{"id":546,"date":"2009-11-15T18:21:55","date_gmt":"2009-11-15T17:21:55","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=546"},"modified":"2023-01-29T20:28:01","modified_gmt":"2023-01-29T19:28:01","slug":"predigt-richter-106-1215","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-richter-106-1215\/","title":{"rendered":"Predigt: Richter 10,6-12,15"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/Ri-6P10061215.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jeftah, ein Held in der Zeit der Bedr\u00e4ngnis<\/h2>\n<p align=\"center\">\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eAls nun die Ammoniter mit Israel k\u00e4mpften, gingen die \u00c4ltesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Lande Tob zu holen, und sprachen zu ihm: Komm und<span style=\"font-style: normal;\"> <\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">sei unser Hauptmann, damit wir gegen die Ammoniter k\u00e4mpfen.\u201c<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">(Ri 11,5.6)<\/address>\n<p>In den vorangehenden Kapiteln haben wir erfahren, wie Gott die Israeliten durch Gideon von der grausamen Unterdr\u00fcckung durch die Midianiter befreit und sie aus ihrer gro\u00dfen Not errettet hat. Nach Gideons Tod riss Abimelech, der der einzige Sohn von Gideons Nebenfrau war, f\u00fcr eine kurze Zeit die Herrschaft an sich. In unserem heutigen Text lernen wir Jeftah kennen, den Gott als Richter f\u00fcr die Israeliten gebraucht hat. Jeftah wurde als Sohn einer Prostituierten unter \u00e4hnlich ungl\u00fccklichen Bedingungen geboren wie Abimelech und musste nach einer Weile \u00e4hnlich wie Abimelech in einem anderen Gebiet als seine Br\u00fcder leben. Doch w\u00e4hrend Abimelech in gottloser Weise seinem Drang nach Anerkennung und Macht folgte und seine 70 Halbbr\u00fcder umbrachte, erfahren wir, wie Jeftah mit dem Glaubens seine Schicksal \u00fcberwand und sich zu einer respektablen Pers\u00f6nlichkeit entwickelte. Lasst uns heute erfahren, warum gerade Jeftah in der Zeit der Krise von Gott und den Menschen erw\u00e4hlt und ein Leiter und Held in Israel wurde!<\/p>\n<p align=\"left\">\n<p><strong>Teil 1: Gottes Strafe und Kummer (10,6-16)<\/strong><\/p>\n<p>In welche S\u00fcnde verfielen die Israeliten wieder? Betrachten wir Vers 6: <strong>\u201eAber die Israeliten taten wiederum, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen und den Astarten und den G\u00f6ttern von Aram und den G\u00f6ttern von Sidon und den G\u00f6ttern Moabs und den G\u00f6ttern der Ammoniter und den G\u00f6ttern der Philister und verlie\u00dfen den Herrn und dienten ihm nicht.\u201c <\/strong>Sie verfielen wieder in ihre alte S\u00fcnde des G\u00f6tzendienstes. Dieses Mal dienten sie nicht \u201enur\u201c den Baalen und Astarten, sondern dienten allen m\u00f6glichen G\u00f6ttern, die damals modern waren. Aber den wahren Gott, der sie geschaffen und ihnen unz\u00e4hlige Male geholfen hatte, verlie\u00dfen sie und dienten ihm nicht. Warum dienten sie allen m\u00f6glichen G\u00f6tzen, weigerten sich gleichzeitig, dem wahren lebendigen Gott zu dienen? Es war wegen dem s\u00fcndigen Verlangen, ihr Leben frei nach ihren eigenen Vorstellungen und W\u00fcnschen gestalten zu wollen. Deshalb