{"id":4548,"date":"2016-08-21T11:00:04","date_gmt":"2016-08-21T09:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=4548"},"modified":"2022-11-18T12:21:27","modified_gmt":"2022-11-18T11:21:27","slug":"predigt-apostelgeschichte-432-542","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-apostelgeschichte-432-542\/","title":{"rendered":"Predigt: Apostelgeschichte 4,32 \u2013 5,42"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Apg05P0432-0542.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Anfechtung und Furcht<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDen hat Gott durch seine rechte Hand erh\u00f6ht zum F\u00fcrsten und Heiland, um Israel Bu\u00dfe und Vergebung der S\u00fcnden zu geben. Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Apostelgeschichte 5,31.32<\/p>\n<p>Vor einigen Wochen hatte ich erw\u00e4hnt, dass der Beginn der ersten Gemeinde eines der unwahrscheinlichsten Ereignisse war, die man sich vorstellen kann. Wie konnte es sein, dass die Nachfolger von einem gekreuzigten Zimmermann eine Bewegung in Gang setzten, die innerhalb der ersten Jahrzehnte explosionsartig wuchs? Was wir beim Lesen der Apostelgeschichte nicht vergessen d\u00fcrfen, ist, wie bedroht die Gemeinde von Anfang an war. Ich muss dabei an einen Keimling denken: eine Pflanze, die gerade am Entstehen ist und nur ein gr\u00fcnes Bl\u00e4ttchen hat. Der Keimling ist sehr empfindlich. Wenn man einmal versehentlich drauftritt, dann war\u2019s das mit der Pflanze. Und so \u00e4hnlich war das am Anfang mit der Gemeinde. Die Mission der Apostel befand sich immer auf Messers Schneide, immer kurz vor dem Ende, immer knapp davor ausgel\u00f6scht zu werden.<\/p>\n<p>Wie konnte die Gemeinde \u00fcberleben? Der Text gibt folgende Antwort: die ersten Christen hatten keine Furcht! Wenn das Evangelium durch den Heiligen Geist wirkt, verschwindet die Furcht in aus den Herzen der Menschen und es entsteht Gottesfurcht. Vier Aspekte wollen wir im Text betrachten. Zum einen, was die Gemeinschaft der ersten Christen auszeichnete; zweitens, was die Gemeinde von innen bedrohte; drittens, was die Gemeinde von au\u00dfen bedrohte; und viertens, wie Gott uns freimacht von Furcht.<\/p>\n<p><strong>Erstens, was die Gemeinschaft der ersten Christen auszeichnete<\/strong><\/p>\n<p>In den Versen 32 bis 37 wird zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Kapiteln erw\u00e4hnt, dass die ersten Christen ihre G\u00fcter teilten. Die Apostelgeschichte ist ein ziemlich komprimiertes Buch und erz\u00e4hlt sehr selektiv von den Anf\u00e4ngen. D.h., jede Wiederholung, die wir in dieser Geschichte sehen, sollte uns zum Nachdenken anregen, was Lukas uns damit sagen m\u00f6chte. Ich denke, dass es mindestens zwei Gr\u00fcnde gibt, weshalb Lukas die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit der Christen an dieser Stelle noch einmal betont.<\/p>\n<p>Der eine Grund ist, dass Lukas auf diese Weise zeigt, dass die Christen das neue Volk Gottes sind. In Vers 34 lesen wir: \u201eEs war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen \u00c4cker oder H\u00e4user besa\u00df, verkaufte sie und brachte das Geld f\u00fcr das Verkaufte.