{"id":604,"date":"2009-12-18T15:30:32","date_gmt":"2009-12-18T14:30:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=604"},"modified":"2023-01-29T20:28:59","modified_gmt":"2023-01-29T19:28:59","slug":"predigt-matthaus-11-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-11-17\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 1,1-17"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/2009-12-13-Matth\u00e4us1_1.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das Kommen des K\u00f6nigs<\/h2>\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eDies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.\u201c<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Matth\u00e4us 1,1<\/address>\n<p align=\"center\">\n<p>Kennt ihr den Film \u201eDer Herr der Ringe\u201c? (eine etwas unkonventionelle Art und Weise mit der Predigt anzufangen, ich wei\u00df.) Der letzte Film dieser genialen Trilogie hat den Titel \u201edie R\u00fcckkehr des K\u00f6nigs\u201c. In diesem Film wird Aragorn als K\u00f6nig \u00fcber die Menschen eingesetzt. Die Besonderheit ist, dass die Menschen seit Jahrtausenden keinen K\u00f6nig hatten. K\u00f6nig Isildur hatte vor 3.000 Jahren Mittelerde gerettet und den gr\u00f6\u00dften Feind Sauron bezwungen. Und Aragorn war der rechtm\u00e4\u00dfige Nachkomme von K\u00f6nig Isildur. Als solcher hatte er das Recht, den Thron von Mittelerde zu besteigen. Mit dem Schwert Isildurs k\u00e4mpft er ein weiteres Mal gegen die Feinde Mittelerdes und erlangt schlie\u00dflich den Sieg. Dann folgt die R\u00fcckkehr des K\u00f6nigs. Das wunderbare an Aragorns Charakter ist, dass er auch vor seiner Kr\u00f6nung eigentlich immer ein K\u00f6nig war. Er strahlte immer die W\u00fcrde eines K\u00f6nigs aus. Er war ein Held, auf den man sich immer verlassen konnte. Keine Schlacht, bei der er nicht an vorderster Front k\u00e4mpfte. Keine Gefahr, der er sich nicht bereit war, auszusetzen, wenn es seinem Volk diente. Keine Leiden, denen er aus dem Weg ging, wenn es um seine Berufung und Bestimmung ging.<\/p>\n<p>An Weihnachten feiern wir ebenfalls eine Art \u201eR\u00fcckkehr des K\u00f6nigs\u201c, und zwar des K\u00f6nigs von Israel. Wir feiern das Kommen unseres Herrn Jesus Christus. Aber im Gegensatz zu Aragorn aus dem Herrn der Ringe ist dieser K\u00f6nig nicht erfunden. Jesus kam in Raum und Zeit. Er betrat von 2.000 Jahren die B\u00fchne der Menschheitsgeschichte. Er kam in Fleisch und Blut als eine Person, mit der man reden konnte, eine Person, die man anfassen konnte und eine Person, zu welcher man eine Beziehung aufbauen konnte. Jesu Kommen hat die Geschichte der ganzen Welt so ma\u00dfgeblich ver\u00e4ndert, dass wir fortan von einer Zeit vor Christus und von einer Zeit nach Christus sprechen. Und so verdanken wir dem Kommen dieses K\u00f6nigs unseren Kalender.<\/p>\n<p>Ein K\u00f6nig hat ein k\u00f6nigliches Geschlechtsregister. Jesus hat einen k\u00f6niglichen Stammbaum. Auf der einen Seite best\u00e4tigt dieser Stammbaum, dass Jesus Anspruch auf den Thron Israels hat. Auf der anderen Seite ist es ein Register, das ungew\u00f6hnlicher kaum sein k\u00f6nnte. Wir m\u00f6chten heute gerne herausfinden, was es damit auf sich hat. Auf folgende Punkte werde ich in der Predigt eingehen: erstens, eine Antwort auf Einw\u00e4nde und Kritiken zum heutigen Text, zweitens, was uns dieser Text \u00fcber Gottes Geschichte lehrt, drittens, was das Kommen des K\u00f6nigs f\u00fcr uns bedeutet.<\/p>\n<p>Teil 1 Antwort auf m\u00f6gliche Einw\u00e4nde<\/p>\n<p>Ich nehme an, dass viele von uns mit Geschlechtsregistern nicht so viel anfangen k\u00f6nnen. Wir werden mit tausenden von Namen konfrontiert, von denen wir viele noch nie geh\u00f6rt haben. Man sch\u00e4tzt, dass es im alten Testament an die 50 Stammb\u00e4ume gibt. Nach meiner Erfahrung sind das pr\u00e4ferentiell die Stellen, bei denen das Wort \u201eStille Zeit\u201c noch einmal eine andere Bedeutung bekommt. Aber Stammb\u00e4ume waren bei den Juden von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit und Notwendigkeit. Das Aus\u00fcben von Pflichten wie Tempeldienst konnte nur durchgef\u00fchrt werden, wenn je nach dem eine levitische oder priesterliche Abstammung nachgewiesen werden konnte. Die Abstammung spielte eine immens wichtige Rolle bei der Verteilung und Verwaltung des Landes. Jeder wahre Israelit musste einfach wissen, welchem Stamm er angeh\u00f6rte und wessen Nachfahre er war. Im \u00dcbrigen ist das heute bei den Juden nicht mehr der Fall, aber damals war es so.