{"id":586,"date":"2009-11-29T20:28:56","date_gmt":"2009-11-29T19:28:56","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=586"},"modified":"2023-01-29T20:28:00","modified_gmt":"2023-01-29T19:28:00","slug":"predigt-richter-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-richter-16\/","title":{"rendered":"Predigt: Richter 16"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/Ri-16-5.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Simsons Abfall und R\u00fcckkehr zu Gott<\/h2>\n<address style=\"text-align: center;\"> \u201eund er tat ihr sein ganzes Herz auf und sprach zu ihr: Es ist nie ein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Geweihter Gottes von Mutterleib an. Wenn ich geschoren w\u00fcrde, so wiche meine Kraft von mir, so dass ich schwach w\u00fcrde und wie alle andern Menschen.\u201c<br \/>\n(16,17) <\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wir wissen, handelt Richter 13-16 von Simson, dem Gottgeweihten, dem Retter Israels. Er war jemand, der mit Gottes Gaben reichlich gesegnet wurde. Niemand war so stark wie Simson, von seinen Feinden wurde er gef\u00fcrchtet. Doch nicht nur seine empfangenen Gaben waren beispiellos, sondern leider auch sein verschwenderischer Umgang mit ihnen. Doch Gott, der geheimnisvoll ist und geheimnisvolle Dinge tut, erduldete Simson soweit es ging, Gott gebrauchte ihn, bis zuletzt und vollbrachte sein Werk durch Simson.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute betrachten wir Simsons spektakul\u00e4ren Abgang. So atemberaubend sein Leben war, so atemberaubend war auch sein Tod. Lasst uns heute auf Gott schauen und ihn besser kennen lernen. Lasst uns auf Gott schauen, der Simson bis zu Letzt gebrauchte, um seinen Willen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil I Simsons Fallstrick: Frauengeschichten<\/strong> (1-22)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Frauengeschichten und wieso Fallstrick? Betrachten wir Vers 1. Simson ging nach Gaza. Gaza war damals das Gebiet der Philister und ist bis heute Pal\u00e4stinensergebiet. Was hatte Simson dort zu suchen? Eigentlich gar nichts! Er war Richter in Israel und hatte bei den Philistern nichts zu suchen. Zu allem \u00dcberfluss suchte er das \u00e4lteste Gewerbe der Welt auf. Vers 1 bedarf keines weiteren Kommentars, er spricht f\u00fcr sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was taten die Bewohner von Gaza, als sie von Simsons Aufenthalt erfuhren? In den Versen 2 und 3 wird berichtet, wie sie am Stadttor auf ihn lauerten. Simson war ohne jeden Zweifel ihr Staatsfeind Nr. 1, sie waren sogar bereit die ganze Nacht zu lauern, um ihn zu schnappen und umzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aber tat Simson? Betrachten wir Vers 3: <strong>\u201eSimson aber lag bis Mitternacht. Da stand er auf um Mitternacht und ergriff beide Torfl\u00fcgel am Stadttor samt den beiden Pfosten, hob sie aus mit den Riegeln und legte sie auf seine Schultern und trug sie hinauf auf die H\u00f6he des Berges vor Hebron.\u201c<\/strong> Simson stand um Mitternacht auf und kn\u00f6pfte sich das Stadttor vor. Er riss es samt den beiden Pfosten heraus. Im Anschluss unternahm er eine 60-kilometrige Wanderung, bis auf die H\u00f6he des Berges vor Hebron, mit dem Stadttor auf seinen Schultern. Zweifelsohne lieferte er eine beeindruckende Machtdemonstration ab. Doch welchen Sinn hatte sein Tun? Das ist die Frage. Wir k\u00f6nnen dieser Aktion keine tiefere Bedeutung beimessen. Leider m\u00fcssen wir eine Vergeudung der Gaben Gottes feststellen. Wof\u00fcr h\u00e4tte Simson seine Gaben besser gebrauchen k\u00f6nnen? Er h\u00e4tte seine Kraft vielmehr gem\u00e4\u00df seiner Berufung, f\u00fcr die Errettung seines Volkes, einsetzen sollen. Das w\u00e4re eine angemessene Antwort auf die Berufung Gottes. Doch stattdessen lenkte er die Aufmerksamkeit der Philister auf sich und begab sich unn\u00f6tig in Gefahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Lauern der Feinde, das Lauern des Todes, vor der T\u00fcr, h\u00e4tte eine klare Warnung f\u00fcr Simsons weiteres Leben sein sollen. Doch was tat er gleich im Anschluss? Vers 4: <strong>\u201eDanach gewann er ein M\u00e4dchen lieb im Tal Sorek, die hie\u00df Delila.