{"id":3887,"date":"2016-05-22T11:00:40","date_gmt":"2016-05-22T09:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3887"},"modified":"2022-11-18T12:21:32","modified_gmt":"2022-11-18T11:21:32","slug":"predigt-lukas-2020-47","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-2020-47\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 20,20 \u2013 47"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Lk-P20-2047.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der Gott der Lebenden<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Gott aber ist nicht ein Gott der Toten,sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle.<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lk 20,38)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In unserem Studium des Lukasevangeliums sind wir an die letzten Tagen von Jesu Leben angelangt. Je weiter Jesu letzte Zeit in Jerusalem voranschreitet, desto mehr versch\u00e4rft sich die Feindschaft der religi\u00f6sen Leiter Ihm gegen\u00fcber. Schon bald nach seinem triumphalen Einzug stellt der Hohe Rat Jesu Vollmacht in Frage. Im Laufe des heutigen Textes entfaltet sich dieser Konflikt zunehmend. Sowohl Pharis\u00e4er als auch Sadduz\u00e4er konfrontieren Jesus mit listigen Fragen. Jesus erfuhr sozusagen einen Angriff von allen Seiten. Doch Jesus tritt beiden Parteien mit einer massiven \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber. Ihre listigen Angriffe erreichten ihr Ziel gar nicht, sondern gaben Jesus vielmehr Anlass, wichtige Wahrheiten zu lehren. Sie geben Antworten auf Fragen, die auch heute noch die Menschen sehr besch\u00e4ftigen. Diese Fragen sind: 1. Was ist die grundlegende Verpflichtung des Menschen gegen\u00fcber Gott und der Obrigkeit? 2. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und 3. Ist Jesus Gottes Sohn? Wir wollen heute betrachten, welche Antworten uns Jesus auf diese wichtigen Fragen gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Teil I: Die grundlegende Verpflichtung gegen\u00fcber Gott und Obrigkeit (V. 20-26)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was gab Jesus Anlass, \u00fcber die grundlegende Verpflichtung gegen\u00fcber Gott und Obrigkeit zu lehren? Betrachten wir die Vers 20-22: Und sie belauerten ihn und sandten Leute aus, die sich stellen sollten, als w\u00e4ren sie fromm; die sollten ihn fangen in seinen Worten, damit man ihn \u00fcberantworten k\u00f6nnte der Obrigkeit und Gewalt des Statthalters. Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, dass du aufrichtig redest und lehrst und achtest nicht das Ansehen der Menschen, sondern du lehrst den Weg Gottes recht. Ist\u00b4s recht, dass wir dem Kaiser Steuern zahlen, oder nicht? Die religi\u00f6sen Leiter hatten erkannt, dass Jesus das Gleichnis von den b\u00f6sen Weing\u00e4rtnern auf sie bezogen hatte. Das hatte sie umso entschlossener gemacht, Jesus zu t\u00f6ten. So sandten sie Leute zu Jesus. Aus Mt. wissen wir, dass diese Leute teils J\u00fcnger der Pharis\u00e4er und teils Anh\u00e4nger des Herodes waren. Die Phari\u00e4ser hatten ihren J\u00fcngern den Auftrag gegeben, Jesus in seinen eigenen Worten zu fangen. D.h. sie sollten Jesus zu einer Aussage gegen die Obrigkeit verleiten. Und was gab es f\u00fcr sie Besseres, als wenn Jesus diese Aussage vor den Ohren der Herodianer gemacht h\u00e4tte. So h\u00e4tten sie Jesus ziemlich leicht verurteilen k\u00f6nnen. Als sie nun