<\/p>\n<p>Der Stammbaum im heutigen Text ist von einer unentbehrlich wichtigen Bedeutung. Denn hier geht es um die Abstammung des K\u00f6nigs aller K\u00f6nige und des Herrn aller Herren. Die Akzeptanz eines solchen Messias stand und fiel mit der zweifelsfreien Best\u00e4tigung, dass er ein Nachkomme Davids war. Diese Abstammung war bei Jesus gegeben. Unser Text beginnt mit den Worten: \u201eDies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.\u201c Unser heutiger Text legitimiert den Anspruch Jesu, der wahre Messias zu sein. Vielleicht ist das Grund, weshalb unser heutiger Text von einfallslosen Kritikern immer wieder als Beispiel f\u00fcr angebliche Widerspr\u00fcche in der Bibel herangef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Mit drei Einw\u00e4nden, die wir immer wieder h\u00f6ren, wollen wir heute versuchen, aufzur\u00e4umen. Der erste Einwand lautet: die Geschlechtsregister zwischen Matth\u00e4us und Lukas sind nicht miteinander vereinbar. Wie antworten wir darauf? Selbstverst\u00e4ndlich sind die Stammb\u00e4ume in Matth\u00e4us und Lukas voller Unterschiede, denn beide verfolgten sie mit ihren Stammb\u00e4umen v\u00f6llig unterschiedliche Ziele. Matth\u00e4us f\u00e4ngt mit Abraham an und endet mit der Person Christi. Lukas hingegen f\u00e4ngt mit Jesus selbst an und geht den Weg zur\u00fcck bis Adam. Die einfachste Erkl\u00e4rung f\u00fcr eine Reihe der Unterschiede, die wir in den Stammb\u00e4umen finden, ist, dass Lukas den Stammbaum von Maria wiedergibt, w\u00e4hrend Matth\u00e4us den Stammbaum Josefs rekapituliert. Und das liegt auch in der Absicht der Autoren begr\u00fcndet. Lukas will uns zeigen, dass Jesus der vollkommene Mensch ist. Matth\u00e4us hingegen will uns zeigen, dass Jesus rechtm\u00e4\u00dfiger, legitimer Erbe auf dem Thron Davids ist. Lukas verfolgte das Interesse, uns Jesu Blutlinie zu zeigen. Matth\u00e4us verfolgte das Interesse, Jesu Legitimation als Christus zu offenbaren, der unrechtm\u00e4\u00dfig von seinem eigenen Volk verworfen wurde.<\/p>\n<p>Ein anderer Einwand hat mit Matth\u00e4us 1,17 zu tun: \u201eAlle Glieder von Abraham bis zu David sind vierzehn Glieder. Von David bis zur babylonischen Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Von der babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus sind vierzehn Glieder.\u201c Der Einwand lautet: Matth\u00e4us konnte nicht z\u00e4hlen. Man kommt beim Z\u00e4hlen der Namen in den jeweiligen Abschnitten nicht immer auf die Zahl 14. Wie antworten wir darauf? In der ersten Etappe von Abraham zu David kommen wir auf die Zahl 14, wenn wir David mitz\u00e4hlen. In der zweiten Etappe von David bis Jojachin kommen wir ohne David auf 14. In der dritten Etappe m\u00fcssen Jojachin aus der zweiten Etappe bis einschlie\u00dflich Christus alle Glieder mitgez\u00e4hlt werden. Matth\u00e4us ist also mathematisch nicht ganz korrekt, oder in seiner Z\u00e4hlweise nicht ganz konsequent. Was hat es mit der Zahl 14 also auf sich? Die Antwort ist denkbar einfach. Nat\u00fcrlich konnte Matth\u00e4us z\u00e4hlen. Als ehemaliger Z\u00f6llner hatte er mit Z\u00e4hlen sein Geld verdient. Aber als Schreiber seiner Zeit erhob der Evangelist niemals den Anspruch, mathematisch korrekt zu sein. Genauso wie wir bei einem Zug, der 55min zu sp\u00e4t ist, sagen, dass er eine Stunde Versp\u00e4tung hat, hatten die antiken Schreiber ohne weiteres die Freiheit Zahlen, aufzurunden, um es den Lesern und vor allem den H\u00f6rern einfacher zu machen. Man kann sich dreimal die Zahl 14 gut merken. Zumindest besser als zweimal 14 und einmal 13. Es ging bei antiken Schreibern auch darum, dass man sich die Botschaft gut merken konnte.