{"id":3741,"date":"2016-01-10T11:00:47","date_gmt":"2016-01-10T10:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3741"},"modified":"2025-05-25T20:19:05","modified_gmt":"2025-05-25T18:19:05","slug":"predigt-lukas-141-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-141-24\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 14,1 -24"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Lk-P14-0124.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Am Tisch des K\u00f6nigs<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eEr aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein gro\u00dfes Abendmahl und lud viele dazu ein.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Lukas 14,16<\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jeder von uns hatte bestimmt schon einmal peinliche Momente am Esstisch. Da gibt es zum Beispiel die richtig gro\u00dfen Pannen: auf der Encounter Konferenz im letzten Sommer, hatte ich es geschafft, mir einen gesamten Teller Spaghetti mit So\u00dfe \u00fcber mein T-Shirt und meine Hose zu kippen. Dann gibt es nat\u00fcrlich auch dezentere Pannen. Wie wir alle wissen, gibt es am Tisch viele Benimmregeln. Pannen entstehen, wenn man durch sein Verhalten bei Tisch gegen diese Regeln verst\u00f6\u00dft. Weil wir eine multikulturelle Gemeinde sind, haben wir das bestimmt schon mal erlebt. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was ist mit Schl\u00fcrfen? In vielen asiatischen L\u00e4ndern m\u00fcssen Suppen und Nudeln geschl\u00fcrft werden. Das ist wichtig, vor allem weil manche Suppen sprichw\u00f6rtlich brodelnd hei\u00df am Tisch serviert werden. Durch das Schl\u00fcrfen wird Luft miteingesogen. Das k\u00fchlt die Suppe oder die Nudeln oder beides. Und durch die Luft entfaltet sich das Aroma besser. Aber in Deutschland gibt es ein Schl\u00fcrfverbot am Tisch und ein Schmatzverbot. Wie reagieren also durchschnittliche Mitteleurop\u00e4er, wenn sie mit einem Asiaten zu Tisch sitzen, der dann anf\u00e4ngt, richtig laut zu schl\u00fcrfen? Genau. Sie denken sich: \u201eWas f\u00fcr ein Barbar. Niemand hat ihm Tischmanieren beigebracht.\u201c Aber umgekehrt gilt, dass wenn man sich in Korea bei Tisch so richtig herzhaft die Nase schn\u00e4uzt, man eindeutig ein R\u00fcpel ist. Benimmregeln sind also eine kulturelle Sache. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ganz offensichtlich sind Tischmanieren nicht das Thema der heutigen Predigt. Aber habt ihr euch jemals gefragt, warum es um das Essen herum am Tisch so viele Regeln gibt? Die einzige plausible Erkl\u00e4rung, die ich habe, ist folgende: der Tisch ist wichtig. Es geht am Tisch mehr als nur um Nahrungsaufnahme. Es geht um sozialen Austausch, um tiefe Gemeinschaft, es geht um Beziehungen, es geht um qualitativ hochwertige und wichtige Zeit, die man zusammen verbringt, es geht ums angenommen werden. Der Tisch in der K\u00fcche ist vielleicht der wichtigste und intimste Ort der Familie; der Ort an dem die wichtigsten Gespr\u00e4che gef\u00fchrt werden. Ein Prediger, den ich sehr mag, erz\u00e4hlte davon, wie er sich danach sehnte, mit seiner Familie in Ruhe Gemeinschaft am Tisch zu haben, ohne dass die Kinder kleckerten, ohne dass sie etwas runterschmissen oder dass es Geschrei gab. Er meinte, dass er sich ganz genau daran erinnern kann, als es endlich so weit war. Und er sagte: \u201eDer J\u00fcngste war 21 Jahre alt.\u201c <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Tisch spielt auch in der Bibel eine wichtige Rolle, vor allem im Lukasevangelium. Alle drei Abschnitte, die wir heute betrachten, haben etwas mit der Gemeinschaft am Tisch zu tun. In keinem Evangelium wird so h\u00e4ufig erw\u00e4hnt, dass Jesus zu Tisch sa\u00df. Es wird so h\u00e4ufig erw\u00e4hnt, dass N.T. Wright kommentierte, dass man das christliche Leben mit einem Fest (am Tisch) vergleichen kann. Letzte Woche wurde das christliche Leben mit einem Marathonlauf verglichen. Heute vergleichen wir es mit einem k\u00f6niglichen Festmahl. Beides ist biblisch. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Was lernen wir dann also \u00fcber den Tisch Jesu, den Tisch des K\u00f6nigs? Der Text heute lehrt uns, dass Jesu Tisch ein Tisch der Barmherzigkeit ist, der Demut, der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und der Gnade. Oder etwas ausf\u00fchrlicher gesagt: erstens, <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>am Tisch des K\u00f6nigs erfahren wir \u00fcberraschende Barmherzigkeit<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">; zweitens, <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>die G\u00e4ste des K\u00f6nigs m\u00fcssen dem\u00fctig sein<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">; drittens, <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>die G\u00e4ste sind radikal gro\u00dfz\u00fcgig<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">; viertens, <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>der Zutritt zum Tisch geschieht allein aus Gnade<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">. Das sind die vier Punkte der Predigt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Erstens, wir erfahren \u00fcberraschende Barmherzigkeit<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">In Vers 1 finden wir zwei Angaben \u00fcber das Wann und Wo von unserem Text. Wir lesen: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eUnd es begab sich, dass er an einem Sabbat in das Haus eines Oberen der Pharis\u00e4er kam, das Brot zu essen, und sie belauerten ihn.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> \u00dcber das Wann erfahren wir, dass es an einem Sabbat war. \u00dcber das Wo erfahren wir, dass Jesus bei einem Pharis\u00e4er zum Essen eingeladen war. Unser Text sagt, dass der Pharis\u00e4er einer der Oberen war. Falls ihr euch fragt, warum ein Pharis\u00e4er Jesus zum Essen einlud: es war damals \u00fcblich, dass man wandernde Rabbis nach dem Gottesdienst in der Synagoge zum Essen einlud. Zum Essen eingeladen zu sein und gemeinsam das Brot zu brechen, klingt eigentlich nach einem fr\u00f6hlichen und netten Anlass. Aber ganz offensichtlich ist das hier nicht der Fall. Wir lesen, dass Jesus belauert wurde. Jesus stand unter Beobachtung. Die Atmosph\u00e4re war nicht freundlich, sondern vergiftet. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Grund der Beobachtung erfahren wir in Vers 2. Ebenfalls zu Gast im Haus war ein kranker Mensch, der vor Jesus stand in der Erwartung geheilt zu werden. Luther nennt die Krankheit Wassersucht. Wahrscheinlich war das ein \u00d6dem, eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Ansammlung von Wasser in Geweben. Manche von diesen \u00d6demen wurden durch Herzfehler verursacht. Das ist die dritte Begebenheit in Lukasevangelium, wo Jesus einen Menschen am Sabbat heilt. Jedes Mal war die Heilung am Sabbat Grund zu einem Konflikt mit dem religi\u00f6sen Leitern des Landes. Das war dieses Mal nicht anders. Jesus ging das Ganze pro-aktiv an: \u201eIst es erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?\u201c Das Wort \u201eerlaubt\u201c bedeutet so viel wie \u201erechtm\u00e4\u00dfig\u201c, konform mit dem Gesetz. Die Antwort ist ziemlich offensichtlich. Die Traditionen der Juden erlaubte es nicht, am Sabbat zu heilen. Aber in Moses Gesetz stand nichts dergleichen. Deshalb hatten die Pharis\u00e4er nichts mehr zu melden. W\u00e4hrend sie schwiegen, heilte Jesus den Menschen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Vers 5: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eUnd er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in den Brunnen f\u00e4llt und der ihn nicht alsbald herauszieht, auch am Sabbat?