{"id":3527,"date":"2015-09-20T11:00:49","date_gmt":"2015-09-20T09:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3527"},"modified":"2022-11-18T12:22:06","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:06","slug":"predigt-lukas-1322-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-1322-35\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 13,22 &#8211; 35"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Lk-P13-2235.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die enge Pforte<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eRingt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen und werden&#8217;s nicht k\u00f6nnen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(24)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Wie so oft ist das Reich Gottes Hauptthema der Verk\u00fcndigung und der Wirksamkeit Jesu, so auch im Kapitel 13. Zu Beginn des Kapitels forderte Jesus die Menschen zweimal auf, Bu\u00dfe zu tun (konkret: das Reich Gottes anzunehmen), er heilte eine kranke und besessene Frau (und lie\u00df sie das Reich Gottes schmecken) und erz\u00e4hlte im Anschluss 2 Gleichnisse \u00fcber das Reiches Gottes (Senfkorn &amp; Sauerteig). Das Reich Gottes ist auch pr\u00e4sent in heutigen Abschnitt. Wir sehen, wie sich die Zuh\u00f6rer Jesu mit dem Reich Gottes besch\u00e4ftigten und das war auch gut so! (Viel besser, als wenn nur weltliche Dinge den Alltag bestimmen). Wir wollen heute auf 2 Fragen eingehen. 1) Wie kommen Menschen in das Reich Gottes und 2) Welche Rolle spielt Jesus dabei.<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Erstens \u2013 Das Ringen um die enge Pforte (22-30)<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Welche Orientierungshilfe gibt uns Lukas zu Beginn des Textes? Vers 22 berichtet: <b>\u201eUnd er ging durch St\u00e4dte und D\u00f6rfer und lehrte und nahm seinen Weg nach Jerusalem.\u201c<\/b> Seit Kapitel 9 finden wir den zweiten Hinweis f\u00fcr Jesu grundlegende Orientierung, nach Jerusalem zu pilgern, um seine Mission zu erf\u00fcllen. Wie der Vers berichtet, nutzte Jesus jede Gelegenheit, auf seinem Weg nach Jerusalem, um den St\u00e4dten und D\u00f6rfern das Evangelium vom Reich Gottes zu predigen (Vgl. Lk 4,43).<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Auf seinem Weg nach Jerusalem sprach einer zu ihm: <b>\u201eHerr, meinst du, dass nur wenige selig werden?\u201c<\/b> Das ist eine ziemlich interessante Frage und sie \u00fcberrascht, wenn wir uns den historischen Kontext vor Augen halten. Denn die wichtigsten j\u00fcdischen Schriften lehren, dass alle Juden (mit Ausnahme einiger Abtr\u00fcnniger) Anteil an der zuk\u00fcnftigen Welt haben (Vgl. Sanhedrin 10,1). Wenn du also nicht gerade als S\u00fcnder, Z\u00f6llner oder unrein gegolten hast, dann war die Frage nach der Seligkeit im Grunde gekl\u00e4rt. (Jude, Abrahams Nachkomme, selig).<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Was brachte diesen Mann dennoch dazu seine Frage zu stellen? Wahrscheinlich hatte Jesus eine signifikante Wirkung auf seine Betrachtungsweise. Zwei Kapitel zuvor enttarnte Jesus mit scharfen Worten die Heuchelei der Pharis\u00e4er und der Schriftgelehrten. Zu Beginn des heutigen Kapitels forderte Jesus das normale Volk zweimal auf, dringend Bu\u00dfe zu tun, um nicht umzukommen. Aus der Sicht Jesu war also weder die Elite des Landes in Ordnung, noch die breite Masse. Mit dieser neuen Perspektive fragte sich der Mann zu Recht und wahrscheinlich mit Sorge um sein eigenes Heil, ob nur wenige selig werden. (Und mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit war er nicht der einzige, der diese Frage im Herzen hatte, denn Jesus antwortete nicht nur ihm, sondern <b>\u201esprach zu ihnen\u201c<\/b>).