<\/p>\n<p>Wir kommen noch zu einem dritten Einwand. Der dritte Einwand lautet, dass der Stammbaum widerspr\u00fcchlich ist, weil Namen fehlen. Die Zeit von Abraham bis hin zu Christus sind etwa 2.000 Jahre. Wenn man diese Zeit mit 41 Generationen \u00fcberbr\u00fccken will, kommt man auf ein durchschnittliches Alter von ungef\u00e4hr 49 Jahren, in denen das n\u00e4chste Kind geboren wird. Aber die meisten Menschen bekommen ihre Kinder nicht erst mit 50 Jahren. (Wir ignorieren die Tatsache, dass Leute wie Abraham diesen Schnitt etwas nach oben gedr\u00fcckt haben.) Die mehr als 400-j\u00e4hrige Spanne, die die Israeliten in \u00c4gypten verbracht hatten, wird gerade einmal mit etwa 5 Namen \u00fcberbr\u00fcckt. Der Vergleich mit anderen Bibelstellen zeigt uns, dass bei den K\u00f6nigen zum Beispiel drei Namen und Generationen ausgelassen wurden. Der Einwand lautet also folgenderma\u00dfen: Es ist falsch zu sagen, dass x den y zeugte, wenn er in Wirklichkeit nur dessen Gro\u00dfvater oder Urgro\u00dfvater ist. Was sagen wir dazu?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen hier zum einen verstehen, dass das Wort \u201ezeugen\u201c in der Luther\u00fcbersetzung nicht ganz gl\u00fccklich ist. Das griechische Wort ist gennao. Und dieses Wort ist flexibler in seiner Bedeutung und kann vieles bedeuten, wie zum Beispiel: \u201eist Vater von\u201c, \u201ebrachte hervor\u201c als auch \u201ezeugte\u201c. Es kann daher auch sehr wohl auf den Gro\u00dfvater angewandt werden, wenn der Enkel seiner Linie entspringt.<\/p>\n<p>Auf die Frage weshalb Matth\u00e4us etliche Namen unter den Tisch hat fallen lassen, k\u00f6nnen wir nur spekulieren. Manche haben versucht, das mit dem Wort aus 5. Mose 29,19 zu erkl\u00e4ren, dass Gott die Namen der Ungehorsamen austilgen wird unter dem Himmel. Es sind mehrere plausible Antworten denkbar. Aber wir haben keine definitive Antwort auf diese Frage. Vielleicht ist es daher an dieser Stelle gut, dem Rat von Apostel Paul folgen, der an Timotheus schrieb: \u201e\u2026auch nicht Acht haben auf die Fabeln und Geschlechtsregister, die kein Ende haben und eher Fragen aufbringen, als dass sie dem Ratschluss Gottes im Glauben dienen.\u201c<\/p>\n<p>Wir kommen damit zum zweiten Teil.<\/p>\n<p>Teil 2 Was uns dieser Stammbaum \u00fcber Gottes Wirken in der Geschichte lehrt<\/p>\n<p>Lesen wir noch einmal Vers 1. \u201eDies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.\u201c F\u00fcr das Wort \u201eGeschichte\u201c steht im Griechischen genesis, was mit Geburt oder mit Generation \u00fcbersetzt werden kann. Diese Worte erinnern uns sehr stark an die Worte aus 1. Buch Mose 5: \u201eDies ist das Buch von Adams Geschlecht.\u201c Und in der Tat sind es die identischen Worte, wenn man das Alte Testament auf griechisch in der Septuaginta lesen w\u00fcrde. Matth\u00e4us stellt mit voller Absicht eine Querverbindung zum ersten Buch der Bibel auf. Die Worte \u201eDies ist das Buch von&#8230;\u201c finden wir immer dann in Genesis, wenn eine v\u00f6llig neue \u00c4ra eingel\u00e4utet wird. Matthew Henry kommentierte daher, dass das alte Testament mit dem Buch des Stammbaumes der Menschen beginnt. Und es ist seine Herrlichkeit, dass es damit beginnt. Aber das neue Testament \u00fcbertrifft diese Herrlichkeit, denn es beginnt mit dem Buch des Stammbaumes desjenigen, der die ganze Welt gemacht hat.<\/p>\n<p>Sehen wir uns noch einmal den Vers 1. Jesus wird hier als der Sohn Davids und als der Sohn Abrahams genannt. Warum werden diese beiden Vorfahren Jesu so hervorgehoben? Sowohl auf Abraham als auch auf David lagen besondere Verhei\u00dfungen. Diese Verhei\u00dfungen waren ganz spezifische messianische Prophezeiungen. Abraham bekam diese Verhei\u00dfung, als er Gott durch seinen Gehorsam zeigte, dass Gott seine erste Liebe war. Gott sagte w\u00f6rtlich: \u201eund durch dein Geschlecht (singular) sollen alle V\u00f6lker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.