{"id":627,"date":"2010-01-03T21:44:41","date_gmt":"2010-01-03T20:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=627"},"modified":"2023-01-29T20:30:24","modified_gmt":"2023-01-29T19:30:24","slug":"predigt-mattaeus-412-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-mattaeus-412-17\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 4,12-17"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/P-Mt04-1217_alles-neu.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das\u00a0 Himmelreich\u00a0 ist\u00a0 nahe\u00a0 herbeigekommen!<\/h2>\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eSeit der Zeit fing Jesus an zu predigen:<br \/>\nTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!\u201c<br \/>\n(Mt 4,17)<\/address>\n<p>Wir feiern heute den ersten Gottesdienst im neuen Jahr 2010. Wie sollen wir im neuen Jahr leben, damit wir Gott erfreuen und auch seinen Segen erfahren k\u00f6nnen? Die meisten von uns haben sich dar\u00fcber schon Gedanken gemacht und ein Bibelwort gesucht, das sie im neuen Jahr leiten soll. Was kann f\u00fcr uns alle eine grundlegende Orientierung f\u00fcr das neue Jahr sein? Wir h\u00f6ren heute die erste Predigt Jesu, die zugleich seine grundlegende Botschaft enth\u00e4lt. Jesus fing an zu predigen: \u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!\u201c Was bedeutet es, dass das Himmelreich herbeigekommen ist? Und wie sollen wir heute darauf reagieren, damit sich das Himmelreich im neuen Jahr in unserem Leben entfalten kann und wir auch viele andere Menschen in unserer Umgebung dazu einladen k\u00f6nnen? Lasst uns auf Jesu erste Predigt h\u00f6ren und ihren Sinn gut verstehen und beherzigen! M\u00f6ge Gott jeden pers\u00f6nlich ansprechen!<\/p>\n<p>Teil 1: Das Volk, das in Finsternis sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen (12-16)<\/p>\n<p>Welche Umst\u00e4nde herrschten in der Zeit, in der Jesus mit dem Werk des Evangeliums begann? Betrachten wir Vers 12: \u201eAls nun Jesus h\u00f6rte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galil\u00e4a zur\u00fcck.\u201c Jesus begann \u00f6ffentlich zu wirken, als er h\u00f6rte, dass Johannes der T\u00e4ufer gefangen gesetzt wurde. Das ist nicht nur eine Zeitangabe, sondern beschreibt auch, in was f\u00fcr einer Zeit Jesus zu wirken begann. Johannes war der Vorbote Jesu und nach Jesu Urteil der gr\u00f6\u00dfte Mensch, der bis dahin jemals gelebt hatte. Aber als er dem K\u00f6nig Herodes offen sagte, dass es nicht recht war, dass er die Frau seines Bruders genommen hatte, lie\u00df der ihn kurzerhand ins Gef\u00e4ngnis werfen. Es war eine Zeit, in der Unmoral, Willk\u00fcr und Gewalt herrschten.<\/p>\n<p>Wohin ging Jesus daraufhin? Vers 13 sagt: \u201eUnd er verlie\u00df Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali.\u201c Jesus begann sein messianisches Werk nicht in der Welthauptstadt Rom, sondern in der entlegenen Kolonie Jud\u00e4a. Und auch dort begann er nicht in der Hauptstadt Jerusalem zu predigen, wo es den Tempel gab und wo die Elite des Landes wohnte, sondern in einer Kleinstadt in einer Provinz im Norden des Landes, die traditionell gering geachtet wurde. Dieses Gebiet wurde als das Galil\u00e4a der Heiden bezeichnet, weil dort in der Geschichte auch Menschen aus heidnischen V\u00f6lkern angesiedelt worden waren. Gerade dorthin ging Jesus, um zu predigen.