{"id":3617,"date":"2015-12-06T11:00:31","date_gmt":"2015-12-06T10:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3617"},"modified":"2022-11-18T12:22:02","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:02","slug":"predigt-psalm-119145-160-%d7%a7-qoph-%d7%a8-resh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-psalm-119145-160-%d7%a7-qoph-%d7%a8-resh\/","title":{"rendered":"Predigt: Psalm 119,145 &#8211; 160 (\u05e7 Qoph \u05e8 Resh)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Ps119-145160_P10.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Ich wache auf, nachzusinnen \u00fcber dein Wort<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIch wache auf, wenn&#8217;s noch Nacht ist, nachzusinnen \u00fcber dein Wort.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(148)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich w\u00fcnsche euch einen gesegneten 2. Advent! Advent ist eine Zeit, in der wir uns an das Kommen unseres Herrn in die Welt erinnern. Es ist eine Zeit des Wartens auf das Fest, an dem wir sein Kommen feiern. Es ist eine Zeit, in der wir verst\u00e4rkt auf seine Worte h\u00f6ren und ihn im Gebet suchen. In diesem Sinne passt unser heutiger Text auch gut zum Advent. Denn im vorletzten Abschnitt von Psalm 119 bringt der Psalmist vielleicht am deutlichsten zum Ausdruck, wie er auf Gottes Wort hoffte und ihn im Gebet suchte. Wie dr\u00fcckte er seine Sehnsucht nach Gott und seiner Hilfe aus? Lasst uns das gemeinsam erfahren!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>I. Erh\u00f6re mich, <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Herr<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>; ich will deine Gebote halten (145-152)<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Betrachten wir sein Gebet im Vers 145: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Ich rufe von ganzem Herzen; erh\u00f6re mich, <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Herr<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>; ich will deine Gebote halten.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Er ruft zu Gott von ganzem Herzen und bittet ihn um Erh\u00f6rung. Dabei bekennt er Gott, dass er seine Gebote halten will. Ein dringendes Anliegen dr\u00e4ngt ihn dazu, weiter zu beten: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eIch rufe zu dir, hilf mir; ich will mich an deine Mahnungen halten.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Sein Gebet bringt zum Ausdruck, dass er seine ganze Hoffnung auf Gott und sein Wort gesetzt hat. Deshalb bittet er Gott von ganzem Herzen um Hilfe. Zum anderen sehen wir, dass er mit der Bereitschaft betet, Gottes Worte zu halten. Viele bitten Gott bei diesem und jenem um seine Hilfe, aber sie sind ihrerseits nicht wirklich bereit, auf Gott zu h\u00f6ren und nach seinem Wort zu leben. Der Psalmist aber war fest entschlossen, Gottes Wort zu halten. Daher bildeten sein Gebet und sein Leben mit Gottes Wort eine Einheit. Sein Gebet gr\u00fcndete auf dem Wort Gottes, \u00fcber das er Tag und Nacht nachsann. <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eIch komme in der Fr\u00fche und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich. Ich wache auf, wenn&#8217;s noch Nacht ist, nachzusinnen \u00fcber dein Wort\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">(147.148). Schon morgens fr\u00fch kam er vor Gott bat ihn um Hilfe, wobei er seine Hoffnung auf Gottes Hilfe und sein Wort gr\u00fcndete. Er liebte Gottes Wort so sehr, dass er sogar nachts aufwachte, um \u00fcber Gottes Wort nachzusinnen. K\u00fcrzlich habe ich gelesen, dass Erwachsene nachts normalerweise zehnmal oder \u00f6fter aufwachen und sich orientieren und dann weiterschlafen, ohne es zu merken. Aber wenn der Psalmist aufwachte, wollte er nicht wieder einschlafen, sondern \u00fcber Gottes Wort