\u201c<\/strong> Simson war jung verwitwet. Er h\u00e4tte eine neue Familie gr\u00fcnden k\u00f6nnen. Doch stattdessen folgte eine Aff\u00e4re die andere. Was l\u00e4sst sich \u00fcber seine Lebensweise sagen? Es ist bedauerlich, aber er lie\u00df seinen Begierden freien Lauf, anstatt sie im Glaubenskampf zu \u00fcberwinden. Leider finden wir keinerlei Anzeichen f\u00fcr irgendwelche Selbstkontrolle. So geriet er in die F\u00e4ngen Delilas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im \u00dcbrigen bedeutet Delilas Name \u00fcbersetzt: Jemand, der andere schw\u00e4cht, verarmt oder entwurzelt. Es ist beinahe unheimlich, mit welcher Genauigkeit ihr Name ihren Einfluss auf Simson wiederspiegelt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieso wurde Delila zum Fallstrick f\u00fcr Simson? Betrachten wir Vers 5: <strong>\u201eZu der kamen die F\u00fcrsten der Philister und sprachen zu ihr: \u00dcberrede ihn und sieh, wodurch er so gro\u00dfe Kraft hat und womit wir ihn \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen, dass wir ihn binden und bezwingen, so wollen wir dir ein jeder tausendeinhundert Silberst\u00fccke geben.\u201c<\/strong> Die Philister wussten genau, dass ein direkter Angriff sinn- und zwecklos war. Doch sie wussten auch, wie sie Simson in eine Falle locken konnten. Sie gebrauchten eine Frau und viel Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was tat Delila? Betrachten wir die Verse 6 ff. Delila liebte Simson sicherlich auch, aber sie liebte das Geld noch mehr. Von da an hatte sie ein Ziel, n\u00e4mlich Simons Geheimnis herauszufinden. Und sie machte sich keinen Hehl daraus, offen damit umzugehen. \u201eSage mir doch, worin deine gro\u00dfe Kraft liegt und womit man dich binden muss, um dich zu bezwingen?\u201c ist keine versteckte Andeutung, sondern ein direkter Hinweis f\u00fcr Verrat. Bei Simson h\u00e4tten alle Alarmglocken l\u00e4uten m\u00fcssen. Er h\u00e4tte ihre Absicht durchschauen und einen Schlussstrich ziehen m\u00fcssen. Doch er tat es nicht, sondern erfand eine Geschichte und bewahrte sein Geheimnis. Delilas Versuch ihn zu binden blieb erfolglos. Nun gab es keinen Zweifel mehr an Delilas hintert\u00fcckischen Machenschaften. Doch anstatt Tadel zu empfangen, warf sie ihm im Vers 10 vor, ihr nicht die Wahrheit gesagt zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch obwohl sich Delila als eine unm\u00f6gliche und unversch\u00e4mte Frau entlarvt hatte, sagte sich Simson nicht von ihr los, sondern erfand eine weitere Geschichte. Und das Ganze wiederholte sich nochmal und ein weiteres Mal. Simson aber gab sein Geheimnis nicht preis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was erfahren wir hierdurch von Simson? Wenn wir ihm etwas Positives zuschreiben w\u00f6llten, dann ist es seine Bem\u00fchung, sein Geheimnis zu bewahren. Warum? Denn dadurch konnte er auch weiterhin ein Gottgeweihter sein und als Gottgeweihter leben. Hierf\u00fcr h\u00e4tte er nat\u00fcrlich nicht l\u00fcgen m\u00fcssen. Mit einer deutlichen Ansprache h\u00e4tte er f\u00fcr klare Verh\u00e4ltnisse sorgen k\u00f6nnen. Doch das w\u00fcrde bedeuten, sich von Delila zu trennen, denn sie bestand darauf sein Geheimnis zu erfahren. Doch zu einer Trennung war Simson offenbar nicht im Stande. Wir sehen somit seine Abh\u00e4ngigkeit von dieser Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Delila, die seine Abh\u00e4ngigkeit sehr wohl kannte, griff zu st\u00e4rkeren Mitteln. Was tat sie, um Simson doch noch zu knacken? Betrachten wir die Verse 15 und 16. <strong>\u201eDa sprach sie zu ihm: Wie kannst du sagen, du habest mich lieb, wenn doch dein Herz nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich get\u00e4uscht und mir nicht gesagt, worin deine gro\u00dfe Kraft liegt.