{"id":510,"date":"2009-10-18T20:10:28","date_gmt":"2009-10-18T19:10:28","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=510"},"modified":"2025-05-25T17:44:26","modified_gmt":"2025-05-25T15:44:26","slug":"predigt-richter-81-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-richter-81-35\/","title":{"rendered":"Predigt: Richter 8,1-35"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Ri-5P08010835.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gideons Erfolg und Niederlage<\/h2>\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eSo wurden die Midianiter gedem\u00fctigt vor den Israeliten und hoben ihren Kopf nicht mehr empor. Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre, solange Gideon lebte.\u201c<br \/>\n(Ri 8,28)<\/address>\n<p>In den vergangenen zwei Kapiteln haben wir den Richter Gideon kennen gelernt. Wir haben gesehen, wie Gott in sein Leben kam und ihn von einem Weizendrescher zum streitbaren Helden ver\u00e4ndert hat. Wir haben erfahren, wie der Geist Gottes auf ihn kam und er mit 300 Mann eine gewaltige Armee bezwingen konnte. Die Schlacht war gewonnen, doch Gideon gab sich noch nicht zufrieden.<\/p>\n<p>Im heutigen Text lernen wir zwei Seiten Gideons kennen, seine St\u00e4rken und seine Schw\u00e4chen, seinen Erfolg und seine Niederlage. Ich bin sicher, dass Gott uns durch seine Erfolge zur Nachahmung ermutigen m\u00f6chte, w\u00e4hrend seine Niederlagen deutliche Warnung f\u00fcr uns sind. Wir k\u00f6nnen also in jedem Fall dazu lernen. M\u00f6ge Gott in diesem Sinne die heutige Lektion reichlich segnen.<\/p>\n<p><strong>Teil I Gideons Erfolg (1-23)<\/strong><\/p>\n<p>Der heutige Text f\u00e4ngt mit einem gro\u00dfen Protest an. Wer kam nach dem \u00fcberw\u00e4ltigenden Sieg \u00fcber Midian zu Gideon und beschwerte sich? Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eDa sprachen die M\u00e4nner von Ephraim zu ihm: Warum hast du uns das angetan, dass du uns nicht riefest, als du in den Kampf zogst gegen die Midianiter? Und sie zankten heftig mit ihm.\u201c<\/strong> Warum war der Stamm Ephraim so aufgebracht? Offensichtlich h\u00e4tten sie gerne von Anfang an mitgek\u00e4mpft. Doch hatten sie wirklich Grund sich zu beklagen? Eigentlich nicht, denn w\u00e4hrend Gideon und seine 300 M\u00e4nner Posaune gespielt, Kr\u00fcge zerst\u00f6rt und mit Fackeln gewedelt hatten, (klingt mehr wie eine Silvesterfeier) durfte Ephraim den Feinden die besetzen Wasserstellen wegnehmen, ihnen nachjagen und die zwei F\u00fcrsten Oreb und Seeb gefangen nehmen. Sie hatten also einen entscheidenden Beitrag zum gro\u00dfen Sieg \u00fcber Midian geleistet! Au\u00dferdem war es Gottes klarer Wille gewesen, Gideon nicht mehr als 300 Mann zur Seite zu stellen. Ihr Protest war also grundlos.<\/p>\n<p>Gerade durch ihre ungerechtfertigte Beschwerde wird das Problem dieses Stammes deutlich. Nach Juda geh\u00f6rte Ephraim zu den st\u00e4rksten St\u00e4mmen Israels. Sie hatten eine wichtige Rolle bei der Eroberung des Landes durch Josua gespielt. Josua selbst stammte aus Ephraim. Doch sie waren hochm\u00fctig und einfordernd. Es hei\u00dft: <strong>\u201eUnd sie zankten heftig mit ihm.\u201c<\/strong> Das war ihre Art mit der Leitung umzugehen. Auch im Kapitel 12 legte sich Ephraim mit dem leitenden Richter Jeftah an. <strong>\u201eWarum bist du in den Kampf gezogen gegen die Ammoniter und hast uns nicht gerufen, damit wir mit dir ziehen?