nachdenken. Er liebte Gottes Wort so sehr, weil er dadurch Gott besser kennenlernen konnte, sein Wesen, seine Gnade und seinen Willen. Er sann gerne \u00fcber Gottes Worte nach, weil es ihm half, Gottes Willen in allen Bereichen zu erkennen, und ihm Kraft gab, auch danach zu leben. Seine Worte <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eich will deine Gebote halten\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">und<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b> \u201eich will mich an deine Mahnungen halten\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">waren nicht nur ein blo\u00dfes Bekenntnis seines Willens, sondern Ausdruck seines Gebets, dass Gott ihm dabei helfen m\u00f6ge, Gottes Wort zu halten. Er liebte also Gott so sehr, dass er Gott vom fr\u00fchen Morgen an von ganzem Herzen darum bat, dass er seine Worte halten kann. So gr\u00fcndete sein Gebet auf Gottes Wort und hatte auch das Halten von Gottes Worten zum Gegenstand. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Was k\u00f6nnen wir von ihm lernen? Wir k\u00f6nnen lernen, dass unser Gebet mit Gottes Wort verbunden sein und darin seine Grundlage haben soll. Gottes Wort hilft uns, Gott, sein Wesen und seinen Willen zu erkennen. Je mehr wir auf Gottes Wort h\u00f6ren, desto besser k\u00f6nnen wir seinem Willen entsprechend beten. Wenn wir auf Gottes Wort h\u00f6ren und ernsthaft trachten, danach zu leben, k\u00f6nnen unsere Gebete Gott ehren und er kann sie erh\u00f6ren. Viele Verhei\u00dfungen in der Bibel sagen, dass Gott Gebete gerne erh\u00f6rt. Psalm 4,4 sagt: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eErkennt doch, da\u00df der Herr seine Heiligen wunderbar f\u00fchrt; der Herr h\u00f6rt, wenn ich ihn anrufe.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Wenn Gl\u00e4ubige ihre Gesinnung aber nicht von Gottes Wort bestimmen lassen, hat Gott Schwierigkeiten, ihre Gebete zu erh\u00f6ren. Im Jakobusbrief h\u00f6ren wir das tadelnde Wort: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eIhr bittet und empfangt nicht, weil ihr in \u00fcbler Absicht bittet, n\u00e4mlich damit ihr\u2019s f\u00fcr eure Gel\u00fcste vergeuden k\u00f6nnt\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">(Jak 4,3). Wenn ein Mensch gar nicht bereit ist, auf Gottes Wort zu h\u00f6ren, betet er entweder gar nicht oder er betet, aber mit verkehrter Gesinnung und Anliegen. Die Bibel sagt in Spr\u00fcche 28,9: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eWer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu h\u00f6ren, dessen Gebet ist ein Gr\u00e4uel.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Solche Gebete sind f\u00fcr Gott schrecklich, Gott kann sie nicht ertragen geschweige denn erh\u00f6ren. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Deshalb ist es wichtig, dass unser Gebet mit dem H\u00f6ren auf Gottes Wort verbunden ist. Als der Psalmist betete, basierte sein Gebet auf dem Wort Gottes, das er entschlossen war zu halten. So soll auch unser Gebet mit dem festen Willen verbunden sein, Gottes Worte festzuhalten und danach zu leben. Wenn wir beten, h\u00f6rt Gott nicht nur unsere Gebetsworte, sondern sieht auch in unser Herz und unser Leben. Unser Gebet und unser Leben sollen eine Einheit bilden. Darum ist es wichtig, daf\u00fcr zu beten, dass wir Gottes Worte nicht nur h\u00f6ren, sondern sie auch festhalten und danach leben. Jesus sagte am Ende seiner Bergpredigt, dass der, der seine Rede h\u00f6rt und sie tut, einem klugen Mann gleicht, der sein Haus auf Fels baute. An verschiedenen anderen Stellen hat er gelehrt, wie wichtig es ist, dass seine Worte in uns bleiben, z.B. im Gleichnis vom S\u00e4mann (Mk 4). In Johannes Kap. 15 lehrt Jesus seine J\u00fcnger schlie\u00dflich: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eWenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> (Joh 15,7). M\u00f6ge Gott uns helfen, seine Worte im Alltag festzuhalten und danach zu leben, sodass all unsere Gebete von ihm erh\u00f6rt werden k\u00f6nnen!