wollten sie lieber G\u00f6ttern dienen, mit denen nur ganz begrenzte Forderungen verbunden waren. Und sie wollten dem lebendigen Gott nicht mehr dienen, der als der Sch\u00f6pfer auch Herr im Leben eines jedes Menschen sein will. Wegen ihrer Liebe zur grenzenlosen Selbstbestimmung verleugneten sie also den wahren Gott mit seinem absoluten Anspruch und erw\u00e4hlten sich G\u00f6tter, die nur eine relative Gr\u00f6\u00dfe im Leben darstellen. Dieses Verhalten der Israeliten ist auch ein Spiegelbild f\u00fcr das Verhalten der meisten Menschen in unserer Zeit. Auch in unserem Land sagen viele, dass sie an etwas H\u00f6heres glauben. Aber viele wollen den wahren Sch\u00f6pfer Gott mit seinem absoluten Anspruch nicht anerkennen, sondern suchen sich lieber G\u00f6tter, die nur eine relative Bedeutung im Leben haben. So verleugnen viele Menschen aus ihrem Drang nach absoluter Freiheit die Wahrheit und erw\u00e4hlen oder verwerfen sich selbst G\u00f6tter, wie sie wollen. Aus demselben Drang, freiz\u00fcgig und ganz unverbindlich zu leben, verwarfen auch die Israeliten den wahren, lebendigen Gott, der sie geschaffen und ihnen schon unz\u00e4hlige Male geholfen hatte, und dienten freiwillig allen m\u00f6glichen G\u00f6tzen der Heiden, die besser in ihr Lebenskonzept zu\u00a0 passen schienen.<\/p>\n<p>Was war das Resultat, als sie ihrem Drang nach grenzenloser Freiheit und Selbstbestimmung auch ihren Gottesdienst unterstellten? Betrachten wir die Verse 7-9: <strong>\u201eDa entbrannte der Zorn des Herrn \u00fcber Israel und er verkaufte sie unter die Hand der Philister und Ammoniter. Und sie zertraten und zerschlugen Israel zu jener Zeit achtzehn Jahre lang, n\u00e4mlich ganz Israel jenseits des Jordans im Land der Amoriter, das in Gilead liegt.\u00a0Dazu zogen die Ammoniter \u00fcber den Jordan und k\u00e4mpften gegen Juda, Benjamin und das Haus Ephraim, sodass Israel sehr ge\u00e4ngstigt wurde.\u201c <\/strong>Als sie den wahren Gott verlie\u00dfen und G\u00f6ttern nach ihrem eigenen Geschmack dienten, wurden sie nicht gl\u00fccklich. Als sie Gott so krass verachteten, provozierten sie seinen Zorn und seine Z\u00fcchtigung. Gottes Zorn entbrannte so sehr, dass er sie unter die Hand ihrer Nachbarn im Westen und im Osten verkaufte. Diese behandelten sie achtzehn Jahre lang erbarmungslos, sie \u201ezertraten und zerschlugen\u201c ganz Israel \u00f6stlich des Jordans, und griffen au\u00dferdem auch die st\u00e4rksten St\u00e4mme westlich des Jordans an, sodass Israel sehr ge\u00e4ngstigt wurde. Unter Gottes Herrschaft hatten sie Frieden, Freiheit und Gottes Schutz genossen. Aber als sie ihrem Drang nach grenzenloser Freiheit folgten und Gott verwarfen, mussten sie \u00fcber eine lange Zeit hinweg unter gro\u00dfen Schmerzen erleben, was es hei\u00dft, unter der Herrschaft von Menschen und G\u00f6tzen zu leben.<\/p>\n<p>Was taten sie nach achtzehn Jahren des Leidens unter den fremden V\u00f6lkern? Vers 10 berichtet: <strong>\u201eDa schrien die Israeliten zu dem Herrn und sprachen: Wir haben an dir ges\u00fcndigt, denn wir haben unsern Gott verlassen und den Baalen gedient.