\u201c <\/strong>warfen sie Jeftah vor. <strong>\u201eWir wollen dein Haus samt dir mit Feuer verbrennen.\u201c<\/strong> Es ist unheimlich schwierig, mit solchen Typen, die jede Gelegenheit suchen, um gegen die Leitung zu rebellieren, umzugehen. Jeftah bestrafte sie durch einen B\u00fcrgerkrieg. Was aber k\u00f6nnen wir von Gideon lernen?<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 2 und 3. Anstatt sich angegriffen zu f\u00fchlen und die Sache pers\u00f6nlich zu nehmen, dem\u00fctigte sich Gideon vor Ephraim. Gideon rechnete ihre Leistungen hoch an, viel h\u00f6her als seine eigenen. Was war das Resultat? <strong>\u201eAls er das sagte, lie\u00df ihr Zorn von ihm ab.\u201c<\/strong> Durch seine dem\u00fctige Antwort verhinderte Gideon eine fast schon unvermeidliche Eskalation. Von ihm lernen wir, wie Zusammenarbeit, z.B. in der Gemeinde, funktioniert. Unser Ego verursacht Probleme und Unharmonie. Doch Demut und die Anerkennung der Leistung anderer schafft Ruhe und bewirkt Einigkeit. In diesem Punkt ist uns Gideon ein Beispiel f\u00fcr <span style=\"text-decoration: underline;\">erfolgreiche<\/span> Zusammenarbeit. Durch seine Demut hatte Gideon Erfolg bei der Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Was tat Gideon nach der gewonnenen Schlacht? Betrachten wir Vers 4: <strong>\u201eAls nun Gideon an den Jordan kam, ging er hin\u00fcber mit den dreihundert Mann, die bei ihm waren; die waren m\u00fcde und jagten den Feinden nach.\u201c<\/strong> Was k\u00f6nnen wir hier von Gideon lernen? Er gab sich mit der gewonnen Schlacht nicht zufrieden. Vielmehr wollte er einen nachhaltigen Sieg erreichen. Er wollte, um es mit den Worten von M. K. auszudr\u00fccken, \u201eden Sack zumachen\u201c. H\u00e4tte er sich mit der Vertreibung der Midianiter zufrieden gegeben, w\u00e4ren sie im Jahr darauf erneut gekommen, um die Ernte zu vernichten. Deshalb machte er sich die ganze M\u00fche, den Feinden auch jenseits des Jordans nachzujagen. Er tat es, obwohl seine 300 M\u00e4nner und er m\u00fcde und ersch\u00f6pft waren.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir lernen? Auch wir sind von Gott berufen, seinem Werk zu dienen. Es ist leicht, dem Werk Gottes halbherzig zu dienen, besonders wenn wir m\u00fcde und hungrig sind. Von Gideon aber lernen wir, immer unser Bestes zu geben, auch wenn wir hungrig und m\u00fcde sind. In dieser Woche war ich nicht wenig beeindruckt von M. R., weil sie jeden Tag hochschwanger zur Einladung gegangen ist. Es war kalt und sie war sicher m\u00fcde und hatte Hunger. Aber sie hat fr\u00f6hlich eingeladen und Bonbons getackert. M\u00f6ge Gott unsere Hingabe nachhaltig segnen. M\u00f6ge er uns helfen den Sack immer zu zumachen.<\/p>\n<p>Was tat Gideon, als er den Jordan \u00fcberquert hatte? Betrachten wir die Verse 5-9. Er bat die Leute von Sukkot: <strong>\u201eGebt doch dem Volk, das mir auf dem Fu\u00dfe folgt, Brote; denn sie sind m\u00fcde, und ich muss nachjagen den K\u00f6nigen der Midianiter, Sebach und Zalmunna.\u201c<\/strong> Welche Antwort bekam er? Die Oberen von Sukkot sprachen: <strong>\u201eSind die F\u00e4uste Sebachs und Zalmunnas schon in deinen H\u00e4nden, dass wir deinem Heer Brot geben sollen?