{"id":345,"date":"2009-09-28T05:55:02","date_gmt":"2009-09-28T04:55:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=345"},"modified":"2023-01-29T20:25:15","modified_gmt":"2023-01-29T19:25:15","slug":"345","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/345\/","title":{"rendered":"Predigt: Richter 3,7-5,31"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/Richter-27-531.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Debora, eine Mutter in Israel<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eStill war\u2019s bei den Bauern, ja still in Israel, bis du, Debora, aufstandest, bis du aufstandest, eine Mutter in Israel.\u201c<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">(Ri 5,7)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir angefangen das Buch Richter zu studieren. In der heutigen Lektion werden wir erfahren, wie Gott die ersten vier Richter einsetzte. Wir werden sehen, wie Gott bei ihnen war und wie sie allein durch Gottes Beistand zu gro\u00dfartigen Taten in der Lage waren. Wir werden insbesondere eine herausragende geistliche Pers\u00f6nlichkeit kennen lernen, n\u00e4mlich die Prophetin und Richterin Debora. M\u00f6ge der heutige Text uns vor allem helfen, den Gott der Geschichte kennen zu lernen, der die unglaublichsten Menschen f\u00fcr sein glorreiches Werk auserw\u00e4hlt hat.<\/p>\n<p><strong>Teil I&nbsp;&nbsp; Die Richter Otniel, Ehud und Schamgar<\/strong> (3,7-4,3)<\/p>\n<p>Der heutige Text f\u00e4ngt leider nicht sehr sch\u00f6n an. Von welcher Trag\u00f6die berichtet Vers 7? Mit ihren Taten missfielen die Israeliten Gott, denn sie dienten aktiv anderen G\u00f6ttern und verga\u00dfen dabei den einzigwahren Gott. Das ist wirklich sehr traurig. Was war die Folge? Betrachten wir Vers 8. Mit ihrem G\u00f6tzendienst, den Gott als oberstes der 10 Gebote ausdr\u00fccklich verboten hatte, verletzten sie das Herz Gottes auf unnachvollziehbare Weise, so dass Gottes Zorn \u00fcber sie entbrannte und sie acht Jahre dem K\u00f6nig von Mesopotamien dienen mussten. Das war Gottes Antwort auf ihr gottloses Leben. Doch haben sie Gottes eindeutige Sprache verstanden? Wohl kaum, denn 8 Jahre lang gaben sie sich ihrem Schicksal hin. Niemand kam auf die Idee, sein s\u00fcndiges Leben mit der Knechtschaft in Verbindung zu setzen. So lange es ging, erduldeten sie das Leiden, niemand kehrte um zu Gott.<\/p>\n<p>Was geschah? Lesen wir Vers 9: <strong>\u201eDa schrien die Israeliten zu dem Herrn, und der Herr erweckte ihnen einen Retter, der sie errettete, Otniel, den Sohn des Kenas, des j\u00fcngsten Bruders von Kaleb.\u201c<\/strong> Was lernen wir \u00fcber Gott? 8 Jahre lang errettete Gott sie nicht, denn niemand fragte nach ihm. Der Zugzwang lag ganz klar beim Volk. Sie mussten ihre geistliche Realit\u00e4t erkennen und umkehren. Erst als ihre Last zu schwer wurde und sie zum Herrn schrien, fing Gott an zu wirken. Er erweckte ihnen einen Retter, Otniel, den Neffen Kalebs. Was lernen wir? Wer errettet werden will, muss schreien und zu Gott kommen. Gott wartet, seine Hilfe steht bereit, es liegt am Menschen, diese in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 10, warum konnte Otniel ein Retter sein? <strong>\u201eUnd der Geist des Herrn kam auf ihn, und er wurde Richter in Israel und zog aus zum Kampf. Und der Herr gab den K\u00f6nig von Mesopotamien Kuschan-Rischatajim in seine Hand, so dass seine Hand \u00fcber ihn stark wurde.