<\/p>\n<p>Und unser Text macht uns klar, dass das keineswegs ein Zufall war, sondern dass dadurch vielmehr Gottes Verhei\u00dfung erf\u00fcllt wurde. Die Verse 14-16 sagen: \u00bbdamit erf\u00fcllt w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galil\u00e4a, das Volk, das in Finsternis sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen; und denen, die sa\u00dfen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.\u00ab\u201c Dieses Zitat aus dem Propheten Jesaja (Jes 8,23; 9,1) beschreibt die geistliche Lage der Menschen in Galil\u00e4a damals. Sie waren nicht nur von der Geschichte her benachteiligte Menschen. Sie litten bis zu der Zeit Jesu unter der geistlichen Finsternis und der Macht des Todes, der ihr ganzes Leben \u00fcberschattete. Auch heute leben die meisten Menschen in geistlicher Finsternis. Da sie trotz vieler Kenntnisse Gott nicht pers\u00f6nlich kennen, leiden sie unter dem Gef\u00fchl der Sinnlosigkeit und unter der Macht des Todes, der ihr ganzes Leben \u00fcberschattet und sie mit verschiedensten \u00c4ngsten und Sorgen qu\u00e4lt. Viele versuchen, sich davon zu befreien, indem sie sich bem\u00fchen, positiv zu denken, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren oder das Leben zu genie\u00dfen, oder indem sie die Hilfe von Psychologen suchen. Aber kein Mensch kann sich selbst oder andere aus der geistlichen Finsternis befreien. Die Finsternis h\u00f6rt erst dann und nur dann auf, wenn das Licht erscheint.<\/p>\n<p>Und das Licht ist erschienen! Jesus kam nach Galil\u00e4a als das gro\u00dfe Licht, das die Finsternis vertreibt. Jesus ist das wahre Licht, das \u00fcberall, wo man es leuchten l\u00e4sst, die Herzen der Menschen hell macht. \u00dcber dieses Licht sagte bereits Zacharias vor der Geburt Jesu prophetisch: \u201edamit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens\u201c (Lk 1,79). Der Apostel Johannes, der \u00fcber drei Jahre lang mit Jesus zusammen war, sagte von ihm: \u201eIn ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen\u201c (Joh 1,4). Jesus sagte \u00fcber sich selbst: \u201eIch bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben\u201c (Joh 8,12). Jesus ist als das wahre Licht in diese Welt gekommen. In ihm ist das wahre Leben, und dieses Leben schenkt uns wie ein helles Licht Orientierung und Hoffnung, die \u00fcber den Tod weit hinausgeht. Jesus ist das Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Jesus erleuchtet auch jeden von uns und schenkt uns Erkenntnis, Orientierung, Freude und Lebenskraft, wenn wir uns ihm gegen\u00fcber \u00f6ffnen und sein Licht einlassen. Konkret kommt Jesu Licht in unser Herz, wenn wir sein Wort h\u00f6ren und seine Botschaft in unser Herz einlassen. Was ist dann Jesu grundlegende Botschaft? Lasst uns im zweiten Teil Jesu erste und grundlegende Botschaft h\u00f6ren und beherzigen!<\/p>\n<p>Teil 2: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen (17)<\/p>\n<p>Was war der Inhalt von Jesu erster Predigt? Lesen wir nochmals gemeinsam den Vers 17: \u201eSeit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!