zu Jesus kamen, stellten sie sich fromm. D.h. sie taten so, als w\u00fcrden sie danach fragen, was vor Gott recht und unrecht ist. Sie wollten sozusagen ihre listige Frage an Jesus als eine Frage des Gewissens verkaufen. Doch bevor sie Jesus ihre eigentliche Frage stellten, lobten sie Ihn mit den Worten: Meister, wir wissen, dass du aufrichtig redest und lehrst und achtest nicht das Ansehen der Menschen, sondern du lehrst den Weg Gottes recht. Mit diesem Lob meinten sie, Jesus bet\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Sie lobten Jesus als einen aufrichtigen Lehrer, in der Hoffnung, dass Jesus sich auch gegen den Kaiser aussprechen w\u00fcrde. Erst dann stellten sie Jesus die Frage: Ist\u00b4s recht, dass wir dem Kaiser Steuern zahlen, oder nicht? Diese Frage zu beantworten, war alles andere als einfach. Wie Jesus auch auf die Frage antworten w\u00fcrde, es w\u00fcrde Ihm zum Verh\u00e4ngnis werden. Mit dieser Frage wollte man Jesus in ein Dilemma verwickeln. Denn w\u00fcrde Jesus die Steuerzahlung an den Kaiser verneinen, so k\u00f6nnte Er leicht wegen des Hochverrats angeklagt werden. W\u00fcrde Jesus die Steuerzahlung an den Kaiser bejahen, dann w\u00fcrde Er sich beim Volk unbeliebt machen. Denn das Volk glaubte im Allgemeinen, was die Pharis\u00e4er lehrten. Den Pharis\u00e4ern wiederum schien es S\u00fcnde und Unrecht zu sein, dem Kaiser Steuern zu zahlen. Denn als Heide h\u00e4tte er nicht einmal das Recht \u00fcber das Volk Gottes zu herrschen. Zudem verband man ja mit dem Messias die Hoffnung, dass er das Volk vom r\u00f6mischen Joch befreie. Ein Messias, der die Steuer an den r\u00f6mischen Kaiser bejaht, passte \u00fcberhaupt nicht in die Vorstellung des Volkes.<br \/>\nDie listige Frage seiner Gegner gab Jesus Anlass, \u00fcber die grundlegende Verpflichtung des Menschen gegen\u00fcber Gott und Obrigkeit zu lehren. Welche geniale Antwort gab Er? Betrachten wir zun\u00e4chst die Verse 23 \u2013 24: Er aber merkte ihre List und sprach zu ihnen: Zeigt mir einen Silbergroschen! Wessen Bild und Aufschrift hat er? Sie sprachen: Des Kaisers. \u00dcberraschenderweise verwies Jesus zun\u00e4chst einmal auf das Bild und Aufschrift eines Silbergroschens. Bei diesem Silbergroschen handelte es sich um den r\u00f6mischen Denar, der zu der Zeit in Jud\u00e4a im Umlauf war. Er hatte auf der Vorderseite den Kopf des Tiberius mit der lateinischen Umschrift: \u201eTi(berius) Caesar Divi Aug(usti) F(ilius) Augustus\u201c = Tiberius Caesar, des g\u00f6ttlichen Augustus Sohn, Augustus (vgl. RIENECKER 1959: 467)1. Warum verwies Jesus aber hierauf? Was hatte denn das Aussehen des r\u00f6mischen Geldes mit den Steuern zu tun? Lesen wir gemeinsam Vers 25: Er aber sprach zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Dass auf der M\u00fcnze die Aufschrift und das Bild des Kaisers standen, bedeutete zugleich, dass sie des Kaisers Eigentum war. Wenn wir auf Gegenst\u00e4nde unseren Namen aufkleben, dann wei\u00df jeder, dass dies oder jenes uns geh\u00f6rt. Auf die r\u00f6mische M\u00fcnze stand nicht nur der Name, sondern das Bild des Kaisers. Sie war klar und unmissverst\u00e4ndlich des Kaisers Eigentum. Weil das r\u00f6mische Geld das Eigentum des Kaisers war, folgerte Jesus hieraus, dass der Kaiser eine Steuer verlangen darf. Der Kaiser hat ein Recht auf das, was ihm geh\u00f6rt. Man muss ihm geben, was ihm geh\u00f6rt. Mit seiner Antwort bejahte Jesus nicht nur die Steuerzahlung. Es war zugleich auch ein klares Wort an jedem Juden, der meinte, er br\u00e4uchte sich von Gott aus nicht dem heidnischen Kaiser unterordnen. \u201eMit der Aufforderung \u201e&#8230;gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist!\u201c sch\u00e4rfte der Herr den Gehorsam gegen die staatliche Obrigkeit ein\u201c (RIENECKER 1959: 467)1.<br \/>\nDurfte dann der Kaiser alles von den Juden verlangen, was er wollte? Zum Beispiel gab es ja den Kaiserkult, in welchem der Kaiser angebetet wurde. Durfte der Kaiser auch so etwas verlangen? Wo war die Grenze der Verpflichtung, sich ihm unterzuordnen? Jesus liefert eine wichtige Erg\u00e4nzung. Er sagt: \u201eund Gott, was Gottes ist.\u201c Auf der M\u00fcnze war das Bild des Kaisers, in dem Menschen aber das Bild Gottes. Denn er ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. So wie die M\u00fcnze das Eigentum des Kaisers war, so ist der Mensch das Eigentum Gottes. Dem Kaiser geb\u00fchrte es, dass man ihm die Steuern zahlte, Gott aber geb\u00fchrt es, dass man Ihm sein Herz gibt. Dem Kaiser geb\u00fchrten zwar die M\u00fcnzen, Gott aber allen Ruhm und Anbetung. Die Unterordnung unter dem Kaiser hob die Pflicht gegen\u00fcber Gott nicht auf. In Wirklichkeit hing beides miteinander zusammen: Wer Gott gab, was Ihm geb\u00fchrt, gab auch der weltlichen Obrigkeit, was ihr rechtlich zukommt.<br \/>\nAber das war nicht alles, was Jesus seinen Gegnern sagen wollte. Was noch? Betrachten wir noch einmal den Vers 25: Er aber sprach zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Jesus ging es nicht nur darum, die Frage nach der Steuer zu beantworten. Mit seiner Antwort spielte Jesus zugleich auf das geistliche Problem seiner Gegner an. Sie erkannten Jesus als den von Gott gesandten Messias nicht an. Oder anders gesagt: Sie erkannten Jesus nicht als Gottes Sohn an. Damit erkannten sie Gott selbst nicht an. Denn in Johannes 5.23b hei\u00dft es: Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Der Unglaube der Gegner gegen\u00fcber Jesus war nichts anderes als eine Weigerung, Gott die Ehre zu geben. Sie suchten vielmehr ihre eigene Ehre, wie auch die Warnung Jesu vor den Schriftgelehrten am Ende des Textes zeigt. Als Jesus also seine Gegner dazu ermahnte, Gott zu geben, was Gottes ist, forderte er sie dazu auf, Gott die Ehre zu geben, was nur durch die Anerkennung Seines Sohnes m\u00f6glich ist.<br \/>\nWelche Wirkung hatte Jesu Antwort auf seine Gegner? Betrachten wir Vers 26: Und sie konnten ihn in seinen Worten nicht fangen vor dem Volk und wunderten sich \u00fcber seine Antwort und schwiegen still. Der Plan, Jesus in seinen eigenen Worten zu fangen, scheiterte kl\u00e4glich. Denn Jesu Antwort zog eine scharfe Grenzlinie zwischen dem Recht des Staates und dem Recht des Reich Gottes (vgl. RIENECKER 1959:467)1. Man konnte ihn weder zu der einen noch zu der anderen Seite hin verurteilen. Auf die schwierige Frage gab Jesus eine schlichte und zugleich treffende Antwort. Mit einer kurzen und knackigen Antwort brachte er die umstrittene Frage nach der Steuer auf den Punkt. Mit nur wenigen Worten traf Jesus den Nagel auf den Kopf. Den Gegnern blieb nichts anderes \u00fcbrig, als zu schweigen und Jesu Weisheit zu bestaunen.<br \/>\nWas bedeutet das Ganze f\u00fcr uns?