{"id":3485,"date":"2015-07-19T12:00:24","date_gmt":"2015-07-19T10:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3485"},"modified":"2022-11-18T12:22:09","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:09","slug":"predigt-lukas-1025-42","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-1025-42\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 10,25 \u2013 42"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Lk-P10-2542.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eEr sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(37)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter geh\u00f6rt zu den bekanntesten und herzerw\u00e4rmendsten Gleichnissen Jesu. Der Begriff \u201eSamariter\u201c wurde zum Innbegriff selbstloser Hingabe und diente gemeinn\u00fctzigen Organisationen als Vorbild und Namensgeber, (wie z.B. dem Samariterbund oder der Samariterstiftung). Es war und ist eine Inspirationsquelle f\u00fcr viele. Leider ist bestenfalls das Gleichnis selbst bekannt, selten der Kontext, indem Jesus dieses Gleichnis eingliederte. Diesen wollen und sollten wir nicht au\u00dfer Acht lassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(In einer Predigt stellte D.A.Carson folgende Struktur im heutigen Text fest: Ein Schriftgelehrter stellte Jesus eine Frage, Jesus antwortet aber nicht direkt, sondern durch eine Gegenfrage. [In der Regel stellte Jesus Gegenfragen, wenn die Motive nicht in Ordnung waren.] Erst als der Schriftgelehrte auf Jesu Gegenfrage antwortet, geht Jesus auf die eigentliche Frage ein. Und dieses Muster geschieht 2 Mal im heutigen Text. Um beim zweiten Mal dient das Gleichnis des barmherzigen Samariters als Vorbereitung f\u00fcr Jesu zweite Gegenfrage. Deshalb ist es wichtig, den Kontext im Auge zu behalten.)<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Betrachten wir den Hergang. Vers 25: <b>\u201eUnd siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es ist die Rede von einem Schriftgelehrten, der Jesus versuchen wollte. Aus welchem Grund sollte ein Schriftgelehrte Jesus versuchen wollen und warum ausgerechnet mit der Frage: <b>\u201eMeister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?\u201c<\/b> Englische Bibel\u00fcbersetzungen verwenden das Wort \u201elaywer\u201c f\u00fcr den Schriftgelehrten, also Anwalt. Anw\u00e4lte befassen sich mit dem Gesetz. Unser geltendes Recht ist s\u00e4kular, doch damals wurde das Leben der Juden durch das Gesetz des Mose bestimmt. Schriftgelehrte waren somit so etwas wie religi\u00f6se Juristen. Sie verfassten offizielle Dokumente und lehrten, wie die Gesetze des Mose im Alltag angewendet werden sollten (Vgl. Stein, Luke, 1992, 315-316). Die Frage nach dem ewigen Leben war eine der h\u00e4ufig diskutierten Themen der damaligen Zeit. Je nach Antwort konnten die Menschen in religi\u00f6s-politische Lager eingeordnet werden (Sadduz\u00e4er, Pharis\u00e4er, Essener etc.). Geh\u00f6rte Jesus dieser oder jener Gruppierung an oder war er gar gesetzeslos? Der Schriftgelehrte sah durch diese Frage eine Gelegenheit, Jesus zu versuchen. Es w\u00e4re besser gewesen, er h\u00e4tte diese Frage aus aufrichtigem Herzen gestellt. Doch unser Herr Jesus nahm alle Menschen auf, die zu ihm kamen. Er war bereit, selbst denen zu helfen, die gekommen waren, um ihn anzugreifen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie antwortete Jesus? <b>\u201eEr aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?\u201c<\/b> Jesus antwortet mit einer Gegenfrage. Das zeigt, dass Jesus die hinterh\u00e4ltige Absicht des Schriftgelehrten durchschaut hat.