\u201c Den meisten von uns ist das vielleicht nicht besonders aufgefallen (mir ist es beim Lesen definitiv nicht aufgefallen). Aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass Lukas beim Schreiben seiner Apostelgeschichte im AT aus dem Vollen sch\u00f6pft. Die Apostelgeschichte ist unglaublich reich an Zitaten aus dem AT, alt-testamentliche Motive und Anspielungen, vor allem in der ersten H\u00e4lfte des Buches. Howard Marshall und etliche andere Kommentatoren haben hier vermerkt, dass Vers 34 Ankl\u00e4nge aus 5. Mose hat. In 5. Mose 15 lesen wir vom Erlassjahr. Alle sieben Jahre sollten die Israeliten einander ihre Schulden erlassen. Das Interessante ist, dass Fremdlinge davon ausgenommen waren. Die Schulden sollten innerhalb ihres Volkes erlassen werden. Dann lesen wir in Vers 15,4: \u201eEs sollte \u00fcberhaupt kein Armer unter euch sein.\u201c Genau das ist das Wort, das in unserem Text anklingt: \u201eEs war keiner unter ihnen, der Mangel hatte.\u201c<\/p>\n<p>Mit anderen Worten, als die fr\u00fchen Christen, ihre Habe gro\u00dfz\u00fcgig mit ihren Br\u00fcdern und Schwestern teilten, erf\u00fcllte sich ein Wort aus dem AT, das ansonsten keine direkte Erf\u00fcllung in der Schrift hat. Eine Prophezeiung aus dem AT erf\u00fcllte sich, die eigentlich dem Volk Israel galt. Und daher, noch einmal anders formuliert: die ersten Christen waren das neue Volk Gottes, das neue Israel, in dem sich die Verhei\u00dfungen des AT erf\u00fcllten.<\/p>\n<p>Der andere Grund ist, dass Lukas uns auf diese Art und Weise einen neuen Protagonisten vorstellt. Der neue Protagonist ist Barnabas, der im Lauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielt. Verse 36 und 37: \u201eJosef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde \u2013 das hei\u00dft \u00fcbersetzt: Sohn des Trostes -, ein Levit aus Zypern geb\u00fcrtig. Der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu F\u00fc\u00dfen.\u201c Im Orient ist es \u00fcblich, dass man Menschen je nach ihrem Charakter als \u201eSohn von jemanden\u201c benennt. Zum Beispiel, wenn man jemanden beschimpfen m\u00f6chte, dann sagt man im Orient nicht \u201edu Esel\u201c. Man sagt \u201edu Sohn eines Esels\u201c. Wir finden in der Bibel ein weiteres negatives Beispiel: der blinde Bettler Bartim\u00e4us, der von Jesus geheilt wird. (Der Name Bartim\u00e4us ist ziemlich reichhaltig. Hier ist eine m\u00f6gliche Bedeutung). Die aram\u00e4ische Form des Namens Bar-teymah bedeutet \u201eSohn der Armut\u201c. Und genau das war Bartim\u00e4us, weil er ein Bettler war.<\/p>\n<p>In unserem Text haben wir ein extrem positives Beispiel. Josef war f\u00fcr die erste Gemeinde so ein inspirierendes Beispiel; alle, die das Gl\u00fcck hatten, mit ihm Gemeinschaft haben zu d\u00fcrfen, wurden so erfrischt; wo immer er war, roch es nach Jesus; und sein Leben war von solch einer Hingabe, Hilfsbereitschaft, Selbstlosigkeit und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit gekennzeichnet, dass er einen neuen Spitznamen bekam: Barnabas, Sohn des Trostes. Trost ist hier vielleicht etwas irref\u00fchrend, weil Trost impliziert, dass man traurig ist. Das Wort hier ist paraklesis, was mit dem Wort parakletos verwandt ist. (Parakletos ist das Wort, mit dem Jesus den Dienst des Heiligen Geistes in Johannes Evangelium beschrieben hat). Und paraklesis ist ein ziemlich reichhaltiges Wort, was Ermutigung, Erbauung, Ermunterung und Trost bedeuten kann.