<br \/>\nIn der heutigen Zeit wird die Autonomie und Selbstbestimmung des Menschen gegen\u00fcber Gott hoch gepriesen. Der Zeitgeist spricht: \u201eDas Leben geh\u00f6rt mir. Ich mache daraus, was ich will. Niemand, selbst Gott nicht, hat \u00fcber mein Leben zu bestimmen.\u201c Der heutige Text sagt uns ganz klar: Wir sind Gottes. Jeder einzelne von uns ist Gottes. Die Gl\u00e4ubige sind erst recht Gottes. Die S\u00fcnde hat das Bild Gottes in dem Menschen entstellt oder gar zerst\u00f6rt. Aber Gott hat uns durch das Blut seines Sohnes zur\u00fcckerkauft, um Sein Bild in uns wiederherzustellen. Die Eigentumsurkunde Gottes \u00fcber uns ist mit dem teuren Blut Jesu besiegelt. Wir, Gl\u00e4ubige, sind daher erstrecht Gottes. Unser Leben geh\u00f6rt nicht uns. Es ist Gottes. Alles was wir sind und was wir haben, ist Gottes Eigentum. Unser K\u00f6rper, unser Geld, unser Besitz, unsere Beziehungen, unsere Ziele, unsere Tr\u00e4ume, unsere Ehre \u2013 all das ist Gottes. All das soll der Ehre Gottes dienen. Die Gesinnung \u201eIch bin Gottes\u201c soll alle unsere Lebensbereiche durchdringen. Paulus bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn (R\u00f6m.14.7f).<br \/>\nWenn wir Gott geben, was Gottes ist, dann kl\u00e4rt sich unsere Beziehung zur staatlichen Obrigkeit fast schon von selbst. Denn die meisten von uns kennen die Stelle aus dem R\u00f6merbrief, wo es hei\u00dft: Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt \u00fcber ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit au\u00dfer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet (R\u00f6m. 13.1). Diese Stelle spricht f\u00fcr sich selbst. Klar und unmissverst\u00e4ndlich verpflichtet uns die Bibel zur Unterordnung gegen\u00fcber der staatlichen Obrigkeit. Man kann also nicht sagen: \u201eDie Politiker&#8230; die sind sowieso nicht gl\u00e4ubig. Sie machen nicht, was Gott will. Also, mache ich auch nicht, was der Staat von mir fordert. Ich bezahle keine Steuer und die GEZ schon gar nicht.\u201c Auch wenn die Regierung nicht gerade gottesf\u00fcrchtig sind, sind wir dazu verpflichtet, Steuern zu zahlen bzw. die Lohnsteuererkl\u00e4rungen nach bestem Gewissen und Wissen auszuf\u00fcllen. Au\u00dferdem gibt uns die Bibel die Orientierung, f\u00fcr die Regierung zu beten. In 1. Timotheus 2.1 hei\u00dft es: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, F\u00fcrbitte und Danksagung f\u00fcr alle Menschen, f\u00fcr die K\u00f6nige und f\u00fcr alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben f\u00fchren k\u00f6nnen in aller Fr\u00f6mmigkeit und Ehrbarkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"> Teil II: Der biblische Beweis f\u00fcr die Auferstehung (V.27- 40)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was veranlasste Jesus dazu, \u00fcber die Auferstehung zu lehren? Betrachten wir die Verse 27-32: Da traten zu ihm einige der Sadduz\u00e4er, die lehren, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben (5. Mose 25,5-6): \u201eWenn jemand stirbt, der eine Frau hat, aber keine Kinder, so soll sein Bruder sie zur Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.\u201c Nun waren sieben Br\u00fcder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos. Und der zweite nahm sie und der dritte; desgleichen alle sieben, sie hinterlie\u00dfen keine Kinder und starben. Zuletzt starb auch die Frau. Nun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein unter ihnen? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt. Nachdem die Pharis\u00e4er daran gescheitert waren, Jesus eine Falle zu stellen, versuchten es nun auch die Sadduz\u00e4er, Jesus eine verf\u00e4ngliche Frage zu stellen. Die Sadduz\u00e4er waren neben den Pharis\u00e4ern die andere religi\u00f6se Partei gewesen. Im Gegensatz zu den Pharis\u00e4ern glaubten sie nicht an \u00fcbersinnliche Schriftwahrheiten, wie die Auferstehung von den Toten, das Dasein der Engel und der Geister, auch nicht an eine Vergeltung nach dem Tod. Sie lehnten solche Wahrheiten ab oder zweifelten sie zumindest an. Als sie nun zu Jesus kamen, versuchten sie Jesu Glauben an die Auferstehung ins L\u00e4cherliche zu ziehen. Hierzu erz\u00e4hlten sie Jesus ein extremes, offenbar erfundenes Fallbeispiel: Es war einmal eine Frau. Die heiratete einen Mann. Aber der starb, ohne ihr einen Sohn zu hinterlassen. Aber zum Gl\u00fcck hatte der Mann noch sechs weitere Br\u00fcder. Gem\u00e4\u00df der von Mose verordneten Schwagerehe heiratete sie einen dieser Br\u00fcder heiraten, um die Linie ihres verstorbenen Mannes durch einen m\u00e4nnlichen Nachkommen aufrechtzuerhalten. Aber auch der starb, ohne ihr Kinder zu hinterlassen. Die ganze Tragik wiederholte sich bei jedem Bruder aufs Neue. Die Frau heiratete hintereinander alle sieben Br\u00fcder. Als der siebte starb, war sie noch immer kinderlos. Schlie\u00dflich starb auch die Frau. Wie tragisch!<br \/>\nDie Sadduz\u00e4er lassen ihre Erz\u00e4hlung in eine Frage an Jesus m\u00fcnden: \u201eNun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein unter ihnen?\u201c Was sie eigentlich damit sagen wollen, ist das: \u201eWie soll denn das bitte gehen? G\u00e4be es die Auferstehung wirklich, dann m\u00fcsste diese Frau die Ehefrau von sieben M\u00e4nnern gleichzeitig sein. Jesus, erkl\u00e4r uns das mal bitte: Wie ist diese Geschichte mit der Lehre von der Auferstehung vereinbar?\u201c<br \/>\nWie antwortete Jesus auf die Frage der Sadduz\u00e4er? Betrachten wir die Verse 34-36: Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten; welche aber gew\u00fcrdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen. Denn sie k\u00f6nnen hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind. Zu Beginn seiner Antwort weist Jesus die Sadduz\u00e4er auf einen v\u00f6lligen Irrtum ihrerseits hin. Unbewusst gingen sie davon aus, dass die Ehe auch nach der Auferstehung, wenn es sie denn g\u00e4be, fortsetzt. Sie hatten von den irdischen Verh\u00e4ltnissen ausgehend auf die himmlischen Verh\u00e4ltnisse geschlussfolgert. Jesus aber macht ihnen klar, dass es im Himmel anders sein wird: Diejenigen, die zum Ewigen Leben auferstehen, werden nicht mehr heiraten. Stattdessen werden sie sein wie die Engeln. Wie die Engeln nicht heiraten, so werden auch sie nicht mehr heiraten. Wie die Engeln unsterblich sind, so werden auch sie einen unsterblichen K\u00f6rper haben. Woran liegt es, dass die Gl\u00e4ubigen sein werden wie die Engeln? Es liegt daran, dass sie Kinder Gottes sind. Die Kinder Gottes haben eine v\u00f6llig neue Natur. Sie werden einen neuen K\u00f6rper bekommen, der wie die der Engel unsterblich und ohne Geschelcht sein wird. Zwar sind die Gl\u00e4ubigen jetzt schon Kinder Gottes, aber erst in der Ewigkeit wird ihr Wesen auch \u00e4u\u00dferlich durch einen neuen K\u00f6rper sichtbar. Hiervon schreibt auch der Apostel Johannes: Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein (1. Joh. 3.2).