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Warum fragte Jesus nach dem Gesetz? Angenommen ein R\u00f6mer oder Grieche h\u00e4tte Jesus versucht, dann h\u00e4tte Jesus sicher mit einer anderen Gegenfrage gekontert. Welche (Gegen)Frage stellt man einem Experten des Gesetzes? Die Antwort ist: Was sagt das Gesetz dazu! (Geh voran, sag du mir, wie man das ewige Leben empf\u00e4ngt). <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir lesen \u00fcber den Schriftgelehrten: <b>\u201eEr antwortete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kr\u00e4ften und von ganzem Gem\u00fct und deinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u201c<\/b>. Diese Antwort ist erstaunlich. Erstaunlich deshalb, weil das Gesetz des Mose aus hunderten Geboten besteht und weil dieses Gebot kein einheitliches Gebot ist, sondern eine Zusammenstellung zweier Gebote, eins aus dem Buch Levitikus und eins aus dem Buch Deuteronomium. Wie auch immer, verband dieser Schriftgelehrte beide Gebote und stellte sie als Essenz des gesamten Gesetzes vor, um auf die Frage zu antworten: Was sagt das Gesetz dar\u00fcber, wie das ewige Leben empfangen werden kann. (Das ist wirklich erstaunlich). <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Jesus teilte ihm mit: <b>\u201eDu hast recht geantwortet, tu das, so wirst du leben\u201c<\/b>. Jesus forderte ihn ganz klar auf, Gott zu lieben und seine N\u00e4chsten, wie sich selbst.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir wollen uns zun\u00e4chst \u00fcber den Inhalt dieses Gebotes \/ dieser Gebote Gedanken machen. Der erste Teil fordert dazu auf, Gott auf besondere Weise zu lieben. D.A.Carson verweist auf den Kontext dieses Gebotes. Das Volk Israel wurde aus der \u00e4gyptischen Sklaverei gef\u00fchrt, um Gottes Volk zu werden. In \u00c4gypten waren sie umgeben von verschiedenen G\u00f6ttern. Auf sie wartete das verhei\u00dfene Land, ein Land, in dem verschiedene G\u00f6tter angebetet wurden. Im gesamten Alten Testament wurde die Anbetung verschiedener G\u00f6tter (Baal, Aschera etc) ein Fallstrick f\u00fcr Israel, so dass ihre Nation daran zerriss. (W\u00e4hrend der Schriftgelehrte sich mit Jesus unterhielt, waren die Juden umgeben von R\u00f6mern, mit ihren vielen G\u00f6ttern, die sie u.a. von den Griechen \u00fcbernommen und umbenannt hatten.) Das h\u00f6chste Gebot lehrt unmissverst\u00e4ndlich: Teile dein Herz nicht, diene nicht verschiedenen G\u00f6ttern, bete nicht mehrere an. Es ist nur einer, der wahrhaftig Gott ist und nur er ist w\u00fcrdig, geliebt zu werden, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kr\u00e4ften und von ganzem Gem\u00fct! Gott kompromisslos zu lieben, mit dem Kopf und mit dem Herzen hat unheimlich viel zu tun mit unserer Daseinsbedeutung! Allerdings m\u00f6chte Gott keine egoistischen Anbeter, die mit anderen r\u00fccksichtslos umgehen. So lautet der zweite Teil des Gebotes, der im heutigen Text besondere Aufmerksamkeit gewidmet ist: <b>\u201eund deinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u201c<\/b>. (Religi\u00f6se Hingabe soll nicht auf Kosten der N\u00e4chstenliebe erfolgen. Wir bekommen im Laufe des heutigen Textes zwei Negativbeispiele serviert.) Gott will, dass wir ihn lieben und gleichzeitig ein Herz haben f\u00fcr unsere N\u00e4chsten.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit dem ersten Schlagabtausch hatte der Schriftgelehrte sein Ziel nicht erreicht. Er wollte Jesus eine Falle stellen, war aber selbst hineingetappt. Deshalb ging es in die zweite Runde. Betrachten wir, wie die gesamte Sequenz von Frage, Jesu Gegenfrage, Antwort und Jesu Antwort von vorne beginnt. Vers 29: <b>\u201eEr aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein N\u00e4chster?\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aufmerksame Beobachter haben festgestellt: Er ging nicht auf den ersten Teil des Gebotes ein. Er fragte nicht nach Gott. Wieso nicht? Auf der einen Seite muss er ziemlich \u00fcberzeugt von sich und seiner Liebe zu Gott gewesen sein, schlie\u00dflich war er ein Schriftgelehrter, die hohes Ansehen genossen. Auf der anderen Seite ist Gott einer, w\u00e4hrend die N\u00e4chsten viele sein k\u00f6nnen. Der Schriftgelehrte konnte sich vllt. etwas vormachen und meinen Gott zu lieben. Aber er wusste ganz genau, dass er nicht alle N\u00e4chsten lieben konnte, wie sich selbst. Was machte er also? Er rechtfertigte sich selbst! Er beging die Flucht nach vorne.