\u201c Jesus verk\u00fcndigte, dass das Himmelreich herbeigekommen ist. Was bedeutet das? Im Allgemeinen ist ein Reich die Herrschaft eines K\u00f6nigs oder Pr\u00e4sidenten \u00fcber ein Volk in einem bestimmten Gebiet. Das Himmelreich ist Gottes Reich, also die Herrschaft Gottes, die nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschr\u00e4nkt ist, sondern sich \u00fcberall dort entfaltet, wo Menschen seine Herrschaft annehmen und sich von ihm regieren lassen. Seit dem S\u00fcndenfall widerstreben die Menschen der Herrschaft Gottes und wollen ihr Leben und all ihr Tun selbst bestimmen. Dabei leiden sie unter den s\u00fcndhaften Bestrebungen in ihnen selbst und den anderen Menschen, die ihnen das Leben schwer machen, und unter der Sinnlosigkeit ihres Lebens ohne Gott. Aber Jesus ist gekommen und verk\u00fcndigt, dass das Himmelreich herbeigekommen ist. Das Himmelreich ist jetzt da und ist f\u00fcr alle Menschen zug\u00e4nglich, sodass nun jeder Mensch unter Gottes guter Herrschaft leben kann.<\/p>\n<p>Woran k\u00f6nnen wir klar erkennen, dass das Himmelreich tats\u00e4chlich gekommen ist? Die Stelle in Kap. 4,23.24 berichtet: \u201eUnd Jesus zog umher in ganz Galil\u00e4a, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.\u00a0Und die Kunde von ihm erscholl durch ganz Syrien. Und sie brachten zu ihm alle Kranken, mit mancherlei Leiden und Plagen behaftet, Besessene, Monds\u00fcchtige und Gel\u00e4hmte; und er machte sie gesund.\u201c Hier sehen \u00a0wir, wie sich das Reich Gottes \u00fcber all dort mit Dynamik und Kraft entfaltet, wo Jesus hinkam und wirkte. Als Jesus predigte, befreite das Reich Gottes die Menschen mit gro\u00dfer Macht von ihrer geistlichen Unwissenheit, von allen m\u00f6glichen S\u00fcnden und auch von ihrer k\u00f6rperlichen Krankheit und Besessenheit. Als einmal die J\u00fcnger von Johannes dem T\u00e4ufer zu ihm kamen und wissen wollten, ob er der verhei\u00dfene Christus sei oder nicht, wies er sie schlicht auf die Tatsache hin, wie sich das Reich Gottes durch ihn m\u00e4chtig ausbreitete. Die Stelle in Lukas 7,21-23 sagt: \u201eZu der Stunde machte Jesus viele gesund von Krankheiten und Plagen und b\u00f6sen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht und verk\u00fcndet Johannes, was ihr gesehen und geh\u00f6rt habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein, Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c Das Kommen des Reiches Gottes zeigt sich an der Macht, mit der die Menschen von all ihren Krankheiten und geistlichen Bindungen befreit und bef\u00e4higt werden zu einem neuen Leben unter Gottes Herrschaft in seiner Wahrheit und seinem Frieden.<\/p>\n<p>Ein Mann, der von Geburt an blind war, konnte nichts anderes tun als t\u00e4glich in der Dunkelheit dazusitzen und die vor\u00fcbergehenden Menschen um Almosen zu bitten. Doch als Jesus ihn sah, heilte er ihn von seiner Blindheit, sodass er er die physische und die geistliche Realit\u00e4t klar sehen konnte und ein mutiger Zeuge des Reiches Gottes wurde (Joh 9,1-38). Ein anderer, k\u00f6rperlich gesunder Mann hatte es zu seinem ersten Anliegen gemacht, reich zu werden, und war in Geldgier und in Verachtung am Rand der Gesellschaft geraten. Aber als Jesus ihn sah und ihn aufforderte: \u201eFolge mir!\u201c, gehorchte er und machte so einen praktischen Schritt hin zum Reich Gottes. Gottes Herrschaft ver\u00e4nderte ihn von einem egoistischen Z\u00f6llner zum Apostel Matth\u00e4us, der sogar dieses Evangelium schreiben konnte (Mt 9,9-13). Eine Frau, die in ihrem Leben ihre Hoffnung auf die Liebe eines idealen Partners gesetzt hatte, war von vielen entt\u00e4uscht und verletzt worden und hatte sich verbittert von den Menschen zur\u00fcckgezogen. Aber als Jesus ihr die Gabe Gottes bzw. das Himmelreich anbot und sie sich daf\u00fcr \u00f6ffnete, wurde sie von all ihren Verletzungen geheilt und zu einer aktiven, fr\u00f6hlichen Zeugin Jesu ver\u00e4ndert (Joh 4,1-26).