\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Bei den Juden gab es die Regel, dass medizinische Eingriffe am Sabbat nur dann zul\u00e4ssig waren, wenn akute Lebensgefahr bestand. Aber wenn ein Kind in den Brunnen f\u00e4llt, dann w\u00fcrde kein Mensch argumentieren: \u201eAch wisst ihr, der Brunnen ist nicht so tief. Das Kind ist nicht in akuter Lebensgefahr. Wir warten bis zum Sonnenuntergang, wenn der Sabbat vorbei ist, und dann holen wir es raus.\u201c Ein solches Verhalten w\u00fcrden sie noch nicht einmal an den Tag legen, wenn eines ihrer Tiere in den Brunnen fallen w\u00fcrde. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Als Jesus bei dem ranghohen Pharis\u00e4er zu Gast war, lauerten die Menschen darauf, ob Jesus sich an die Tischregeln hielt. Es ging um die Frage, ob Jesus annehmbar ist; ob er sich politisch korrekt verh\u00e4lt; ob mit ihm am Ende des Tages vielleicht doch noch gut Kirschen essen ist, auch wenn das unwahrscheinlich schien. Jesus brach die Regeln konsequent. Oder anders gesagt, Jesus brachte ganz andere Tischmanieren mit, n\u00e4mlich die vom Gottes Reich. Was lernen wir dann \u00fcber Gottes Reich? Die religi\u00f6sen Leiter hatten Sabbat zu einem Tag gemacht, an dem alle Aktivit\u00e4ten eingefroren wurden, egal wie gro\u00dfz\u00fcgig und moralisch gut sie sind. Jesus zeigt uns, dass er auch am Sabbat barmherzig ist. F\u00fcr diese Barmherzigkeit setzte er sein Leben aufs Spiel, in dem er zum Staatsfeind Nummer 1 der M\u00e4chtigsten des Landes wurde. Und weil Jesus einen nicht lebensgef\u00e4hrlich erkrankten Menschen am Sabbat heilte, d\u00fcrfen wir wissen, dass bei Jesus jeden Tag ein Tag der Barmherzigkeit ist. Der erste Punkt ist, dass wir an Jesu Tisch immer und zu jederzeit Barmherzigkeit finden. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zweitens, am Tisch werden wir angehalten, dem\u00fctig zu sein<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jesus beobachtete, wie etliche G\u00e4ste versuchten \u201eobenan\u201c zu sitzen. Historiker gehen davon aus, dass die Sitzordnung bei wichtigen Festessen U-f\u00f6rmig war. Am oberen Ende sa\u00df der Gastgeber, neben ihm seine wichtigsten G\u00e4ste. Je weiter man weg sa\u00df, desto unwichtiger war man. Vielleicht haben wir bei wichtigen Gesch\u00e4ftsessen ebenfalls diesen Eiertanz beim Platznehmen miterlebt. Bei mir in der Firma gibt es beim Weihnachtsessen regelm\u00e4\u00dfig dieses Hin- und Her um die besten Pl\u00e4tze. Was sind gute Pl\u00e4tze? Auf keinen Fall mit dem Chef, nicht so gerne mit Kollegen aus den unteren Etagen, am besten mit Leuten, mit denen man sich gut versteht ohne die Kollegen, die durch Nerven aus der Reihe tanzen. Sowohl bei den Menschen bei Jesus als auch in der Firma, geht es vor allem um Status und um Beliebtheit. Jesus beobachtete dieses Schaulaufen. Und dann erz\u00e4hlte er den G\u00e4sten ein Gleichnis. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Verse 8 und folgende: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eWenn du von jemanden zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht obenan; denn es k\u00f6nnte einer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann kommt der, der dich und ihn eingeladen hat, und sagt zu dir: Weiche diesem!, und du musst besch\u00e4mt untenan sitzen. Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setz dich untenan, damit, wenn der kommt, der dich eingeladen hat, er zu dir sagt: Freund, r\u00fccke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allem, die mit dir zu Tisch sitzen.\u201c <\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Diese Worte klingen nicht so sehr nach einem Gleichnis. Es klingt eher wie ein gut gemeinter Ratschlag, um m\u00f6glichst peinliche Situationen und Dem\u00fctigungen vor anderen Menschen zu entgehen. Aber Jesus schlie\u00dft diese Worte ab mit der Schlussfolgerung: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201cDenn wer sich selbst erh\u00f6ht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erh\u00f6ht werden.