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und darin, sich selbst rechtzufertigen, waren Schriftgelehrte Experten. Das war sein Beruf! Er interpretierte das Gesetz, nach seinem Gutd\u00fcnken, machte anderen durch Verkomplizierungen das Leben schwer, wobei er sich selbst jederzeit rechtfertigen konnte. Ein Kapitel sp\u00e4ter platze Jesus der Kragen, als er sah, wie die Schriftgelehrten sich gegen\u00fcber den Pharis\u00e4ern rechtfertigen. Im Lk 11,46 lesen wir: \u201e<b>Er aber sprach: Weh auch euch Schriftgelehrten! Denn ihr beladet die Menschen mit unertr\u00e4glichen Lasten und ihr selbst r\u00fchrt sie nicht mit einem Finger an.\u201c<\/b> Seine Frage: <b>\u201eWer ist denn mein N\u00e4chster\u201c<\/b>, l\u00e4sst vermuten, dass er eine strukturierte aber korrupte Definition von seinem N\u00e4chsten hatte, um sich zu rechtfertigen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Anstatt sich auf eine theologisch-philosophische Diskussion mit dem Schriftgelehrten einzulassen, griff Jesus die in den Raum geworfene Frage nach dem N\u00e4chsten auf und platzierte sie auf den staubigen und gef\u00e4hrlichen Weg zwischen Jerusalem und Jericho <i>(Vgl. Martin Luther King Jr, I\u2019ve Been to the Mountaintop\u201c, 1968).<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Betrachten wir das Gleichnis:\u00a0<b>\u201eDa antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die R\u00e4uber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und lie\u00dfen ihn halb tot liegen.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Weg zwischen Jerusalem und Jericho war h\u00e4ufig \u201ebefahren\u201c, u.a. auch deshalb, weil diese Verbindung einen Teilabschnitt des Pilgerweges zwischen Jerusalem und Galil\u00e4a darstellte. Es war einfacher durch Samarien zu reisen, doch weil sich Juden und Samariter wie die Pest hassten, machten die j\u00fcdischen Pilger diesen gef\u00e4hrlichen Umweg. Und gerade der Abschnitt zwischen Jerusalem und Jericho wurde \u201eBlutweg\u201c genannt, u.a. weil R\u00e4uber die Pilger \u00fcberfielen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">So erging es auch dem Mann, im Gleichnis Jesu. Von den R\u00e4ubern wurde er blutig geschlagen, ausgeraubt, ausgezogen und halbtot liegengelassen. Halbtot bedeutet z.B. auch, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Ihm blieben vllt. 1 Std. oder 2.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir lesen weiter: <b>\u201eEs traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Stra\u00dfe hinabzog; und als er ihn sah, ging er vor\u00fcber.\u00a0Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vor\u00fcber.\u201c<\/b> F\u00fcr den Halbtoten k\u00f6nnte man meinen: Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck. Nicht nur, dass 2 M\u00e4nner vorbeikamen und ihn fanden; es waren auch geistliche M\u00e4nner, der Erste ein Priester, der Zweite ein Levit. Wenn ihm jemand helfen w\u00fcrde, dann diese. Falsch gedacht. Beide gingen vor\u00fcber. Die NIV sagt sogar, dass sie die \u201eStra\u00dfenseite\u201c wechselten, w\u00e4hrend sie an ihm vorr\u00fcbergingen. (Angenommen 100m weiter w\u00fcrde ein Filmteam stehen und den Priester und den Leviten interviewen und fragen: Wieso sind sie einfach vorbeigegangen, anstatt dem Notleidenden zu helfen? Was h\u00e4tten diese gesagt?) Nat\u00fcrlich h\u00e4tten sich diese auf vielf\u00e4ltige Weise gerechtfertigt. Der Priester h\u00e4tte gesagt, er w\u00e4re davon ausgegangen, der Mann sei bereits tot und er d\u00fcrfe unter keinen Umst\u00e4nden durch einen Toten verunreinigt werden, schlie\u00dflich darf er nicht zu sp\u00e4t zum Gottesdienst kommen. Der Levit h\u00e4tte noch hinzugef\u00fcgt, dass \u00fcberall R\u00e4uber lauerten. Was w\u00fcrde es bringen, wenn er beim Hilfsversuch ebenfalls \u00fcberfallen