\u201c<\/strong> Diese Antwort war f\u00fcr Gideon wie ein Schlag ins Gesicht. Er f\u00fchrte den Kampf, zu dem Gott ihn berufen hatte. Es war ein Befreiungskrieg gegen die \u00fcbelste Terrorherrschaft, in der damaligen Geschichte Israels. Und es waren die eigenen Landsleute, die ihm Hilfe verweigerten. Auch Pnuel antwortete so wie die Stadt Sukkot. Strategisch gesehen handelten diese zwei St\u00e4dte klug, denn sie blieben so lange neutral, bis sich ein Sieger herausstellte. Auf diese Weise wollten sie immer auf der Siegerseite stehen. Doch aus Gottes Sicht ist diese Einstellung gro\u00dfer Unfug. Gottes Leute sollen sich immer auf Gottes Seite stellen. Auch wir sollen uns mutig und zu jeder Zeit zu Gott bekennen. Das ist der rechte Weg eines gesegneten Glaubenslebens. Doch Sukkot und Pnuel verweigerten Gideon ihre Hilfe, obwohl Gideon auch f\u00fcr sie k\u00e4mpfte. Ganz offenbar verlie\u00dfen sie sich auf die Macht des St\u00e4rkeren und f\u00fchrten ein Leben ohne Moral. Als Strafe wollte Gideon die Leute von Sukkot mit Dornen gei\u00dfeln und die Burg von Pnuel niederrei\u00dfen. Mit diesen Strafen suchte Gideon Gerechtigkeit in die morallose Lebensweise einzuf\u00fchren. Allerdings lie\u00df er sich nicht davon abhalten weiter zu ziehen. Zuerst wollte er seine Mission erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Wie besiegte Gideon auch ohne Unterst\u00fctzung die \u00fcbrigen Feinde? Betrachten wir die Verse 10-12. Von den einst 135.000 waren noch 15.000 \u00fcbrig geblieben. Im Vers 11 hei\u00dft es, dass sie ohne Sorge lagerten. Diese 15.000 waren so schnell geflohen, wie ihre Beine sie tragen konnten. Jogboha liegt im Gebiet der Ammoniter, dort meinten sie sicher zu sein. Nie h\u00e4tten sie damit gerechnet, von Gideon bis dorthin verfolgt zu werden. Auf diese Weise konnte Gideon die beiden K\u00f6nige der Midianiter gefangen nehmen und das ganze Heerlager in Schrecken versetzen. Wir sehen, dass Gideon auch ohne Verpflegung und ohne Unterst\u00fctzung erfolgreich sein konnte, weil er nicht vorzeitig aufgab, sondern den Sack zumachen wollte. Gott segnete seine Entscheidung, so dass er auch in der letzten Schlacht Erfolg hatte.<\/p>\n<p>Was tat Gideon auf dem R\u00fcckweg? Betrachten wir die Verse 13-17. Gideon hielt Versprechen. Er zeigte die beiden K\u00f6nige vor und bestrafte Sukkot und Pnuel gem\u00e4\u00df seiner Ank\u00fcndigung. Das war sicherlich eine Lehre f\u00fcr die Bewohner dieser beiden St\u00e4dte, aber auch f\u00fcr alle \u00fcbrigen St\u00e4dte des Landes. Nur wer auf der Seite Gottes steht, befindet sich auf der Siegerseite. Unser Erfolg ist unmittelbar mit Gott verbunden. Wer sich gegen Gott stellt, muss fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit der gerechten Strafe rechnen, denn Gott ist gerecht und er \u00fcbt Gerechtigkeit.<\/p>\n<p>Auch den zwei K\u00f6nigen der Midianiter erging es nicht anders. Warum wollte Gideon sie umbringen? Betrachten wir die Verse 18-21. Die beiden K\u00f6nige hatten in Tabor junge M\u00e4nner erschlagen. Im Vers 19 sprach Gideon: <strong>\u201eEs sind meine Br\u00fcder, meiner Mutter S\u00f6hne, gewesen. So wahr der Herr lebt: wenn ihr sie am Leben gelassen h\u00e4ttet, w\u00fcrde ich euch nicht t\u00f6ten.