\u201c<\/strong> Man nimmt an, dass Otniel mittlerweile gealtert war. Doch als der Geist des Herrn auf ihn kam, konnte er als Richter in den Kampf ziehen und den K\u00f6nig von Mesopotamien bezwingen. Was lernen wir somit \u00fcber Gottes Berufung? Wir lernen, worauf es beim Dienst ankommt und worauf es nicht ankommt. Wir dienen der Studentenmission, weil wir dazu berufen sind. Doch Entscheidungskriterium hierf\u00fcr ist weder unser Alter, noch sonstige Umst\u00e4nde, die uns betreffen k\u00f6nnten. Entscheidend aber ist der Geist Gottes. Mit dem Geist Gottes k\u00f6nnen wir selbst mit grauen Haaren oder Falten im Gesicht ein Segen f\u00fcr die Studenten sein.<\/p>\n<p>Wie ging es mit dem Volk weiter? Betrachten wir Verse 11 und 12. 40 Jahre lang hatte das Land Ruhe, solange Otniel, der Richter, lebte. Doch als er starb, taten die Israeliten wiederum was dem Herrn missfiel. Sie begangen denselben Fehler, wie 48 Jahre zuvor. Und Gott reagierte auf die gleiche Weise: <strong>\u201eDa machte der Herr den Eglon, den K\u00f6nig der Moabiter, stark gegen Israel, weil sie taten, was dem Herrn missfiel.\u201c<\/strong> Hatte die erste Sklaverei 8 Jahre gedauert, so dauerte die zweite 18 Jahre (V 14). Wieder reagierte Gott 18 Jahre lang nicht auf die Gefangenschaft, weil niemand nach ihm fragte. Gott will helfen, aber er wartet auf einen Hilferuf.<\/p>\n<p>Was geschah? Lesen wir Vers 15a: <strong>\u201eDa schrien sie zu dem Herrn, und der Herr erweckte ihnen einen Retter, Ehud, den Sohn Geras, den Benjaminiter; der war linksh\u00e4ndig.\u201c<\/strong> Wie errette Ehud das Volk von der zweiten Knechtschaft? Die Geschichte ist schnell erz\u00e4hlt. Er versteckte einen kleinen Dolch, als er dem K\u00f6nig der Moabiter den Tribut zahlen wollte. Mit dem Vorwand, ihn unter vier Augen sprechen zu wollen, nutzte er die Gelegenheit und erstach den K\u00f6nig mit dem Dolch und floh unbemerkt. Doch wenn wir uns den Text genauer anschauen, erfahren wir interessante Details \u00fcber Ehud. Er war ganz anders als sein Vorg\u00e4nger Otniel. Otniel stammte aus dem gro\u00dfen und starken Stamm Juda. Ehud aber stammte aus dem kleinsten und schw\u00e4chsten Stamm, Benjamin. Judas Wappentier ist bis heute der L\u00f6we und Otniels Name hei\u00dft \u00fcbersetzt: L\u00f6we Gottes. Im Vergleich dazu war Benjamin ein K\u00e4tzchen. Au\u00dferdem war Ehud linksh\u00e4ndig. Heutzutage gibt es alle m\u00f6glichen Haushaltsgegenst\u00e4nde auch f\u00fcr Linksh\u00e4nder. Im hebr\u00e4ischen Original steht aber dass er mit seiner rechten Hand nicht gut umgehen konnte. Der Retter Israels stammte also aus dem kleinsten Stamm und hatte ein Handicap. Gottes Auswahl ist \u00fcberraschend. Doch wir sehen, dass sich bei Gott Schw\u00e4chen in St\u00e4rken verwandeln, so konnte Ehud bspw. seinen Dolch an der rechten H\u00fcfte verstecken und in den Palast