\u201c <\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was bedeutet das im Bezug auf Jesu Tisch? Jesus erkl\u00e4rt hier nicht einfach Regen und soziale Konventionen. Jesus erkl\u00e4rt, wer diejenigen sind, die Zugang finden zum Tisch des wahren K\u00f6nigs und wer nicht. Die Stolzen sind diejenigen, die mit ihren guten Werken, mit ihren Errungenschaften, mit ihren Leistungen zu Jesus kommen. Sie werden erniedrigt. Die Dem\u00fctigen sind diejenigen, die zum Tisch Jesu kommen, und nichts vorzuweisen haben. Sie werden angenommen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Martin Boos war ein katholischer Erweckungsprediger (muss kein Widerspruch sein) aus dem Allg\u00e4u im 18. Jahrhundert. In der katholischen Kirche gibt es die Beichte. Was passiert, wenn das Evangelium und der Heilige Geist bei einer katholischen Beichte ihre ganze Kraft und Herrlichkeit entfalten? Martin Boos sa\u00df zu Hause und h\u00f6rt ein Klopfen. Sofort hat er den Eindruck, dass diese Person Jesus sucht. Es war eine Frau die beichten sollte. Sie war ihr ganzes Leben schon in der Kirche. Sie hatte schon fr\u00fcher oft gebeichtet. Aber sie hatte die ganze Nacht nicht schlafen k\u00f6nnen und kam v\u00f6llig aufgel\u00f6st und sagte: \u201eIch brauche Jesus, den ich durch meine S\u00fcnden verloren habe.\u201c Unter Tr\u00e4nen beichtet die Frau, dass sie durch alle 7 Tods\u00fcnden Jesus gekreuzigt hat. Boos fragt sie, ob sie wei\u00df, dass sie vor Gott nichts hat au\u00dfer S\u00fcnde. Sie antwortet mit ja. Dann fragt er sie, ob sie daran glaubt, dass sie nur durch Jesus gerettet wird. Daraufhin sagt sie voller Freude: \u201eJa!\u201c Martin Boos sagt zu ihr: \u201eSteh auf. Dein Glaube hat dir geholfen.\u201c <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und genau das ist es, was Demut ausmacht. Wir haben vor K\u00f6nig Jesus nichts weiter als unsere S\u00fcnde. Nur wenn wir in Demut zum Tisch des K\u00f6nigs kommen, finden wir Annahme. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Drittens, die G\u00e4ste des K\u00f6nigs sind radikal gro\u00dfz\u00fcgig<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Jesus lehrte weiter: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eWenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Br\u00fcder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn ein, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir vergolten wird; sondern wenn du ein Gastmahl machst, so lade Arme, Kr\u00fcppel, Lahme, Blinde ein, so wirst du gl\u00fcckselig sein; denn weil sie es dir nicht vergelten k\u00f6nnen, wird es dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Kurze Frage an euch: wer von euch glaubt, dass man die Bibel wortw\u00f6rtlich nehmen muss? (Ich werde diese Frage n\u00e4chste Woche wiederholen). Die richtige Antwort auf diese Frage lautet, dass die Worte, die w\u00f6rtlich verstanden werden sollten, w\u00f6rtlich genommen werden m\u00fcssen. Die Worte, die nicht w\u00f6rtlich verstanden werden sollen, d\u00fcrfen nicht w\u00f6rtlich genommen werden. Hier ist ein gutes Beispiel f\u00fcr ein Wort aus der Bibel, das nicht w\u00f6rtlich genommen sollte. Jesus meinte hier nicht, dass es S\u00fcnde ist, wenn man seine Freunde, Br\u00fcder, Verwandte oder reiche Nachbarn einl\u00e4dt. Er meinte, dass wir nicht <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>nur<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> unsere Freunde, Familie und die Reichen einladen sollen, sondern auch die Armen, die Kr\u00fcppel, die Lahmen, die Blinden. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bevor wir fortfahren, m\u00fcssen wir etwas Wichtiges verstehen. Ein Gastmahl zu schmei\u00dfen war damals eine kostspielige Sache. Normalerweise w\u00fcrde der Gastgeber Leute einladen, die einen hohen sozialen Status hatten, die es in der Gesellschaft zu etwas gebracht hatten, die angesehen werden. Diese Mahlzeiten erf\u00fcllten eine \u00e4hnliche Rolle wie Gesch\u00e4ftsessen. Die Eingeladenen revanchierten sich mit Gefallen ihrerseits, sei es gesellschaftlich oder politisch oder mit Handel oder mit Geschenken. D.h., die Mahlzeiten kosteten zwar richtig viel Geld, aber sie rentierten sich normalerweise. Die G\u00e4ste zahlten es ihrem Gastgeber immer zur\u00fcck. Als Jesus sagte, dass die Gastgeber Menschen einladen sollten, die nie in der Lage w\u00e4ren, zur\u00fcck zu bezahlen, muss das f\u00fcr die Zuh\u00f6rer ein Schock gewesen sein. In ihren Ohren machte das \u00fcberhaupt keinen Sinn! Welchen Nutzen h\u00e4tte dann ein solches Gastmahl? Ganz klar, es hatte \u00fcberhaupt keinen Nutzen f\u00fcr die Gastgeber. Sie h\u00e4tten richtig viele Kosten und w\u00fcrden darauf sitzen bleiben. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Noch einmal, welche Bedeutung hat der Tisch? Nat\u00fcrlich geht es am Tisch ums Essen. In der Stiftsh\u00fctte der Israeliten gab es einen Tisch. Auf diesem Tisch wurde jeden Tag frisches Brot zur Schau gestellt, die sogenannten Schaubrote. Es waren 12 Brote. Die Bedeutung der 12 Brote war folgende: an Gottes Tisch gab es immer genug zu essen f\u00fcr jeden der 12 St\u00e4mme Israels. Wir alle kennen und lieben den Psalm 23, wo es hei\u00dft: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eDu bereitest vor mir einen Tisch, im Angesichte meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit \u00d6l und schenkst mir voll ein.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Wenn wir diese Worte h\u00f6ren, dann stellen wir fest, dass der Tisch nicht einfach eine Errungenschaft menschlicher Zivilisation ist. Der gedeckte Tisch ist Gottes Erfindung f\u00fcr seine Kinder. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was bedeutet es, am Tisch zu sitzen? Wir hatten es vorher schon kurz erw\u00e4hnt: am Tisch zu sitzen bedeutet, angenommen zu sein; es bedeutet, ein Teil der Familie zu sein; es bedeutet, zu Hause zu sein; es bedeutet gesegnet zu sein; es symbolisiert das, was Dietrich Bonhoeffer mit seinem Buchtitel zum Ausdruck gebracht hat: \u201eGemeinsames Leben.\u201c Die Bedeutung von Mahlzeiten am Tisch k\u00f6nnen nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden. John Ortberg sagte: \u201eWenn ich an Liebe denke, dann muss ich an einen Tisch denken.\u201c Ich hoffe, dass das jede Familie bei uns kennt und zelebriert. F\u00fcr aufwachsende Kinder gibt es kaum etwas Wichtigeres und Pr\u00e4genderes.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jeder von uns an sich an besondere Momente am Tisch erinnern. Ich kann mich an unseren alten Familientisch erinnern, an dem ich aufgewachsen bin. (Papa sa\u00df immer am Ende der Eckbank; neben ihm sa\u00df J.; Mama sa\u00df Papa gegen\u00fcber; L., E. und ich an den anderen drei Pl\u00e4tzen). Das war unser Familientisch, an dem wir unsere Gemeinschaft hatten. Morgens war die Stimmung meistens eher schlecht, weil wir Kinder nicht so gut gelaunt waren. Abends war es dann meistens besser. Wenn ich an den Beginn unserer Gemeinde denke, dann muss ich an einen Tisch denken. Nicht den Tisch bei uns im Wohnzimmer, der als Gottesdienstraum diente, sondern der Tisch in der K\u00fcche, wo R., B. S. und B. S. regelm\u00e4\u00dfig Sonntags zu Abend a\u00dfen. Als Kind nimmt man Dinge anders war. Meine Eltern m\u00f6gen eine andere Sicht darauf haben, wie f\u00fcr sie die Gemeinde begann. Aber f\u00fcr mich waren das die Momente, wo ich unsere Gemeinde wirklich wachsen gesehen habe. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Momente, die mir in Boston bei den Y.s&nbsp; am lebhaftesten in Erinnerung bleiben werden, ist die Gemeinschaft, die wir am Tisch hatten: das Bibelstudium, das Essen, die herzliche Gemeinschaft, die Gespr\u00e4che, wie wir zusammen gelacht haben und die Tr\u00e4nen, die dort geflossen sind. Was dort am Tisch geschehen ist, war ein regelrechtes Wunder. Wir hatten das Ziel, das Evangelium mit an den Tisch zu nehmen. Und am Tisch wurde die frohe Botschaft von Jesus wirklich lebendig. Das Wort Gottes wurde in dieser Gemeinschaft wirklich lebendig unter uns. Als G. und ich nach Heidelberg kamen und als wir gefragt wurden, die Leitung im Hoffnungskreis zu \u00fcbernehmen, stand f\u00fcr uns fest, dass es einen Tisch geben muss. Wir hatten keine andere Wahl, als f\u00fcr unsere Freunde aus dem Kreis zu kochen. Wie soll man sonst Bibelstudium machen? G. und ich hatten im vergangenen Jahr viele wunderbare Momente an diesem Tisch. Und es war mir eine gro\u00dfe Freude zu h\u00f6ren, dass es anderen bei uns im Kreis \u00e4hnlich ging. \u201eWenn ich an Liebe denke, dann denke ich an einen Tisch.\u201c <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Welche Anwendung k\u00f6nnen wir dann mitnehmen, wenn Jesus uns dazu auffordert, dass wir die Armen und Kranken zum Tisch einladen sollen? Es ist Jesu Aufforderung, unsere Herzen und Wohnungst\u00fcren weit aufzutun. Jesus will von uns radikale Gro\u00dfz\u00fcgigkeit. Jesus will, dass die Tische bei uns in den Wohnungen Orte sind, wo andere Menschen Annahme und Aufnahme finden; wo andere Menschen die Bedeutung von gemeinsamen Leben erfahren; wo sie ein Teil der Familie werden; wo sie Jesu Liebe erfahren. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der zweite Punkt war, dass wir dem\u00fctigt sein m\u00fcssen; der dritte Punkt ist, dass wir radikal gro\u00dfz\u00fcgig sein sollen. Wie k\u00f6nnen wir das sein?<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Viertens, Jesu Tisch ist reine Gnade<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Die Antwort lautet, wir m\u00fcssen selbst zuerst G\u00e4ste am Tisch des K\u00f6nigs werden. Es gab einen Zwischenruf: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eSelig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Diese Aussage ist wahr. Aber Jesus scheint nicht darauf einzugehen, zumindest nicht direkt. Stattdessen erz\u00e4hlt er ein weiteres Gleichnis. Und eine der Hauptlehren von diesem Gleichnis scheint zu sein, dass viele Menschen von dem unglaublichen Privileg, am Tisch der K\u00f6nigs zu essen, keinen Gebrauch machen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Vers 16 und 17: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eEs war ein Mensch, der machte ein gro\u00dfes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit!\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Es gab zwei Einladungen. In der \u00dcbersetzung, die wir lesen, kommt das nicht ganz so deutlich heraus. Vers 16 erw\u00e4hnt, dass der Gastgeber viele G\u00e4ste zu seinem Mahl einlud. Er sandte seinen Boten aus. Die eingeladenen G\u00e4ste mussten dann auf die Einladung antworten, entweder verbindlich zusagen oder absagen. In Vers 17 sandte der Gastgeber seinen Boten noch einmal aus. Es war ein gro\u00dfes Gastmahl (das griechische Wort <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>mega<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> wird hier gebraucht), und die Vorbereitung war mit gro\u00dfem Aufwand verbunden. Au\u00dferdem gab es damals noch keine Armbanduhren, und zeitliche Absprachen waren grob. Das zweite Mal ging es darum die eingeladenen G\u00e4ste zu informieren, dass das Essen fertig war: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eKommt, denn es ist alles bereit!\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Und dann kam die gro\u00dfe \u00dcberraschung: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201esie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der zweite sprach: ich habe f\u00fcnf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Alle G\u00e4ste brachten Entschuldigungen vor. In Wirklichkeit waren das aber Ausreden. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Der Hausherr wurde w\u00fctend. Anstatt das ganze Festmahl in die Tonne zu treten, sandte er seinen Knecht aus, um auf den Stra\u00dfen und Gassen der Stadt die Armen, Verkr\u00fcppelten, Blinden, Lahmen zu rufen. Das sind genau die Menschengruppen, von denen Jesus sagte, dass seine Nachfolger sie einladen sollte. Der Saal wurde voll. Aber es waren immer noch freie Pl\u00e4tze an den Tischen. Vers 23: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eUnd der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstra\u00dfen und an die Z\u00e4une und n\u00f6tige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Und so ging der Bote auf die Landstra\u00dfen und in die Landhausstra\u00dfe und an die Z\u00e4une und lud die Armen und die Ausgesto\u00dfenen ein. Das Wort \u201en\u00f6tigen\u201c klingt ziemlich stark, und das ist es auch. Das griechische Wort kann auch mit \u201ezwingen\u201c \u00fcbersetzt werden, oder \u201ebedr\u00e4ngen\u201c. Der Hintergrund ist folgender: wie w\u00fcrden Arme und Kranke darauf reagieren, wenn es pl\u00f6tzlich hei\u00dft, dass der K\u00f6nig sie zum Essen einl\u00e4dt? Sie w\u00fcrden das entweder f\u00fcr einen schlechten Scherz oder f\u00fcr ein riesiges Missverst\u00e4ndnis halten. Sie waren die letzten Menschen, f\u00fcr die sich ein M\u00e4chtiger interessieren w\u00fcrde. Um diese Menschen an den Tisch zu bekommen, war richtige \u00dcberzeugungsarbeit notwendig. Und Jesus schloss das Gleichnis mit einem Wort ab, das ziemlich harsch klingt: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eDenn ich sage euch, dass keiner der M\u00e4nner, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Bevor wir uns Gedanken \u00fcber dieses Gleichnis machen, m\u00fcssen wir verstehen, wie das im originalen Kontext zu verstehen ist. Jesus erz\u00e4hlte dieses Gleichnis, nachdem ein Mann sagte: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eSelig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Jesus sagte mit seinem Gleichnis, dass das stimmt. Nat\u00fcrlich ist das unvorstellbare Freude, bei Gott und mit Gott feiern zu d\u00fcrfen. Nat\u00fcrlich bedeutet das Reich Gottes Herrlichkeit f\u00fcr alle, die eintreten d\u00fcrfen. Aber diejenigen, f\u00fcr die das Mahl eigentlich gedacht war, kamen nicht. Die Bedeutung ist eindeutig: Israel war eigentlich dazu bestimmt, am Tisch des K\u00f6nigs zu sitzen. Sie waren diejenigen, die urspr\u00fcnglich eingeladen waren. Aber als Jesus kam, lehnten sie ihn ab. Gott f\u00fcllt die Tische mit den Heiden, die erst \u00fcberzeugt werden m\u00fcssen, weil sie eigentlich an diesem K\u00f6nigstisch nichts verloren haben. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Was bedeutet das dann f\u00fcr uns? <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>Das Gleichnis lehrt den Zusammenhang zwischen Gnade und Demut<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">. Wir sind die Heiden, die unverhofft zu dem Privileg gekommen sind, am K\u00f6nigstisch sitzen zu d\u00fcrfen. Wir haben keine Qualifikationen, keine Leistungen und keine Errungenschaften, mit denen wir das verdient h\u00e4tten. Wie in dem Beispiel von Martin Boos sind wir diejenigen, die nichts vor Gott haben au\u00dfer unserer S\u00fcnde. Das hei\u00dft, dass das alles Gnade ist. Die Tatsache, dass wir eingeladen sind, ist Gottes unverdientes Geschenk an uns. Gnade wiederum l\u00e4sst sich nur dann annehmen, wenn man dem\u00fctig ist. Es gibt die Art von Geschenken, die Demut erfordern, um sie wirklich dankbar annehmen zu k\u00f6nnen. Stellen wir uns vor, jemand schenkt uns zu Weihnachten eine riesige Flasche mit Mundsp\u00fclung und Deo. Es erfordert Demut zu sagen: \u201eVielen Dank, dass du an meinen schlimmen Mundgeruch und K\u00f6rpergeruch gedacht hast. Mundsp\u00fclung und Deo ist genau das, was ich brauche.\u201c Gott bietet uns freien Zugang zu seinem Reich an. Es erfordert Demut zu sagen: \u201eVielen Dank, Herr, dass du mir eine L\u00f6sung f\u00fcr meine S\u00fcnden schenkst. Es ist genau das, was ich brauche.