<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Was sprach Jesus zu ihnen? Er gab keine ja \/ nein Antwort (Ja, nur wenige, oder Nein, nicht so wenige, wie du denkst&#8230;). Auch keine statistische Auswertung (dass z.B. so und so viel Prozent der Grundgesamtheit selig werden, mit einer Wachstumsrate von so und so viel Prozent). Informationen dieser Art h\u00e4tten niemandem wirklich weitergeholfen. Lesen wir, was Jesus stattdessen antwortete, Vers 24: <b>\u201eRingt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hinein\u00adkommen und werden&#8217;s nicht k\u00f6nnen.\u201c<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Dieser Satz Jesu erfordert eine Vokabel-Analyse. Was ist die enge Pforte und warum ist sie eng, was bedeutet ringen und wo gelangt man, wenn man hindurchgeht und warum scheitern viele?<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Die Ausgangsfrage, ob \u201enur wenige selig werden\u201c, definiert die Abgrenzung zwischen innen und au\u00dfen. Die enge Pforte f\u00fchrt zur Seligkeit \/ Errettung oder anders ausgedr\u00fcckt: ins Reich Gottes. Die enge Pforte und ausschlie\u00dflich die enge Pforte f\u00fchrt dorthin. Wer oder was ist die enge Pforte? An dieser Stelle l\u00e4sst Jesus die Deutung offen, warum? Wahrscheinlich, damit sich die Zuh\u00f6rer selbst damit besch\u00e4ftigten und logische Schlussfolgerungen zogen bzw. Jesus darum baten, ihnen das Gleichnis zu deuten. Das Evangelium Christi l\u00e4sst uns eins und eins zusammenzuz\u00e4hlen. Im Joh.Evg. verk\u00fcndete Jesus: <b>\u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich\u201c<\/b> (Joh 14,6) Jesus ist der einzige Weg zu Gott. In Joh 10 wird Jesus noch konkreter: <b>\u201eIch bin die T\u00fcr; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden\u201c<\/b> (Joh 10,9).<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Jesus ist wie eine enge Pforte, die enge Pforte zur Seligkeit \/ zum Reich Gottes. Was ist der Unterschied zwischen einer Pforte und einer engen Pforte? Wenn der Einlass gro\u00df und breit ist, kannst du einem gro\u00dfen Karren hineinfahren, vollgepackt mit allen m\u00f6glichen Sachen, die du mitnehmen m\u00f6chtest und mit Menschen, die mitsollen. Und in gewisser Weise war das die Gangart der Juden. Hauptsache du warst j\u00fcdisch, Abrahams Nachkommen, dann hereinspaziert. Bei einer engen Pforte ist das anders. Beim Eintreten gibt es kaum Platz. Es k\u00f6nnen nicht mehrere auf einmal hinein marschieren. Jeder muss sich einzeln hindurch quetschen. Du kannst auch nicht viel mitnehmen. Du musst zur\u00fccklassen, was nicht hineinpasst. Deshalb scheitern auch viele: <b>\u201edenn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen und werden&#8217;s nicht k\u00f6nnen.