<\/p>\n<p>Wo immer Menschen Gottes Reich in ihr Leben einlassen, wirkt Gottes Reich in ihnen m\u00e4chtig und befreit sie von ihren alten Bindungen und Krankheiten, sodass sie ein neues Leben in einer rechten Beziehung zu Gott anfangen k\u00f6nnen, in dem sie wahren Lebenssinn und Frieden und Freude von oben genie\u00dfen k\u00f6nnen. Dass das Himmelreich herbeigekommen ist, beschreibt das wichtigste Ereignis in der ganzen Geschichte. Dass das Himmelreich herbeigekommen ist, ist die gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Botschaft, die Menschen jemals verk\u00fcndigt worden ist und die ihnen jemals verk\u00fcndigt werden wird. Dass das Himmelreich herbeigekommen ist, bedeutet, dass keiner mehr unter der Herrschaft der S\u00fcnde und der Macht des Todes leben und sterben muss, sondern dass jeder davon befreit werden und ein neues Leben unter Gottes Herrschaft f\u00fchren und ewig leben kann. Dass das Reich Gottes herbeigekommen ist, ist ein Grund zu gro\u00dfer Freude und lautem Jubel.<\/p>\n<p>Seit 2000 Jahren haben unz\u00e4hlige Menschen die Ver\u00e4nderungsmacht und die Freude des neuen Lebens unter Gottes Herrschaft erfahren und haben ihr Leben ganz auf das Reich Gottes ausgerichtet. Viele haben auch ihr Leben f\u00fcr Gottes Reich eingesetzt und sind voll Frieden und Zuversicht als M\u00e4rtyrer gestorben, weil sie sich der Realit\u00e4t des Himmelreichs so bewusst waren. Hier k\u00f6nnte nun jemand fragen, warum sich dann das Reich Gottes in den Menschen so unterschiedlich auswirkt. Das ist eine gute Frage! Warum wirkt das Reich Gottes in manchen Menschen so m\u00e4chtig, sodass sie t\u00e4glich vom Heiligen Geist erf\u00fcllt werden und voller Freude und Kraft leben k\u00f6nnen, und in anderen wirkt das Reich Gottes anscheinend nur wenig, sodass sie noch in Selbstverdammnis oder Selbstgerechtigkeit, in Sorgen und \u00c4ngsten oder an weltliche W\u00fcnschen gebunden leben? Der Grund daf\u00fcr besteht darin, dass die Menschen das Reich Gottes in unterschiedlichem Ma\u00dfe in Anspruch nehmen. Es ist vergleichbar mit der Elektrizit\u00e4t, die als unsichtbare Kraft inzwischen in jedem Haushalt vorhanden ist. Wir brauchen sie nur anzuwenden, indem wir etwa auf den Lichtschalter dr\u00fccken, damit es hell wird, oder indem wir den Stecker des Elektroherds oder der Waschmaschine in die Steckdose stecken und die Einschalttaste bet\u00e4tigen, damit sie arbeiten. Aber im \u00fcbertragenen Sinne nehmen viele diese Realit\u00e4t nicht richtig wahr bzw. sie vertrauen nicht auf ihre Kraft. Darum sitzen sie bildlich gesprochen abends in schummrigem Kerzenlicht, essen kaltes Essen und waschen ihre schmutzige W\u00e4sche m\u00fchsam von Hand, ohne sie richtig sauber zu bekommen. Sie leben so, weil sie nicht wirklich begreifen, dass es in ihrem Haus Strom gibt. Ein anderer, etwas aktuellerer Vergleich ist die Anwendung des Internets. Es ist zwar unsichtbar, aber real vorhanden und kann \u00fcber den Telefonanschluss auch in jedem Haus leicht in Anspruch genommen werden. Aber wie es die Menschen anwenden, ist sehr unterschiedlich. Manche Leute wenden das Internet \u00fcberhaupt nicht an und leben so, als ob es es gar nicht g\u00e4be. Andere wenden das Internet blo\u00df daf\u00fcr an, um ab und zu E-mails