<\/p>\n<p>Sicherlich hat jeder von uns Menschen erlebt, die uns zutiefst ermutigen und erbauen. Nachdem wir mit solchen Menschen Gemeinschaft haben, f\u00fchlen wir uns in unseren Herzen erfrischt wie nach einem wundersch\u00f6nen Spaziergang in Fr\u00fchlingsluft. Woher kommt die Ermutigung? Wenn wir uns das Leben von Barnabas anschauen, m\u00fcssen wir verstehen, dass Barnabas nicht deshalb solch ein Ermutiger war, weil er dazu aufgefordert wurde. Er war nicht deshalb gro\u00dfz\u00fcgig, weil die Apostel zu ihm hingegangen sind, und ihm gesagt haben: \u201ehey, warum verkaufst du nicht deinen Acker und gibst das Geld den Armen?\u201c Wir sehen bei Barnabas kein Handeln aus Zwang, kein Gef\u00fchl von Pflicht, kein Druck von au\u00dfen. Die Ermutigung, die von Barnabas ausging, war eine Ermutigung, die von innen heraus nach au\u00dfen kam. Die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit von Barnabas war eine Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die von innen heraus nach au\u00dfen kam. Und das geht nur, wenn man im Herzen wirklich frei ist. Genau das war es, was die Gemeinschaft der fr\u00fchen Christen ausmachte.<\/p>\n<p>Die Frage ist dann: wer von uns ist im Herzen wirklich frei? Und wie k\u00f6nnen wir wirklich frei werden und von innen heraus ver\u00e4ndert werden?<\/p>\n<p><strong>Zweitens, eine Bedrohung von innen<\/strong><\/p>\n<p>In Kapitel 5 sehen wir dann einen krassen Kontrast dazu. Hananias und Saphira verkauften ebenfalls ihren Acker. Aber sie gaben nicht das ganze Geld, sondern behielten einen Teil des Geldes f\u00fcr sich. Das w\u00e4re nicht weiter schlimm. Das Niedertr\u00e4chtige, an ihrer Tat war folgendes: sie taten so, als ob sie genauso gro\u00dfz\u00fcgig w\u00e4ren. In Wirklichkeit waren sie aber nicht ganz so gro\u00dfz\u00fcgig. Ihr Ansehen bei den anderen war ihnen wichtiger als die Wahrheit. Der Eindruck von Heiligkeit war ihnen wichtiger, als echte Heiligkeit im Leben. Der Schein von N\u00e4chstenliebe war ihnen wichtiger, als echte N\u00e4chstenliebe zu praktizieren. Ihr Opfer kam aus einem v\u00f6llig falschen Motiv. Wir haben gesehen, dass Barnabas das Ideal der Gemeinschaft verk\u00f6rpert: eine N\u00e4chstenliebe, die von innen kommt. Hananias und Saphira hatten sich dagegen eine Maske aufgesetzt. Es war eine vorget\u00e4uschte und gespielte N\u00e4chstenliebe. Und das war eine Bedrohung innerhalb der Gemeinde.<\/p>\n<p>Ihre gespielte Fr\u00f6mmigkeit hatte desastr\u00f6se Konsequenzen. Petrus stelle Hananias zur Rede. Die Essenz der S\u00fcnde von Hananias war, dass er nicht Menschen sondern Gott belogen hatte. Und diese Aussage ist erstaunlich. Denn Hananias hatte Menschen belogen. Er hatte seine Br\u00fcder und seine Schwestern belogen, die ehrlich waren. Er hatte die Apostel belogen. Trotzdem richtete sich seine L\u00fcge grundlegend gegen Gott. Alle S\u00fcnde richtet sich prim\u00e4r gegen Gott. Und dann lesen wir in Vers 5: \u201eAls Hananias diese Worte h\u00f6rte, fiel er zu Boden und gab den Geist auf.\u201c Hananias wurde sehr schnell beerdigt. Das Gleiche geschah mit Saphira, als sie ebenfalls auf ihrer L\u00fcge beharrte.<\/p>\n<p>Die ersten 11 Verse von Kapitel 5 geh\u00f6ren mit zu den schwierigsten Texten in der Apostelgeschichte. Der Text als solcher betrachtet, macht ziemlich deutlich, dass Hananias und Saphira einen unnat\u00fcrlichen Tod gestorben sind. Der Text macht auch deutlich, dass dieser unnat\u00fcrliche Tod Gottes Gericht \u00fcber sie war. Die Schwierigkeit ist nun, warum das Gericht Gottes \u00fcber sie so harsch ausf\u00e4llt. Ist Gottes Reaktion nicht \u00dcberreaktion? Und die andere Schwierigkeit ist, warum