren als arme Witwe zur\u00fcck in ihre Heimat gekehrt. Ihr Mann und ihre beiden S\u00f6hne waren im Moabiterland verstorben. Daf\u00fcr begleitete sie aber [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4,56],"tags":[],"class_list":["post-675","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt","category-rut"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=675"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11157,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675\/revisions\/11157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}