zu schreiben oder um in Wikipedia die Bedeutung mancher Fremdw\u00f6rter nachzulesen. Wieder andere nutzen die umfangreichen M\u00f6glichkeiten des Internets in gro\u00dfem Ma\u00dfe, indem sie dar\u00fcber ihre Fahrkarten und Flugtickets buchen, ihre Bankgesch\u00e4fte abwickeln, Testberichte \u00fcber Produkte lesen, ihre Eink\u00e4ufe t\u00e4tigen und sich au\u00dferdem f\u00fcr ihre Freizeit Musik und Filme herunterladen. Das Internet ist f\u00fcr alle in gleichem Ma\u00dfe da; aber es kommt einem Menschen nur in dem Ma\u00dfe zu gute, in dem er oder sie es anwendet. Ebenso wirkt das Reich Gottes in dem Ma\u00dfe in unserem Leben, in dem wir es einlassen und unser Denken und Leben davon bestimmen lassen. Jesus sagt: \u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!\u201c Wir sollen nicht l\u00e4nger in unseren alten dunklen, ungl\u00e4ubigen Gedanken oder in unseren alten Gewohnheiten bleiben. Wir sollen die Realit\u00e4t wahrnehmen, dass das Reich Gottes herbeigekommen ist, und sollen unser ganzes Denken und Leben danach ausrichten, damit es seine Dynamik und Kraft in uns entfalten und unser Leben bestimmen kann.<\/p>\n<p>Da das Reich Gottes real vorhanden ist und mit seiner Dynamik und Macht jeden ver\u00e4ndern kann, sollte es unser gr\u00f6\u00dftes Bestreben und wichtigstes Gebetsanliegen sein, dass das Reich Gottes in unserem Leben komme. Jesus hat uns auch im Vaterunser gelehrt, dass wir vor allem daf\u00fcr beten sollen, dass Gottes Name geheiligt werde und dass sein Reich komme. Gottes Reich soll in unserem allt\u00e4glichen Leben Realit\u00e4t werden. Es soll in alle Bereiche unsers Lebens kommen, die wir bisher selbst bestimmt haben, und sich darin entfalten. Doch damit unser ganzes Leben von Gott regiert wird, m\u00fcssen wir zun\u00e4chst wissen, was \u00fcberhaupt unser eigener Einflussbereich ist. Was ist \u201emein Reich\u201c? Einfach gesagt bedeutet mein Reich alles, was ich beeinflussen und kontrollieren kann. Dazu geh\u00f6ren die 24 Stunden Zeit, die ich t\u00e4glich zur Verf\u00fcgung habe. Dazu geh\u00f6ren auch mein materieller Besitz und meine Kraft und F\u00e4higkeiten, \u00fcber die ich bewusst oder unbewusst t\u00e4glich bestimme, wof\u00fcr ich sie einsetze. Dazu geh\u00f6rt auch der Bereich meines Einflusses, die Familie, die Wohngemeinschaft, die Mitarbeiter und Geschwister in der Gemeinde, die Mitsch\u00fcler in der Schule, die Kommilitonen an der Uni oder Kollegen am Arbeitsplatz. All das und noch vieles mehr geh\u00f6rt zu dem Bereich, \u00fcber den jeder von uns bestimmen und den er gestalten kann. Manch einer mag an dieser Stelle vielleicht denken, es sei sowieso gr\u00f6\u00dftenteils vorgegeben, wof\u00fcr er seine Zeit und Kraft einsetzt. Aber wer so denkt, \u00fcbersieht, wie gro\u00df der Bereich ist, \u00fcber den er selbst bestimmen und gestalten kann. Wir bestimmen selbst, wann wir morgens aufstehen, wie lange und wie wir Gemeinschaft mit Gott haben, wann wir zur Schule, Uni oder Firma fahren, mit welchem Einsatz wir dort arbeiten, ob wir \u00fcberhaupt dort studieren oder arbeiten. Denn es untersteht unserer Souver\u00e4nit\u00e4t und obliegt uns, es auch zu \u00e4ndern. Wir sollen jeder wahrnehmen, wie gro\u00df der Bereich ist, \u00fcber den wir selbst bestimmen k\u00f6nnen. Denn genau dort will Jesus hinein kommen und sein Reich aufrichten. Jesus will, dass wir ihn in allen Bereichen unseres Lebens regieren lassen. Jesus will, dass Gottes Reich in unserem ganzen Leben komme und wir all unser Denken, Streben und Tun von ihm bestimmen lassen.