und halbtotgeschlagen w\u00fcrde. Dann w\u00e4ren es schon zwei Pflegef\u00e4lle. Es gibt so viele Gr\u00fcnde, seine N\u00e4chsten nicht zu lieben und sich auch noch zu rechtfertigen. Und dieses Verhalten passte haargenau zum Schriftgelehrten, der sich gegen\u00fcber Jesus rechtfertigen wollte. Wir sehen, nicht nur egoistische Motive hindern uns an der N\u00e4chstenliebe, auch religi\u00f6se Motive k\u00f6nnen ein Hindernis sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dann lie\u00df Jesus die Bombe platzen: <b>\u201e\u00a0Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn;\u00a0und er ging zu ihm, goss \u00d6l und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.\u00a0Am n\u00e4chsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir&#8217;s bezahlen, wenn ich wiederkomme.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich kann mir so gut vorstellen, wie der Schriftgelehrte, als er h\u00f6rte, dass ausgerechnet ein Samariter Mitleid mit dem j\u00fcdischen Reisenden hatte und all diese guten Taten an ihm vollbrachte, innerlich sagte: Bitte kein Samariter, alles, nur kein Samariter. Denn Juden und Samariter hassten sich! F\u00fcr die Juden war das Wort \u201eSamariter\u201c ein Schimpfwort. Im Joh.evg. lesen wir: <b>\u201eDa antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen b\u00f6sen Geist hast?\u201c<\/b> (Joh 8,48). F\u00fcr die Juden waren die Samariter ein unreines Mischvolk, das nicht an die gesamte heilige Schrift glaubte und ihre Propheten ablehnte. F\u00fcr die Samariter waren die Juden arrogante Radikale, die eingefallen waren und ihren Tempel zerst\u00f6rt hatten. Es gab viel b\u00f6ses Blut zwischen Juden und Samaritern.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch unter diesen Gesichtspunkten tat der Samariter wirklich Bemerkenswertes. Er k\u00fcmmerte sich um seinen politischen und religi\u00f6sen Kontrahenten. Im Gegensatz zum Priester und Leviten zeigte er Charakter! Er hatte Mitleid, mit dem Leidenden. Er liebte ihn wie sich selbst. Er ging zum Verletzten, desinfizierte seine Wunden, verband sie, hob den Mann auf sein Tier und lief bis zur n\u00e4chsten Herberge und pflegte ihn selbst, zahlte am n\u00e4chsten Tag 2 Silbergroschen und war bereit, auf dem R\u00fcckweg alle Aufenthaltskosten des Patienten zu tragen. D.A.Carson kommentiert, dass es vielleicht 2 Wochen oder mehr gedauert h\u00e4tte, bis der Mann genesen war. H\u00e4tte der Samariter seine Kosten nicht getragen, h\u00e4tte ihn der Wirt als Sklave behalten k\u00f6nnen, weil der Mann mittellos war und auf diese Weise Schulden beglichen wurden. Der Samariter leistete also nicht nur Erste Hilfe, sondern bewahrte ihn vor der Sklaverei.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Jesus wusste, dass er durch den barmherzigen Samariter eine Grenze \u00fcberschreiten w\u00fcrde, die der j\u00fcdischen Seele Schmerzen bereitete. Doch diese unfassbare Geschichte sollte der eigentlichen Gegenfrage Jesu dienen: <b>\u201eWer von diesen dreien, meist du, ist der N\u00e4chste gewesen dem, der unter die R\u00e4uber gefallen war?\u201c<\/b> Sogar der stolze Schriftgelehrte musste (wahrscheinlich mit Z\u00e4hneknirschen) gestehen: <i>\u201eDer die Barmherzigkeit an ihm tat\u201c<\/i>, wobei er das Wort \u201eSamariter\u201c nicht \u00fcber die Lippen bringen konnte. <b>\u201eDa sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!\u201c<\/b> Ende der Diskussion.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was vermittelte Jesus dem Schriftgelehrten? 1) Durch sein Gleichnis hob Jesus alle Grenzen der N\u00e4chstenlieben auf. Es gibt keine Grenzen f\u00fcr N\u00e4chstenliebe, auch nicht f\u00fcr uns! Weder politische (er ist Sozialist, ich bin konservativ), noch soziale (er ist reich, ich bin arm oder umgekehrt), noch nationale (er kommt aus Griechenland&#8230;), noch religi\u00f6se (er hat einen anderen Glauben oder gar keinen Glauben, ich muss aber zum Gottesdienst). Menschen haben sich so viele Grenzen gesetzt aber Jesus hebt sie durch den barmherzigen Samariter auf. Und gerade wir Christen k\u00f6nnen der Welt ein Wohlgeruch Jesu Christi sein und ein lebendes Zeugnis, wenn wir unsere N\u00e4chsten lieben.