schmuggeln, weil die k\u00f6niglichen Leibw\u00e4chter anscheinend nur die linke H\u00fcfte durchsuchten. Au\u00dferdem erwies er sich als ausgezeichneten Strategen, der das Volk leiten und durch die m\u00e4chtige Hand Gottes in den Sieg f\u00fchren konnte. Die Botschaft des Verfassers ist eindeutig: Durch Gottes Beistand k\u00f6nnen auch Menschen mit suboptimalen Verh\u00e4ltnissen gro\u00dfe Glaubenssiege erlangen. Das ist auch eine Ermutigung f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Was geschah? Betrachten wir Vers 30: <strong>\u201eSo wurden die Moabiter zu jener Zeit unter die Hand Israels gedem\u00fctigt. Und das Land hatte Ruhe achtzig Jahre.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Welcher Retter kam nach Ehud? Betrachten wir Vers 31: <strong>\u201enach ihm kam Schamgar, der Sohn Anats. Der erschlug sechshundert Philister mit einem Ochsenstecken, und auch er errettete Israel.\u201c<\/strong> Viel erfahren wir von Schamgar nicht. Aber wir erfahren genug um \u00fcber Gottes Wahl zu staunen. Schamgar errettete Israel, indem er 600 Philister erschlug. Doch seine Waffe war kein Zauberschwert, kein Excalibur. Seine Wunderwaffe war sage und schreibe ein Ochsenstecken. Damit treibt man in der Regel Ochsen an. Er muss also Viehzucht betrieben haben. Was erfahren wir dadurch \u00fcber Gott? Als Retter Israels erw\u00e4hlte er keinen ber\u00fchmten und starken Helden, sondern einen unbekannten Bauern, mit einem Stock. Die Botschaft der Bibel ist eindeutig: Gott kann jeden Menschen f\u00fcr sein Errettungswerk gebrauchen. Niemand ist zu ungeeignet.<\/p>\n<p>In der Welt w\u00fcrde wohl niemand auf diese drei M\u00e4nner setzen, denn das Richteramt war eine der wichtigsten \u00c4mter im ganzen Land und verlangte ein H\u00f6chstma\u00df an Verantwortung. Der jeweilige Richter sollte nicht nur richten, sondern Krieg f\u00fchren und das Volk leiten. Aus menschlicher Sicht k\u00e4me nur die Elite, die Cr\u00e8me de la cr\u00e8me in Frage. Die ersten drei Richter, die Gott ausgesucht hat, waren aber das genaue Gegenteil. Bei jeder Castingshow w\u00fcrden sie h\u00f6chstwahrscheinlich durchfallen. Bei Gott gelten aber andere Regeln. Er erw\u00e4hlte einen alten Mann, einen Linksh\u00e4nder und einen Bauern mit einem Ochsenstecken. Die scheinbar unabgebrachte Auswahl Gottes erwies sich letztendlich als \u00e4u\u00dferst erfolgreich im Kampf gegen die Feinde. Sie f\u00fchrten nicht nur Krieg, sondern regierten das Land mehrere Jahrzehnte und \u00fcbten guten geistlichen Einfluss aus. Wir lernen dadurch, dass Gott allm\u00e4chtig ist und in der Geschichte wirkt. Diesen Gott d\u00fcrfen wir in unserem Leben ebenfalls erfahren. Gott m\u00f6chte auch in unserer Zeit Menschen wie du und ich f\u00fcr sein gro\u00dfes Erl\u00f6sungswerk gebrauchen. Wenn ich auf mich selbst schaue, sehe ich nur Schw\u00e4chen. Doch Gott verwandelt unsere Schw\u00e4chen in St\u00e4rken, wenn wir seine Berufung annehmen. M\u00f6ge Gott auch uns f\u00fcr die gro\u00dfartige Errettung des Volkes gebrauchen, so wie er die damaligen Richter gebraucht hat.