<br \/>\nWie beweist nun Jesus den Sadduz\u00e4ern anhand der Schrift die Auferstehung? Lesen wir gemeinsam die Verse 37 und 38: Dass aber die Toten auferstehen, darauf hat auch Mose gedeutet beim Dornbusch, wo er den Herrn nennt Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs (2. Mose 3,6). Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle. Jesus beweist die Auferstehung von den Toten anhand der ersten Begegnung Gottes mit Mose im Dornbusch. Als Gott zu Mose sagte: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs (2. Mose 3,6), dann war das ein Bekenntnis. Gott bekennt sich aber nicht zu Toten, sondern zu Lebendigen. Daher ist Gottes Bekenntnis zu den entschlafenen Erzv\u00e4tern ein biblischer Beweis f\u00fcr die Auferstehung. In Hebr. 11.16 hei\u00dft es: Nun aber sehnen sie sich nach einem besseren Vaterland, n\u00e4mlich dem himmlischen. Darum sch\u00e4mt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu hei\u00dfen; denn er hat ihnen eine Stadt gebaut. Diese Stelle macht deutlich, dass Gott sich gerade deshalb zu den Erzv\u00e4tern bekannte, weil sie ihre Hoffnung auf die zuk\u00fcnftige Welt setzten bzw. an die Auferstehung glaubten. Was f\u00fcr eine armselige Begegnung w\u00e4re das, wenn sich Gott Mose als ein Gott von Toten vorstellen w\u00fcrde. Solch ein Gott w\u00e4re wahrlich ein schwacher Gott. Es ist fraglich, ob solch ein Gott Mose die Zuversicht gegeben h\u00e4tte, Israel aus der Macht des Pharaos erretten zu k\u00f6nnen. Bisher hatte Mose Gott nur vom H\u00f6rensagen gekannt. Als aber Gott zu Mose sagte: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, machte Gott Mose deutlich: Ich bin ein lebendiger Gott. Ich lebe und deine V\u00e4ter auch. Weil Gott ein lebendiger Gott ist, sind auch diejenigen, die ihre Hoffnung auf Ihn setzen, lebendig. Deswegen sagt Jesus: denn ihm leben sie alle. Allein durch Gott und allein f\u00fcr Gott werden die Gl\u00e4ubigen in der Ewigkeit leben. Jesus sagt: Ich lebe und ihr sollt auch leben (Joh. 14.19b). Seine Auferstehung ist die Grundlage unserer Auferstehung.<br \/>\nJesu Antwort steht im scharfen Kontrast zu der Erz\u00e4hlung der Sadduz\u00e4er. Die Erz\u00e4hlung der Sadduz\u00e4er war durchdrungen von der Macht des Todes. Viermal taucht in ihrer Erz\u00e4hlung das Wort \u201esterben\u201c auf. Jesu Antwort hingegen bezeugt die Kraft der Auferstehung. W\u00e4hrend die Erz\u00e4hlung der Sadduz\u00e4er von Tragik und Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet ist, spricht Jesu Antwort von Herrlichkeit. Die Gl\u00e4ubigen werden sein wie die Engeln. Wie herrlich ist das! Ihm leben sie alle, sagt Jesu. Gott selbst wird die Erf\u00fcllung der Gl\u00e4ubigen in aller Ewigkeit sein!<br \/>\nDie Sadduz\u00e4er hatten durch Bezug auf Mose, der die Schwagerehe gebot, versucht, die Auferstehung zu leugnen. Deswegen widerlegte Jesus ihre Ansicht gerade aus einer Stelle aus dem 2. Buch Mose. Aus dem Gesetze selbst hat Jesus ihnen ihr Irrtum bzgl. der Auferstehung gezeigt. Die Verse 39 und 40 machen deutlich, dass Jesu Antwort so stichhaltig war, dass ihm sogar seine Gegner von sich aus Recht gaben und es hinfort nicht mehr wagten, Ihn durch eine Frage herauszufordern.