\u201c Es lag immer im Herzen Gottes, die ganze Welt zu segnen. Seit dem Fall des ersten Menschen hatte Gott den Plan, die Menschheit zu retten. Seitdem das Bild Gottes im Menschen zerst\u00f6rt war, hatte Gott den Plan, das Bild wiederherzustellen. Seitdem Tod, Krankheit und Fluch die Sch\u00f6pfung betraten, hatte Gott den Plan, Erl\u00f6sung zu bringen, durch eine neue Erde und einen neuen Himmel. Hier hatte Gott Abraham offenbart, dass es durch seinen Nachkommen geschehen w\u00fcrde. Abraham bekam Gottes hochheiliges Versprechen, dass er eines Tages einen Nachkommen haben w\u00fcrde, durch den die ganze Welt Gottes Segen erfahren w\u00fcrde. Aber wie vorhin erw\u00e4hnt, dauerte es nach dieser Verhei\u00dfung an die 2.000 Jahre, bis sich das Wort erf\u00fcllte.<\/p>\n<p>Rund 1.000 Jahre nach Abraham regierte David das Volk Israel. David hatte Gott ebenfalls sehr lieb und wollte Gott einen Tempel bauen. Aber Gott wollte das nicht. Stattdessen sollte Davids Sohn den Tempel bauen. Und doch freute sich Gott \u00fcber Davids Herz und versprach ihm: \u201eWenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen V\u00e4tern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein K\u00f6nigtum best\u00e4tigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen K\u00f6nigsthron best\u00e4tigen ewiglich.\u201c Es dauerte etwa 1.000 Jahre bis sich dieses Wort erf\u00fcllte. Gott hielt seine Versprechen. Er stand zu seinem Wort. Seine Verhei\u00dfungen erf\u00fcllten sich bis ins letzte Detail und bis ins i-T\u00fcpfelchen. Der Stammbaum Jesu legt von dieser Tatsache Zeugnis ab.<\/p>\n<p>Der Stammbaum Jesu ist sehr lehrreich, auch wenn das nicht auf dem ersten Blick so ersichtlich ist. Wir haben hier aber immer wieder kleine Einsch\u00fcbe, die zwischen der Auflistung von Namen geschrieben stehen. Diese Einsch\u00fcbe sind extrem informativ, wenn man ihnen auf den Grund geht.<\/p>\n<p>Wir sehen hier als erstes, dass unser Text f\u00fcnf Frauen erw\u00e4hnt, und zwar Tamar, Rahab, Rut, Batseba und Maria. In einer von M\u00e4nnern dominierten Gesellschaft, in welcher Frauen nichts zu melden hatten und h\u00e4ufig kaum Rechte hatten, ist dies wirklich etwas Besonderes. Und es wird noch viel interessanter, wenn wir einen Blick auf die Biographien dieser Frauen werfen. Die erste Frau ist Tamar. Lesen wir gemeinsam den Vers 3a: \u201eJuda zeugte Perez und Serach mit der Tamar.\u201c Wer war Tamar? Tamar war die Schwiegertochter von Juda. Sie heiratete Judas ersten Sohn namens Er. In Genesis lesen wir, dass Er b\u00f6se war und starb. Wie es der damaligen Sitte entsprach, sollte der j\u00fcngere Bruder die Witwe heiraten, um seinem verstorbenen Bruder zu Nachkommen zu verhelfen. Onan hatte damit ein Problem und starb kurze Zeit darauf ebenfalls. Es muss Juda sehr geschmerzt haben, dass er zwei S\u00f6hne verloren hatte. Und er kam irgendwie zum Schluss, dass es irgendetwas mit Tamar zu tun haben musste und verweigerte ihr, seinen j\u00fcngsten Sohn zu heiraten. Tamar nahm das Schicksal in ihre eigene Hand, und sie tat das auf \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdige Art und Weise. Sie gab vor eine Prostituierte zu sein und zeugte mit ihrem Schwiegervater zwei S\u00f6hne (es waren Zwillinge). Sie war eine unmoralische Frau. Aber zumindest hat es den Anschein, dass es bei diesem einen Mal blieb.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Frau hingegen, die im Stammbaum auftaucht, ist Rahab. Und Rahab war von Beruf aus eine unmoralische Frau. Die Bibel sagt, dass sie als Prostituierte im Rotlicht-Milieu von Jericho t\u00e4tig war. Sie hatte aber in der entscheidenden Situation ihres Lebens Glauben an Gott und wurde mit ihrer Familie gerettet.<\/p>\n<p>Die dritte Frau ist Rut. Sie war eine sehr au\u00dfergew\u00f6hnliche und fromme Frau. Als Naomi wieder in ihr Heimatland zog und sie Rut wegschicken wollte, bekam sie Ruts kompromisslose Antwort zu h\u00f6ren: \u201eRede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.