<\/p>\n<p>Was geschah mit dem Volk? Betrachten wir die ersten drei Verse aus Kapitel 4. Genau wie die vorigen Male taten sie erneut was dem Herrn missfiel. Und wiederum verkaufte Gott sie in die Hand eines K\u00f6nigs. Dieser unterdr\u00fcckte das Volk durch 900 eiserne Wagen, so dass es nicht anders konnte, als zum Herrn zu schreien.<\/p>\n<p>Wir sehen, dass sich die Geschichte \u00fcber Jahrzehnte hinweg wiederholte. Immer wieder fiel das Volk von Gott ab. Dadurch wird deutlich, dass der Mensch immer wieder von seiner s\u00fcndigen Natur getrieben wird. Doch Gott rettet die Menschen nicht automatisch. Vielmehr zeigt Gott seine Intoleranz hinsichtlich der s\u00fcndigen Neigung des Menschen. Sie soll keine Entschuldigung f\u00fcr Gottlosigkeit sein. Der Mensch darf sich mit seiner S\u00fcnde nicht abfinden. Gott reagierte jedes Mal, er lie\u00df sie die bitteren Fr\u00fcchte ihrer S\u00fcnde schmecken. Gott will unser S\u00fcndenproblem behandeln und er will mit uns leben. Wir brauchen dieses Bewusstsein. Lasst uns zu ihm kommen.<\/p>\n<p><strong>Teil II&nbsp; Debora und Barak<\/strong> (4,3-24)<\/p>\n<p>Wem wurde das Richteramt als n\u00e4chstes anvertraut? Betrachten wir Vers 4: <strong>\u201eZu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, die Frau Lappidots.\u201c<\/strong> Debora war keine gew\u00f6hnliche Hausfrau. Sie war Prophetin. Gott hatte sie erw\u00e4hlt, um zu ihr zu sprechen, um ihr sein Wort anzuvertrauen, damit sie dem Volk die Wahrheit verk\u00fcnden konnte. Sie war somit auch eine Bibellehrerin f\u00fcr das Volk. Durch Vers 5 erfahren wir, dass die Israeliten zu ihr zum Gericht kamen. Sie ist die erste Richterin, die unserem heutigen Bild eines Richters entspricht. Und die Menschen in Israel vertrauten ihr offenbar. Sie kamen mit ihren Belangen und vertrauten auf ihr Urteilsverm\u00f6gen, denn sie wussten, dass Gott mit ihr war und dass sie nicht aus menschlicher Weisheit oder Erfahrung richtete, sondern aufgrund des Wortes Gottes.<\/p>\n<p>Wieso wurde dieses Mal kein Mann als Richter berufen, sondern Debora? Im Kap. 5,7 erfahren wir \u00fcber sie: <strong>\u201eStill war\u2019s bei den Bauern, ja still in Israel, bis du, Debora, aufstandest, bis du aufstandest, eine Mutter in Israel.\u201c<\/strong> Sie lebte in einer Zeit, in der niemand aufstand. Wo waren sie alle hin, die mutigen, starken M\u00e4nner des Landes? Sie alle waren still. Sie unterhielten sich vielleicht \u00fcber Politik oder \u00fcber Fu\u00dfball. Aber niemand stand auf und niemand trug Verantwortung. Doch inmitten dieses kollektiven Nichtstuns, stand Debora auf. Und das ist sehr bemerkenswert. Dadurch zeigt sich ihr Problembewusstsein f\u00fcr die Lage des Volkes. Sie war eine Mutter, f\u00fcr ganz Israel. Sie hatte ein m\u00fctterliches Herz, f\u00fcr das ganze Volk. Eine Mutter h\u00e4lt das Leid ihrer Kinder nicht aus. Sie kann nicht ruhig sitzen bleiben, sondern unternimmt alles um ihren Kindern zu helfen. Und so eine Frau war Debora. Gott erw\u00e4hlte Debora, weil sie zum einen das Wort Gottes beherzigte und weil sie als eine Mutter f\u00fcr Israel aufstand.