<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir aus diesem Abschnitt lernen? Auch heute leugnen viele die Auferstehung. Sie sind vom Typ her wie die Sadduz\u00e4er. Alles, was sie mit ihren Sinnen nicht wahrnehmen k\u00f6nnen, gibt es nicht. Nur das, was von Materie ist, existiert f\u00fcr sie. Sie glauben nicht an die Auferstehung, weil sie sie nicht mit ihren Sinnen wahrnehmen k\u00f6nnen, eben so wie die Sadduz\u00e4er. Wie die Sadduz\u00e4er halten sie sich als die Verstandesmenschen und als die aufgekl\u00e4rten Menschen ihrer Zeit. Das ist gar nichts Neues. Uns sollten solche Lehren, die die Auferstehung leugnen, gar nicht \u00fcberraschen. Wir sollten sie auch nicht f\u00fcr modern halten. Vielmehr gilt es, auch in unserer Zeit, an den Glauben an die Auferstehung festzuhalten und die Hoffnung daran immer wieder zu erneuern. Nicht unsere Sinne, sondern das Wort sagt es uns, dass es die Auferstehung gibt. Das heutige Wort bezeugt: Gott ist ein Gott der Lebenden. Er ist lebending und Er macht lebendig. Er ist die Quelle des Lebens. Er hat die Macht und Kraft, dich und mich von den Toten auferstehen zu lassen. Auf ihn allein sollen wir unsere ganze Hoffnung setzen. Es ist absolut t\u00f6richt, wenn wir als Christen unsere Hoffnung auf diese Welt setzen. Paulus bringt es auf dem Punkt, wenn er sagt: Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen (1. Kor. 15.19).<br \/>\nGott bekennt sich zu den Lebenden, nicht zu den Toten. Wenn wir unser Leben solala f\u00fchren, ohne Ziel und Orientierung, ohne Freude und Hoffnung, werden die Leute denken, dass unser Gott ein Gott der Toten ist. Unser Leben muss mit der Realit\u00e4t, dass Gott ein Gott der Lebenden ist, \u00fcbereinstimmen.<br \/>\nDass Gott ein Gott der Lebenden, ist gleichzeitig eine Einladung an jedem, der im Glaubensleben ermattet ist. Es ist eine Einladung, immer wieder neu zu Gott zu kommen und sich von ihm beleben zu lassen, sich an der Quelle des Lebens zu erqicken. Denn Gott m\u00f6chte kein Gott der Toten sein, sondern der Lebenden sein.Jesus sagt: Kommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken (Mt. 11,28).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Teil III: Die Gottessohnschaft Jesu (V. 41-44)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eDer Streit zwischen Jesus und Seinen Gegnern war an einem Wendepunkt angelangt. Nachdem Jesus gen\u00fcgend auf ihre Fragen geantwortet hatte, ergriff Er jetzt Selbst das Wort und stellte eine wichtige Frage an die Volksobersten (vgl. RIENECKER 1959: 472)1. \u201c Welche war das? Betrachten wir die Verse 41-44: Er sprach aber zu ihnen: Wieso sagen sie, der Christus sei Davids Sohn? Denn David selbst sagt im Psalmbuch (Psalm 110,1): \u201eDer Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner F\u00fc\u00dfe mache.\u201c David nennt ihn also einen Herrn; wie ist er dann sein Sohn? Die Juden waren allgemein der Ansicht, dass der Messias Davids Sohn sei, also ein Nackomme von David sein m\u00fcsse. Dem widersprach Jesus auch nicht. Doch dar\u00fcber hinaus gab er seinen Gegnern ein R\u00e4tsel auf: In Psalm 110,1 nannte David den Messias seinen Herrn. Wie kann es sein, dass der Sohn Davids gleichzeitig der Herr von David ist? Wie wir wissen, ist Jesus selbst die Antwort auf diese Frage. Als Menschensohn war er ein Nachfahre Davids, doch als Gottessohn ist er der Herr Davids. Mit diesem R\u00e4tsel machte Jesus seinen Gegnern deutlich, dass ihr Bild vom Christus unvollst\u00e4ndig sei. Jesu Frage forderte sie heraus, ihr Christusbild zu erweitern. Christus ist nicht nur Davids Sohn, sondern buchst\u00e4blich Gottes Sohn. Als Jesus vom Hohen Rat verh\u00f6rt wurde, wurde Ihm genau diese Frage gestellt: Bist du denn Gottes Sohn? (Lk. 22,70a). Als Jesus diese Frage bejahte, wurde er wegen der Gottesl\u00e4sterung verurteilt. Jesus wusste dies schon im Voraus, gerade deswegen gab er seinen Gegnern dieses R\u00e4tsel auf. Leider waren die religi\u00f6sen Leiter zu verblendet gewesen, Jesus als den Sohn Gottes zu erkennen.