\u201c<\/b> Sie wollen zwar hinein gelangen, doch vergeblich, weil sie nicht bereit sind durch die enge Pforte zu gehen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Jesus kennt diese Schwierigkeit. Seine Hilfe lautet: <b>\u201eRingt darum\u201c<\/b>. Das griechische Wort \u201eagonizesthe\u201c ist verwandt mit dem Wort \u201eAgonie\u201c, Todeskampf. Das Wort selbst wurde im sportlichen Wettkampf verwendet. Jesus sagt also: Gebt alles, wie ein Sportler, der bis ans \u00c4u\u00dferste geht, um den Sieg zu erlangen. (Und ein Profisportler muss wirklich bis an seine Grenzen gehen, um erfolgreich zu sein. Auf der diesj\u00e4hrigen Tour de France gewannen deutsche Fahrer sensationelle 6 Etappen, also fast ein Drittel aller Etappen. Simon Geschke war einer davon und gewann v\u00f6llig \u00fcberraschend. W\u00e4hrend einer Bergetappe fuhr er allen davon, obwohl er kein Bergfahrer ist! Nach seinem Sieg wurde er interviewt und gefragt, wie er 50km allein durch die Alpen fahren konnte. Er berichtete, wie schwer die letzten Kilometer waren, als er vor Schmerzen und Kr\u00e4mpfen nicht wusste, ob er durchhalten konnte. An dieser Stelle brach er in Tr\u00e4nen aus und fing an zu weinen. So sehr musste er ringen. Anders kann man auch keine Tour-Etappe gewinnen). Nun, was bedeutet es im heutigen Text zu ringen und was bedeutet es nicht? Jesus sagte nicht: Ringt darum, eine \u00d6ffnung ins Reich Gottes zu hauen (Das Reich Gottes hat dicke Mauern, deshalb strengt euch an&#8230;). \u201eRingen\u201c sollte nicht mit Werksgerechtigkeit verwechselt werden (also sich durch besonders fromme Taten f\u00fcr das Reich Gottes zu qualifizieren). Wir wissen, dass niemand aus eigener Kraft ins Reich Gottes kommt. Ringen bedeutet im Kontext des Evangeliums, alles daran zu setzen, durch die enge Pforte hineinzugehen, die bereits existiert, die Jesus f\u00fcr uns geschaffen hat, deren T\u00fcr Jesus f\u00fcr uns ge\u00f6ffnet hat; also alles daran zu setzen, Jesus anzunehmen. Alles daran zu setzen, seine Gnade zu empfangen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Und in der Tat war und ist es nicht einfach, dass ein Mensch Jesus annimmt und ein neues Leben mit Jesus f\u00fchrt und ein Leben unter seiner Gnade. Damals hatten seine j\u00fcdischen Zuh\u00f6rer ein etabliertes Glaubenssystem, bestehend aus langj\u00e4hriger Tradition, hebr\u00e4ischer Kultur und religi\u00f6se Vorschriften, teils aus mosaischen Geboten, teils aus sonstigen religi\u00f6sen Schriften (Talmud). Insgesamt sehr komplex aber tief verankert in der j\u00fcdischen Seele. Das war ihre Welt. Und in diese Welt trat Jesus. Und Jesus predigte anders und seine Botschaft war grundlegend anders. Und da standen sie sich gegen\u00fcber, das gewaltige j\u00fcdische Apparat und Jesus. Es fiel den Menschen einfacher, ihr konventionelles Glaubensleben fortzuf\u00fchren, als Jesus anzunehmen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Was mussten sie tun? Sie mussten ringen, um Jesus anzunehmen. Konkret: Sch\u00e4dliches zu beseitigen und Notwendiges anzuziehen. Auf der einen Seite mussten sie umkehren und Bu\u00dfe tun, f\u00fcr ihr Voreingenommen<span style=\"text-decoration: underline;\">sein<\/span> und ihrem Stolz (alles besser zu wissen und besser zu sein als andere) und ihre Selbstgerechtigkeit. Sie sollten Ringen, um sich von diesen Dingen abzukehren. Und sie sollten Ringen, um stattdessen Glauben an und Vertrauen auf Jesus aufzubringen. F\u00fcr die j\u00fcdischen Zuh\u00f6rer war das ein harter Kampf, doch ein notwendiger, um ins Reich Gottes zu gelangen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Ist es heute einfacher? Nein! In der Welt finden wir eine Vielzahl alternativer Lebensorien\u00adtierungen. Wir haben Jesus, als die enge Pforte und wir haben viele andere Weltanschauungen, religi\u00f6ser wie s\u00e4kularer Art. Und