\u201c<\/strong> Vielleicht hatten sie lange Zeit die Unterdr\u00fcckung durch ihre Nachbarv\u00f6lker f\u00fcr Zufall oder f\u00fcr ein politisches Problem gehalten. Doch nach achtzehn Jahren erkannten sie endlich, dass ihr Leiden eine Folge ihrer S\u00fcnde war. Und sie kamen zu Gott und schrien zu ihm und bekannten ihre S\u00fcnde. War Gott damit zufrieden, dass sie ihre S\u00fcnde vor ihm bekannten und ihn um Hilfe baten?<\/p>\n<p>Betrachten wir Gottes Reaktion in den Versen 11-14:<strong> \u201eAber der HERR sprach zu den Israeliten: Haben euch nicht auch unterdr\u00fcckt die \u00c4gypter, die Amoriter, die Ammoniter, die Philister, die Sidonier, die Amalekiter und Maoniter? Aber ich half euch aus ihren H\u00e4nden, als ihr zu mir schriet.\u00a0Dennoch habt ihr mich verlassen und andern G\u00f6ttern gedient. Darum will ich euch nicht mehr erretten. Geht hin und schreit zu den G\u00f6ttern, die ihr erw\u00e4hlt habt; lasst diese euch helfen zur Zeit eurer Bedr\u00e4ngnis!\u201c <\/strong>Gott erh\u00f6rte ihr Schreien nicht. Vielmehr erinnerte Gott sie daran, wie oft er ihnen geholfen hatte, und machte deutlich, was f\u00fcr ein krasser Widerspruch es war, dass sie ihn trotzdem verlassen und andern G\u00f6ttern gedient hatten. Dadurch wurde klar, dass sie aus der Geschichte kaum lernten und kaum Bewusstsein daf\u00fcr hatten, was Gott f\u00fcr sie getan hatte. Wegen diesem Mangel an Bewusstsein lie\u00dfen sie sich immer wieder dazu verleiten, sich von Gott abzukehren und sich selbst irgendwelche G\u00f6tzen zu erw\u00e4hlen. Und Gott wusste genau, dass ihr Herz immer noch an ihren G\u00f6tzen hing. Sie schrien zwar wegen der unertr\u00e4glichen Not zu Gott um Hilfe, aber in ihrem Herzen hatten sie sich trotzdem noch nicht entschieden, mit dem G\u00f6tzendienst aufzuh\u00f6ren. Unter solchen Umst\u00e4nden war Gott nicht bereit, ihr Schreien zu erh\u00f6ren. Gott forderte sie dazu auf, sich an die G\u00f6tzen zu wenden, die sie sich erw\u00e4hlt hatten, und bei ihnen Hilfe zu suchen. Wer sich weigert, Bu\u00dfe zu tun, kann nicht damit rechnen, dass Gott sein Schreien erh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Israeliten auf Gottes Worte? Die Verse 15 und 16a sagen: <strong>\u201eAber die Israeliten sprachen zum Herrn: Wir haben ges\u00fcndigt, mache du es mit uns, wie dir&#8217;s gef\u00e4llt; nur errette uns heute! Und sie taten von sich die fremden G\u00f6tter und dienten dem Herrn.\u201c <\/strong>Hier sehen wir nun eine echte Ver\u00e4nderung. Sie blieben nicht mehr unverbindlich, sondern taten die fremden G\u00f6tter von sich und dienten dem Herrn. Dabei machten sie klar, dass sie bereit waren, Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t und seine Z\u00fcchtigung anzunehmen. Sie taten wirklich Bu\u00dfe.<\/p>\n<p>Wie reagierte Gott auf ihre Bu\u00dfe? Vers 16b lautet: <strong>\u201eDa jammerte es ihn, dass Israel so geplagt wurde.\u201c <\/strong>Als Gott ihre Bu\u00dfe sah, wurde sein Herz bewegt. Als sie ihre rebellische Haltung gegen\u00fcber Gott aufgaben und Gott als Gott anerkannten, wurde Gottes Herz von Mitleid erf\u00fcllt, dass sie unter den heidnischen V\u00f6lkern so leiden mussten. So bewegte ihre Bu\u00dfe Gottes Herz.