reagiert Gott ausgerechnet in dieser Situation so drastisch? Was ist mit den vielen Problemen in der Gemeinde, die wir sp\u00e4ter in den anderen Gemeinden sehen: die falschen Lehrer; die Menschen, die st\u00e4ndig Zwist und Uneinigkeit s\u00e4en; die sexuelle Unmoral in der Korinther Gemeinde; ganz zu schweigen von den Vergehen der Gemeinde Jesu im weiteren Verlauf der Kirchengeschichte. Scheinen diese Fehltritte nicht mindestens genau so gravierend zu sein, wenn nicht noch viel schlimmer? Und doch schienen sie alle ungeschoren davon zu kommen, w\u00e4hrend Hananias und Saphira auf der Stelle starben. Was hat es damit auf sich?<\/p>\n<p>Um diese Frage zuerst zu beantworten: eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung, weshalb Gottes Gericht so harsch ausf\u00e4llt, ist die Tatsache, dass Gottes Offenbarung und Gegenwart so \u00fcberpr\u00e4sent waren. In der Bibel steht Gottes Gericht immer im gleichen Verh\u00e4ltnis zu seiner Offenbarung. Die Zeiten, in denen Gott besonders viel von seiner Herrlichkeit offenbart, sind auch die Zeiten, in denen Gott besonders viel von seiner Heiligkeit offenbart. In dem Ma\u00df, in dem Gottes Gegenwart bei den Menschen anwesend ist, ist auch seine Gerechtigkeit pr\u00e4sent. In dem Ma\u00df, in dem Gott uns mit seiner Liebe heimsucht, zeigt er auch seinen Eifer f\u00fcr unsere Reinheit. Das eine geht nicht ohne das andere.<\/p>\n<p>Was wir als n\u00e4chstes verstehen m\u00fcssen, ist, was es mit Gottes Gericht auf sich hat. S\u00fcnde bedeutet grundlegend, dass wir uns von Gott abwenden und uns etwas anderem zuwenden. C.S. Lewis argumentierte, dass Gott selbst derjenige ist, der Treibstoff f\u00fcr unseren Geist ist und dass Gott selbst die Speise ist, die unseren Geist ern\u00e4hrt. Sich von diesem Gott abzuwenden, ist gleichbedeutend damit, dass wir in unser eigenes Verderben laufen. Mit anderen Worten, S\u00fcnde hat eine selbstzerst\u00f6rerische Natur.<\/p>\n<p>Greg Boyd kommentierte das folgenderma\u00dfen: \u201eder Text sagt nicht, dass Gott sie erschlagen hat. Der Text sagt lediglich, dass das Ehepaar verstarb. Gott musste nichts weiter tun, als seine sch\u00fctzende Hand von ihnen zu nehmen, und dem immer vorhandenen Herrn des Todes das tun zu lassen, was er immer tut, n\u00e4mlich zu t\u00f6ten, zu stehlen und zu zerst\u00f6ren. Es ist bedeutsam, dass Petrus zum Ausdruck bringt, dass Hananias es zugelassen hatte, dass der Teufel sein Herz erf\u00fcllt. Das ist ein Hinweis darauf, dass sein Bel\u00fcgen des Heiligen Geistes keine isolierte b\u00f6se Tat eines Menschen war, der ansonsten untadelig ist. Es scheint, dass dieses Ehepaar Gott weggesto\u00dfen hat&#8230;, obwohl sie der Gemeinschaft des Glaubens beigetraten waren.\u201c<\/p>\n<p>Was mag Hananias und Saphira dazu motiviert haben, sich auf diese L\u00fcge einzulassen? Eine m\u00f6gliche Antwort finden wir in den Versen 5b und 11: \u201eUnd es kam eine gro\u00dfe Furcht \u00fcber alle, die dies h\u00f6rten. &#8230; Und es kam eine gro\u00dfe Furcht \u00fcber die ganze Gemeinde und \u00fcber alle, die das h\u00f6rten.