im Vergleich zu Jesus, der engen Pforte, einer Pforte, die bescheiden aussieht, klein und unscheinbar, gleichen die Alternativen dieser Welt Disneyland: Ein gro\u00dfes, sch\u00f6n ausgeschm\u00fccktes Tor, gebaut f\u00fcr die Massen, mit spektakul\u00e4ren Angeboten, f\u00fcr gro\u00df und klein (Flie\u00dfbandbef\u00f6rderung). Auch heute ist Jesus die enge Pforte, denn es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass junge Menschen entscheiden, ihr Leben auf Jesus zu bauen. Aber interessanterweise m\u00f6chte fast jeder selig werden, d.h. in den Himmel kommen. Aber ohne Jesus bewahrheitet sich seine traurige Feststellung: <b>\u201edenn viele &#8230; werden danach trachten, wie sie hineinkommen und werden&#8217;s nicht k\u00f6nnen.\u201c <\/b>Auch heute verlangt die Entscheidung f\u00fcr Jesus einen geh\u00f6rigen Ringkampf von uns ab. Ohne den Kampf um Jesus, kein Himmelreich.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Was ist mit denen, die Jesus bereits angenommen haben und im Glauben leben? Hat Jesu Aufforderung zu Ringen keine Relevanz f\u00fcr solche Leute, also f\u00fcr die meisten von uns? K\u00f6nnen wir uns zur\u00fccklehnen und die Beine hochlegen? Jesus und die Apostel ermahnen die Christen wiederholt und mit vollem Ernst, bei Jesus zu bleiben und die Gnade nicht zu verlieren, die wir erhalten haben. <b>\u201eBleibt in mir und ich in euch\u201c<\/b> (Joh 15,4) sagte Jesus zu seinen J\u00fcngern. <b>\u201eBleibt in meiner Liebe\u201c<\/b> (Joh 15,9) sagte er kurz darauf <b>\u201edenn ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun\u201c<\/b>. (Joh 15,5). Jeder von uns, ob im Glauben stehend oder noch unentschlossen, muss um Jesu Gnade ringen; entweder um sie anzunehmen oder um darin zu bleiben.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Man k\u00f6nnte denken: Ich habe noch Zeit. Ich will erst mein Gl\u00fcck genie\u00dfen, wenn ich \u00e4lter bin, kann ich immer noch ringen, um durch die enge Pforte zu gehen. Betrachten wir, was Jesus dazu sagt: <b>\u201eWenn der Hausherr aufgestanden ist und die T\u00fcr verschlossen hat und ihr anfangt, drau\u00dfen zu stehen und an die T\u00fcr zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her?\u201c <\/b>Jesus bringt den Zeitfaktor ins Spiel. Noch steht die enge Pforte offen, noch kann man hineintreten, noch weilt die Zeit der Gnade. Doch es kommt der Tag der Abrechnung, an dem die T\u00fcr geschlossen wird und sich zeigt, wer im Haus ist und wer au\u00dferhalb. Man k\u00f6nnte meinen, noch viel Zeit zu haben aber in der Tat kann die T\u00fcr jederzeit geschlossen werden. Bereits im letzten Kapitel sagte Jesus, dass der Menschensohn kommen wird, wie ein Dieb in der Nacht, ohne Ank\u00fcndigung und \u00fcberraschend (vlg. Lk 12,38.39). Aber auch unser Leben kann jederzeit enden, im Prinzip schon in weniger als 5 Minuten! Mit anderen Worten: Es ist h\u00f6chste Eisenbahn! Jesus sagt: Vergeude keine Zeit! Ring darum, hineinzukommen. Jetzt, wo es noch m\u00f6glich ist, nicht sp\u00e4ter.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Jesus bringt nicht nur den Zeitfaktor ins Spiel, sondern auch den Beziehungsfaktor: <b>\u201eDann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken und auf unsern Stra\u00dfen hast du gelehrt. Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr \u00dcbelt\u00e4ter! Da wird Heulen und Z\u00e4hneklappern sein\u201c<\/b>. Auch hier wird deutlich, dass das Ringen (oder in das Reich Gottes kommen) nichts mit Selbstgerechtigkeit zu tun hat. Entscheidend ist die Beziehung zu Jesus! Und es z\u00e4hlt keine oberfl\u00e4chliche Beziehung. Wenn wir nachts, im Dunkeln an eine Haust\u00fcr klopfen und um Einlass bitten, wird uns nur aufgetan, wenn die Person uns gut kennt. Woran wird Jesus uns erkennen? Was ist die Grundlage dessen, dass er sagt: Ich kenne dich, komm herein. Gro\u00dfartige Dinge, die wir f\u00fcr ihn getan haben? Nein. An anderer Stelle hei\u00dft es: <b>\u201eEs werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen b\u00f6se Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr \u00dcbelt\u00e4ter!\u201c<\/b> (Mt. 7,22.23) Gute Taten reichen nicht. Vielmehr wird er uns erkennen, weil er gro\u00dfartige Dinge in unserem Leben getan hat! Er wird uns erkennen, wenn sein Opfer in uns Frucht gebracht hat. Wenn wir durch sein Blut eine innige und herzliche und eine lebendige und ewige Beziehung zu ihm, unserem Herrn und Freund eingegangen sind. Wenn er die wichtigste Person in unserem Leben geworden ist. Dann wird er uns erkennen und mit Freude einlassen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Welchen zus\u00e4tzlichen Anreiz gab Jesus den Menschen, um zu ringen und ihn anzunehmen? Betrachten wir Verse 28-30: <b>\u201eDa wird Heulen und Z\u00e4hneklappern sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgesto\u00dfen. Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von S\u00fcden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein und sind Erste, die werden die Letzten sein.\u201c<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Jesus nutzte alle Kan\u00e4le, um die Menschen zu erreichen. Er machte ihnen nicht einfach nur Angst vor der H\u00f6lle. Die Menschen w\u00fcrden nicht Heulen, weil die Flammen der H\u00f6lle so hei\u00df waren, auch nicht mit den Z\u00e4hnen klappern, weil es drau\u00dfen im Dunkeln so bitter kalt war, sondern? Weil sie mit ansehen mussten, wie das himmlische messianische Bankett (also das Bildnis des Reiches Gottes) ohne sie gefeiert wurde! Die Patriarchen und alle Propheten, also alle Helden des Judentums w\u00fcrden zusammensitzen, im Reich Gottes. Und nicht nur, dass sie ausgeschlossen waren, was schon schlimm genug war, aus allen Himmelsrichtungen w\u00fcrden die Letzten zusammen kommen und sich an den Tisch setzen, der eigentlich f\u00fcr die Ersten reserviert war. Die Letzten, die die Juden im Reich Gottes vermuteten, waren die Heiden. Und diese w\u00fcrden ihren Platz einnehmen, am himmlischen messianischen Bankett, im Reich Gottes und mit den geistlichen Helden Gemeinschaft haben. F\u00fcr einen Juden muss diese Vorstellung schlimmer gewesen sein, als die H\u00f6lle selbst. Warum erw\u00e4hnt das Jesus? Weil er ihre Herzen eifers\u00fcchtig machen wollte. Sie sollten wirklich umkehren, Bu\u00dfe tun und Jesus annehmen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Was bedeutet das f\u00fcr uns? Dass es sich wirklich lohnt, zu ringen und durch die enge Pforte zu gehen. In dieser Welt begeistert uns viele Dinge, besonders wenn wir noch jung sind: Das andere Geschlecht \u00fcbt eine faszinierende Wirkung aus, fast genauso wie die High-Tech Industrie. Die Herrlichkeit der Welt und ihre M\u00f6glichkeiten begeistern; allerdings k\u00f6nnen sie unser Verlangen nicht stillen. Jesus sagt, dass letztendlich nur das Reich Gottes wirklich in der Lage ist, uns nachhaltig zu begeistern. Es ist das Reich Gottes, das in der Lage ist, den Durst und den Hunger unserer Seele und unseres Herzens zu stillen. Und nichts Geringeres bietet Jesus an. Er will nichts B\u00f6ses von uns, er will dass wir in Ewigkeit gl\u00fccklich sind, am selben Tisch sitzen, mit den geistlichen Helden der Geschichte und uns wahrhaftig freuen, weil wir angenommen sind.