\u201c<\/strong> Gideon t\u00f6tete die beiden K\u00f6nige und beendete somit den lang ersehnten Befreiungskrieg gegen Midian.<\/p>\n<p>Welche Zeit brach mit dem letzten Akt des Krieges an? Lesen wir Vers 28: <strong>\u201eSo wurden die Midianiter gedem\u00fctigt vor den Israeliten und hoben ihren Kopf nicht mehr empor. Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre, solange Gideon lebte.\u201c<\/strong> Die langj\u00e4hrige Dem\u00fctigung durch Midian wurde schlie\u00dflich beendet. Gott hatte Gideon zum streitbaren Helden gemacht. Gott hatte ihm 300 M\u00e4nner zur Seite gestellt. Mit ihnen hatte Gideon die Macht Gottes erfahren. Gott segnete alle, die sich zu ihm bekannten und Gott bestrafte alle, die gegen ihn stritten. Die Midianiter waren gedem\u00fctigt und wagten nicht mehr ihre K\u00f6pfe gegen Israel zu erheben. Nun konnte nach vielen Jahren wieder Ruhe einkehren und Frieden herrschen.<\/p>\n<p>Was forderten die Israeliten von Gideon, nachdem er das Volk zum Sieg gef\u00fchrt hatte? Vers 22: <strong>\u201eDa sprachen die M\u00e4nner von Israel zu Gideon: Sei Herrscher \u00fcber uns, du und dein Sohn und deines Sohnes Sohn, weil du uns aus der Hand der Midianiter errettet hast.\u201c<\/strong> F\u00fcr fast jeden Feldherrn in der Geschichte w\u00fcrde mit diesem Angebot ein Traum in Erf\u00fcllung gehen. Endlich herrschen, endlich K\u00f6nig sein, endlich das Amt \u00fcbernehmen, dessen ich w\u00fcrdig bin. Ber\u00fchmte Beispiele hierf\u00fcr sind Julius C\u00e4sar und Napoleon Bonaparte.<\/p>\n<p>Was aber antwortete Gideon? Lesen wir Vers 23: <strong>\u201eAber Gideon sprach zu ihnen: Ich will nicht Herrscher \u00fcber euch sein, und mein Sohn soll auch nicht Herrscher \u00fcber euch sein, sondern der Herr soll Herrscher \u00fcber euch sein.\u201c<\/strong> Dieser Vers markiert den Hochpunkt im Leben von Gideon. Auf bemerkenswerte Weise lehnte er die Herrschaft ab. Seine Begr\u00fcndung war: <strong>\u201eder Herr soll Herrscher \u00fcber euch sein\u201c<\/strong>! Diese Aussage vermittelt uns, dass Gideon Gott auf rechte Weise kennen gelernt hatte. Gideon hatte Gott als den Herrn kennen gelernt, der einen konkreten Plan besitzt und diesen trotz Umst\u00e4nde verwirklicht. Doch das Volk hatte nur Gideon wirken gesehen, nicht Gott, deshalb machten sie Gideon dieses Angebot. Gideon aber hatte Gottes Werke gesehen und seine Wirksamkeit erlebt. Deshalb hatte er die Einsicht, dass Gott allein als souver\u00e4ner Herr der Geschichte dazu bestimmt ist, \u00fcber sein Volk zu herrschen. In sich selbst sah Gideon ein Instrument zum Dienst des Herrn. Wir sehen einen weiteren erfolgreichen Schritt in Gideons Leben, denn er \u00fcberlie\u00df Gott die Herrschaft.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir von ihm lernen? Durch die Geschichte k\u00f6nnen wir Gott und uns selbst im richtigen Ma\u00df erkennen. Und wir brauchen diese Erkenntnis. Gott ist der Herr, er soll herrschen. Uns m\u00f6chte Gott jedoch als seine Werkzeuge gebrauchen. M\u00f6ge diese Erkenntnis uns vor \u00dcberheblichkeiten bewahren. M\u00f6ge wir als n\u00fctzliche Instrumente und Werkzeuge Gottes gebraucht werden.