\u201c Zweimal erw\u00e4hnt Lukas hier, dass alle, die von dieser Geschichte h\u00f6rten, mit Furcht erf\u00fcllt wurden. Die Menschen wurden mit der Furcht Gottes erf\u00fcllt. Gott war in dieser Geschichte so pr\u00e4sent, dass die Menschen diesen Gott anfingen zu f\u00fcrchten, d.h., den n\u00f6tigen Respekt und die notwendige Achtung vor der unendlichen Gr\u00f6\u00dfe Gottes zu haben. Und genau das war es, was Hananias und Saphira fehlte. Sie hatten keine Furcht vor Gott. Stattdessen f\u00fcrchteten sie sich vor allem anderen. Sie f\u00fcrchteten sich davor, von den anderen Menschen nicht die Anerkennung zu bekommen, die sie sich erhofften. Sie f\u00fcrchteten sich davor, zu verarmen. Sie f\u00fcrchteten sich vermutlich davor, in dieser Welt zu kurz zu kommen.<\/p>\n<p>Was bedeutet das dann f\u00fcr uns? Der amerikanische Bischof Warren A. Candler predigte \u00fcber diesen Text und fragte dann: \u201ewenn Gott heute noch Menschen erschlagen w\u00fcrde, f\u00fcr ihre L\u00fcgen, wo w\u00e4re ich dann?\u201c Einige Zuh\u00f6rer lachten. Und dann sagte er: \u201eich w\u00e4re immer noch hier und w\u00fcrde vor einer leeren Gemeinde predigen!\u201c Was diese Episode veranschaulicht ist, dass jeder von uns die Wahrheit verdreht. Jeder von uns l\u00fcgt, ohne Ausnahme. Der Grund weshalb wir das tun, ist unsere Furcht vor allem, was nicht Gott ist, genauso wie es bei Hananias und Saphira der Fall war. Wie k\u00f6nnen wir davon frei werden, um Gott zu f\u00fcrchten?<\/p>\n<p><strong>Drittens, eine Bedrohung von au\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Unser Text erw\u00e4hnt eine gro\u00dfe Anfechtung von au\u00dfen. Verse 15 und 16 erw\u00e4hnen erstaunliche Wunder, die durch Petrus geschahen. Selbst sein Schatten war genug, um Heilung zu finden. Die Reaktion der religi\u00f6sen Leiter lie\u00df nicht lange auf sich warten. Die Apostel wurden verhaftet und ins Gef\u00e4ngnis gebracht. Noch bevor sie verh\u00f6rt werden konnten, wurden sie von einem Engel befreit, nur um wieder im Tempel von Jesus zu erz\u00e4hlen und nur um ein weiteres Mal von den Wachen zum Hohen Rat eskortiert zu werden.<\/p>\n<p>Die Apostel standen vor dem Sanhedrin. F\u00fcr Petrus und Johannes war es das zweite Mal innerhalb von sehr kurzer Zeit. Der Hohepriester fragte: \u201eHaben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erf\u00fcllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen \u00fcber uns bringen.\u201c Der Sanhedrin war die Institution, die Jesus zum Tode verurteilt und den R\u00f6mern \u00fcbergeben hatte. Es war die m\u00e4chtigste Autorit\u00e4t im Land. Und trotzdem waren die Apostel nicht eingesch\u00fcchtert. Wir sehen die Antwort von Petrus und den Aposteln in Vers 29: \u201eMan muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unserer V\u00e4ter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz geh\u00e4ngt und get\u00f6tet habt. Den hat Gott durch seine rechte Hand erh\u00f6ht zum F\u00fcrsten und Heiland, um Israel Bu\u00dfe und Vergebung der S\u00fcnden zu geben. Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.\u201c<\/p>\n<p>Unter normalen Umst\u00e4nden w\u00e4re das jetzt das Ende der Apostel gewesen. Der Hohe Rat war durch diese direkte, unverbl\u00fcmte Antwort so ver\u00e4rgert, dass sie die Apostel auf der Stelle umbringen wollten, ganz egal, was es f\u00fcr Konsequenzen mit sich bringen w\u00fcrde. Aber das waren nicht normale Umst\u00e4nde. In den Versen 34 und folgende sehen wir ein Pharis\u00e4er namens Gamaliel den aufgebrachten Rat zur Besonnenheit aufruft. Sein Ratschlag lautet zusammengefasst: \u201ewenn diese Bewegung von Menschen ist, wird die Bewegung von alleine untergehen. Wenn diese Bewegung von Gott ist, dann werden sie unaufhaltsam sein.