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Wieso kann uns Jesus diese gr\u00f6\u00dfte M\u00f6glichkeit unseres Lebens anbieten? Wieso ist er in der Lage, die T\u00fcr zum Reich Gottes zu \u00f6ffnen?<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><b>Zweitens \u2013 Endstation Jerusalem (31-35)<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Wir lesen ab Vers 31: <b>\u201eZu dieser Stunde kamen einige Pharis\u00e4er und sprachen zu ihm: Mach dich auf und geh weg von hier; denn Herodes will dich t\u00f6ten. Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe b\u00f6se Geister aus und mache gesund heute und morgen und am dritten Tage werde ich vollendet sein. Doch muss ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern; denn es geht nicht an, dass ein Prophet umkomme au\u00dferhalb von Jerusalem.\u201c <\/b>Jesus befand sich noch immer in Galil\u00e4a, im Territorium des Landesf\u00fcrsten Herodes. Es \u00fcberrascht, dass ausgerechnet Pharis\u00e4er Jesus warnten und um sein Leben besorgt waren. Fairerweise muss man sagen, dass ihm nicht alle Pharis\u00e4er feindlich gesinnt waren. Mit welcher Absicht auch immer sie Jesus fortschicken wollten, begegnen wir einem gefassten und furchtlosen Jesus. Er ist die eine \u201eHenne\u201c, die keine Angst hat vor dem Fuchs, denn er wei\u00df genau, dass der hinterlistige Herodes keine Macht \u00fcber ihn hatte. Herodes konnte ihn nicht t\u00f6ten und davon abhalten, Gottes Werk zu vollbringen. Zweimal betonte Jesus die Zeit seiner Wirksamkeit: <b>\u201eSiehe, ich treibe b\u00f6se Geister aus und mache gesund heute und morgen und am dritten Tage werde ich vollendet sein. Doch muss ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern; denn es geht nicht an, dass ein Prophet umkomme au\u00dferhalb von Jerusalem.\u201c<\/b> Nur noch eine kleine Zeit w\u00fcrde Jesus in Galil\u00e4a wirken, bis sein Werk vollbracht war. Doch in diesen Worten steckt mehr, als nur sein Zeitplan in Galil\u00e4a. Jesus kannte das Ziel seiner Mission, Jerusalem und er wusste genau, dass ihn ein blutiges Ende erwartete. Jesus w\u00fcrde nach Jerusalem pilgern und sein Leben lassen und Gottes Heilswerk vollbringen.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Betrachten wir, welche Worte Jesus sprach, als er an die Stadt Jerusalem dachte: <b>\u201eJerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre K\u00fcken unter ihre Fl\u00fcgel und ihr habt nicht gewollt! Seht, euer Haus soll euch w\u00fcst gelassen werden. Aber ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt in dem Namen des Herrn!