{"id":3875,"date":"2016-05-01T11:00:36","date_gmt":"2016-05-01T09:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3875"},"modified":"2022-11-18T12:21:34","modified_gmt":"2022-11-18T11:21:34","slug":"predigt-matthaeus-1422-36-sonderlektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaeus-1422-36-sonderlektion\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 14,22 \u2013 36 (Sonderlektion)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Mt14-2233_SL2016-Predigt.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jesus und Petrus auf dem See<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4us 14,29)<\/p>\n<p>Kann jemand unter euch nicht schwimmen? Wer kann dann gut schwimmen? Ist jemand unter euch auf dem offenen Meer geschwommen? Ist es leichter auf dem Meer zu schwimmen als im Schwimmbad? Warum oder warum nicht? F\u00fcr Nichtschwimmer frage ich: \u201eWas passiert, wenn man im Wasser pl\u00f6tzlich Angst kriegt?\u201c<\/p>\n<p>Sicher geht es heute nicht darum, zu schwimmen, auch nicht darum, Angst vor dem Wasser zu \u00fcberwinden. Es geht darum, sich \u00fcber Jesus zu wundern. Es geht darum, einen Schritt im Vertrauen auf Jesus zu machen. Es geht darum, zu Jesus aufzusehen inmitten des Sturms. Daher ist es eine Lektion zur Vorbereitung der Fr\u00fchlingskonferenz.<\/p>\n<p>Ich frage euch Ehem\u00e4nner. Du sagst zu deiner Partnerin, \u201eMein Schatz!\u201c Habt ihr euch in der letzten Zeit \u00fcber eure Partnerin begeistert, wie sch\u00f6n sie ist? Bitte, tu das, bevor der Muttertag kommt! Im Text passierte gerade dies. Petrus bekam gro\u00dfe Augen und er schaute voller Bewunderung zu Jesus. Er empfing dabei den starken Glauben, dass er auf dem Wasser ging.<br \/>\nSeid getrost, ich bin&#8217;s (22-27)<\/p>\n<p>Vor dem Ereignis im heutigen Text speiste Jesus 5000 Menschen mit 5 Broten und 2 Fischen. Urspr\u00fcnglich kam er hierher, um eine einsame Stelle zu suchen. Er war aber auch bereit, das Volk in jeder Zeit zu sich kommen zu lassen. Nach der Speisung brach die Nacht an und er sandte seine J\u00fcnger fort und lie\u00df das Volk gehen. Als es ruhig wurde, stieg er auf den H\u00fcgel und betete dort die ganze Nacht.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger erlebten an diesem Tag vieles. Nicht nur seine wunderbare Lehre, sondern auch wie Jesus die Menge speiste. Jesu Wunder bei der Speisung der 5000 Menschen lie\u00df sie dar\u00fcber nachdenken, wer Jesus ist. Doch die Besch\u00e4ftigung mit der Menschenmenge und das gute Abendessen mit viel Brot und Fisch verursachten bei ihnen schlie\u00dflich M\u00fcdigkeit und sie h\u00e4tten sich sicher gerne eine ruhige Fahrt und etwas Schlaf gew\u00fcnscht. Wenn der Wind g\u00fcnstig w\u00e4re, h\u00e4tte es gereicht, das Segel zu setzen und nach 1 oder 2 Stunden Fahrt h\u00e4tten sie schon zu Hause sein k\u00f6nnen. Aber an diesem Abend war es ganz anders. Keiner von ihnen konnte ein Auge zutun, weil der Gegenwind ihre Fahrt sehr erschwerte. Sie mussten rudern und noch dazu Wasser aus dem Boot heraus sch\u00f6pfen. Pitsch nass waren sie und es gab kein Zeichen, dass der Wind sich legte. Im Kapitel 8 waren sie schon einmal in einer \u00e4hnliche Lage, aber da war Jesus bei Ihnen gewesen. Sie konnten Jesus wecken, als sie nicht mehr konnten, indem sie sagten: \u201eHerr, Hilf uns, wir kommen um!