\u201c Nach einer solchen Rede konnte Naomi nat\u00fcrlich nicht anders, als Rut mit nach Bethlehem zu nehmen. Jeder in Bethlehem respektierte Rut, weil sie eine flei\u00dfige, selbstlose und gottesf\u00fcrchtige Frau war. Und schlie\u00dflich heiratete sie den reichen und liebensw\u00fcrdigsten Single der ganzen Stadt, n\u00e4mlich Boas. Rut war eine tolle Frau. Jeder von uns kann sehr viel von ihr lernen. Und doch hatte sie einen gewaltigen Sch\u00f6nheitsfehler. Sie war eine Moabiterin. Und als Moabiterin war sie eigentlich ein Feind des Volkes Israel. Aber auch sie wurde zu einem Teil von Jesu Stammbaum.<\/p>\n<p>Die vierte Frau wird nicht beim Namen erw\u00e4hnt. Lesen wir gemeinsam den Vers 6b: \u201eDavid zeugte Salomo mit der Frau des Uria.\u201c Batseba war die Frau des Uria. Sie war die Frau eines der treuesten, loyalsten und besten Soldaten von K\u00f6nig David. Und als Batseba durch den Ehebruch schwanger wurde, entschloss sich David dazu, seinen besten Soldaten zu ermorden, um die S\u00fcnde verborgen zu halten. Diese h\u00e4ssliche Geschichte ist der Schandfleck schlechthin in Davids Biographie. Pastor Uwe Sch\u00e4fer sagte, dass wenn er Davids Biographie h\u00e4tte schreiben sollen, er Gott gefragt h\u00e4tte: \u201eMuss diese Geschichte wirklich in die Bibel? K\u00f6nnen wir das nicht lieber privat in der Seelsorge halten? David hat doch Bu\u00dfe getan. Damit ist das doch bereinigt.\u201c Aber es entsprach Gottes Willen, dass die ganze Geschichte von David und Batseba in die Bibel kommt. Und wir finden den entsprechenden Vermerk sogar im Stammbaum Jesu.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnfte Frau ist Maria, die mit dem Stigma leben musste, als Verlobte schwanger zu sein.<\/p>\n<p>Was lernen wir hier? Aus menschlicher Perspektive ist es absolut unverst\u00e4ndlich, wie die meisten dieser Frauen im Stammbaum Jesu landeten. Kein Schreiber w\u00e4re auf die Idee gekommen einen solchen Stammbaum mit solchen Frauen zu erfinden. Es w\u00e4re einfach kontraproduktiv f\u00fcr die Sache Christi gewesen und in der damaligen Zeit und Gesellschaft schlichtweg undenkbar. Keine von diesen Frauen hatte also menschlich gesehen die Qualifikation Vorfahr des verhei\u00dfenen Messias und des Sohnes Gottes zu werden. Wenn also keine von diesen Frauen es verdient h\u00e4tte, im Stammbaum Christi aufgenommen zu werden, ist es dann nicht einfach Gottes Gnade? Es war Gnade, dass Tamar die Mutter von Perez werden durfte, obwohl sie h\u00f6chst unmoralisch gehandelt hatte. Es war Gnade, dass die Hure Rahab den Krieg gegen Kanaan \u00fcberhaupt \u00fcberlebte, geschweige denn ein Teil der messianischen Linie zu werden. Es war Gnade, dass Batseba f\u00fcr ihren Ehebruch Vergebung fand und sie die Mutter von K\u00f6nig Salomo wurde. Und es war Gnade Gottes, die Maria zur Ehre erhob, die Mutter Jesu zu werden. Gnade \u00fcberall. Pastor MacArthur sagte, dass hier Gottes Gnade einfach \u00fcberflie\u00dft. Nach dem Studium eines solchen Textes liegt Gnade \u00fcberall auf dem Tisch verteilt.<\/p>\n<p>Was bedeutet es f\u00fcr uns? Wir lernen, dass es in erster Linie vor Gott keine Rolle spielt, welche Qualifikationen wir mitbringen. Es geht nicht um die Frage, welche Bildung wir haben, welche Vergangenheit wir mitbringen, welche moralischen Verdienste wir vorzuweisen haben. Es geht vor Gott immer und in allererster Linie um die Frage: Ist Gottes Gnade auf deinem Leben? Der Engel begr\u00fc\u00dfte Maria mit den Worten: \u201eSei gegr\u00fc\u00dft, du Begnadete!\u201c Hat dieses Wort pers\u00f6nliche Relevanz f\u00fcr dich? Bist du ebenfalls eine Begnadete Gottes oder ein Begnadeter Gottes?