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dies konfrontiert uns gleichzeitig mit der Frage nach der Grundlage bzw. Berechtigung unseres Betens. Wenn Gott das Gebet der Gerechten erh\u00f6rt, das Gebet der Frommen, auf welcher Grundlage k\u00f6nnen wir dann erwarten, dass er uns erh\u00f6rt? Wenn Gott beim H\u00f6ren unseres Gebets in unser Herz und in unser Leben sieht, wer kann dann Zuversicht haben, dass Gott ihn erh\u00f6rt? Sind wir nicht schon allzu oft daran gescheitert, seinem Wort entsprechend gesinnt zu sein und zu leben? Wir wissen, dass ein einmaliges Scheitern im Gehorsam uns f\u00fcr immer disqualifiziert, vor Gott zu treten und irgendetwas von ihm zu erbitten. Diese Einsicht erinnert uns daran, dass wir in uns selbst letztendlich keine Grundlage haben, um zu Gott zu beten und irgendetwas von ihm zu erbitten. Die Grundlage daf\u00fcr liegt nicht in uns, sondern sie wurde uns geschenkt durch den, der auf die Erde kam, um unter uns zu wohnen und uns mit Gott zu vers\u00f6hnen. Als Jesus auf der Erde war, betete er t\u00e4glich f\u00fcr den Willen Gottes und lebte selbst tadellos danach. Schlie\u00dflich k\u00e4mpfte er im Gebet heftig mit dem Anliegen \u201eNicht mein, sondern dein Wille geschehe\u201c, damit er Gottes Willen auch da gehorchen konnte, auch als es f\u00fcr ihn den qualvollen Tod am Kreuz bedeutete. Als er am Kreuz starb, bezahlte er die Strafe f\u00fcr all unsere Schuld und verschaffte uns das Recht, Gottes Kinder zu hei\u00dfen. Obwohl wir wegen unserer S\u00fcnde jegliches Recht verwirkt haben, irgendetwas von Gott zu erbitten, d\u00fcrfen wir wegen Jesus jederzeit vor den Vater treten und ihn um alles bitten. Deshalb verhie\u00df Jesus den J\u00fcnger schon am Abend vor seiner Kreuzigung: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eWahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er\u2019s euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> (Joh 16,23b.24). Danken wir Gott f\u00fcr Jesus, durch den er uns dieses Privileg gegeben hat! Lasst uns davon reichlich Gebrauch machen und zum Vater f\u00fcr alle Dinge beten, vor allem daf\u00fcr, dass wir seine Worte behalten und mit ihm verbunden nach seinem Willen leben k\u00f6nnen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Worauf verlie\u00df sich der Psalmist, wenn er betete? Betrachten wir Vers 149: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>H\u00f6re meine Stimme nach deiner Gnade; <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Herr<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>, erquicke mich nach deinem Recht.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Er bildete sich nicht ein, dass er ein Recht darauf h\u00e4tte, von Gott erh\u00f6rt zu werden. Vielmehr betete er im Vertrauen auf Gottes Gnade. Er glaubte, dass Gottes Gnade so gro\u00df ist, dass der sein Gebet erh\u00f6ren w\u00fcrde, obwohl er selbst ein S\u00fcnder war. Dieses Vertrauen kam nicht einfach aus seinem Gef\u00fchl oder seinen Vermutungen. Seine direkt angeschlossene Bitte <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eerquicke mich nach deinem Recht\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> weist darauf hin, dass er sich auch hier auf Gottes Wort st\u00fctzte. Und er w\u00fcnschte sich, diese Worte Gottes noch mehr zu h\u00f6ren, die ihn innerlich erfreuten und belebten. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Diese innere Erquickung war f\u00fcr ihn um so wichtiger, da er ganz akute Probleme hatte. Im Vers 150 sagt er: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eMeine arglistigen Verfolger nahen; aber sie sind fern von deinem Gesetz.