\u201c Aber dieses Mal war er nicht dabei. Sie mussten allein zurechtkommen.<\/p>\n<p>Es war die vierte Nachtwache, etwa 3 Uhr nachts. Eine Uhrzeit, zu der sie l\u00e4ngst schlafen sollten, aber nicht konnten. Es war die Zeit, in der bei den J\u00fcngern die Kraft nachlie\u00df und sie nicht weiter in der Lage waren, gegen dem Wind zu k\u00e4mpfen. Es war die Zeit, in der sie mit Murren und Entt\u00e4uschung gegen\u00fcber Jesus innerlich verzagt waren, der sie allein losschickte. Es war die Zeit, dass sie langsam die Hoffnung verloren, noch aus ihrer schwierigen Lage heraus kommen zu k\u00f6nnen. Sie waren v\u00f6llig hilflos und litten unter Todesangst. In der Zeit ihrer Hoffnungslosigkeit und ihrer v\u00f6lligen Niederlage, kam Jesus zu ihnen. Warum so sp\u00e4t? Hier wird \u00fcber Jesu Absicht nichts erw\u00e4hnt. Aber im Joh 11,15a kam Jesus auch zu sp\u00e4t zur Hilfe f\u00fcr Maria und Marta, als Lazarus gestorben war. Da sagte er: \u201eIch bin froh um euretwillen, da\u00df ich nicht dagewesen bin, damit ihr glaubt.\u201c<\/p>\n<p>Jesus kam zur Hilfe und zwar auf eine sehr ungew\u00f6hnliche Weise, n\u00e4mlich zu Fu\u00df auf dem Wasser. Warum kam er auf diese Weise? Weil es kein Boot am Ufer gab? Weil die Zeit knapp war? Wir wissen es nicht. Eins aber wissen wir, dass er sich selbst bisher nie auf dieser Weise offenbart hatte. Es war eine m\u00e4chtige Demonstration seiner Macht. Er lie\u00df sich von den J\u00fcngern sehen, als er auf dem Wasser ging. Er lie\u00df sie sehen, wer er ist. Wie dramatisch war es! Der Herr stand auf dem Wasser. An der Reaktion der J\u00fcnger zeigte sich, dass sie unvorbereitet waren, seine Hilfe zu empfangen. Sie erschraken und schrien: \u201eEs ist ein Gespenst!\u201c Zwar war es stockfinster, so dass sie Jesus nicht deutlich erkannten, aber sie nahmen gerade alles negativ wahr. Sie waren v\u00f6llig in ihrer Furcht gefangen. Sie hatten Panikattacken.<\/p>\n<p>Sehen wir den Vers 27 an: \u201eAber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin&#8217;s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c Jesus kam zu ihnen, und zwar um ihnen zu helfen. Jesus verga\u00df sie nicht und \u00fcbersah ihr Problem nicht. Jesus wusste Bescheid, wann und wie er ihnen helfen sollte. Wir vergessen, mit Jesus zu rechnen, aber Jesus ist da, wann immer wir ihn brauchen. Jesus redete \u201eSeid getrost, ich bin&#8217;s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c Jesus half ihnen nicht zuerst, eine Blockade gegen den Wind aufzustellen, sondern er half ihnen, die Tatsache wahrzunehmen, dass er bei ihnen war. Es ist der Trost von uns Gl\u00e4ubigen, dass Jesus bei uns ist. Jesus ist unser engster Freund, der Jahrzehnte mit uns zusammen ist und unsere Schw\u00e4chen und Probleme kennt. Er ist der treuste Freund, der uns zur Hilfe kommt, wenn wir ihm darum bitten. Er ist der besondere Freund, weil er tut, was ich nicht tun kann. Jesu Wort \u201eIch bin\u00b4s\u201c half den J\u00fcngern, nicht nur Trost zu bekommen, sondern sich zu erinnern, dass er der souver\u00e4ne Herr ist. Sie erlebten schon einmal eine Seenot im Kapitel 8. Jesus bedrohte damals den starken Wind und das Meer und es wurde ganz still. Die J\u00fcnger sollten sich an Jesus erinnern. Wer ist Jesus? Hatten sie es nicht vor ein paar Stunden erlebt, dass er 5000 Menschen mit 5 Brote und zwei Fischen gespeist hatte?