\u201c<\/strong> Als alles nichts half, stellte sie ihm ein Misstrauensvotum. Sicherlich hatte Simson ihr mehrere Male seine Liebe bekannt. Aber er hatte ihr nicht sein ganzes Herz gegeben. In seinem Herzen gab es noch einen kleinen Rest, mit einem Geheimnis, ein kleiner Rest, f\u00fcr Gott reserviert. Und genau das forderte Delila von ihm, n\u00e4mlich das Geheimnis seiner Kraft und seiner Berufung, also seiner Beziehung zu Gott, zu verraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Delila hatte noch einen weiteren Trumpf im \u00c4rmel: \u201eAls sie aber mit ihren Worten alle Tage in ihn drang und ihm zusetzte, wurde seine Seele sterbensmatt.\u201c Jeden Tag vollzog sich dasselbe Theater. Simson aber k\u00e4mpfte, so gut es ging, dagegen an. Doch anstatt Herr der Lage zu werden, ging er Kompromisse ein, so dass seine Seele sterbensmatt wurde! Eigentlich will niemand eine derartige Beziehung f\u00fchren, wie die beiden. Ich glaube, dass die meisten M\u00e4nner schon l\u00e4ngst das Weite gesucht h\u00e4tten. Doch Simson blieb. Er versuchte beides zu behalten, seine Berufung als Gottgeweihter und diese Frau. Dieses Vorhaben ist widerspr\u00fcchlich. Wieso handelte er im Widerspruch? Er tat es, weil er gro\u00dfes Selbstvertrauen besa\u00df. Er meinte, mit allen Konsequenzen seines widerspr\u00fcchlichen Handelns fertig werden zu k\u00f6nnen, schlie\u00dflich war er der starke und unbesiegbare Simson.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was tat er in seiner Naivit\u00e4t? Betrachten wir Vers 17: <strong>&#8222;und er tat ihr sein ganzes Herz auf und sprach zu ihr: Es ist nie ein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Geweihter Gottes von Mutterleib an. Wenn ich geschoren w\u00fcrde, so wiche meine Kraft von mir, so dass ich schwach w\u00fcrde und wie alle anderen Menschen.\u201c<\/strong> Schlie\u00dflich tat er ihr sein ganzes Herz auf. Im Vers 18 wird diese Handlung wiederholt: <strong>\u201eAls nun Delila sah, dass er ihr sein ganzes Herz aufgetan hatte\u201c<\/strong>. Und das war der entscheidende Wendepunkt im Leben von Simson, denn was geschah? W\u00e4hrend sein Kopf in ihrem Scho\u00df lag und er einschlief, schnitten ihm die Philister die Haare ab und bezwangen ihn. Simson meinte weiterhin in Besitz seiner Kr\u00e4fte zu sein, doch Vers 20 bezeugt: <strong>\u201eAber er wusste nicht, dass der Herr von ihm gewichen war.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum war der Herr von ihm gewichen und welche Bedeutung hatten seine Haare? Simson war als Gottgeweihter, als Nasir\u00e4er, berufen worden, das war seine Identit\u00e4t. Gem\u00e4\u00df seiner Berufung hatte er sich von Alkohol und von allen Erzeugnissen der Weintraube fernzuhalten, genauso von Leichnamen, selbst die von nahen Verwandten. Au\u00dferdem durfte er sich Haare und den Bart nicht sch\u00e4ren lassen. Ansonsten sollte ein Gottgeweihter, wie der Name schon sagt, vor Gott leben und ihm gefallen. All das machte die Identit\u00e4t eines Gottgeweihten aus. Doch ungl\u00fccklicherweise f\u00fchrte Simson ein v\u00f6llig anderes Leben. Sein Dasein war gepr\u00e4gt von Ausschweifung. Nichts an seiner Lebensweise deutete auf einen Gottgeweihten hin. Das einzige Merkmal seiner Identit\u00e4t waren seine langen Haare. Bis dahin hatte Gott ihn Tag auf, Tag ein, erduldet, ihm beigestanden und ihm seine Kraft gegeben. Doch Simson verlor selbst dieses letzte Merkmal seiner Gottesweihung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tatsache, dass Gott ihn verlassen hat, beschreibt das mit Abstand Schrecklichste, das einem Menschen wiederfahren kann! Und an dieser Stelle lernen wir etwas \u00fcber das Wesen des menschlichen Herzens kennen. Gott will im Zentrum deines Herzens wohnen. Gott will nicht in eine hintere Ecke geschoben werden, sondern den Raum einnehmen, der ihm geb\u00fchrt. Simson musste sich entscheiden, wem er sein Herz schenken wollte, Gott oder Delila. Als er sich f\u00fcr Delila entschied, wurde er von Gott verlassen und somit auch von der Kraft Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was k\u00f6nnen wir lernen? Wir k\u00f6nnen mindestens drei Punkte lernen. 