<\/p>\n<p>Was lie\u00df Debora tun? Lesen wir Kap. 4,6: <strong>\u201eUnd sie sandte hin und lie\u00df rufen Barak, den Sohn Abinoams aus Kedesch in Naftali, und lie\u00df ihm sagen: Hat dir nicht der Herr, der Gott Israels, geboten: Geh hin und zieh auf den Berg Tabor und nimm zehntausend Mann mit dir von Naftali und Sebulon?\u201c<\/strong> An dieser Stelle und im Verlauf des Textes hinterl\u00e4sst Barak alles andere als einen souver\u00e4nen Eindruck. Gottes Gebot war f\u00fcr ihn ausgegangen, mit 10.000 Mann in den Kampf zu ziehen. Doch wie antwortete Barak? Vers 8: <strong>\u201eWenn du mit mir ziehst, so will auch ich ziehen; ziehst du aber nicht mit mir, so will auch ich nicht ziehen.\u201c<\/strong> An dieser Stelle erkennen wir zwei Tatsachen, erstens, welche wichtige Rolle Debora f\u00fcr Israel spielte und zweites, was f\u00fcr ein \u00e4ngstlicher Hasenfu\u00df Barak war. Was antwortete Debora? Vers 9: <strong>\u201eSie sprach: Ich will mit dir ziehen; aber der Ruhm wird nicht dein sein auf diesem Kriegszug, den du unternimmst, sondern der Herr wird Sisera in eines Weibes Hand geben.\u201c<\/strong> Israel w\u00fcrde siegen, aber nicht Barak w\u00fcrde Ruhm davontragen. Wieso sollte der Ruhm auch einem Feigling geh\u00f6ren? Zu seiner Schande w\u00fcrde es eine Frau sein, dem Gott Sisera in die Hand geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie nahm die Schlacht ihren Verlauf? Betrachten wir die Verse 12ff. Da rollten sie nun an, die 900 gef\u00fcrchteten eisernen Wagen samt dem gesamten Volk. Was tat aber Barak? Betrachten wir Vers 14. Er tat nichts. Also musste Debora das Wort ergreifen und ihn auffordern: <strong>\u201eAuf! Das ist der Tag, an dem dir der Herr den Sisera in deine Hand gegeben hat, denn der Herr ist ausgezogen vor dir her.\u201c<\/strong> Gut, dass Debora dabei war! Und \u00fcber den gro\u00dfartigen Sieg hei\u00dft es im Vers 15: <strong>\u201eUnd der Herr erschreckte den Sisera samt allen seinen Wagen und dem ganzen Herr vor der Sch\u00e4rfe von Baraks Schwert, so dass Sisera von seinem Wagen sprang und zu Fu\u00df floh.\u201c<\/strong> Wir sehen, dass es Gott selbst war, der Krieg f\u00fchrte und es war Gott selbst, der den gro\u00dfartigen Sieg \u00fcber die 900 eisernen Wagen errang. Der Herr erschreckte Sisera so sehr, dass dieser aus seinem Wagen sprang und davon rannte.<\/p>\n<p>Was tat Sisera auf der Flucht? Er suchte ein Zelt auf, um sich zu verstecken. Darin befand sich Jael, die Frau des Keniters Heber. Diese Familie lebte mit K\u00f6nig Jabin, dem Feind Israels, in Frieden. Sie hatten vielleicht einen Friedensvertrag abgeschlossen. Das Zelt der Jael war in den Augen Siseras ein sicherer Zufluchtsort, so dachte er zumindest.<\/p>\n<p>Was aber tat Jael? Sie nahm Sisera bei sich auf und versteckte ihn unter einer Decke. Als Sisera Wasser trinken wollte, reichte sie ihm Milch und deckte ihn wieder zu. Doch pl\u00f6tzlich tat sich etwas in Jael. So hei\u00dft es im Vers 21: <strong>\u201eDa nahm Jael, die Frau Hebers, einen Pflock von dem Zelt und einen Hammer in ihre Hand und ging leise zu ihm hinein und schlug ihm den Pflock durch seine Schl\u00e4fe, dass er in die Erde drang. Er aber war ermattet in einen tiefen Schlaf gesunken. So starb er.