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Die Leute, die ihn verfolgten, waren arglistig, also betr\u00fcgerisch und hinterh\u00e4ltig. Und sie nahten sich ihm, sie kamen ihm immer n\u00e4her. Aber der Psalmist geriet nicht in Panik. Vielmehr brachte er die Bedrohung durch sie erneut vor Gott. Und er betrachtete auch diese Menschen prim\u00e4r nicht aus menschlicher Sicht, z.B. wie stark sie waren, was f\u00fcr Waffen sie besa\u00dfen oder wie gut sie vernetzt waren, sondern aus Gottes Sicht. Er sah die Tatsache, dass sie sich von Gottes Gesetz weit entfernt hatten und ihr Trachten und ihr Leben von ganz anderen Dingen bestimmen lie\u00dfen. So konnte er sie geistlich richtig einordnen und auch ihr b\u00f6ses Verhalten ihm gegen\u00fcber verstehen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Er betrachtete aber nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst aus Gottes Sicht. Er bekannte: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eHerr, du bist nahe, und alle deine Gebote sind Wahrheit\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> (151). Diese Zuversicht war angesichts der herannahenden Feinde wichtig. So geriet er nicht in Furcht und wurde nicht hilflos, weil er nicht seine Lage berechnete, sondern durch den Glauben an Gottes Wort daran festhielt, dass Gott ihm nahe ist. Auch hier haben wir von ihm zu lernen. Wenn wir in ernste Schwierigkeiten geraten und von Problemen oder Menschen bedroht werden, kann es leicht passieren, dass wir die Lage berechnen und dass unser Herz von unseren berechnenden Gedanken und Gef\u00fchlen erf\u00fcllt wird. Dann werden wir leicht innerlich hilflos und k\u00f6nnen nicht mehr im Glauben beten. Aber der Psalmist geriet angesichts der herannahenden arglistigen Verfolger nicht in Sorge oder Angst, weil er die Situation nicht einfach von sich aus betrachtete, sondern sowohl die Feinde als auch sich selbst konsequent aufgrund von Gottes Wort sah. Dadurch blieb ihm bewusst, dass Gott alles unter seiner Kontrolle hat und dass er eines Tages alle Menschen nach seinem Gesetz richten wird. So konnte er auch angesichts der Bedrohungen weiter auf Gott vertrauen und zuversichtlich zu ihm beten, anstatt in Angst hilflos zu werden oder sich selbst in Unrecht zu verstricken. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Was half ihm, selbst in so einer akuten Bedrohung auf Gottes Wort so fest zu vertrauen? Er bekennt im Vers 152: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eL\u00e4ngst wei\u00df ich aus deinen Mahnungen, dass du sie f\u00fcr ewig gegr\u00fcndet hast.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Er hatte durch Gottes Worte erkannt, dass sie nicht nur in einer bestimmten Zeit oder unter bestimmten Bedinungen gelten, sondern immer und ewig. Gott hat seine Mahnungen f\u00fcr ewig gegr\u00fcndet, sodass wir Menschen uns zu allen Zeiten und in allen Situationen darauf verlassen k\u00f6nnen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die meisten von uns haben diese Erkenntnis der Psalmisten auch schon l\u00e4ngst erlangt. Trotzdem kommt es bei vielen vor, dass wir sogar bei Problemen, die viel kleiner sind als die arglistigen Verfolger, die dem Psalmisten Gewalt antun wollten, in Sorge und Angst geraten. Wer kann ruhig bleiben im Gebet, wenn b\u00f6se M\u00e4nner euch verfolgen und schon am Bismarckplatz oder am Anfang der Landhausstra\u00dfe sind? Das Problem ist nicht, dass wir nicht wissen, dass Gottes Wort zuverl\u00e4ssig ist und ewig gilt, sondern dass wir es in der Not nicht anwenden. Gerade in Schwierigkeiten neigen wir dazu, die Situation mit unseren eigenen Gedanken zu berechnen, und geraten v\u00f6llig unn\u00f6tig in \u00c4ngste und Sorgen, weil wir uns selbst und unsere Lage nicht aufgrund von Gottes Wort aus Seiner Sicht sehen. M\u00f6ge Gott uns helfen, Gottes Wort nicht nur theoretisch f\u00fcr wahr zu halten, sondern gerade auch in Problemen auf das Wort zu vertrauen und vertrauensvoll zu Gott zu beten, anstatt in Sorgen und \u00c4ngsten zu leben. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>II. Erquicke mich durch dein Wort (153-160)<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wof\u00fcr betete er weiter? Lesen wir gemeinsam die Verse 153 und 154: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Sieh doch mein Elend und errette mich; denn ich vergesse dein Gesetz nicht. F\u00fchre meine Sache und erl\u00f6se mich; erquicke mich durch dein Wort.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Angesichts der akuten Bedrohung bat er Gott inst\u00e4ndig um Hilfe. Wie massiv die Bedrohung war, zeigt, dass er Gott, ihn zu erretten und zu erl\u00f6sen. Er beteuerte weiter, dass er Gottes Gesetz nicht vergessen will. Und er bat Gott nicht nur um praktische Rettung vor seinen Feinden, sondern auch um Erquickung durch sein Wort. Die Bitte um Erquickung finden wir in diesem Abschnitt insgesamt viermal \u2013 in den Versen 149, 154, 156, 159. Dies zeigt uns, wie wichtig in der Not neben der praktischen Hilfe gerade die innere Hilfe von Gott ist. Erquickung ist n\u00f6tig, damit unsere Seele nicht in der Not verschmachtet oder unter ihrer Last erstickt, sondern weiter auf Gott schauen und vertrauensvoll beten kann. Wir beten in N\u00f6ten oft f\u00fcr die sichtbaren Probleme von uns oder anderen, wo Gottes Hilfe offensichtlich n\u00f6tig ist; das ist auch gut so. Aber wir d\u00fcrfen in so einer Zeit Gott auch um Erquickung bitten. Gott will nicht nur das \u00e4u\u00dfere Probleme l\u00f6sen, sondern er will gerade auch uns selber helfen. Daher k\u00f6nnen wir Gott zu sagen, wenn wir innerlich m\u00fcde, kraftlos oder ausgebrannt sind. Wenn es uns an Glauben, an Freude, an Zuversicht und Kraft fehlt, sollen wir beten: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eErquicke mich durch dein Wort!\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Gott wird uns sicher erh\u00f6ren und uns durch sein Wort erquicken, wenn wir ihm Gelegenheit dazu geben. M\u00f6ge Gott euer Gebet um Erquickung durch sein Wort segnen, wann immer ihr Erquickung braucht!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wie dachte er \u00fcber seine Verfolger? Im Vers 155 sagt er: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Das Heil ist fern von den Gottlosen; denn sie achten deine Gebote nicht.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Er betrachtete die Gottlosen weiter aus geistlicher Perspektive. Sie waren fern von der Errettung. Der Grund daf\u00fcr war, dass sie Gottes Worte nicht achteten. Weil sie Gottes Wort nicht beachtete, konnten sie weder Gott noch ihre eigene Lage vor ihm erkennen. Da sie ihre Verlorenheit nicht erkannten, fragten sie nicht nach dem Weg zum Heil und erkannten ihn nicht. Der Psalmist dachte daher an sie mit Mitleid, auch wenn sie ihm das Leben schwer machten. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wie sah er aber seine eigene Lage? Er sagt in Vers 156: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>HERR, deine Barmherzigkeit ist gro\u00df; erquicke mich nach deinem Recht.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Hier ist die \u00dcbersetzung (KJV) hilfreich: \u201c<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Great are thy tender mercies, O LORD: quicken me according to thy judgments.\u201d Er <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">vertraute auf Gottes Barmherzigkeit, die gro\u00df ist f\u00fcr alle, die ihn suchen. Er vertraute auf Gottes z\u00e4rtliche Barmherzigkeit. Dadurch konnte er auch in gro\u00dfen Problemen auf Gott Zuversicht haben und auch angesichts seiner endlichen Errettung. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Betrachten wir auch Vers 157: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eMeiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht von deinen Mahnungen.