<br \/>\nWie warnte Jesus vor ihnen? Betrachten wir die Verse 45-47: Als aber alles Volk zuh\u00f6rte, sprach er zu seinen J\u00fcngern: H\u00fctet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in langen Gew\u00e4ndern einherzugehen, und lassen sich gern gr\u00fc\u00dfen auf dem Markt und sitzen gern obenan in den Synagogen und bei Tisch; sie fressen die H\u00e4user der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete. Die werden ein umso h\u00e4rteres Urteil empfangen. Die J\u00fcnger sollten sich davor h\u00fcten, wie die Schriftgelehrten zu werden. Mit ihren langen Gew\u00e4ndern spiegelten die Schriftgelehrten Fr\u00f6mmigkeit vor. Sie mochten es von den Leuten in aller \u00d6ffentlichkeit mit besonderen Titeln begr\u00fc\u00dft zu werden. In den Synagogen und auf den Gastm\u00e4hlern liebten sie es, die Ehrenpl\u00e4tze einzunehmen. Sie fra\u00dfen \u201edie H\u00e4user der Witwen und verrichteten zum Schein lange Gebete\u201c. Das k\u00f6nnte bedeuten, dass sie von den Witwen bedeutende Geschenke erpressten unter dem Vorwand, f\u00fcr sie gr\u00fcndliche F\u00fcrbitte einzulegen. In dem Leben der Schriftgelehrten drehte sich alles darum, Ehre und Anerkennug bei den Menschen zu haben sowie sich auf Kosten der hilflosen Witwen zu bereichern. Aber gerade dadurch w\u00fcrden sie sich ein umso h\u00e4rteres Gericht unterziehen.<br \/>\nDass Jesus explizit seine J\u00fcnger warnt, zeigt die M\u00f6glichkeit, dass sich auch ein J\u00fcnger zu einem Scheinheiligen wie die damaligen Schriftgelehrten entwickeln kann. Wie kann das passieren? Die Schriftgelehrten hatten keinen Glauben an den Sohn Gottes. Ohne pers\u00f6nlichen Glauben an den Sohn Gottes gibt es auch keinen lebendigen Glauben an die Auferstehung. Wer den Sohn nicht hat, hat nichts. Wer die Frage: \u201eIst Jesus Gottes Sohn?\u201c mit Nein beantwortet, hat keine Vers\u00f6hnung, keine Glaubensgerechtigkeit und kein Ewiges Leben. Was bleibt solch einem \u00fcbrig, als seine Hoffnung auf das Diesseits zu setzen? Solch einem werden fast schon zwangsl\u00e4ufig Anerkennung, Ehre bei den Menschen sowie Besitz wichtig.<br \/>\nEs ist daher wichtig, dass wir allezeit eine lebendige, pers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus, dem Sohn Gottes haben. Denn in Seinem Sohn gibt Gott uns alles und vielmehr als das was uns die Welt bieten kann. Apostel Johannes sagt: Wer den Sohn hat, der hat das Leben (1. Johannes 5.12a).<br \/>\nLesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort: Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle (V. 38).<br \/>\n________________<br \/>\n1. RIENECKER, F. (1959): Das Evangelium des Lukas.Erkl\u00e4rt von Fritz Rienecker. In: Wuppertaler Studienbibel, S. 465-474. SCM R. Brockhaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der Gott der Lebenden Gott aber ist nicht ein Gott der Toten,sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle. (Lk 20,38) In unserem Studium des Lukasevangeliums sind wir an die letzten Tagen von Jesu Leben angelangt. 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