\u201c Dieser Ratschlag klingt ziemlich vern\u00fcnftig. Aber ist diese Beobachtung wirklich akkurat? Die Antwort ist, dass sein Ratschlag eigentlich ziemlich schlechter Ratschlag ist. Wann kann den Wahrheitsgehalt einer Bewegung nicht daran beurteilen, ob die Bewegung Erfolg hat oder nicht. Zum Beispiel sehen wir, dass der Islam seit mehr als einem Jahrtausend unaufhaltsam w\u00e4chst. Bedeutet das, dass der Islam von Gott ist? Nat\u00fcrlich nicht. Gamaliel\u2019s Rat war kein guter Rat. Aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle. Denn der Sanhedrin h\u00f6rt darauf und traf die Entscheidung, die Apostel nicht umzubringen.<\/p>\n<p>Diese zweite Verhaftung f\u00fchrt nicht nur dazu, dass die Apostel unrechtm\u00e4\u00dfig ihrer Freiheit beraubt werden. Wir lesen in Vers 40, dass der Hohe Rat sie dazu verurteilte, gegei\u00dfelt zu werden. Dabei handelte es sich um 40 Schl\u00e4ge minus einem Schlag. In Ausnahmef\u00e4llen waren diese Schl\u00e4ge so brutal, dass Menschen davon gestorben sind. Aber wir lesen in Vers 41 lediglich: \u201eSie gingen aber fr\u00f6hlich von dem Hohen Rat fort, weil sie w\u00fcrdig gewesen waren, um eines Namens willen Schmach zu leiden, und sie h\u00f6rten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den H\u00e4usern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.\u201c<\/p>\n<p>Die Verfolgung der Apostel durch die religi\u00f6sen Leiter war die Bedrohung von au\u00dfen. Im Angesicht dessen, ist die absolute Furchtlosigkeit bewundernswert. Wie konnte es sein, dass die Apostel dem Hohen Rat so die Stirn bieten konnten? Wie konnte es sein, dass sie so treu zu ihren Prinzipien stehen konnten, dass ihr Gehorsam Gott gegen\u00fcber wichtiger war als der Gehorsam Menschen gegen\u00fcber? Wie konnten sie in Leiden fr\u00f6hlich sein? Wie konnten sie dem Tod ins Auge sehen und nicht blinzeln?<\/p>\n<p>Und wir sehen in unserer Zeit, wie sich die Geschichte wiederholt. Vor wenigen Wochen wurde ein Artikel \u00fcber die Gemeinde im Iran ver\u00f6ffentlicht. In diesem Artikel hei\u00dft es: \u201eDie iranische Revolution 1979 etablierte ein unnachgiebiges islamisches Regime. W\u00e4hrend der n\u00e4chsten zwei Jahrzehnte wurden die Christen mit wachsender Opposition und Verfolgung konfrontiert: alle Missionare wurden rausgeschmissen, Evangelisation wurde verboten, Bibeln auf persisch wurden verbannt und wurden bald selten, mehrere Pastoren wurden umgebracht. Die Gemeinde geriet unter gewaltigem Druck. Viele hatten die Bef\u00fcrchtung, dass die kleine persische Gemeinde bald eingehen und sterben w\u00fcrde. Aber das genaue Gegenteil geschah. Trotz wachsender Feindseligkeit seit den sp\u00e4ten 1970er Jahren bis jetzt, wurden die Iraner das muslimische Volk, das im Mittleren Osten am offensten f\u00fcr das Evangelium ist.<\/p>\n<p>Wie konnte das passieren? Zwei Faktoren haben zu dieser Offenheit beigetragen. Zum einen, der Gewalt im Namens des Islams hat eine weit verbreitete Desillusionierung im Bezug auf die Regierung verursacht und dazu gef\u00fchrt, dass viele Iraner ihren Glauben in Frage stellen. Zweitens, viele iranische Christen haben im Angesicht von Verfolgung weiterhin freim\u00fctig und treu anderen von Christus erz\u00e4hlt. In Folge dessen sind in den letzten 20 Jahren mehr Iraner Christen geworden als in den 13 vorherigen Jahrhunderten zusammen seitdem der Islam nach Iran kam. 1979 gab es gesch\u00e4tzte 500 Christen