<\/p>\n<p>Wir sollten daher unser Glaubensleben nicht aus Gewohnheit oder Pflichtgef\u00fchl f\u00fchren, sondern uns jeden Tag neu bewusst unter Gottes Herrschaft stellen und unter seiner Leitung nach seinem Wort leben. Auf diese Weise sollen wir t\u00e4glich neu leben und erleben, dass das Himmelreich herbeigekommen ist, anstatt routinem\u00e4\u00dfig zu leben.<\/p>\n<p>Aber es ist tats\u00e4chlich nicht ganz einfach, Gottes Reich in unser Leben einzulassen und alle Bereiche des Lebens von ihm regieren zu lassen. Manchmal geraten wir in Konflikte, wenn Gottes Wille unserem eigenen Willen widerspricht. Wenn wir bestimmte Gedanken noch behalten wollen, obwohl sie nicht der Wahrheit des Evangeliums entsprechen. Wenn wir bestimmte Dinge f\u00fcr uns behalten und Gott nicht zur Verf\u00fcgung stellen wollen. Oder wenn wir bestimmte Gewohnheiten beibehalten wollen, obwohl sie uns in der Beziehung zu Gott und beim Tun seines Willens hindern. Dann kann das Himmelreich in uns nicht wachsen, unser Glaubensleben stagniert oder wir machen sogar R\u00fcckschritte. Was sollen wir dann tun? Auch Jesus hat manchmal einen Konflikt zwischen Gottes Willen und seinem eigenen Willen. Den ernstesten und gr\u00f6\u00dften Konflikt hatte er ohne Zweifel, als er schlie\u00dflich nach Gottes Willen als f\u00fcr die S\u00fcnder der Welt am Kreuz sterben sollte, aber selbst weiter leben wollte. Doch was tat Jesus dann? Jesus betete intensiv und entschied sich mit seinem Willen klar daf\u00fcr, Gottes Willen zu gehorchen und ihm zu folgen. Als er auf diese Weise Gottes Willen einlie\u00df und ihm seinen eigenen Willen v\u00f6llig unterordnete, schenkte Gott ihm den Sieg \u00fcber die Todesangst und bef\u00e4higte ihn, den Willen Gottes zu erf\u00fcllen. Als er Gott bis zum Tod gehorchte, erweckte Gott ihn vom Tod auf und machte ihn zum Retter der Menschheit, sodass nun durch ihn Gottes Reich zu allen Menschen in der Welt kommen. Wenn wir in einen Konflikt zwischen Gottes Willen und unserem eigenen Willen geraten, sollen wir Jesu Beispiel folgen und uns mit unserem Willen klar f\u00fcr den Willen Gottes entscheiden und beten, bis wir ihm gehorchen k\u00f6nnen. Wenn wir dem Willen Gottes unseren eigenen Willen unterordnen, werden wir die Macht von Gottes Reich in uns erleben und von ihm f\u00fcr die Ausbreitung seines Reiches kostbar gebraucht werden.<\/p>\n<p>Doch manche haben Angst davor, dass sie alle Freude und Spa\u00df in ihrem Leben verlieren w\u00fcrden, wenn sie Gott in allen Lebensbereichen gehorchen; sie bef\u00fcrchten, dass sie ihre Identit\u00e4t verlieren w\u00fcrden, wenn sie sich Gottes Herrschaft v\u00f6llig unterordnen. Aber diese Angst ist tats\u00e4chlich unbegr\u00fcndet. Denn sie r\u00fchrt daher, dass wir unser altes Ich, das mit s\u00fcndhaften Gedanken, W\u00fcnschen und Gewohnheiten behaftet war, immer noch f\u00fcr unsere Identit\u00e4t halten (weshalb wir bef\u00fcrchten, dass wir unsere Identit\u00e4t verlieren w\u00fcrden, wenn wir uns von den s\u00fcndhaften Gedanken und Gewohnheiten ganz trennen). Aber das ist verkehrt. Denn das Leben in Gottes Reich befreit uns von dem s\u00fcndigen Wesen und setzt unser wahres Ich frei, zu dem Gott uns eigentlich geschaffen hat. Anders gesagt befl\u00fcgelt Gottes