\u201c <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">Als n\u00e4chstes, <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><i>das Gleichnis weist darauf hin, dass jemand anderes den Preis bezahlt hat, damit wir Zutritt zu Gottes Bankett bekommen<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">. Wir m\u00fcssen dem\u00fctig sein. Aber wir d\u00fcrfen gleichzeitig Demut nicht missverstehen. Demut ist kein Verdienst, mit dem wir uns Gnade verdient haben. Demut ist die Voraussetzung, um Gnade \u00fcberhaupt etwas anfangen zu k\u00f6nnen. Verdient hat sich das jemand anderes. Viele Kommentatoren weisen an dieser Stelle auf ein anderes Abendmahl hin. Bei diesem Abendmahl nahm Jesus das Brot, dankte daf\u00fcr, brach das Brot und gab es den J\u00fcngern mit den Worten: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eDas ist mein Leib, der f\u00fcr euch gegeben wird; das tut zu meinem Ged\u00e4chtnis.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Und dann nahm Jesus den Kelch mit dem Wein und sprach: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u201eDieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das f\u00fcr euch vergossen wird.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Das Abendmahl ist das Evangelium. Tim Keller hat die Bedeutung des Abendmahls so formuliert: entweder das Brot wird zerbrochen oder wir zerbrechen aus Hunger. Entweder der Wein wird ausgesch\u00fcttet, oder wir werden ausgesch\u00fcttet aus Durst. Wir leben, weil das Brot zerbrochen wurde und weil uns der Wein ausgeschenkt wurde. Und nat\u00fcrlich sind das Symbole f\u00fcr Jesu Leib und sein Blut. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jesus, das Brot des Lebens wurde f\u00fcr uns zerbrochen. Und Jesus blutete am Kreuz sein Leben f\u00fcr uns aus. Als Jesus am Kreuz starb, wurde der K\u00f6nig endg\u00fcltig zu einem Sklaven. Derjenige, der den h\u00f6chsten Ehrenplatz bei Gott verdient hatte, nahm den Platz der Schande ein. Der wahre Insider wurde zu einem Outsider. Am Kreuz sehen wir, dass Jesus so wie wir wurde, damit wir so werden k\u00f6nnen wie er. Paulus sprach davon, dass Jesus, der alles hatte, arm wurde, damit wir reich w\u00fcrden. Jesus bezahlte den Preis, damit wir Zutritt finden zum Abendmahl des K\u00f6nigs. Wenn wir mit solcher Gnade konfrontiert werden, wenn wir von solch einer radikalen Liebe getroffen und ver\u00e4ndert werden, dann hilft uns das wirklich dem\u00fctig zu sein und wir werden gro\u00dfz\u00fcgig. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was bedeutet es f\u00fcr uns, dass der K\u00f6nigssohn seinen Platz geopfert hat, damit wir an seinem Tisch sitzen k\u00f6nnen? Was bedeutet das f\u00fcr unseren Familientisch? Was bedeutet das f\u00fcr unseren Mittagstisch nach dem Gottesdienst? Es bedeutet, dass jeder noch so kleine Tisch, an dem wir sitzen, eine Erweiterung des himmlischen Banketts sein sollte. Jeder Tisch, an dem Gott uns leiblich satt macht, sollte eine Erinnerung daran sein, dass wir eines Tages in seinem Reich das Brot brechen werden. Die Tische, an welchen unsere Familien essen, sollen Jesu Tische werden. Jesus soll der erste Gast unseres Tisches sein. Und K\u00f6nig Jesus soll der Gastgeber unseres Tisches sein. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\">\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Es war ein Mensch, der machte ein gro\u00dfes Abendmahl und lud viele dazu ein.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"> Wenn ich an Liebe denke, dann denke ich an einen Tisch. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Am Tisch des K\u00f6nigs \u201eEr aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein gro\u00dfes Abendmahl und lud viele dazu ein.\u201c Lukas 14,16 Jeder von uns hatte bestimmt schon einmal peinliche Momente am Esstisch. 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