<\/p>\n<p>Wir sehen als zweites, dass viele der M\u00e4nner noch viel schlimmer als die Frauen waren. Bei den meisten K\u00f6nigen erfahren wir einiges von ihrer Geschichte. Es gab in der Geschichte Israels einige Lichtblicke, wie David, Hiskia oder Josia. Aber es gab auch einige K\u00f6nige, die einfach nur eine einzige Katastrophe waren, wie Ahas, Manasse und Amon. Wir k\u00f6nnen hier eine wichtige Lektion mitnehmen: Bosheit ist nicht vererbbar. Wenn Kinder sich ab und zu unm\u00f6glich benehmen, dann streiten sich Eltern gerne dar\u00fcber, von wem das Kind diese Eigenschaften hat. Aber in der Geschichte Israels sehen wir, dass gute K\u00f6nige mit schlechten K\u00f6nigen fast abwechselten. Auf einen der besten und fr\u00f6mmsten K\u00f6nige wie Hiskia folgte Manasse, der so schlimm und so brutal war, dass Gottes Gericht \u00fcber Juda beschlossene Sache war. Auf den b\u00f6sen K\u00f6nig Amon folgte Josia, von dem es in 1. K\u00f6nige 23,25 hei\u00dft: \u201eSeinesgleichen war vor ihm kein K\u00f6nig gewesen, der so von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kr\u00e4ften sich zum HERRN bekehrte, ganz nach dem Gesetz des Mose, und nach ihm kam seinesgleichen nicht auf.\u201c<\/p>\n<p>Wir lernen hier, dass wir selbst die Verantwortung f\u00fcr unser Leben tragen. Unsere Eltern k\u00f6nnen gute oder schlechte Eltern sein. Selbstverst\u00e4ndlich ist es heilsamer und besser und sch\u00f6ner, wenn man das Gl\u00fcck hatte, gute Eltern zu haben. Aber gute Eltern sind keine Garantie f\u00fcr ein gutes Leben. Genauso sind schlechte Eltern keine Ausrede f\u00fcr ein b\u00f6ses und schlechtes Leben. Der Grund hierf\u00fcr ist, weil bei Gott jeder Mensch die Chance hat, aus Gnade zu leben.<\/p>\n<p>Wir sehen hier als drittes, dass der Stammbaum verschiedene Etappen der Geschichte Israels enth\u00e4lt. In Vers 11 lesen wir etwas von babylonischer Gefangenschaft. Vers 17 fasst die verschiedenen Epochen zusammen. Lesen wir diesen Vers zusammen: \u201eAlle Glieder von Abraham bis zu David sind vierzehn Glieder. Von David bis zur babylonischen Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Von der babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus sind vierzehn Glieder.\u201c Wir sehen hier eine Gliederung in drei Teile. Der erste Teil der Geschichte Israel ist der glanzvolle Aufstieg des Volkes zu einem K\u00f6nigtum. Israels Geschichte begann mit einem alten kinderlosen Rentner. Seine Nachkommen wuchsen zu einem Volk, das unter K\u00f6nig David zu einem Gro\u00dfreich wurde. Die zweite Epoche handelt von Israels tiefem Abstieg. Eine Reihe an schlechten K\u00f6nigen wurde durch einige hervorragende und durch einige mittelgute K\u00f6nige unterbrochen. Nach Manasse aber war das Ungl\u00fcck besiegelt. Juda \u00fcberlebte zwar die Assyrer. Aber nach den Assyrern kamen die Babylonier. Das ganze Volk wurde nach Babylon verschleppt. Die letzte Etappe markiert ein weiteres finsteres Kapitel. Nach der R\u00fcckkehr von Babylon war das Volk nicht mehr dasselbe. Wir wissen nichts \u00fcber die M\u00e4nner des Stammbaums in dieser Geschichtsperiode. Alles scheint sich in Schweigen zu h\u00fcllen. Alles, was wir wissen, sind vor allen Dingen die geschichtlichen Tatsachen. Nach den Babyloniern kamen die Perser, nach den Persern kamen die Griechen, und nach den Griechen kamen die R\u00f6mer.<\/p>\n<p>Wenn wir die Geschichte des Volkes Israel lesen, dann scheint es zun\u00e4chst nicht viel zu geben, was uns wirklich gro\u00dfe Hoffnung machen kann. Seit K\u00f6nig David ging es mit dem Volk stetig bergab, sowohl geistlich, als auch politisch als auch wirtschaftlich. Dieser Abw\u00e4rtstrend m\u00fcndete schlie\u00dflich in Fremdherrschaft des Volkes Israel unter anderen Nationen. Israel verlor seine Freiheit, seine Autonomie, seine Ehre und seine W\u00fcrde. Die Menschen m\u00fcssen sich gefragt haben: \u201eWo ist der eine Nachkomme Abrahams, durch den die ganze Welt gesegnet werden soll? Wo ist der Nachkomme Davids, dessen Herrschaft kein Ende hat?\u201c Hatte Gott sein Volk vergessen? Vers 16 sagt: \u201eJakob zeugte Josef, den Mann der Maria, von der geboren ist Jesus, der da hei\u00dft Christus.\u201c Gott erf\u00fcllte seinen Plan.