Herrschaft unsere wahre Identit\u00e4t und bef\u00e4higt uns, so zu werden und so zu leben, wie es Gottes Willen entspricht. Ein Mann hatte vor seiner Begegnung mit Jesus regelm\u00e4\u00dfig Alkohol getrunken und geraucht und hatte sich damit identifiziert. Da er diese Identit\u00e4t weiterhin behielt, hatte er Angst, sich selbst zu verlieren, wenn er seine alte Gewohnheit v\u00f6llig aufgeben w\u00fcrde. Aber als er durch Jesu Herrschaft davon befreit wurde, konnte sich seine eigentliche Identit\u00e4t noch mehr entfalten. Unter Gottes Herrschaft werden wir uns also nicht selbst verlieren; vielmehr kann sich unser eigentliches Ich richtig entfalten, wir werden sozusagen wir selbst. Je mehr wir durch Gottes Reich von unserem alten Ich befreit werden, umso mehr kann Gott uns mit den Gaben erf\u00fcllen, die der Galaterbrief aufz\u00e4hlt als Freude, Friede, Liebe, Geduld, Freundlichkeit, G\u00fcte, Treue, Sanftmut, Keuschheit. Gottes gute Herrschaft befl\u00fcgelt uns zu einem neuen heiligen Leben, das Gott ehrt und das uns selbst mit dem wahren Sinn und mit tiefer Dankbarkeit und Freude erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir dann Gottes Reich in unserem Leben einlassen? Anders gesagt: Was k\u00f6nnen wir tun, damit das Himmelreich in unserem Leben Realit\u00e4t wird? Betrachten wir nochmals den Vers 17. Jesus sagt: \u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.\u201c Wir sollen Bu\u00dfe tun, unsere Gesinnung \u00e4ndern. Wir sollen uns also mit unserem Willen daf\u00fcr entscheiden, dass wir mit uns Gottes Herrschaft unterstellen wollen und er all unser Denken, Reden und Tun regieren soll. Dabei reicht es nicht, wenn wir diese Entscheidung einmal getroffen haben, sondern wir m\u00fcssen sie immer wieder erneuern und konkretisieren. Dabei zwingt Jesus uns seine Herrschaft keineswegs auf. Vielmehr klopft er immer wieder bei uns an und l\u00e4dt uns freundlich dazu ein, indem er sagt: \u201eSiehe, ich stehe vor der T\u00fcr und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme h\u00f6ren wird und die T\u00fcr auftun, zu dem werde ich hineinkommen und Abendmahl mit ihm halten und er mit mir \u201c (Offb 3,20). Hier erkennen wir, dass Jesus unseren Willen sehr respektiert und nur dann in unser Herz und Leben hinein kommt, wenn wir das wollen und ihm die T\u00fcr aufmachen. Wir sollen also sorgf\u00e4ltig auf Jesu Stimme h\u00f6ren und sollen seinen Willen immer unsere Herzenst\u00fcr \u00f6ffnen. Anders gesagt sollen wir die Erf\u00fcllung seines Willens zu unserem eigenen Lebensanliegen machen und uns darauf konzentrieren, das zu erreichen. Wenn wir so eingestellt sind und so leben, kann Jesus best\u00e4ndig in unser Herz kommen und wir werden eine tiefe, erf\u00fcllende Gemeinschaft mit ihm haben.<\/p>\n<p>Was geschieht dann, wenn wir kontinuierlich so leben? Das Leben unter Gottes Herrschaft befreit uns immer mehr von den Elementen unseres alten, s\u00fcndhaften Ichs und seinen Gewohnheiten und macht uns dem Bild Jesu, zu dem Gott uns eigentlich geschaffen hat, immer \u00e4hnlicher. Durch diesen Prozess der Heiligung will Gott uns zu gro\u00dfartigen Pers\u00f6nlichkeiten machen, die ihn ehren und die er f\u00fcr die Ausbreitung seines Reiches kostbar gebrauchen kann. Ein Beispiel daf\u00fcr sind die J\u00fcnger Jesu. W\u00e4hrend\u00a0 wir in den Evangelien etwa bei Petrus noch oft sein Selbstvertrauen und seinen