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">2) Weil Jesus alle Grenzen der N\u00e4chstenlieben aufhebt, kann sich niemand selbst rechtfertigen! Wie sieht dann der Weg zum ewigen Leben aus?<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wisst ihr, eine bodenlose Frechheit war nicht nur das unlautere Motiv des Schriftgelehrten, Jesus zu versuchen, sondern auch seine Frage, was er tun musste, um das ewige Leben zu erben.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Seine Frage ist inakzeptabel, weil Jesus gekommen ist, um uns das ewige Leben zu geben. In den Versen 23 und 24 haben wir gelesen: <b>\u201eSelig sind die Augen, die sehen, was ihr seht.\u00a0Denn ich sage euch: Viele Propheten und K\u00f6nige wollten sehen, was ihr seht, und haben&#8217;s nicht gesehen, und h\u00f6ren, was ihr h\u00f6rt, und haben&#8217;s nicht geh\u00f6rt.\u201c<\/b> Jesus ist der Weg zum ewigen Leben aber dieser Mann kommt, schaut diesen Jesus an und fragt frech, was er tun muss, um das ewige Leben zu erben. (Es w\u00fcrde mehr Sinn ergeben, zu fragen: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu verdienen. Denn geleistete Arbeit generiert einen Lohn. Erbe kommt anders zustanden. Es kann in der Regel weder erarbeitet noch verdient werden, sondern wird unverdient vergeben, aufgrund einer Beziehung.)<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Jesus das Gebot mit den Worten <b>\u201etu das, so wirst du leben\u201c<\/b> bejahte, verband er das Tun (des Gesetzes) nicht mit dem Erben (des ewigen Lebens). Jesus best\u00e4tigt, dass das Tun des Gesetzes zum ewigen Leben f\u00fchrt (d.h. f\u00fcr das ewige Leben qualifiziert). Jesus sagt dem Schriftgelehrten: Liebe Gott und deine N\u00e4chsten. Das gef\u00e4llt Gott. Das ist der Weg des Lebens. Und viel Erfolg dabei! Zeig, wie weit du kommst! Die Frage nur ist: Wer kann dieses Gebot auf eine tadellose Weise halten, um dadurch gerecht und gerettet zu werden? Der Schriftgelehrte sollte durch das Gesetz erkennen, dass ihm jegliche Grundlage der Rechtfertigung fehlte. Die ganze Thematik ist ein einziger Schrei nach dem Evangelium.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und auch wenn es nicht Jesu prim\u00e4re Absicht war, sich selbst durch das Gleichnis zu verk\u00fcnden, so sind die Parallelen doch deutlich vorhanden. (Mit wem kann Jesus verglichen werden, mit dem Reisenden oder mit dem Samariter? \uf0e0 mit beiden!) Letzte Wochen haben wir (von Henoch) erfahren, dass Jesus sich auf die Reise nach Jerusalem begeben hat, um Gottes Heilswerk zu vollbringen. Jesus hatte vor, durch Samarien zu reisen aber die Samariter hie\u00dfen ihn nicht willkommen. Also musste Jesus wohl dieselbe Route w\u00e4hlen, wie der \u00fcberfallene Mann im heutigen Text, nur in entgegengesetzte Richtung. Und Jesus ging den \u201eBlutweg\u201c bis zum bitteren Ende. Er wurde \u00fcberfallen, geschlagen, ihm wurde die Kleidung geraubt. Er wurde aber nicht halbtot zur\u00fcckgelassen. Bis zum letzten Atemzug litt er am Kreuz, wo er sein Leben lie\u00df.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Jesus den barmherzigen Samariter verk\u00fcndete, war es nicht blo\u00dfes Mundwerk. 13 Kapitel sp\u00e4ter berichtet Lukas Jesu Gebet am Kreuz: <b>\u201eVater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c<\/b> Das Evangelium verk\u00fcndet uns Jesus, der barmherziger ist, als irgendein Mensch nur sein kann. Weil er den \u201eBlutweg\u201c f\u00fcr uns gegangen ist, hat er uns helfen k\u00f6nnen, als wir halbtot auf der Strecke lagen, nackt und hilflos. Er hat uns aufgerichtet, unsere Wunden verbunden, uns Herberge gegeben und den Preis unserer Rettung gezahlt, damit wir nicht in Sklaverei enden, sondern in ihm frei sind. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Jesus ist der einzige Mensch, der Gott mit ungeteiltem Herzens liebte und seine N\u00e4chsten, wie sich selbst. Nur Jesus vermochte, zu erf\u00fcllen, was das Gesetz fordert und das tadellos. Und weil er das Gesetz erf\u00fcllt hat, ist er unser Weg zum ewigen Leben und nicht das Gesetz. Und das ist wirklich gute Nachricht f\u00fcr uns, S\u00fcnder, ohne jede Grundlage der eigenen Rechtfertigung.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch wir sollen Gott lieben und unsere N\u00e4chsten lieben. Aber nicht, um das ewige Leben zu erhalten, sondern weil wir das ewige Leben erhalten haben. Spurgeon schrieb: <i>\u201eEs darf niemals vergessen werden, was das Gesetz von uns fordert, bewirkt das Evangelium in uns. N\u00e4chstenliebe ist keine Bedingung f\u00fcr Errettung, sondern ihre Frucht.\u201c<\/i> Je mehr wir die Gr\u00f6\u00dfe der Gnade Christi begreifen, die uns das Evangelium verk\u00fcndet, umso mehr werden wir Gott von ganzem Herzen lieben und unsere N\u00e4chsten, wie uns selbst.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Betrachten wir die Verse 38-42. Lukas schildert uns eine Szene zwischen Jesus, Marta und Maria, die so vertraut und sympathisch klingt, weil jeder von uns sich darin hineinversetzen kann. Jesus und seine J\u00fcngern kamen in ein Dorf und <b>\u201eDa war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf.\u201c<\/b> Marta, die Schwester von Maria, war Gastgeberin. Wenn nur die 12 J\u00fcnger Jesu dabei waren, hatte Marta 13 G\u00e4ste. Bewirte mal 13 G\u00e4ste (vielleicht kam noch Lazarus vorbei). <b>\u201eUnd sie hatte eine Schwester, die hie\u00df Maria; die setzte sich dem Herrn zu F\u00fc\u00dfen und h\u00f6rte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester l\u00e4sst allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und M\u00fche. Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erw\u00e4hlt; das soll nicht von ihr genommen werden.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sowohl Marta als auch Jesus erkannten eine Not; die allerdings nicht \u00fcbereinstimmten. Martas Not war die K\u00fcche. Sie ben\u00f6tigte dringend Hilfe, damit das Essen rechtzeitig fertig w\u00fcrde und nicht anbrannte. Und sie \u00e4rgerte sich, \u00fcber Maria, weil sie faul herumsa\u00df, statt zu dienen, das war ein riesiger Affront. Jesus sah eine andere Not, eine geistliche Not. Aus diesem Grund war es der bessere Teil, den Platz zu Jesu F\u00fc\u00dfen zu w\u00e4hlen, um seiner Rede zuzuh\u00f6ren. In dieser Hinsicht hatte Maria das gute Teil erw\u00e4hlt, das nicht von ihr genommen werden sollte.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Jesus setzte klare Priorit\u00e4ten. F\u00fcr ihn war das Evangeliumswerk wichtiger, als das Abendessen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was ist die Lehre f\u00fcr uns? Auch wir k\u00f6nnten Jesus mit viel M\u00fche, Arbeit und Sorgen dienen und glauben, dieser Weg sei der richtige Weg und andere kritisieren, die ihr Glaubensleben nicht auf dieselbe Weise f\u00fchren, wie wir es tun. Aber es k\u00f6nnte sein, dass Jesus den anderen Recht gibt und dich auffordert, erst einmal aufzuh\u00f6ren zu schuften und dich in aller Ruhe hinzusetzen, zu seinen F\u00fc\u00dfen und seinem Evangelium zuzuh\u00f6ren und die Gemeinschaft mit ihm zu genie\u00dfen! Das werden wir schlie\u00dflich auch in Ewigkeit tun.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Um die Verbindung zum ersten Teil herzustellen, half Jesus Marta, Gott zu lieben (anstatt sich bei ihm zu beschweren) und ihre Schwester zu lieben. (Das Essen w\u00fcrde dann sicherlich auch besser schmecken). Unsere Werke werden dann ebenfalls eine andere Qualit\u00e4t haben.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter \u201eEr sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. 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