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir also mitnehmen? Wir haben bereits vorher gesagt, dass Gott seine Pl\u00e4ne erf\u00fcllt. Und die Geschichte des Volkes Israels mit ihren vielen H\u00f6hen und noch viel zahlreicheren Tiefen ist die B\u00fchne f\u00fcr Gottes Geschichte. Gott sorgte daf\u00fcr, dass die Geschichte unvermeidlich auf Kurs blieb. Israels Geschichte lief auf das Ziel hinaus, dass Jesus kommt. Und so sehen wir, dass Gott die F\u00e4den der Geschichte in seiner Hand h\u00e4lt. Er ist der souver\u00e4ne Herr. Er ist derjenige, der das letzte Wort hat. Aber Gottes Wirken ist nicht immer \u00f6ffentlich. Nicht alles, was Gott tut, ist f\u00fcr das menschliche Auge sichtbar. Zwischen dem letzten Propheten des Alten Testaments und dem Kommen Jesu liegen Jahrhunderte, in denen Gott schwieg. Jahrhunderte ohne ein inspiriertes Wort von Gott. Es gibt Zeiten, in denen Gott im Hintergrund wirkt. Menschen haben sich zu allen Zeiten gefragt: \u201eWo ist Gott?\u201c Unser Text lehrt uns: Gott ist da. Er war schon immer da. Und er wird f\u00fcr immer da sein. Und das hat auch gr\u00f6\u00dfte Relevanz gerade f\u00fcr unsere Zeit. Auch unsere Geschichte pl\u00e4tschert nicht einfach vor sich hin. Auch unsere Geschichte l\u00e4uft auf ein klares Ziel hinaus: die R\u00fcckkehr unseres Herrn, wenn er das letzte Wort sprechen wird und die Lebenden und Toten richten wird.<\/p>\n<p>Wir sehen als viertes, dass Gott den weisesten und besten Zeitpunkt f\u00fcr seine Pl\u00e4ne ausw\u00e4hlt. Die Zeit zwischen der babylonischen Gefangenschaft und dem Kommen Jesu war f\u00fcr die Israeliten eine finstere Zeit. Aber f\u00fcr die Weltgeschichte, war es eine einzigartig wichtige Zeit. Alexander der Gro\u00dfe startete seine gewaltigen Feldz\u00fcge bis hin nach Indien. Es war der Anfang der so genannten hellenistischen Epoche, bei welcher sich die griechische Kultur und Sprache im ganzen Mittelmeerraum verbreitete. Danach kamen die R\u00f6mer. Die R\u00f6mer hatten keine ausgefallene Kultur und Philosophie wie die Griechen. Aber sie waren meisterhafte Architekten. Sie bauten nicht nur St\u00e4dte und Aqu\u00e4dukte. Sie bauten vor allen Dingen Stra\u00dfen und Br\u00fccken. Die Stra\u00dfen der R\u00f6mer waren von solch hoher Qualit\u00e4t, dass viele von ihnen bis zum Mittelalter noch verwendet wurden. Mit einer einheitlichen Sprache und Kultur durch die Griechen und mit der von den R\u00f6mern geschaffenen Infrastruktur waren die Voraussetzungen erf\u00fcllt, die \u00c4ra des Evangeliums einzul\u00e4uten. Gottes Moment war schlie\u00dflich gekommen, Jesus in die Welt zu senden. Wenn wir Apostelgeschichte lesen, dann sehen wir wie die J\u00fcnger Jesu tats\u00e4chlich vollen Gebrauch von den Errungenschaften der Griechen und R\u00f6mer machten. Auf den Stra\u00dfen der R\u00f6mer verbreiteten sie das Evangelium von Israel nach Afrika, und von Asien nach Europa. Ist Gott nicht ein absoluter Meister im Timing? Gott sandte Jesus genau zur richtigen Zeit.<\/p>\n<p>Wir kommen damit zum letzten Teil.<\/p>\n<p>Teil 3 Was das Kommen Jesu f\u00fcr uns bedeutet<\/p>\n<p>Zu Beginn der Predigt habe ich gesagt, dass wir das Kommen des K\u00f6nigs feiern. Unser heutiger Text legt den Grundstein zum Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das K\u00f6nigtum Jesu. Jesus ist der rechtm\u00e4\u00dfige Nachkomme von Abraham und K\u00f6nig David. Nur er kann den Anspruch erheben, der Messias zu sein, der K\u00f6nig von Israel, und der Retter der Welt. Aber was f\u00fcr eine Art von K\u00f6nig ist Jesus?<\/p>\n<p>Ich habe das Beispiel von Aragorn aus dem Herrn der Ringe zitiert, weil wir hier eine gute Illustration eines noblen K\u00f6nigs finden. Aber in seiner Noblesse stellt Jesus die nobelsten Menschen der Weltgeschichte in den Schatten. Die Gesamtheit der edelsten und besten Menschen, die die Welt je hervorgebracht hat, ist nichts im Vergleich mit der Herrlichkeit und der Erhabenheit Jesu Christi. Und dabei ist Jesus ein ganz anderer K\u00f6nig, als was wir erwartet h\u00e4tten. Jesu k\u00f6niglicher Auftritt begann in einer Krippe und f\u00fchrte auf direktem Wege zum Kreuz. Sein k\u00f6niglicher Auftritt auf Erden kannte weder Glanz noch Gloria, weder Pomp noch Pracht, weder Unterdr\u00fcckung, noch Diskriminierung noch Tyrannei. Seine Herrschaft begann mit Dienerschaft, seine Erh\u00f6hung begann mit Erniedrigung, seine Befehlsgewalt begann mit Demut, seine Anweisungen begannen mit Freundlichkeit, seine ewige Amtszeit begann mit unendlicher Liebe. Kein anderer K\u00f6nig befehligt eine solch gro\u00dfe Armee an freiwilligen Soldaten, kein anderer K\u00f6nig hat die Menschen zu so vielen B\u00fcchern, Liedern, Gedichten und Hymnen inspiriert, kein anderer K\u00f6nig hat so vielen Menschen Frieden und Gerechtigkeit und Heilung gebracht. Sein Reich ist ein ewiges Reich und seine Herrschaft hat kein Ende.