schwankenden Glauben sehen, finden wir sp\u00e4ter in der Apostelgeschichte einen ver\u00e4nderten Petrus, der fest im Glauben stand und auch angesichts starker Drohungen mutig das Evangelium verk\u00fcndigte und so der Fels wurde, der er eigentlich sein sollte. Und aus dem exklusiv gesinnten und leicht erz\u00fcrnten J\u00fcnger Johannes, der st\u00e4ndig mit Petrus rivalisierte, wurde ein Apostel der Liebe, dem der auferstandene Jesus sp\u00e4ter die Offenbarung anvertrauen konnte. Wenn wir unter Gottes Herrschaft leben, werden wir zu gro\u00dfartigen Menschen ver\u00e4ndert. Und das beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf das Leben in dieser Welt. Jesus sagt in Matth\u00e4us 11,11: \u201eWahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der gr\u00f6\u00dfer ist als Johannes der T\u00e4ufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist gr\u00f6\u00dfer als er.\u201c Wenn wir unter Jesu Herrschaft leben und dadurch zum Himmelreich geh\u00f6ren, werden wir dort gr\u00f6\u00dfer sein als der gr\u00f6\u00dfte Knecht Gottes, der vor dem Kommen Jesu jemals gelebt hat. Was f\u00fcr ein gro\u00dfes Privileg ist es, unter der Herrschaft Gottes zu leben und zu seinem Himmelreich zu geh\u00f6ren!<\/p>\n<p>Welchen Menschen gilt dieses Privileg letztlich? Jesus sagt in dem direkt darauf folgenden Vers: \u201eAber von den Tagen Johannes des T\u00e4ufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewaltt\u00e4tigen rei\u00dfen es an sich\u201c (Mt 11,12). In diesem Wort sagt Jesus, dass die Menschen ins Himmelreich kommen, die mit Gewalt hineindr\u00e4ngen, die also unbedingt quasi mit aller Gewalt hineinwollen. Wir m\u00fcssen das Himmelreich zu unserem Ziel machen und unseren ganzen Willen und unsere ganze Kraft daf\u00fcr einsetzen, in allen Bereichen unseres Lebens unter Gottes Herrschaft nach seinem Willen zu leben, damit wir tats\u00e4chlich ins Himmelreich kommen. Dann wird Gott uns durch das Leben unter seiner Herrschaft immer mehr ver\u00e4ndern und uns so f\u00fcr die ewige Gemeinschaft vorbereiten, die wir antreten werden, wenn er sein Reich in Herrlichkeit und Vollkommenheit aufrichten wird.<\/p>\n<p>M\u00f6ge Gott jedem von uns im neuen Jahr helfen, t\u00e4glich Jesu Stimme zu h\u00f6ren und unsere Herzenst\u00fcr f\u00fcr ihn stets aufzumachen, sodass wir unter seiner Herrschaft leben, anstatt in dunklen Gedanken und alten Gewohnheiten! M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, seinen ganzen Willen daf\u00fcr einzusetzen, im Himmelreich zu leben und daf\u00fcr die eigenen W\u00fcnsche und Gewohnheiten wo immer n\u00f6tig zu verleugnen, damit das Himmelreich in uns m\u00e4chtig wirken und uns zu den gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten ver\u00e4ndern kann, die wir nach seinem Willen werden sollen! M\u00f6ge Gott uns dadurch daf\u00fcr gebrauchen, sein Reich unter den Studenten auszubreiten und uns gleichzeitig auf die ewige Gemeinschaft in seinem herrlichen Himmelreich vorbereiten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das\u00a0 Himmelreich\u00a0 ist\u00a0 nahe\u00a0 herbeigekommen! \u201eSeit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!\u201c (Mt 4,17) Wir feiern heute den ersten Gottesdienst im neuen Jahr 2010. Wie sollen wir im neuen Jahr leben, damit wir Gott erfreuen und auch seinen Segen erfahren k\u00f6nnen? 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