<\/p>\n<p>Wer ist Jesus, der zu seinen J\u00fcngern zur Hilfe gekommen ist und sagt: \u201eSeid getrost, ich bin&#8217;s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c Die Bootsfahrt ist vergleichbar mit unserem Glaubensleben. Unterwegs kann vieles passieren, obwohl man aus Glauben an ihn mit der Fahrt begonnen hat. Manche erleben wie die J\u00fcnger Seenot und manche k\u00e4mpfen dabei, um zu \u00fcberleben. Manche k\u00f6nnten dabei meinen, dass man schon verloren hat und dass es schon zu sp\u00e4t ist. H\u00f6ren wir ganz genau die Stimme Jesu in unserem Text: \u201eSeid getrost, ich bin&#8217;s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c Vergewissern wir uns, dass Jesus bei uns ist und dass Jesus der souver\u00e4ne Herr ist. Seine N\u00e4he erleben wir nicht nur in der guten Zeit, sondern auch in Not.<\/p>\n<p>Jesus ist mein guter Hirte in meinem Glaubensleben. Ich bin ihm durch das Bibelstudium aus dem Johannesevangelium begegnet. Er, der einer samaritischen Frau geholfen hat, kannte auch mein inneres verborgenes Durstproblem. Er f\u00fchrte mich, indem er mir geistliche Hoffnung und seine Verhei\u00dfung durch das 1. Buch Mose gab, wie er es bei Abraham getan hat. \u201eDu sollst ein Vater vieler V\u00f6lker werden!\u201c Er stellte mich in seiner Liebe wieder her, als ich mein Herz verschloss und ihn verlie\u00df, indem er mir die selbe Frage wie Petrus in Johannes 21 stellte \u201eHast du mich lieb? Weide meine Schafe!\u201c Obwohl ich als ein Missionar in Deutschland war, mu\u00dfte ich erkennen, da\u00df ich keine Liebe zu den anvertrauten Menschen hatte. Ich f\u00fchlte mich da sehr elend, weil ich dieser Aufgabe unw\u00fcrdig war. Gott erwies seine Liebe zu mir durch sein Wort aus R\u00f6m 5,8. \u201eGott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus f\u00fcr uns gestorben ist, als wir noch S\u00fcnder waren.\u201c Wie kann ich alles aufz\u00e4hlen, was mein Hirte Jesus in meinem Leben gewirkt hat? Mal als Ermutigung, mal als Tadel. Mal durch Ereignisse und mal durch Menschen hat und vor allem durch sein Wort hat Jesus sich auf meinem Weg offenbart. Ihr, die ihr hier seid, seid meine Freunde, aber die l\u00e4ngste Freundschaft habe ich mit Jesus. In meinem Leben habe ich noch einige ungel\u00f6sten Probleme und dies verursacht mir Furcht und Panik. Ich bin darin aber nicht verzweifelt, sondern gewiss, dass mein Hirte, mein Freund dabei sein wird, um mich zu begleiten. Ich bin sicher, dass er zuletzt mich mit dem selben Wort besuchen wird, wenn er wieder kommt: \u201eSeid getrost, ich bin&#8217;s; f\u00fcrchtet dich nicht!\u201c Ja, Du bist es, mein Hirte und mein Freund!<br \/>\nKomm her! (28-36)<\/p>\n<p>Im Text erleben wir eine erstaunliche Reaktion von Petrus. Er sagte zu Jesus im Vers 28: \u201eHerr, bist du es, so befiehlt mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.\u201c Sein Wort klang im ersten Moment unverst\u00e4ndlich. Warum sollte er auf dem Wasser gehen wollen? Das Meer hatte Petrus und den J\u00fcnger eben noch furchtbare Angst bereitet. Obwohl sie im sicheren Boot waren, f\u00fchlten sie sich unsicher, wenn es windig und st\u00fcrmisch war. Petrus, ein ehemaliger Fischer, wu\u00dfte, dass das Boot nicht den ultimativen Schutz bieten konnte. Es war im Vergleich zum wilden See winzig und zerbrechlich. Er konnte sich auf das Boot nicht verlassen. Nun stand vor