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hierdurch lernen? Wir lernen hier, dass wir Gottes Herz mit blo\u00dfem Schreien nicht bewegen k\u00f6nnen, dass Gottes Herz aber sehr sensibel reagiert, wenn wir wirklich Bu\u00dfe tun. Und wir lernen hier auch, was wahre Bu\u00dfe bedeutet. Dass ein Mensch seine S\u00fcnde erkennt, ist sehr wichtig, aber das allein ist noch keine Bu\u00dfe. Es reicht auch nicht aus, seine S\u00fcnde vor Gott beim Namen zu nennen. Bu\u00dfe bedeutet, dass wir uns wirklich von unserer S\u00fcnde abkehren und Gott zukehren. Bu\u00dfe bedeutet, dass wir die G\u00f6tzen in unserem Herzen von uns tun und Gott von ganzem Herzen dienen. Durch solche echte Bu\u00dfe k\u00f6nnen wir Gottes Herz bewegen und seine neue Zuwendung erleben. Darum ist es wichtig, dass wir unser Herz pr\u00fcfen und uns von allen G\u00f6tzen und S\u00fcnden abkehren und Gott wirklich als Gott anerkennen und ihm vom Herzen dienen. M\u00f6ge Gott uns helfen, durch Bu\u00dfe unsere Beziehung zu ihm so oft wie n\u00f6tig zu erneuern!<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Jeftah wurde in der Zeit der Krise der Richter Israels (10,17-12,15)<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 17 und 18. Die Ammoniter lagerten sich in der Stadt Gilead zum Kampf. Daraufhin versammelte sich auch Israel und lagerte sich nur wenige Kilometer entfernt in Mizpa. Aber es gab in ganz Gilead keinen Leiter, der das Volk in den Kampf f\u00fchren konnte. Die Oberen des Volks von Gilead sprachen untereinander: <strong>\u201eWer ist der Mann, der anf\u00e4ngt, mit den Ammonitern zu k\u00e4mpfen? Der soll das Haupt sein \u00fcber alle, die in Gilead wohnen.\u201c<\/strong> In der Zeit des Kriegs ist es besonders verheerend, wenn ein Volk keinen Leiter hat. Aber es gab doch einen Mann, den Gott als Leiter f\u00fcr sie vorbereitet hatte.<\/p>\n<p>Wer sollte diese Aufgabe \u00fcbernehmen? Betrachten wir die Verse 5 und 6: <strong>\u201eAls nun die Ammoniter mit Israel k\u00e4mpften, gingen die \u00c4ltesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Lande Tob zu holen, und sprachen zu ihm: Komm und sei unser Hauptmann, damit wir gegen die Ammoniter k\u00e4mpfen.\u201c <\/strong>Die \u00c4ltesten kamen zu Jeftah und baten ihn, dass er ihr Hauptmann und Leiter w\u00fcrde. Sie versicherten ihm, dass er auch nach dem Kampf Haupt \u00fcber alle Israeliten in Gilead sein sollte (8). Warum sollte unbedingt Jeftah ihr Leiter werden? Was hatte er, was andere nicht hatten? Wir k\u00f6nnen in diesem Text drei wichtige Gr\u00fcnde finden, wegen denen Jeftah ihr Leiter und Richter in Israel werden sollte.<\/p>\n<p><strong>Erstens: Jeftah war ein Mann, der sein eigenes Schicksal \u00fcberwand. <\/strong>In Kap. 11, Verse 1-3 erfahren wir, dass Jeftah ein streitbarer Mann, aber der Sohn einer Hure war. Er wuchs also unter ungl\u00fccklichen Umst\u00e4nden auf, und als seine Halbbr\u00fcder erwachsen wurden, verstie\u00dfen sie ihn und trieben ihn so energisch fort, dass er in eine entfernte Gegend n\u00f6rdlich von Gilead fliehen musste. Die meisten Menschen, die eine derart harte Erfahrung im Leben machen, werden entweder verbittert und von Groll und Hass erf\u00fcllt oder versinken in Traurigkeit und Selbstmitleid und werden krank. Aber was tat Jeftah? Vers 3 sagt: <strong>\u201eDa floh er vor seinen Br\u00fcdern und wohnte im Lande Tob. Und es sammelten sich bei ihm lose Leute und zogen mit ihm aus.