1) Soll unser Herz zu ganz und gar Gott geh\u00f6ren. Delilas gibt es viele in der Welt, sie stellen Versuchungen f\u00fcr uns dar. Doch f\u00fcr uns ist es wichtig, standhaften Glaubenskampf zu f\u00fchren, einen Kampf um den Thron unseres Herzens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2) Lernen wir, unsere Haare zu behalten. So wie Simsons Haare Teil seiner spezifischen Berufung waren und seine Identit\u00e4t als Gottgeweihter ausmachten, haben auch wir eine spezifische Berufung von Gott empfangen, sei es als Hirte oder Missionar, der Campusmission zu dienen. Somit bewahren wir unsere Identit\u00e4t als Christen, als Angeh\u00f6rige Christi, als Kinder Gottes. Diese Identit\u00e4t gilt es mit aller Kraft zu bewahren und ein wohlgef\u00e4lliges Leben vor Gott zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings haben auch wir ein schwaches Wesen, das dem Simsons \u00e4hnelt. Wie k\u00f6nnen wir angesichts der vielen Versuchungen ein standhaftes und siegreiches Glaubensleben f\u00fchren? Wir kommen zu Punkt 3) Wir sollen uns unserer Schw\u00e4che bewusst sein, anders als Simson, der zu jeder Zeit meinte, seine Feinde besiegen zu k\u00f6nnen. Vielmehr sollen wir Christi Rat aus Mt. 6 befolgen, in der er seinen J\u00fcngern das Beten lehrte: <strong>\u201eUnd f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.\u201c<\/strong> (13) Wir brauchen die Hilfe und den Beistand Gottes. Und er wird sie gew\u00e4hren, wenn wir ihn darum bitten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hatte Simson verlassen. Was war das Resultat, dieser Gottverlassenheit? Betrachten wir den Vers 21: <strong>\u201eDa ergriffen ihn die Philister und stachen ihm die Augen aus, f\u00fchrten ihn hinab nach Gaza und legten ihn in Ketten; und er musste die M\u00fchle drehen im Gef\u00e4ngnis.\u201c<\/strong> Mit dem Wendepunkt nahm sein Leben einen wirklich tragischen Verlauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Augen vieler Menschen scheint es keine Rolle zu spielen, ob jemand ein Glaubensleben f\u00fchrt oder nicht, ob der unsichtbare Gott mit einem ist oder nicht. Doch am Beispiel Simsons sehen wir, dass sehr wohl ein gravierender Unterschied auszumachen ist. Menschen, die immer ohne Gott gelebt haben, k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, was es hei\u00dft, ein Leben mit Gott zu f\u00fchren und umgekehrt, wir wissen nicht was es hei\u00dft, wirklich von Gott verlassen worden zu sein. Ohne Gott leben zu m\u00fcssen war f\u00fcr Simson eine einzige, nicht enden wollende Trag\u00f6die.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil II Aus der Sinnlosigkeit zur\u00fcck zu Gott<\/strong> (23-31)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Welches neue Dasein f\u00fchrte Simson in seiner Gefangenschaft? Betrachten wir die Verse 23-25. Es wird von einem gro\u00dfen religi\u00f6sen Dankfest der Philister zu Ehren ihres Gottes berichtet. Dabei hatten sie ein ganz gro\u00dfes Dankanliegen: \u201eUnser Gott hat uns unsern Feind Simson in unsere H\u00e4nde gegeben.