seinen Augen Jesus gerade auf dem Wasser. Er ist der Herr \u00fcber die Naturgewalt, \u00fcber die physikalischen Gesetze, der Herr \u00fcber alle Natur, der Sch\u00f6pfergott. Die tobenden Wellen und der starke Wind st\u00f6rten ihn nicht. Er stand fest und sicher trotz allem. Es war irre! Petrus zitterte im Boot. Jesus tr\u00f6stete ihn auf dem tobenden Wasser! Die J\u00fcnger waren ersch\u00f6pft von dem Kampf, aus dem Boot das Wasser zu sch\u00f6pfen. Jesus stand friedlich darauf. Petrus sch\u00e4tzte die modernen Boote wert, wenn sie an ihm vorbei fuhren. Sie sahen so aus, als ob sie ihm Sicherheit und Annehmlichkeit liefern k\u00f6nnten. Hier angesichts Jesus erkannte er aber, dass ein modernes Boot nicht zu vergleichen ist mit der Anwesenheit Jesu. In ihm gibt es die ultimative Sicherheit und den wahrhaftigen Frieden. Er begriff hier, da\u00df es die sicherste Zuflucht allein in Jesus gibt. Er wurde von der m\u00e4chtigen Offenbarung Jesu \u00fcberw\u00e4ltigt. Er bekam den starken Wunsch, bei ihm zu sein. \u201eHerr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.\u201c<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 29 \u201eUnd er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.\u201c Jesus sprach im Vers 29: \u201eKomm her!\u201c Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Einen Schritt nach dem andern. Langsam stieg er aus dem Boot und trat auf das Wasser. Schlie\u00dflich verlie\u00dfen seine beiden Beine das Boot ganz. Er stand auf dem Meer und machte Schritte zu Jesus. Der See Genezareth war ihm nun nicht mehr das tiefe und ungewisse Meer, sondern ein fester Grund. Das Wasser, das ihn vom Boot heraus und in die Tiefe zu saugen drohte, st\u00fctzte seine F\u00fc\u00dfe und er \u00fcberwand seine Angst vor dem Wasser. Hier machte er eine neue und dramatische Erfahrung des Glaubens. Solange er auf Jesus sah, konnte er auf dem Wasser gehen. Er kam durch Jesus, der auf dem Wasser stand, in die weitere Welt des Glaubens hinein.<\/p>\n<p>Was ist unser Boot, auf dem wir f\u00fcr uns eine sichere Fahrt haben wollen und das aber doch vor den Gefahren nicht stand h\u00e4lt? Geraten wir auf diesem Boot nicht ebenso in Panik und Not, wie die J\u00fcnger? Manche denken, dass ihre Ersparnisse ihr Leben sichern w\u00fcrden oder manche halten die gute Ausbildung oder eine gute Arbeitsstelle f\u00fcr ihr sicheres Boot. Wenn jemand weder Geld noch Karriere h\u00e4tte, w\u00e4re er schon verloren? Als Mose die Schafe seines Schwiegervaters h\u00fctete, sah sein Leben nicht besonders erfolgreich aus, obwohl er sein Leben f\u00fcr sein Volk entschieden hat, anstatt als Sohn der Tochter des Pharao zu gelten. Sein Leben war tief am Boden. Gott erschien ihm gerade in dieser Zeit in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Da offenbarte ihm Gott seinen Namen in 2.Mose 3,14a: \u201eIch werde sein, der ich sein werde.\u201c Mose begegnete Jahwe und im Glauben an Gott f\u00fchrte er sein Volk aus \u00c4gypten. Er schrieb dadurch eine neue Geschichte der Menschheit. Angst zu \u00fcberwinden und die widrige Lage zu \u00fcberstehen h\u00e4ngt nicht davon ab, wie gut unser Boot ist, sondern davon, ob wir Jesus als dem Herrn und als dem Sch\u00f6pfergott begegnen.<\/p>\n<p>Doch es zeigte sich gleich ein Problem. Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken. Bis dahin hatte Jesus die Winde nicht still gemacht. Wind auf dem offenen Meer verursacht die Wellen. Und die Wellen bringen alles auf dem Wasser in Schwankung. Hier geschah aber nicht nur die Schwankung seiner Balance, sondern es gab auch eine innere Schwankung. Im Vers 30 steht, dass er aber den starken Wind sah. Er hatte bis dahin auf Jesus gesehen, der auf dem Wasser fest stand. Er hatte auf Jesus gesehen, der der souver\u00e4ne Herr \u00fcber die Natur ist. Als seine Augen langsam nach links schauten, woher die n\u00e4chste Welle kam, erschrak er. Seine innere Stimmung ver\u00e4nderte sich dabei. Zeitgleich wurde er wieder von Furcht ergriffen. Seine Augen, die auf Jesus fixiert waren, wurden abgelenkt, zu den Wellen, die auf ihn zukamen. Sein Vertrauen zum Herrn verschwand im Nu. Und die Angst \u00fcberw\u00e4ltigte ihn wieder v\u00f6llig. Er begann zu sinken. Normalerweise wird man sofort in die Tiefe des Wassers sinken, wenn man dagegen nichts tut. Keine Zeit zu schreien \u201eHil&#8212;-f\u201c und ins Wasser. Hier geschah anscheinend ein langsamer aber stetiger Untergang. Je mehr er das Vertrauen auf Jesus verlor und je mehr er von Furcht ergriffen wurde, desto tiefer sank er ins Wasser. Knie, H\u00fcfte, Brust und schlie\u00dflich der Mund. Kurz davor konnte er noch schreien: \u201eHuuuuh! Herr, hilf mir!\u201c Nur seine H\u00e4nde patschten noch auf der Oberfl\u00e4che des Wassers herum. Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn zur Rettung. Jesus sprach zu ihm: \u201eDu Kleingl\u00e4ubiger, warum hast du gezweifelt?\u201c<\/p>\n<p>Jesus sagte nicht: \u201ePardon, Ich wu\u00dfte nicht, dass du ein Nichtschwimmer bist?\u201c Jesus sagte \u201eDu Kleingl\u00e4ubiger!\u201c Jesus nahm zum Problem nicht seine Schwimmleistung, sondern seinen Mangel an Glauben. Er konnte die Schritte auf dem Wasser machen, weil er auf Jesus vertraute. Angesichts der \u00fcberw\u00e4ltigenden Offenbarung Jesu, der auf dem Wasser stand, hatte er den praktischen Glauben gefasst, dass er wie Jesus auf dem Wasser gehen w\u00fcrde. Er fing aber an, zu sinken, weil er auf den Wind sah. Er sah nicht nur Wind, sondern er verlor dabei den Glauben. Als er um sich herum Bemerkung machte, konnte er sich nicht mehr darauf konzentrieren, zu Jesus aufzusehen, sondern er schaute noch auf die anderen Faktoren. Der Wind, die Wellen, der unberechenbare See Genezareth, das Boot, das nicht mehr in seiner N\u00e4he war und die Tatsache, dass er bis vor kurzem unter Todesangst gefangen war. Hier war sein Zweifel nichts anders als die Wahrnehmung seiner Lage ohne Jesus. Der Zweifel entstand aus der Erkenntnis \u00fcber sich selbst ohne die Erkenntnis, wer Jesus ist. Es ist wahr, dass jeder ohne den Glauben an die Vergebung Jesu und ohne die Gnade Gottes ein hilfloser S\u00fcnder ist, der sich hinter einem Baum verstecken mu\u00df aus Scham \u00fcber sein nacktes Gesicht, aus Angst davor, als schuldig entdeckt zu werden, voll von grundlosem Stolz und Ausreden usw. Zweifel verursachte bei Petrus nicht nur hier, da\u00df er ins Wasser sinken mu\u00dfte. Er musste sp\u00e4ter auch vor einer Magd seinen geliebten Herrn verleugnen. \u201eIch kenne ihn nicht!\u201c Der Zweifel zerst\u00f6rte seine Nachfolge ganz und gar. Zweifel k\u00f6nnte einen starken Mann einfach ohnm\u00e4chtig auf dem Boden fallen lassen. Hier erlebte Petrus sowohl die Wirkung des Glaubens als auch die seines Zweifels.