\u201c<\/b> Jesu Herz war zerbrochen, als er an Jerusalem dachte. Durch Jesu Klage wird deutlich, wer er ist und wie wichtig ihm Jerusalem war. Jesus vergleicht sich mit einer Henne, um seine m\u00fctterliche Liebe zum Ausdruck zu bringen (Jerusalem kann stellvertretend f\u00fcr das Volk Gottes stehen). Eine Henne hat ein flauschiges, sch\u00fctzendes Gefieder, indem sich K\u00fcken sehr wohl f\u00fchlen. Instinktiv und eifrig suchen sie Schutz im Gefieder der Henne (K\u00fcken im Karton). Aber Jerusalem verhielt sich nicht wie nat\u00fcrliche K\u00fcken. Sie wollten nicht! Sie wollten nicht unter die Fl\u00fcgel kommen und Schutz finden. Dieses Verhalten legte Jerusalem mehrfach im Laufe ihrer Geschichte an den Tag. Sie t\u00f6teten die Propheten und steinigten diejenigen, die Jesus zu ihnen gesandt hatte, anstatt Bu\u00dfe zu tun und sich unter die Fl\u00fcgel Jesu zu begeben. Als Resultat wurde Jerusalem 587 v.Chr. zerst\u00f6rt. Dieses Mal schickte Jesus nicht einfach einen Propheten, er kam pers\u00f6nlich (Kein Bote, der K\u00f6nig selbst kam). Doch die K\u00fcken w\u00fcrden ihre eigene Mutterhenne preisgeben und t\u00f6ten lassen. Das ist wirklich tragisch. Und traurig aber wahr, Gottes Gericht w\u00fcrde Jerusalem wieder treffen. 70 n.Chr. wurde sie von den R\u00f6mern zerst\u00f6rt. Und Jesus prophezeit, dass Jerusalem ihn nicht mehr sehen w\u00fcrde bis zu der Zeit seiner Wiederkunft. (<b>\u201eGelobt ist, der da kommt in dem Namen des Herrn!\u201c<\/b> erinnert an Palmsonntag. Doch Lukas berichtet, dass es Jesu J\u00fcnger waren, die ihn mit diesem Zitat aus Ps 118 willkommen hie\u00dfen. Jesusalem w\u00fcrde leider viel sp\u00e4ter zur Erkenntnis kommen, wenn nicht gar zu sp\u00e4t).<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\">Wir haben im ersten erfahren, dass Jesus unsere einzige M\u00f6glichkeit ist, ins Reich Gottes zu kommen. Und im zweiten Teil erfahren wir, warum. Weil es eigentlich unm\u00f6glich ist, in das Reich Gottes zu kommen. Weil wir so sind, wie wir sind \u2013 lustlos, ungeistlich, fleischlich, tr\u00e4ge \u2013, haben wir Gottes Gericht verdient. Wir haben es verdient, vor verschlossenen T\u00fcren zu stehen und vom Reich Gottes ausgeschlossen zu sein. Wir haben es verdient, unsere Ewigkeit mit Heulen und Z\u00e4hneklappern zu verbringen. Doch Jesus, mit seiner m\u00fctterlichen Liebe, erbarmte sich \u00fcber uns und \u00f6ffnete eine enge Pforte zur Seligkeit, indem er den Preis f\u00fcr unsere Errettung bezahlte. Der NT-Theologe N.T. Wright erz\u00e4hlt die Geschichte eines Bauernhofes, indem Feuer ausbrach. Viele Tiere starben. Nach dem Feuer fand man den Kadaver einer verkohlten Henne. Unter ihr fand man \u00fcberraschenderweise lebende K\u00fcken. Sie hatte ihre K\u00fcken vor der Gefahr besch\u00fctzt und mit ihrem Leben bezahlt. Schwer vorstellbar, aber wahr. Genauso schwer vorstellbar, dass Jesus sich \u00fcber uns armselige S\u00fcnder erbarmt und mit seinem Leben bezahlt, damit wir gerettet werden. Doch das Evangelium sagt, dass diese frohe Botschaft wahr ist. Nun ist die Frage, wie wir mit dieser frohen Botschaft umgehen. Gott der Herr, der Herrscher \u00fcber Himmel und Erde, stehe uns bei, die richtige Entscheidung zu treffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die enge Pforte \u201eRingt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen und werden&#8217;s nicht k\u00f6nnen.\u201c (24) Wie so oft ist das Reich Gottes Hauptthema der Verk\u00fcndigung und der Wirksamkeit Jesu, so auch im Kapitel 13. Zu Beginn des Kapitels forderte Jesus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13,4],"tags":[],"class_list":["post-3527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lukas","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3527"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3529,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3527\/revisions\/3529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}