<\/p>\n<p><strong>Teil II Gideons Niederlage<\/strong> (24-35)<\/p>\n<p>In den letzten 2\u00bd Kapiteln hat uns Gideon viele positive Glaubensbeispiele geliefert. Leider markiert bereits der Vers 23 den Hochpunkt seines geistlichen Einflusses. Jeder Mathesch\u00fcler wei\u00df, dass es nach einem Hochpunkt abw\u00e4rts geht. Leider ist es auch bei Gideon der Fall. Dennoch k\u00f6nnen auch wir von seinen Fehlern lernen. M\u00f6gen sie eine klare Warnung f\u00fcr jeden von uns sein!<\/p>\n<p>Gideon hatte abgedankt, was begehrte er stattdessen? Betrachten wir die Verse 24 bis 27. Er begehrte das Gold, das sie von den Feinden als Beute genommen hatten. Bereitwillig gab man ihm alles, insgesamt etwa 19 kg Gold.<\/p>\n<p>Was tat Gideon mit dem Gold? Vers 27 lautet: <strong>\u201eUnd Gideon machte einen Efod daraus und stellte ihn in seiner Stadt Ofra auf. Und ganz Israel trieb dort mit ihm Abg\u00f6tterei. Und er wurde Gideon und seinem Hause zum Fallstrick.\u201c<\/strong> Gideon machte daraus einen Efod. Was ist ein Efod? Ein Efod ist der Schurz des Hohenpriesters, den Gott im Buch Exodus zum Auftrag gegeben hatte. Gideon hatte sicherlich keine schlechten Absichten, als er den Efod anfertigen lie\u00df. Mit dem Gold h\u00e4tte er auch ein goldenes Schwert oder einen goldenen Schild in Auftrag geben k\u00f6nnen. Doch er lie\u00df einen Efod herstellen. Er beabsichtigte damit vielleicht den Gottesdienst wieder zu beleben und den Baalkult zu verdr\u00e4ngen. Vielleicht sollte der Efod auch ein Zeichen des Sieges sein, ein Andenken an Gottes Befreiungskampf. So gut seine Absichten auch sein mochten, so fatal waren jedoch ihre Folgen! Ganz Israel, ausgenommen Gideon, trieb mit dem Efod Abg\u00f6tterei. Gideon unternahm jedoch nichts dagegen. Er duldete die Abg\u00f6tterei Israels. Und das wurde ihm und seinem Haus zum Fallstrick. Ein Fallstrick ist eine harmlos aussehende Schlinge, die sich jedoch unweigerlich zuzieht. Die Duldung der Abg\u00f6tterei durch den Efod f\u00fchrte die erste Glaubensniederlage Gideons herbei. Wie der Fallstrick, in dem Gideon und sein Haus traten, genau aussah, erfahren wir durch die folgenden Verse und n\u00e4chste Woche durch Kapitel 9.<\/p>\n<p>Welcher geistliche Verfall deutet sich in Gideons Leben an? Betrachten wir die Verse 28-35. Von den Midianitern drohte vierzig Jahre lang keine Gefahr mehr. Gideon hatte sie nachhaltig in ihre Schranken gewiesen. Doch anscheinend hat Gideon darin die Erf\u00fcllung seiner Aufgabe gesehen. Seinen Dienst f\u00fcr Gott betrachtete er als erf\u00fcllt. Was tat in den letzten 40 Jahren seines Lebens? Vers 30 sagt: <strong>\u201eUnd Gideon hatte siebzig leibliche S\u00f6hne, denn er hatte viele Frauen.\u201c<\/strong> Au\u00dferdem besa\u00df er noch eine Nebenfrau in Sichem. Eigentlich waren Richter mehr als nur Gener\u00e4le, die in den Kampf ziehen sollten. Gott hatte sie zudem als geistliche Leiter berufen. Sie sollten das Wort Gottes lehren und guten geistlichen Einfluss aus\u00fcben. Doch nach dem Krieg widmete sich Gideon haupts\u00e4chlich seinem Privatleben und dieses war sehr ausschweifend. Diese Lebensweise kennzeichnet Gideons zweite geistliche Niederlage.