<\/p>\n<p>Hier wird es deutlich, dass es allein durch den Glauben m\u00f6glich ist, den Weg der Nachfolge zu gehen. Petrus fing an, seine Schritte aus Glauben zu machen. Auf dem Wasser stand er aus dem Glauben an den allm\u00e4chtgen Herrn. Angesichts des starken Windes, sollte er standhaft im Glauben sein. Unter seinen F\u00fc\u00dfen lag nicht sein K\u00f6nnen, sondern sein pers\u00f6nlicher Glaube. Er st\u00fcnde weiter auf dem Wasser aus dem Glauben. Im Leben von Abraham sehen wir dieselbe Sache. Als er als Quelle des Segens von Gott berufen wurde, machte er sich auf den Weg zu der unbekannten Welt, indem er sein Vaterland verlie\u00df. Seinem hohen Alter und seiner Kinderlosigkeit trotzte er, indem er an die Verhei\u00dfung Gottes glaubte. Im Laufe der Jahre verlor er aber seinen pers\u00f6nlichen Glauben an Gottes Verhei\u00dfungswort und an die Person Gottes. Er wollte seinen Knecht zu seinem Erben machen. Gott ermutigte ihn und gab ihm wieder sein Wort: \u201eSieh gen Himmel und z\u00e4hle die Sterne; kannst du sie z\u00e4hlen? So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!\u201c Und Abraham glaubte dem Herrn. Abraham wurde zum Vater vieler V\u00f6lker, indem er nicht auf sein hohes Alter und auf die Unfruchtbarkeit von Sara sah, sondern an das Verhei\u00dfungswort glaubte.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht auf dem Wasser laufen. Wir k\u00f6nnen vielleicht sogar nicht einmal gut schwimmen. Ich kann niemanden zur Bekehrung f\u00fchren. Ich habe sogar Schwierigkeiten, selbst zur Bu\u00dfe zu kommen. Wieso konnte Petrus doch auf Wasser gehen? Wieso habe ich ein Hirtenleben angefangen? Deswegen, weil er, ich und wir Jesus und seine Offenbarung pers\u00f6nlich erlebt haben und durch den pers\u00f6nlichen Glauben allein auf ihn schauen. Jesus zeigt sich und offenbart sich in unseren Leben, sowohl in der guten Zeit als auch in Not. Er hilft uns dabei, unseren Glauben zu st\u00e4rken. M\u00f6ge Gott uns helfen, zu Jesus aufzusehen. M\u00f6ge Gott unseren Glauben st\u00e4rken, auf dem Wasser zu gehen, in der pers\u00f6nlichen Nachfolge, im Familienleben und in seiner Mission.<\/p>\n<p>Sehen wir uns die Verse 32 und 33. \u201eUnd sie traten in das Boot, und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!\u201c In dieser Nacht waren alle bestimmt m\u00fcde. Doch waren sie nicht mehr vom Wetter oder von der Uhrzeit abh\u00e4ngig. Ihre Erkenntnis \u00fcber Jesus trieb sie dazu, vor Jesus zu knien. Sie beteten ihn mit dem Bekenntnis an: \u201eDu bist wahrhaftig Gottes Sohn!\u201c Alle 12 J\u00fcnger wurde von dem Glauben erf\u00fcllt und sie wurden dadurch gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Heute erfahren wir die m\u00e4chtige Offenbarung Jesu. Wir haben auch die J\u00fcnger gesehen, wie der Glaube sowohl ihre innere Stimmung als auch ihr Tat ver\u00e4nderte. Wie hat sich Jesus bei dir offenbart? Kannst du in der Nachfolge auf diesen Jesus immer wieder schauen? Das soll dein Glaube sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus und Petrus auf dem See \u201eUnd er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.\u201c (Matth\u00e4us 14,29) Kann jemand unter euch nicht schwimmen? Wer kann dann gut schwimmen? Ist jemand unter euch auf dem offenen Meer geschwommen? 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