\u201c<\/strong> Jael wechselte pl\u00f6tzlich die Seite. Hatte sie eben noch den Feind Israels versteckt und versorgt, schlug sie sich im n\u00e4chsten Augenblick auf die Seite Israels und somit auf die Seite Gottes und bezwang Sisera.<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 22. Als Barak kam, war schon alles gelaufen. Da verstand er die Worte Deboras, dass Gott den Ruhm einer Frau geben wollte. Vers 23 lautet: <strong>\u201eSo dem\u00fctigte Gott zu der Zeit Jabin, den K\u00f6nig von Kanaan, vor Israel.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Erneut hatte Gott als Erretter seines Volkes zwei Menschen gebraucht, die nicht unbedingt in das Heldenschema Israels passten. Gott gebrauchte zwei mutige Frauen, Debora und Jael. Somit dem\u00fctigte Gott die Feinde Israels, bis sie vernichtet wurden. Durch die Wahl dieser beiden Frauen offenbart sich die Herrlichkeit Gottes. W\u00e4hrend Frauen im Laufe der Geschichte in fast jeder Gesellschaftsform diskriminiert wurden, diskriminierte Gott keine Frau, im Gegenteil. Gott gebraucht Frauen f\u00fcr die Errettung des Volkes! Vor allem durch Debora sehen wir, wie eine Frau von Gott kostbar gebraucht werden kann, n\u00e4mlich wenn sie das Wort Gottes besitzt und ein m\u00fctterliches Herz f\u00fcr die Menschen hat. M\u00f6ge Gott in dieser Hinsicht viele Frauen f\u00fcr sein Erl\u00f6sungswerk gebrauchen!<\/p>\n<p><strong>Teil III Deboras Siegeslied<\/strong> (Kap. 5)<\/p>\n<p>Wer hat das Lied mitgesungen? Vers 1 sagt: <strong>\u201eDa sangen Debora und Barak, der Sohn Abinoams, zu jener Zeit\u201c<\/strong>. Sie haben wohl im Duett gesungen. Debora wird allerdings zuerst genannt und es hei\u00dft auch \u201eDeboras Siegeslied\u201c sie muss also die Melodie gesungen haben, w\u00e4hrend Barak die Begleitstimme sang.<\/p>\n<p>Wor\u00fcber handelte das Lied? Betrachten wir die Verse 2 und 3. Diese Verse verdeutlichen, dass es sich um einen Lobgesang handelte. Sie lobten Gott und priesen ihn, weil er das Volk zum Kampf ger\u00fcstet hatte.<\/p>\n<p>Zudem vermitteln die Verse 6-8 ein Bild von der damaligen Lage des Volkes. Es waren d\u00fcstere Zeiten. Man betete neue G\u00f6tter an und hatte weder Waffen noch Verpflegung um gegen die Feinde zu k\u00e4mpfen. Doch gerade inmitten dieser Not stand Debora auf. Lesen wir Vers 7 gemeinsam: <strong>\u201eStill war\u2019s bei den Bauern, ja still in Israel, bis du, Debora, aufstandest, bis du aufstandest, eine Mutter in Israel.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 12. Obwohl Debora schon l\u00e4ngst aufgestanden, der Sieg eingefahren und sie dabei war zu singen, fing Barak an ein unpassendes Solo zu singen: <strong>\u201eAuf, auf, Debora! Auf, auf und singe ein Lied!\u201c<\/strong> Debora antwortete prompt durch ein eigenes Solo: <strong>\u201eMach dich auf, Barak, und fange, die dich fingen, du Sohn Abinoams!\u201c<\/strong> Wir sehen, wer die F\u00fchrungsstimme hatte.