mit einem muslimischen Hintergrund im Iran. Heute sind des Hunderttausende \u2013 manche sagen mehr als 1 Millionen. Wie hoch die Zahl auch sein mag, viele Iraner bekehren sich zu Jesus als ihren Herren und Retter. Letztes Jahr hat die Missionsgesellschaft Operation World Iran als die am schnellsten wachsende evangelikale Gemeinde in der Welt ernannt. Die gleiche Organisation gab bekannt, dass die am zweitschnellsten wachsende Gemeinde die im Afghanistan ist \u2013 und die Afghanen werden teilweise durch Iraner erreicht, weil ihre Sprachen \u00e4hnlich sind. &#8230; Verfolgung bedrohte die winzige Gemeinde im Iran auszul\u00f6schen. Stattdessen w\u00e4chst die Gemeinde rapide durch Gottes m\u00e4chtige Hand.\u201c<\/p>\n<p>Wir respektieren den Mut der Christen im Iran, die trotz Verfolgung mutig das Evangelium weitergeben. Woher kommt der Mut?<\/p>\n<p><strong>Viertens, wie Gott uns freimacht von Furcht<\/strong><\/p>\n<p>Die Antwort ist das Evangelium, das durch die Kraft des Heiligen Geistes in den Herzen der ersten Christen brannte. Die frohe Botschaft war zum einen, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Wir finden zwei direkte Hinweise auf die Auferstehung im heutigen Text. In 4,33 lesen wir: \u201eUnd mit gro\u00dfer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und gro\u00dfe Gnade war bei ihnen allen.\u201c Und vor dem Hohen Rat bekannten die Apostel: \u201eDer Gott unserer V\u00e4ter hat Jesus auferweckt. &#8230; Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.\u201c<\/p>\n<p>Die Auferstehung Jesu ist zum einen die Botschaft, dass die Macht des Todes gebrochen ist. Jede Angst, mit der wir konfrontiert sind, ist letzten Endes eine Angst vor dem Tod, ganz egal ob es Versagens\u00e4ngste sind vor Pr\u00fcfungen, vor wichtigen Abgaben; oder Sorgen um das Geld; oder Angst davor, in dieser Welt nicht auf seine Kosten zu kommen. Alle diese \u00c4ngste haben ihren Ursprung in unserer Angst vor dem Tod, weil der Tod das ultimativ Schlimmste ist, was uns in dieser Welt passieren kann und alle anderen schlimme Dinge ein Schatten des Todes sind. Die J\u00fcnger Jesu waren v\u00f6llig frei davon, weil Jesus auferstanden war. Anders gesagt, das Schlimmste, was man Jesus antun konnte und was man Jesus angetan hat, f\u00fchrte zur Auferstehung Jesu. Das Schlimmste, was man uns antun kann, f\u00fchrt zu unserer gr\u00f6\u00dften Verherrlichung, unserer Auferstehung.<\/p>\n<p>Zum anderen ist die Auferstehung Jesu der Beweis, dass Gottes Reich bereits gekommen ist und noch weiter kommen wird. Das bedeutet, dass Gott eines Tages diese Sch\u00f6pfung v\u00f6llig neu machen wird. Es bedeutet, dass Gott alles das, was in dieser Welt kaputt und zerbrochen ist, wiederherstellen und reparieren und in Ordnung bringen wird. Die ersten Christen glaubten daran von ganzem Herzen, und sie arbeiteten gemeinsam an diesem Projekt, durch die Predigt des Evangeliums, durch Werke der N\u00e4chstenliebe, durch Opfer, durch Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, in Freude und in Tr\u00e4nen mitzuwirken, dass der Himmel herabkommt auf Erden. Wer an die Auferstehung glaubt, der wei\u00df, dass das Beste immer vor uns liegt. Und das ist unglaublich befreiend. Das war das eine, was die ersten Christen v\u00f6llig freimachte von Angst und Furcht.