\u201c Im Vers 25 wurde Simson eine besondere Rolle zuteil. Er sollte den Hofnarren zur Belustigung der Menge spielen. Simson erf\u00fcllte seine Rolle und gab den Hampelmann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was muss in Simson vorgegangen sein? Hatte er die Rolle seines Lebens gefunden? Er war sicherlich alles andere als gl\u00fccklich. Auf erb\u00e4rmlichste Art und Weise musste er alle m\u00f6glichen Erniedrigungen \u00fcber sich ergehen lassen. Sein elendes Dasein diente auch noch zur Belustigung seiner Feinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was tat Simson in diesen dunklen Stunden? Betrachten wir die Verse 26 und 27. Simson wusste, dass das Haus vollbesetzt war. Alle F\u00fcrsten der Philister waren anwesend, insgesamt 3000 M\u00e4nner und Frauen. Simson orientierte sich an den Haupts\u00e4ulen des Hauses. Und dann tat er etwas bemerkenswertes, V 28: <strong>\u201eSimson aber rief den Herrn an und sprach: Herr Herr, denke an mich und gib mir Kraft, Gott, noch dies eine Mal, damit ich mich f\u00fcr meine beiden Augen einmal r\u00e4che an den Philistern!\u201c<\/strong> Es ist bemerkenswert, dass Simson zu Gott betete, obwohl Gott ihn verlassen hatte. Simson h\u00e4tte f\u00fcr den Rest seines Lebens resignieren k\u00f6nnen. Menschen geben leicht auf und lassen den Kopf h\u00e4ngen. Wie aber konnte Simson den Weg zur\u00fcck zu Gott finden? Die Antwort liegt in den Leiden, die er ertragen musste. Seine unertr\u00e4glichen Leiden f\u00fchrten ihn zur\u00fcck zu Gott. Fr\u00fcher, als er in Besitz seines Augenlichtes war, schaute er auf Dinge und Personen, auf die er nicht h\u00e4tte schauen sollen. Er schaute auf die Weinberge, auf den Honig im L\u00f6wen, auf die Philisterinnen und sein Leben geriet in die schiefe Bahn. Doch in der Dunkelheit, in der tiefsten Finsternis, als die ganze Welt vor seinen Augen verschwand, fing er an auf Gott zu schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie antwortete Gott auf sein Gebet und auf seine Rachepl\u00e4ne? Im Vers 30 hei\u00dft es: <strong>\u201eUnd er neigte sich mit aller Kraft. Da fiel das Haus auf die F\u00fcrsten und auf alles Volk, das darin war, so dass es mehr Tote waren, die er durch seinen Tod t\u00f6tete, als die er zu seinen Lebezeiten get\u00f6tet hatte.\u201c<\/strong> Gott erh\u00f6rte unmittelbar sein Gebet. Es sieht so aus, als ob Gott geradezu auf Simsons R\u00fcckkehr und Gebet gewartet hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">So endete Simsons leben mit einem gro\u00dfen Paukenschlag. Selbst sein Tod geschah nach dem bisherigen Muster. Simson handelte nach seinen eigenen Anliegen, doch im Hintergrund bewirkte Gott sein Errettungswerk. So diente der Tod Simsons dazu viele Feinde Israels zu vernichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch am Ende dieser Geschichte treffen wir den geheimnisvollen Gott an, der Simsons freien Willen gebrauchte, um sein Volk zu erretten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Pers\u00f6nlich lerne ich zwei Punkte aus dem heutigen Text. 1) Wird mir bewusst, was f\u00fcr eine gro\u00dfe Gnade es eigentlich ist, mit Gott leben zu d\u00fcrfen. Ich darf morgens mit Gott aufstehen und abends mit Gott einschlafen und den Tag mit Gott verbringen. In Wirklichkeit ist das eine unfassbare Gnade, die mir zuteil wird. Ich m\u00f6chte bewusster mit Gott zusammenleben und ihm mehr danken und loben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2) Lerne ich, dass Gott nicht nur damals geheimnisvoll war, weil er den mangelhaften Simson f\u00fcr sein Errettungswerk gebrauchte, sondern dass Gott auch heute geheimnisvoll ist, weil er mich f\u00fcr sein Errettungswerk gebraucht. Ich bete, dass mein Glaubensleben eine immer bessere Antwort auf Gottes Berufung und Gnade sein kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Simsons Abfall und R\u00fcckkehr zu Gott \u201eund er tat ihr sein ganzes Herz auf und sprach zu ihr: Es ist nie ein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Geweihter Gottes von Mutterleib an. 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