\u201c <\/strong>Jeftah \u00fcberwand seine schicksalhaften Umst\u00e4nde und die bittere Erfahrung im Leben. Statt Groll und Rachegedanken zu hegen oder endlos traurig zu sein, k\u00fcmmerte er sich aktiv um andere Menschen, die in Schwierigkeiten waren. Auch wenn wir nicht genauer erfahren, warum diese Leute ohne festen Wohnsitz lebten, k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass es im Leben von jedem von ihnen mindestens ein ernstes Problem gab und dass es nicht leicht war, sich um sie zu k\u00fcmmern. Aber Jeftah nahm sie alle auf und k\u00fcmmerte sich um sie. \u00c4u\u00dferlich gesehen hatte Jeftah nichts, was er diesen M\u00e4nnern geben konnte, da er selbst aus der Gesellschaft versto\u00dfen war und keinen nennenswerten Besitz hatte. Aber trotzdem kamen sie und blieben bei ihm, weil sie bei ihm angenommen wurden und Verst\u00e4ndnis, Trost und Freundschaft fanden. Praktisch wurde Jeftah ihr Hirte. Jeftah erinnert uns hier an David, der in der Zeit, als er selbst von den M\u00e4nnern Sauls verfolgt wurde, etwa 400 M\u00e4nner aufnahm, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und ihr Hirte wurde (1. Sam 22,2). Auf diese Weise wurde Jeftah nicht zum Spielball des Schicksals. Vielmehr \u00fcberwand er sein eigenes schweres Schicksal und half aktiv anderen, hilfsbed\u00fcrftige Menschen.<\/p>\n<p>Und an diesem Punkt stellt sich uns die Frage: Wie konnte Jeftah sein Schicksal als Sohn einer Prostituierten \u00fcberwinden? Wie konnte er all seine Entt\u00e4uschung und Bitterkeit \u00fcberwinden und sich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit selbstlos um andere k\u00fcmmern, ohne irgendeinen Lohn daf\u00fcr zu bekommen? So etwas ist nur m\u00f6glich, wenn ein Mensch pers\u00f6nlichen Glauben an den lebendigen Gott hat. Tats\u00e4chlich war Jeftah ein frommer Mann, der treu in einer pers\u00f6nlichen Beziehung zu Gott lebte.<\/p>\n<p>Das kommt vielleicht am besten im Vers 11 zum Ausdruck. Dort lesen wir:<strong> \u201eSo ging Jeftah mit den \u00c4ltesten von Gilead, und das Volk setzte ihn zum Haupt und Obersten \u00fcber sich. Und Jeftah redete alles, was er zu sagen hatte, vor dem Herrn in Mizpa.\u201c<\/strong> Jeftah redete alles, was er zu sagen hatte, vor dem Herrn. Jeftah war also ein Mann, der vor Gott lebte. Er war ein Mann, der regelm\u00e4\u00dfig zu Gott kam und \u00fcber alles, was er zu sagen oder zu entscheiden hatte, mit Gott redete. Hier kommt Jeftahs pers\u00f6nliche Beziehung zu Gott zum Ausdruck, die sich in seinem Leben gro\u00dfartig auswirkte. Durch seine pers\u00f6nliche Beziehung zu Gott war er in der schweren Krise seines Lebens nicht verzweifelt, sondern hatte sie zu einer Gelegenheit gemacht, Gott besser kennen zu lernen und ihm zu dienen. Durch seine pers\u00f6nliche Beziehung zu Gott, die er im Gebet regelm\u00e4\u00dfig pflegte, war er eine respektable Pers\u00f6nlichkeit mit einer k\u00f6niglichen Innerlichkeit geworden, sodass die anderen Menschen gerne unter seiner Leitung leben wollten.