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Es gab viele Verfolger und Feinde, die seine Sicherheit und sein Leben bedrohten. Aber er blieb bei seiner Entscheidung, sich an Gottes Mahnungen zu halten und nicht davon abzuweichen. Er war nicht versucht, einen leichten Ausweg aus seinen Problemen zu suchen, weil er daran festhielt, dass er nach Gottes Wort leben wollte. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Was ging in ihm vor, wenn diejenigen sah, die Gott und sein Wort verachteten? Er sagt: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Ich sehe die Ver\u00e4chter und es tut mir wehe, dass sie dein Wort nicht halten.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Er konnte nicht ruhig oder gar gleichg\u00fcltig bleiben, wenn er diejenigen sah, die Gott und sein Wort verachteten. Es tat ihm weh, dass sie Gottes Wort kannten, es aber nicht hielten. Sie hielten es nicht, weil sie sich selbst mehr liebten als Gott und ihren momentanen Vorteil suchten. Es bereitete ihm Schmerzen im Herzen, dass sie Gott so sehr durch ihren Ungehorsam verachteten. Es tat ihm wohl auch deshalb weh, weil er wusste, was f\u00fcr ein Ende sie sich durch diese Einstellung schlie\u00dflich zuziehen w\u00fcrden. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Welche Gesinnung bekannte er dagegen \u00fcber sich selbst? Vers 159 sagt: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eSiehe, ich liebe deine Befehle; HERR, erquicke mich nach deiner Gnade.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Er war ganz anders gesinnt als die Gottlosen. Er liebte Gottes Befehle, weil er Gott liebte und ihn unbedingt ehren und nach seinem Willen leben wollte. Angesichts der vielen Gottlosen bat er Gott erneut um Erquickung nach seiner Gnade. Wenn wir Gott nur oberfl\u00e4chlich lieben, haben wir wenig Schmerzen \u00fcber den Ungehorsam anderer Menschen und die Verachtung Gottes durch sie. M\u00f6ge Gott uns helfen, Gott und sein Wort so sehr zu lieben, dass uns der Unglauben und Ungehorsam anderer weh tut. M\u00f6ge Gott uns dann mit seinem Wort reichlich erquicken und uns Trost und Freude schenken!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Betrachten wir sein abschlie\u00dfendes Bekenntnis im Vers 160: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>Dein Wort ist nichts als Wahrheit, alle Ordnungen deiner Gerechtigkeit w\u00e4hren ewiglich.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Noch w\u00f6rtlichere \u00dcbersetzungen sagen an dieser Stelle \u201eDie Summe deines Wortes ist Wahrheit &#8230;\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Gottes Wort ist nichts als Wahrheit. Es ist durch und durch wahr und zuverl\u00e4ssig und gilt ewig. Gottes Wort ist die einzige stabile Basis f\u00fcr unser Denken und unser Leben. Es ist das Einzige, was durch alle N\u00f6te und Schwierigkeiten im Leben tr\u00e4gt und uns selbst im Tod noch errettet. Das war die Grundlage des Lebens des Psalmisten, an der er festhielt und sein Leben konsequent danach f\u00fchrte. M\u00f6ge Gott auch uns helfen, an Gottes Wort festzuhalten und unser ganzes Leben darauf zu h\u00f6ren und danach zu leben! Lesen wir noch einmal das Leitwort: <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><b>\u201eIch wache auf, wenn\u2019s noch Nacht ist, nachzusinnen \u00fcber dein Wort\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> (148).<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich wache auf, nachzusinnen \u00fcber dein Wort \u201eIch wache auf, wenn&#8217;s noch Nacht ist, nachzusinnen \u00fcber dein Wort.\u201c (148) Ich w\u00fcnsche euch einen gesegneten 2. Advent! Advent ist eine Zeit, in der wir uns an das Kommen unseres Herrn in die Welt erinnern. 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