<\/p>\n<p>Jesus sitzt auf dem Thron Davids und erhebt den Anspruch unser Herz zu regieren. Frage: bist du bereit, dich von ihm regieren zu lassen? Bist du bereit, dich auf seine Freundlichkeit, Demut und Liebe einzulassen?<\/p>\n<p>Lesen wir noch einmal den Leitvers 1: \u201eDies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.\u201c Wir haben gelernt, dass in den Wirren und Verirrungen der menschlichen Geschichte, Gott sein Werk vollbringt. Ich m\u00f6chte diese Predigt mit einem Zitat von Malcolm Muggeridge beenden. Er schrieb:<\/p>\n<p>\u201eWir blicken auf die Geschichte zur\u00fcck, und was sehen wir? Imperien steigen auf und fallen, Revolutionen und Gegenrevolutionen, Reicht\u00fcmer angeh\u00e4uft und Reicht\u00fcmer ausgegeben. Shakespeare sprach vom Aufstieg und Fall der Gro\u00dfen, die mit dem Mond ebben und fluten. Ich blicke zur\u00fcck auf meine eigenen Landsleute, die einst ein Viertel der Welt beherrscht hatten, in ihrer festen \u00dcberzeugung, dass wie es in einem beliebten Lied hei\u00dft, \u201eGott die M\u00e4chtigen noch viel m\u00e4chtiger machen wird.\u201c<\/p>\n<p>Ich h\u00f6rte einen machtbesessenen, beknackten \u00d6sterreicher, der der Welt verk\u00fcndigte, dass er ein Reich etablieren wird, das 1.000 Jahre anhalten w\u00fcrde. Ich habe einen italienischen Clown gesehen, der sagte, dass er den Kalender stoppen und mit seinem Aufstieg zur Macht neu beginnen w\u00fcrde. Ich h\u00f6rte einen m\u00f6rderischen georgischen Banditen im Kremlin, der von der intellektuellen Elite der Welt gefeiert wurde als weiser als Salomo, als menschlicher als Marcus Aurelius, und erleuchteter als Asoka.<\/p>\n<p>Ich habe Amerika reicher gesehen und hinsichtlich ihrer milit\u00e4rischen R\u00fcstung m\u00e4chtiger als der ganze Rest der Welt zusammen genommen, so dass \u2013 wenn das amerikanische Volk es sich so gew\u00fcnscht h\u00e4tte \u2013 sie einen C\u00e4sar oder einen Alexander in der Gr\u00f6\u00dfenordnung ihrer Eroberungen h\u00e4tten \u00fcberbieten k\u00f6nnen. Alles in einer Lebensspanne, alles in einer Lebensspanne, alles verweht. Vom Winde verweht.<\/p>\n<p>England, nun eine kleine Insel an der K\u00fcste von Europa, bedroht vom Zerfall und sogar Staatsbankrott. Hitler und Mussolini tot, und nur noch in Schande gedacht. Stalin ein verbotener Name in einem Regime, das er einst mitbegr\u00fcndet und rund 30 Jahre lang beherrscht hatte. Amerika heimgesucht von der Furcht, dass ihnen jene kostbare Fl\u00fcssigkeit ausgehen k\u00f6nnte, die ihre Autobahnen knattern und den Smog absetzen l\u00e4sst, mit aufgew\u00fchlten Erinnerungen an eine desastr\u00f6se Vietnamkampagne und dem Sieg der Don Quixoten der Medien, die Wasser auf die M\u00fchlen von Watergate leiten. Alles in einer Lebensspanne, alles in einer Lebensspanne, alles verweht. Verweht mit dem Wind.<\/p>\n<p>Hinter den Tr\u00fcmmern dieser pathetischen Superm\u00e4nner und selbsternannten kaiserlichen Diplomaten steht das gigantische Bild des Einen, weswegen, durch wen und in wem die ganze Menschheit Frieden haben kann: die Person Jesus Christus.<\/p>\n<p>Ich pr\u00e4sentiere ihn als den Weg, die Wahrheit und das Leben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das Kommen des K\u00f6nigs \u201eDies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.\u201c Matth\u00e4us 1,1 Kennt ihr den Film \u201eDer Herr der Ringe\u201c? (eine etwas unkonventionelle Art und Weise mit der Predigt anzufangen, ich wei\u00df.) Der letzte Film dieser genialen Trilogie hat den Titel \u201edie R\u00fcckkehr des K\u00f6nigs\u201c. 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