<\/p>\n<p>Es ist wirklich schade mit anzusehen, dass Gideon quasi eine Trennlinie zwischen dem Werk Gottes und seinem Privatleben gezogen hat. Wir sehen, welche fatale Folge es hat, wenn geistliche Leiter neben dem Dienst ein unangemessenes und ausschweifendes Privatleben f\u00fchren. Doch als Gideon abseits der F\u00fchrung Gottes sein privates Gl\u00fcck suchte, widerfuhr ihm und seiner Familie das genaue Gegenteil. Im Kapitel 9 erfahren wir, wie 69 seiner 70 S\u00f6hne umgebracht wurden und wie sein Haus zerfiel. So wie der Titel der heutigen Botschaft verk\u00fcndet, sind Erfolg und Niederlage ganz eng an unsere Beziehung zu Gott verkn\u00fcpft. Gideon konnte erfolgreich sein, solange er zum Herrn hielt und f\u00fcr den Herrn stritt. Doch als er geistlich fahrl\u00e4ssig handelte, geriet er in einen Fallstrick.<\/p>\n<p>Was geschah nach seinem Tod? Lesen wir die Verse 33-35: <strong>\u201eAls aber Gideon gestorben war, kehrten sich die Israeliten ab und liefen den Baalen nach und machten Baal-Berit zu ihrem Gott. Und sie dachten nicht an den Herrn, ihren Gott, der sie errettet hatte aus der Hand aller ihrer Feinde ringsumher, und erzeigten sich nicht dankbar dem Hause des Jerubbaal \u2013 das ist Gideon \u2013 f\u00fcr alles Gute, das er an Israel getan hatte.\u201c <\/strong> Nach dem Tod Gideons fiel das Volk g\u00e4nzlich vom Herrn ab und lief erneut den Baalen nach und machte Baal-Berit zu ihrem Gott! Sie dachten weder an Gott, der sie aus der midianitischen Bedrohung befreit hatte, noch erwiesen sie sich dankbar an Gideon und seiner Familie, f\u00fcr alles Gute, das er an Israel getan hatte. Gideon konnte \u00fcber seinen Tod hinaus keinen geistlichen Einfluss aus\u00fcben. Auch diese Tatsache markiert eine Niederlage, denn Gideon hinterlie\u00df kein geistliches Erbe.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir abschlie\u00dfend \u00fcber Gideon sagen? Die Bibel bekennt sich bis zum Schluss zu Gideon, weil er zwei wichtige Aufgaben erf\u00fcllt hat. Erstens, hat er Gott gehorcht und das Volk vom Baalkult befreit. Dieser Einfluss dauerte zeit seines Lebens an. Zweitens, hat er sich von Gott gebrauchen lassen und hat die Midianiter besiegt. Allerdings legt die Bibel seine Fehler und Schw\u00e4chen unbesch\u00f6nigt offen. Somit liefert uns Gideon Ermutigung und Warnung zugleich. Wir werden ermutigt, auf Gott zu h\u00f6ren und von ihm gebraucht zu werden. Das ist der Weg eines erfolgreichen Glaubenswandels. Und wir werden davor gewarnt, leichtfertig zu handeln, Dinge zu tun oder zu sagen, die Menschen zum Abfall verf\u00fchren k\u00f6nnten und wir werden davor gewarnt, eine Trennlinie zwischen dem Werk Gottes und unserem Privatleben zu ziehen. Wir sind Menschen, die von Gott zur geistlichen Verantwortung berufen sind. Unsere gesamte Lebensweise gibt Zeugnis von uns. Wir k\u00f6nnen nur dann guten geistlichen Einfluss in unserer Zeit aus\u00fcben, wenn unser gesamter Wandel unter der Herrschaft Gottes steht. M\u00f6ge Gott uns in dieser Hinsicht als lebendige Zeugnisse, als lebende Zeugen seiner Wirksamkeit gebrauchen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gideons Erfolg und Niederlage \u201eSo wurden die Midianiter gedem\u00fctigt vor den Israeliten und hoben ihren Kopf nicht mehr empor. Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre, solange Gideon lebte.\u201c (Ri 8,28) In den vergangenen zwei Kapiteln haben wir den Richter Gideon kennen gelernt. 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