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen wir lernen, wie auch wir Menschen werden k\u00f6nnen, denen die anderen Menschen vertrauen und deren Beispiel sie gerne folgen k\u00f6nnen. Wir werden solche Menschen, wenn wir wie Jeftah best\u00e4ndig in einer engen pers\u00f6nlichen Beziehung zu Gott leben und sie t\u00e4glich im Gebet pflegen. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, in unserer Beziehung zu Gott zu leben und bis dahin zu wachsen, dass wir derartige respektable und vertrauensw\u00fcrdige Pers\u00f6nlichkeiten werden!<\/p>\n<p><strong>Zweitens: Jeftah war ein Mann des Wortes Gottes und des Geistes Gottes. <\/strong>Betrachten wir die Verse 12-22. Jeftah suchte zun\u00e4chst das Gespr\u00e4ch mit dem K\u00f6nig der Ammoniter und versuchte mit gro\u00dfer Geduld, den Konflikt durch Gespr\u00e4che zu l\u00f6sen. In seiner langen Botschaft an den K\u00f6nig der Ammoniter zeigt sich, dass Jeftah ein Mann war, der mit Gottes Wort sehr gut vertraut war. Dadurch wusste Jeftah auch \u00fcber die Geschichte von Gottes Volk sehr genau Bescheid. Durch seine Schriftkenntnis konnte er klar darlegen, dass Israel weder die Moabiter noch die Amoriter angegriffen hatte, sondern dass vielmehr die Amoriter Israel misstraut und darum angefangen hatten, gegen sie zu k\u00e4mpfen, was zur Eroberung ihres ganzen Gebiets durch die Israeliten gef\u00fchrt hatte (14-22). Jeftah kannte durch seine Kenntnis der Schrift nicht nur genau die historischen Fakten, sondern betrachtete auch die Ereignisse konsequent aus geistlicher Sicht. So sagte er in den Versen 23 und 24 schlussfolgend: <strong>\u201eSo hat nun der Herr, der Gott Israels, die Amoriter vertrieben vor seinem Volk Israel, und du willst ihr Land einnehmen? Du solltest das Land derer einnehmen, die dein Gott Kemosch vertreibt, uns dagegen das Land derer einnehmen lassen, die der Herr unser Gott vor uns vertrieben hat.\u201c<\/strong> Auf diese Weise warnte Jeftah den K\u00f6nig der Ammoniter vor dem hochm\u00fctigen Unterfangen, Israel anzugreifen und das, was Gott gef\u00fcgt hatte, r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Schlie\u00dflich sagte er: <strong>\u201eDer Herr, der da Richter ist, richte heute zwischen Israel und den Ammonitern.\u201c <\/strong>Auf diese Weise bezeugte er klar seinen Glauben an den souver\u00e4nen Gott und tat sein Bestes daf\u00fcr, an die Vernunft des K\u00f6nigs der Ammoniter zu appellieren und den Krieg zu verhindern.<\/p>\n<p>Aber leider h\u00f6rte der K\u00f6nig der Ammoniter nicht auf die Worte Jeftahs, der er ihm sagen lie\u00df (28), sondern hielt an seinem Plan, Israel anzugreifen, fest. Was geschah daraufhin an Jeftah? Vers 29 sagt: <strong>\u201eDa kam der Geist des Herrn auf Jeftah, und er zog durch Gilead und Manasse und nach Mizpe, das in Gilead liegt, und von Mizpe, das in Gilead liegt, gegen die Ammoniter.\u201c<\/strong> Jeftah wurde vom Geist Gottes erf\u00fcllt. Auf diese Weise best\u00e4tigte Gott Jeftahs Berufung als Lieter und Richter und gab ihm Mut und Kraft f\u00fcr seine neue Aufgabe. Jeftah konnte als Leiter gebraucht werden, weil er ein Mann des Wortes Gottes war und vom Geist Gottes erf\u00fcllt war.