<\/p>\n<p>Was erfahren wir durch das Lied noch? Betrachten wir die Verse 13 bis 31. Als Gott mit Debora und Barak in den Krieg gezogen war, schlossen sich einige St\u00e4mme Israels an. Sie werden mit den Worten \u201eHerrlichen\u201c und \u201eHelden\u201c gew\u00fcrdigt. Sie waren wirklich herrliche Helden, denn Vers 18 verk\u00fcndet: <strong>\u201eSebulons Volk aber wagte sein Leben in den Tod, Naftali auch auf der H\u00f6he des Gefildes.\u201c<\/strong> Diese St\u00e4mme setzten sich gemeinsam mit Ephraim, Benjamin und Issachar f\u00fcr die Sache des Herrn ein. Sie stritten f\u00fcr Gott und f\u00fcr ihre Stammesbr\u00fcder. Sie waren mutig und hatten Anteil am gro\u00dfen Sieg. Doch nicht alle St\u00e4mme waren so hingebungsvoll. Wenn wir die Verse 16 und 17 betrachten, sehen wir, dass Gilead sich auf der anderen Flussseite befand und nichts tat. Der Stamm Dan diente sogar auf fremden Schiffen! Und was tat Asser? Asser lag am Strand.<\/p>\n<p>Und es ist der Vers 23, der Gottes Zorn \u00fcber die Unt\u00e4tigkeit der Menschen zeigt. Die Stadt Meros sollte verflucht werden, weil ihre Einwohner sich nicht aufmachten, um mit dem Herrn zu streiten. Was lernen wir hier \u00fcber Gott? Wir sehen, dass Gott keine Stimmenthaltung akzeptiert. Entweder nehmen wir uns ein Beispiel an Debora und stehen auf und setzten uns f\u00fcr den Herrn ein oder wir entscheiden uns gegen Gott. Doch nur wenn wir mitk\u00e4mpfen, erlangen wir mit Gott den Sieg. Debora ist uns ein Glaubensbeispiel. Welches weitere Glaubensbeispiel finden wir in den Versen 24 bis 27? Wir begegnen Jael und ihre bemerkenswerte Wahl, sich auf die Seite Gottes zu stellen. Auch f\u00fcr uns ist es wichtig, eine klare Position zu beziehen.<\/p>\n<p>Warum ist es so wichtig, auf Gottes Seite zu stehen? Lesen wir Vers 31: <strong>\u201eSo sollen umkommen, Herr, alle deine Feinde! Die ihn aber liebhaben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht! Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre.\u201c<\/strong> Der Vers sagt uns, dass die Feinde Gottes umkommen werden. Was wird hingegen mit den Mitstreitern Gottes geschehen? <strong>\u201eDie ihn aber liebhaben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!\u201c<\/strong> Jesus Christus hat nichts anderes gesagt: <strong>\u201eDann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich.\u201c<\/strong> (Mt. 13,43) F\u00fcr die Anh\u00e4nger Gottes gibt es keinen Tod. Sie werden in Ewigkeit leuchten, wie die Sonne in ihrer Pracht. So leuchtet in den Kapiteln 4 und 5 vor allem Debora wie eine Sonne.<\/p>\n<p>Lasst uns Gott lieben und lasst uns das Volk lieben. Lasst uns aufstehen und Problembewusstsein haben. Bist du bereit aufzustehen? M\u00f6ge Gott uns wie die Richter als ein Segen gebrauchen.<\/p>\n<p>Leitwort, 5,7: <strong>\u201eStill war\u2019s bei den Bauern, ja still in Israel, bis du, Debora, aufstandest, bis du aufstandest, eine Mutter in Israel.\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Debora, eine Mutter in Israel \u201eStill war\u2019s bei den Bauern, ja still in Israel, bis du, Debora, aufstandest, bis du aufstandest, eine Mutter in Israel.\u201c (Ri 5,7) Letzte Woche haben wir angefangen das Buch Richter zu studieren. In der heutigen Lektion werden wir erfahren, wie Gott die ersten vier Richter einsetzte. 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