<\/p>\n<p>Aber es gibt noch einen anderen Aspekt im Evangelium, der uns von Furcht freimacht. Unser Text sagt, dass die J\u00fcnger nicht auf sich selbst schauten. Sondern sie schauten auf Jesus. Wer ist dieser Jesus? In 5,31 sagt Petrus, dass Jesus der F\u00fcrst ist, der uns die Vergebung der S\u00fcnde schenkt. Das griechische Wort f\u00fcr F\u00fcrst ist archegos. Dieses Wort kommt im NT nur viermal vor, zweimal in der Apostelgeschichte und zweimal im Hebr\u00e4erbrief. Und in allen vier Stellen hat es etwas mit dem Opfer zu tun, das Jesus gebracht hat, damit wir von den S\u00fcnden befreit werden k\u00f6nnen. Archegos bedeutet oberster Anf\u00fchrer; jemand, der durch sein Beispiel vorangeht; ein Pionier und Held.<\/p>\n<p>In der Person Jesu sehen wir den wahren Held. Wir sehen einen Held, der so ist, wie wir alle sein sollten. Jesus stand zu allen seinen Prinzipien. Jesus war immer wahrhaftig und treu. Jesus war allezeit Gott gehorsam. Jesus war zu jederzeit liebend, zu jederzeit mit Freude an Gott erf\u00fcllt, zu jederzeit hingebend. Aber Jesus der Held aller Helden hatte ebenfalls Furcht. Wir sehen Jesus im Garten Gethsemane, wie er von Furcht \u00fcberw\u00e4ltigt war. Er sagte seinen J\u00fcngern: \u201eMeine Seele ist betr\u00fcbt in den Tod.\u201c Und nachdem er das gesagt hatte, k\u00e4mpfte Jesus so heftig im Gebet, dass sein Schwei\u00df wie Blut wurde. C.S. Lewis sagte, dass niemand den Schrecken des Todes so sehr f\u00fcrchten konnte, weil niemand ein solch wahres Leben gef\u00fchrt hat wie Jesus. Warum ging Jesus durch diesen Todeskampf? Und wie konnte Jesus seine Furcht \u00fcberwinden?<\/p>\n<p>In Hebr\u00e4er 12,2 finden wir eine weitere Stelle, die Jesus als archegos bezeichnet. Jesus ist der Anf\u00e4nger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude das Kreuz erduldete. Jesus \u00fcberwand seine Furcht, in dem er auf uns schaute. Jesus \u00fcberwand seine Furcht, weil er verstand, dass es der einzige Weg ist, wie wir gerettet werden k\u00f6nnten. Mit anderen Worten, Jesus \u00fcberwand seine Furcht aus vollkommener Liebe zu uns und aus unendlicher Freude an uns.<\/p>\n<p>In 1. Johannes 4,18 lesen wir: \u201eFurcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber f\u00fcrchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.\u201c Furcht rechnet mit Strafe. Am Kreuz sehen wir, dass Jesus unsere Strafe auf sich nahm. Wir werden nicht mehr gerichtet, weil Jesus an unserer Stelle gerichtet wurde. Wenn wir verstehen, wie sehr Jesus uns geliebt hat, wenn wir seine Liebe zu uns sp\u00fcren und in dieser Liebe zunehmen, dann weicht alle Furcht aus unserem Leben.<\/p>\n<p>Die vollkommene Liebe Jesu treibt die Furcht aus. Und Gottesfurcht kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Anfechtung und Furcht \u201eDen hat Gott durch seine rechte Hand erh\u00f6ht zum F\u00fcrsten und Heiland, um Israel Bu\u00dfe und Vergebung der S\u00fcnden zu geben. Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.\u201c Apostelgeschichte 5,31.32 Vor einigen Wochen hatte ich erw\u00e4hnt, dass der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[14,4],"tags":[],"class_list":["post-4548","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-apostelgeschichte","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4548"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4548\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4550,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4548\/revisions\/4550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}