<\/p>\n<p><strong>Drittens: Jeftah war ein Mann, auf dessen Wort man sich verlassen konnte. <\/strong>Bevor Jeftah in den Kampf mit den Ammonitern eintrat, legte er vor Gott ein Gel\u00fcbde ab. Betrachten wir die Verse 30 und 31: <strong>Und Jeftah gelobte dem Herrn ein Gel\u00fcbde und sprach: Gibst du die Ammoniter in meine Hand, so soll, was mir aus meiner Haust\u00fcr entgegengeht, wenn ich von den Ammonitern heil zur\u00fcckkomme, dem Herrn geh\u00f6ren, und ich will&#8217;s als Brandopfer darbringen.\u201c<\/strong> Jeftahs Gel\u00fcbde zeigt, dass er die Aufgabe, den Angriff der Ammoniter abzuwehren und Israel zum Sieg zu f\u00fchren, von ganzem Herzen angenommen hatte. Sein Gel\u00fcbde war ein Ausdruck seiner Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit, mit der er alles f\u00fcr diesen Kampf einsetzen wollte. Er glaubte, dass der Sieg allein von Gott abh\u00e4ngt. In diesem Glauben versprach er Gott, auf ganz besondere Weise seine Dankbarkeit auszudr\u00fccken, wenn Gott ihnen den Sieg geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie segnete Gott Jeftahs Eifer und sein Gel\u00fcbde? Betrachten wir die Verse 32 und 33: <strong>\u201eSo zog Jeftah auf die Ammoniter los, um gegen sie zu k\u00e4mpfen. Und der Herr gab sie in seine H\u00e4nde.\u00a0Und er schlug sie mit gewaltigen Schl\u00e4gen von Aro\u00ebr an bis hin nach Minnit, zwanzig St\u00e4dte, und bis nach Abel-Keramim. So wurden die Ammoniter gedem\u00fctigt vor den Israeliten.\u201c <\/strong>Gott gab ihnen einen gewaltigen Sieg. Jeftah konnte die Ammoniter mit gewaltigen Schl\u00e4gen schlagen und zwanzig St\u00e4dte wieder zur\u00fcckerobern. Auf diese Weise segnete Gott Jeftahs Eifer und sein Gel\u00fcbde.<\/p>\n<p>Was geschah, als Jeftah von seinem gro\u00dfen Sieg nach Hause zur\u00fcckkehrte? Betrachten wir Vers 34.<strong> <\/strong>Als Jeftah nach Hause kam, war es ausgerechnet seine Tochter, die ihm als erstes aus der T\u00fcr entgegenkam, um ihn mit Pauken und Reigen nach seinem Sieg zu begr\u00fc\u00dfen. Der Vers betont, dass sie Jeftahs einziges Kind war und er keine anderen S\u00f6hne oder T\u00f6chter hatte. <strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Wie reagierte Jeftah in dieser Situation? Betrachten wir Vers 35: <strong>\u201eUnd als er sie sah, zerriss er seine Kleider und sprach: Ach, meine Tochter, wie beugst du mich und betr\u00fcbst mich! Denn ich habe meinen Mund aufgetan vor dem Herrn und kann&#8217;s nicht widerrufen.\u201c <\/strong>Hier erfahren wir, dass Jeftah ein Mann mit Festigkeit war, der nicht nach seinem Gef\u00fchl oder der Situation lebte. Dass er seine Kleider zerriss, dr\u00fcckt die tiefen Schmerzen aus, die er wegen seiner Tochter empfand. Aber er blieb von Anfang an fest entschlossen, sein Gel\u00fcbde vor Gott zu erf\u00fcllen, obwohl er es sich so sicher nicht vorgestellt hatte. Auch seine Tochter hatte diesen Glauben und best\u00e4rkte ihren Vater darin, dass er sein Gel\u00fcbde vor Gott erf\u00fcllen sollte. Sie bat lediglich darum, zwei Monate lang auf den Bergen mit ihren Freundinnen ihre Jungfrauenschaft beweinen zu d\u00fcrfen. Danach kam sie zur\u00fcck, und Jeftah tat ihr, wie er gelobt hatte. Jeftah wurde ein Leiter in Israel, weil er nicht nach seinem Gef\u00fchl oder seinem Vorteil lebte und so ein Mann war, auf den man sich verlassen konnte.<\/p>\n<p>Kap. 12,1-7 berichtet schlie\u00dflich von einem tragischen Konflikt zwischen den Ephraimitern und den Gileaditern. Die Ephraimiter waren dar\u00fcber, dass sie an dem gro\u00dfen Sieg \u00fcber die Ammoniter nicht teilgehabt hatten, so beleidigt, dass sie Jeftah und sein Haus mit Feuer verbrennen wollten. Obwohl Jeftah an ihre Vernunft appellierte, lie\u00dfen sie sich nicht beruhigen, sodass es zu einem traurigen blutigen Bruderkrieg kam. Die Verse 7-15 erw\u00e4hnen abschlie\u00dfend Jeftahs Tod und die Namen seiner Nachfolger, n\u00e4mlich die Richter Ibzan, Elon und Abdon. Von ihrem Leben und Wirken erfahren wir nicht viel, au\u00dfer der Information, dass sie viele\u00a0 Kinder hatten. Dies weist darauf hin, dass Israel in dieser Zeit im Frieden leben konnte.<\/p>\n<p>Wer ist der Gott von Jeftah? Gott hatte Gideon, einen Bauernsohn, berufen und ihn zum streitbaren Held gemacht. Gott war mit ihm und gebrauchte ihn, um Israel von der Hand der Midianiter zu befreien. Aber in seinem weiteren Leben lebte Gideon mit vielen Kompromissen, sodass von seinem Leben letztlich keine guten Fr\u00fcchte blieben, sondern G\u00f6tzendienst und Abimelech, der wie ein stacheliger Dornbusch war. Gott erw\u00e4hlte Jeftah, einen Mann, der trotz seiner schweren Lebensumst\u00e4nde treu in einer pers\u00f6nlichen Beziehung zu Gott lebte. Gott segnete ihn, als er sich nicht von seinem Schicksal beherrschen lie\u00df, sondern es \u00fcberwand und aktiv Gott und anderen Menschen diente. Gott gebrauchte Jeftah, einen Mann des Wortes Gottes, und erf\u00fcllte ihn mit dem Geist Gottes, damit er seine Aufgabe mutig erf\u00fcllen konnte. Gott schenkte Israel durch Jeftah einen gro\u00dfen Sieg, sodass sie weit \u00fcber seinen Tod hinaus im Frieden leben konnten. Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort, Kap. 11,5.6: <strong>\u201eAls nun die Ammoniter mit Israel k\u00e4mpften, gingen die \u00c4ltesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Lande Tob zu holen, und sprachen zu ihm: Komm und sei unser Hauptmann, damit wir gegen die Ammoniter k\u00e4mpfen.\u201c <\/strong>M\u00f6ge der Gott von Jeftah uns helfen, unsere pers\u00f6nliche Beziehung zu Gott im Gebet, im Wort und im Gehorsam treu zu pflegen, sodass wir zu frommen M\u00e4nnern und Frauen werden, denen die Menschen gerne vertrauen und die Gott kostbar gebrauchen kann!<strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jeftah, ein Held in der Zeit der Bedr\u00e4ngnis \u201eAls nun die Ammoniter mit Israel k\u00e4mpften, gingen die \u00c4ltesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Lande Tob zu holen, und sprachen zu ihm: Komm und sei unser Hauptmann, damit wir gegen die Ammoniter k\u00e4mpfen.\u201c (Ri 11,5.6) In den vorangehenden Kapiteln haben wir erfahren, wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4,54],"tags":[],"class_list":["post-546","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt","category-richter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=546"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/546\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11176,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/546\/revisions\/11176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}